Wikipedia nennt «Transition News» «verschwörungsideologisches Desinformationsportal»
Sie gilt vielen immer noch als zuverlässige Informationsquelle. Möchte man zum Beispiel wissen, wie viele Einwohner die Stadt Cochabamba in Bolivien hat oder wo die Drehfrequenz von Flagellen liegt, ist sie das auch, soweit möglich. Doch längst ist klar, dass die Online-«Enzyklopädie» Wikipedia bei umstrittenen Themen Mainstream-Narrative wiedergibt und alles andere als ausgewogen oder gar möglichst objektiv ist.
Das zeigt zum Beispiel schon der Eintrag über den Schweizer Historiker Daniele Ganser. So meint Wikipedia etwa: «Er verbreitet Verschwörungstheorien, besonders zum 11. September 2001 und zum Russisch-Ukrainischen Krieg.» Und das, obwohl schon öfter versucht wurde, diesen Satz zu ändern.
Gute Arbeit, um die manipulative Struktur hinter Wikipedia aufzudecken, hat der deutsche Biologe Markus Fiedler geleistet. Im Film «Die dunkle Seite der Wikipedia» hat er exemplarisch seine Recherchen über die Seite von Ganser und deren Resultate aufgezeigt. Im Gespräch mit Kayvan Soufi-Siavash, damals «KenFM», hatte er sich 2022 ausführlich dazu geäußert. Auch der Journalist Michael Brückner hat sich mit «falschen Informationen und Propaganda in der Online-Enzyklopädie» befasst, in seinem Buch «Die Akte Wikipedia».
Transition News hat zwar (noch) keinen eigenen Eintrag bei diesem globalen Wahrheitshüter, doch geadelt wird unser Portal darin dennoch, wie uns kürzlich aufgefallen ist. So heißt es auf der Seite über die deutsche Lyrikerin und Musikerin Alexa Rodrian:
«In einem Interview beim verschwörungsideologischen Desinformationsportal ‹Transition News›, geführt von einem Autor der ‹NachDenkSeiten›, führt Rodrian nicht nur aus, dass Israel die gesamte Region besetzt halte, sondern ferner, dass der Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 ‹eine unvermeidbare Folge dieser andauernden Menschenrechtsverletzungen› sei.»
Volle Breitseite also, fast ein Zungenbrecher: «Verschwörungsideologisches Desinformationsportal»! DAS ist in Wahrheit Desinformation, doch man kennt ja diese Kampfbegriffe – in diesem Fall kommen sie sogar gerattert. Der Witz ist aber, dass Wikipedia unser Nachrichtenportal an anderer Stelle selbst als offenbar vertrauenswürdige Quelle verwendet.
Interessanterweise geht es auch in diesem Fall um Israel beziehungsweise um die Havas Group, ein globales Mediennetzwerk mit Hauptsitz in Frankreich. Wir hatten berichtet, dass dessen deutscher Ableger, die Havas Media Germany GmbH, von der israelischen Regierung mit der Koordination und Durchführung einer Medienkampagne in den USA beauftragt wurde.
Dem Vertrag zufolge ist das Ziel, «eine landesweite Kampagne zur Bekämpfung von Antisemitismus in den USA durchzuführen». Und was «antisemitisch» in den Augen mancher israelischer Politiker bedeutet, ist klar: jegliche internationale Kritik an der israelischen Regierung und deren Armee. Unseren Beitrag benutzt Wikipedia nun als eine der Quellen für den folgenden Absatz mit dem Titel «Verträge mit Israel»:
«Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass aufgrund von Verträgen zwischen der israelischen Regierung und mit Donald Trump verbundenen Unternehmen Werbekampagnen für Israel unternommen werden sollen, die Millionen von evangelikalen Christen in den USA ansprechen, Bots einsetzen, Influencer engagieren und versuchen, ChatGPT pro-israelischer zu gestalten; für diese Hasbara-Offesive, um das Image Israels nach den Vorwürfen des Völkermordes in Gaza zu verbessern, bezahlte die israelische Regierung Millionen US-Dollar an die Havas Media Germany GmbH. Seit 2018 erhielt Havas zumindest 100 Millionen US-Dollar, um Tourismus-Werbung für Israel in den USA zu betreiben.»
Dass wir für Wikipedia ein «verschwörungsideologisches Desinformationsportal» sind, hat uns sehr amüsiert. Denn wir sind immer darauf bedacht, ausschließlich geprüfte Informationen zu veröffentlichen. Auch fügen wir jeweils unsere Quellen an, inklusive Originalquellen – im Gegensatz zu den meisten Systemmedien. Und sollte sich im Nachhinein dennoch herausstellen, dass etwas Falsches geschrieben wurde, dann korrigieren wir das und weisen in einer Anmerkung auf die Änderung hin, wie es beispielsweise kürzlich geschehen ist. Jedem Journalisten passieren gelegentlich Fehler. Wichtig sind dann die Korrektur und die Transparenz.
Doch das alles hilft nichts, denn «Verschwörungsideologe» wird man bekanntlich, wenn man Fakten verbreitet, die dem «Establishment» unangenehm sind. Das entspricht einem Zitat, das oft George Orwell zugeschrieben wird, aber wahrscheinlich vom US-amerikanischen Zeitungsmagnaten William Randolph Hearst stammt: «Nachrichten sind etwas, das jemand nicht gedruckt sehen will; alles andere ist Werbung.» Und je mehr Reichweite man hat, desto mehr wird man angefeindet.
Daher ist zu hoffen, dass auch Transition News irgendwann genügend Reichweite für einen eigenen Eintrag auf Wikipedia hat. Das würde wiederum mehr Bekanntheit bringen – und vermutlich mehr zum Lachen. Dieser «Informationskrieg» ist zwar bitterernst, doch auch oder gerade in schwierigen Zeiten sollte man bekanntlich den Humor nicht verlieren. Da könnten wir von den Russen sicherlich dazulernen: beim Galgenhumor.

