Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit




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hinzugefĂŒgt:
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Unternehmer [sic] geltend machen mĂŒssten. Die starre Berufsgliederung
zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
schaft haben, und darum entÀussern wir uns unserer vergegenstÀnd-
lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem 
Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
valente habhaft werden können. Im privaten Verkehr konnten nur
privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
tiger AbhÀngigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
in einander greift, wo alle fĂŒr einen und einer fĂŒr alle zusammen
stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
Geld ansehen. Die Reichsbank fĂŒhrt hier nur eine Funktion des
Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
Konsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in 
der Wirkung das Forderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
in der Wirtschaft gegenĂŒbertritt, beruht auf einer TĂ€uschung.
In Wahrheit entsteht es tÀglich mit der Leistung und vergeht mit
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der Konsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂŒckfallen, verursacht wird.
Es könnte hier natĂŒrlich nicht unsere Aufgabe sein, die
Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
wollen, das sind die ZusammenhÀnge, sowiet sie das gezeichnete Bild
vollenden mĂŒssen. Zur Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
doch die HauteinwÀnde betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfÀhige Konsum-
gĂŒter reprĂ€sentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
Profitstreben der Privatwirtschaft ĂŒberlassen. Sie hat selbst
das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
schaftlichen Unmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
von Wechseln notleidend wĂŒrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
sel fĂŒr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf GlÀubiger
wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
wieder einlösen. ImÂ ĂŒbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, dieÂ ĂŒbrigen
können aus dem Umlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
Doch zurĂŒck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
die wir mit dem gesamten erzeugten GĂŒtervorrat gegenĂŒber stellen,
eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung