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Arbeitsquantum
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Die W e r t e i n h e i t ist ein A r b e i t s w e r t – q u a n t u m .
Der Begriff Werteinheit ist nicht beschränkt auf
Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver- borgen liegen, etwas Ueberstaatliches, alle Kulturepochen Ueber- dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_ rinnen können. Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des
Wertlehre, wonach wir einstweilen nur [hand. durchgestrichen Oekonomie [hand. ergänzt, ] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der angewandten Arbeit [hand. ergänzt, ] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar- beitswerttheorie ist erstvwieder eine Unterfrage, denn eben in der Reinheit der Oekonomik, in der Urform der Gesellschaft der Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihrem Enderfolg, der verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt, ] noch zusammen. Der von Oppenheimer entwickelten Arbeitswerttheorie ist, da sie auch der modernsten | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s66.png |
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Entwicklung in der Berücksichtigung der immer schäfer sich aus- prägenden Qualifikation und der sich zum sträksten [sic] Machtfakto- ren entwickelnden Monopolen persönlicher und gesellschaftlicher Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst produzierenden den Preis bestimmt, in der Verquickung von Ar- beitszeit und -wert die Unstimmigkeit der reinen Arbeitsmengen- oder Arbeitszeittheorie ausschaltet. In der Gesellschaft der Gleichen, in der vorgeldlichen Zeit ist besonders deutlich, dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits- zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein- kommen, dargestellt in einer Gütermenge, durch das höhere substi- tuiert worden. Wenn der vorwirtschaftliche Mensch, um unser altes Beispiel anzuführen, in gleicher Zeit entweder eine Tonschale oder einen Korb herstellen kann, so müssen diese beiden Dinge naturnotwendig gleichen Wert haben, und zwar ist es hier noch in Reinheit die Arbeitsleistung einer bestimmten Zeit. Wenn nun beispielsweise der Goldsucher oder Goldgräber in einer bestimm- ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s67.png |
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intersubjektiv gleich sein der jeweils erzeugten Gütermenge an- derer Berufstätigkeit. In Wahrheit wird sich gerade in jener Zeit die Arbeit den verschiedensten Beschaffungen je nach wech- selndem Bedarfe zugewandt haben. Aber auch jener Umstand kann das Bild nicht trüben, dass doch auch im vereinzelten Falle die Beziehungen der aufgewendeten Arbeitsmengen verbindend zwischen allen Gütern stehen. Wird die Berufsgliederung stärker, der Tausch allgemeiner und erhält so ein Gut eine Sonderstellung als das allgemein beliebte Tauschgut, so gebe ich nur ein Erzeugnis meiner Arbeitskraft, die in Hinsicht eines ganz bestimmten Bedarfes aufge- wandt wurde, hingegen die Verkörperung anderer Arbeitskraft, die,
weil in allgemeiner Gunst steht, mit wiederum ohne SchwierigkeitGelegenheit zu weiterem Tausche bietet und mir die Wege zu allen Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen, so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes- te geändert worden. Nur stärker prägen sich jetzt die Geldpreise vorher noch Ausdrücke in Gewichtmengen Gold und ursprünglich nur g[hand. drüber e?]egen-einandersetzten absoluter Werte, Preise von Fall zu Fall, wenn wir sie so nennen wollen, in ihrer Relativität aus. Der im Jahre, nach Abzug seiner Unkosten X g Gold fördert und laut staatlicher Kreierung dadurch ein Einkommen von Werteinheiten geniesst ist gleich gestellt mit dem, der im Jahr 100 Tonschalen oder 150 Körbe fertigt und für diese dann den Preis von a Werteinheiten geteilt | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s68.png |
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durch die Anzahl der Produkte zu fordern berechtigt ist, da auf dieser Basis der Austausch gleicher Werte, im Sinne objektiv gleicher Grössen – da gleicher Arbeitsaufwand – sich vollzieht. Auf diese Weise steht natürlich jede einzelne Werteinheit auch in Beziehung zu jedem beliebigen einzelnen Produkt und da die Menge der getätigten Arbeit den wert des Gutes, seinen statischen Preis bestimmt, auch in weiterer Beziehung zu jeder Dienstleistung, sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art. Wir stehen nun an der Stelle, wo auf die Dauer auch durch
allgemeinbekannte Grössen werden. Da wir, genetisch gesehen, alle Güter in Beziehung zum Golde gesetzt haben und gemessen nach einer Eigenschaft oder besser nach einem allen innewohnenden In- halt, so sind natürlich auch alle Güter unter einander nach diesem gleichen Masstab, der verausgabten Arbeitsmenge, gemessen.Zwei Gü- ter im Verhältnis: eine Werteinheit zu zwei Werteinheiten besagen uns somit nichts anderes als das Verhältnis X Arbeitsmenge zu 2 X Arbeitsmengen;das absolute Maass, sofern wir es im Wirtschafts- leben benötigen, müssen wir in der staatlichen Bindung der Wert- einheit an das Währungsmetall uns suchen. Uns interessiert vor- läufig aber nur, dass in Preisrelationen verkörperte Arbeitsmengen- relationen gegeben sind.Die auf dem Markte anwesenden Güter haben so alle tausendfältige Beziehungen zu einander, die in diesem uns besseren Aufschluss über ihre Grösse geben, als die einzelnen Be- ziehungen zu einer Gewichtsmenge Gold. Je mehr noch die Unkenntnis | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s69.png |
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über Produktionskosten allgemein herrscht, die ja gerade beim Golde dem einzelnen besonders ferne liegen müssen, – da aber doch nur diese letzthin das Maass des Wertes bilden, – darum sagen uns die mannigfachen Beziehungen zu anderen Wertdingen, die eher wir nach ihrer Wertgrösse schätzen können, besseren Bescheid über den wahren In[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]halt der Werteinheit. Wir müssten denn in völliger Un[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]kenntnis des Marktes verharren, wenn wir bei jedem Preise unsere Zuflucht beim Golde suchen müssten. Man mag ein- wenden und behaupten, dass Gold die grösste Gewähr für Stabilität biete, dass heisst nichts anderes [hand. ergänzt,] als in seinen Produktionskosten sich nicht ändere [hand. ergänzt,] und wir wollen sogar dieser Fiktion über die später noch mehr zu sagen sein wird, hier einmal zustimmen; den- noch wäre dann immerhin noch zu prüfen, ob nicht alle anderen Güter zusammengenommen uns sinnfälliger und deutlicherer Maass- stab wären. Wir wollen dabei nicht vergessen, dass der Staat be- strebt ist mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein Schwanken unmöglich zu machen und wir lassen des weiteren unbe- rücksichtigt die neuen Momente, die sich für die Währung in ihrer Bedeutung zu den anderen Valuten ergeben. Das sei aber nur aufge- schoben. Vorläufig interessiert uns das Gold oder eiga[Schreibmaschine übertippt: e]ntlich die Goldgrundlage im inneren Verkehr. Solange nur das Gold als Tauschmittel im Umlauf ist, konnten wir immer noch streiten, ob nicht in jedem einzelnen Fall auch wirklich das Gold die einzel- nen Beziehungen durch Messung der absoluten [Hand. Werte] setze und vermittle; wenn aber einmal das Gold notwendig immer mehr in den Hintergrund | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s70.png |
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gedrängt wird, und die Wirtschaft ohne jegliche Störung und be- denkenlos sogar stoffwertloses Papier in Empfang nimmt, dann ver- liert diese dritte, nun überflüssig gewordene Messgrösse mehr und mehr an Bedeutung. Wir haben ja schon erkannt, dass fast jede Grösse in der Wirtschaft nun auch eine feste gworden [sic] ist, und wo das nicht der Fall, wo Erfindungen Neuartiges geschöpft haben, da haben diese Produkte so vielerlei Beziehungen zu anderen Dingen, müssen sich anlehnen an so viel Gleichartiges, dass ihre Preisgebung, ihre Einreichung in das weite Netz der Relationen sicherlich auf diesem, nicht auf den in der Historienzurücklie- gendem Weg des Abschätzens am Golde geschieht. Auch in unserer Betrachtungsweise sind alle Tauschmittel nebeneinander gleich berechtigt und in jedem Falle von gleichem Inhalt. Wäre die Ge- sellschaft der Gleichen eine ewige Kategorie, dann wäre es uns möglich, die Werteinheit als Ausdruck einer gewissen Arbeitszeit zu analysieren und wir bräuchten in jedem einzelnen Falle nur zu fragen, wieviel Zeit die Herstellung eines Produktes benötigte. Die Zwischenschaltung des Schätzgutes liesse sich dann erübrigen. Im Grunde genommen aber wäre das nur eine andere Auslegung, als die, da wir die Werteinheit auf ein kostendes Gut stellen. Wir setzen Oppenheimers Arbeitswerttheorie voraus und können es da- her unterlassen, des näheren auszuführen, dass in der heutigen, modernen Wirtschaft gleiche Geldpreise nicht auch gleiche Ar- beitsmengen darstellen, wodurch unser Bild in jedem Falle getrübt werden muss. Darum können wir auch keine einheitliche Messsgrösse | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s71.png |
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mehr verwenden, sondern müssen zu diesem Gemisch von Arbeits- zeit und Arbeitswert greifen. Was allen Gütern inne wohnt, worin sie sich in ihrer Grösse von anderen unterscheiden, das ist das Maass des von ihnen verkörperten Arbeitswertes. Die gewonnenen Verhältniszahlen benötigen des Ausdrucks, und dieser ist eine immer gleiche Menge Arbeitswert, eine Grösse, die, wir wissen es bereits, vom Staate irgendwann einmal willkürlich gesetzt wurde, die zu berücksichtigen im ferneren Verlauf unnötig und sogar unpraktisch wäre. Auch bei reiner Goldwährung mit Prägefreiheit verschwindet die reale Befriedung, die das Gold verleiht, gegen- über der zirkulatorischen Befriedigung, die allein das Rad der Wirtschaft in Bewegung zu setzen vermag. Dass jeder gewonnene Preis auch seine Beziehung zum Golde hat, ist eine nebensächli- che Erscheinung; tiefster Inhalt der Werteinheit ist für uns ja nicht ein Quantum Gold, eine Beziehungsetzung zu irgendeinem Gut, sondern der Kern ist die möglicherweise reale, möglicherweise aber auch nur gedankliche Darstellung und Vermittelung von Ar- beitswerteinheiten, die, immer nur soweit wir uns im inneren Ver- kehr bewegen, alle Güter in einer Linie der Gleichberechtigung nebeneinander erscheinen lassen. Die Wahrscheinlichkeit eines ökonomisch wahren Preises – Preise sind Verhältniszahlen – wird grösser, wenn wir ihn auf tausend gleich inhaltliche Dinge be- ziehen, als wenn wir ihm nur eine Unterlage gewähren. Auch ohne den modernen Begriff des heutigen Geldes müsste es uns möglich sein, alle Güter auf gleiche Einheiten zu setzen, wenn wir sie | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s72.png |
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zerlegen wollten in Einheiten von angewandter Arbeitsenergie. Wie könnten wir es noch deutlicher werden lassen, dass das Geld nicht das eigentliche Maass sein kann, sondern nur Ausdrucks- mittel der auf der Zahl der Arbeitswerteinheuten [sic] basierten Rela- tionen.Wenn wir sagen, alle Güter sind ein Teil oder Vielfaches von einem Quantum Edelmetall, so sind wir in unserer Betrachtung nicht bis zum Kern durchgedrungen.Wir müssen sage, die Güter sind Teil oder Vielfaches von dem Arbeitsaufwand, den ein Edelmetall- quantum zur Förderung beanspruchte. Arbeitsenergie ist eine ge- dankliche Grösse, die uns messbar und vorstellbar erscheint,- das sei als historische Notwendigkeit anerkannt – wenn wir sie auf ein Gutsquantum, auf die vergegenständlichte Arbeit beziehen. Die Relationen aber, welche die Wirtschaft zusammen schweissten, die einzelnen Preise, die Additionen der verschiedenen Dienste sind niemal in ihren Einzelposten Resultat des Vergleichs mit dem Edelmetall, sondern Zusammenfügen von Arbeitswerteinheiten, die
nicht nur im Golde, sondern in all den vielen näher liegendenDingen uns vorstellbar werden. Wenn dann jeder einzelne Preis mit dem Goldwerte dennoch übereinstimmt, so ist das nichts verwunder- liches und nicht, was denen recht geben müsste, die den Vergleich am Golde verkünden; es ist vielmehr nur eine logische Folge, dass, wenn tausend Relationen richtig sind, auch darunter die eine, auf das Gold bezogene richtig sein muss. Bisher galt unsere Betrachtung immer noch Zuständen
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zu rechtfertigen. Nun wollen wir als erste Abstraktion annehmen, der Staat ginde aus freiem Willen zur Papier-, zur freien Währung über. Wir setzen voraus, es geschieht ohne jegliche Notwendigkeit, allein aus theoretisch begründeter Bevorzugung des Papiergeldes, wie denn überhaupt gleich hier erwähnt sein, dass die Betrachtung der Geldverfassung unter dem Gesichtspunkt geordneter oder zer- rütteter FInanzen eine falsche Verknüpfung bedeutet. In unserem Falle zieht etwadder Staat seine Goldmünzen für gleich nominelle Werte in Papier ein, im übrigen ver[gedruck h? überdruckt mit f]ahre er wie bisher und lasse durch Kreierung von Bankgeld der Wirtschaft in gewissen Grenzen freie Hand. Eine Namensänderung der Werteinheit findet ebenfalls nicht statt.Und nun fragen wir, washhat sich durch diese staat- lichen Massnahmen ökonomisch geändert? Der strenge Metallist wird überhaupt kein Geld mehr sehen und vielleicht sagen, dass immer noch das Gold das Wertmaass sei, auch wenn es entthront wurde. In diesem Falle aber würde er nur zugeben, dass eine Grösse auch rein gedanklich weiter zu wirken vermag, wie es die Nominalisten aller- dings in anderer Anwendung für tatsächlich halten. Für uns dagegen ist in jenem Falle nur eine Relation in Wegfall geraten, unzählige andere bestehen weiter und die Werteinheit bleibt was sie war: Arbeitswerteinheit von vielfach gebundener Grösse. Das Geld, die staatliche Einrichtung zur Erleichterung des Verkehrs bleibt Trä- ger, in diesem Falle stoffwertloser Träger von so bedeuteten Ein- heiten. Nun allerdings schiebt sich die Frage der Geldschöpfung und in deren Verfolg die Quantitätstheorie in den Vordergrund, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s74.png |
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obwohl dieses Problem eigentlich schon vorher bei der Ausein- andersetzung mit der Goldwährung mit Teildeckung fällig wäre. wir müssen uns hier der Kürze halber auf das Gesagte im Kapitel vom Kreislauf der Wirtschaft stützen. Wie, fragen wir, gelangt das Geld in den Verkehr, wie der einzelne in dessen Besitz? Wir sprechen hier im Zeichen der Warenwerttheoretiker, wenn wir sagen, sein Erwerb sei mit Opfern verbunden. Wir müssen füglich etwas geleistet, müssen ein wirtschaftliches Gut hergestellt oder dazu beigetragen haben, um des Geldbesitzes uns freuen zu können. Haben wir das staatliche Geld im Auge, so können wir es begrifflich bis auf die Geburtsstunde siner Zirkulation zurückverfolgen und müssen dort auf eine Leistung stossen; nach uns setzt es sei- ne Zirkulation fort,-die ewige Zirkulation ist seine Aufgabe und Funktion. Denken wir dagegen an das Bankgeld, so werden wir bei ihm früher dem Ursprung begegnen, ebenfalls geboren aus einer Leistung, aber in seiner Zirkulation als seiner Aufgabe gleichartig funkti_ onierend wie das staatliche Papiergeld. Nur ist hier die Zirku- lation eine zeitlich beschränkte. Das ergibt sich aus dem Wesen des Bankgeldes, die elastische Verlängerung des wegen seiner re- lativ geringfügigen Mnge irrelevant bleibenden staatlichen ewig kreisenden Geldes zu sein. Hahn hat dieses staatliche Geld in der Literatur den eisernen Bestand der Wirtschaft genannt. Soweit das Bankgeld, durch wirtschaftliche Berechtigung gedeckt, neben dem staatlichen Papiergelde auftritt, müssen wir es als die- sem durchaus gleichgestellt werten, wie denn ünerhaupt alle tech- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s75.png |
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nischen Möglichkeiten, Werteinheiten zu bewegen, die auf Grund von Leitungen als individuelle Einkommen möglich werden könnten. Zwar leistet das Geld, wenn die Güter innerhalb der Wirtschaft le- diglich ihren Besitzer we[Schreibmaschine h übertippt mit c]hseln, auch eine Funktion in der Fähig- keit, Werte auszudrücken und zu bewegen. Was wir aber jetzt im Gelde betrachten wollen, seine Gebundenheit an die Warenwelt, an die Arbeitsleistung der [Schreibmaschine K übertippt mit V]olksgenossen und damit an die Einkommen, das können wir nur finden an den Produktionsstätten der Güter, in deren Kalkulationen. Prüfen wir eine solche auf ihre Einzelgrös- sen, so offenbart sie uns nur Arbeitswertgrössen. Rohstoffe und Material lassen sin in ihrer Substanzzerlegung wiederum in jene teilen, Beheizung und bleuchtung [sic] lösen sich auf in Arbeits- leistungen und Einkommen, Abschreibungen sind wiederum nichts anderes als Arbeitswerte und Einkommen, die, wenn auch im einzel- nen nicht jährlich sich kristallisieren und verzehren, doch in der Gesamtheit den Ausgleich finden. Steuern sind Abtretungen von Arbeitserfolgen für die öffentliche Tätigkeit der Beamten zu unser aller Nutzen, Arbeitslohn und Gehälter, Profit, Rente, Unter- nehmerlohn, Risikoprämien, – sie alle lassen sich ohne weiteren Zwang als Arbeitsgrössen erkenntlich in die Kalkulation einfü- gen. Das fertige Produkt ist eine Additionsgrösse aus Arbeitswer- ten und damit gleichzeitig aus Einkommen, die im geld oder geld- gleicher Form dafür zur Verteilung und zur Verfügung gelangen. Mit dem Preis, einer Relation im Verhältnis zu anderen Preisen auf Grund des Wertes der darin verkörperten Arbeitsenergie, sind | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s76.png |
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ebenfalls die gleich fundierten Einzelbestandteile als Teile des Gesamtpreises in ihrer Höhe stipuliert und haben ihren Ausdruck in gleichen Wert -, in Arbeitswerteinheiten gefunden. Nicht im einzelnen wollen wir hier wieden [sic] den Mechanismus dieses Gesche- hens in der Geldschöpfung mittels des Warenwechsels aufzählen. Zeigen wollten wir hier nur wiederum die enge, ja sogar die kon- gruent sich deckende Verknüpfung von bereits mit der Erzeugung festgelegter Preisbildung mit dem Einzel- und Gesamteinkommen auf Grund von Arbeitsleistung. Diese alle zusammengenommen ergeben sowohl die Gesamtsummer der Warenpreise als auch die Gesamtsumme der kauffähigen und kaufberechtigten Einkommen. Hierin decken wir uns mit Schumpeters Einkommensgleichheit, die nichts anderes ist als die, auf einer historisch gegebenen, praktisch und täglich unend- lich mal gegebenen Arbeitswertmenge fin ssende [fussende?] Werteinheit. Selbst wenn Hahn's Auffassung richtig ist, dass die Kreditgewährung von aller Spartätigkeit unbeeinflusst der Produktion vorausgeht, so wird doch dadurch nichts an dem Wesen der Einkommen verändert, Be- standteil des Preises von Gütern zu sein, deren wir im gleichen Werte, von gleich grosser Arbeitsverkörperung später auf dem Markt wieder habhaft werden können, denn Hahn hat hier Kredit im Auge in Form des Darlehenskredits, er bewegt sich also in der Sphäre des Kreditverkehrs. Alles Bankgold aber, und hier stehen wir im Kredit-Geldverkehr, gleichviel aus welchen theoretischen Ueber- legungen heraus es ausgegeben wurde, muss mit den Gütern, die es haben entstehen lassen und die nun durch die Weggabe der Einkom- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s77.png |
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