Das ist eine alte Version von WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/Arbeitsquantum vom 09.10.2022 20:33 bearbeitet durch WikiAdmin.

Quelltext der Seite Arbeitsquantum

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Die  W  e  r  t  e  i  n  h  e  i  t ist ein A  r  b  e  i  t  s  w  e  r  t - 
       q  u  a  n  t  u  m .



     Der Begriff Werteinheit ist nicht beschränkt auf
Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden
Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und
indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig 
erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver-
borgen liegen, etwas Ueberstaatliches, alle Kulturepochen Ueber-
dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck
und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_
rinnen können.
     Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des
Wertes [hand. ergänzt ,] und wir stehen rückhaltlos auf dem Boden der objektiven
Wertlehre, wonach wir einstweilen nur [hand. durchgestrichen --in-- und hand. darüber bei] Betrachtung der reinen
Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der
angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu 
geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven
Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar-
beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in 
der Reinheit der Oekonomik, in der Urform der Gesellschaft der
Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihrem Enderfolg, der 
verkörperten Arbeitsmengen  [hand. ergänzt ,]  noch zusammen. Der von Oppenheimer
entwickelten Arbeitswerttheorie ist, da sie auch der modernsten

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Entwicklung in der Berücksichtigung der immer schäfer sich aus-
prägenden Qualifikation und der sich zum sträksten [sic] Machtfakto-
ren entwickelnden Monopolen persönlicher und gesellschaftlicher
Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch 
deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der
schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst
vvpvvroduzierenden den Preis bestimmt, in der Verquickung von Ar-
beitszeit und -wert die Uvvnvvstimmigkeit der reinen Arbeitsmengen-
oder Arbeitszeittheorie ausschaltet. In der Gesellschaft der 
Gleichen, in der vorgeldlichen Zeit ist besonders deutlich, 
dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits-
zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter
einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als
intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die   angewandte Arbeit hat
in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn
wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein-
kommen, dargestellt in einer Gütermenge, durch das höhere substi-
tuiert worden. Wenn der vorwirtschaftliche Mensch, um unser altes
Beispiel anzuführen, in gleicher Zeit entweder eine Tonschale
oder einen Korb herstellen kann, so müssen diese beiden Dinge
naturnotwendig gleichen Wert haben, und zwar ist es hier noch in 
Reinheit die Arbeitsleistung einer bestimmten Zeit. Wenn nun
beispielsweise der Goldsucher oder Goldgräber in einer bestimm-
ten Zeit eine Menge von X  g  Gold erwirbt, so müssen, immer noch
die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold

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intersubjektiv gleich sein der jeweils erzeugten Gütermenge an-
derer Berufstätigkeit. Ivvnvv Wvvavvhrheit wird sich gerade in jener
Zeit die Arbeit den verschiedensten Beschaffungen je nach wech-
selndem Bedarfe zugewandt haben . Aber auch jener Umstand kann
das Bild nicht trüben, dass doch auch im vereinzelten Falle die
Beziehungen der aufgewendeten Arbeitsmengen verbindend zwischen
allen Gütern stehen. Wird die Berufsgliederung stärker, der Tausch
allgemeiner und erhält so ein Gut eine Sonderstellung als das
allgemein beliebte Tauschgut, so gebe ich nur ein Erzeugnis meiner 
Arbeitskraft, die in Hvvivvnsicht eines ganz bestimmten Bedarfes aufge-
  wandt wurde, hingegen die Verkörperung anderer Arbeitskraft, die,
weil in allgemeiner Gvvuvvnst steht, mit wiederum ohne Schwierigkeit
Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen
Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der
Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass
hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen,
so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes-
te geändert worden. Nvvuvvr stärker prägen sich jetzt die Geldpreise
vorher noch Ausdrücke in Gewichtmengen Gold und ursprünglich nur
g[hand. drüber e?]egen-einandersetzten absoluter Werte, Preise von Fall zu Fall, wenn
wir sie so nennen wollen, in ihrer Relativität aus. Der im Jahre,
nach Abzug seiner Unkosten X g Gold fördert und laut staatlicher
Kreierung dadurch ein Einkommen von Werteinheiten geniesst ist
gleich gestellt mit dem, der im Jahr 100 Tonschalen oder 150 Körbe
fertigt und für diese dann den Preis von  a Werteinheiten geteilt  

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durch die Anzahl der Produkte zu fordern berechtigt ist, da auf
dieser Basis der Austausch gleicher Wvvevvrte, im Sinne objektiv
gleicher Grössen - da gleicher Arbeitsaufwand - sich vollzieht.
Auf diese Weise steht natürlich jede einzelne Werteinheit auch
in Beziehung zu jedem beliebigen einzelnen Produkt und da die
Menge der getätigten Arbeit den wert des Gutes, seinen statischen
Preis bestimmt, auch in weiterer Bvvevvziehung zu jeder Dienstleistung,
sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art.
     Wir stehen nun an der Svvtvvelle, wo auf die Dauer auch durch
die Häufigkeit der Uvvevvbung die Preisrelationen immer festere und
allgemeinbekannte Grössen werden. Da wir, genetisch gesehen, alle
Güter in Beziehung zum Golde gesetzt haben und gemessen nach
einer Eigenschaft oder besser nach einem allen innewohnenden In-
halt, so sind natürlich auch alle Güter unter einander nach diesem
gleichen Masstab, der verausgabten Arbeitsmenge, gemessen.Zwei Gü-
ter im Verhältnis: eine Werteinheit zu zwei Werteinheiten besagen
uns somit nichts anderes als das Verhältnis X Arbeitsmenge zu
2 X Arbeitsmengen;das absolute Maass, sofern wir es im Wirtschafts-
leben benötigen, müssen wir in der staatlichen Bvvivvndung der Wert-
einheit an das Währungsmetall uns suchen. Uns interessiert vor-
läufig aber nur, dass in Preisrelationen verkörperte Arbeitsmengen-
relationen gegeben sind.Die auf dem Markte anwesenden Güter haben
so alle tausendfältige Beziehungen zu einander, die in diesem uns 
besseren Aufschluss über ihre Grösse geben, als die einzelnen Be-
ziehungen zu einer Gewichtsmenge Gold. Je mehr noch die Unkenntnis

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über Produktionskosten allgemein herrscht, die ja gerade beim
Golde dem einzelnen besonders ferne liegen müssen, - da aber
doch nur diese letzthin das Maass des Wertes bilden, - darum
sagen uns die mannigfachen Bvvevvziehungen zu anderen Wertdingen,
die eher wir nach ihrer Wertgrösse schätzen können, besseren 
Bescheid über den wahren In[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]halt der Werteinheit. Wir müssten denn
in völliger Un[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]kenntnis des Marktes verharren, wenn wir bei jedem
Preise unsere Zvvuvvflucht beim Golde suchen müssten. Man mag ein-
wenden und behaupten, dass Gvvovvld die grösste Gewähr für Stabilität
biete, dass heisst nichts anderes [hand. ergänzt,] als in seinen Produktionskosten
sich nicht ändere [hand. ergänzt,] und wir wollen sogar dieser Fiktion über die
später noch mehr zu sagen sein wird, hier einmal zustimmen; den-
noch wäre dann immerhin noch zu prüfen, ob nicht alle anderen
Güter zusammengenommen uns sinnfälliger und deutlicherer Maass-
stab wären. Wir wollen dabei nicht vergessen, dass der Staat be-
strebt ist mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein
Schwanken unmöglich zu machen und wir lassen des weiteren unbe-
rücksichtigt die neuen Momente, die sich für die Währung in ihrer
Bedeutung zu den anderen Valuten ergeben. Das sei aber nur aufge-
schoben. Vorläufig interessiert uns das Gold oder eiga[Schreibmaschine übertippt: e]ntlich
die Goldgrundlage im inneren Verkehr. Solange nur das Gold als
Tauschmittel im Umlauf ist, konnten wir immer noch streiten, ob
nicht in jedem einzelnen Fall auch wirklich das Gold die einzel-
nen Beziehungen durch Messung der absoluten [Hand. Werte] setze und vermittle;
wenn aber einmal das Gold notwendig immer mehr in den Hintergrund

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gedrängt wird, und die Wirtschaft ohne jegliche Störung und be-
denkenlos sogar stoffwertloses Papier in Empfang nimmt, dann ver-
liert diese dritte, nun überflüssig gewordene Messgrösse mehr
und mehr an Bedeutung. Wir haben ja schon erkannt, dass fast jede
Grösse in der Wirtschaft nun auch eine feste gworden [sic] ist, und
wo das nicht der Fall, wo Erfindungen Neuartiges geschöpft haben,
da haben diese Produkte so vielerlei Beziehungen zu anderen
Dingen, müssen sich anlehnen an so viel Gleichartiges, dass ihre
Preisgebung, ihre Einreichung in das weite Netz der Relationen
sicherlich auf diesem, nicht auf den in der Historienzurücklie-
gendem Weg des Abschätzens am Golde geschieht. Auch in unserer
Betrachtungsweise sind alle Tauschmittel nebeneinander gleich
berechtigt und in jedem Falle von gleichem Ivvnvvhalt. Wäre die Ge-
sellschaft der Gleichen eine ewige Kategorie, dann wäre es uns
möglich, die Werteinheit als Ausdruck einer gewissen Arbeitszeit
zu analysieren und wir bräuchten in jedem einzelnen Falle nur zu
fragen, wieviel Zeit die Herstellung eines Produktes benötigte.
Die Zwischenschaltung des Schätzgutes liesse sich dann erübrigen.
Im Grunde genommen aber wäre das nur eine andere Auslegung, als
die, da wir die Werteinheit auf ein kostendes Gut stellen. Wir
setzen Oppenheimers Arbeitswerttheorie voraus und können es da-
her unterlassen, des näheren auszuführen, dass in der heutigen,
modernen Wirtschaft gleiche Geldpreise nicht auch gleiche Ar-
beitsmengen darstellen, wodurch unser Bild in jedem Falle getrübt
werden muss. Darum können wir auch keine einheitliche Messsgrösse

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mehr verwenden, sondern müssen zu diesem Gemisch von Arbeits-
zeit und Arbeitswert greifen. Was allen Gütern inne wohnt, worin
sie sich in ihrer Grösse von anderen unterscheiden, das ist das 
Maass des von ihnen verkörperten Arbeitswertes. Die gewonnenen
Verhältniszahlen benötigen des Ausdrucks, und dieser ist eine 
immer gleiche Menge Arbeitswert, eine Grösse, die, wir wissen es
bereits, vom Svvtvvaate irgendwann einmal willkürlich gesetzt wurde,
die zu berücksichtigen im ferneren Verlauf unnötig und sogar
unpraktisch wäre. Auch bei reiner Goldwährung mit Prägefreiheit
verschwindet die reale Befriedung, die das Gold verleiht, gegen-
über der zirkulatorischen Befriedigung, die allein das Rad der
Wirtschaft in Bewegung zu setzen vermag. Dass jeder gewonnene
Preis auch seine Bvvevvziehung zum Golde hat, ist eine nebensächli-
che Evvrvvscheinung; tiefster Ivvnvvhalt der Werteinheit ist für uns ja
nicht ein Quantum Gold, eine Beziehungsetzung zu irgendeinem Gut,
sondern der Kern ist die möglicherweise reale, möglicherweise
aber auch nur gedankliche Dvvavvrstellung und Vermittelung von Ar-
beitswerteinheiten, die, immer nur soweit wir uns im inneren Ver-
kehr bewegen, alle vvGvvüter in einer vvLivvnie der vvGlvveichberechtigung
nebeneinander erscheinen lassen. Die Wahrscheinlichkeit eines
ökonomisch wahren Preises - Pvvrvveise sind Verhältniszahlen - wird
grösser, wenn wir ihn auf tausend gleich inhaltliche Dinge be-
ziehen, als wenn wir ihm nur eine Uvvnvvterlage gewähren. Auch ohne
den modernen Begriff des heutigen Geldes müsste es uns möglich
sein, alle Güter auf gleiche Einheiten zu setzen, wenn wir sie

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zerlegen wollten in Einheiten von angewandter Arbeitsenergie.
Wie könnten wir es noch deutlicher werden lassen, dass das Geld
nicht das eigentliche Maass sein kann, sondern nur Ausdrucks-
mittel der auf der Zahl der Arbeitswerteinheuten [sic] basierten Rela-
tionen.Wenn wir sagen, alle Güter sind ein Teil oder Vielfaches
von einem Quantum Edelmetall, so sind wir in unserer Betrachtung
nicht bis zum Kern durchgedrungen.Wir müssen sage, die Güter sind
Teil oder Vielfaches von dem Arbeitsaufwand, den ein Edelmetall-
quantum zur Förderung beanspruchte. Arbeitsenergie ist eine ge-
dankliche Grösse, die uns messbar und vorstellbar erscheint,- 
das sei als historische Notwendigkeit anerkannt - wenn wir sie
auf ein Gutsquantum, auf die vergegenständlichte Arbeit beziehen.
Die Relationen aber, welche die Wirtschaft zusammen schweissten,
die einzelnen Preise, die Additionen der verschiedenen Dienste
sind niemal in ihren Einzelposten Resultat des Vergleichs mit dem
   Edelmetall, sondern Zvvuvvsammenfügen von Arbeitswerteinheiten, die
nicht nur im Golde, sondern in all den vielen näher liegenden
Dingen uns vorstellbar werden. Wenn dann jeder einzelne Preis mit 
dem Goldwerte dennoch übereinstimmt, so ist das nichts verwunder-
liches und nicht, was denen recht geben müsste, die den Vergleich
am Golde verkünden; es ist vielmehr nur eine logische Folge, dass, 
wenn tausend Relationen richtig sind, auch darunter die eine, auf
das Gold bezogene richtig sein muss.
     Bvvivvsher galt unsere Betrachtung immer noch Zuständen
der Goldwährung, die im besonderen geeignet wäre, den Metallismus

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