21 |
Wirtschaften, wenn wir von der Art und Weise der Bedarfsbefriedi-
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25 |
Wirtschaften, wenn wir von der Art und Weise der Bedarfsbefriedi-
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22 |
gung absehen, nur als der Ablauf eines sich immerfort wiederholen-
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26 |
gung absehen, nur als der Ablauf eines sich immerfort wiederholen-
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23 |
den Naturgesetzes. Eine unstabile Währung kann nicht existieren,
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den Naturgesetzes. Eine unstabile Währung kann nicht existieren,
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24 |
wo nur ein Verzehren des selbst Erarbeiteten stattfindet und an-
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wo nur ein Verzehren des selbst Erarbeiteten stattfindet und an-
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25 |
deres ist uns dort nicht erreichbar. Mit der modernen Entwicklung,
|
29 |
deres ist uns dort nicht erreichbar. Mit der modernen Entwicklung,
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26 |
ganz besonders der der Arbeitsteilung, müssen wir unsere Produkte
|
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ganz besonders der der Arbeitsteilung, müssen wir unsere Produkte
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41 |
Verbauch, sind nun weit auseinander gerissen und doch sollen,
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45 |
Verbauch, sind nun weit auseinander gerissen und doch sollen,
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42 |
wie im allerprimitivsten Verhältnis beide in Parallelität ge-
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wie im allerprimitivsten Verhältnis beide in Parallelität ge-
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43 |
bracht werden, sollen durch das Dazwischntreten [sic] des Marktes, des
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bracht werden, sollen durch das Dazwischntreten [sic] des Marktes, des
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51 |
zeugung zu Verbrauch durchmisst, anderen gleich inhaltlichen For-
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zeugung zu Verbrauch durchmisst, anderen gleich inhaltlichen For-
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52 |
men als eine selbständige, den Werten nach sich selbst genügende
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men als eine selbständige, den Werten nach sich selbst genügende
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53 |
und gleichwertige Grösse entgegen. Damit ist nicht ausgedrückt,
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und gleichwertige Grösse entgegen. Damit ist nicht ausgedrückt,
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54 |
dass innerhalb der Gemeinschaft der gerechte Güteraustausch und
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dass innerhalb der Gemeinschaft der gerechte Güteraustausch und
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55 |
Einkommensbezug auf Grund des wirklich realen Inhalts jeder
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Einkommensbezug auf Grund des wirklich realen Inhalts jeder
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60 |
Art der Verteilung jeweils ungleiches zu gleichem werden. Denken
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64 |
Art der Verteilung jeweils ungleiches zu gleichem werden. Denken
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61 |
wir beispielsweise an einen selbständigen Haushalt mit Sklaven-
|
65 |
wir beispielsweise an einen selbständigen Haushalt mit Sklaven-
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62 |
arbeit. Deren Wahren Equivalent wäre meist die ganze Erzeugung;
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arbeit. Deren Wahren Equivalent wäre meist die ganze Erzeugung;
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63 |
statt dessen erhalten die Sklaven das physische Existenzminimum
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statt dessen erhalten die Sklaven das physische Existenzminimum
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64 |
und der Rest ist arbeitsloses Herreneinkommen. Wer aber wird
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68 |
und der Rest ist arbeitsloses Herreneinkommen. Wer aber wird
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65 |
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69 |
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132 |
fizient zwischen verschiedenen gewählten Wertmessgrössen;. Das Schwan-
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fizient zwischen verschiedenen gewählten Wertmessgrössen;. Das Schwan-
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133 |
ken der Valuta sagt uns auch nichts näheres über die Art der Stö-
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ken der Valuta sagt uns auch nichts näheres über die Art der Stö-
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134 |
rung, die wir im inneren Wirtschaftsleben aufdecken müssen und
|
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rung, die wir im inneren Wirtschaftsleben aufdecken müssen und
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135 |
nicht dort, wo sie wohl sinnfällig, aber erst in sekundärer Folge
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138 |
nicht dort, wo sie wohl sinnfällig, aber erst in sekundärer Folge
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136 |
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139 |
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164 |
möglich mehr zu verzehren, als wir erzeugen, aber das Ausland wird
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167 |
möglich mehr zu verzehren, als wir erzeugen, aber das Ausland wird
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165 |
uns nicht aus Menschenfreundlichkeit Geschenke darbringen. Für
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168 |
uns nicht aus Menschenfreundlichkeit Geschenke darbringen. Für
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166 |
den Wert unsere Einfuhr, einer Additionsgrösse aus den stati-
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den Wert unsere Einfuhr, einer Additionsgrösse aus den stati-
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168 |
reicht, Gleichnamiges hin. Den fehlenden Wert darüber hinaus, den
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171 |
reicht, Gleichnamiges hin. Den fehlenden Wert darüber hinaus, den
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169 |
wir mit Kapitalgütern zu decken haben, berechnen wir nicht nach
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172 |
wir mit Kapitalgütern zu decken haben, berechnen wir nicht nach
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170 |
dem statischen Preis der Produktivmittel, sondern nach dem durch
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173 |
dem statischen Preis der Produktivmittel, sondern nach dem durch
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171 |
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174 |
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186 |
ernden Einkommensverlust unserer Wirtschaft. Wir sehen also,
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189 |
ernden Einkommensverlust unserer Wirtschaft. Wir sehen also,
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187 |
dass das, was wir unter unstabiler Währung verstehen, wohl nach
|
190 |
dass das, was wir unter unstabiler Währung verstehen, wohl nach
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188 |
aussen sichtbar wird, aber nicht nach aussen wirken kann. Wir se-
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191 |
aussen sichtbar wird, aber nicht nach aussen wirken kann. Wir se-
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220 |
handelnden Nachbarländer. Die Zahl der Beamten, der Angestellten,
|
223 |
handelnden Nachbarländer. Die Zahl der Beamten, der Angestellten,
|
221 |
der freien Berufe, der Rentner, Berufe, die scheinbar alle frei
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224 |
der freien Berufe, der Rentner, Berufe, die scheinbar alle frei
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222 |
erwählbar sind, wurden in Menge im Verhältnis doch diktiert von
|
225 |
erwählbar sind, wurden in Menge im Verhältnis doch diktiert von
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223 |
der Zahl der gütererstellenden Arbeiter und von der Intensität
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226 |
der Zahl der gütererstellenden Arbeiter und von der Intensität
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224 |
ihrer Arbeitsleistung. Wir müssen die Berufsgliederung und die
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227 |
ihrer Arbeitsleistung. Wir müssen die Berufsgliederung und die
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228 |
ermessen. Millionen von Produzenten ersten Grades wurden mit
|
232 |
ermessen. Millionen von Produzenten ersten Grades wurden mit
|
229 |
einem Schlage ausschliessliche Konsumenten und nicht nur solche
|
233 |
einem Schlage ausschliessliche Konsumenten und nicht nur solche
|
230 |
von Genussgütern, darüber hinaus auch Kvvovvnsumenten von Heeresbe-
|
234 |
von Genussgütern, darüber hinaus auch Kvvovvnsumenten von Heeresbe-
|
231 |
darf wie Munition, Uniform usw. Es konnten darum die in der Pro-
|
235 |
darf wie Munition, Uniform usw. Es konnten darum die in der Pro-
|
260 |
ses jener Produkte sind und wiederum die Gesamteinkommen als
|
264 |
ses jener Produkte sind und wiederum die Gesamteinkommen als
|
261 |
Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Kvvovvnsum aufheben müssen.
|
265 |
Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Kvvovvnsum aufheben müssen.
|
262 |
Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist dem Realein-
|
266 |
Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist dem Realein-
|
263 |
kommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der Vorkriegswirt-
|
267 |
kommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der Vorkriegswirt-
|
264 |
schaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung getretene
|
268 |
schaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung getretene
|
265 |
Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle Dek-
|
269 |
Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle Dek-
|
268 |
veräusserung blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte
|
272 |
veräusserung blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte
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269 |
kaufkräftig wurde, hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu,
|
273 |
kaufkräftig wurde, hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu,
|
270 |
ja die Güter warteten geradezu auf sein Kommen und auf ihre Ab-
|
274 |
ja die Güter warteten geradezu auf sein Kommen und auf ihre Ab-
|
271 |
nahme. Die im Gelde verkörperte oder die im kaufkräftigen Ein-
|
275 |
nahme. Die im Gelde verkörperte oder die im kaufkräftigen Ein-
|
272 |
kommen, auch wenn es abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhen-
|
276 |
kommen, auch wenn es abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhen-
|
273 |
de Werteinheit bedeutet somit auch etwas durchaus reales, nämlich
|
277 |
de Werteinheit bedeutet somit auch etwas durchaus reales, nämlich
|
290 |
gleich mit der Kvvovvnsummöglichkeit anderer Berufe die Verhält-
|
294 |
gleich mit der Kvvovvnsummöglichkeit anderer Berufe die Verhält-
|
291 |
nismässigkeit der Einkommen unter einander wohl deutlich wer-
|
295 |
nismässigkeit der Einkommen unter einander wohl deutlich wer-
|
292 |
den. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von der
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296 |
den. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von der
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293 |
wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle,
|
297 |
wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle,
|
294 |
wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen
|
298 |
wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen
|
298 |
in Gütermengen mal Preis, so erhalten wir die Zahl eins; d.h. so-
|
302 |
in Gütermengen mal Preis, so erhalten wir die Zahl eins; d.h. so-
|
299 |
viel, als dass jedes Einkommen eine reale Parallele im Güter-
|
303 |
viel, als dass jedes Einkommen eine reale Parallele im Güter-
|
300 |
vorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das Equivalent seiner
|
304 |
vorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das Equivalent seiner
|
336 |
timierte Einkommen genau so wie die rechtmässigen zu kaufen
|
341 |
timierte Einkommen genau so wie die rechtmässigen zu kaufen
|
337 |
vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie die einzelnen
|
342 |
vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie die einzelnen
|
338 |
ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht jedermann im
|
343 |
ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht jedermann im
|
339 |
gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates allerdings
|
344 |
gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates allerdings
|
354 |
kritiklos diese Evvnvvtwicklung nur schidern wollen. Während wir in
|
359 |
kritiklos diese Evvnvvtwicklung nur schildern wollen. Während wir in
|
355 |
der stabilen Wirthscaft ein gleichzeitiges und gleichnamiges Ver-
|
360 |
der stabilen Wirtschaft ein gleichzeitiges und gleichnamiges Ver-
|
356 |
längern sowohl der Einkommens-als auch der Gütergrösse erkennen,
|
361 |
längern sowohl der Einkommens- als auch der Gütergrösse erkennen,
|
357 |
sodaass wir, wenn wir den Preis als eine Indexzahl nehmen, sagen
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362 |
sodass wir, wenn wir den Preis als eine Indexzahl nehmen, sagen
|
367 |
Das ist nicht so aufzufassen, als ob nun keinerlei Konsumgüter mehr
|
372 |
Das ist nicht so aufzufassen, als ob nun keinerlei Konsumgüter mehr
|
368 |
erzeugt worden wären und diese schliesslich bis auf 0 anlangten;
|
373 |
erzeugt worden wären und diese schliesslich bis auf 0 anlangten;
|
369 |
es soll damit vielmehr nur ausgedrückt sein, dass die Nominalein-
|
374 |
es soll damit vielmehr nur ausgedrückt sein, dass die Nominalein-
|
370 |
kommen stetig anschwollen, während die Gütermenge ständig die Ten-
|
375 |
kommen stetig anschwollen, während die Gütermenge ständig die Ten-
|
371 |
denz zur Verringerung aufwies. Periodisch gesehen, war es vielleicht
|
376 |
denz zur Verringerung aufwies. Periodisch gesehen, war es vielleicht
|
373 |
immerwährender Vergrösserung des Zählers. Wir wollen ja aus diesen
|
378 |
immerwährender Vergrösserung des Zählers. Wir wollen ja aus diesen
|
374 |
schematischen Darstellungen weiter nichts gewinnen als eine Er-
|
379 |
schematischen Darstellungen weiter nichts gewinnen als eine Er-
|
375 |
klärung für die Preissteigerung, die nicht, wie von metallistischer
|
380 |
klärung für die Preissteigerung, die nicht, wie von metallistischer
|
376 |
Seite wir hören können, auf dem Mvvivvsstrauen zum Papiergelde beruht
|
381 |
Seite wir hören können, auf dem Mvvivvsstrauen zum Papiergelde beruht
|
389 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s143.png
|
394 |
- 143 -
|
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395 |
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396 |
ganz natürlichen Hintergrund und es bedarf keines Mvvivvsstrauens,
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397 |
auch nicht des rein mechanisch quantitativen Einwirkens der Pa-
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398 |
piergeldmenge aus sich selbst heraus auf die Preise, um Erklärun-
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399 |
gen für die Erscheinung zu finden. Wir könnten analog unserer bis-
|
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400 |
herigen Ausführungen folgendermaassen erklären: Die alten Preise
|
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401 |
waren der Ausdruck einer in den rechtmässigen Einkommen gegebenen
|
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402 |
Arbeitsleistung, nunmehr treten Einkommen ohne solche Arbeitsleis-
|
|
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403 |
tung hinzu, und der schliessliche Erfolg muss der sein, dass die
|
|
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404 |
Preise nominell steigen, denn die Werteinheiten, die güterheischend
|
|
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405 |
am Markte erscheinen, verkörpern nun in ihrer Mischung von recht-
|
|
|
406 |
mässigem und unrechtmässigem Einkommen zusammengenommen auch als
|
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|
407 |
einzelne Einheit einen geringeren Arbeitswert und darum müssen
|
|
|
408 |
mehr solche Einheiten für ein Gut gegeben werden, d**.**h. die Preise
|
|
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409 |
müssen steigen. Es werden dadurch wieder alle befriedigt, denn eine
|
|
|
410 |
Unterscheidung der kaufkräftigen Werteinheiten nach der Berechti-
|
|
|
411 |
gung ihrer Entstehung ist nicht möglich als auch nicht statthaft.
|
|
|
412 |
Weiterhin wesentlich ist noch der Uvvmvvstand, dass die Preissteigerung
|
|
|
413 |
nicht alle gleichmässig betrifft, sondern abgestuft je nach der
|
|
|
414 |
Entfernung des Berufes vom Güterbesitz und der Güterproduktion,
|
|
|
415 |
etwas in der Reihenfolge Erzeuger, Händler, Agenten, Makler, Arbei-
|
|
|
416 |
ter, Angestellte, Beamte und schliesslich Rentner, wobei im einzel-
|
|
|
417 |
nen vvvorvvübergehende Verschiebungen natürlich durchaus möglich sind.
|
|
|
418 |
Ivvmvv allgemeinen können wir sagen, dass eben die beweglichsten Ein-
|
|
|
419 |
kommen sich wiederum am schnellsten den wechselnden Verhältnissen
|
|
|
420 |
anpassen konnten. Jede Erhöhung des Unternehmergewinnes hat die
|
|
|
421 |
|
|
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422 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s143.png?center&418
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396 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s144.png
|
429 |
- 144 -
|
|
|
430 |
|
|
|
431 |
Tendenz die Löhne zu erhöhen und das fort zu Angestellten und
|
|
|
432 |
wieder weiter bis alle Berufsgruppen erhöhtes Nominaleinkommen
|
|
|
433 |
bezogen haben. Es ist wie wenn durch einen Steinwurf die konzen-
|
|
|
434 |
trischen Ringe auf der Wvvavvsserfläche sich mehr und mehr erweitern.
|
|
|
435 |
Mit einem Preise hängen alle Preise zusammen und ziehen sich ge-
|
|
|
436 |
genseitig gleich wie auch die Einkommen nach. Zwar **h**errschte auf
|
|
|
437 |
der Angebotsseite immer wieder das Streben nach Preiserhöhung und
|
|
|
438 |
Anpassung an den jeweiligen gerechtfertigten Stand, auf den der
|
|
|
439 |
Ausgleich zwischen Einkommen und Gütern gegeben wäre, aber Infla-
|
|
|
440 |
tionwelle auf Welle lässt den Ruhezustand nie eintreten. Bei einer
|
|
|
441 |
einmaligen Verrückung und nachheriger automatischer Anpassung
|
|
|
442 |
hätte die Werteinheit wohl wieder stabil sein können; - ein immer-
|
|
|
443 |
währendes und sich immer wiederholendes Verändern bedingte den
|
|
|
444 |
bekannten Zvvuvvstand der dauernden Unstabilität. Allmählich lässt
|
|
|
445 |
sich Ursache und Wirkung nicht mehr als primär und sekundär schei-
|
|
|
446 |
den. In der immerwährenden Wechselwirkung zeigt sich die vergeb-
|
|
|
447 |
liche Jagd nach dem eigenen Schaffen. Die beiden Pole der Wirt-
|
|
|
448 |
schaft, Einkommen und Preise, vordem durch die Goldwährung gebunden,
|
|
|
449 |
sind nun völlig frei und streiten sich u**m** die Priorität. Dass die
|
|
|
450 |
Politik der Höchstpreise zusammenbrechen musste, ist uns selbstver-
|
|
|
451 |
ständlich und das ganz besonders, wenn diese nur auf bestimmte
|
|
|
452 |
Güterarten angewandt werden sollen. Die Erzeuger der Höchstpreis-
|
|
|
453 |
g[übertippt ebühr] güter erhalten ihr Einkommen ja in Preisen ihres Produktes
|
|
|
454 |
abzüglich ihrer Unkosten. Da kann es praktisch vorkommen, dass die
|
|
|
455 |
Unkosten über den Produktpreis zu stehen kommen; in jedem Falle
|
|
|
456 |
|
|
|
457 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s144.png?center&418
|
403 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s145.png
|
464 |
- 145 -
|
|
|
465 |
|
|
|
466 |
aber muss sich das fragliche Einkommen auflehnen gegen die übrigen,
|
|
|
467 |
die ringsherum sich frei entfalten. Es wird gleichartige Arbeit
|
|
|
468 |
nach verschiedenem Maasse gewertet und gerade das Bestehen und
|
|
|
469 |
Anwenden des gleichen Maasstabs derart, dass die Erzeuger **g**lei-
|
|
|
470 |
cher Arbeitswerte gleiches Einkommen beziehen, das ist das Krite-
|
|
|
471 |
rium der gesunden Wirtschaft.
|
|
|
472 |
Wenn wir nun, wie vordem bei der stabilen Wirtschaft die
|
|
|
473 |
gedankliche Division des Nvvovvminaleinkomens in die Gesamtpreishöhe
|
|
|
474 |
der Konsumgüter vornehmen, so ergibt sich nimmer die Zahl eins.
|
|
|
475 |
Darüber oder darunter bietet sie den Anreiz zu Preis- oder Ein-
|
|
|
476 |
kommenserhöhung. Jede Einkommenserhöhung ohne erhöhte Leistung
|
|
|
477 |
ist als Versuch zu bewerten, Gütermengen, die einem bestimmten Stan-
|
|
|
478 |
de zufliessen sollen, sich selbst anzueignen. Dieses Bestreben wurde
|
|
|
479 |
zur dauernden Uebung ohne dass die teils sich dadurch selbst schä-
|
|
|
480 |
digenden Parteien die tatsächliche Wirkung gewahr wurden. Jede
|
|
|
481 |
Kalkulation als Preis- und Einkommensgrundlage erfuhr im Laufe des
|
|
|
482 |
Herstellungsprozesses so vielfache Verschiebungen, dass wir darin
|
|
|
483 |
auch mit den verschiedensten Wertgrössen rechneten. Der so entstan-
|
|
|
484 |
dene Preis war ein Mittelpreis einer gewissen Zeitspanne, ebenso
|
|
|
485 |
die dafür erstatteten Einkommen. Gut und Einkommen gelangen nicht
|
|
|
486 |
gleichzeitig auf den Markt, zudem stand es von papiernen Gesetzen
|
|
|
487 |
abgesehen frei, die Güterpreise von der vorhergehenden nominellen
|
|
|
488 |
Kalkulation zu lösen und darum finden auch die Grössen, die sich
|
|
|
489 |
negieren sollen, sich als gleichnamig nicht vor.
|
|
|
490 |
|
|
|
491 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s145.png?center&418
|
410 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s146.png
|
498 |
- 146 -
|
|
|
499 |
|
|
|
500 |
Die stabile Währung hat aufgehört in jedem Augenblick,
|
|
|
501 |
wo das Gleichgewicht des ersten Güteraustausches gestört wurde
|
|
|
502 |
und weiter fortwirkt. Da also, wo Werteinheiten, die auf der Ein-
|
|
|
503 |
kommenseite wirksam wurden, auf der Güterseite kein Gegenüber
|
|
|
504 |
hatten und durch damit bedingten, notwendigen Preissteigerungen
|
|
|
505 |
anderen berechtigten Gläubigern der Wirtschaft ihre Ansprüche
|
|
|
506 |
schmälerten. Hvvivver wurde das in Preisen und Einkommen angewandte
|
|
|
507 |
einheitliche Maass, für das die Werteinheit in Geldform nur das
|
|
|
508 |
Bewegungsmittel war, weil es eben als Nvvovvminaleinkommen der Pro-
|
|
|
509 |
duktion auf dem Fvvuvvsse folgte, ausser Kurs gesetzt. Die Werteinheit
|
|
|
510 |
stand nur als Gedanke zwischen den Preisen und Einkommen und
|
|
|
511 |
schien wert, weil sie hier und dort auf ein wirkliches reales
|
|
|
512 |
Gut projeziert werden kann und sich hier und dort auf einen gleich
|
|
|
513 |
dimensionalen Wert, auf eine Arbeitsleistung oder, was das gleiche
|
|
|
514 |
ist, auf den verkörperten Arbeitswert stützen kann und zwar, was
|
|
|
515 |
wesentlich ist, in jedem Falle und nach jeder Seite auf einen
|
|
|
516 |
in der Grösse immer gleichen Wert. Durch neu geschaffenes Einkom-
|
|
|
517 |
men ist die Werteinheit entthront worden und ihren Wert können
|
|
|
518 |
wir jetzt im immerwährend Auf und Ab der Gegenseite, im Wechsel
|
|
|
519 |
von Angebot und Nachfrage uns nicht mehr verdeutlichen**;**- wir
|
|
|
520 |
können ihn auf nichts mehr beziehen. Darum können wir auch nicht
|
|
|
521 |
mehr am Gelde schätzen, können ihm Warencharakter nicht zuerken-
|
|
|
522 |
nen und ebenso auch nicht die Funktion des Wertmessers.
|
|
|
523 |
Wenn wir unter Währung einen Masswert uns vorstellen, so
|
|
|
524 |
können wir bei unstabiler Wirtschaft das Bestehen einer Währung
|
|
|
525 |
|
|
|
526 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s146.png?center&418
|
417 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s147.png
|
533 |
- 147 -
|
|
|
534 |
|
|
|
535 |
überhaupt ver**n**einen. Die Güter- und Dienstleistungen in der Wirt-
|
|
|
536 |
schaft wurden infolge des nie zur Ruhe Kommens dadurch auch
|
|
|
537 |
immer nur in den verschiedensten Währungen ausgedrückt; d.h. der
|
|
|
538 |
immer gleich genannten Werteinheit wu**r**de stets ein anderer
|
|
|
539 |
ökonomischer Inhalt imputiert. Die Mark von gestern war etwas
|
|
|
540 |
grundsätzlich anderes wie die von heute und jeder dazwischen
|
|
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541 |
liegenden Stunde. Was unserer Währung fehlte, um als solche an-
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542 |
ges**p**rochen zu werden, war das Fehlen des rekurrenten Anschlusses
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an die Währung von gestern zur Umrechnung auf die neue und auf
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die einheitliche Einheit. Bei einer aus freien Stücken gewähl-
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545 |
ten Währungsänderung muss das Preisnive--n--au sich ebenfalls um-
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stellen, aber diese Uvvmvvrechnung erfolgt in einem Zuge, und es be-
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stehen dann die gleichen Relationen auf anderer Grundlage doch
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genau wie vordem. Bei unserer immerwährenden, nie zur Ruhe ge-
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langenden Umrechnung waren Deklassierung, Krisen und Klassen-
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käm**p**fe die notwendigen Folgen. Wenn die Inflation sich darin
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erschöpft hätte wirtschaftlich ungerechtfertigte, nicht durch
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Vorleistung erworbene Kaufkraft erzeugt zu haben, so wäre diese
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Wirkung allein, wenn sie jedermann gleichmässig und unentrinn-
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bar getroffen hätte, eine notwendige Evvrvvscheinung gewesen. Die
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schlimmste Wirkung aber brachte sie uns in der __Verschiebung__
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der Einkommen.
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Dass auch der Stand der Valuta in diesem Zvvuvvsammenhange
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nichts wesentliches bedeutet, ist uns wohl klar geworden. Wir
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haben es hier mit einer durchaus innerwirtschaftlichen Erschei-
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s147.png?center&418
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s148.png
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568 |
- 148 -
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nung zu tun und die Valuta lässt nur das Chaos der Wirtschaft
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in besonders grellem Lichte erscheinen. Ebenso wenig dürfen wir
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glauben, fehlende Werte vom Ausland gestellt zu erhalten. Die ganze
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Wirkung muss sich im vvLavvnde selbst kundtun. In erster vvLvvinie umge.= [sic]
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waälzt [sic] wurde alles, was mit einer Forderung oder Schuld in irgend-
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einer Form zusammen **h**ing. Was das Einkommen anlangt, so sagten wir
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davon bei der stabilen Währung, dass wir mit ihm gleichzeitig im
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Besitze des Equivalents hiezu sind und eine Auswahl gleicher
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Werte auf dem Markte uns zur Verfügung steht. Bei der gestörten
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Wirtschaft ist das Evvivvnkommen schon einmal in der Spanne, in der
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es dem einzelnen zur Verfügung gelangt, nur mehr oder weniger
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dasjenige einer Währung niedrigeren und verschiedensten Wertes;
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nämlich eines solchen, **d**er auf dem Gütermarkte bereits in der Ver-
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gangenheit in Anwendung gebracht wurde. Dagegen könnte es mögli-
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cherweise auch ein Einkommen sein mit einer Wertmaass-Zugrunde-
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legung, die auf dem Gütermarkte erst späterhin Regel wird; - auf
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der einen Seite also ein Einkommen, das nicht annähernd das Equi-
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valent der Arbeitsleistung und - das ist wesentlich - auch nicht
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das des Einkommens am Tage der Leistung und auch nicht an dem
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des Bezuges darstellt, auf der anderen Seite wieder ein solches,
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das sofort ausgegeben, den Käufer in den Besitz grösserer Güter-
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mengen setzt, als er an Werten der Wirtschaft beigesteuert hat oder
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bei Vorauszahlung nach leisten wird. Die meisten wirtschaftlichen
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Fragen waren nicht mehr solche der Ueberlegung und die einer
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Kalkulation, sondern Machfragen der Berufsorganisationen.
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s148.png?center&418
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s149.png
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603 |
- 149 -
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Betrachten wir auf der anderen Seite die Händler auf dem
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Ma**r**kt**e**. Befolgten sie wirklich die Gesetze der Behörden betreff
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Preisfixierung, dann gäben sie gegen die Werteinheiten in Geldform
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in ih**r**en Waren kein Equivalent gleichen Wertes hin, sondern ein
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Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust bedeutet wieder Gewinn
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für den Konsumenten. Ebenso stand es mit der Stundung von Schulden
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im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den Verhältnissen Rechnung
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612 |
tragenden und sie erkennenden Einstellung konnten auch hier wie-
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613 |
derum private Gewinne oder Verluste eine Folgeerscheinung der
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Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der einen Seite im Export
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Valutagewinne erzielen, die im Innenhandel möglicherweise vergrös-
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616 |
sert, möglicherweise aber auch vielleichthgar aufgezehrt werden
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konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten, besonders die
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freien Berufe, wie Künstler, Schriftsteller usw. fast völlig ein-
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619 |
kommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung ncicht [sic] mehr das
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620 |
Equi**v**alent der Qualität der Arbeit bedeutet, dass ungelernte Ar-
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621 |
beit nahezu gleich gesetzt wurde mit individuellster, künstleri-
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622 |
scher Handarbeit. Mit der Verschiebun**g** der Einkommen ging auch die
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623 |
Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten
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sich breit, ein Heer von Zwischenhändlern, Agenten und Kommissionä-
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625 |
ren, die ihr Einkommen lediglich in der Ausnützung von Preisspan-
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626 |
nungen bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate
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die Schaffung bisher unbekannter Aemter; - es war im ganzen ein
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Abwandern von der unmittelbar produktiven Tätigkeit.
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Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s149.png?center&418
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s150.png
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- 150 -
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der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen à la
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hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche
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642 |
Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den Weltmarkt-
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643 |
plätzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als
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644 |
wir erzeugten, Gewinn bedeutet für die Kvvovvnsumenten und Verlust
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645 |
sein muss für die Besitzer der Kapitalgüter, mit denen der Aus-
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646 |
gleich hat bewerkstelligt werden müssen.
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647 |
Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln spreng-
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648 |
te, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb,
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649 |
weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches
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Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwi-
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schen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in lenger Entwicklung
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gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur
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der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschüttelt
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654 |
und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
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655 |
Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer
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so viel und weit verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft
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wissen wir. Im vvLavvnde mit realem vvAuvvstausch liegen vvPrvvoduktion und
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658 |
Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass
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wir den Versuch machen könnten, Ovvpvvfer von uns auf andere abzuwäl-
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660 |
zen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir
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dürfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungs-
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662 |
form der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben
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und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig
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möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden Entwicklung.
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665 |
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s150.png?center&418
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s151.png
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- 151 -
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675 |
Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig
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bringen mussten, nicht gleich als solche für den einzelnen ver-
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spürten und nicht verspüren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit
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belassen wurde, sie auf andere abzuwälzen, ohne dass die Volks-
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wirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die
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Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht
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die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Ent-
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scheidende und Schädigende der Inflation und beides ist kein
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Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends.
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684 |
Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Stö-
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rung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Infla-
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686 |
tion, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
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die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen Güter
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und notwendig bedingt durch ständig neu geschaffene Einkommens-
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wellen, die jegliches vvAuvvsgleichsbestreben von neuem überfluteten
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und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass
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Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil
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es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand
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erzeugten Gütern verloren hatte.
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Das Charakteristikum der stabilen Währung ist Paralleli-
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tät in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschafts-
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pole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in
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nur jeweils anderer Zusammenfügung; das restlose Aufgehen der Wer-
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te beim Gütertausch. Das Merkmal der unstabilen Währung bedeutet
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das vvBrvvechen dieser Grundsätze und damit das Zerstören des doppelt
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gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s151.png?center&418
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/V/wesenundinhaltderwerteinheit_s152.png
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Währung Raum hat, ist die wirtschaftliche Not; die Inflation war
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gewissermassen nur ein mit Notwendigkeit ausbrechendes Mittel,
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sie uns fühlbar werden zu lassen, und sie hatte im Gefolge die
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wirtschaftliche und gesellschaftliche Schädigung, wie wir sie bei
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unserer Betrachtung kennen lernten.
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Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den
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Boden der Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsäch-
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liche und praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um diè
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Wahrheit der vorher entwickelten Sätze hier zu erhärten. Wir stell-
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ten diese Betrachtung an den Schluss, weil wir sie für den Aufbau
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unserer Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rückwärts von
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den Tatsachen ableiten, sondern diese auf eine theoretische Mei-
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nung projezieren.
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{{paragraphs style=left}}
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|| ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV zurück)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/I I)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/II II)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/III III)) | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV IV)) | **V** | ((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/VI VI)) | ((((../WesenUndInhaltDerWerteinheit/VI weiter)) ||
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