Resiliente Dörfer in Zeiten der Unsicherheit entwickeln
Die Dissertation hat den Titel ‚Resiliente Dörfer gestalten. Analyse von Akteur*innen, Lernprozessen, Wirklichkeitskonstruktionen und Entwicklungen in drei ländlichen Gemeinden der europäischen Peripherie‘ und wurde von Prof. Dr. Ulrich Harteisen (HAWK) und apl. Prof. Dr. Karl Martin Born (Universität Vechta) betreut.
«Adam Hernández interessiert, inwiefern die Resilienz-Forschung neue Ansatzpunkte und Blickwinkel für Fragen der Dorfentwicklung bereithält. Der zentrale Begriff ‚Resilienz‘ wird in seiner Genese, disziplinären Verankerung und schließlich in seiner Bedeutung zur Beurteilung der Transformationsfähigkeit von Dörfern analysiert. Es wird deutlich, dass die Fähigkeit zur Transformation ein wesentliches Element der Resilienz ist. Adam Hernández verfolgt in seiner Forschung einen systemwissenschaftlichen Ansatz zur Beurteilung der Resilienz von Dörfern. In diesem Sinne überträgt der Autor das Verständnis von Resilienz auf das System Dorf und spricht von der „Fähigkeit von Dörfern, den Wandel kreativ zu gestalten und nicht nur zu erleiden“. Die Entwicklung eines Resilienz-Modells und dessen Operationalisierung für die Analyse der Resilienz von Dörfern beruht auf einer umfassenden, disziplinübergreifenden Literaturrecherche und stellt ein wichtiges Teilergebnis der Forschung dar. [...]
Wichtige Einzelakteure sind in eher resilienten Dörfern sogenannte brückenschlagende Schlüsselpersonen – das kann ein Bürgermeister, ein Ortsvorsteher oder ein Dorfmoderator sein. Diese Schlüsselpersonen wirken an der Schnittstelle zwischen Menschen und Organisationen verschiedener Denk- und Handlungslogiken als „soziale Scharniere“ und können so für Verständigung und Kooperation sorgen. Zur Förderung von Resilienz in Dörfern sollten deshalb gerade die öffentlichen Stellen, so zum Beispiel die Kommunalverwaltungen rechtliche, organisationsstrukturelle und kommunikationsbezogene Fachberatung anbieten, um die Dorfentwicklung strategisch weiterentwickeln.» PM HAWK
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