391 |
- 143 - |
392 |
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393 |
ganz natürlichen Hintergrund und es bedarf keines Mvvivvsstrauens, |
394 |
auch nicht des rein mechanisch quantitativen Einwirkens der Pa- |
395 |
pergeldmenge aus sich selbst heraus auf die Preise, um Erklärun- |
396 |
gen für die Erscheinung zu finden. Wir könnten analog unserer bis- |
397 |
herigen Ausführungen folgendermaassen erklären: Die alten Preise |
398 |
waren der Ausdruck einer in den rechtmässigen Einkommen gegebenen |
399 |
Arbeitsleistung, nunmehr treten Einkommen ohne solche Arbeitsleis- |
400 |
tung hinzu, und der schliessliche Erfolg muss der sein, dass die |
401 |
Preise nominell steigen, denn die Werteinheiten, die güterheischend |
402 |
am Markte erscheinen, verkörpern nun in ihrer Mischung von recht- |
403 |
mässigem und unrechtmässigem Einkommen zusammengenommen auch als |
404 |
einzelne Einheit einen geringeren Arbeitswert und darum müssen |
405 |
mehr solche Einheiten für ein Gut gegeben werden, d.h. die Preise |
406 |
müssen steigen. Es werden dadurch wieder alle befriedigt, denn eine |
407 |
Unterschiedung der kaufkräftigen Werteinheiten nach der Berechti- |
408 |
gung ihrer Entstehung ist nicht möglich als auch nicht statthaft. |
409 |
Weiterhin wesentlich ist noch der Uvvmvvstand, dass die Preissteigerung |
410 |
nicht alle gleichmässig betrifft, sondern abgestuft je nach der |
411 |
Entfernung des Berufes vom Güterbesitz und der Güterproduktion, |
412 |
etwas in der Reihenfolge Erzeuger, Händler, Agenten, Makler, Arbei- |
413 |
ter, Angestellte, Beamte und schliesslich Rentner, wobei im einzel- |
414 |
nen vvvorvvübergehende Verschiebungen natürlich durchaus möglich sind. |
415 |
Ivvmvv allgemeinen können wir sagen, dass das eben die beweglichsten Ein- |
416 |
kommen sich wiederum am schnellsten den wechselnden Verhältnissen |
417 |
anpassen konnten. Jede Erhöhung des Unternehmenrgewinnes hat die |
418 |
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427 |
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Tendenz die Löhne zu erhöhen und das fort zu Angestellten und |
429 |
wieder weiter bis alle Berufsgruppen erhöhes Nominaleinkommen |
430 |
bezigen haben. Es ist wie wenn durch einen Steinwurf die konzen- |
431 |
trischen Ringe auf der Wvvavvsserfläche sich mehr und mehr erweitern. |
432 |
Mit einem Preise hängen alle Preise zusammen und ziehen sich ge- |
433 |
genseitig gleich wie auch die Einkommen nach. Zwar [übertippt h]errschte auf |
434 |
der Angebotsseite immer wieder das Streben nach Preiserhöhung und |
435 |
Anpassung an den jeweiligen gerechtfertigten Stand, auf den der |
436 |
Ausgleich zwischen Einkommen und Gütern gegeben wäre, aber Infla- |
437 |
tionwelle auf Welle lässt den Ruhezustand nie eintreten. Bei einer |
438 |
einmaligen Verrückung und nachheriger automatischer Anpassung |
439 |
hätte die Werteinheit wohl wieder stabil sein können; - ein immer- |
440 |
währendes und sich immer wiederholendes Verändern bedingte den |
441 |
bekannten Zvvuvvstand der dauernden Unstabilität. Allmählich lässt |
442 |
sich Ursache und Wirkung nicht mehr als primär und sekundär schei- |
443 |
den. In der immerwährenden Wechselwirkung zeigt sich die vergeb- |
444 |
liche Jagd nach dem eigenen Schaffen. Die beiden Pole der Wirt- |
445 |
schaft, Einkommen und Preise, vordem durch die Goldwährung gebunden, |
446 |
sind nun völlig frei und streiten sich u[übertippt m] die Priorität. Dass die |
447 |
Politik der Höchstpreise zusammenbrechen musste, ist uns selbstver- |
448 |
ständlich und das ganz besonders, wenn diese nur auf bestimmte |
449 |
Güterarten angewandt werden sollen. Die Erzeuger der Höchstpreis- |
450 |
g[übertippt ebühr] güter erhalten ihr Einkommen ja in Preisen ihres Produktes |
451 |
abzüglich ihrer Unkosten. Da kann es praktisch vorkommen, dass die |
452 |
Unkosten über den Produktpreis zu stehen kommen; in jedem Falle |
453 |
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461 |
- 145 - |
462 |
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463 |
aber muss sich das fragliche Einkommen auflehnen gegen die übrigen, |
464 |
die ringsherum sich frei entfalten. Es wird gleichartige Arbeit |
465 |
nach verschiedenem Maasse gewertet und gerade das Bestehen und |
466 |
Anwenden des gleichen Maasstabs derart, dass die Erzeuger [übertippt g]leich- |
467 |
cher Arbeitswerte gleiches Einkommen beziehen, das ist das Krite- |
468 |
rium der gesunden Wirtschaft. |
469 |
Wenn wir nun, wie vordem bei der stabilen Wirtschaft die |
470 |
gedankliche Division des Nvvovvminaleinkomens in die Gesamtpreishöhe |
471 |
der Konsumgüter vornehmen, so ergibt sich nimmer die Zahl eins. |
472 |
Darüber oder darunter bietet sie den Anreiz zu Preis-oder Ein- |
473 |
kommenserhöhung. Jede Einkommenserhöhung ohne erhöhte Leistung |
474 |
ist als Versuch zu bewerten, Gütermengen, die einem bestimmten Stan- |
475 |
de zufliessen sollen, sich selbst anzueignen. Dieses Bestreben wurde |
476 |
zur dauernden Uebung ohne dass die teils sich dadurch selbst schä- |
477 |
digenden Parteien die tatsächliche Wirkung gewahr wurden. Jede |
478 |
Kalkulation als Preis-und Einkommensgrundlage erfuhr im Laufe des |
479 |
Herstellungsprozessen so vielfache Verschiebungen, dass wir darin |
480 |
auch mit den verschiedensten Wertgrössen rechneten. Der so entstan- |
481 |
dene Preis war ein Mittelpreis einer gewissen Zeitspanne, ebenso |
482 |
die dafür erstatteten Einkommen. Gut und Einkommen gelangen nicht |
483 |
gleichzeitig auf den Markt, zudem stand es von papiernen Gesetzen |
484 |
abgesehen frei, die Güterpreise von der vorhergehenden nominellen |
485 |
Kalkulation zu lösen und darum fiden auch die Grössen, die sich |
486 |
negieren sollen, sich als gleichnamig nicht vor. |
487 |
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495 |
- 146 - |
496 |
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497 |
Die stabile Währung hat aufgehört in jedem Augenblick, |
498 |
wo das Gleichgewicht des ersten Gütertausches gestört wurde |
499 |
und weiter fortwirkt. Da also, wo Werteinheiten, die auf der Ein- |
500 |
kommensseite wirksam wurden, auf der Güterseite kein Gegenüber |
501 |
hatten und durch damit bedingten, notwendigen Preissteigerungen |
502 |
anderen berechtigten Gläubigern der Wirtschaft ihre Ansprüche |
503 |
schmälerten. Hvvivver wurde das in Preisen und Einkommen angewandte |
504 |
einheitliche Maass, für das die Werteinehit in Geldform nur das |
505 |
Bewegungsmittel war, weil es eben als Nvvovvminaleinkommen der Pro- |
506 |
duktion auf dem Fvvuvvsse folgte, ausser Kurs gesetzt. Die Werteinheit |
507 |
stand nur als Gedanke zwischen den Preisen und Einkommen und |
508 |
schient wert, weil sie hier und dort auf ein wirkliches reales |
509 |
Gut projeziert werden kann und sich hier und dort auf einen gleich |
510 |
dimensionalen Wert, auf eine Arbeitsleistung oder, was das gleiche |
511 |
ist, auf den verkörperten Arbeitswert stützen kann und zwar, was |
512 |
wesentlich ist, in jedem Falle und nach jeder Seite auf einen |
513 |
in der Grösse immer gleichen Wert. Durch neu geschaffenes Einkom- |
514 |
men ist die Werteinheit entthront worden und ihren Wert können |
515 |
wir jetzt im immerwährend Auf und Ab der Gegenseite, im Wechsel |
516 |
von Angebot und Nachfrage uns nicht mehr verdeutlichen;- wir |
517 |
können ihn auf nichts mehr beziehen. Darum können wir auch nicht |
518 |
mehr am Gelde schätzen, können ihm Warencharakter nicht zuerken- |
519 |
nen und ebenso auch nicht die Funktion des Wertmessers. |
520 |
Wenn wir unter Währung einen Masswert uns vorstellen, so |
521 |
können wir bei unstabiler Wirtschaft das Bestehen einer Währung |
522 |
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- 147 - |
531 |
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532 |
überhaupt verneinen. Die Güter-und Dienstleistungen in der Wirt- |
533 |
schaft wurden infolge des nie zur Ruhe Kommens dadurch auch |
534 |
immer nur in den verschiedensten Währungen ausgedrückt; d.h. der |
535 |
immer gleich genannten Werteinehit wu[übertippt r]de stets ein anderer |
536 |
ökonomischer Inhalt imputiert. Die Mark von gestern war etwas |
537 |
grundsätzlich anderes wie die von heute und jeder dazwischen |
538 |
liegenden Stunde. Was unserer Währung fehlte, um als solche an- |
539 |
gesprochen zu werden, war das Fehlen des rekurrenten Anschlusses |
540 |
an die Währung von gestern zur Umrechnung auf die neue und auf |
541 |
die einheitliche Einheit. Bei einer aus freien Stücken gewähl- |
542 |
ten Währungsänderung muss das Preisniveau sich ebenfalls um- |
543 |
stellen, aber diese Uvvmvvrechnung erfolgt in einem Zuge, und es be- |
544 |
stehen dann die gleichen Relationen auf anderer Grundlage doch |
545 |
genau wie vordem. Bei unserer immerwährenden, nie zur Ruhe ge- |
546 |
langenden Umrechnung waren Deklassierung, Krisen und Klassen- |
547 |
käm[übertippt p]fe die notwendigen Folgen. Wenn die Inflation sich darin |
548 |
erschöpft hätte wirtschaftlich ungerechtfertigte, nicht durch |
549 |
Vorleistung erworbene Kaufkraft erzeugt zu haben, so wäre diese |
550 |
Wirkung allein, wenn sie jedermann gleichmässig und unentrinn- |
551 |
bar getroffen hätte, eine notwendige Erscheinung gewesen. Die |
552 |
schlimmste Wirkung aber brachte sie uns in der __Verschiebung__ |
553 |
der Einkommen. |
554 |
Dass auch der Stand der Valuta in diesem Zvvuvvsammenhange |
555 |
nichts wesentliches bedeutet, ist uns wohl klar geworden. Wir |
556 |
haben es hier mit einer durchaus innerwirtschaftlichen Erschei- |
557 |
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565 |
- 148 - |
566 |
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nung zu tun und die Valuta lässt nur das Chaos der Wirtschaft |
568 |
in besonders grellem Lichte erscheinen. Ebenso wenig dürfen wir |
569 |
glauben, fehlende Werte vom Ausland gestellt zu erhalten. Die ganze |
570 |
Wirkung muss sich im vvLavvnde selbst kundtun. In erster vvLvvinie umge.= |
571 |
waälzt wurde alles, was mit einer Forderung oder Schuld in irgend- |
572 |
einer Form zusammen [übertippt h]ing. Was das Einkommen anlangt, so sagten wir |
573 |
davon bei der stabieln Währung, dass wir mit ihm gleichzeitig im |
574 |
Besitze des Equivalente hiezu sind und eine Auswahl gleicher |
575 |
Werte auf dem Markte uns zur Verfügung steht. Bei der gestörten |
576 |
Wirtschaft ist das Evvivvnkommen schon einmal in der Spanne, in der |
577 |
es dem einzelnen zur Verfügung gelangt, nur mehr oder weniger |
578 |
dasjenige einer Währung niedrigeren und verschiedensten Wertes; |
579 |
nämlich eines solchen, der auf dem Gütermarkte bereits in der Ver- |
580 |
gangenheit in Anwendung gebracht wurde. Dagegen könnte es mögli- |
581 |
cherweise auch ein Einkommen sein mit einer Wertmaass-Zugrunde- |
582 |
legung, die auf dem Gütermarkte erst späterhin Regel wird; - auf |
583 |
der einen Seite also ein Einkommen, das nicht annähernd das Equi- |
584 |
valent der Arbeitsleistung und - das ist wesentlich - auch nicht |
585 |
das des Einkommens am Tage der Leistung und auch nicht an dem |
586 |
des Bezuges darstellt, auf der anderen Seite wieder ein solches, |
587 |
das sofort ausgegeben, den Käufer in den Besitz grösserer Güter- |
588 |
mengen setzt, als er an Werten der Wirtschaft beigesteuert hat oder |
589 |
bei Vorauszahlung nach leisten wird. Die meisten wirtschaftlichen |
590 |
Fragen waren nicht mehr solche der Ueberlegung und die einer |
591 |
Kalkulation, sondern Machfragen der Berufsorganisationen . |
592 |
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600 |
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601 |
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602 |
Betrachten wir auf der anderen Seite die Händler auf dem |
603 |
Ma[übertippt r]kt[übertippt e]. Befolgten sie wirklich die Gesetze der Behörden betreff |
604 |
Preisfixierung, dann gäben sie gegen die Werteinheiten in Geldform |
605 |
in ih[übertippt r]en Waren kein Equivalent gleichen Wertes hin, sondern ein |
606 |
Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust bedeutet wieder Gewinn |
607 |
für den Konsumenten. Ebenso stand es mit der Stundung von Schulden |
608 |
im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den Verhältnissen Rechnung |
609 |
tragenden und sie erkennenden Einstellung konnten auch hier wie- |
610 |
derum private Gewinne oder Verluste eine Folgeerscheinung der |
611 |
Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der einen Seite im Export |
612 |
Valutagewinne erzielen, die im Innenhandeln möglicherweise vergrös- |
613 |
sert, möglicherweise aber auch vielleichthgar aufgezehrt werden |
614 |
konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten, besonders die |
615 |
freien Berufe, wie Künstler, Schriftsteller usw.fast völlig ein- |
616 |
kommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung ncicht mehr das |
617 |
Equi[übertippt v]alent der Qualität der Arbeit bedeutet, dass ungelernte Ar- |
618 |
beit nahezu gleich gesetzt wurde mit individueller, künstleri- |
619 |
scher Handarbeit. Mit der Verschiebung der Einkommen ging auch die |
620 |
Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten |
621 |
sich breit, ein Heer von Zwischenhändlern, Agenten und Kommissionä- |
622 |
ren, die ihr Einkommen lediglich in der Ausnützung von Preisspan- |
623 |
nungen bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate |
624 |
die Schaffung bisher unbekannter Aemter; . es war im ganzen ein |
625 |
Abwandern von der unmittelbar produktiven Tätigkeit. |
626 |
Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit |
627 |
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635 |
- 150 - |
636 |
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637 |
der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen à la |
638 |
hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche |
639 |
Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den Weltmarkt- |
640 |
plätzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als |
641 |
wir erzeugten, Gewinn bedeutet für die Kvvovvnsumenten und Verlsut |
642 |
sein muss für die Besitzer der Kapitalgüter, mit denen der Aus- |
643 |
gleich hat bewerkstelligt werden müssen. |
644 |
Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln spreng- |
645 |
te, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb, |
646 |
weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches |
647 |
Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwi- |
648 |
schen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in lenger Entwicklung |
649 |
gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur |
650 |
der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschüttelt |
651 |
und kann nur schwer zur Ruhelage kommen. |
652 |
Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer |
653 |
so viel und weit verzweigten moernen arbeitsteiligen Wirtschaft |
654 |
wissen wir. Im vvLavvnde mit realem vvAuvvstausch liegen vvPrvvoduktion und |
655 |
Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass |
656 |
wir den Versuch machen können, Ovvpvvfer von uns auf andere abzuwäl- |
657 |
zen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir |
658 |
dürfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungs- |
659 |
form der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben |
660 |
und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig |
661 |
möglichen Form der wirtschaftlich gesunden Entwicklung. |
662 |
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670 |
- 151 - |
671 |
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672 |
Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig |
673 |
bringen mussten, nicht gleich als solche für den einzelnen ver- |
674 |
spürten und nicht verspühren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit |
675 |
belassen wurde, sie auf andere abzuwälzen, ohne dass die Volks- |
676 |
wirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die |
677 |
Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht |
678 |
die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Ent- |
679 |
scheidende und Schädigende der Inflation und beides ist kein |
680 |
Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends. |
681 |
Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Stö- |
682 |
rung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Infla- |
683 |
tion, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch |
684 |
die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen Güter |
685 |
und notwendig bedingt durch ständig neu geschaffene Einkommens- |
686 |
wellen, die jegliches vvAuvvsgleichsbestreben von neuem überfluteten |
687 |
und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass |
688 |
Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil |
689 |
es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand |
690 |
erzeugten Gütern verloren hatte. |
691 |
Das Charakteristikum der stabilen Währung ist Paralleli- |
692 |
tät in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschafts- |
693 |
pole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in |
694 |
nur jeweils anderer Zusammenfügung; das restlose Aufgehen der Wer- |
695 |
te beim Gütertausch. Das Merkmal der unstabilen Währung bedeutet |
696 |
das vvBrvvechen dieser Grundsätze und damit das Zerstören des doppelt |
697 |
gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile |
698 |
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706 |
- 152 - |
707 |
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708 |
Währung Raum hat, ist die wirtschaftliche Not; die Inflation war |
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gewissermassen nur ein mit Notwendigkeit ausbrechendes Mittel, |
710 |
sie uns fühlbar werden zu lassen, und sie hatte im Gefolge die |
711 |
wirtschaftliche und gesellschaftliche Schädigung, wie wir sie bei |
712 |
unserer Betrachtung kennen lernten. |
713 |
Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den |
714 |
Boden der Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsäch- |
715 |
liche und praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um diè |
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Wahrheit der vorher entwickelten Sätze hier zu erhärten. Wir stell- |
717 |
ten diese Betrachtung an den Schluss, weil wir sie für den Aufbau |
718 |
unserer Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rückwärts von |
719 |
den Tatsachen ableiten, sondern diese auf eine theoretische Mei- |
720 |
nung projekzieren. |
721 |
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