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1236 |
- 33 -
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1237 |
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1238 |
aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
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1239 |
onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
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1240 |
In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
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1241 |
Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
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1242 |
von Einkommen zu unterscheiden haben:
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1243 |
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1244 |
1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
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1245 |
güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
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1246 |
Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
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1247 |
einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
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1248 |
schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
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1249 |
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1250 |
2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
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1251 |
Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
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1252 |
Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
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1253 |
den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
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1254 |
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1255 |
3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
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1256 |
aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
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1257 |
machen können .
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1258 |
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1259 |
4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
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1260 |
licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
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1275 |
- 35 -
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1276 |
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1277 |
Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
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1278 |
muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
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1279 |
keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
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1280 |
hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
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1281 |
schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
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1282 |
Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
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1283 |
duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
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1284 |
einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
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1285 |
mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
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1286 |
Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
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1287 |
an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
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1288 |
Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
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1289 |
treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
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1290 |
bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
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1291 |
Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
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1292 |
Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
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1293 |
Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
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1294 |
heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
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1295 |
Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
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1296 |
wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
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1297 |
das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
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1298 |
hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
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1299 |
Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
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1300 |
direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
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1301 |
rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
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1309 |
- 36 -
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1310 |
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1311 |
Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
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1312 |
dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
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1313 |
lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
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1314 |
gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
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1315 |
ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
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1316 |
leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
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1317 |
bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
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1318 |
sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
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1319 |
wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
|
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1320 |
läufen ausgleichen.
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1321 |
Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
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1322 |
der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
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1323 |
preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
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1324 |
Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
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1325 |
Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
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1326 |
seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
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1327 |
diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
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1328 |
den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
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1329 |
selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
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1330 |
werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
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1331 |
nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
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1332 |
Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
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1333 |
die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
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1334 |
einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
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1335 |
räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
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1343 |
- 37 -
|
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1344 |
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1345 |
äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
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1346 |
und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
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1347 |
rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
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1348 |
dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
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1349 |
uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
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1350 |
an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
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1351 |
kalkulierten Preis.
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1352 |
Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
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1353 |
Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
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1354 |
haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
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1355 |
Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
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1356 |
das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
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1357 |
sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
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1358 |
und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
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1359 |
quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
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1360 |
(wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
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1361 |
Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
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1362 |
sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
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1363 |
tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
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1364 |
Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
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1365 |
stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
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1366 |
Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
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1367 |
drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
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1368 |
griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
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1369 |
mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
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1370 |
lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
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1378 |
- 38 -
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1379 |
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1380 |
darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
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1381 |
von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
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1382 |
gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
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1383 |
decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
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1384 |
Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
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1385 |
Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
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1386 |
nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
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1387 |
wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
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1388 |
sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
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1389 |
so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
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1390 |
fassung.
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1391 |
Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
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1392 |
haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
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1393 |
wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
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1394 |
her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
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1395 |
Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
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1396 |
recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
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1397 |
den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
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1398 |
derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
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1399 |
schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
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|
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1400 |
sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
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1401 |
Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
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|
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1402 |
lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
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1403 |
schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
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1404 |
Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
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1405 |
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1413 |
- 39 -
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1414 |
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1415 |
Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
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1416 |
zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
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1417 |
schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
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1418 |
lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
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1419 |
Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
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1420 |
valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
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1421 |
privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
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1422 |
so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
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1423 |
tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
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1424 |
in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
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1425 |
stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
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1426 |
in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
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1427 |
an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
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1428 |
Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
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1429 |
Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
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1430 |
aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
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1431 |
getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
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1432 |
Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
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1433 |
Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
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1434 |
der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
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1435 |
entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
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1436 |
und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
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1437 |
Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
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1438 |
in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
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1439 |
In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
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1447 |
- 40 -
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1448 |
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1449 |
der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
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1450 |
Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
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1451 |
aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
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1452 |
Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
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1453 |
Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
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1454 |
wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
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1455 |
vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
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1456 |
doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
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1457 |
nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
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1458 |
güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
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1459 |
Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
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1460 |
das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
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1461 |
Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
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1462 |
in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
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1463 |
schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
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1464 |
von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
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1465 |
sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
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1466 |
zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
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1467 |
wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
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1468 |
geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
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1469 |
wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
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1470 |
von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
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1471 |
können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
|
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1472 |
Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
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1473 |
die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
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1474 |
eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
|