Auch beim «Epstein-Buddy» Jean-Luc Brunel steht die Selbstmordtheorie auf sehr tönernen Füßen
Jean-Luc Brunel, der einflussreiche französische Model-Agent und mutmaßliche Serienvergewaltiger, war jahrzehntelang eine zentrale Figur im Epstein-Netzwerk. Laut einem detaillierten Bericht von The Gateway Pundit lieferte Brunel Dutzende minderjährige Mädchen an Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell, um sie für sexuellen Missbrauch zu «nutzen».
Virginia Giuffre beschreibt in ihrem posthum veröffentlichten Werk «Nobody's Girl: Meine Geschichte von Missbrauch und dem Kampf um Gerechtigkeit», wie Brunel sie mehrmals in New York und auf Epsteins Insel vergewaltigte – und wie Epstein und Brunel die Mädchen nebeneinander missbrauchten, während sie «gegenseitiges malignes Vergnügen an unserem Unglück» empfanden. Epstein selbst gab an, mit mehr als 1.000 von Brunels Mädchen geschlafen zu haben.
Besonders brisant sind neu freigegebene DOJ-Unterlagen aus dem Jahr 2016: Brunel verhandelte damals heimlich mit Anwälten von Epsteins Opfern und bot belastende Fotos von Epstein im Tausch gegen Immunität an. Er wollte vor Bundesstaatsanwälten in New York aussagen. Epstein erfuhr davon, schaltete die ehemalige Obama-White-House-Anwältin Kathy Ruemmler ein und bot drei Millionen Dollar, um die Aussage zu verhindern. Die Verhandlungen brachen ab – Brunel sagte nie aus.
Später wurde er in Paris verhaftet und in der berüchtigten La-Santé-Haftanstalt inhaftiert, in der er 2022 tot in seiner Zelle aufgefunden wurde. Offiziell hieß es Suizid, doch der Bericht spricht von «suicided». Dabei handelt es sich um einen umgangssprachlichen, meist ironisch oder zynisch verwendeten Begriff. Er bedeutet im Kern: Jemand wurde ermordet, aber der Tod wurde so inszeniert oder vertuscht, dass er offiziell als Selbstmord (suicide) durchgeht.
Auf den Tod von Brunel gehen wir auch in unserem kürzlich erschienenen Beitrag «Celia Farber über ‹Epstein-Sumpf›: Das Ausmaß der Verstrickung in der gesamten Gesellschaft lässt sich nicht überschätzen» ein. Darin heißt es, Brunel sei «100-mal schlimmer als Maxwell» gewesen, wie es ein anonymes Opfer bereits 2021 dem Justizministerium mitgeteilt hatte.
Das Epstein-Opfer Thysia Huisman wiederum äußert klare Zweifel am offiziellen Suizid-Szenario: Es sei «zu praktisch», genau wie bei Epstein selbst. Die mangelnde Überwachung in der Haft lasse den Verdacht einer systematischen Vertuschung aufkommen, um weitere Enthüllungen zu verhindern.
Die Zweifel begründen sich maßgeblich auf folgendem Sachverhalt:
- Der extrem «praktische» Zeitpunkt: Brunel starb am 19. Februar 2022 nachts gegen 1:00 Uhr in der Pariser La-Santé-Haftanstalt – wenige Monate vor seinem eigentlichen Prozessbeginn wegen Vergewaltigung Minderjähriger und mutmaßlicher Zuhälterei im Epstein-Netzwerk. Genau wie bei Epstein verhinderte der Tod jegliche Aussage oder weitere Enthüllungen.
- Mangelnde beziehungsweise angeblich unzureichende Überwachung: Brunel war allein in der Zelle. Er wurde zwischen zwei Kontrollrunden gefunden. Die Gefängnisgewerkschaft (FO) beteuerte sofort, es habe keine Pflichtverletzung gegeben. Skeptiker halten genau diese Erklärung für suspekt: In einem Hochsicherheitsfall mit Epstein-Bezug hätte eine strengere Überwachung (Kameras, ständige Beobachtung, Zellengenosse) erwartet werden müssen. Die «fehlende Überwachung» wird explizit als Nährboden für Vertuschungsverdacht genannt.
- Ein erfahrener Pariser Polizist sagte der New York Post damals: «Es war sehr praktisch und ja, verdächtig.» Im selben Artikel wird auch ein Pariser Fotograf, der mit Brunel gearbeitet hatte, mit der Aussage zitiert, das alles sei schon «seltsam».
Noch extremer und seltsamer wirken die Umstände von Brunels Ableben, wenn man die Umstände des Todes von Jeffrey Epstein betrachtet. So berichteten wir über den renommierten Pathologen Michael Baden, der im Auftrag von Epsteins Familie als Beobachter bei der Autopsie am 11. August 2019 anwesend war. Baden stellte dann drei Frakturen im Halsbereich fest (Hyoidknochen links sowie rechter und linker Schildknorpel), Petechien in Gesicht, Augen und Zunge sowie eine asymmetrische, nicht umlaufende Ligaturfurche – alles Befunde, die «am wahrscheinlichsten» auf eine Strangulierung (Mord durch Erwürgen) hindeuten.
In seiner 50-jährigen Karriere habe er noch nie einen Suizid durch Erhängen mit dreifachem Genickbruch gesehen. Schon eine einzelne Fraktur erfordere eine Mordermittlung. Die offizielle Todesursache «Suizid durch Erhängen», festgelegt von der New Yorker Chief Medical Examiner Barbara Sampson (die selbst nicht bei der Autopsie anwesend war), steht damit auf extrem wackeligen Füßen – um nicht zu sagen: sie hat faktisch keine belastbare Grundlage.
Hinzu kommen die ausgefallenen Kameras, die fehlenden Kontrollgänge, die chaotische Tatortbearbeitung und eine mysteriöse orangefarbene Gestalt auf dem verbliebenen Video – alles Indizien, die den offiziellen Suizid-Bericht massiv infrage stellen.
Zusammengenommen zeigt sich ein erschreckendes Muster: Brunel und Epstein waren nicht nur Täter, sondern auch gefährliche Kronzeugen, deren plötzliche Tode in Hochsicherheits-Haftanstalten unter dubiosen Umständen erfolgten. Während die offiziellen Stellen bei beiden «Suizid» verkünden, sprechen die forensischen Fakten, die Opfer-Aussagen und die fehlende Überwachung eine völlig andere Sprache – eine Sprache der systematischen Vertuschung, die das gesamte Ausmaß des Epstein-Sumpfes weiter im Dunkeln lässt.