Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / V




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    602 Betrachten wir auf der anderen Seite die HĂ€ndler auf dem
    603 Ma[ĂŒbertippt r]kt[ĂŒbertippt e]. Befolgten sie wirklich die Gesetze der Behörden betreff
    604 Preisfixierung, dann gĂ€ben sie gegen die Werteinheiten in Geldform
    605 in ih[ĂŒbertippt r]en Waren kein Equivalent gleichen Wertes hin, sondern ein
    606 Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust bedeutet wieder Gewinn
    607 fĂŒr den Konsumenten. Ebenso stand es mit der Stundung von Schulden
    608 im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den VerhĂ€ltnissen Rechnung
    609 tragenden und sie erkennenden Einstellung konnten auch hier wie-
    610 derum private Gewinne oder Verluste eine Folgeerscheinung der
    611 Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der einen Seite im Export
    612 Valutagewinne erzielen, die im Innenhandeln möglicherweise vergrös-
    613 sert, möglicherweise aber auch vielleichthgar aufgezehrt werden
    614 konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten, besonders die
    615 freien Berufe, wie KĂŒnstler, Schriftsteller usw.fast völlig ein-
    616 kommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung ncicht mehr das
    617 Equi[ĂŒbertippt v]alent der QualitĂ€t der Arbeit bedeutet, dass ungelernte Ar-
    618 beit nahezu gleich gesetzt wurde mit individueller, kĂŒnstleri-
    619 scher Handarbeit. Mit der Verschiebung der Einkommen ging auch die
    620 Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten
    621 sich breit, ein Heer von ZwischenhĂ€ndlern, Agenten und KommissionĂ€-
    622 ren, die ihr Einkommen lediglich in der AusnĂŒtzung von Preisspan-
    623 nungen bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate
    624 die Schaffung bisher unbekannter Aemter; . es war im ganzen ein
    625 Abwandern von der unmittelbar produktiven TĂ€tigkeit.
    626      Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
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    637 der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la
    638 hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche
    639 Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den Weltmarkt-
    640 plĂ€tzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als
    641 wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die Kvvovvnsumenten und Verlsut
    642 sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter, mit denen der Aus-
    643 gleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.
    644      Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln spreng-
    645 te, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb,
    646 weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches
    647 Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwi-
    648 schen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in lenger Entwicklung
    649 gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur
    650 der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschĂŒttelt
    651 und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
    652      Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer
    653 so viel und weit verzweigten moernen arbeitsteiligen Wirtschaft
    654 wissen wir. Im vvLavvnde mit realem vvAuvvstausch liegen vvPrvvoduktion und
    655 Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass
    656 wir den Versuch machen können, Ovvpvvfer von uns auf andere abzuwĂ€l-
    657 zen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir
    658 dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungs-
    659 form der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben
    660 und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig
    661 möglichen Form der wirtschaftlich gesunden Entwicklung.
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    672 Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig
    673 bringen mussten, nicht gleich als solche fĂŒr den einzelnen ver-
    674 spĂŒrten und nicht verspĂŒhren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit
    675 belassen wurde, sie auf andere abzuwĂ€lzen, ohne dass die Volks-
    676 wirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die
    677 Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht
    678 die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Ent-
    679 scheidende und SchĂ€digende der Inflation und beides ist kein
    680 Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends.
    681 Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Stö-
    682 rung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Infla-
    683 tion, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
    684 die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter
    685 und notwendig bedingt durch stĂ€ndig neu geschaffene Einkommens-
    686 wellen, die jegliches vvAuvvsgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten
    687 und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass
    688 Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil
    689 es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand
    690 erzeugten GĂŒtern verloren hatte.
    691      Das Charakteristikum der stabilen WĂ€hrung ist Paralleli-
    692 tĂ€t in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschafts-
    693 pole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in
    694 nur jeweils anderer ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Wer-
    695 te beim GĂŒtertausch. Das Merkmal der unstabilen WĂ€hrung bedeutet
    696 das vvBrvvechen dieser GrundsĂ€tze und damit das Zerstören des doppelt
    697 gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile
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