ZDF korrigiert «Heute-Journal»: KI-Video und falsche Szene eingeräumt
Das öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehen ZDF hat Manipulationen in einem Beitrag des «heute-journal» eingeräumt und sich öffentlich entschuldigt. In der Dienstagsausgabe der Nachrichtensendung sprach Nachrichtenchefin Anne Gellinek von «handwerklichen Fehlern», die man richtigstellen wolle.
Auslöser war ein Bericht vom Sonntag über Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen illegale Migranten. In der Anmoderation hatte Moderatorin Dunja Hayali von einem «Klima der Angst» gesprochen. Der Beitrag stammte von Nicola Albrecht, Leiterin des ZDF-Korrespondentenbüros in New York.
Wie alternative Medien berichteten, enthielt der Beitrag ein mit der KI «Sora» generiertes Video. Die Sequenz zeigte die angebliche Festnahme einer Mutter mit Kind durch ICE-Beamte – ein Vorgang, der so nicht stattgefunden hatte. Zudem wurde eine Szene eingeblendet, die als ICE-Einsatz dargestellt wurde. Tatsächlich handelte es sich um einen Polizeieinsatz aus dem Jahr 2022 im Zusammenhang mit einer angekündigten Gewalttat eines Jugendlichen; der Vorfall ereignete sich unter dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden und nicht unter dessen Nachfolger Donald Trump, wie der Kontext nahelegte.
Zunächst hatte ein ZDF-Sprecher erklärt, eine Korrektur auf der entsprechenden Internetseite des Senders sei ausreichend. Nachdem jedoch unter anderem der OERR-Blog auf der Plattform X sowie weitere Medien den Vorgang aufgegriffen hatten, entschied sich das ZDF zu einer Richtigstellung im laufenden Programm.
In der Sendung räumte der Sender ein, ein «mit KI generiertes Video» verwendet zu haben. Die Nutzung solcher KI-Bilder widerspreche den hausinternen Standards. Auch die zweite fehlerhafte Szene sei vor der Ausstrahlung nicht korrekt verifiziert worden; die Prüfverfahren seien «zu spät angewandt» worden.
Gellinek sprach von einem «Doppelfehler», der sorgfältig aufgearbeitet werde. Man investiere erhebliche Ressourcen in die Überprüfung von Informationen; diesem Anspruch sei man in diesem Fall nicht gerecht geworden. Sie bat die Zuschauer ausdrücklich um Entschuldigung.
Aufarbeitung und Entschuldigung hätte es wohl nicht gegeben, wenn die besagten alternativen Medien den Finger nicht auf den wunden Punkt gelegt hätten. Auch danach wollte das ZDF die Sache zuerst mit einer unauffälligen Korrektur aussitzen.

