Erdbeben in Spanien: Ehefrau des Regierungschefs muss ihre PĂ€sse abgeben
Das hat es in der Geschichte Spaniens noch nie gegeben: Der Ehefrau des Regierungschefs Pedro Sånchez, Begoña Gómez, werden laut richterlicher Anweisung die PÀsse entzogen. Ihr wird ein Reiseverbot auferlegt und sie muss alle zwei Wochen vor Gericht erscheinen.
GĂłmez werden diverse Korruptionsdelikte vorgeworfen. Die Anklage lautet: Einflussnahme, Korruption im Privatsektor sowie Unterschlagung und Veruntreuung. DemnĂ€chst wird sie vor einem Geschworenengericht aussagen mĂŒssen.
Untersuchungsrichter Juan Carlos Peinado ordnete die Beschlagnahme der PĂ€sse von GĂłmez und ihrer Assistentin MarĂa Cristina Ălvarez als VorsichtsmaĂnahme an. Dies geht aus einem Urteil vom 20. Juni hervor, in dem Peinado die Beschlagnahme der PĂ€sse mit Fluchtgefahr aufgrund der möglichen Haftstrafen zwischen zwei und 16 Jahren begrĂŒndet.
Der Richter ordnete wörtlich die Einziehung aller PĂ€sse an, die sich im Besitz der Angeklagten befinden, unabhĂ€ngig von ihrer NationalitĂ€t, ob regulĂ€r oder diplomatisch, und untersagte ausdrĂŒcklich die Ausstellung neuer PĂ€sse.
Hintergrund: Seit etwa zwei Jahren wird in Spanien ein Korruptionsfall nach dem anderen aufgedeckt. Gerade Ende Mai hat die Guardia Civil eine Razzia im PSOE-Hauptsitz in Madrid durchgefĂŒhrt. Der Partei wird vorgeworfen, eine Verschwörung organisiert zu haben, um Gerichtsverfahren in KorruptionsfĂ€llen zu behindern, die das familiĂ€re und politische Umfeld des Regierungschefs betreffen (wir berichteten).