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Quelltext der Seite I. Kurze historische Betrachtungsweise der tausch-und güterwirtschaftlichen Vorgänge.
{{include page=!/Navigation nomark=1}} ===Seite 1=== #|| || %%(wacko wrapper="text" wrapper_display="mobile-only") [01] Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisstvsoviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfachster Form entgegentritt. Was die Werteinheit erreicht, hatvseine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. [02] Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tätigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertesten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten Meister sei ;– Dinge, die wir nie und nimmer vergleichen könnten, in der Form, dass wir sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Begriff der Werteinheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustellen und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang setzend. [03] Wir sagten, die Werteinheit "scheint" eine absolut reale grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglichkeit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren %% %%(wacko wrapper=text wrapper_display="desktop-only" wrapper_width="300px") Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfachster Form entgegen- tritt. Was die Werteinheit erreicht, hat seine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä- tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes- ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten Meister sei ;– Dinge, die wir nie und nimmer vergleichen könnten, in der Form, dass wir sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be- griff der Werteinheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel- len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang setzend. Wir sagten, die Werteinheit "scheint" eine absolut reale grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich- keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren %% | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s1.png?center&430 || ||# ===Seite 2=== #|| || - 2 - notwendiger Inhalt sein müsste zu späterer Ausführung zurückstellen. Den Weg, den wir beschreiten wollen, lassen wir uns von der reinen Logik weisen, die uns zwingt, zu denken: "wenn alle jene Individualitä- ten dem wertenden Gedanken unterliegen und gleichnamigen Ausdruck finden, so muss eine Regel, ein System vorherrschen, dem diese Bewertung folgen muss; über alle Individualität hinaus muss etwas Gemeinsames den Dingen anhaften, das diesen wirtschaftlichen Vorgang rechtfertigt. Und das Wertausdrucksmittel, die Werteinheit, gleich ob sie von Men- schengeist erschaffen oder organisch sich selbst in diese Rechte ge- setzt hat, sie muss das, was sie in andern Dingen ausdrückt, die Quan- tität, das Maass, nach dem sie die Dinge der Aussenwelt wertet, in sich selbst enthalten oder – wir wollen uns hier noch keiner Theorie an- schliessen – sie doch wenigstens symbolisieren. Wir stehen hier im Streite der Wertlehren, zwischen den Schwertern der Geldtheorien. Hie objektive, hie subjektive Wertlehre; hie Metallismus, hie Nominalismus. Was wir in aller Kürze hier einleitend anführen konnten, das ist schlechthin die gestellte Aufgabe selbst, das bedeutet das Problem. Die historische Betrachtungsweise aufnehmend, fragen wir uns, ob der Werteinheitsbegriff eine Urerscheinung wie Wert und Be- dürfnis vorstellen oder ob er nur ein, der heutigen Wirtschaftsform essentieller bestandteil sein. Auf diese Weise müssen wir einmal zu dem Punkte gelangen, wo jener Begriff im Wirtschaftsleben erstmals wirksam und erkenntlich wird. Wir versetzen uns zurück in das Zeit- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s2.png?center&430 || ||# ===Seite 3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png?center&430 || ||# ===Seite 4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png?center&430 || ||# ===Seite 5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png?center&430 || ||# ===Seite 6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png?center&430 || ||# ===Seite 7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png?center&430 || ||# ===Seite 8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitetv erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lange Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png?center&430 || ||# ===Seite 9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png?center&430 || ||# ===Seite 10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png?center&430 || ||# ===Seite 11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png?center&430 || ||# ===Seite 12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png?center&430 || ||# ===Seite 13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png?center&430 || ||# ===Seite 14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png?center&430 || ||# ===Seite 15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png?center&430 || ||# ===Seite 16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png?center&430 || ||# ===Seite 17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png?center&430 || ||# ===Seite 18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png?center&430 || ||# ===Seite 19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png?center&430 || ||# {{include page=!/Navigation nomark=1}} {{paragraphs style=left}}