Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / V




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  637 der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la  
  638 hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche  
  639 Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den Weltmarkt-  
  640 plĂ€tzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als  
  641 wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die Kvvovvnsumenten und Verlsut  
  642 sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter, mit denen der Aus-  
  643 gleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.  
  644      Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln spreng-  
  645 te, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb,  
  646 weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches  
  647 Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwi-  
  648 schen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in lenger Entwicklung  
  649 gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur  
  650 der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschĂŒttelt  
  651 und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.  
  652      Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer  
  653 so viel und weit verzweigten moernen arbeitsteiligen Wirtschaft  
  654 wissen wir. Im vvLavvnde mit realem vvAuvvstausch liegen vvPrvvoduktion und  
  655 Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass  
  656 wir den Versuch machen können, Ovvpvvfer von uns auf andere abzuwĂ€l-  
  657 zen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir  
  658 dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungs-  
  659 form der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben  
  660 und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig  
  661 möglichen Form der wirtschaftlich gesunden Entwicklung.  
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  672 Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig  
  673 bringen mussten, nicht gleich als solche fĂŒr den einzelnen ver-  
  674 spĂŒrten und nicht verspĂŒhren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit  
  675 belassen wurde, sie auf andere abzuwĂ€lzen, ohne dass die Volks-  
  676 wirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die  
  677 Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht  
  678 die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Ent-  
  679 scheidende und SchĂ€digende der Inflation und beides ist kein  
  680 Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends.  
  681 Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Stö-  
  682 rung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Infla-  
  683 tion, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch  
  684 die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter  
  685 und notwendig bedingt durch stĂ€ndig neu geschaffene Einkommens-  
  686 wellen, die jegliches vvAuvvsgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten  
  687 und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass  
  688 Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil  
  689 es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand  
  690 erzeugten GĂŒtern verloren hatte.  
  691      Das Charakteristikum der stabilen WĂ€hrung ist Paralleli-  
  692 tĂ€t in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschafts-  
  693 pole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in  
  694 nur jeweils anderer ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Wer-  
  695 te beim GĂŒtertausch. Das Merkmal der unstabilen WĂ€hrung bedeutet  
  696 das vvBrvvechen dieser GrundsĂ€tze und damit das Zerstören des doppelt  
  697 gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile  
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  708 WĂ€hrung Raum hat, ist die wirtschaftliche Not; die Inflation war  
  709 gewissermassen nur ein mit Notwendigkeit ausbrechendes Mittel,  
  710 sie uns fĂŒhlbar werden zu lassen, und sie hatte im Gefolge die  
  711 wirtschaftliche und gesellschaftliche SchĂ€digung, wie wir sie bei  
  712 unserer Betrachtung kennen lernten.  
  713      Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den  
  714 Boden der Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsĂ€ch-  
  715 liche und praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um diĂš  
  716 Wahrheit der vorher entwickelten SĂ€tze hier zu erhĂ€rten. Wir stell-  
  717 ten diese Betrachtung an den Schluss, weil wir sie fĂŒr den Aufbau  
  718 unserer Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rĂŒckwĂ€rts von  
  719 den Tatsachen ableiten, sondern diese auf eine theoretische Mei-  
  720 nung projekzieren.  
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