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Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE

Corona Transition

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Feed Titel: Transition News


Maskenatteste vor dem BGH: Arzt Urmetzer kÀmpft am 19. August um Freispruch und Approbation

Am Mittwoch, dem 19. August, verhandelt der 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Leipzig ĂŒber die Revisionen im Verfahren gegen den NĂŒrnberger Facharzt Wolfgang Urmetzer. Der Termin beginnt um 11:00 Uhr im Sitzungssaal 207 im ersten Obergeschoss des BGH-GebĂ€udes in der Karl-Heine-Straße 12. Prozessbeobachter sind willkommen. Parallel findet von 10 bis 13 Uhr vor der Villa Sack eine SolidaritĂ€tskundgebung statt, zu der Ärzte und Angehörige der Heilberufe ausdrĂŒcklich in weißen Kitteln aufgerufen sind. Das berichtet die AnwĂ€ltin Beate Bahner in ihrem Telegram-Kanal.

Der Fall hat eine lange Vorgeschichte. Der heute 73-jĂ€hrige AnĂ€sthesist mit den Zusatzqualifikationen Naturheilverfahren und Akupunktur fĂŒhrt seit 1998 eine eigene Praxis in NĂŒrnberg mit den Schwerpunkten integrative Medizin und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Ab August 2020, also wenige Monate nach Beginn der «Corona-Zeit», stellte er Maskenbefreiungsatteste aus, gestĂŒtzt auf anamnestische Angaben der Patienten und seine langjĂ€hrige Erfahrung mit Atemwegsmasken.

Er beruft sich dabei auf den hippokratischen Eid und das Genfer Gelöbnis. Nach seiner Darstellung handelte er nach bestem Wissen und Gewissen; eine körperliche Untersuchung sei vor Ausstellung einer Àrztlichen Bescheinigung weder gesetzlich noch berufsrechtlich zwingend vorgeschrieben, die Anamnese bilde ohnehin den ersten Schritt jeder Untersuchung.

Das Thema körperliche Untersuchung schwingt derweil immer wieder wie ein Damoklesschwert ĂŒber Prozessen dieser Art. So hatte der Hamburger Mediziner Walter Weber in den Jahren 2020 und 2021 Maskenbefreiungsatteste fĂŒr Patienten mit klinischen Indikationen wie Asthma, COPD, Panikattacken oder CO₂-bedingten Beschwerden ausgestellt.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm dann in 57 FĂ€llen die Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse (§ 278 StGB) vor, unter anderem weil einige Atteste nach telefonischem Kontakt oder ohne ausreichend dokumentierte körperliche Untersuchung erfolgt seien. Weber betont aber, dass die VorwĂŒrfe keine faktische Grundlage hĂ€tten (siehe dazu etwa den TN-Bericht «Walter Weber erneut vor Gericht: â€čTelemedizin war erlaubt, nur bei Masken nicht – das finde ich nicht plausibelâ€ș», eine Ansicht, die sogar von Friedrich Merz de facto bestĂ€tigt wurde).

Was Urmetzer angeht, so folgte Ende November 2020 die erste Vernehmung bei der Kriminalpolizei. Am 26. Januar 2021 durchsuchten Beamte seine Praxis und beschlagnahmten 531 Patientenakten, das Terminkalenderbuch, den privaten Laptop sowie eine Spiegelung der Praxis-EDV. Die Staatsanwaltschaft NĂŒrnberg-FĂŒrth erhob im Oktober 2022 Anklage wegen Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse gemĂ€ĂŸ § 278 StGB (alte Fassung) in 264 FĂ€llen.

Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht NĂŒrnberg-FĂŒrth zog sich ĂŒber 29 Verhandlungstage von Mai 2023 bis MĂ€rz 2024 hin, mit mehr als 200 Zeugen und zwei gerichtlich bestellten Gutachtern. Die Staatsanwaltschaft forderte eine BewĂ€hrungsstrafe von eineinhalb Jahren, eine Geldauflage und ein mehrjĂ€hriges Attestverbot.

Am 20. MĂ€rz 2024 erging das Urteil: 150 TagessĂ€tze zu je 100 Euro wegen unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 26 FĂ€llen, davon 23 Kinder; im Übrigen Freispruch. Besonders die kindlichen FĂ€lle standen im Mittelpunkt der mĂŒndlichen UrteilsbegrĂŒndung.

Verzweifelte Eltern, die teils schon von anderen Ärzten abgewiesen worden waren, hatten telefonisch Beschwerden ihrer Kinder ĂŒber das stundenlange Maskentragen in der Schule geschildert. Urmetzer stellte Atteste aus und untersuchte die Kinder in der Folge persönlich. Das Gericht warf ihm daraufhin vor, die Kinder nicht bereits am Telefon selbst befragt zu haben.

Diese Argumentation des Gerichts verwundert indes. Denn wenn man als Eltern zum Beispiel sein Kind von der Schule abmeldet, weil es sich nicht wohlfĂŒhlt, reicht es ja auch, dass die Mutter oder der Vater das telefonisch oder via E-Mail an die Schule durchgeben.

Und nicht nur das. Überhaupt verwundern diese Verfahren, da es ja keine fundierten wissenschaftlichen Belege gibt fĂŒr die Sinnhaftigkeit der Maskenpflicht (siehe dazu etwa den TN-Artikel «Prozess gegen Walter Weber: Schuldig gesprochen von Richterin Nele Behr»).

Das Urteil bedroht unterdessen nach EinschĂ€tzung der UnterstĂŒtzer sein Lebenswerk: Es droht der Entzug der Approbation und existenzielle Folgen. Urmetzer legte Revision ein, die Staatsanwaltschaft ebenfalls – wegen Verletzung materiellen Rechts hinsichtlich des Freispruchs in weiteren FĂ€llen.

Ziel von Urmetzer ist die Aufhebung der Verurteilung in den 26 FÀllen. Er strebt einen vollstÀndigen Freispruch an. Damit will er vor allem die drohenden berufsrechtlichen Folgen abwenden (Entzug der Approbation), sein berufliches und wirtschaftliches Lebenswerk retten sowie eine KlÀrung der rechtlichen Grenzen Àrztlicher Attestausstellung in der damaligen Situation erreichen.

UrsprĂŒnglich war dann fĂŒr Mittwoch, den 13. Mai, eine Hauptverhandlung beim 6. Strafsenat des BGH in Leipzig angesetzt (TN berichtete). Dieser Termin fand aber nicht statt, er wurde «aus dienstlichen GrĂŒnden aufgehoben», wie Sabrina Kollmorgen in ihrem Telegram-Kanal schreibt.

Nun geht es also am 19. August beim BGH weiter. Urmetzer selbst betont:

«Ich habe nicht wider besseres Wissen gehandelt – sondern wegen besseren Wissens und Gewissens.» Und weiter: «Es geht mir um Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit – und die wird am Ende siegen.» Prozessbeobachter Rechtsanwalt Siemund appellierte an die Richterschaft: «Nehmt euren Mut in die Hand und steht auf fĂŒr Wahrheit und Gerechtigkeit!»

Die Pressestelle des BGH in Leipzig teilte mir derweil mit, dass insgesamt 40 BesucherplĂ€tze plus vier PlĂ€tze fĂŒr Medienvertreter zur VerfĂŒgung stehen. Wer als Besucher teilnehmen möchte, muss sich ĂŒber den Besucherdienst anmelden. FĂŒr Journalisten hingegen gebe es keine explizite Vorab-Akkreditierung, wie mir versichert wurde. Es gilt also das Prinzip «Wer zuerst kommt, malt zuerst» – ein Umstand, der insbesondere fĂŒr von weiter her anreisende Medienvertreter problematisch ist, da das Risiko besteht, keinen der vier PlĂ€tze zu «ergattern».

Eine umfassende Dokumentation des gesamten Falles Urmetzer ist auf der Plattform Ärzte mit Gewissen einsehbar (siehe dazu auch den TN-Artikel «Plattform «Ärzte mit Gewissen» will juristische Verfolgung von Medizinern sichtbar machen»). ErgĂ€nzend liegen Videoberichte der «Jaworskis» vor (siehe hier und hier).

Wer Urmetzer finanziell unterstĂŒtzen möchte, kann dies ĂŒber den Förderverein Weißer Kranich tun (IBAN DE56 7645 0000 0232 1701 91, Verwendungszweck: Schenkung fĂŒr Wolfgang Urmetzer).

«Arte»-Doku stilisiert Selenskyj zum aufopferungsvollen Helden

Der Sender Arte lÀsst sich in einem Punkt mit Wikipedia vergleichen: Wenn die BeitrÀge keinen politischen Bezug haben, enthalten sie durchaus einen Informationswert. Andernfalls verkommen sie zu billiger Propaganda, bisweilen zu so billiger, dass sie schon in den ersten Minuten ins Gesicht springt.

Wer die aktuelle Dokumentation «Selenskyj – Das entscheidende Jahr» schaut, wird das schnell merken. Noch wĂ€hrend die ersten 60 Sekunden laufen, singen mehrere sogenannte «Experten» Lobeshymnen. Selenskyjs Einsatz sei «zutiefst beeindruckend», heißt es, so beeindruckend, dass er schon jetzt einen Platz in den GeschichtsbĂŒchern habe. Diesem PrĂ€sidenten mĂŒsse Anerkennung gezollt werden – lautet das Mantra, noch bevor die Dokumentation wirklich begonnen hat.

Womit hat Selenskyj diese Lorbeeren verdient, fragt man sich. Und die Antwort wird prompt nachgeliefert: DafĂŒr, dass die Ukraine immer noch kĂ€mpft. Aha! Hat das aber nicht viel mehr damit zu tun, dass die westliche «Koalition der Willigen» die Ukraine mit stetig neuen Finanz- und Waffenhilfen unter die Arme greift?

Dieser Aspekt wird bis zum Schluss der knapp 50-minĂŒtigen Dokumentation stoisch ĂŒbergangen. Stattdessen erscheint Selenskyj darin als derjenige, dem Ukraines Standhaftigkeit zu verdanken ist. Das wirkt vor allem dann absurd, als das geschichtstrĂ€chtige Treffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump zur Sprache kommt.

An der RealitÀt vorbei

Selenskyj, der an jenem 28. Februar 2025 wie ein kleiner Schuljunge in die Schranken gewiesen wurde, mutiert in der Arte-Doku zum Helden, als einer, der sich fĂŒr sein Land eingesetzt hat. «Ich dachte, dieser Mann ist absolut bewundernswert», kommentiert ein französischer EU-Abgeordneter. «Weil er nicht nachgibt, einzig und allein die Zukunft des ukrainischen Volks im Blick hat und diese mit großer WĂŒrde und Verantwortung verteidigt.»

Große Worte, die jedoch an der RealitĂ€t zerschellen. Aber vielleicht hat der gute «Experte» nicht mitbekommen, in welch devotem Gestus Selenskyj schon am nĂ€chsten Tag eine Entschuldigungsnachricht an Trump schrieb. Ebenfalls möglich ist, dass er dem gleichen Trick zum Opfer gefallen ist, den auch die Arte-Dokumentation anwendet. Sie dreht den Sachverhalt einfach um: Aus der Entschuldigung wird ein genialer Brief, mit dem es Selenskyj gelang, den Konflikt mit Trump zu entschĂ€rfen.

Schon an dieser Stelle wird deutlich: Bestimmte Aspekte werden in der Arte-Dokumentation ausgeklammert oder verfĂ€lscht, zugunsten des Protagonisten freilich. Das gilt auch fĂŒr Selenskyjs Behauptung, sein Land sei seit dem Krieg allein. Weder die «Experten» noch die ErzĂ€hlerin kommentieren das, obwohl der ukrainische PrĂ€sident in dem StreitgesprĂ€ch mit Trump wenige Minuten zuvor eingerĂ€umt hatte, dass sein Land ohne die Hilfe der USA nicht so lange standhaft geblieben wĂ€re.

USA – ein ehrlicher Makler?

Wie Selenskyj zum großen Staatsmann stilisiert wird, ist genauso surreal wie die Deutung der US-amerikanischen Geopolitik. Die Rolle der USA habe sich fundamental verĂ€ndert, sagt eine deutsche Politologin, «hin zu der Frage, ob sie Russland nĂ€her sind als der Ukraine. Sind sie ein ehrlicher Makler oder sind sie auf Seiten Russlands.»

Ob die NaivitĂ€t vorgetĂ€uscht ist oder tatsĂ€chlich das Wort fĂŒhrt, bleibt ihr Geheimnis. Dass die USA noch nie ein ehrlicher Makler waren und es auch in Zukunft nicht sein werden, sondern schon seit jeher alle Staaten gegeneinander ausspielen, mĂŒsste eigentlich jeder wissen, der sich als Politologe betitelt.

Abseits des akademischen Elfenbeinturms ist das jedenfalls weit bekannt. Dass die Arte-Dokumentation solche Aussagen dennoch verwertet, lĂ€sst tief blicken. Der propagandistische Anstrich ist unverkennbar: Trump der Böse, Selenskyj der Gute. So einfach ist die Welt, sofern man das Material entsprechend zusammenschneidet, verkĂŒrzt und knetet. Doch das gelingt eher mĂ€ĂŸig.

Medienwirksame Inszenierungen

Schon die Riege der «Experten» gibt die Richtung vor. Zwar sind unter ihnen Politologen, aber keine, die den Westen kritisieren; zwar Friedensforscher, aber nicht Daniele Ganser; zwar Korrespondenten, aber nur aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dementsprechend ĂŒberhöht wirkt Selenskyjs Image, das sie verkaufen wollen.

Er fahre immer wieder an die Front, heißt es an einer Stelle, er zeige, dass er ein PrĂ€sident im Krieg sei, dass er seine Soldaten nicht im Stich lasse. Das ist nicht nur plump, es ist geradezu peinlich. Derlei medienwirksame Inszenierungen gehören heute zur Machtpolitik genauso dazu wie Desinformation.

Mittlerweile dĂŒrfte sich herumgesprochen haben, dass es weniger Selenskyj ist, der solche Auftritte plant, sondern seine Berater. Er selbst ist genauso eine Marionette wie viele andere «StaatsmĂ€nner», die von der Gunst einer unsichtbaren Elite abhĂ€ngen. Das gilt auch fĂŒr Trump, Merz oder Macron.

Doch die Arte-Dokumentation kann nicht anders, als weiter Demokratie zu simulieren und ein TheaterstĂŒck aufzufĂŒhren, in dem der Titelheld trotz Verfehlungen, trotz Höhen und Tiefen als Held altgriechischen Ausmaßes agiert. TatsĂ€chlich ist die knapp 50-minĂŒtige Produktion ein Imagefilm, eine fiktionalisierte Darstellung. Und als solche sollte sie betrachtet werden.

***

Eugen Zentner ist Kulturjournalist und Autor. Zuletzt sind von ihm das Sachbuch «Kunst und Kultur gegen den Strom», der Kurzgeschichtenband «Corona-Schicksale» und der Gedichtband «Die Welt steht Kopf» erschienen.

«Welche NeutralitĂ€t fĂŒr die Schweiz?»

Die Referenten an der Sommertagung 2026 des Schweizer Standpunkt vertraten mehrheitlich die Ansicht, dass die Schweiz ihre glaubwĂŒrdige, bewaffnete und dauerhafte NeutralitĂ€t wieder stĂ€rker verfolgen sollte. Dabei wird die NeutralitĂ€t als wichtiges Instrument fĂŒr Frieden, Vermittlung und humanitĂ€res Engagement der Schweiz dargestellt. Kritisiert werden insbesondere die AnnĂ€herung an die NATO, die Übernahme von EU-Sanktionen gegen Russland sowie eine aus Sicht der Referenten zunehmende AbhĂ€ngigkeit von auslĂ€ndischen MĂ€chten.

Ein weiterer Schwerpunkt waren internationale Sanktionen. Wolf Linder, emeritierter Professor fĂŒr Politologie an der UniversitĂ€t Bern, kritisierte, dass Sanktionen seiner EinschĂ€tzung nach hĂ€ufig politisch und nicht konsequent nach völkerrechtlichen Kriterien eingesetzt wĂŒrden. Er plĂ€diert dafĂŒr, dass die Schweiz grundsĂ€tzlich nur Sanktionen der UNO ĂŒbernimmt.

Der Artikel hebt außerdem die Vermittlerrolle der Schweiz hervor. Anhand eines Beispiels wird gezeigt, wie die Schweiz dank ihrer NeutralitĂ€t vertrauliche GesprĂ€che zwischen Konfliktparteien ermöglichen konnte, die Deeskalation erwirkten.

Die Veranstalter sahen die Schweizer NeutralitĂ€t als wichtigen Teil der SouverĂ€nitĂ€t und als Grundlage fĂŒr die internationale Vermittlungs- und Friedensrolle der Schweiz. Sie sprachen sich deshalb fĂŒr eine RĂŒckkehr zu einer glaubwĂŒrdigen und eigenstĂ€ndigen NeutralitĂ€tspolitik aus.

Europa steht vor einer doppelten Diesel- und Erdgaskrise

«Schlaflose NĂ€chte» wĂŒrde ihr der weltweite Engpass bei der Dieselversorgung bereiten, erklĂ€rte Samantha Dart, Co-Leiterin der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, gegenĂŒber Bloomberg TV. Wie ZeroHedge berichtet, folgte am Mittwoch eine Mitteilung an die Kunden, in der die Bank davor warnte, dass auch die europĂ€ischen Erdgas-SpeicherstĂ€nde vor der winterlichen Heizperiode hinter dem saisonalen Durchschnitt zurĂŒckbleiben.

Das Portal weist darauf hin, dass die Benchmark-TTF-Futures – der wichtigste Referenzpreis fĂŒr Erdgas in Europa – diese Woche um 7 % auf etwa 54 Euro pro Megawattstunde fielen. Dart habe aber an ihrer Prognose von 60 Euro fĂŒr den Rest des dritten Quartals festgehalten. Sie habe angemerkt, dass die Importe von FlĂŒssiggas (LNG) in Nordwesteuropa die Erwartungen fĂŒr Juli auf Jahresbasis um 2,1 Millionen Tonnen verfehlt hĂ€tten, wodurch die Speicher am Monatsende nur zu 43 % gefĂŒllt gewesen seien – verglichen mit den prognostizierten 45,5 %.

ZeroHedge verweist auf die neuesten Bloomberg-Daten, laut denen Europas Erdgasspeicher zu etwa 57,87 % gefĂŒllt sind. Das liege rund 18 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Jahre 2009–2025. Dart schrieb in der Mitteilung.

«Insbesondere das Verfehlen der europĂ€ischen LNG-Importe im Juli (und das daraus resultierende Verfehlen der SpeicherbefĂŒllung) gegenĂŒber unseren Erwartungen deutet darauf hin, dass die europĂ€ischen Gasspeicher noch Nachholbedarf haben, wĂ€hrend die VerfĂŒgbarkeit von LNG-Lieferungen ungewiss bleibt.»

Dart betonte weiter, dass Europa die Einspeicherung von Erdgas beschleunigen mĂŒsse, um ihr Speicherziel von 67 % bis Ende Oktober zu erreichen. Höhere potenzielle Exporte aus Katar, eine schwĂ€chere Spot-Nachfrage in Asien und reduzierte Ă€gyptische Importe könnten zusĂ€tzliche Ladungen fĂŒr Europa freisetzen, obwohl ein frĂŒhzeitiger RĂŒckgang der TTF-Preise das Risiko berge, dass LNG wieder nach Asien umgeleitet wird.

Dart warnte, dass die TTF-Preise im Dezember 100 Euro ĂŒbersteigen mĂŒssten, um die asiatische Nachfrage einzudĂ€mmen, falls sich die Energieexporte aus dem Persischen Golf nur schrittweise erholen. Eine schnellere Wiedereröffnung der Straße von Hormus könnte die Preise hingegen auf 40 Euro drĂŒcken. ZeroHedge fasst zusammen:

«Sollten die Störungen in der Straße von Hormus andauern, könnte Europa mit Erdgas- und DieselbestĂ€nden in den Winter gehen, die weit unter den saisonalen Normen liegen. Dies wĂŒrde den Boden fĂŒr einen erneuten Anstieg der Energiepreise bereiten.»

Frankreich organisiert fĂŒr 2027 nationale Blackout-Übung

«Regierungen verbringen nicht Jahre damit, landesweite Krisensimulationen fĂŒr Ereignisse zu planen, die sie fĂŒr unmöglich halten», stellt der US-Finanzanalytiker Martin Armstrong fest. Sie wĂŒrden sich auf Szenarien vorbereiten, die sie zunehmend fĂŒr plausibel halten. Genau das habe seine Aufmerksamkeit bei einem aktuellen Bericht von Politico Europe erregt.

Demnach organisiert Frankreich in der zweiten HĂ€lfte des Jahres 2027 eine landesweite PlanĂŒbung, um einen katastrophalen Blackout zu simulieren. Daran beteiligt sind das MilitĂ€r, mehrere Ministerien und die Betreiber des nationalen Stromnetzes. Ziel sei es festzustellen, wie lange es dauern wĂŒrde, die Stromversorgung wiederherzustellen und gleichzeitig die KontinuitĂ€t des Staates selbst aufrechtzuerhalten. Armstrong erklĂ€rt:

«Hier geht es nicht mehr nur um die Wiederherstellung der ElektrizitĂ€t. Die Planungsdokumente konzentrieren sich Berichten zufolge auf die Wahrung der â€čKontinuitĂ€t des Staatesâ€ș und die Sicherstellung des Zugangs zu Generatoren, Medikamenten, TelekommunikationsgerĂ€ten, NotfallausrĂŒstung, AusrĂŒstung fĂŒr Strafverfolgungsbehörden und sogar kritischen Rohstoffen. Regierungen beginnen erst dann, solche Listen zu erstellen, wenn sie ĂŒber eine vorĂŒbergehende Unannehmlichkeit hinausdenken und eine systemische Störung erwarten.»

Offizielle Stellen fĂŒhren mehrere BegrĂŒndungen fĂŒr die Übung an: Sie verweisen auf den massiven Blackout in Spanien und Portugal im Jahr 2025, Cyberangriffe auf die europĂ€ische Infrastruktur, Rekordhitze, verheerende WaldbrĂ€nde und die zunehmende Verwundbarkeit moderner Stromnetze. Jede einzelne dieser Sorgen erachtet Armstrong fĂŒr sich genommen als berechtigt. Das Problem sei aber:

«Wenn man beginnt, eine Krise auf die andere zu tĂŒrmen, fangen Regierungen ganz automatisch an, Notstandsbefugnisse und Notfallplanungen auszuweiten.»

Der Finanzanalytiker erinnert daran, dass die moderne Zivilisation vollstĂ€ndig auf ElektrizitĂ€t angewiesen ist. Ohne sie wĂŒrden schon nach wenigen Tagen Lebensmittelversorgungsketten, Tankstellen, Telekommunikation, Banken, Wasseraufbereitung und die Notstromversorgung von KrankenhĂ€usern rasch zusammenbrechen.

Europa habe Jahre damit verbracht, sein Energiesystem aggressiv umzustrukturieren und gleichzeitig die AbhÀngigkeit von digitaler Infrastruktur zu erhöhen. Je komplexer eine Gesellschaft, desto verwundbarer sei sie.

Armstrong fragt sich: Warum 2027? Regierungen wĂŒrden solch massive Ressourcen selten fĂŒr hypothetische Krisen bereitstellen, es sei denn, sie betrachten diese als reale Bedrohung. Frankreichs bevorstehende Übung sei keine RoutineĂŒbung; durch die Einbeziehung des MilitĂ€rs, der Ministerien und der Energieversorger, um das Überleben des Staates selbst bei einem lĂ€ngeren landesweiten Stromausfall zu gewĂ€hrleisten, gehe sie weit ĂŒber die ĂŒbliche Katastrophenvorsorge hinaus. Der Finanzanalytiker schließt:

«Vielleicht sollte man sich auch fragen, warum so viele westliche Regierungen gleichzeitig Zivilschutzprogramme ausweiten, NotfallvorrĂ€te empfehlen, die Planung kritischer Infrastrukturen stĂ€rken und mit zunehmender Dringlichkeit ĂŒber Resilienz diskutieren. Diese Initiativen entstehen ĂŒberall in Europa, nicht isoliert.

Regierungen investieren selten so viel Zeit in die Vorbereitung auf Ereignisse, die sie fĂŒr unwahrscheinlich halten. Die vielleicht wichtigste Frage ist nicht, ob Frankreich eine Blackout-Simulation ĂŒberstehen kann. Die eigentliche Frage ist, warum europĂ€ische Regierungen zunehmend glauben, dass diese Szenarien nationale Proben verdienen. Wenn Regierungen anfangen, sich auf das Unvorstellbare vorzubereiten, legt die Geschichte nahe, dass das Unvorstellbare oft viel nĂ€her gerĂŒckt ist, als der Öffentlichkeit bewusst ist.»


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