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Feed Titel: Transition News


WEF-PrĂ€sident BĂžrge Brende tritt zurĂŒck – Norwegens Elite versinkt im «Epstein-Sumpf»

BĂžrge Brende, seit 2017 PrĂ€sident und CEO des Weltwirtschaftsforums in Davos, hat heute seinen sofortigen RĂŒcktritt erklĂ€rt. In einer knappen persönlichen ErklĂ€rung teilte der 59-jĂ€hrige ehemalige norwegische Außenminister mit, er habe sich «nach sorgfĂ€ltiger AbwĂ€gung aller UmstĂ€nde» zu diesem Schritt entschieden, damit das WEF «seine wichtige Arbeit ohne weitere Ablenkung fortsetzen» könne. Der RĂŒcktritt folgt einer seit Wochen andauernden Krise, die das einflussreiche Forum erschĂŒttert.

Wie etwa die Tagesschau berichtet, leitete das WEF Anfang Februar eine unabhĂ€ngige externe Untersuchung durch renommierte RechtsanwĂ€lte ein – unmittelbar nachdem das US-Justizministerium weitere tausende Seiten Epstein-Dokumente freigegeben hatte. Diese Akten belegen eindeutig, dass der 59-JĂ€hrige zwischen 2018 und 2019 mindestens drei GeschĂ€ftsessen in Jeffrey Epsteins New Yorker Stadtvilla abhielt und per E-Mail sowie SMS intensiv mit dem verurteilten SexualstraftĂ€ter kommunizierte.

Noch brisanter sind die Inhalte dieser Kommunikation, die unter anderem von der Schweizer Zeitung Blick recherchiert und von TN zusammengefasst wurden. So tauschten Brende und Epstein mehr als 100 Nachrichten aus. In einer davon diskutierten sie offen die Idee, das WEF könne die Vereinten Nationen ersetzen. Brende soll geantwortet haben:

«Genau – wir brauchen eine neue globale Architektur. Das WEF ist einzigartig positioniert.»

Das empfinden viele als explosiv, weil es als Beleg fĂŒr eine anti-multilaterale, elitĂ€re Agenda interpretiert wird, die das WEF als Schatten-UN positioniert – also als genau das Narrativ, das Kritiker dem Forum schon lange ĂŒberstĂŒlpen. In Kombination mit Epsteins kriminellem Hintergrund wirkt es wie eine Kooperation mit einem verurteilten SexualstraftĂ€ter ĂŒber weltpolitische Machtfragen.

In einer anderen Nachricht kommentierte Epstein ein Foto von Sara Netanjahu, Ehefrau des mehrmaligen israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu, mit dem Spitznamen «Miss Piggy» – Brende erwiderte lapidar: «Besser, in Erinnerung zu bleiben, als vergessen zu werden.»

Noch im November 2025 hatte Brende gegenĂŒber der norwegischen Zeitung Aftenposten jeglichen Kontakt zu Epstein kategorisch ausgeschlossen. Nach der Veröffentlichung der neuen Dokumente rĂ€umte er ein, diese Aussage sei «nicht korrekt» gewesen. GegenĂŒber dem WEF-Stiftungsrat versicherte er, nichts von Epsteins krimineller Vergangenheit gewusst zu haben. Doch in mindestens einer Nachricht leitet Epstein Brende einen Medienbericht ĂŒber seine eigenen Vergehen weiter, und Brende reagierte mit einem «Daumen hoch».

Damit muss Brende spÀtestens ab diesem Zeitpunkt von Epsteins Verurteilung 2008 gewusst haben. Dennoch setzte er den Kontakt fort. Das spricht Brendes Beteuerung, er sei «völlig ahnungslos» gewesen, schlicht Hohn.

Brende sagte derweil auch, das Forum bereits 2019 informiert zu haben – eine Darstellung, die WEF-GrĂŒnder Klaus Schwab scharf zurĂŒckwies. Schwab drohte sogar rechtlichen Schritten.

Brende ist derweil bei weitem nicht der Einzige aus der norwegischen Spitze, der in den «Epstein-Sumpf» geraten ist. Das kleine Norwegen mit seinen nur rund 5,5 Millionen Einwohnern erweist sich in den EnthĂŒllungen des Jahres 2026 sogar als eines der am stĂ€rksten betroffenen LĂ€nder weltweit – eine bittere Pille fĂŒr ein Land, das sich selbst gerne als moralische Supermacht und Wiege des Friedensnobelpreises sieht.

Auch Norwegens Ex-MinisterprÀsident Jagland steckt im «Epstein-Sumpf»

Besonders tief steckt darin ThorbjĂžrn Jagland, ehemaliger MinisterprĂ€sident (1996 bis 1997), langjĂ€hriger Vorsitzender des Norwegischen Nobelkomitees und GeneralsekretĂ€r des Europarats (2009 bis 2019). Wie die New York Times detailliert berichtete, unterhielt Jagland von 2011 bis 2019 – also ĂŒber ein Jahrzehnt nach Epsteins Verurteilung 2008 – intensive und wiederholte Kontakte. Die Akten deuten auf geplante Familienbesuche in Epsteins Villen in New York, Paris und Palm Beach hin, auf Luxusaufenthalte und mutmaßliche finanzielle Vorteile.

Am 12. Februar wurde Jagland von der norwegischen WirtschaftskriminalitĂ€tsbehörde Økokrim wegen «aggravated corruption» (schwerer Korruption) angeklagt – ein historischer PrĂ€zedenzfall. Kurz darauf soll der 75-JĂ€hrige einen Suizidversuch unternommen haben, und er liegt seither in kritischem Zustand im Krankenhaus.

Ebenfalls massiv belastet: Kronprinzessin Mette-Marit

Ebenfalls massiv belastet ist Kronprinzessin Mette-Marit. Die Ehefrau von Kronprinz Haakon stand zwischen 2011 und 2014 in regelmĂ€ĂŸigem, teils sehr persönlichem E-Mail-Austausch mit Epstein – die Akten nennen ihren Namen ĂŒber 1.000 Mal. Sie nannte ihn «sweetheart» und «soft hearted» (weichherzig), lieh sich 2013 sein Palm-Beach-Haus fĂŒr mehrere Tage und sprach mit ihm ĂŒber Langeweile im Königshaus, Literatur und «island life».

Wie der Guardian Anfang Februar schrieb, hat Mette-Marit sich mehrfach öffentlich entschuldigt und von «poor judgement» (schwachem Urteilsvermögen) gesprochen. Dennoch hat die AffĂ€re das norwegische Königshaus schwer erschĂŒttert und die Debatte ĂŒber ihre Rolle als zukĂŒnftige Königin neu entfacht.

Vor diesem Hintergrund bekommt es eine ganz besondere «Note», dass Marius Borg HĂžiby, der Ă€lteste Sohn von Mette-Marit, in einem seit Februar laufenden Prozess in Oslo unter anderem vier FĂ€lle von Vergewaltigung (nach norwegischem Recht) vorgeworfen werden. Die VorwĂŒrfe betreffen vor allem sexuelle Handlungen an schlafenden, bewusstlosen oder sonst widerstandsunfĂ€higen Frauen – also FĂ€lle von Vergewaltigung ohne Einwilligung aufgrund von UnfĂ€higkeit zur Gegenwehr (oft nach Partys, Alkohol- oder Drogenkonsum). Eine Anklage umfasst sogar vollstĂ€ndigen Geschlechtsverkehr mit einer schlafenden Frau (Oktober 2023).

ZusĂ€tzlich wird ihm vorgeworfen, in mehreren FĂ€llen heimlich intime Aufnahmen (etwa vom Genitalbereich) von schlafenden oder bewusstlosen Frauen gemacht zu haben. HĂžiby bestreitet die VergewaltigungsvorwĂŒrfe vollstĂ€ndig und beteuert einvernehmlichen Sex; er rĂ€umt nur geringere Delikte teilweise ein. Bei Verurteilung drohen ihm bis zu 16 Jahre Haft. Die AffĂ€re belastet das Königshaus massiv, parallel zur Epstein-Krise seiner Mutter.

Nicht weniger brisant: Verwicklungen des Diplomaten-Ehepaars Juul und RĂžd-Larsen

Nicht weniger brisant sind die Verwicklungen des Diplomaten-Ehepaars Mona Juul und Terje RĂžd-Larsen, beide zentrale Figuren bei den Oslo-Friedensabkommen von 1993. Juul trat am 9. Februar 2026 als Botschafterin in Jordanien und Irak zurĂŒck, nachdem bekannt wurde, dass Epstein in seinem kurz vor dem Tod unterzeichneten Testament ihren beiden Kindern je fĂŒnf Millionen Dollar vermacht hatte. Gegen sie und ihren Mann RĂžd-Larsen, der als einer der wichtigsten «diplomatic fixer» Epsteins in Europa gilt, laufen Ermittlungen wegen Korruption und Beihilfe.

Die BBC und Reuters berichten ĂŒbereinstimmend von gemeinsamen Dinnern, Visa-Vermittlungen und Treffen noch im Juni 2019 in Paris – nur Wochen vor Epsteins Verhaftung. Das norwegische Parlament hat inzwischen eine externe Untersuchungskommission eingesetzt – ein Vorgang, der nur sehr selten vorkommt – und das Außenministerium prĂŒft eigene Verbindungen. In der Öffentlichkeit wĂ€chst unterdessen die Fassungslosigkeit: Wie konnte ausgerechnet Norwegen zu einem derartigen Epstein-Hotspot werden?

Der erste Tag im Monat gehört der NeutralitÀt und dem Frieden

In diesem Video beleuchtet Christoph Pfluger die Bedeutung der NeutralitĂ€t als Grundlage fĂŒr Frieden, Sicherheit und internationale Vermittlung.

Es stellt eine Initiative aus der BĂŒrgerrechtsbewegung vor, die Menschen dazu einlĂ€dt, sich mit einfachen monatlichen Aktionen fĂŒr Dialog,NeutralitĂ€t und eine Schweiz der guten Dienste einzusetzen.

Im Mittelpunkt stehen einfache Aktionen im Alltag, gemeinschaftliche Begegnungen und das BedĂŒrfnis, die NeutralitĂ€t als verbindendes Prinzip neu zu beleben.

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