Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / V




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220 ankämpfen können. U[übertippt vvnvv]**n**ter der Herrschaftvder Goldwährung war
221 die ganze Volkswirtschaft zu intensiver Arbeitsleistung gezwun-
222 gen aus eigenem Streben heruaaus und gezwungen durch die gleich
223 handelnden Nachbarländer. Die Zahl der Beamten, der Angestellten,
224 der freien Berufe, der Rentner, Berufe, die scheinbar alle frei
225 erwählbar sind, wurden in Menge im Verhältnis doch diktiert von
226 der Zahl der gütererstellenden Arbeiter und von der Intensität
227 ihrer Arbeitsleistung. Wir müssen die Berufsgliederung und die
228 Einkommensschichtung, die Art der Gütererzeugung( wie z.B.**r**zeugung ( wie z.B. die
229 Menge der Konsum- und die der Gütererzeugung ) als etwas in jedem
230 Lande durchaus spezifisches in langer Entwicklung entstandenes
231 Verhältnis auffassen, dann können wir Wirkung der Kriegsumlagerung
232 ermessen. Millionen von Produzenten ersten Grades wurden mit
233 einem Schlage ausschliessliche Konsumenten und nicht nur solche
234 von Genussgütern, darüber hinaus auch Kvvovvnsumenten von Heeresbe-
235 darf wie Munition, Uniform usw. Es konnten darum die in der Pro-
236 duktion verbliebenen Kräfte nicht durchwegs in den Dienst der
237 Kvvovvnsumgütererzeugung gestellt werden; vielmehr mussten Werkan-
238 lagen zum Teil in kostspieliger Umstallung dem Heeresbedarfe
239 nutzbar gemacht werden. Dazu kam als weiteres, dass wir vom Aus-
259 sind also Unkostenfaktoren in der Produktion und Opfer für je-
260 den Beruf; in jedem Falle aber Abtretung eines Anspruches auf den
261 Gütervorrat der Nation. Im Kreislauf der Wirtschaftnwurde darge-
262 tan, wie alle Einkommen in Geld oder geldgleicher Form aus der
263 Genussgüterproduktion hervorgehen, wie sie Bestandteile des Preis-
264 ses jener Produkte sind und wiederum die Gesamteinkommen als
265 Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Kvvovvnsum aufheben müssen.
266 Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist dem Realein-
267 kommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der Vorkriegswirt-
268 schaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung getretene
269 Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle Dek-
270 kung und Gegenüber im Gütervorrat des Landes, jeder Marktbetrag,
271 der zur letzten Kvvovvnsumtion ( Beschaffung zum Zwecke der Weiter-
272 veräusserung blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte
273 kaufkräftig wurde, hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu,
274 ja die Güter warteten geradezu auf sein Kommen und auf ihre Ab-
275 nahme. Die im Gelde verkörperte oder die im kaufkräftigen Ein-
276 kommen, auch wenn es abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhen-
277 de Werteinheit bedeutet somit auch etwas durchaus reales, nämlich
278 die Arbeitsleistung angewandt auf ein Nautturgut, die es zum Ent-
279 stehen hat bringen lassen und dann alle die gleichwertigen Güter
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290 die dafür erhältlich sind. Wir sagten ja schon, dass die Ein-
291 kommen mit einander wohl in Beziehung stünden; wenn wir unser
292 Einkommen in Gütern anlegen, so mag uns im Vergleich dieser
293 dafür erlangten Menge mit unserer [schlecht leserlich übertippt Lei]**Lei**stung und im weiteren Ver-
294 gleich mit der Kvvovvnsummöglichkeit anderer Berufe die Verhält-
295 nismässigkeit der Einkommen unter einander wohl deutlich wer-
296 den. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von der
297 wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle,
298 wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen
299 eine bewusste Tarifisierung, es ist das Ergebnis der von gesellsch =erung, es ist das Ergebnis der von gesellsch **-**
300 schaftlichen Momenten beeinflussten Wirtschaftsordnung. Wenn
301 wir aber die be[übertippt z]**z**ogenen Einkommen ihrer Höhe nach aufteilen
302 in Gütermengen mal Preis, so erhalten wir die Zahl eins; d.h. so-
303 viel, als dass jedes Einkommen eine reale Parallele im Güter-
304 vorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das Equivalent seiner
311 und bei reiner Goldwährung endlich gleich dem Arbeitswerte,
312 der der Einheit zubGrunde liegenden Goldmenge. Wo wir auch das
313 Maass anlegen, wir(müssen immer die gleiche Grösse finden.
314      Wir wurden veranlasst zu diese abweichenden Betrachtungg [sic] ,
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324 als wir die St**t**euerpolitik des Staates unter geregelten wirt-
325 schaftlichen Verhältnissen ins Auge fassten und die Bindungen
326 nun bis zur letzten Kvvovvnsequenz verfolgten. Nun haben wir die
327 Kriegsfinanzierung im Auge und sind dabei auf dem Wege, dem
328 Wesen der unstabilen Währung näher zu kommen. Der Staat schuf
329 Kaufkräfte, ohne die vorhandenen seiner Bürger vorhergehend zu
330 schwächen. Das ist der grosse Uvvnvvterschied der vom Staate aus-
331 gegebenen diskontierten Schatzwechsel von dem Kaufmannswechsel,
337 er eine neue Form der Steuererhebung, denn auch dadurch mussten
338 die Anteile der einzelnen geschmälert werden. Es ist in der
339 Wirkung gleichgültig, ob ich freiwillig einem bestimmten Konsum
340 entsage oder ob anders neben mite neben mir nicht durch Vorleistung legi-
341 timierte Einkommen genau so wie die rechtmässigen zu kaufen
342 vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie die einzelnen
343 ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht jedermann im
344 gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates allerdings
345 betrachtet, erweist sich diese F[übertippt o]**o**rm als die denkbar einfachste,
346 denn er sit durch das ad hoc geschaffene Geld auch schom in[übertippt =]ist durch das ad hoc geschaffene Geld auch schom [sic] in**x**
347 Besitze der Steuer. Er muss sie nicht eintreiben, sondern wir
348 müssen sie über uns ergehen lassen. Es sei gesagt, dass wir hier
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359 kritiklos diese Evvnvvtwicklung nur schildern wollen. Während wir in
360 der stabilen Wirthscschaft ein gleichzeitiges und gleichnamiges Ver-
361 längern sowohl der Einkommens- als auch der Gütergrösse erkennen,
362 sodaass wir, wenn wir den Preis als eine Indexzahl nehmen, sagen
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364 %%(math)
365 können: Preis ist gleich \( {Realeinkommen \over Nominaleinkommen} \) also \( {100 \over 10}{20 \over 2}{30 \over 3}{50 \over 5}\) %%
366 und so immer die Preishöhe in gleicher Lage ruhen bleibt erleben
367 wir nun eine sich in entgegengesetzter Rivvivvchtung verändernde Rei-
368 he. Das Einkommen nur in Konsumgütern Verwendung finden, dürfen wir
369 die ungeheuren realen Arbeitswerte der Kriegsindustirrie nicht mit
370 in Ansatz bringen und unsere Gleichung schreitet mit zunehmender
371 Entwicklung etwa so fort: Preis ist gleich %%(math) \( {100 \over -10}{ \over -}{20 \over 2}{ \over -}{30 \over 1}{ \over -}{50 \over 1}{100 \over ....}{1000 \over ....}\) %%
372 Das ist nicht so aufzufassen, als ob nun keinerlei Konsumgüter mehr
379 schematischen Darstellungen weiter nichts gewinnen als eine Er-
380 klärung für die Preissteigerung, die nicht, wie von metallistischer
381 Seite wir hören können, auf dem Mvvivvsstrauen zum Papiergelde beruht
382 und gar auf dem Wege über die schlechtere Valutaabbewertung des
383 Auslandes eben infolge des Mvvivvsstrauens zu unserem Gelde zur Wir-
384 kung gelangte und was dergleichen sinnfällige Täuschungen der
385 Kriegserscheinung mehr sind. Die Preissteigerung hat vielmehr einen
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396 ganz natürlichen Hintergrund und es bedarf keines Mvvivvsstrauens,
397 auch nicht des rein mechanisch quantitativen Einwirkens der Pa-
398 piergeldmenge aus sich selbst heraus auf die Preise, um Erklärun-
399 gen für die Erscheinung zu finden. Wir könnten analog unserer bis-
400 herigen Ausführungen folgendermaassen erklären: Die alten Preise
401 waren der Ausdruck einer in den rechtmässigen Einkommen gegebenen
405 am Markte erscheinen, verkörpern nun in ihrer Mischung von recht-
406 mässigem und unrechtmässigem Einkommen zusammengenommen auch als
407 einzelne Einheit einen geringeren Arbeitswert und darum müssen
408 mehr solche Einheiten für ein Gut gegeben werden, d.**.**h. die Preise
409 müssen steigen. Es werden dadurch wieder alle befriedigt, denn eine
410 Unterschieeidung der kaufkräftigen Werteinheiten nach der Berechti-
411 gung ihrer Entstehung ist nicht möglich als auch nicht statthaft.
412 Weiterhin wesentlich ist noch der Uvvmvvstand, dass die Preissteigerung
413 nicht alle gleichmässig betrifft, sondern abgestuft je nach der
415 etwas in der Reihenfolge Erzeuger, Händler, Agenten, Makler, Arbei-
416 ter, Angestellte, Beamte und schliesslich Rentner, wobei im einzel-
417 nen vvvorvvübergehende Verschiebungen natürlich durchaus möglich sind.
418 Ivvmvv allgemeinen können wir sagen, dass das eben die beweglichsten Ein-
419 kommen sich wiederum am schnellsten den wechselnden Verhältnissen
420 anpassen konnten. Jede Erhöhung des Unternehmenrgewinnes hat die
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431 Tendenz die Löhne zu erhöhen und das fort zu Angestellten und
432 wieder weiter bis alle Berufsgruppen erhöhtes Nominaleinkommen
433 beziogen haben. Es ist wie wenn durch einen Steinwurf die konzen-
434 trischen Ringe auf der Wvvavvsserfläche sich mehr und mehr erweitern.
435 Mit einem Preise hängen alle Preise zusammen und ziehen sich ge-
436 genseitig gleich wie auch die Einkommen nach. Zwar [übertippt h]**h**errschte auf
437 der Angebotsseite immer wieder das Streben nach Preiserhöhung und
438 Anpassung an den jeweiligen gerechtfertigten Stand, auf den der
439 Ausgleich zwischen Einkommen und Gütern gegeben wäre, aber Infla-
440 tionwelle auf Welle lässt den Ruhezustand nie eintreten. Bei einer
441   einmaligen Verrückung und nachheriger automatischer Anpassung
442 hätte die Werteinheit wohl wieder stabil sein können; - ein immer-
443   währendes und sich immer wiederholendes Verändern bedingte den
444 bekannten Zvvuvvstand der dauernden Unstabilität. Allmählich lässt
445 sich Ursache und Wirkung nicht mehr als primär und sekundär schei-
446   den. In der immerwährenden Wechselwirkung zeigt sich die vergeb-
447 liche Jagd nach dem eigenen Schaffen. Die beiden Pole der Wirt-
448 schaft, Einkommen und Preise, vordem durch die Goldwährung gebunden,
449 sind nun völlig frei und streiten sich u[übertippt m]**m** die Priorität. Dass die
450 Politik der Höchstpreise zusammenbrechen musste, ist uns selbstver-
451 ständlich und das ganz besonders, wenn diese nur auf bestimmte
452 Güterarten angewandt werden sollen. Die Erzeuger der Höchstpreis-
466 aber muss sich das fragliche Einkommen auflehnen gegen die übrigen,
467 die ringsherum sich frei entfalten. Es wird gleichartige Arbeit
468 nach verschiedenem Maasse gewertet und gerade das Bestehen und
469 Anwenden des gleichen Maasstabs derart, dass die Erzeuger [übertippt g]leich**g**lei-
470 cher Arbeitswerte gleiches Einkommen beziehen, das ist das Krite-
471 rium der gesunden Wirtschaft.
472      Wenn wir nun, wie vordem bei der stabilen Wirtschaft die
473 gedankliche Division des Nvvovvminaleinkomens in die Gesamtpreishöhe
474 der Konsumgüter vornehmen, so ergibt sich nimmer die Zahl eins.
475 Darüber oder darunter bietet sie den Anreiz zu Preis- oder Ein-
476 kommenserhöhung. Jede Einkommenserhöhung ohne erhöhte Leistung
477 ist als Versuch zu bewerten, Gütermengen, die einem bestimmten Stan-
478 de zufliessen sollen, sich selbst anzueignen. Dieses Bestreben wurde
479 zur dauernden Uebung ohne dass die teils sich dadurch selbst schä-
480 digenden Parteien die tatsächliche Wirkung gewahr wurden. Jede
481 Kalkulation als Preis- und Einkommensgrundlage erfuhr im Laufe des
482 Herstellungsprozessens so vielfache Verschiebungen, dass wir darin
483 auch mit den verschiedensten Wertgrössen rechneten. Der so entstan-
484 dene Preis war ein Mittelpreis einer gewissen Zeitspanne, ebenso
485 die dafür erstatteten Einkommen. Gut und Einkommen gelangen nicht
486 gleichzeitig auf den Markt, zudem stand es von papiernen Gesetzen
487 abgesehen frei, die Güterpreise von der vorhergehenden nominellen
488 Kalkulation zu lösen und darum finden auch die Grössen, die sich
489 negieren sollen, sich als gleichnamig nicht vor.
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500      Die stabile Währung hat aufgehört in jedem Augenblick,
501 wo das Gleichgewicht des ersten Güteraustausches gestört wurde
502 und weiter fortwirkt. Da also, wo Werteinheiten, die auf der Ein-
503 kommensseite wirksam wurden, auf der Güterseite kein Gegenüber
504 hatten und durch damit bedingten, notwendigen Preissteigerungen
505 anderen berechtigten Gläubigern der Wirtschaft ihre Ansprüche
506 schmälerten. Hvvivver wurde das in Preisen und Einkommen angewandte
507 einheitliche Maass, für das die Werteinehheit in Geldform nur das
508 Bewegungsmittel war, weil es eben als Nvvovvminaleinkommen der Pro-
509 duktion auf dem Fvvuvvsse folgte, ausser Kurs gesetzt. Die Werteinheit
510 stand nur als Gedanke zwischen den Preisen und Einkommen und
511 schient wert, weil sie hier und dort auf ein wirkliches reales
512 Gut projeziert werden kann und sich hier und dort auf einen gleich
513 dimensionalen Wert, auf eine Arbeitsleistung oder, was das gleiche
514 ist, auf den verkörperten Arbeitswert stützen kann und zwar, was
516 in der Grösse immer gleichen Wert. Durch neu geschaffenes Einkom-
517 men ist die Werteinheit entthront worden und ihren Wert können
518 wir jetzt im immerwährend Auf und Ab der Gegenseite, im Wechsel
519 von Angebot und Nachfrage uns nicht mehr verdeutlichen;**;**- wir
520 können ihn auf nichts mehr beziehen. Darum können wir auch nicht
521 mehr am Gelde schätzen, können ihm Warencharakter nicht zuerken-
522 nen und ebenso auch nicht die Funktion des Wertmessers.
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535 überhaupt verneinen. Die Güter-**n**einen. Die Güter- und Dienstleistungen in der Wirt-
536 schaft wurden infolge des nie zur Ruhe Kommens dadurch auch
537 immer nur in den verschiedensten Währungen ausgedrückt; d.h. der
538 immer gleich genannten Werteinehit wu[übertippt r]heit wu**r**de stets ein anderer
539 ökonomischer Inhalt imputiert. Die Mark von gestern war etwas
540 grundsätzlich anderes wie die von heute und jeder dazwischen
541 liegenden Stunde. Was unserer Währung fehlte, um als solche an-
542 gesp**p**rochen zu werden, war das Fehlen des rekurrenten Anschlusses
543 an die Währung von gestern zur Umrechnung auf die neue und auf
544 die einheitliche Einheit. Bei einer aus freien Stücken gewähl-
545 ten Währungsänderung muss das Preisnive--n--au sich ebenfalls um-
546 stellen, aber diese Uvvmvvrechnung erfolgt in einem Zuge, und es be-
547 stehen dann die gleichen Relationen auf anderer Grundlage doch
548 genau wie vordem. Bei unserer immerwährenden, nie zur Ruhe ge-
549 langenden Umrechnung waren Deklassierung, Krisen und Klassen-
550 käm[übertippt p]**p**fe die notwendigen Folgen. Wenn die Inflation sich darin
551 erschöpft hätte wirtschaftlich ungerechtfertigte, nicht durch
552 Vorleistung erworbene Kaufkraft erzeugt zu haben, so wäre diese
553 Wirkung allein, wenn sie jedermann gleichmässig und unentrinn-
554 bar getroffen hätte, eine notwendige Ervvrvvscheinung gewesen. Die
555 schlimmste Wirkung aber brachte sie uns in der __Verschiebung__
556 der Einkommen.
557      Dass auch der Stand der Valuta in diesem Zvvuvvsammenhange
570 nung zu tun und die Valuta lässt nur das Chaos der Wirtschaft
571 in besonders grellem Lichte erscheinen. Ebenso wenig dürfen wir
572 glauben, fehlende Werte vom Ausland gestellt zu erhalten. Die ganze
573 Wirkung muss sich im vvLavvnde selbst kundtun. In erster vvLvvinie umge.= [sic]
574 waälzt [sic] wurde alles, was mit einer Forderung oder Schuld in irgend-
575 einer Form zusammen [übertippt h]**h**ing. Was das Einkommen anlangt, so sagten wir
576 davon bei der stabiellen Währung, dass wir mit ihm gleichzeitig im
577 Besitze des Equivalentes hiezu sind und eine Auswahl gleicher
578 Werte auf dem Markte uns zur Verfügung steht. Bei der gestörten
579 Wirtschaft ist das Evvivvnkommen schon einmal in der Spanne, in der
580 es dem einzelnen zur Verfügung gelangt, nur mehr oder weniger
581 dasjenige einer Währung niedrigeren und verschiedensten Wertes;
582 nämlich eines solchen, d**d**er auf dem Gütermarkte bereits in der Ver-
583 gangenheit in Anwendung gebracht wurde. Dagegen könnte es mögli-
584 cherweise auch ein Einkommen sein mit einer Wertmaass-Zugrunde-
585 legung, die auf dem Gütermarkte erst späterhin Regel wird; - auf
591 mengen setzt, als er an Werten der Wirtschaft beigesteuert hat oder
592 bei Vorauszahlung nach leisten wird. Die meisten wirtschaftlichen
593 Fragen waren nicht mehr solche der Ueberlegung und die einer
594 Kalkulation, sondern Machfragen der Berufsorganisationen .
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605 Betrachten wir auf der anderen Seite die Händler auf dem
606 Ma[übertippt r]kt[übertippt e]**r**kt**e**. Befolgten sie wirklich die Gesetze der Behörden betreff
607 Preisfixierung, dann gäben sie gegen die Werteinheiten in Geldform
608 in ih[übertippt r]**r**en Waren kein Equivalent gleichen Wertes hin, sondern ein
609 Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust bedeutet wieder Gewinn
610 für den Konsumenten. Ebenso stand es mit der Stundung von Schulden
611 im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den Verhältnissen Rechnung
612 tragenden und sie erkennenden Einstellung konnten auch hier wie-
613 derum private Gewinne oder Verluste eine Folgeerscheinung der
614 Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der einen Seite im Export
615 Valutagewinne erzielen, die im Innenhandeln möglicherweise vergrös-
616 sert, möglicherweise aber auch vielleichthgar aufgezehrt werden
617 konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten, besonders die
618 freien Berufe, wie Künstler, Schriftsteller usw. fast völlig ein-
619 kommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung ncicht [sic] mehr das
620 Equi[übertippt v]**v**alent der Qualität der Arbeit bedeutet, dass ungelernte Ar-
621 beit nahezu gleich gesetzt wurde mit individuellster, künstleri-
622 scher Handarbeit. Mit der Verschiebung**g** der Einkommen ging auch die
623 Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten
624 sich breit, ein Heer von Zwischenhändlern, Agenten und Kommissionä-
625 ren, die ihr Einkommen lediglich in der Ausnützung von Preisspan-
626 nungen bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate
627 die Schaffung bisher unbekannter Aemter; .- es war im ganzen ein
628 Abwandern von der unmittelbar produktiven Tätigkeit.
629      Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
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641 hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche
642 Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den Weltmarkt-
643 plätzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als
644 wir erzeugten, Gewinn bedeutet für die Kvvovvnsumenten und Verlsuust
645 sein muss für die Besitzer der Kapitalgüter, mit denen der Aus-
646 gleich hat bewerkstelligt werden müssen.
647      Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln spreng-
653 der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschüttelt
654 und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
655      Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer
656 so viel und weit verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft
657 wissen wir. Im vvLavvnde mit realem vvAuvvstausch liegen vvPrvvoduktion und
658 Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass
659 wir den Versuch machen könnten, Ovvpvvfer von uns auf andere abzuwäl-
660 zen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir
661 dürfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungs-
662 form der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben
663 und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig
664 möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden Entwicklung.
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