Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / II




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    8      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,
    9 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren
    10 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns
    11 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem
    12 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere
    13 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im
    14 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-
    15 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren
    16 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.
    17      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-
    18 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-
    19 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle
    20 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein
    21 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug
    22 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten
    23 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in
    24 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie
    25 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-
    26 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-
    27 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich
    28 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang
    29 setzend.
    30      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale
    31 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-
    32 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren
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    36 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===
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16      So lose auch bei nachlässigerer Betrachtung eine 52      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
17  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufs mit der Wertein- 53  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
18  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur 54  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
19  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt 55  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
20 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Avvnvvschauung, die eigentlich, 56 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
21 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- 57 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
22 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der 58 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
23 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- 59 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
24 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie 60 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
25 nimmer dem Winke der Tvvhvveorie, die Werteinheit wandelt und formt 61 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
26 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe 62 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
27 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich 63 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
28 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren 64 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
29 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann 65 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
30 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt 66 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
31 und ihr Sein in den fei**ns**ten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- 67 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
32 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug 68 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
33 die Sonde anlegen, um den Kern, den Ivvnvvhalt und den Geist der Wert- 69 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
34 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. 70 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
35      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- 71      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
36 gutes war, den zufälligen Austausch von Wvvavvren zwischen Einzelper- 72 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
37 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- 73 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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    87 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren
    88 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns
    89 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem
    90 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere
    91 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im
    92 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-
    93 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren
    94 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.
    95      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-
    96 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-
    97 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle
    98 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein
    99 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug
    100 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten
    101 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in
    102 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie
    103 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-
    104 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-
    105 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich
    106 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang
    107 setzend.
    108      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale
    109 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-
    110 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren
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    128      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
    129  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
    130  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
    131  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
    132 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
    133 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
    134 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
    135 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
    136 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
    137 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
    138 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
    139 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
    140 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
    141 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
    142 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
    143 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
    144 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
    145 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
    146 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
    147      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
    148 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
    149 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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50 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, 162 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
51 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch 163 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
52 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten 164 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
53 war, sollte von dieser Svvevvite die Entwicklung nicht gehemmt werden, 165 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
54 so wird auch der schon hieraus erkennbare Gvvevvist der Werteinheit 166 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit
55 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, 167 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
56 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- 168 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
57 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles 169 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
58 verbindendes Bvvavvnd zu schlingen, mit anderen W**o**rten, dem ganzen 170 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen
59 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- 171 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
60 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- 172 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-
61 sigen Abwicklung zu verhelfen. W**i**r sprechen in jener Zeit von Welt- 173 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-
62 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben 174 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
63 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- 175 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-
64 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- 176 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-
65 heit in die Evvrvvscheinung tritt. Uvvnvvd jede dieser Einheiten hat wieder- 177 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-
66 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- 178 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
67 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich 179 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich
68 selbst schöpfen. Diese Kvvrvväfte so in Bewegung zu setzen, dass ein 180 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
69 relatives Mvvavvximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach 181 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
70 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- 182 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-
71 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kap**i**tal " 183 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "
72 erübrigt wird, diesen Mechanismus **i**nsgesamt wollen wir den Kreis- 184 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-
73 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man 185 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
74 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- 186 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
75 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch 187 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
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88 noch von einer Tvvavvuschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- 200 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
89 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der 201 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
90 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- 202 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
91 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine 203 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
94 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei 206 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
95 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- 207 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
96 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb 208 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
97 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche, 209 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
98 zum Kvvovvnsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das 210 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
99 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. 211 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
100 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- 212 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
101 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch 213 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
102 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. 214 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
103 Auch wenn das Gvvevvld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich 215 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
104 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen 216 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
105 Ewiges darstellt und immer auf's neue gegen Genussgüter zu tau- 217 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
106 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch 218 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
107 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn 219 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
108 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere 220 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
109 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- 221 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
110 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Kvvovvnsums er- 222 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
111 reicht ist. Von diesem Augenblick an ist das Geld begrifflich 223 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
112 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie 224 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
113 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- 225 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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126 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- 238 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
127 güter mittels jenes Geldes doch immer wieder gleich gross sein 239 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
128 müsste. Vvvavvrianten mögen wohl im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- 240 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
129 heit möglich sein. Ivvnvv anderen Falle, wo das Geld in einem stoffwert-    
130 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei 241 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
131 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, 242 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
132 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet 243 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
133 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tvvavvusch zwischen Geld und 244 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
134 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- 245 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
135 chen werden. 246 chen werden.
136      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- 247      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
137 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- 248 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
138 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- 249 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
139 men als Tvvavvuschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der 250 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
140 Aeuquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tvvavvusch zu legen, kann durch 251 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
141 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier 252 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
142 bei der Betrachtung des Kvvrvveislaufs kann es nur darauf ankommen, 253 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
143 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser 254 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
144 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf 255 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
145 dieser Grundlage sich hat vollziehen können. 256 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
147 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, 258 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
148 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- 259 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
149 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der 260 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
150 Gesellschaft der Gvvlvveichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir 261 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
151 sahen--_--nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende 262 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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164 ni**c**ht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen 275 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
165 hat, dass die Svvpvvanne eine immer grössere zu werden vermag, je 276 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
166 entfernter der W**i**rtschaftende einer fertigen Ware insbesondere 277 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
167 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, 278 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
168 ohne aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Fvvrvveiheit verlustig 279 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
169 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich --ed--definitiv nur 280 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
170 gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die    
171 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- 281 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
172 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe. Die Schwie- 282 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
173 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen 283 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
174 darin suchen, dass in der modernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und 284 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
175 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren 285 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
176 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güter**e**ntnahme aus der 286 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
177 Wirtschaft, am Kvvovvnsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, 287 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
178 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch 288 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
179 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des 289 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
180 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen 290 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
181  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgänge 291  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
182 **h**ier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das 292 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
183 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher 293 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
184 gerecht und uns allgemein verständlicher wird. 294 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
185      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters 295      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
186 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausführt: 296 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
187      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- 297      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
188 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und 298 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
189 und zwar realiesieren sich Produktion und Verteilung durch den 299 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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194 ===25=== 304 ===25===
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197 307
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199 309
200 310
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202 Austausch von produktiven Lvvevvistungen sachlicher und persönlicher 312 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
203 Natur gegen Gvvevvnussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck 313 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
204 Sozialprodukt. Die Pvvrvvoduktion ist wirtschaftlich nichts anderes 314 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
205  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert 315  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
206 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln 316 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
207 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Uvvnvvternehmer 317 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
208 tauschen das Sozialprodukt gegen Bvvovvden- und Arbeitsleistungen und 318 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
209 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren 319 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
210 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten 320 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    321 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    322 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    323 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
211 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder 324 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
212 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- 325 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
213 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem 326 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
216 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten 329 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
217 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst 330 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
218 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, 331 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
219 in zwei Mvvävvrkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- 332 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
220 mer Nachfragende--n--, die Konsumenten Anbietende, auf dem Genussgüter- 333 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
221 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von 334 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
222 Geld gegen Genussgüter. Die Kvvovvnsumenten des Genussgütermarktes 335 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
223 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt alvvsvv Anbietende 336 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
224 auftreten und können auf dem Gvvevvnussgütermarkt dasselbe Geld aus- 337 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
225 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, 338 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
226 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den 339 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
227 | 340 |
228 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png?center&418 341 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png
229 || 342 ||
230 ||# 343 ||#
231 ===26=== 344 ===26===
232 #|| 345 #||
233 || 346 ||
234 347
235      - 26 - 348 - 26 -
236 349
237 350
238 351
246      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite 359      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
247 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- 360 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
248 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten 361 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
249 zum Kvvovvnsum öffnet, den finden wir im Einkommen. Der Konsumtrieb 362 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
250 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung 363 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
251 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment 364 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
252 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner 365 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
253 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- 366 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
254 bunden sein. Eine Vvvorvvauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums 367 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
255 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Kvvovvnsum 368 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
256 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme der 369 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
257 Ware, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
258 dem Wesen nach eine Krise. 370 dem Wesen nach eine Krise.
259      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis 371      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
260 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen 372 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
261 die vom erfahrungsgemäss vorauserwartetem heutigen Kvvovvnsum vor- 373 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
262 geschrieben wurde. Mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- 374 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
263 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass 375 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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265 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png?center&418 377 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png
266 || 378 ||
267 ||# 379 ||#
268 ===27=== 380 ===27===
269 #|| 381 #||
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272      - 27 - 384 - 27 -
273 385
274 386
275 387
276 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- 388 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
277 tvvervvstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und 389 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
278 Kvvovvnsumtion in gewissen Gvvrvvenzen sich die Wage halten müssen. Zwang- 390 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
279 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise: nämlich dann, 391 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
280 wenn wir aus der Mvvüvvndung mehr Kvvovvnsumgüter erwarten, als diese uns 392 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
281 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn 393 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
282 wir einen späteren Kvvovvnsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- 394 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
283 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später 395 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
284 realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- 396 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
285 langen. Hier der wirtschaftlichen Evvnvvtwicklung keine Fesseln anzu-    
286 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere 397 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
287 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die 398 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
288  Svvovvrgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug 399  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
289 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank-- und beson- 400 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
290 ders der Diskontopolitik. 401 ders der Diskontopolitik.
291      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- 402      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
292 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu 403 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
293 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- 404 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
294 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige 405 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
295 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise 406 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
296 einmal historisch--o--aus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als 407 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
297 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne 408 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
298 indes an dem Kern des Wert**g**ebr**i**ffes rütteln zu wollen, der als 409 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
299 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- 410 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
300 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- 411 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
301 412
302 | 413 |
303 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png?center&418 414 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png
304 || 415 ||
305 ||# 416 ||#
306 ===28=== 417 ===28===
307 #|| 418 #||
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310      - 28 - 421 - 28 -
311 422
312 423
313 424
314 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn 425 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
315 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen 426 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
316 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben . Die Werteinheit hat die 427 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
317 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte 428 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
318 aufzuzeigen. Wohl aber muss jedes Gvvuvvt seinen absoluten Wert aus 429 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
319 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, 430 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
320 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die 431 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
321 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich 432 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
322 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft 433 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
323  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das 434  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
324 ist das Einkommen der Nation. 435 ist das Einkommen der Nation.
325      Die Kalkulation ist nichts weiter, als eine Addition von 436      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
326 aufzuwendenden **P**roduktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- 437 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
327 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien 438 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
328 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen 439 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
329 mit der starren oberen Gvvrvvenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die 440 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
330 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht 441 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
331 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- 442 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
332 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes 443 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
333 der Wirtschaft und insbesondere für das Erkennen des Wesens der 444 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
334 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten 445 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
335 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- 446 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
336 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- 447 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
337 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar 448 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
338 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- 449 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
339 450
340 | 451
341 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png?center&418 452 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png
342 || 453 ||
343 ||# 454 ||#
344 ===29=== 455 ===29===
345 #|| 456 #||
346 || 457 ||
347 458
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349 460
350 461
351 462
352 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich 463 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
353 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt 464 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
354 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, den realen Wert seines Anteils, 465 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
355 den er irgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten 466 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
356 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in 467 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
357 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- 468 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
358 sönliche und Ivvnvvdividuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade 469 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
359 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des 470 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
360 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent 471 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
361 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine 472 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
362 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen s**u**chen. 473 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
363      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist uns das Nomi- 474      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
364 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir 475 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
365 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in 476 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
366 der arbeitsteiligen Wvvivvrtschaft mehr und mehr entfernt haben; das 477 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
367 Nominaleinkommen muss insgesamt das Rvvevvaleinkommen vom Markte wie- 478 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
368 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen 479 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
369 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- 480 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
370 nung der Quantitätstheorie muss der Avvuvvsgleich von Einkommens-und 481 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
371 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, 482 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
372 dass dieser* Endzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, 483 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
373 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die 484 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
374 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu 485 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
375 equilibrieren. 486 equilibrieren.
376      Wir können sagen: 487      Wir können sagen:
377 488
378 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png?center&418 489 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png
379 || 490 ||
380 ||# 491 ||#
381 ===30=== 492 ===30===
382 #|| 493 #||
383 || 494 ||
384 495
385      - 30 - 496 - 30 -
386 497
387 498
388 499
389      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist 500      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
390 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine 501 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
391 vvGvvültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass 502 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
392 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das 503 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
393 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- 504 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
394 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun 505 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
395 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in 506 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
396 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene 507 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
397 Relationen eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- 508 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
398 wertigem (Tauschgut ) doch Gvvlvveichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung 509 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
399 auf das Sozialprodukt den Lvvevvistenden zur Verfügung stellen. In 510 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
400 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen 511 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
401 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es 512 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
402 das Vorherrschen der Werteinheit, die in Geld oder der Wirkung 513 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
403 nach geldgleicher Fvvovvrm das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet 514 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
404 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen 515 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
405 Gemeinschaft verbindet. Dvvovvch ist die Werteinheit eine ältere Er- 516 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
406 scheinung und hat dort ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen 517 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
407 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied 518 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
408 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber 519 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
409 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. 520 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
415 526
416 527
417 528
418 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png?center&418 529 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png
419 || 530 ||
420 ||# 531 ||#
421 ===31=== 532 ===31===
422 #|| 533 #||
423 || 534 ||
424 535
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426 537
427 538
428 539
429 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- 540 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
430 einkommen **u**nd den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist 541 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
431 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale 542 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
432 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- 543 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
433 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- 544 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
434 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt 545 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
435 kein anderer Weg zur Pvvrvvoduktion als durch Aufwendungen von Arbeit 546 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
436 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird 547 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
437 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen 548 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
438 Evvrvvzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale 549 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
439 Anteile am gesamten Produktionsfond. 550 Anteile am gesamten Produktionsfond.
440      Wir sehen, dass in vvovvrdnungsmässigem Gang der Wirtschaft 551      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
441 die Bvvivvndungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- 552 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
442 schem Avvuvvsschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar 553 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
443 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines 554 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
444 und dasselbe. Die Gvvüvvterpreise finden wir in gewissen Grenzen als 555 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
445 gegebene Gvvrvvössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge**-** 556 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
446 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten 557 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
447 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie 558 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
448 auf den Markt gelangen diesem Netz von Re**l**ationen ungefähr ein. 559 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
449 Mit der Grösse der Produktion und den Pvvrvveisen wird als abhängige 560 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
450 Grösse das Nominaleinkommen **i**n absolut gleicher Höhe geschaffen. 561 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
451 Preiskampf und vvPvvreisrevolution kann begrifflich nicht möglich 562 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
452 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie 563 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
453 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, 564 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
454 565
455 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png?center&418 566 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png
456 || 567 ||
457 ||# 568 ||#
458 ===32=== 569 ===32===
459 #|| 570 #||
460 || 571 ||
461 572
462      - 32 - 573 - 32 -
463 574
464 575
465 576
466 das andre Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber 577 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
467 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht 578 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
468 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach 579 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
469 seinen subjektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven 580 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
470 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter 581 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
471 herangezogen werden. Was aber in diesem Zvvuvvsammenhang mitbestimmt 582 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
472 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer 583 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
473 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität 584 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
474 und der Qualität der Pvvrvvoduktion beeinflusst und geändert werden. 585 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
475  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen 586  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
476 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- 587 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
477 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- 588 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
478 beiter, Bauer, Beamter und freie B**e**rufe nicht willkürlich nebenein- 589 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
479 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit 590 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
480 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben 591 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
481 dem Preisgebände oder besser mit dem Preisgebände ist auch das 592 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
482 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei **b**eiden 593 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
483 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- 594 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
484 menhang zu konstatieren ist. 595 menhang zu konstatieren ist.
485      Der Kvvrvveislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- 596      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
486 blem gipfeln, die Evvivvnkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, 597 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
487 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, 598 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
488 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- 599 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
489 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten 600 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
490 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich 601 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
491 602
492 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png?center&418 603 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png
493 || 604 ||
494 ||# 605 ||#
495 ===33=== 606 ===33===
496 #|| 607 #||
497 || 608 ||
498 609
499      - 33 - 610 - 33 -
500 611
501 aller, abe**r** auch alle Berufsgruppen teilen. Ivvnvv den Güterkalkulati- 612 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
502 onen finden wir die Substanz für alle Evvivvnkommen. 613 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
503      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die 614      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
504 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten 615 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
505 von Einkommen zu unterscheiden haben: 616 von Einkommen zu unterscheiden haben:
507 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- 618 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
508 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, 619 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
509 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- 620 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
510 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der **G**esell- 621 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
511 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 622 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
512 623
513 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen 624 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
517 628
518 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die 629 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
519 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend 630 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
520 machen können. 631 machen können .
521 632
522 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- 633 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
523 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. 634 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
524 635
525 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png?center&418 636 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png
526 || 637 ||
527 ||# 638 ||#
528 ===34=== 639
529 640
530 641 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png
531 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png    
532 642
533 ===35=== 643 ===35===
534 #|| 644 #||
535 || 645 ||
536 646
537      - 35 - 647 - 35 -
538 648
539      Was an jeder bildlichen Dvvavvrstellung fehlerhaft sein 649      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
540 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- 650 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
541 keit natürlich im organischen Fvvlvvusse befinden. Das müssen wir auch 651 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
542 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- 652 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
543 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die 653 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
544 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- 654 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
549 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie 659 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
550 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; 660 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
551 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es 661 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
552 bleiben **i**hnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem 662 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
553 Kvvovvnsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. 663 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
554 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären 664 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
555 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- 665 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
556 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden 666 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
557 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden pri**v**at- 667 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
558 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, 668 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
559 das sich in sog. volkswirtschaftl**i**ch**e**m Kapital niedergeschlagen 669 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
560 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den 670 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
561 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um 671 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
562 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- 672 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
563 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. 673 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
564 674
565 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png?center&418 675 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png
566 || 676 ||
567 ||# 677 ||#
568 ===36=== 678 ===36===
569 #|| 679 #||
570 || 680 ||
571 681
572      - 36 - 682 - 36 -
573 683
574 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, 684 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
575 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- 685 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
576 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- 686 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
577 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- 687 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
578 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- 688 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
579 leranteil **z**ugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- 689 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
580 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- 690 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
581 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet 691 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
582 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- 692 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
583 läufen ausgleichen. 693 läufen ausgleichen.
584      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse 694      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
585 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- 695 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
586 preise. Das ist nichts z**u**fälliges, sondern die notwendige Fol**g**e des 696 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
587 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . 697 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
588 Wenn wir sagen, die Pvvrvveise und in ihnen die Idee der Werteinheit 698 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
589 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass 699 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
590 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- 700 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
591 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen 701 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
592 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie 702 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
593 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch 703 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
594 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die 704 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
595 Nominaleinkommen sind das Spiegelbild der Preise und so können wir 705 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
596 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real-und Nominal- 706 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
597 einkommen bezeichnen. Dass wir den Preisen die primäre Rolle ein- 707 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
598 räumen, könnte als gegen die Tvvavvtsachen verstossend erschienen, denn 708 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
599 709
600 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png?center&418 710 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png
601 || 711 ||
602 ||# 712 ||#
603 ===37=== 713 ===37===
604 #|| 714 #||
605 || 715 ||
606 716
607      - 37 - 717 - 37 -
608 718
609 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung 719 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
610 und nehmen möglichst an dem Pvvrvveise im einzelnen die letzte Kor- 720 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
611 rektur vor; aber die Pvvrvveise sind nicht nur historisch gegenüber 721 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
612 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von 722 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
613 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung 723 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
614 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- 724 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
622 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- 732 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
623 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, 733 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
624 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden 734 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
625 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfalle wohl verschieden; 735 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
626 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat- 736 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
627 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als 737 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
628 Einkommen z**u** erhalten**.** Während also Real- und Nominaleinkommen sich 738 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
629 stets devvcvvken müssen, weil es nur verschiedene Ausdvvrvvücke gleicher 739 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
630 vvSvvache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3. Aus- 740 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
631 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- 741 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
632 griffe sein und kann nur in der Avvuvvsschliesslichkeit des Einkom- 742 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
633 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld 743 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
634 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen 744 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
635 745
636 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png?center&418 746 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png
637 || 747 ||
638 ||# 748 ||#
639 ===38=== 749 ===38===
640 #|| 750 #||
641 || 751 ||
642 752
643      - 38 - 753 - 38 -
644 754
645 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe 755 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
646 von Nvvovvminaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier 756 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
647 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte 757 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
648 decken wir auf, wenn wir den Mvvevvchanismus kurz erklären, wie das 758 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
649 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen 759 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
650 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anl**e**h- 760 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
651 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen 761 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
652 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- 762 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
653 sels als die der Vvvovvllendung am nächsten kommende Einrichtung hin, 763 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
654 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- 764 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
655 fassung. 765 fassung.
656      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens 766      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
657 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir **u**nsere 767 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
658 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- 768 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
659 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe vo**n** Dienst 769 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
660 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- 770 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
661 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- 771 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
662 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- 772 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
666 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- 776 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
667 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- 777 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
668 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden 778 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
669 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wieder**um** ihren Unternehmer 779 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
670 780
671 781
672 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png?center&418 782 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png
673 || 783 ||
674 ||# 784 ||#
675 ===39=== 785 ===39===
676 #|| 786 #||
677 || 787 ||
678 788
679      - 39 - 789 - 39 -
680 790
681 vvUnvvternehmer geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung 791 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
682 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- 792 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
683 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- 793 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
684 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem 794 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
685 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- 795 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
686 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur 796 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
687 private Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist 797 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
688 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- 798 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
689 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles 799 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
690 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen 800 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
696 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit 806 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
697 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der 807 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
698 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes 808 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
699 Forderungsrecht, eben unser Evvivvnkommen sich aufgelöst hat und in 809 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
700 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft 810 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
701 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion 811 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
702 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. 812 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
703      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes 813      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
704 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. 814 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
705 Ivvnvv Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit 815 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
706 816
707 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png?center&418 817 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png
708 || 818 ||
709 ||# 819 ||#
710 ===40=== 820 ===40===
711 #|| 821 #||
712 || 822 ||
713 823
714      - 40 - 824 - 40 -
715 825
716 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde 826 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
717 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander 827 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
718 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. 828 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
719      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die 829      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
720 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schilde**r**n 830 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
721 wollen, das sind die Zvv**u**vvsammenhänge, soweit sie das gezeichnete Bild 831 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
722 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber 832 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
723 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- 833 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
724 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- 834 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
725 güter repräsentiert, das können wir ruhig **xxx** dem viel bekritelten 835 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
726 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst 836 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
727 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer 837 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
728 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa 838 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
729 in den geforderten prima U**n**terschriften, sondern in der wirt- 839 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
730 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl 840 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
731 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- 841 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
732 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch 842 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
733 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger 843 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
734 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nicht als Einkommen 844 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
735 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept 845 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
736 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz 846 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
737 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen 847 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
738 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. 848 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
739    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, 849    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
740 die wir m**i**t dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, 850 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
741 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehun**g** 851 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
742 852
743 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png?center&418 853 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png
744 || 854 ||
745 ||# 855 ||#
746 ===41=== 856 ===41===
747 #|| 857 #||
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749 859
750      - 41 - 860 - 41 -
751 861
752 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse 862 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
753 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich 863 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
755 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- 865 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
756 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- 866 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
757 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde 867 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
758 bezahlt**,** es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl. f]gerechnet, Wechsel dienen 868 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
759 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt 869 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
760 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu 870 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
761 suchen haben. Wvvavvs das Geld anlangt, so ist in der Grösse der 871 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
762 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist 872 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
763 der Verkehr souverän. D**e**nken wir nun daran, dass das gleiche Geld 873 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
764 teilweise als blosses Rech**en**geld z.B. an den Quartalsterminen 874 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
765 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- 875 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
766 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner 876 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
767 eigentlichen primären Funktion. Dvvavvs Geld ist auf der einen Seite 877 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
768 Bescheinigung für unsere vvLvveistung, die sich in realem Gute hat 878 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
769 niederschlagen müssen, das auf dem Mvvavvrkte erscheinen wird, auf der 879 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
770 anderen Seite ist es eine Avvnvvweisung auf wieder ein reales Gut ; 880 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
771 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen 881 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
772 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen 882 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
773 als eine Folgeerscheinung des [sic] heutigen Produktionsweise. Diesen 883 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
774 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt 884 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
775 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- 885 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
776 einheiten auch die Gvvüvvter vergleichbar und teilbar werden lässt. 886 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
777 Die Werteinheit schafft Pvvrvveise und lässt durch sie den Güter- 887 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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788 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen 898 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
789 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution 899 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
797 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. 907 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
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    921 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    922 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    923  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    924 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    925 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    926 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    927 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    928 erhoffen liessen.
    929      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    930 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    931 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    932 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    933 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    934 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    935 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    936 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    937
    938      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    939 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    940 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    941 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    942 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    943 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    944 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    945 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    946 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    947 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    960 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    961 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    962 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    963 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    964 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    965 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    966 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    967 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    968 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    969 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    970 ten.
    971
    972      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    973 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    974 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    975 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    976 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    977 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    978 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    979 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    980 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    981 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    982 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    983 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    984 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    985 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    986 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    999 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    1000 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    1001 von Edelmetallen.
    1002      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    1003 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    1004 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    1005 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    1006 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    1007 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    1008 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    1009 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    1010 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    1011 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    1012 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    1013 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    1014 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    1015 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    1016 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    1017 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    1018 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    1019 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    1020 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    1021 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    1022 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    1023 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    1024 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    1037 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    1038 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    1039 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    1040 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    1041 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    1042 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    1043 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    1044 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    1045 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    1046 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    1047 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    1048 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    1049 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    1050 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    1051 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    1052 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    1053 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    1054 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    1055 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    1056 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    1057 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    1058 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    1059 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    1060 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    1061 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    1074 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    1075 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    1076 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    1077 stanz in sich birgt.
    1078      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    1079 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    1080 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    1081 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    1082 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    1083 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    1084 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    1085 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    1086 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    1087 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    1088 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    1089 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    1090 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    1091 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    1092 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    1093 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    1094 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    1095 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    1096 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    1097 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    1098 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    1111 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    1112      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    1113 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    1114 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    1115 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    1116 erhalten.
    1117      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    1118 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    1119 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    1120 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    1121 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    1122 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    1123 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    1124 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    1125 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    1126 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    1127      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    1128 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    1129 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    1130 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    1131 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    1132 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    1133 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    1134 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    1135 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    1136 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    1149 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    1150      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    1151 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    1152 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    1153 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    1154 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    1155 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    1156 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    1157 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    1158 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    1159 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    1160 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    1161 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    1162 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    1163 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    1164 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    1165 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    1166 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    1167 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    1168 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    1169 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    1170 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    1171 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    1172 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    1173 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    1174 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    1175 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    1176 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    1189 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    1190 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    1191 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    1192 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    1193 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    1194 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    1195 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    1196 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    1197 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    1198 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    1199 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    1200 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    1201 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    1202 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    1203 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    1204 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    1205      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    1206 lautete:
    1207 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    1208 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    1209 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    1210 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    1211 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    1212 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    1213 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    1214 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    1215 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    1228 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    1229 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    1230      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    1231 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    1232 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    1233 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    1234 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    1235 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    1236 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    1237 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    1238 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    1239 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    1240 mal des Geldes bedeutete.
    1241      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    1242 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    1243 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    1244 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    1245 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    1246 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    1247 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    1248 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    1249 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    1250 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    1251 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    1252 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    1265 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    1266 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    1267 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    1268 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    1269 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    1270 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    1271 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    1272 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    1273      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    1274 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    1275 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    1276 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    1277 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    1278 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    1279 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    1280 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    1281 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    1282 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    1283 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    1284 noch genügend zu lösen übrig.
    1285        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    1286 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    1287 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    1288 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    1289 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    1290 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    1303 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    1304 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    1305 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    1306 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    1307 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    1308 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    1309 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    1310 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    1311 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    1312 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    1313 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    1314   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    1315 Entwicklung zu skizzieren.
    1316     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    1317 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    1318 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    1319 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    1320 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    1321 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    1322 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    1323 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    1324 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    1325 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    1326 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    1327 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    1340 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    1341 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    1342 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    1343 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    1344 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    1345 sich üner den Stoff erhebt.
    1346      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    1347 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    1348 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    1349 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    1350 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    1351 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    1352 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    1353 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    1354 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    1355 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    1356 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    1357 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    1358 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    1359 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    1360 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    1361 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    1362 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    1363 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    1364 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    1365 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    1378 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    1379 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    1380 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    1381 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    1382 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    1383 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    1384 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    1385 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    1386 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    1387 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    1388 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    1389 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    1390 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    1391 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    1392 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    1393 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    1394 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    1395 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    1396 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    1397 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    1398 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    1399 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    1400 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    1401 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    1402 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    1415 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    1416 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    1417 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    1418 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    1419 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    1420 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    1421 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    1422 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    1423 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    1424 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    1425 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    1426 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    1427      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    1428 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    1429 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    1430 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    1431 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    1432 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    1433 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    1434 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    1435 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    1436 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    1437 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    1438 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    1451 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    1452 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    1453 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    1454 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    1455 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    1456 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    1457 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    1458 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    1459 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    1460 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    1461 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    1462 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    1463 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    1464 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    1465 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    1466 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    1467 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    1468      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    1469 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    1470 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    1471 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    1472 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    1473 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    1474 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    1475 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    1476 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    1489 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    1490 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    1491 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    1492 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    1493 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    1494 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    1495 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    1496 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    1497 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    1498 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    1499 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    1500 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    1501 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    1502 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    1503 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    1504 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    1505 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    1506 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    1507 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    1508 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    1509 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    1510 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    1511 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    1512 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    1513 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    1526 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    1527 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    1528 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    1529 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    1530 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    1531 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    1532 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    1533 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    1534 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    1535 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    1536 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    1537 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    1538 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    1539 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    1540 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    1541 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    1542 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    1543 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    1556 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    1557 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    1558 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    1559 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    1560 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    1561 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    1562 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    1563 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    1564 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    1565 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    1566 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    1567 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    1568 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    1569 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    1570 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    1571 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    1572 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    1573 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    1574 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    1575 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    1576 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    1577 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    1578 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    1579 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    1580 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    1581 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    1594 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    1595 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    1596 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    1597 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    1598 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    1599 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    1600 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    1601 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    1602 chen werden.
    1603      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    1604 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    1605 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    1606 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    1607 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    1608 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    1609 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    1610 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    1611 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    1612 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    1613      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    1614 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    1615 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    1616 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    1617 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    1618 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    1631 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    1632 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    1633 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    1634 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    1635 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    1636 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    1637 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    1638 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    1639 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    1640 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    1641 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    1642 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    1643 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    1644 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    1645 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    1646 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    1647  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    1648 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    1649 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    1650 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    1651      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    1652 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    1653      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    1654 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    1655 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    1668 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    1669 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    1670 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    1671  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    1672 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    1673 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    1674 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    1675 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    1676 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    1677 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    1678 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    1679 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    1680 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    1681 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    1682 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    1683 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    1684 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    1685 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    1686 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    1687 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    1688 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    1689 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    1690 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    1691 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    1692 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    1693 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    1694 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    1695 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    1708 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    1709 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    1710 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    1711 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    1712 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    1713 ersteren gelangt ist.""
    1714                  Soweit Schumpeter.
    1715      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    1716 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    1717 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    1718 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    1719 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    1720 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    1721 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    1722 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    1723 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    1724 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    1725 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    1726 dem Wesen nach eine Krise.
    1727      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    1728 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    1729 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    1730 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    1731 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    1744 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    1745 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    1746 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    1747 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    1748 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    1749 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    1750 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    1751 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    1752 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    1753 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    1754 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    1755  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    1756 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    1757 ders der Diskontopolitik.
    1758      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    1759 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    1760 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    1761 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    1762 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    1763 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    1764 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    1765 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    1766 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    1767 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
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    1781 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    1782 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    1783 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    1784 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    1785 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    1786 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    1787 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    1788 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    1789 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    1790  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    1791 ist das Einkommen der Nation.
    1792      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    1793 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    1794 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    1795 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    1796 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    1797 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    1798 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    1799 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    1800 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    1801 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    1802 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    1803 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    1804 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    1805 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
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    1819 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    1820 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    1821 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    1822 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    1823 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    1824 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    1825 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    1826 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    1827 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    1828 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    1829 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    1830      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    1831 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    1832 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    1833 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    1834 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    1835 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    1836 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    1837 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    1838 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    1839 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    1840 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    1841 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    1842 equilibrieren.
    1843      Wir können sagen:
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    1856      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    1857 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    1858 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    1859 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    1860 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    1861 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    1862 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    1863 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    1864 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    1865 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    1866 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    1867 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    1868 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    1869 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    1870 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    1871 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    1872 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    1873 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    1874 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    1875 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    1876 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    1877      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    1878 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    1879 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    1896 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    1897 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    1898 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    1899 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    1900 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    1901 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    1902 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    1903 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    1904 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    1905 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    1906 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    1907      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    1908 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    1909 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    1910 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    1911 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    1912 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    1913 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    1914 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    1915 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    1916 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    1917 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    1918 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    1919 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    1920 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
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    1933 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    1934 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    1935 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    1936 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    1937 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    1938 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    1939 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    1940 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    1941 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    1942  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    1943 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    1944 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    1945 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    1946 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    1947 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    1948 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    1949 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    1950 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    1951 menhang zu konstatieren ist.
    1952      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    1953 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    1954 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    1955 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    1956 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    1957 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
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    1967
    1968 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    1969 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    1970      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    1971 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    1972 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    1973
    1974 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    1975 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    1976 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    1977 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    1978 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    1979
    1980 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    1981 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    1982 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    1983 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    1984
    1985 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    1986 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    1987 machen können .
    1988
    1989 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    1990 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
    1991
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    2001 ||
    2002
    2003 - 35 -
    2004
    2005      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    2006 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    2007 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    2008 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    2009 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    2010 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    2011 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    2012 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    2013 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    2014 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    2015 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    2016 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    2017 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    2018 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    2019 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    2020 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    2021 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    2022 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    2023 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    2024 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    2025 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    2026 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    2027 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    2028 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    2029 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
    2030
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    2032 ||
    2033 ||#
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    2035 #||
    2036 ||
    2037
    2038 - 36 -
    2039
    2040 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    2041 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    2042 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    2043 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    2044 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    2045 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    2046 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    2047 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    2048 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    2049 läufen ausgleichen.
    2050      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    2051 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    2052 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    2053 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    2054 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    2055 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    2056 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    2057 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    2058 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    2059 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    2060 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    2061 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    2062 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    2063 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    2064 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
    2065
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    2067 ||
    2068 ||#
    2069 ===37===
    2070 #||
    2071 ||
    2072
    2073 - 37 -
    2074
    2075 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    2076 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    2077 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    2078 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    2079 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    2080 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    2081 kalkulierten Preis.
    2082      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    2083 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    2084 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    2085 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    2086 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    2087 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    2088 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    2089 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    2090 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    2091 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    2092 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    2093 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    2094 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    2095 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    2096 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    2097 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    2098 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    2099 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    2100 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
    2101
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    2111 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    2112 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    2113 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    2114 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    2115 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    2116 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    2117 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    2118 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    2119 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    2120 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    2121 fassung.
    2122      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    2123 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    2124 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    2125 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    2126 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    2127 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    2128 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    2129 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    2130 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    2131 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    2132 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    2133 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    2134 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    2135 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
    2136
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    2147 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    2148 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    2149 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    2150 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    2151 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    2152 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    2153 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    2154 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    2155 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    2156 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    2157 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    2158 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    2159 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    2160 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    2161 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    2162 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    2163 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    2164 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    2165 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    2166 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    2167 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    2168 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    2169      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    2170 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    2171 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
    2172
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    2182 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    2183 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    2184 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    2185      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    2186 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    2187 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    2188 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    2189 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    2190 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    2191 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    2192 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    2193 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    2194 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    2195 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    2196 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    2197 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    2198 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    2199 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    2200 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    2201 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    2202 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    2203 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    2204 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    2205    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    2206 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    2207 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
    2208
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    2218 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    2219 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    2220 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    2221 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    2222 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    2223 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    2224 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    2225 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    2226 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    2227 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    2228 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    2229 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    2230 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    2231 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    2232 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    2233 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    2234 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    2235 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    2236 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    2237 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    2238 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    2239 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    2240 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    2241 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    2242 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    2243 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    2254 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    2255 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    2256 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    2257 Bild.
    2258
    2259      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    2260 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    2261 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    2262 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    2263 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
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    2277 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    2278 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    2279  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    2280 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    2281 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    2282 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    2283 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    2284 erhoffen liessen.
    2285      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    2286 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    2287 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    2288 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    2289 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    2290 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    2291 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    2292 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    2293
    2294      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    2295 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    2296 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    2297 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    2298 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    2299 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    2300 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    2301 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    2302 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    2303 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    2316 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    2317 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    2318 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    2319 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    2320 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    2321 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    2322 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    2323 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    2324 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    2325 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    2326 ten.
    2327
    2328      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    2329 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    2330 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    2331 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    2332 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    2333 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    2334 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    2335 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    2336 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    2337 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    2338 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    2339 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    2340 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    2341 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    2342 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    2354
    2355 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    2356 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    2357 von Edelmetallen.
    2358      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    2359 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    2360 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    2361 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    2362 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    2363 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    2364 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    2365 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    2366 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    2367 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    2368 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    2369 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    2370 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    2371 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    2372 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    2373 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    2374 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    2375 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    2376 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    2377 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    2378 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    2379 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    2380 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    2393 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    2394 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    2395 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    2396 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    2397 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    2398 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    2399 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    2400 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    2401 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    2402 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    2403 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    2404 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    2405 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    2406 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    2407 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    2408 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    2409 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    2410 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    2411 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    2412 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    2413 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    2414 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    2415 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    2416 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    2417 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    2430 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    2431 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    2432 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    2433 stanz in sich birgt.
    2434      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    2435 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    2436 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    2437 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    2438 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    2439 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    2440 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    2441 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    2442 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    2443 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    2444 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    2445 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    2446 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    2447 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    2448 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    2449 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    2450 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    2451 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    2452 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    2453 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    2454 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
    2455 |
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    2467 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    2468      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    2469 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    2470 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    2471 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    2472 erhalten.
    2473      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    2474 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    2475 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    2476 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    2477 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    2478 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    2479 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    2480 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    2481 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    2482 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    2483      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    2484 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    2485 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    2486 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    2487 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    2488 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    2489 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    2490 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    2491 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    2492 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    2505 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    2506      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    2507 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    2508 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    2509 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    2510 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    2511 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    2512 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    2513 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    2514 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    2515 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    2516 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    2517 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    2518 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    2519 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    2520 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    2521 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    2522 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    2523 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    2524 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    2525 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    2526 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    2527 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    2528 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    2529 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    2530 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    2531 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    2532 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    2545 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    2546 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    2547 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    2548 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    2549 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    2550 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    2551 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    2552 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    2553 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    2554 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    2555 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    2556 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    2557 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    2558 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    2559 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    2560 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    2561      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    2562 lautete:
    2563 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    2564 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    2565 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    2566 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    2567 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    2568 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    2569 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    2570 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    2571 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    2584 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    2585 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    2586      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    2587 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    2588 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    2589 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    2590 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    2591 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    2592 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    2593 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    2594 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    2595 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    2596 mal des Geldes bedeutete.
    2597      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    2598 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    2599 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    2600 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    2601 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    2602 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    2603 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    2604 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    2605 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    2606 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    2607 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    2608 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    2621 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    2622 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    2623 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    2624 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    2625 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    2626 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    2627 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    2628 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    2629      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    2630 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    2631 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    2632 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    2633 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    2634 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    2635 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    2636 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    2637 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    2638 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    2639 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    2640 noch genügend zu lösen übrig.
    2641        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    2642 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    2643 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    2644 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    2645 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    2646 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    2659 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    2660 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    2661 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    2662 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    2663 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    2664 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    2665 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    2666 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    2667 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    2668 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    2669 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    2670   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    2671 Entwicklung zu skizzieren.
    2672     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    2673 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    2674 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    2675 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    2676 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    2677 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    2678 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    2679 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    2680 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    2681 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    2682 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    2683 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    2696 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    2697 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    2698 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    2699 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    2700 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    2701 sich üner den Stoff erhebt.
    2702      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    2703 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    2704 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    2705 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    2706 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    2707 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    2708 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    2709 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    2710 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    2711 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    2712 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    2713 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    2714 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    2715 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    2716 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    2717 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    2718 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    2719 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    2720 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    2721 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    2734 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    2735 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    2736 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    2737 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    2738 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    2739 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    2740 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    2741 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    2742 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    2743 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    2744 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    2745 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    2746 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    2747 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    2748 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    2749 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    2750 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    2751 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    2752 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    2753 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    2754 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    2755 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    2756 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    2757 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    2758 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    2771 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    2772 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    2773 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    2774 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    2775 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    2776 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    2777 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    2778 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    2779 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    2780 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    2781 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    2782 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    2783      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    2784 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    2785 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    2786 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    2787 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    2788 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    2789 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    2790 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    2791 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    2792 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    2793 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    2794 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    2807 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    2808 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    2809 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    2810 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    2811 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    2812 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    2813 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    2814 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    2815 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    2816 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    2817 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    2818 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    2819 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    2820 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    2821 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    2822 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    2823 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    2824      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    2825 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    2826 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    2827 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    2828 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    2829 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    2830 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    2831 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    2832 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    2845 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    2846 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    2847 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    2848 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    2849 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    2850 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    2851 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    2852 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    2853 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    2854 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    2855 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    2856 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    2857 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    2858 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    2859 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    2860 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    2861 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    2862 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    2863 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    2864 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    2865 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    2866 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    2867 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    2868 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    2869 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    2882 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    2883 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    2884 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    2885 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    2886 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    2887 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    2888 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    2889 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    2890 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    2891 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    2892 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    2893 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    2894 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    2895 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    2896 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    2897 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    2898 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    2899 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    2917      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
    2918  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
    2919  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
    2920  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
    2921 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
    2922 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
    2923 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
    2924 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
    2925 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
    2926 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
    2927 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
    2928 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
    2929 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
    2930 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
    2931 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
    2932 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
    2933 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
    2934 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
    2935 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
    2936      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
    2937 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
    2938 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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    2951      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,
    2952 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren
    2953 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns
    2954 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem
    2955 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere
    2956 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im
    2957 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-
    2958 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren
    2959 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.
    2960      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-
    2961 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-
    2962 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle
    2963 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein
    2964 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug
    2965 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten
    2966 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in
    2967 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie
    2968 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-
    2969 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-
    2970 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich
    2971 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang
    2972 setzend.
    2973      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale
    2974 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-
    2975 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren
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    2993      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
    2994  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
    2995  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
    2996  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
    2997 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
    2998 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
    2999 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
    3000 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
    3001 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
    3002 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
    3003 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
    3004 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
    3005 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
    3006 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
    3007 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
    3008 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
    3009 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
    3010 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
    3011 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
    3012      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
    3013 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
    3014 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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    3027 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
    3028 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
    3029 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
    3030 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
    3031 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit
    3032 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
    3033 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
    3034 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
    3035 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen
    3036 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
    3037 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-
    3038 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-
    3039 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
    3040 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-
    3041 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-
    3042 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-
    3043 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
    3044 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich
    3045 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
    3046 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
    3047 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-
    3048 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "
    3049 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-
    3050 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
    3051 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
    3052 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
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    3065 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    3066 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    3067 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    3068 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    3069 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    3070 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    3071 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    3072 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    3073 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    3074 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    3075 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    3076 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    3077 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    3078 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    3079 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    3080 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    3081 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    3082 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    3083 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    3084 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    3085 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    3086 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    3087 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    3088 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    3089 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    3090 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    3103 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    3104 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    3105 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    3106 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    3107 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    3108 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    3109 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    3110 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    3111 chen werden.
    3112      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    3113 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    3114 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    3115 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    3116 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    3117 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    3118 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    3119 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    3120 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    3121 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    3122      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    3123 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    3124 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    3125 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    3126 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    3127 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    3140 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    3141 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    3142 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    3143 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    3144 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    3145 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    3146 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    3147 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    3148 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    3149 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    3150 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    3151 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    3152 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    3153 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    3154 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    3155 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    3156  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    3157 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    3158 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    3159 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    3160      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    3161 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    3162      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    3163 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    3164 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    3177 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    3178 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    3179 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    3180  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    3181 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    3182 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    3183 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    3184 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    3185 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    3186 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    3187 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    3188 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    3189 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    3190 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    3191 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    3192 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    3193 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    3194 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    3195 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    3196 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    3197 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    3198 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    3199 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    3200 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    3201 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    3202 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    3203 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    3204 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    3217 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    3218 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    3219 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    3220 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    3221 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    3222 ersteren gelangt ist.""
    3223                  Soweit Schumpeter.
    3224      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    3225 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    3226 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    3227 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    3228 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    3229 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    3230 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    3231 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    3232 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    3233 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    3234 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    3235 dem Wesen nach eine Krise.
    3236      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    3237 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    3238 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    3239 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    3240 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    3253 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    3254 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    3255 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    3256 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    3257 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    3258 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    3259 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    3260 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    3261 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    3262 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    3263 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    3264  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    3265 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    3266 ders der Diskontopolitik.
    3267      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    3268 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    3269 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    3270 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    3271 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    3272 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    3273 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    3274 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    3275 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    3276 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
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    3290 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    3291 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    3292 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    3293 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    3294 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    3295 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    3296 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    3297 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    3298 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    3299  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    3300 ist das Einkommen der Nation.
    3301      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    3302 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    3303 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    3304 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    3305 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    3306 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    3307 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    3308 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    3309 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    3310 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    3311 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    3312 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    3313 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    3314 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
    3315
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    3328 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    3329 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    3330 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    3331 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    3332 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    3333 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    3334 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    3335 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    3336 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    3337 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    3338 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    3339      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    3340 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    3341 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    3342 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    3343 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    3344 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    3345 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    3346 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    3347 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    3348 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    3349 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    3350 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    3351 equilibrieren.
    3352      Wir können sagen:
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    3365      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    3366 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    3367 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    3368 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    3369 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    3370 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    3371 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    3372 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    3373 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    3374 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    3375 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    3376 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    3377 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    3378 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    3379 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    3380 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    3381 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    3382 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    3383 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    3384 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    3385 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    3386      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    3387 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    3388 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    3405 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    3406 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    3407 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    3408 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    3409 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    3410 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    3411 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    3412 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    3413 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    3414 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    3415 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    3416      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    3417 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    3418 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    3419 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    3420 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    3421 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    3422 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    3423 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    3424 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    3425 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    3426 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    3427 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    3428 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    3429 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
    3430
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    3442 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    3443 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    3444 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    3445 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    3446 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    3447 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    3448 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    3449 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    3450 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    3451  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    3452 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    3453 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    3454 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    3455 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    3456 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    3457 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    3458 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    3459 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    3460 menhang zu konstatieren ist.
    3461      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    3462 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    3463 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    3464 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    3465 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    3466 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
    3467
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    3477 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    3478 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    3479      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    3480 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    3481 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    3482
    3483 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    3484 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    3485 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    3486 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    3487 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    3488
    3489 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    3490 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    3491 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    3492 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    3493
    3494 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    3495 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    3496 machen können .
    3497
    3498 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    3499 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
    3500
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    3513
    3514      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    3515 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    3516 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    3517 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    3518 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    3519 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    3520 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    3521 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    3522 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    3523 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    3524 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    3525 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    3526 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    3527 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    3528 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    3529 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    3530 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    3531 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    3532 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    3533 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    3534 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    3535 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    3536 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    3537 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    3538 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
    3539
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    3548
    3549 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    3550 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    3551 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    3552 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    3553 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    3554 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    3555 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    3556 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    3557 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    3558 läufen ausgleichen.
    3559      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    3560 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    3561 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    3562 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    3563 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    3564 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    3565 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    3566 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    3567 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    3568 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    3569 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    3570 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    3571 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    3572 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    3573 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
    3574
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    3583
    3584 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    3585 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    3586 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    3587 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    3588 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    3589 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    3590 kalkulierten Preis.
    3591      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    3592 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    3593 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    3594 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    3595 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    3596 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    3597 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    3598 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    3599 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    3600 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    3601 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    3602 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    3603 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    3604 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    3605 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    3606 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    3607 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    3608 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    3609 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
    3610
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    3620 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    3621 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    3622 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    3623 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    3624 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    3625 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    3626 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    3627 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    3628 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    3629 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    3630 fassung.
    3631      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    3632 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    3633 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    3634 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    3635 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    3636 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    3637 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    3638 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    3639 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    3640 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    3641 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    3642 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    3643 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    3644 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
    3645
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    3655
    3656 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    3657 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    3658 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    3659 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    3660 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    3661 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    3662 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    3663 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    3664 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    3665 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    3666 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    3667 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    3668 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    3669 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    3670 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    3671 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    3672 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    3673 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    3674 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    3675 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    3676 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    3677 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    3678      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    3679 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    3680 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
    3681
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    3690
    3691 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    3692 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    3693 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    3694      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    3695 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    3696 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    3697 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    3698 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    3699 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    3700 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    3701 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    3702 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    3703 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    3704 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    3705 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    3706 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    3707 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    3708 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    3709 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    3710 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    3711 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    3712 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    3713 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    3714    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    3715 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    3716 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
    3717
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    3727 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    3728 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    3729 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    3730 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    3731 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    3732 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    3733 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    3734 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    3735 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    3736 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    3737 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    3738 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    3739 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    3740 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    3741 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    3742 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    3743 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    3744 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    3745 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    3746 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    3747 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    3748 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    3749 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    3750 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    3751 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    3752 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    3763 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    3764 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    3765 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    3766 Bild.
    3767
    3768      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    3769 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    3770 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    3771 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    3772 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
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    3786 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    3787 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    3788  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    3789 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    3790 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    3791 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    3792 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    3793 erhoffen liessen.
    3794      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    3795 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    3796 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    3797 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    3798 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    3799 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    3800 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    3801 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    3802
    3803      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    3804 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    3805 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    3806 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    3807 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    3808 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    3809 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    3810 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    3811 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    3812 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    3825 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    3826 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    3827 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    3828 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    3829 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    3830 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    3831 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    3832 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    3833 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    3834 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    3835 ten.
    3836
    3837      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    3838 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    3839 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    3840 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    3841 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    3842 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    3843 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    3844 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    3845 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    3846 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    3847 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    3848 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    3849 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    3850 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    3851 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    3864 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    3865 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    3866 von Edelmetallen.
    3867      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    3868 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    3869 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    3870 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    3871 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    3872 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    3873 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    3874 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    3875 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    3876 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    3877 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    3878 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    3879 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    3880 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    3881 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    3882 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    3883 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    3884 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    3885 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    3886 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    3887 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    3888 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    3889 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    3900
    3901
    3902 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    3903 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    3904 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    3905 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    3906 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    3907 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    3908 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    3909 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    3910 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    3911 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    3912 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    3913 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    3914 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    3915 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    3916 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    3917 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    3918 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    3919 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    3920 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    3921 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    3922 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    3923 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    3924 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    3925 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    3926 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    3939 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    3940 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    3941 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    3942 stanz in sich birgt.
    3943      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    3944 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    3945 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    3946 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    3947 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    3948 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    3949 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    3950 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    3951 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    3952 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    3953 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    3954 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    3955 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    3956 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    3957 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    3958 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    3959 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    3960 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    3961 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    3962 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    3963 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    3976 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    3977      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    3978 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    3979 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    3980 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    3981 erhalten.
    3982      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    3983 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    3984 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    3985 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    3986 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    3987 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    3988 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    3989 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    3990 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    3991 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    3992      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    3993 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    3994 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    3995 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    3996 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    3997 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    3998 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    3999 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    4000 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    4001 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    4014 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    4015      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    4016 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    4017 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    4018 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    4019 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    4020 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    4021 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    4022 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    4023 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    4024 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    4025 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    4026 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    4027 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    4028 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    4029 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    4030 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    4031 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    4032 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    4033 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    4034 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    4035 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    4036 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    4037 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    4038 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    4039 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    4040 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    4041 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    4054 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    4055 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    4056 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    4057 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    4058 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    4059 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    4060 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    4061 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    4062 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    4063 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    4064 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    4065 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    4066 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    4067 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    4068 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    4069 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    4070      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    4071 lautete:
    4072 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    4073 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    4074 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    4075 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    4076 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    4077 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    4078 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    4079 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    4080 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    4093 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    4094 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    4095      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    4096 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    4097 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    4098 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    4099 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    4100 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    4101 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    4102 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    4103 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    4104 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    4105 mal des Geldes bedeutete.
    4106      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    4107 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    4108 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    4109 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    4110 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    4111 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    4112 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    4113 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    4114 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    4115 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    4116 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    4117 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    4130 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    4131 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    4132 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    4133 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    4134 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    4135 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    4136 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    4137 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    4138      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    4139 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    4140 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    4141 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    4142 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    4143 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    4144 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    4145 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    4146 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    4147 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    4148 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    4149 noch genügend zu lösen übrig.
    4150        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    4151 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    4152 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    4153 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    4154 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    4155 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    4168 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    4169 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    4170 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    4171 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    4172 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    4173 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    4174 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    4175 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    4176 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    4177 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    4178 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    4179   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    4180 Entwicklung zu skizzieren.
    4181     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    4182 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    4183 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    4184 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    4185 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    4186 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    4187 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    4188 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    4189 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    4190 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    4191 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    4192 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    4205 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    4206 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    4207 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    4208 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    4209 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    4210 sich üner den Stoff erhebt.
    4211      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    4212 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    4213 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    4214 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    4215 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    4216 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    4217 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    4218 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    4219 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    4220 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    4221 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    4222 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    4223 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    4224 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    4225 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    4226 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    4227 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    4228 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    4229 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    4230 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    4243 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    4244 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    4245 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    4246 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    4247 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    4248 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    4249 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    4250 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    4251 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    4252 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    4253 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    4254 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    4255 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    4256 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    4257 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    4258 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    4259 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    4260 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    4261 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    4262 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    4263 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    4264 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    4265 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    4266 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    4267 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    4280 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    4281 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    4282 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    4283 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    4284 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    4285 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    4286 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    4287 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    4288 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    4289 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    4290 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    4291 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    4292      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    4293 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    4294 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    4295 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    4296 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    4297 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    4298 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    4299 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    4300 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    4301 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    4302 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    4303 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    4316 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    4317 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    4318 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    4319 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    4320 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    4321 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    4322 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    4323 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    4324 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    4325 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    4326 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    4327 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    4328 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    4329 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    4330 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    4331 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    4332 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    4333      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    4334 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    4335 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    4336 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    4337 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    4338 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    4339 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    4340 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    4341 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    4354 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    4355 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    4356 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    4357 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    4358 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    4359 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    4360 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    4361 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    4362 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    4363 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    4364 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    4365 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    4366 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    4367 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    4368 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    4369 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    4370 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    4371 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    4372 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    4373 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    4374 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    4375 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    4376 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    4377 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    4378 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    4391 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    4392 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    4393 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    4394 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    4395 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    4396 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    4397 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    4398 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    4399 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    4400 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    4401 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    4402 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    4403 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    4404 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    4405 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    4406 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    4407 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    4408 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    4421 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    4422 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    4423 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    4424 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    4425 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    4426 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    4427 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    4428 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    4429 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    4430 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    4431 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    4432 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    4433 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    4434 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    4435 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    4436 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    4437 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    4438 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    4439 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    4440 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    4441 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    4442 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    4443 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    4444 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    4445 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    4446 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    4459 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    4460 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    4461 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    4462 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    4463 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    4464 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    4465 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    4466 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    4467 chen werden.
    4468      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    4469 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    4470 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    4471 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    4472 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    4473 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    4474 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    4475 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    4476 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    4477 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    4478      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    4479 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    4480 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    4481 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    4482 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    4483 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    4496 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    4497 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    4498 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    4499 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    4500 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    4501 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    4502 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    4503 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    4504 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    4505 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    4506 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    4507 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    4508 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    4509 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    4510 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    4511 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    4512  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    4513 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    4514 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    4515 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    4516      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    4517 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    4518      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    4519 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    4520 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    4533 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    4534 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    4535 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    4536  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    4537 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    4538 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    4539 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    4540 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    4541 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    4542 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    4543 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    4544 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    4545 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    4546 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    4547 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    4548 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    4549 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    4550 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    4551 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    4552 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    4553 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    4554 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    4555 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    4556 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    4557 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    4558 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    4559 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    4560 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    4573 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    4574 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    4575 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    4576 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    4577 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    4578 ersteren gelangt ist.""
    4579                  Soweit Schumpeter.
    4580      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    4581 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    4582 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    4583 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    4584 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    4585 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    4586 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    4587 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    4588 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    4589 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    4590 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    4591 dem Wesen nach eine Krise.
    4592      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    4593 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    4594 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    4595 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    4596 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    4609 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    4610 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    4611 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    4612 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    4613 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    4614 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    4615 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    4616 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    4617 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    4618 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    4619 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    4620  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    4621 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    4622 ders der Diskontopolitik.
    4623      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    4624 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    4625 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    4626 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    4627 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    4628 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    4629 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    4630 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    4631 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    4632 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
    4633
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    4646 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    4647 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    4648 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    4649 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    4650 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    4651 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    4652 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    4653 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    4654 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    4655  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    4656 ist das Einkommen der Nation.
    4657      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    4658 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    4659 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    4660 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    4661 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    4662 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    4663 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    4664 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    4665 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    4666 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    4667 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    4668 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    4669 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    4670 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
    4671
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    4684 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    4685 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    4686 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    4687 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    4688 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    4689 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    4690 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    4691 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    4692 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    4693 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    4694 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    4695      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    4696 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    4697 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    4698 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    4699 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    4700 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    4701 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    4702 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    4703 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    4704 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    4705 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    4706 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    4707 equilibrieren.
    4708      Wir können sagen:
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    4721      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    4722 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    4723 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    4724 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    4725 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    4726 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    4727 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    4728 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    4729 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    4730 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    4731 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    4732 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    4733 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    4734 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    4735 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    4736 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    4737 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    4738 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    4739 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    4740 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    4741 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    4742      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    4743 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    4744 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    4761 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    4762 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    4763 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    4764 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    4765 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    4766 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    4767 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    4768 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    4769 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    4770 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    4771 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    4772      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    4773 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    4774 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    4775 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    4776 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    4777 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    4778 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    4779 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    4780 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    4781 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    4782 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    4783 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    4784 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    4785 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
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    4796
    4797
    4798 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    4799 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    4800 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    4801 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    4802 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    4803 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    4804 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    4805 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    4806 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    4807  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    4808 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    4809 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    4810 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    4811 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    4812 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    4813 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    4814 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    4815 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    4816 menhang zu konstatieren ist.
    4817      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    4818 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    4819 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    4820 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    4821 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    4822 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
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    4833 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    4834 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    4835      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    4836 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    4837 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    4838
    4839 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    4840 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    4841 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    4842 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    4843 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    4844
    4845 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    4846 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    4847 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    4848 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    4849
    4850 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    4851 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    4852 machen können .
    4853
    4854 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    4855 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
    4856
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    4867
    4868 - 35 -
    4869
    4870      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    4871 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    4872 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    4873 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    4874 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    4875 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    4876 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    4877 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    4878 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    4879 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    4880 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    4881 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    4882 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    4883 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    4884 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    4885 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    4886 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    4887 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    4888 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    4889 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    4890 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    4891 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    4892 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    4893 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    4894 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
    4895
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    4904
    4905 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    4906 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    4907 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    4908 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    4909 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    4910 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    4911 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    4912 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    4913 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    4914 läufen ausgleichen.
    4915      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    4916 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    4917 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    4918 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    4919 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    4920 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    4921 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    4922 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    4923 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    4924 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    4925 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    4926 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    4927 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    4928 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    4929 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
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    4938 - 37 -
    4939
    4940 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    4941 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    4942 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    4943 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    4944 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    4945 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    4946 kalkulierten Preis.
    4947      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    4948 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    4949 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    4950 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    4951 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    4952 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    4953 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    4954 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    4955 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    4956 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    4957 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    4958 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    4959 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    4960 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    4961 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    4962 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    4963 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    4964 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    4965 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
    4966
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    4976 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    4977 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    4978 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    4979 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    4980 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    4981 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    4982 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    4983 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    4984 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    4985 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    4986 fassung.
    4987      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    4988 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    4989 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    4990 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    4991 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    4992 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    4993 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    4994 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    4995 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    4996 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    4997 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    4998 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    4999 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    5000 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
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    5012 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    5013 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    5014 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    5015 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    5016 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    5017 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    5018 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    5019 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    5020 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    5021 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    5022 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    5023 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    5024 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    5025 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    5026 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    5027 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    5028 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    5029 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    5030 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    5031 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    5032 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    5033 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    5034      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    5035 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    5036 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
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    5047 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    5048 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    5049 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    5050      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    5051 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    5052 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    5053 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    5054 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    5055 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    5056 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    5057 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    5058 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    5059 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    5060 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    5061 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    5062 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    5063 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    5064 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    5065 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    5066 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    5067 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    5068 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    5069 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    5070    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    5071 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    5072 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
    5073
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    5083 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    5084 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    5085 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    5086 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    5087 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    5088 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    5089 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    5090 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    5091 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    5092 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    5093 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    5094 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    5095 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    5096 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    5097 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    5098 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    5099 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    5100 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    5101 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    5102 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    5103 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    5104 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    5105 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    5106 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    5107 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    5108 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    5119 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    5120 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    5121 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    5122 Bild.
    5123
    5124      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    5125 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    5126 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    5127 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    5128 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
    5129
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    5142 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    5143 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    5144  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    5145 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    5146 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    5147 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    5148 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    5149 erhoffen liessen.
    5150      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    5151 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    5152 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    5153 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    5154 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    5155 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    5156 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    5157 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    5158
    5159      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    5160 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    5161 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    5162 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    5163 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    5164 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    5165 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    5166 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    5167 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    5168 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    5181 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    5182 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    5183 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    5184 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    5185 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    5186 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    5187 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    5188 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    5189 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    5190 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    5191 ten.
    5192
    5193      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    5194 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    5195 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    5196 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    5197 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    5198 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    5199 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    5200 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    5201 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    5202 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    5203 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    5204 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    5205 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    5206 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    5207 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    5220 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    5221 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    5222 von Edelmetallen.
    5223      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    5224 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    5225 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    5226 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    5227 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    5228 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    5229 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    5230 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    5231 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    5232 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    5233 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    5234 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    5235 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    5236 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    5237 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    5238 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    5239 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    5240 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    5241 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    5242 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    5243 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    5244 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    5245 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    5258 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    5259 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    5260 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    5261 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    5262 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    5263 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    5264 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    5265 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    5266 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    5267 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    5268 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    5269 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    5270 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    5271 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    5272 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    5273 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    5274 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    5275 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    5276 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    5277 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    5278 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    5279 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    5280 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    5281 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    5282 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    5295 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    5296 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    5297 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    5298 stanz in sich birgt.
    5299      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    5300 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    5301 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    5302 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    5303 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    5304 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    5305 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    5306 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    5307 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    5308 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    5309 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    5310 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    5311 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    5312 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    5313 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    5314 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    5315 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    5316 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    5317 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    5318 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    5319 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    5332 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    5333      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    5334 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    5335 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    5336 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    5337 erhalten.
    5338      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    5339 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    5340 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    5341 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    5342 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    5343 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    5344 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    5345 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    5346 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    5347 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    5348      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    5349 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    5350 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    5351 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    5352 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    5353 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    5354 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    5355 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    5356 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    5357 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    5370 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    5371      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    5372 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    5373 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    5374 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    5375 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    5376 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    5377 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    5378 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    5379 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    5380 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    5381 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    5382 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    5383 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    5384 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    5385 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    5386 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    5387 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    5388 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    5389 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    5390 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    5391 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    5392 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    5393 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    5394 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    5395 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    5396 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    5397 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    5410 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    5411 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    5412 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    5413 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    5414 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    5415 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    5416 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    5417 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    5418 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    5419 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    5420 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    5421 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    5422 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    5423 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    5424 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    5425 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    5426      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    5427 lautete:
    5428 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    5429 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    5430 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    5431 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    5432 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    5433 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    5434 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    5435 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    5436 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    5449 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    5450 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    5451      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    5452 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    5453 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    5454 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    5455 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    5456 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    5457 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    5458 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    5459 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    5460 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    5461 mal des Geldes bedeutete.
    5462      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    5463 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    5464 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    5465 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    5466 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    5467 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    5468 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    5469 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    5470 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    5471 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    5472 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    5473 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    5486 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    5487 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    5488 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    5489 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    5490 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    5491 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    5492 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    5493 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    5494      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    5495 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    5496 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    5497 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    5498 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    5499 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    5500 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    5501 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    5502 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    5503 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    5504 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    5505 noch genügend zu lösen übrig.
    5506        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    5507 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    5508 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    5509 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    5510 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    5511 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    5524 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    5525 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    5526 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    5527 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    5528 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    5529 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    5530 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    5531 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    5532 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    5533 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    5534 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    5535   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    5536 Entwicklung zu skizzieren.
    5537     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    5538 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    5539 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    5540 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    5541 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    5542 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    5543 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    5544 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    5545 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    5546 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    5547 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    5548 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    5561 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    5562 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    5563 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    5564 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    5565 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    5566 sich üner den Stoff erhebt.
    5567      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    5568 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    5569 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    5570 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    5571 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    5572 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    5573 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    5574 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    5575 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    5576 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    5577 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    5578 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    5579 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    5580 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    5581 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    5582 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    5583 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    5584 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    5585 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    5586 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    5599 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    5600 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    5601 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    5602 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    5603 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    5604 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    5605 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    5606 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    5607 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    5608 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    5609 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    5610 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    5611 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    5612 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    5613 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    5614 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    5615 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    5616 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    5617 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    5618 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    5619 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    5620 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    5621 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    5622 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    5623 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    5636 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    5637 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    5638 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    5639 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    5640 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    5641 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    5642 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    5643 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    5644 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    5645 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    5646 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    5647 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    5648      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    5649 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    5650 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    5651 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    5652 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    5653 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    5654 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    5655 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    5656 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    5657 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    5658 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    5659 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    5672 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    5673 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    5674 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    5675 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    5676 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    5677 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    5678 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    5679 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    5680 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    5681 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    5682 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    5683 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    5684 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    5685 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    5686 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    5687 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    5688 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    5689      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    5690 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    5691 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    5692 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    5693 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    5694 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    5695 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    5696 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    5697 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    5710 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    5711 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    5712 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    5713 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    5714 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    5715 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    5716 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    5717 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    5718 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    5719 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    5720 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    5721 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    5722 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    5723 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    5724 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    5725 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    5726 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    5727 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    5728 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    5729 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    5730 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    5731 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    5732 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    5733 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    5734 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    5747 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    5748 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    5749 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    5750 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    5751 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    5752 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    5753 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    5754 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    5755 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    5756 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    5757 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    5758 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    5759 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    5760 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    5761 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    5762 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    5763 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    5764 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    5769 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===
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    5776
    5777      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,
    5778 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren
    5779 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns
    5780 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem
    5781 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere
    5782 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im
    5783 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-
    5784 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren
    5785 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.
    5786      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-
    5787 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-
    5788 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle
    5789 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein
    5790 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug
    5791 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten
    5792 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in
    5793 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie
    5794 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-
    5795 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-
    5796 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich
    5797 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang
    5798 setzend.
    5799      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale
    5800 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-
    5801 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren
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    5819      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
    5820  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
    5821  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
    5822  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
    5823 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
    5824 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
    5825 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
    5826 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
    5827 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
    5828 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
    5829 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
    5830 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
    5831 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
    5832 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
    5833 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
    5834 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
    5835 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
    5836 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
    5837 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
    5838      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
    5839 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
    5840 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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    5853 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
    5854 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
    5855 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
    5856 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
    5857 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit
    5858 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
    5859 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
    5860 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
    5861 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen
    5862 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
    5863 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-
    5864 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-
    5865 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
    5866 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-
    5867 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-
    5868 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-
    5869 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
    5870 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich
    5871 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
    5872 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
    5873 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-
    5874 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "
    5875 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-
    5876 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
    5877 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
    5878 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
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    5891 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    5892 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    5893 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    5894 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    5895 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    5896 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    5897 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    5898 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    5899 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    5900 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    5901 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    5902 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    5903 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    5904 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    5905 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    5906 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    5907 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    5908 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    5909 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    5910 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    5911 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    5912 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    5913 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    5914 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    5915 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    5916 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    5929 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    5930 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    5931 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    5932 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    5933 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    5934 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    5935 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    5936 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    5937 chen werden.
    5938      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    5939 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    5940 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    5941 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    5942 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    5943 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    5944 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    5945 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    5946 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    5947 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    5948      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    5949 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    5950 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    5951 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    5952 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    5953 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    5966 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    5967 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    5968 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    5969 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    5970 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    5971 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    5972 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    5973 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    5974 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    5975 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    5976 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    5977 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    5978 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    5979 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    5980 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    5981 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    5982  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    5983 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    5984 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    5985 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    5986      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    5987 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    5988      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    5989 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    5990 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    6003 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    6004 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    6005 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    6006  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    6007 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    6008 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    6009 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    6010 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    6011 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    6012 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    6013 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    6014 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    6015 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    6016 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    6017 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    6018 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    6019 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    6020 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    6021 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    6022 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    6023 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    6024 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    6025 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    6026 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    6027 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    6028 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    6029 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    6030 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    6043 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    6044 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    6045 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    6046 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    6047 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    6048 ersteren gelangt ist.""
    6049                  Soweit Schumpeter.
    6050      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    6051 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    6052 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    6053 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    6054 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    6055 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    6056 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    6057 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    6058 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    6059 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    6060 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    6061 dem Wesen nach eine Krise.
    6062      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    6063 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    6064 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    6065 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    6066 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    6079 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    6080 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    6081 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    6082 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    6083 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    6084 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    6085 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    6086 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    6087 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    6088 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    6089 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    6090  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    6091 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    6092 ders der Diskontopolitik.
    6093      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    6094 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    6095 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    6096 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    6097 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    6098 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    6099 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    6100 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    6101 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    6102 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
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    6116 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    6117 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    6118 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    6119 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    6120 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    6121 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    6122 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    6123 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    6124 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    6125  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    6126 ist das Einkommen der Nation.
    6127      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    6128 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    6129 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    6130 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    6131 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    6132 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    6133 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    6134 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    6135 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    6136 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    6137 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    6138 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    6139 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    6140 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
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    6154 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    6155 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    6156 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    6157 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    6158 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    6159 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    6160 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    6161 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    6162 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    6163 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    6164 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    6165      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    6166 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    6167 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    6168 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    6169 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    6170 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    6171 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    6172 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    6173 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    6174 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    6175 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    6176 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    6177 equilibrieren.
    6178      Wir können sagen:
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    6191      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    6192 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    6193 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    6194 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    6195 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    6196 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    6197 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    6198 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    6199 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    6200 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    6201 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    6202 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    6203 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    6204 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    6205 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    6206 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    6207 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    6208 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    6209 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    6210 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    6211 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    6212      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    6213 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    6214 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    6231 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    6232 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    6233 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    6234 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    6235 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    6236 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    6237 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    6238 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    6239 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    6240 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    6241 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    6242      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    6243 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    6244 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    6245 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    6246 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    6247 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    6248 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    6249 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    6250 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    6251 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    6252 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    6253 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    6254 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    6255 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
    6256
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    6268 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    6269 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    6270 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    6271 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    6272 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    6273 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    6274 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    6275 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    6276 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    6277  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    6278 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    6279 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    6280 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    6281 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    6282 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    6283 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    6284 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    6285 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    6286 menhang zu konstatieren ist.
    6287      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    6288 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    6289 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    6290 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    6291 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    6292 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
    6293
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    6302
    6303 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    6304 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    6305      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    6306 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    6307 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    6308
    6309 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    6310 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    6311 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    6312 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    6313 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    6314
    6315 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    6316 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    6317 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    6318 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    6319
    6320 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    6321 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    6322 machen können .
    6323
    6324 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    6325 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
    6326
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    6340      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    6341 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    6342 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    6343 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    6344 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    6345 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    6346 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    6347 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    6348 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    6349 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    6350 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    6351 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    6352 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    6353 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    6354 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    6355 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    6356 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    6357 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    6358 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    6359 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    6360 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    6361 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    6362 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    6363 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    6364 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
    6365
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    6375 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    6376 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    6377 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    6378 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    6379 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    6380 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    6381 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    6382 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    6383 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    6384 läufen ausgleichen.
    6385      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    6386 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    6387 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    6388 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    6389 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    6390 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    6391 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    6392 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    6393 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    6394 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    6395 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    6396 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    6397 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    6398 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    6399 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
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    6410 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    6411 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    6412 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    6413 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    6414 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    6415 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    6416 kalkulierten Preis.
    6417      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    6418 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    6419 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    6420 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    6421 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    6422 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    6423 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    6424 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    6425 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    6426 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    6427 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    6428 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    6429 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    6430 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    6431 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    6432 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    6433 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    6434 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    6435 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
    6436
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    6445
    6446 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    6447 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    6448 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    6449 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    6450 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    6451 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    6452 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    6453 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    6454 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    6455 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    6456 fassung.
    6457      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    6458 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    6459 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    6460 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    6461 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    6462 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    6463 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    6464 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    6465 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    6466 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    6467 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    6468 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    6469 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    6470 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
    6471
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    6482 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    6483 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    6484 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    6485 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    6486 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    6487 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    6488 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    6489 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    6490 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    6491 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    6492 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    6493 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    6494 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    6495 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    6496 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    6497 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    6498 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    6499 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    6500 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    6501 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    6502 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    6503 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    6504      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    6505 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    6506 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
    6507
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    6517 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    6518 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    6519 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    6520      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    6521 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    6522 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    6523 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    6524 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    6525 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    6526 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    6527 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    6528 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    6529 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    6530 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    6531 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    6532 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    6533 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    6534 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    6535 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    6536 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    6537 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    6538 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    6539 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    6540    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    6541 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    6542 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
    6543
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    6552
    6553 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    6554 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    6555 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    6556 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    6557 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    6558 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    6559 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    6560 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    6561 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    6562 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    6563 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    6564 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    6565 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    6566 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    6567 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    6568 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    6569 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    6570 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    6571 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    6572 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    6573 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    6574 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    6575 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    6576 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    6577 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    6578 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    6589 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    6590 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    6591 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    6592 Bild.
    6593
    6594      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    6595 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    6596 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    6597 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    6598 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
    6599
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    6612 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    6613 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    6614  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    6615 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    6616 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    6617 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    6618 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    6619 erhoffen liessen.
    6620      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    6621 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    6622 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    6623 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    6624 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    6625 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    6626 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    6627 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    6628
    6629      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    6630 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    6631 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    6632 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    6633 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    6634 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    6635 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    6636 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    6637 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    6638 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    6651 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    6652 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    6653 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    6654 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    6655 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    6656 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    6657 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    6658 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    6659 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    6660 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    6661 ten.
    6662
    6663      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    6664 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    6665 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    6666 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    6667 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    6668 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    6669 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    6670 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    6671 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    6672 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    6673 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    6674 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    6675 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    6676 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    6677 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    6690 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    6691 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    6692 von Edelmetallen.
    6693      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    6694 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    6695 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    6696 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    6697 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    6698 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    6699 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    6700 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    6701 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    6702 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    6703 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    6704 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    6705 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    6706 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    6707 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    6708 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    6709 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    6710 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    6711 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    6712 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    6713 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    6714 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    6715 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    6728 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    6729 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    6730 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    6731 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    6732 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    6733 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    6734 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    6735 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    6736 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    6737 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    6738 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    6739 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    6740 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    6741 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    6742 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    6743 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    6744 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    6745 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    6746 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    6747 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    6748 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    6749 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    6750 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    6751 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    6752 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    6765 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    6766 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    6767 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    6768 stanz in sich birgt.
    6769      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    6770 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    6771 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    6772 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    6773 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    6774 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    6775 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    6776 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    6777 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    6778 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    6779 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    6780 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    6781 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    6782 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    6783 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    6784 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    6785 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    6786 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    6787 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    6788 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    6789 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    6802 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    6803      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    6804 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    6805 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    6806 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    6807 erhalten.
    6808      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    6809 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    6810 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    6811 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    6812 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    6813 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    6814 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    6815 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    6816 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    6817 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    6818      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    6819 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    6820 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    6821 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    6822 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    6823 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    6824 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    6825 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    6826 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    6827 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    6840 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    6841      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    6842 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    6843 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    6844 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    6845 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    6846 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    6847 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    6848 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    6849 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    6850 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    6851 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    6852 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    6853 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    6854 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    6855 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    6856 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    6857 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    6858 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    6859 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    6860 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    6861 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    6862 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    6863 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    6864 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    6865 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    6866 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    6867 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    6880 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    6881 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    6882 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    6883 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    6884 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    6885 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    6886 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    6887 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    6888 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    6889 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    6890 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    6891 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    6892 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    6893 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    6894 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    6895 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    6896      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    6897 lautete:
    6898 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    6899 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    6900 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    6901 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    6902 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    6903 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    6904 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    6905 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    6906 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    6919 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    6920 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    6921      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    6922 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    6923 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    6924 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    6925 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    6926 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    6927 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    6928 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    6929 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    6930 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    6931 mal des Geldes bedeutete.
    6932      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    6933 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    6934 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    6935 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    6936 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    6937 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    6938 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    6939 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    6940 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    6941 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    6942 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    6943 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    6956 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    6957 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    6958 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    6959 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    6960 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    6961 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    6962 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    6963 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    6964      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    6965 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    6966 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    6967 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    6968 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    6969 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    6970 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    6971 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    6972 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    6973 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    6974 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    6975 noch genügend zu lösen übrig.
    6976        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    6977 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    6978 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    6979 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    6980 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    6981 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
    6982 |
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    6994 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    6995 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    6996 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    6997 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    6998 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    6999 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    7000 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    7001 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    7002 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    7003 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    7004 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    7005   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    7006 Entwicklung zu skizzieren.
    7007     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    7008 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    7009 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    7010 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    7011 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    7012 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    7013 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    7014 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    7015 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    7016 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    7017 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    7018 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    7031 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    7032 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    7033 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    7034 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    7035 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    7036 sich üner den Stoff erhebt.
    7037      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    7038 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    7039 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    7040 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    7041 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    7042 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    7043 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    7044 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    7045 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    7046 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    7047 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    7048 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    7049 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    7050 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    7051 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    7052 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    7053 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    7054 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    7055 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    7056 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    7069 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    7070 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    7071 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    7072 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    7073 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    7074 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    7075 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    7076 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    7077 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    7078 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    7079 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    7080 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    7081 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    7082 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    7083 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    7084 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    7085 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    7086 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    7087 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    7088 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    7089 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    7090 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    7091 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    7092 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    7093 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    7106 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    7107 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    7108 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    7109 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    7110 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    7111 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    7112 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    7113 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    7114 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    7115 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    7116 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    7117 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    7118      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    7119 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    7120 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    7121 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    7122 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    7123 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    7124 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    7125 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    7126 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    7127 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    7128 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    7129 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    7142 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    7143 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    7144 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    7145 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    7146 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    7147 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    7148 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    7149 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    7150 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    7151 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    7152 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    7153 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    7154 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    7155 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    7156 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    7157 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    7158 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    7159      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    7160 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    7161 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    7162 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    7163 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    7164 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    7165 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    7166 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    7167 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    7180 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    7181 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    7182 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    7183 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    7184 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    7185 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    7186 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    7187 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    7188 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    7189 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    7190 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    7191 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    7192 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    7193 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    7194 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    7195 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    7196 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    7197 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    7198 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    7199 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    7200 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    7201 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    7202 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    7203 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    7204 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    7217 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    7218 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    7219 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    7220 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    7221 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    7222 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    7223 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    7224 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    7225 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    7226 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    7227 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    7228 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    7229 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    7230 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    7231 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    7232 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    7233 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    7234 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    7247 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    7248 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    7249 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    7250 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    7251 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    7252 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    7253 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    7254 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    7255 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    7256 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    7257 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    7258 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    7259 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    7260 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    7261 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    7262 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    7263 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    7264 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    7265 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    7266 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    7267 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    7268 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    7269 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    7270 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    7271 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    7272 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    7285 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    7286 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    7287 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    7288 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    7289 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    7290 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    7291 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    7292 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    7293 chen werden.
    7294      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    7295 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    7296 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    7297 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    7298 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    7299 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    7300 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    7301 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    7302 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    7303 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    7304      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    7305 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    7306 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    7307 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    7308 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    7309 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    7322 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    7323 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    7324 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    7325 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    7326 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    7327 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    7328 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    7329 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    7330 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    7331 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    7332 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    7333 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    7334 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    7335 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    7336 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    7337 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    7338  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    7339 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    7340 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    7341 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    7342      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    7343 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    7344      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    7345 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    7346 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    7359 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    7360 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    7361 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    7362  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    7363 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    7364 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    7365 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    7366 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    7367 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    7368 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    7369 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    7370 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    7371 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    7372 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    7373 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    7374 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    7375 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    7376 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    7377 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    7378 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    7379 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    7380 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    7381 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    7382 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    7383 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    7384 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    7385 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    7386 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    7399 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    7400 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    7401 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    7402 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    7403 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    7404 ersteren gelangt ist.""
    7405                  Soweit Schumpeter.
    7406      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    7407 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    7408 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    7409 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    7410 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    7411 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    7412 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    7413 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    7414 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    7415 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    7416 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    7417 dem Wesen nach eine Krise.
    7418      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    7419 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    7420 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    7421 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    7422 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    7435 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    7436 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    7437 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    7438 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    7439 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    7440 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    7441 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    7442 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    7443 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    7444 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    7445 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    7446  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    7447 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    7448 ders der Diskontopolitik.
    7449      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    7450 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    7451 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    7452 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    7453 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    7454 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    7455 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    7456 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    7457 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    7458 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
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    7472 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    7473 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    7474 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    7475 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    7476 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    7477 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    7478 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    7479 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    7480 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    7481  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    7482 ist das Einkommen der Nation.
    7483      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    7484 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    7485 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    7486 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    7487 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    7488 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    7489 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    7490 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    7491 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    7492 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    7493 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    7494 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    7495 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    7496 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
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    7510 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    7511 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    7512 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    7513 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    7514 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    7515 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    7516 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    7517 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    7518 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    7519 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    7520 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    7521      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    7522 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    7523 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    7524 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    7525 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    7526 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    7527 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    7528 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    7529 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    7530 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    7531 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    7532 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    7533 equilibrieren.
    7534      Wir können sagen:
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    7547      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    7548 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    7549 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    7550 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    7551 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    7552 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    7553 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    7554 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    7555 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    7556 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    7557 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    7558 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    7559 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    7560 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    7561 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    7562 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    7563 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    7564 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    7565 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    7566 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    7567 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    7568      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    7569 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    7570 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    7587 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    7588 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    7589 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    7590 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    7591 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    7592 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    7593 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    7594 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    7595 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    7596 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    7597 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    7598      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    7599 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    7600 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    7601 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    7602 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    7603 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    7604 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    7605 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    7606 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    7607 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    7608 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    7609 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    7610 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    7611 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
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    7624 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    7625 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    7626 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    7627 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    7628 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    7629 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    7630 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    7631 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    7632 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    7633  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    7634 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    7635 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    7636 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    7637 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    7638 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    7639 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    7640 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    7641 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    7642 menhang zu konstatieren ist.
    7643      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    7644 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    7645 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    7646 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    7647 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    7648 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
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    7659 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    7660 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    7661      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    7662 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    7663 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    7664
    7665 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    7666 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    7667 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    7668 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    7669 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    7670
    7671 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    7672 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    7673 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    7674 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    7675
    7676 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    7677 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    7678 machen können .
    7679
    7680 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    7681 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
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    7695
    7696      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    7697 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    7698 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    7699 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    7700 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    7701 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    7702 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    7703 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    7704 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    7705 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    7706 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    7707 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    7708 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    7709 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    7710 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    7711 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    7712 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    7713 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    7714 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    7715 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    7716 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    7717 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    7718 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    7719 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    7720 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
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    7731 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    7732 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    7733 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    7734 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    7735 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    7736 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    7737 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    7738 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    7739 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    7740 läufen ausgleichen.
    7741      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    7742 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    7743 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    7744 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    7745 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    7746 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    7747 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    7748 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    7749 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    7750 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    7751 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    7752 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    7753 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    7754 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    7755 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
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    7766 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    7767 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    7768 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    7769 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    7770 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    7771 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    7772 kalkulierten Preis.
    7773      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    7774 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    7775 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    7776 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    7777 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    7778 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    7779 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    7780 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    7781 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    7782 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    7783 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    7784 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    7785 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    7786 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    7787 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    7788 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    7789 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    7790 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    7791 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
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    7801
    7802 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    7803 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    7804 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    7805 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    7806 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    7807 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    7808 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    7809 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    7810 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    7811 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    7812 fassung.
    7813      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    7814 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    7815 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    7816 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    7817 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    7818 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    7819 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    7820 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    7821 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    7822 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    7823 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    7824 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    7825 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    7826 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
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    7838 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    7839 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    7840 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    7841 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    7842 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    7843 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    7844 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    7845 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    7846 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    7847 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    7848 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    7849 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    7850 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    7851 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    7852 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    7853 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    7854 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    7855 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    7856 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    7857 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    7858 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    7859 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    7860      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    7861 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    7862 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
    7863
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    7873 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    7874 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    7875 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    7876      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    7877 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    7878 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    7879 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    7880 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    7881 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    7882 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    7883 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    7884 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    7885 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    7886 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    7887 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    7888 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    7889 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    7890 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    7891 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    7892 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    7893 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    7894 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    7895 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    7896    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    7897 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    7898 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
    7899
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    7909 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    7910 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    7911 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    7912 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    7913 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    7914 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    7915 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    7916 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    7917 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    7918 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    7919 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    7920 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    7921 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    7922 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    7923 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    7924 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    7925 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    7926 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    7927 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    7928 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    7929 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    7930 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    7931 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    7932 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    7933 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    7934 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    7945 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    7946 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    7947 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    7948 Bild.
    7949
    7950      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    7951 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    7952 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    7953 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    7954 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
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    7968 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    7969 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    7970  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    7971 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    7972 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    7973 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    7974 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    7975 erhoffen liessen.
    7976      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    7977 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    7978 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    7979 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    7980 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    7981 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    7982 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    7983 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    7984
    7985      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    7986 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    7987 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    7988 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    7989 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    7990 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    7991 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    7992 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    7993 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    7994 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    8007 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    8008 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    8009 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    8010 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    8011 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    8012 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    8013 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    8014 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    8015 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    8016 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    8017 ten.
    8018
    8019      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    8020 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    8021 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    8022 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    8023 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    8024 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    8025 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    8026 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    8027 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    8028 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    8029 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    8030 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    8031 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    8032 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    8033 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    8046 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    8047 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    8048 von Edelmetallen.
    8049      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    8050 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    8051 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    8052 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    8053 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    8054 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    8055 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    8056 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    8057 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    8058 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    8059 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    8060 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    8061 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    8062 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    8063 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    8064 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    8065 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    8066 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    8067 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    8068 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    8069 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    8070 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    8071 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    8084 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    8085 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    8086 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    8087 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    8088 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    8089 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    8090 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    8091 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    8092 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    8093 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    8094 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    8095 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    8096 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    8097 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    8098 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    8099 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    8100 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    8101 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    8102 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    8103 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    8104 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    8105 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    8106 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    8107 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    8108 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    8121 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    8122 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    8123 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    8124 stanz in sich birgt.
    8125      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    8126 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    8127 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    8128 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    8129 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    8130 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    8131 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    8132 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    8133 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    8134 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    8135 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    8136 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    8137 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    8138 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    8139 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    8140 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    8141 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    8142 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    8143 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    8144 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    8145 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    8158 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    8159      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    8160 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    8161 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    8162 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    8163 erhalten.
    8164      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    8165 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    8166 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    8167 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    8168 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    8169 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    8170 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    8171 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    8172 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    8173 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    8174      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    8175 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    8176 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    8177 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    8178 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    8179 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    8180 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    8181 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    8182 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    8183 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    8193
    8194
    8195
    8196 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    8197      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    8198 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    8199 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    8200 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    8201 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    8202 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    8203 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    8204 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    8205 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    8206 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    8207 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    8208 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    8209 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    8210 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    8211 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    8212 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    8213 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    8214 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    8215 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    8216 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    8217 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    8218 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    8219 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    8220 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    8221 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    8222 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    8223 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    8236 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    8237 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    8238 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    8239 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    8240 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    8241 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    8242 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    8243 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    8244 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    8245 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    8246 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    8247 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    8248 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    8249 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    8250 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    8251 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    8252      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    8253 lautete:
    8254 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    8255 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    8256 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    8257 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    8258 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    8259 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    8260 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    8261 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    8262 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    8275 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    8276 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    8277      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    8278 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    8279 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    8280 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    8281 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    8282 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    8283 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    8284 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    8285 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    8286 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    8287 mal des Geldes bedeutete.
    8288      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    8289 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    8290 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    8291 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    8292 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    8293 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    8294 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    8295 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    8296 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    8297 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    8298 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    8299 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    8312 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    8313 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    8314 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    8315 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    8316 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    8317 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    8318 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    8319 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    8320      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    8321 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    8322 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    8323 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    8324 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    8325 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    8326 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    8327 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    8328 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    8329 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    8330 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    8331 noch genügend zu lösen übrig.
    8332        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    8333 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    8334 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    8335 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    8336 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    8337 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    8350 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    8351 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    8352 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    8353 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    8354 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    8355 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    8356 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    8357 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    8358 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    8359 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    8360 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    8361   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    8362 Entwicklung zu skizzieren.
    8363     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    8364 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    8365 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    8366 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    8367 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    8368 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    8369 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    8370 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    8371 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    8372 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    8373 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    8374 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    8387 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    8388 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    8389 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    8390 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    8391 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    8392 sich üner den Stoff erhebt.
    8393      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    8394 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    8395 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    8396 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    8397 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    8398 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    8399 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    8400 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    8401 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    8402 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    8403 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    8404 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    8405 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    8406 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    8407 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    8408 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    8409 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    8410 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    8411 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    8412 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    8425 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    8426 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    8427 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    8428 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    8429 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    8430 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    8431 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    8432 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    8433 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    8434 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    8435 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    8436 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    8437 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    8438 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    8439 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    8440 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    8441 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    8442 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    8443 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    8444 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    8445 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    8446 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    8447 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    8448 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    8449 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    8462 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    8463 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    8464 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    8465 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    8466 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    8467 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    8468 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    8469 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    8470 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    8471 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    8472 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    8473 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    8474      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    8475 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    8476 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    8477 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    8478 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    8479 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    8480 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    8481 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    8482 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    8483 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    8484 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    8485 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    8498 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    8499 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    8500 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    8501 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    8502 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    8503 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    8504 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    8505 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    8506 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    8507 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    8508 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    8509 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    8510 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    8511 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    8512 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    8513 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    8514 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    8515      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    8516 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    8517 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    8518 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    8519 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    8520 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    8521 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    8522 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    8523 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    8536 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    8537 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    8538 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    8539 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    8540 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    8541 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    8542 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    8543 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    8544 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    8545 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    8546 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    8547 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    8548 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    8549 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    8550 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    8551 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    8552 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    8553 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    8554 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    8555 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    8556 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    8557 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    8558 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    8559 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    8560 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    8573 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    8574 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    8575 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    8576 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    8577 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    8578 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    8579 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    8580 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    8581 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    8582 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    8583 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    8584 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    8585 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    8586 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    8587 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    8588 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    8589 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    8590 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    8608      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
    8609  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
    8610  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
    8611  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
    8612 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
    8613 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
    8614 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
    8615 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
    8616 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
    8617 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
    8618 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
    8619 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
    8620 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
    8621 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
    8622 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
    8623 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
    8624 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
    8625 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
    8626 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
    8627      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
    8628 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
    8629 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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    8634 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.===
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    8642      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,
    8643 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren
    8644 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns
    8645 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem
    8646 Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere
    8647 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im
    8648 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-
    8649 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren
    8650 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.
    8651      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-
    8652 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-
    8653 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle
    8654 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein
    8655 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug
    8656 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten
    8657 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in
    8658 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie
    8659 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-
    8660 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-
    8661 len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich
    8662 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang
    8663 setzend.
    8664      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale
    8665 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-
    8666 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren
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    8684      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine
    8685  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-
    8686  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
    8687  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
    8688 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,
    8689 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
    8690 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
    8691 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
    8692 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
    8693 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt
    8694 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
    8695 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
    8696 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
    8697 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
    8698 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
    8699 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
    8700 spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug
    8701 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-
    8702 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
    8703      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
    8704 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-
    8705 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
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    8718 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
    8719 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
    8720 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
    8721 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
    8722 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit
    8723 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
    8724 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
    8725 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
    8726 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen
    8727 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
    8728 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs-
    8729 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-
    8730 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
    8731 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs-
    8732 sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein-
    8733 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-
    8734 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
    8735 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich
    8736 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
    8737 relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
    8738 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver-
    8739 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "
    8740 erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-
    8741 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
    8742 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
    8743 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
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    8756 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    8757 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    8758 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    8759 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    8760 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    8761 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    8762 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    8763 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    8764 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    8765 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    8766 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    8767 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    8768 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    8769 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    8770 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    8771 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    8772 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    8773 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    8774 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    8775 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    8776 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    8777 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    8778 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    8779 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    8780 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    8781 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    8794 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    8795 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    8796 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    8797 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    8798 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    8799 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    8800 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    8801 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    8802 chen werden.
    8803      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    8804 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    8805 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    8806 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    8807 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    8808 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    8809 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    8810 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    8811 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    8812 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    8813      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    8814 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    8815 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    8816 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    8817 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    8818 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    8831 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    8832 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    8833 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    8834 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    8835 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    8836 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    8837 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    8838 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    8839 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    8840 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    8841 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    8842 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    8843 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    8844 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    8845 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    8846 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    8847  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    8848 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    8849 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    8850 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    8851      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    8852 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    8853      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    8854 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    8855 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    8868 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    8869 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    8870 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    8871  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    8872 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    8873 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    8874 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    8875 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    8876 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    8877 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    8878 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    8879 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    8880 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    8881 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    8882 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    8883 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    8884 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    8885 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    8886 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    8887 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    8888 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    8889 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    8890 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    8891 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    8892 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    8893 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    8894 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    8895 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    8908 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    8909 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    8910 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    8911 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    8912 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    8913 ersteren gelangt ist.""
    8914                  Soweit Schumpeter.
    8915      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    8916 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    8917 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    8918 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    8919 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    8920 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    8921 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    8922 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    8923 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    8924 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    8925 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    8926 dem Wesen nach eine Krise.
    8927      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    8928 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    8929 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    8930 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    8931 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    8944 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    8945 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    8946 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    8947 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    8948 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    8949 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    8950 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    8951 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    8952 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    8953 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    8954 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    8955  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    8956 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    8957 ders der Diskontopolitik.
    8958      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    8959 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    8960 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    8961 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    8962 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    8963 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    8964 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    8965 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    8966 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    8967 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
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    8981 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    8982 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    8983 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    8984 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    8985 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    8986 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    8987 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    8988 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    8989 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    8990  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    8991 ist das Einkommen der Nation.
    8992      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    8993 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    8994 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    8995 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    8996 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    8997 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    8998 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    8999 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    9000 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    9001 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    9002 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    9003 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    9004 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    9005 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
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    9019 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    9020 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    9021 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    9022 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    9023 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    9024 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    9025 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    9026 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    9027 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    9028 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    9029 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    9030      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    9031 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    9032 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    9033 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    9034 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    9035 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    9036 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    9037 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    9038 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    9039 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    9040 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    9041 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    9042 equilibrieren.
    9043      Wir können sagen:
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    9056      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    9057 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    9058 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    9059 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    9060 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    9061 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    9062 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    9063 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    9064 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    9065 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    9066 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    9067 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    9068 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    9069 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    9070 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    9071 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    9072 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    9073 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    9074 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    9075 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    9076 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    9077      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    9078 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    9079 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    9096 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    9097 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    9098 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    9099 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    9100 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    9101 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    9102 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    9103 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    9104 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    9105 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    9106 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    9107      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    9108 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    9109 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    9110 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    9111 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    9112 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    9113 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    9114 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    9115 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    9116 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    9117 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    9118 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    9119 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    9120 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
    9121
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    9133 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    9134 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    9135 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    9136 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    9137 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    9138 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    9139 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    9140 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    9141 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    9142  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    9143 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    9144 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    9145 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    9146 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    9147 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    9148 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    9149 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    9150 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    9151 menhang zu konstatieren ist.
    9152      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    9153 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    9154 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    9155 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    9156 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    9157 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
    9158
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    9168 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    9169 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    9170      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    9171 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    9172 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    9173
    9174 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    9175 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    9176 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    9177 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    9178 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    9179
    9180 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    9181 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    9182 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    9183 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    9184
    9185 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    9186 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    9187 machen können .
    9188
    9189 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    9190 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
    9191
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    9205      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    9206 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    9207 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    9208 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    9209 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    9210 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    9211 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    9212 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    9213 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    9214 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    9215 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    9216 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    9217 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    9218 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    9219 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    9220 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    9221 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    9222 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    9223 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    9224 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    9225 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    9226 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    9227 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    9228 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    9229 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
    9230
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    9240 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    9241 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    9242 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    9243 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    9244 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    9245 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    9246 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    9247 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    9248 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    9249 läufen ausgleichen.
    9250      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    9251 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    9252 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    9253 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    9254 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    9255 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    9256 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    9257 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    9258 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    9259 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    9260 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    9261 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    9262 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    9263 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    9264 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
    9265
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    9275 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    9276 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    9277 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    9278 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    9279 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    9280 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    9281 kalkulierten Preis.
    9282      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    9283 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    9284 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    9285 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    9286 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    9287 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    9288 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    9289 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    9290 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    9291 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    9292 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    9293 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    9294 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    9295 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    9296 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    9297 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    9298 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    9299 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    9300 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
    9301
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    9310
    9311 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    9312 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    9313 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    9314 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    9315 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    9316 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    9317 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    9318 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    9319 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    9320 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    9321 fassung.
    9322      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    9323 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    9324 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    9325 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    9326 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    9327 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    9328 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    9329 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    9330 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    9331 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    9332 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    9333 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    9334 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    9335 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
    9336
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    9347 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    9348 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    9349 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    9350 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    9351 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    9352 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    9353 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    9354 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    9355 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    9356 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    9357 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    9358 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    9359 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    9360 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    9361 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    9362 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    9363 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    9364 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    9365 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    9366 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    9367 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    9368 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    9369      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    9370 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    9371 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
    9372
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    9382 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    9383 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    9384 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    9385      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    9386 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    9387 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    9388 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    9389 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    9390 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    9391 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    9392 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    9393 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    9394 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    9395 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    9396 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    9397 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    9398 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    9399 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    9400 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    9401 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    9402 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    9403 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    9404 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    9405    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    9406 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    9407 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
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    9418 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    9419 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    9420 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    9421 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    9422 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    9423 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    9424 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    9425 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    9426 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    9427 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    9428 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    9429 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    9430 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    9431 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    9432 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    9433 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    9434 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    9435 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    9436 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    9437 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    9438 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    9439 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    9440 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    9441 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    9442 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    9443 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    9454 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    9455 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    9456 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    9457 Bild.
    9458
    9459      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    9460 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    9461 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    9462 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    9463 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
    9464
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    9477 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    9478 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    9479  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    9480 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    9481 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    9482 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    9483 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    9484 erhoffen liessen.
    9485      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    9486 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    9487 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    9488 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    9489 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    9490 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    9491 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    9492 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    9493
    9494      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    9495 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    9496 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    9497 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    9498 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    9499 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    9500 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    9501 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    9502 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    9503 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    9516 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    9517 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    9518 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    9519 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    9520 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    9521 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    9522 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    9523 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    9524 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    9525 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    9526 ten.
    9527
    9528      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    9529 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    9530 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    9531 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    9532 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    9533 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    9534 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    9535 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    9536 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    9537 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    9538 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    9539 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    9540 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    9541 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    9542 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    9555 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    9556 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    9557 von Edelmetallen.
    9558      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    9559 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    9560 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    9561 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    9562 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    9563 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    9564 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    9565 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    9566 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    9567 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    9568 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    9569 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    9570 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    9571 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    9572 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    9573 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    9574 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    9575 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    9576 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    9577 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    9578 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    9579 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    9580 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    9593 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    9594 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    9595 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    9596 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    9597 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    9598 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    9599 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    9600 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    9601 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    9602 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    9603 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    9604 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    9605 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    9606 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    9607 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    9608 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    9609 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    9610 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    9611 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    9612 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    9613 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    9614 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    9615 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    9616 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    9617 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    9630 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    9631 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    9632 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    9633 stanz in sich birgt.
    9634      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    9635 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    9636 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    9637 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    9638 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    9639 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    9640 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    9641 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    9642 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    9643 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    9644 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    9645 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    9646 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    9647 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    9648 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    9649 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    9650 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    9651 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    9652 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    9653 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    9654 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    9667 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    9668      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    9669 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    9670 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    9671 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    9672 erhalten.
    9673      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    9674 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    9675 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    9676 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    9677 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    9678 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    9679 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    9680 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    9681 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    9682 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    9683      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    9684 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    9685 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    9686 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    9687 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    9688 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    9689 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    9690 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    9691 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    9692 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    9705 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    9706      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    9707 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    9708 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    9709 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    9710 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    9711 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    9712 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    9713 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    9714 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    9715 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    9716 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    9717 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    9718 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    9719 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    9720 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    9721 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    9722 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    9723 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    9724 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    9725 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    9726 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    9727 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    9728 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    9729 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    9730 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    9731 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    9732 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    9745 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    9746 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    9747 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    9748 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    9749 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    9750 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    9751 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    9752 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    9753 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    9754 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    9755 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    9756 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    9757 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    9758 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    9759 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    9760 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    9761      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    9762 lautete:
    9763 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    9764 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    9765 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    9766 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    9767 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    9768 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    9769 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    9770 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    9771 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    9784 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    9785 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    9786      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    9787 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    9788 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    9789 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    9790 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    9791 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    9792 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    9793 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    9794 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    9795 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    9796 mal des Geldes bedeutete.
    9797      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    9798 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    9799 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    9800 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    9801 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    9802 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    9803 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    9804 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    9805 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    9806 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    9807 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    9808 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    9821 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    9822 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    9823 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    9824 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    9825 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    9826 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    9827 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    9828 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    9829      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    9830 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    9831 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    9832 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    9833 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    9834 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    9835 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    9836 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    9837 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    9838 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    9839 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    9840 noch genügend zu lösen übrig.
    9841        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    9842 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    9843 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    9844 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    9845 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    9846 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    9859 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    9860 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    9861 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    9862 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    9863 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    9864 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    9865 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    9866 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    9867 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    9868 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    9869 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    9870   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    9871 Entwicklung zu skizzieren.
    9872     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    9873 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    9874 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    9875 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    9876 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    9877 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    9878 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    9879 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    9880 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    9881 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    9882 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    9883 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    9893
    9894
    9895
    9896 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    9897 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    9898 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    9899 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    9900 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    9901 sich üner den Stoff erhebt.
    9902      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    9903 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    9904 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    9905 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    9906 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    9907 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    9908 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    9909 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    9910 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    9911 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    9912 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    9913 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    9914 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    9915 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    9916 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    9917 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    9918 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    9919 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    9920 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    9921 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    9934 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    9935 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    9936 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    9937 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    9938 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    9939 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    9940 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    9941 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    9942 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    9943 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    9944 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    9945 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    9946 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    9947 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    9948 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    9949 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    9950 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    9951 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    9952 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    9953 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    9954 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    9955 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    9956 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    9957 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    9958 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    9971 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    9972 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    9973 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    9974 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    9975 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    9976 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    9977 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    9978 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    9979 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    9980 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    9981 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    9982 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    9983      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    9984 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    9985 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    9986 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    9987 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    9988 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    9989 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    9990 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    9991 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    9992 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    9993 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    9994 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    10007 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    10008 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    10009 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    10010 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    10011 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    10012 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    10013 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    10014 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    10015 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    10016 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    10017 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    10018 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    10019 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    10020 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    10021 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    10022 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    10023 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    10024      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    10025 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    10026 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    10027 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    10028 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    10029 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    10030 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    10031 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    10032 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    10045 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    10046 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    10047 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    10048 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    10049 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    10050 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    10051 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    10052 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    10053 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    10054 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    10055 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    10056 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    10057 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    10058 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    10059 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    10060 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    10061 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    10062 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    10063 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    10064 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    10065 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    10066 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    10067 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    10068 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    10069 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    10082 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    10083 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    10084 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    10085 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    10086 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    10087 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    10088 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    10089 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    10090 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    10091 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    10092 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    10093 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    10094 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    10095 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    10096 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    10097 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    10098 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    10099 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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    10112 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
    10113 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
    10114 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
    10115 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
    10116 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als
    10117 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-
    10118 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
    10119 zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
    10120 schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
    10121 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,
    10122 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
    10123 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
    10124 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
    10125 lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch
    10126 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
    10127 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
    10128 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
    10129 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau-
    10130 schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch
    10131 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
    10132 die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere
    10133 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
    10134 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-
    10135 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich
    10136 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
    10137 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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    10150 lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum-
    10151 güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    10152 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-
    10153 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
    10154 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
    10155 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
    10156 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und
    10157 Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
    10158 chen werden.
    10159      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
    10160 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
    10161 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
    10162 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
    10163 Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
    10164 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
    10165 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,
    10166 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
    10167 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
    10168 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
    10169      Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes
    10170 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
    10171 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt-
    10172 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
    10173 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir
    10174 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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    10187 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen
    10188 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je
    10189 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere
    10190 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,
    10191 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig
    10192 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die
    10193 ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-
    10194 sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie-
    10195 rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen
    10196 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und
    10197 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren
    10198 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der
    10199 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,
    10200 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch
    10201 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des
    10202 Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen
    10203  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng
    10204 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das
    10205 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher
    10206 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.
    10207      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters
    10208 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt:
    10209      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-
    10210 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und
    10211 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den
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    10224 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher
    10225 Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck
    10226 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes
    10227  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert
    10228 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln
    10229 gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    10230 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und
    10231 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    10232 sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer
    10233 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und
    10234 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren
    10235 sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten
    10236 Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder
    10237 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-
    10238 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
    10239 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter-
    10240 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
    10241 Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten
    10242 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst
    10243 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde,
    10244 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-
    10245 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter-
    10246 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von
    10247 Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes
    10248 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende
    10249 auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus-
    10250 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,
    10251 wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den
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    10264 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer
    10265 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt
    10266 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum
    10267 nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt
    10268 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den
    10269 ersteren gelangt ist.""
    10270                  Soweit Schumpeter.
    10271      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite
    10272 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter-
    10273 verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten
    10274 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb
    10275 ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung
    10276 im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment
    10277 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner
    10278 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-
    10279 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums
    10280 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum
    10281 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin
    10282 dem Wesen nach eine Krise.
    10283      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis
    10284 einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen
    10285 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-
    10286 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-
    10287 fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
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    10300 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü-
    10301 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und
    10302 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang-
    10303 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,
    10304 wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns
    10305 für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn
    10306 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-
    10307 ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-
    10308 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-
    10309 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere
    10310 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die
    10311  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
    10312 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-
    10313 ders der Diskontopolitik.
    10314      Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-
    10315 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu
    10316 rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf-
    10317 schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige
    10318 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise
    10319 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als
    10320 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne
    10321 indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als
    10322 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-
    10323 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
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    10337 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn
    10338 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen
    10339 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die
    10340 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte
    10341 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus
    10342 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,
    10343 so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die
    10344 ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich
    10345 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft
    10346  die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das
    10347 ist das Einkommen der Nation.
    10348      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von
    10349 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-
    10350 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien
    10351 in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen
    10352 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die
    10353 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht
    10354 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein-
    10355 zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes
    10356 der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der
    10357 Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten
    10358 Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu-
    10359 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-
    10360 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar
    10361 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
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    10375 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich
    10376 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt
    10377 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,
    10378 den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten
    10379 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in
    10380 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-
    10381 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade
    10382 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des
    10383 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent
    10384 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine
    10385 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.
    10386      Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi-
    10387 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir
    10388 wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in
    10389 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
    10390 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-
    10391 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen
    10392 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-
    10393 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und
    10394 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,
    10395 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,
    10396 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die
    10397 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
    10398 equilibrieren.
    10399      Wir können sagen:
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    10412      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist
    10413 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine
    10414 Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass
    10415 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das
    10416 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-
    10417 ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun
    10418 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in
    10419 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene
    10420 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-
    10421 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung
    10422 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In
    10423 jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen
    10424 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es
    10425 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung
    10426 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet
    10427 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen
    10428 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-
    10429 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen
    10430 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied
    10431 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber
    10432 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
    10433      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und
    10434 addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus
    10435 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.
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    10452 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-
    10453 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist
    10454 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale
    10455 der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-
    10456 wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge-
    10457 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt
    10458 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit
    10459 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird
    10460 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen
    10461 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale
    10462 Anteile am gesamten Produktionsfond.
    10463      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft
    10464 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-
    10465 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar
    10466 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines
    10467 und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als
    10468 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-
    10469 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten
    10470 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie
    10471 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.
    10472 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige
    10473 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.
    10474 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich
    10475 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie
    10476 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise,
    10477
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    10489 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber
    10490 doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht
    10491 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach
    10492 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven
    10493 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter
    10494 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt
    10495 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer
    10496 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität
    10497 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.
    10498  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen
    10499 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-
    10500 ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar-
    10501 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein-
    10502 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit
    10503 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben
    10504 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das
    10505 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden
    10506 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-
    10507 menhang zu konstatieren ist.
    10508      Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro-
    10509 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,
    10510 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,
    10511 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-
    10512 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten
    10513 für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich
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    10523
    10524 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati-
    10525 onen finden wir die Substanz für alle Einkommen.
    10526      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die
    10527 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten
    10528 von Einkommen zu unterscheiden haben:
    10529
    10530 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-
    10531 güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,
    10532 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-
    10533 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-
    10534 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.
    10535
    10536 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
    10537 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
    10538 Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus
    10539 den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
    10540
    10541 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
    10542 aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend
    10543 machen können .
    10544
    10545 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-
    10546 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
    10547
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    10558
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    10560
    10561      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
    10562 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
    10563 keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch
    10564 hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-
    10565 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die
    10566 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-
    10567 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt
    10568 einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht
    10569 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,
    10570 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab
    10571 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie
    10572 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;
    10573 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es
    10574 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
    10575 Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.
    10576 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
    10577 Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach-
    10578 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden
    10579 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat-
    10580 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,
    10581 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
    10582 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
    10583 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
    10584 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-
    10585 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
    10586
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    10595
    10596 Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen,
    10597 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
    10598 lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus-
    10599 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-
    10600 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-
    10601 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei-
    10602 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-
    10603 sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet
    10604 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-
    10605 läufen ausgleichen.
    10606      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse
    10607 der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-
    10608 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des
    10609 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .
    10610 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit
    10611 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass
    10612 diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer-
    10613 den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen
    10614 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie
    10615 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch
    10616 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die
    10617 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir
    10618 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-
    10619 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-
    10620 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn
    10621
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    10629 - 37 -
    10630
    10631 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
    10632 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
    10633 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber
    10634 dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von
    10635 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung
    10636 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-
    10637 kalkulierten Preis.
    10638      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
    10639 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
    10640 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom
    10641 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,
    10642 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir
    10643 sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden-
    10644 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff-
    10645 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,
    10646 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden
    10647 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;
    10648 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.
    10649 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als
    10650 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich
    10651 stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher
    10652 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-
    10653 drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-
    10654 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-
    10655 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld
    10656 lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen
    10657
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    10663 ||
    10664
    10665 - 38 -
    10666
    10667 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
    10668 von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier
    10669 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte
    10670 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das
    10671 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen
    10672 Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-
    10673 nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen
    10674 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-
    10675 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,
    10676 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-
    10677 fassung.
    10678      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens
    10679 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere
    10680 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-
    10681 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst
    10682 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-
    10683 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-
    10684 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-
    10685 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt-
    10686 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel
    10687 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das
    10688 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg-
    10689 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-
    10690 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden
    10691 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
    10692
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    10703 Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung
    10704 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
    10705 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-
    10706 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem
    10707 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-
    10708 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur
    10709 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist
    10710 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-
    10711 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles
    10712 in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen
    10713 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
    10714 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung
    10715 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche
    10716 Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des
    10717 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen
    10718 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit
    10719 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der
    10720 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes
    10721 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in
    10722 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft
    10723 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion
    10724 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.
    10725      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes
    10726 in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung.
    10727 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit
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    10738 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
    10739 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
    10740 aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird.
    10741      Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die
    10742 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern
    10743 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild
    10744 vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber
    10745 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-
    10746 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-
    10747 güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten
    10748 Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst
    10749 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer
    10750 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa
    10751 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-
    10752 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl
    10753 von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-
    10754 sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch
    10755 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger
    10756 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen
    10757 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept
    10758 wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz
    10759 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen
    10760 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.
    10761    Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,
    10762 die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen,
    10763 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
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    10774 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
    10775 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
    10776 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,
    10777 dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-
    10778 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-
    10779 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde
    10780 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen
    10781 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt
    10782 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu
    10783 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der
    10784 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist
    10785 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld
    10786 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
    10787 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-
    10788 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner
    10789 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite
    10790 Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat
    10791 niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der
    10792 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;
    10793 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen
    10794 den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen
    10795 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen
    10796 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt
    10797 gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert-
    10798 einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt.
    10799 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter-
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    10810 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
    10811 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
    10812 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche
    10813 Bild.
    10814
    10815      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen
    10816 Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der
    10817 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer
    10818 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
    10819 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
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    10833 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach
    10834 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den
    10835  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-
    10836 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit
    10837 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert
    10838 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-
    10839 keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad
    10840 erhoffen liessen.
    10841      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache
    10842 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die
    10843 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu
    10844 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu
    10845 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;
    10846 lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-
    10847 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine
    10848 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.
    10849
    10850      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs
    10851 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie
    10852 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den
    10853 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-
    10854 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
    10855 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-
    10856 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden
    10857 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.
    10858 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei
    10859 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-
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    10872 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen
    10873 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem
    10874 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-
    10875 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie
    10876 tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-
    10877 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren
    10878 und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun
    10879 grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen,
    10880 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-
    10881 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-
    10882 ten.
    10883
    10884      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die
    10885 Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende
    10886 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil-
    10887 bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-
    10888 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
    10889 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
    10890 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-
    10891 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.
    10892 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische
    10893 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus
    10894 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das
    10895 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar
    10896 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung
    10897 fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge-
    10898 mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-
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    10911 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und
    10912 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -
    10913 von Edelmetallen.
    10914      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung
    10915 für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass
    10916 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-
    10917 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch
    10918 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
    10919 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
    10920 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
    10921 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit
    10922 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
    10923 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-
    10924 ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit
    10925 der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-
    10926 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der
    10927 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel
    10928 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit
    10929 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei
    10930 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,
    10931 reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des
    10932 Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-
    10933 weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-
    10934 gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen
    10935 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen
    10936 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
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    10949 beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein-
    10950 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen
    10951 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit
    10952 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits
    10953 in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb
    10954 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über-
    10955 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-
    10956 schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank-
    10957 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
    10958 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
    10959 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:
    10960 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
    10961 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-
    10962 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-
    10963 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-
    10964 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,
    10965 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
    10966 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende
    10967 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten
    10968 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali
    10969 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit
    10970 in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen
    10971 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,
    10972 um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder
    10973 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem
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    10986 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange
    10987 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches
    10988 bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-
    10989 stanz in sich birgt.
    10990      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir
    10991 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb
    10992 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.
    10993 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen
    10994 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-
    10995 gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit,
    10996 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-
    10997 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines
    10998 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-
    10999 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet
    11000 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
    11001 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-
    11002 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
    11003 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-
    11004 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,
    11005 der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch
    11006 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen
    11007 der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den
    11008 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-
    11009 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen
    11010 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über-
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    11023 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
    11024      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei
    11025 von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten?
    11026 Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold
    11027 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v
    11028 erhalten.
    11029      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass
    11030 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht
    11031 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-
    11032 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,
    11033 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie
    11034 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den
    11035 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum
    11036 das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut
    11037 von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser
    11038 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.
    11039      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-
    11040 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann
    11041 die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver-
    11042 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als
    11043 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder
    11044 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-
    11045 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch
    11046 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.
    11047 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine
    11048 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und
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    11061 begrifflich nicht damit zusammenhängt.
    11062      Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung
    11063 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine
    11064 mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von
    11065 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir
    11066 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-
    11067 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-
    11068 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-
    11069 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-
    11070 dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische
    11071 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit
    11072 ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so
    11073 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter
    11074 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein-
    11075 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.
    11076 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische
    11077 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie
    11078 zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch
    11079 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu
    11080 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche
    11081 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die
    11082 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen
    11083 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen;
    11084 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir
    11085 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-
    11086 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von
    11087 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-
    11088 halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität
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    11101 sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt-
    11102 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
    11103 Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern
    11104 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-
    11105 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-
    11106 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung
    11107 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der
    11108 Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im
    11109 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-
    11110 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des
    11111 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung
    11112 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte
    11113 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-
    11114 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-
    11115 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für
    11116 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
    11117      Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die
    11118 lautete:
    11119 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.
    11120 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die
    11121 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb-
    11122 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich
    11123 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-
    11124 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der
    11125 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:
    11126 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen
    11127 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich
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    11140 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten
    11141 Tausches wieder eine weitere Gleichung:
    11142      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,
    11143 mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ-
    11144 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-
    11145 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-
    11146 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-
    11147 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,
    11148 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich
    11149 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so
    11150 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja
    11151 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-
    11152 mal des Geldes bedeutete.
    11153      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit
    11154 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren
    11155 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann
    11156 erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,
    11157 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-
    11158 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich
    11159 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen
    11160 Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den
    11161 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.
    11162 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-
    11163 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt
    11164 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des
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    11177 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von
    11178 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel
    11179 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht
    11180 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns
    11181 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine
    11182 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-
    11183 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die
    11184 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
    11185      Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert-
    11186 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre
    11187 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und
    11188 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-
    11189 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-
    11190 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist
    11191 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur
    11192 noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der
    11193 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung
    11194 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern
    11195 oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns
    11196 noch genügend zu lösen übrig.
    11197        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem
    11198 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-
    11199 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem
    11200 historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-
    11201 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade
    11202 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens
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    11215 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in
    11216 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-
    11217 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein
    11218 kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern
    11219 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom-
    11220 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach
    11221 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
    11222 rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
    11223 notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel-
    11224 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-
    11225 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
    11226   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
    11227 Entwicklung zu skizzieren.
    11228     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,
    11229 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes
    11230 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-
    11231 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die
    11232 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,
    11233 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-
    11234 metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-
    11235 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten
    11236 Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung
    11237 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-
    11238 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der
    11239 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,
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    11252 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des
    11253 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-
    11254 mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,
    11255 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele
    11256 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie
    11257 sich üner den Stoff erhebt.
    11258      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,
    11259 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;
    11260 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für
    11261 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.
    11262 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht
    11263 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und
    11264 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-
    11265 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch
    11266 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
    11267 wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln
    11268 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-
    11269 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,
    11270 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek-
    11271 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber
    11272 handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak-
    11273 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter
    11274 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht
    11275 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr
    11276 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die
    11277 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger
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    11290 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein
    11291 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-
    11292 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine
    11293 Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für
    11294 den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche
    11295 Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das
    11296 Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst
    11297 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-
    11298 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-
    11299 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
    11300 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
    11301 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch
    11302 den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei
    11303 nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
    11304 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
    11305 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-
    11306 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
    11307 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde
    11308 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-
    11309 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die
    11310 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten
    11311 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden
    11312 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl
    11313 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,
    11314 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,
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    11327 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in
    11328 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck
    11329 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir
    11330 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.
    11331 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit
    11332 ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat-
    11333 lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei
    11334 übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-
    11335 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-
    11336 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-
    11337 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der
    11338 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
    11339      Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet,
    11340 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-
    11341 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren
    11342 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-
    11343 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies
    11344 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig
    11345 der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-
    11346 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,
    11347 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des
    11348 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.
    11349 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
    11350 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.
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    11363 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-
    11364 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist
    11365 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.
    11366 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,
    11367 das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat"
    11368 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun
    11369 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um
    11370 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon
    11371 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach
    11372 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in
    11373 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen
    11374 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt
    11375 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-
    11376 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
    11377 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
    11378 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.
    11379 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
    11380      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-
    11381 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,
    11382 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick
    11383 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-
    11384 lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote
    11385 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand
    11386 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per-
    11387 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-
    11388 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.
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    11400
    11401 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch
    11402 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel
    11403 allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-
    11404 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das
    11405 wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder
    11406 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft
    11407 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den
    11408 Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-
    11409 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in
    11410 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht
    11411 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-
    11412 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte
    11413 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher
    11414 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses
    11415 allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit
    11416 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich
    11417 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen
    11418 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen
    11419 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter
    11420 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum
    11421 müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern
    11422 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste
    11423 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie
    11424 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen
    11425 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus
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    11438 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh-
    11439 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann
    11440 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung
    11441 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-
    11442 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-
    11443 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute
    11444 so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg-
    11445 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen
    11446 müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
    11447 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in
    11448 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld
    11449 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist
    11450 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr
    11451 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-
    11452 schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen
    11453 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-
    11454 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-
    11455 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.
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