Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / II





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8 __D i e L e h r m e i n u n g e n__    
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10 Der M e t a l l i s m u s .    
11 Der N o m i n a l i s m u s .    
12    
13      Sind wir dem Wesen des Geldes in funktioneller Hinsicht    
14 bei der vergangenen Betrachtung näher gekommen und konnten wir    
15 das gewonnene Bild uns formen, ohne dass wir uns mit Entschieden-    
16 het zu einer herrschenden Tvvhvveorie bekannten, - haben wir dort    
17 nur das tatsächliche Geschehen kritiklos hingenommen und es ver-    
18 sucht, die einzelnen Dvvavvten zu organischem Fluss an einander zu rei-    
19 hen, so mĂĽssen wir jetzt den Geldtheorien unser Ohr leihen, deren je-    
20 de mit Bestimmtheit und seltenem Fanatismus ihren Standpunkt fĂĽr    
21 den allein richtigen vertritt.    
22      Eine eigentliche wissenschaftliche Forschung nach dem    
23 Wesen des Geldes beginnt naturgemäss mit dem Metallismus, einer    
24 Geldlehre, deren Ivvnvvhalt uns noch ganz deutlich werden wird. Dieses    
25 theoretische Besinnen erfĂĽllte darauf denn auch ausnahmslos und    
26 ohne Widerspruch die Geister und heute sogar können wir noch sagen,    
27 dass die alten klassischen Gesetzte jenes orthodoxen Metallismus    
28 ohne nennenswerte Redivierung [sic] im Schwange sind und immer noch    
29 Grundlage auch aller späteren, selbst der modernsten Entwicklung.    
30      In den Anfängen des Geldverkehrs war das Geld und damit    
31 sprechen wir von allen Geldstoff schlechthin, auch wenn er schon    
32 staatlicher Prägung unterzogen war, doch eigentlich nichts anderes,    
33 als ein Gut wie eben die ĂĽbrigen GĂĽter alle, das sich nur    
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43 bei Tauschbedarf in das Tauschgut vorĂĽbergehend in " Geld"    
44 wandelte und so jeweils durch das Heraustreten aus dem allgemeinen    
45 GĂĽterkreis in den ihm entgegen stehenden, ihn bewegenden Geld-    
46 kreis automatisch die nötige Geldmenge schuf. Die Warenbewegung    
47 ist das primäre, gegenĂĽber der Geldbewegung und zieht diese nach    
48 sich. Und gleich wie von Wirtschaft zu Wirtschaft so floss das    
49 Gold wechselnd von Gemeinschaft zu Gemeinschaft gewissermaassen    
50 im intervalutaren Verkehr als das allgemein beliebte und gebräuch-    
51 liche Geldtauschgut, als ein Weltgeld.    
52      Gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber bedingte der    
53 natĂĽrliche Mangel an Edelmetallen ein Verlassen oder wenigstens    
54 doch --E--[ergänzt handschriftl.]einschränken dieses Systems des sich selbst regulierenden    
55 Zu- und Abstroms von Geld, von Gold. Damit ging eine verwandte    
56 Tendenz Hand in Hand, nämlich ein Bestreben, das ersparte Edelme-    
57 tall in den Tresor der Banken aufzuspeichern und mehr und mehr    
58 den goldersetzenden Banknoten die Hauptrolle im Geldverkehr zu    
59 ĂĽberlassen .Dvvavvs schien der herrschenden metallistischen Geldauf-    
60 fassung nicht zu widersprechen, denn selbst der fĂĽrhende National-    
61 ökonom jener Epoche - Ricardo - sagt ĂĽber jene papierenen Umlaufs-    
62 mittel, die wohl gleichartig funktionierend doch nicht Metall -    
63 (Waren) geld waren:" Ein Geldumlauf ist in seinem vollkommensten    
64 Zustand, wenn es gänzlich in Papiergeld besteht, aber in einem    
65 Papiergeld von gleichem Werte wie das Gold, das es zu vertreten    
66 erklärt. Der Gebrauch von Papier anstatt von Gold ersetzt das    
67 kostspieligste durch das billigste Material und befähigt das    
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77 Land, ohne irgendjemand zu benachteiligen, alles Gold, das es frĂĽher    
78 zu diesem Zwecke benĂĽtzte gegen Rohstoffe, Werkzeuge und Nahrungs-    
79 mittel einzutauschen, durch deren Gebrauch sein Wohlstand und seine    
80 GenĂĽsse vermehrt werden."    
81      Ist nun aber dieses Papiergeld nur Stellvertreter des    
82 Edelmetalles und dieses allein nur das eigentliche Geld, das trotz    
83 des grössten Anreizes zu seiner Förderung dennoch zum Verkehr nim-    
84 mer ausreicht, und zudem noch als volkswirtschaftlich unrentabel    
85 gelten muss; ist das Papiergeld - die Banknoten - also nur Symbol    
86 eines gedachten Goldquantums, dann allerdings muss notwendig die    
87 Frage auftauchen, wie gross muss diese Papiergeldmenge oder wie    
88 gross wäre wohl die im Verkehr benötigte Goldmenge, deren Wert das    
89 Papier vorstellen mĂĽsste? Wenn der Metallismus diese Menge nicht    
90 mit einer ökonomischen Evvrvvscheinung in der Wirtschaft verkettet    
91 und aus einer Denkgrösse eine messbare werden lässt, dann wird er    
92 in der modernen Wirtschaft zu sehr dem schwankenden Rohre gleichen,    
93 als dass man es wagen könnte, die Geldschöpfung so zu basieren.    
94 Ricarod [sic] schreibt noch im gleichen Kapitel darĂĽber: Das Publikum    
95 vor allen Veränderungen im Werte der Umlaufsmittel zu schĂĽtzen    
96 ausser denjenigen welchen der MĂĽnzwert selbst unterworfen ist, und    
97 den Umlauf gleichzeitig mit einem möglichst wenig kostspieligen    
98 Metall zu bewerkstelligen, heisst den vollkommensten Zvvuvvstand zu    
99 erreichen." Dazu empfiehlt er dann die Einlösbarkeit der Nvvovvten    
100 in Barren Gold und umgekehrt; etwa[hanschriftlich durchgestrichen--s--] dieselben Grundsätze, die zur    
101 Herrschaft der Geldwährung bei uns in Uebung waren und die Knapp    
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111 als Hylodromie und Hylophantismus in seine Theorie einreihte.    
112      Wenn allerdings, so muss auch Ricardo enden, bei unge-    
113 wöhnlichen Gelegenheiten, wo eine allgemeine Panik das Land er-    
114 greift, jedermann die Edelmetalle besitzen möchte, als die bequems-    
115 te Form, sein Vermögen zu realisieren, dann ist auch diese Ordnung    
116 nicht mehr durchfĂĽhrbar. Das eigentliche Geld des Metallismus,    
117 das Edelmetall verschwindet aus dem Verkehr und keine Zentralbank    
118 der Welt könnte sog. r u n s im grossen Maass begegnen. Dann muss    
119 das Papiergeld,(die Banknote ) [ergänzt handschriftl.,] dieses nur auf Vertrauen beruhende    
120 Geldsurrogat, gerade in den Zeiten des völlig geschwundenen Ver-    
121 trauens dennoch Geldienste [sic] leisten.    
122      Solange unsere Betrachtung nur dem Metallismus gilt,    
123 haben wir den Begriff der Werteinheit nicht besonders zu erklären    
124 und zu definieren. Wenn wir hier von Geld sprechen und wir verste-    
125 hen gwöhnlich [sic] darunter das chartale StĂĽck, das Zahlungsmittel, dann    
126 sprechen wir gleichzeitig von Werteinheit, denn in jenem System    
127 gibt es begrifflich keinen Uvvnvvterschied zwischen Werteinheit und    
128 Zahlungsmittel; hier ist Werteinheit gleichbedeutend mit einem    
129 bestimmten Quantum Gold und ist so identisch mit der MĂĽnze selbst.    
130 Die MĂĽnze ist also Zahlungsmittel und Wertmaass zu gleicher Zeit.    
131 Dem späterhin von anderer Richtung eingeworfenen Gedanken der ab-    
132 strakten Werteinheit, einer reinen Denkgrösse als dem angeblichen    
133 Wertmesser, lehnt die alte klassische Schule ab. Deren prominente    
134 Vertreter Adam Smith und Ricardo standen auf dem Bvvovvden der objek-    
135 tiven Wertlehre, derart, dass sie als BestimmungsgrĂĽnde des Wertes    
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145 der Waren die Faktoren Arbeit, Kapital und [darĂĽber handschriftlicht ergänzt: .... .......... ] und Rente gelten liessen.    
146 Ersterer nicht immer in konsequenter DurchfĂĽhrung, Ricardo aber in seinen principles um so geschlossener.    
147      Die MĂĽnze ist eine Ware wie andere mit den gleichen    
148 WertbestimmungsgrĂĽnden. Preise und Ausdruck des Verhältnisses    
149 des objektiven Wertes des Goldes mit dem der zu vergleichenden    
150 Ware und ein G[handschriftlich --o--, e ergänzt]ldwert existiert nur soweit, als wir darunter einen    
151 Goldwert; eben den objektiv messbaren Wert der Goldmenge verste-    
152 hen. FĂĽr den strengsten Metallisten kommt ĂĽberhaupt nur der Ge-    
153 brauchswert des Goldes als Vergleichsmaass in Fvvrvvage; er schätzt    
154 rein subjektiv nach Lust-oder Uvvnvvlustempfinden, was natĂĽrlich zur    
155 Folge haben muss, dass dort, wo vollwertiges Metallgeld im Kurse    
156 ist, die gesetzliche Zahlungskraft damit bedeutungslos ist.    
157      Nach Diehl aber ist beispielsweise zur DurchfĂĽhrung ge-    
158 regelter Preisbildung ein Geldgut, also ein wertvoller Geldstoff    
159 notwendig, denn er will den Kern der Preisbildung in der wohl sehr    
160 fragwĂĽrdigen Formel begriffen wissen:    
161 " Nun schätzt ihr an einem allgemein[handschriftlich durchgestrichen--e--] beliebten Gegenstand, z.B.    
162 dem Golde ab, wie viel ihr fĂĽr meine Ware geben wollt? "    
163 Diese metallische Lehre konnte nur so lange unangefochten blei-    
164 ben, so lange die tatsächliche Uebung sich aus jenen Sätzen erklären    
165  liess. Sobald aber papierne, oder auch nur unterwertige Umlaufmit-    
166 tel in den Vvvovvrdergrund des Verkehrs ge[handschriftlich durchgestrichen: --d--]rĂĽckt waren, wurden, den    
167 Metallismus verneinende und bekämpfende Stimmen laut. Ihnen wieder-    
168 um musste dieser entgegentreten und in seinem System jenen neuen    
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178 Zahlungsmitteln Raum geben. Die Bezeichnung Geld geriet ja fĂĽr    
179 jegliches "Papier" ohne weiteres in Wegfall, denn eigentliches    
180 Geld war immer nur das 100 %ige Metallgeld. Banknoten waren doch    
181 immer nur - man mag die absolute Nvvovvtwendigeit ihres Entstehens    
182 und ihrer Zvvivvrkulation eingesehen haben oder nicht, - Geldsurro-    
183 gat, jederzeit umtauschbares Kvvrvveditpapier, das seinen Wert nur von    
184 dem durch sie repräsentiertem in Hintergrunde ruhenden Gvvovvlde lieh,    
185 das seinerseits wie bei der Dvvrvvitteldeckung in der Gesamtheit sogar    
186 nur eine vorgestellte Mvvenvvgengrösse sein musste. Tatsächlich wurde    
187 denn auch nur die Einlösepflicht der Banknoten in Zeiten der Not    
188 und Gefahren ohne weiteres aufgehoben, ohne dass jene an Wert    
189 oder Uvvmvvlaufsfähigkeit verloren.    
190      1797 beispielsweise wurde in England infolge seines    
191 Runs die Barzahlung eingestellt und erst 1819 wieder aufgenommen.    
192 22 Jahre herrschte ein Zvvuvvstand vor, den die Metallisten nur mit    
193 grösstem Zwang zu erklären imstande sind, denn hier gab es kein    
194 real gegebenes, sondern höchstens ein historisch ĂĽberliefertes Maass,    
195 den Wert des alleinigen, tatsächlichen Geldes, der Banknoten, zu regu-    
196 lieren. Wenn ganz besonders in solchen Zeiten jenes Geld keine in-    
197 flationistischen Wirkungen zeitigt, dann beruht es auf keiner natĂĽr-    
198 lichen Eigenschaft dieser Zahlungsmittel, sondern ist Resultat einer    
199 bewussten Geldpolitik, wie solche denn auch von jeglicher Richtung    
200 der Geldlehre als unerlässlich notwendig erklärt wird. Wir stimmen    
201 dem Metallismus auch noch hierin zu, dass die volkswirtschaftlich    
202 schädlichen, preissteigernden Wirkungen wohhl ein geringer Uebel    
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212 sein werden, wenn die Banknotenausgabe in der engen VerknĂĽpfung an    
213 einen Stoff geschieht. FĂĽr uns ist es aber gewissermassen nur ein gra-    
214 dueller Unterschied von dem Zustande, da die Ausgabe allein von    
215 volkswirtschaftlicher Einsicht geleitet wird. Die Goldgebundenheit    
216 gehört also nicht zu den unterscheidenden wesentlichen Merkmalen. Das    
217 muss denn insbesondere der Gipfelpunkt jeder nominalistischen Auffas-    
218 sung sein, klassische Regeln fĂĽr seine elastische Geldschöpfung mit den    
219 Banknoten als Hauptgeldart, möglicherweise sogar als seiner einzigen    
220 Form, aufzustellen. Vieles ist im letzten Abschnitt ĂĽber die Frage    
221 der praktisch geĂĽbten Geldschöpfung schon gesagt worden. Hier sei nur    
222 angedeutet, dass jegliche Bankpolitik dabei weitgehende Erwägungen    
223 anzustellen hat. Es ist z.B. wesentlich, ob die neue Werte schaffen-    
224 de Produktion dem GenussgĂĽter- oder dem Produktivmittelmarkt zu-    
225 fliesst, wie gross der Vorrat an GenussgĂĽtern in der Wirtschaft sei    
226 und welche Menge davon der Vollendung entgegenreift. Wichtig sind    
227 ferner alle Fragen, welche die Lage der Nation im intervalutarischen    
228 Verkehr beleuchten und beeinflussen können.    
229      In diesem Zusammenhang ist es bedeutungslos, ob    
230 wir Bendixen zustimmen, der die Geldschöpfung und Kreditgewährung    
231 der Produktion folgen lässt, oder ob wir Hahn beipflichten, der    
232 die Kreditgeldschöpfung als das primäre und erst die Produktion an-    
233 fachende Moment begriffen wissen will.    
234      Während also bei den Metallisten die Erklärung    
235 der Banknoten auf    
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245 die Frage der Stoffgebundenheit und auf die der Art und Höhe der    
246 Einlösbarkeit hinausläuft, verkĂĽnden die Nominalisten [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n ihrer    
247 reinen Tvvhvveorie hierinnen vollkommene Fvvrvveiheit und wenn sie auch,    
248 wie beispielsweise Knapp und Bendixen aus politischen Erwägungen    
249 die Deckung [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n weniger starken Gvvrvvenzen beibehalten wollen. Was    
250 die Metallisten zur Erklärung des Geldwertes nötig haben, kommt    
251 bei den Nominalisten, die den eigentlichen Geldwert nicht kennen,    
252 in Wegfall. FĂĽr sie ist die Fvvrvvage nach dem Stoff des Geldes eigent-    
253 lich nicht die erste, das ist vielmehr die nach dem Gebunden-oder    
254 Nichtgebundensein an ein Metall und darum finden wir in der Lite-    
255 ratur, obwohl sich ziemlich deckend mit Metallismus und Nominalis-    
256 mus, Metall- und Papierwährung, die Bezechnung gebundene und freie    
257 Währung. Nicht das ist der Uvvnvvterschied, dass der Nvvovvminalist eine    
258 Währung mit einer rein nominellen abstrakten Werteinheit fĂĽr prak-    
259 tisch möglich hält; nein, auch bei reiner Mtallwährung und sei    
260 auch nur Gold im Umlaufe, da wo jegliche als Zahlungsmittel ver-    
261 körperte Werteinheit real als ein Quantum Edelmetall zu greifen    
262 und als solches von den Metallisten die abstrakte Werteinheit zur Beherr-    
263 scherin der Wirtschaft aufgeschwingen.    
264      Nun aber wiederum sehen wir die Metallisten im Angriff,    
265 die immer von neuem die Fvvrvvage nach dem Werte des Geldes in die    
266 Debatte werfen, die nach ihrer Ansicht und in ihrem System den    
267 Zentralmittelpunkt abgeben muss. Die Nvvovvminalisten argumentieren    
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277 in der Verteidigung, dass es nur eine historische Tatsache sei,    
278 dass das G[handschriftlich durchgestrichen --o-- und ergänzt e]ld Eigenwert besitzen mĂĽsse, und nur einstmals es not-    
279 wendig war, um in der Bvvevvziehungssetzung aller anderen GĂĽter zu    
280 jenem beliebtesten und gebräuchlisten Gut, Wertrelationen fĂĽr    
281 jene zu erzielen. Einmal lebendig, leben diese fort und sind    
282 schliesslich dann nur noch Zähler zu dem Generalnenner Geld im    
283 Ausdruck einer, entweder von der Gemeinschaft oder durch immerwäh-    
284 renden rekurrenten Anschluss vom Staate bezeichneten, immer aber    
285 aus dem Gemeinschaftsleben geborenen Werteinheit. Das Geld als ab-    
286 strakte Werteinheit, als eine nur in de Vorstellung lebende Grösse    
287 kann keinen selbständigen, keinen objektiven Wert haben; das Geld-    
288 stĂĽck hat vielmehr nur den Wert, auf den es lautet. Beim Nominalis-    
289 mus versinnbildlicht das GeldstĂĽck nur einen Wert, der ihm von    
290 ausserhalb zugelegt ist, beim Metallismus ist das GeldstĂĽck Träger    
291 und Verkörperung des Wertes in sich selbst. FĂĽr den Nominalismus    
292 muss es darum bedeutungslos, unter Umständen sogar störend sein,    
293 wenn seine gedankliche Rechengrösse in ihrer Reinheit durch nur    
294 die Erkenntnis trĂĽbenden Stoff dargestellt wird;- ist doch fĂĽr ihn    
295 die Art der kursierenden Vermittlungsbehelfe von durchaus neben-    
296 sächlicher Bedeutung. Die Werteinheit kann nicht aus sich selbst    
297 heraus einen Eigenwert haben, denn der so vielfach geänderte rekur-    
298 rente Anschluss hat die Beziehungen zu dem Urstoff, auf den basiert    
299 in erster Tauschgemeinschaft Relationen und Preise zustande kamen,    
300 verloren und ist als Grösse darum zu sehr verwischt, als dass wir    
301 auch bei Kenntnis des Urstoffs noch einen Wertmesser daraus kon-    
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311 struieren könnten. Jeder, der Werteinheit zugrundegelegte Stoff    
312 ist in einer Hvvivvnsicht willkĂĽrlich, istvetwas Zufälliges. Er muss    
313 aus dem gesamten GĂĽterkreise entnommen sein und, sollen die Geld-    
314 preise in der Hvvövvhe unverändert bleiben, so muss das die neue Wäh-    
315 rung begrĂĽndende staatliche Gesetz den MĂĽnzpreis und rekurrenten    
316 Anschluss in engster Anlehnung an den schon vorher vom MĂĽnzmetall    
317 innegehabten objektiven Tauschwert, seinen Preis in der alten Wäh-    
318 rung fixieren. Nur in dem ersten Falle des staatlichen Eingriffs    
319 hat der Gesetzgeber nichts anderes zu bedenken, als nur einer be-    
320 stimmten Stoffmenge einen Namen beizulegen, und sie staatliche [sic]    
321 zu begĂĽltigen. Daraufhin mĂĽssen selbst bei Namensänderung der    
322 Werteinheit die Bvvivvndungen mit der alten Währung so enge sein, dass    
323 das teils mit langfristigen, täglich neu sich formenden und ander-    
324 erseits täglich wieder endenden wirtschaftlichen Aktionen rech-    
325 nende öffentliche Leben keinerlei Szörung [sic] hiedurch erleidet. Die    
326 Nvvovvminalität der Schulden ist ein HauptstĂĽtzpunkt und Argument der    
327 nominalistischen Lehre und ist besonders von Knapp klar heraus ge-    
328 arbeitet worden. Der Wert eines Metalls ist wie der jeder Ware    
329 aus naturgesetzten GrĂĽnden schwankend, ist jedenfalls schwankender    
330 als die sei langer Zeit geĂĽbte und vorgestellte Wertgrösse der    
331 nominalen Einheit des Geldes.    
332      Wenn der Svvtvvaat, insbesondere aus ZweckmässigkeitsgrĂĽnden    
333 um den intervalutaren Verkehr zu erleichtern, der werteinheit eine    
334 Metallbasis schafft, so ist damit eigentlich die Reinheit der Tau-    
335 sche von Gebrauchswerten schon gestört, denn es gehört zur Politik    
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345 des Svvtvvaates, den einmal fixierten gesetzlichen MĂĽnzpreis im Gleich-    
346 gewicht zu belassen. Des weiteren ist es, was die Erhaltung der    
347 MĂĽnzparitäten den anderen Ländern gegenĂĽber anbetrifft, in solchem    
348 Zustande der gleichen Währungen nimmer klar ersichtlich, wie weit    
349 die staatlichen Verwaltungsmassnahmen, wie etwa[handschriftlich durchgestrichen --s--] Kreditgebung oder    
350 Schuldenprolongationen, an der Wahrung der Parität ihr Teil hat,    
351 während nach einem Grundgesetz der metallistischen Lehre die Pa-    
352 ritäten sich auf natĂĽrlichem Wege ohne jeden Eingriff lediglich    
353 infolge des Aussenhandels ganz von selbst einspielen mĂĽssen.    
354      Wenn die subjektive Gebrauchswertschätzung des Goldes die    
355 Grundlage der Bewertungen aller ĂĽbrigen GĂĽter bedeutete, dem gegen-    
356 ĂĽber bei vollwertigen Metallgeld die gesetzliche Zahlkraft neben-    
357 sächlich sein, dann wäre das wĂĽsteste Durcheinander im Wirtschafts-    
358 leben ohne jegliche feste Werte die unausbleibliche Folge. Prak-    
359 tisch anwendbare Bedeutung gewinnt der Geldstoff erst dann, wenn    
360 wir annehmen, dass der gesetzliche MĂĽnzpreis den Mittelwert aus    
361 allen subjektiven Schätzungen darstellt und so den Wert bildet,    
362 dem sich dann alle am Verkehr Beteiligten unterordnen mĂĽssen.    
363 Diesem Mittelwert aber haftet dann nichts mehr subjektives an,    
364 denn das ist dann der rein objektive aus den Produktionsfaktoren    
365 zusammengesetzte Wert wie Smith und Ricardo das darlegen, wie    
366 die Sozialisten und alle Objektivisten dies unternahmen. FĂĽr diese    
367 alle ist die subjektive Schätzung durchaus nichts nebensächliches    
368 aber sie gibt nur den anstoss zum Uvvmvvfang der Produktion. Aus dieser    
369 selbst ergibt sich der objektive Wert, der dann die Grundlegung    
370    
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379 der [fehlt? auf die] Preise angewendete Messgrösse wird. Zur Stärkung des Nomina-    
380 lismus fĂĽhrt das dann, insofern wir erkenne [fehlt? n], dass dieser wohl sub-    
381 jektiv bedingte objektive Wert der jeweiligen sozialen Gemein-    
382 schaft in der Vorstellung seiner wirklichen Grösse nach immer un-    
383 fassbarer wird. Die Resultante [sic] aus einst wirksamen, subjektiven    
384 Schätzungen wird in weiterer Entwicklung eine immer tiefer wur-    
385 zelnde mit der ganzen Wirtschaft verflochtene Rechengrösse, der ge-    
386 genĂĽber dann allerdings einzelne abweichende Schätzungen wirt-    
387 schaftlich irrelevant bleiben mĂĽssen. Mit dem Stoffwert der Wertein-    
388 heit leugnet der Nominalismus doch nicht einen gewissen ökonomi-    
389 schen Ivvnvvhalt derselben. Mvvivvt der Postulierung der abstrakten Wert-    
390 einheit sagt der Nominalismus noch nicht, dass von der Geldseite her    
391 eine Einwirkung auf die Preise unmöglich wäre, und gerade das Suchen    
392 und Formen dieser Lehre nach einer geordneten "klassischen Geld-    
393 schöpfung" als seiner(notwendigen Krönung lässt uns erfahren, dass    
394 man auch hier die Zvvuvvsammenhänge zwischen Geld und Warenseite er-    
395 kennt. Uns allen ist der Bendix'sche Gedanke, der in grossen ZĂĽ-    
396 gen der vor dem Kriege angewandten praktischen Politik entsprach,    
397 bekannt. Bendixen aber hätte nicht nötig gehabt, die Fehde gegen    
398 die Quantitätstheorie aufzunehmen. Soweit er eine rein mechanisch    
399 quantitative Einwirkung der Geldsummen auf die Warenpreise leug-    
400 net, können wir in[handschriftlih durchgestrichen --n- und hand. ergänzt: s] ohne weiteres zustimmen, aber dennoch gelangen    
401 alle subjektiven Einkommen in der mannigfachsten aber immer in    
402 Geld ausdrĂĽckbaren VerfĂĽgungs- und abtretungsbereiter Form auf    
403 den Markt und wirken ĂĽber die ewig gĂĽltigen Gesetze von Angebot    
404    
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413 und Nachfrage auf die Preise. Ivvnvv deren Höhe spiegelt sich der    
414 eigentliche sog. Geldwert wieder. Dahin zielend mĂĽssen wir aber    
415 auch die so ausgelegte Quantitätstheorie gelten lassen. Auf dem    
416 Warenmarkt können wir den ökonomischen Inhalt der Werteinheit    
417 in tausendfacher Form verkörpert finden .- Das wird in kommender    
418 AusfĂĽhrung nach ganz deutlich werden.    
419      Kein Nominalismus wird sich dazu verstehen, das während    
420 des Krieges ausgegebene ungedeckte Papiergeld als mit seinem    
421 System vereinbar anzuerkennen, aber während der Metallismus diesen    
422 doch jahrelang wirklichen Zvvuvvstand als normal und als nicht wis-    
423 senschaftlich erklärenswert histellt, dem Papiergeld den Geld-    
424 charakter abspricht, sagt uns doch hier der Nominalismus, dass und    
425 wie dieses willkĂĽrlich geschöpfte Geld nicht deshalb, weil es    
426 nicht metallisch gedeckt war, sondern weil es kein GegenĂĽber in    
427 den wirtschaftlichen GĂĽtern fand, die es als Einkommen auftretend,    
428 kaufend hätte vernichten können; wie es darum schon den Keim der    
429 Inflation in sich trug. Wiederum wird es deutlich, dass erst das    
430 Bindeglied zwischen Einkommensbildung oder Produktion und Ein-    
431 kommensvernichtung oder Kvvovvnsumtion, - ein Geld von theoretischer    
432 Einsicht geschöpft, dem Nominalismus die Seele einhaucht. Betont    
433 sein nochmals, nicht deshalb schuf jenes Papiergeld Inflation,    
434 weil, sein Wert nicht verankert war in Gold, - obwohl das ja    
435 durch sinnfällig täuschende Manipulation der Reichsbank offi-    
436 ziell so schien - sondern deshalb weil es nicht gebunden war    
437 an die vielerlei Dinge der GĂĽterwelt, die ihm hätten Wertgrund-    
438    
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447 lage sein mĂĽssen und die sogar allein ihm hätten Wert, volkswirt-    
448 schaftlichen Wert verleihen können. Ja, wäre der Staat im Stande    
449 gewesen, die gleich grosse nominelle Menge an Gold auszugeben, so    
450 hätte bei absolut gesperrten Grenzen und völliger Isoliertheit    
451 auch im intervalutaren Verkehr oder besser im gänzlichen Wegfall    
452 desselben aus oben besagten GrĂĽnden die Preise doch inflationis-    
453 tische Aufblähung erfahren. Damit soll gesagt sein, dass mindes-    
454 tens, soweit das Existenzminimum nachgefragt wurde, in diesem    
455 Falle auch Gvvovvld hätte inflationistisch wirken mĂĽssen. Eine ande-    
456 re Frage ist die, ob nicht die Hvvovvffnung auf Wiederherstellung    
457 der alten internationalen Verhältnisse ein ungewöhnliches Sparen    
458 des Goldes herbeigefĂĽhrt und damit die inflationistische Wirkung    
459 abgeschwächt hätte.    
460      So kann der Nvvovvminalismus innerhalb seines Systems in ge-    
461 rader Linie auch das staatliche Papiergeld einreihen, das nicht    
462 wie ihm vorgeworfen wurde, damit gutgeheissen und entschuldigt,    
463 sondern lediglich eine Atomisierung erfuhr. Wie ganz anders muss    
464 hier der Metallismus weltfremde Kvvovvmbinationen anstellen, um den    
465 Evvrvvscheinungen der gestörten Wirtschaft Rechnung zu tragen, und    
466 zwar muss auch hier die subjektive Svvcvvhätzung zurecht gebogen    
467 werden in der Form, dass nun der Kaufende gar doppelt schätze.    
468 Der(erste Vergleich findet zwischen Ware und Gold statt und lässt    
469 in der Seele des Kvvävvufers einen Preis entstehen, der aber nicht    
470 etwa [hand. gestrichen --s--] der wirkliche Tauschwert ist; vielmehr folgt daraus erst    
471  die zweite Schätzung des Mvvivvnderwerts des Papiergeldes gegenĂĽber    
472    
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481 dem Golde, die dann zu einem Aufschlag auf den Goldwert fĂĽhrt, bis    
482 so schlieĂźlich die Preishöhe beiden Parteien genehm ist. Die In-    
483 flation beruhe also auf einem Musstrauen [sic: i] zum Papiergelde, das nicht    
484  nur quantitativ, sondern auch qualitativ in dieser Richtung wirke.    
485 Wenn Diehl meint, der Svvtvvaat mĂĽsse auch die Warenpreise fixieren,    
486 wenn er wertloses [sic: vertippt --S--] Papiergeld schaffe, so ist nach allen Erfahrungen    
487 des Krieges und der Nachkriegszeit, die zur GenĂĽge die Unmöglich-    
488 keit, ja, wir können sogar sagen den Widersinn dieser Forderung    
489 dargetan haben, diese Forderung uns kaum mehr verständlich.Als    
490 die letzte und modernste Evvrvvscheinung an der wir die Theorie proben    
491 wollen, betrachten wir noch die Erscheinung der Weltteuerung, un-    
492 ter der ganz besonders das Land des Metallismus – England – zu    
493 leiden hat. Verhältnisse, die wir nicht zu untersuchen haben, brach-    
494 ten es mit sich, dass auch hier eine allgemeine Preissteigerung    
495 Platz griff, während das Geldsystem unverändert gelassen wurde.    
496 Das Pfund Svvtvverling hat sich also im Werte gesenkt, nicht nominell    
497 zwar, aber doch realiter, da jetzt fĂĽr eine Einheit entsprechend    
498 weniger GĂĽter erhältlich sind wie vor dem und umgekehrt fĂĽr die    
499 gleiche GĂĽtermenge mehr Gvvovvld zu leisten ist. wäre das Wirtschaft–    
500 ten wirklich ein Tvvavvusch von realen GĂĽtern, von Gold und Ware gewe-    
501 sen, dann hätte in diesem Falle die Preishöhe die gleiche bleiben    
502 mĂĽssen.Bei freier Konkurrenz Goldproduzenten aber musste die-    
503 se Entwicklung an der mangelnden Rentabilität der Goldbergwerke    
504 die natĂĽrliche Gvvrvvenze finden.Tatsächlich wurde von Grundbesitzern    
505 auch schon eine Aenderung des MĂĽnzfusses zu deren Gvvuvvnsten gefor-    
506    
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515 dert, von der englischen Regierung aber unter dem Hinweis abge–    
516 lehnt, das Gold ja der Wertmesser sei und dafĂĽr also nicht mehr    
517 gezahlt werden dĂĽrfe, als sein Wert in Währung. Das war dem metal-    
518 listischen Gedanken nach durchaus folgerichtig [sic: Tippfehler: --g-- statt f], demgegenĂĽber    
519 es aber dann eine Dvvuvvrchbrechung des eben ausgesprochenen Satzes    
520 bedeutet, wenn den Goldproduzenten es notwendig gestattet ist,    
521 Gold fĂĽr industrielle Zvvwvvecke zu höheren Preisen abzugeben, wenn    
522 ihnen Produktionsprämien gewährt und steuerliche VergĂĽnstigungen    
523 eingeräumt werden. So war in England beispielsweise während des    
524 Krieges die Einlösung der Nvvovvten in Gvvovvld aufgehoben, ohne dass    
525 allerdings der MĂĽnzfuĂź anders proklamiert worden wäre. Es ent-    
526 zieht sich unserer Kenntnis, wie weit [sic: weit wie hand. sinus-Zeichen darĂĽber] die Bank von England in die -    
527 sem Zeitraum denn noch Gold mit Ovvpvvfern erworben hat, indem sie fĂĽr    
528 dasselbe einen höheren, als den MĂĽnzpreis zahlen musste, eben dem    
529 Preis, den das Gold auf Grund seiner Produktionskosten im Ver-    
530 hältnis zu anderen GĂĽtern erforderte. Die Goldzirkulation im    
531 Innern fällt ja weg und nach dieser Richtung hin fällt ja    
532 der Grund zum Ankauf, wie denn ĂĽberhaupt bei Prägefreiheit dieser    
533 letzte Fall praktisch nicht möglich werden kann.Aber auch damit,    
534  dass er nur zu Kriegszeiten an die Ovvbvverfläche gelangt, ist    
535 gleichzeitig deutlich, dass der Gebrauchswert, auf den sich die    
536 Metallisten stĂĽtzen, nun ĂĽber die proklamierte Vertrelation    
537 hinausschiesst und dem Verkehr ein anderer Wert zu Grunde ge-    
538 legt ist, ein Tauschwert des Goldes, der alte historische MĂĽnz-    
539 preis; - die Nominalisten fallen ein: -Eben das Pfund Sterling    
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549 als Name, als ĂĽberlieferte, gedankliche Wertvorstellung.    
550      So haben wir in Rede und Gegenrede Nominalismus und Me-    
551 tallismus zu uns sprechen lassen, Obwohl wir uns dabei nicht grund-    
552 sätzlich auf die Seite der Nominalisten zu schlagen beabsichtigten,    
553 haben wir doch gegen den orthodoxen Metallismus, der keinerlei Un-    
554 terscheidung zwischen Geld und Ware, eben nicht einmal die Beson-    
555 derheit der Ware Geld, wenn wir sie so nennen wollen, berĂĽcksicht-    
556 tigt, so viele Einwände machen mĂĽssen, dass unsere Stellungnahme    
557 nunmehr bereits näher der nominalittischen Anschauung zu erkennen    
558 ist. Weitere AusfĂĽhrungen werden dies noch zu unterbauen haben.    
559    
560          Die    
561      W a r e n w e r t t h e o r i e    
562          des    
563        G e l d e s .    
564    
565      Eine weitere Betrachtung bleibt uns nun(noch vorbehalten,    
566 das ist die insbesondere von Svvivvegfried B u d g e vertretene    
567 Funktionswert-oder Wvvavvrenwerttheorie des Geldes. Ihr gegenĂĽber haben    
568 wir die Anweisungstheorie Schumpeters zu setzen, die wohl keine eige    
569 ne Richtung in diesem Svvivvnne verkörpert, sich vielmehr in den meis-    
570 ten Punkten mehr dem Nominalismus nähert, die aber schon der Be-    
571 zeichnung nach sich uns als ein Pendant der erstgenannten Theorie    
572 vorstellt. Dass die Geldauffassung als eine Anweisung die Körper-    
573 lichkeit des Geldes als Ware nicht ausschliesst, ist kein einigendes    
574    
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583 Band, ja vielmehr ein trennendes, denn fĂĽr Schumpeter ist auch in    
584 dem Warengelde dennoch nur der Anweisungscharakter das Entschei-    
585 dende und das Uvvnvvterscheidende von jeglichen anderen Warengattun-    
586 gen. Die Warenwerttheorie des Geldes steht gewissermassen zwi-    
587 schen den Polen der nominalistischen und metallistischen Lehre,    
588 der ersteren insofern, als sie die Möglichkeit, wenigstens die    
589 theoretische, einer Währung mit stoffwertlosem unkörperlichem Gel-    
590 de anerkennt; dabei aber, und dieses im Gegensatz zum Nominalis_    
591 mus, den Gedanken der abstrakten Werteinheit nicht gelten lassen    
592 will. Sie neigt sich zur metallistischen Lehre, insofern sie dem    
593 Gelde einen Eigenwert und ihm als Träger eines solchen damit auch    
594 die Funktion des Wertmessers zuschreiben will; sie entfernt sich    
595 von der metallistischen Lehre in dem Hervorkehren nicht des sub-    
596 jektiven Gebrauchswertes eines Stoffgeldes sondern in der Prokla-    
597 mierung des Tauschwertes Geld. Solange reine Goldwährung mit    
598 freier Prägung besteht, ist der Geldwert gleichbedeutend mit Gold-    
599 wert, wobei dieser einer Wechselwirkung unterliegt, die einmal von    
600 der Goldmenge aus die Preise beeinflusst, auf der anderen Seite    
601 aber in ihrer Menge ursprĂĽnglich von den Preisen [sic: vertippt: Pre--c--sen] bewegt wird.    
602 Immer mĂĽssen die Tauschmittel die P reissummen realisieren. Hier    
603 wäre zu bedenken, wie weit bei reiner Goldwährung die quantitäts-    
604 theoretischen Beziehungen zwischen Geld und Warensefte reichen.    
605      Das konnten wir ja bereits im Beispiele Englande [sic: Engalnde] beobach-    
606 ten, dass der Stand fĂĽr Warenpreise ĂĽber die Rentabilität der Pro-    
607 duktion des Geldstoffes entscheidet, die eben bei freiem Prägerecht    
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617 auch den ungĂĽnstigst Gold Produzierenden noch Arbeitslohn und    
618 durchschnittlichen Kapitalprofit abwerfen muss. Der MĂĽnzwert darf    
619 nicht unter dem gesellschaftlich notwendigen Herstellungswert des    
620 Goldes, das ist sein statischer Kvvovvnkurrenzpreis plus Schlagsatz,    
621 sinken. Budge kleidet das in den Satz: " Der objektive Wert des    
622 Goldes bildet sich als Resultante der Wertschätzungen all derer,    
623 die auf Gold reflektieren und kristallisiert sich im Beschaffungs-    
624 aufwand des nachgefragten Goldquantums." Dabei ist die rein quan-    
625 titative, die Mvvovvtive gänzlich unberĂĽcksichtigt lassende Nachfrage    
626 nicht etwa ein dynamisches Problem, sondern einfach die gegebene    
627 statisch [hand. unterstrichen]e Nachfrage [hand. darĂĽber: , zusammen mit dem statischen Angebot] [hand. durchgestrichen --also--] starre Grössen, aus denen der objektive    
628 Beschaffungswert des Goldes messbar wird. War beim Metallismus    
629 das Wertmaass das Gold im Sinn der subjektiven Schätzung, und [hand. durchgestrichen --z--]war    
630 im Grundgedanken des Metallismus ein Goldwert als eine feste Grös-    
631 se, als ein Tauschwert, ein objektiver Beschaffungswert gar nicht    
632 vonnöten, so ist hier bei der Warenwerttheorie des Geldes dieser    
633 dort vorherrschende subjektive Gebrauchswert, soweit es die Einzel-    
634 person anlangt, völlig ausgeschaltet und an seine Stelle eine    
635 objektiv messbare Grösse getreten, die infolge der gegenseitigen    
636 Bedingtheit des Goldes einmal als Wvvavvre und dann als Geld in der    
637 Statik gleich ist dem Werte des Geldes wie er sich in der Zirku-    
638 lation des Geldes herausgebildet hat. Der Geldwert, der in dieser    
639 Theorie, wie wir nun beim Pvvavvpiergeld sehen werden, eine hervorragen-    
640 de Rolle spielt, ist in diesem Falle eben ein Goldwert in gleicher    
641 Grösse fĂĽr alle. Eine in dieser Auffassung wurzelnde Variante    
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651 metallistischer Auffassung ist hier wohl ersichtlich. Besonders    
652 gravierend aber wird die Unterscheidung von den ĂĽbrigen Schulen,    
653 wenn es ich um die Erklärung des staatlichen Papiergeldes han-    
654 delt. Ihr Bestreben geht dahin, dem Papiergled die theoretische    
655 Gleichberechtigung neben dem Metallgeld einzuräumen. Die Lehre    
656 des Metallismus, demzufolge Geld Tauschgut und Gegenstand subjek-    
657 tiver Schätzung sei, soll nunmehr auch auf das Papiergeld Anwen-    
658 dung finden. Weil mit dem Gelde, so wird erklärt, nicht nur gekauft    
659 und ausgedrĂĽckt, sondern auch geschätzt und gemessen wird, darum    
660 mĂĽsste man dem Gelde neben der Tauschmittel - auch die Wertmaass-    
661 funktion zuerkennen, also eine Eigenschaft, die ohne weiteres die    
662 Notwendigkeit seiner Stofflichkeit ( des Warencharakters des    
663 Geldes ) in sich schliesse. Als Ware aber mĂĽsse das Geld sich    
664 dem einzigen Gesetz des Warenwertes ĂĽberhaupt unterordnen. Wie    
665 aber lassen sich beim stoffwertlosen Papiergeld all diese Gesetze    
666 verwirklichen?    
667      Da Papier - und Metallgeld bei gesperrter Prägung vom    
668 Staate nicht willkĂĽrlich ausgegeben, vielmehr in Seltenheit gehal-    
669 ten wird, muss es die Wirtschaft als das Beschaffungsgut des Tau-    
670 sches zum Monopolpreis kaufen. Derart wird solches Geld zu einem    
671 Monopo[ĂĽbertippt --c-- l] ; ist Monopolgeld geworden, als Geld kenntlich an einer    
672 bestimmten bekannten Fvvovvrm , und Monopol in seiner relativen    
673 Seltenheit; zur Ware und zum Tauschgut charakterisiert durch die    
674 allen Waren anhaftenden Eigenschaften, Bvvrvvauchbarkeit, NĂĽtzlichkeit    
675 und Kostspieligkeit. Darauf stĂĽtzt sich auch der Zwangskurs des    
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685 Staates und hinwiederum die Kaufkraft des Geldes.    
686      Der Kauf ist, so wird ohne weiteres dargetan, ein Tausch    
687 und jeder Tausch bringt Opfer, bringt Kvvovvsten mit sich. Opfer    
688 aber bringt man nur fĂĽr Dinge, welche Wert haben, folglich muss    
689 auch das Geld Wert haben und wertvolles Gut, es muss eine Ware    
690 sein. Die Höhe des Wertes, die Kaufkraft des Geldes ist keine    
691 an sich feststehende Grösse, sondern erst das Resultat des Aus-    
692 tausches von Ware gegen Geld, also von zwei Wertdingen, und sie wird    
693 zu einer allgemein brauchbaren Rechen-und Messgrösse erst dadurch,    
694 dass alle anderen GĂĽter zwecks Auffindung ihrer Relationen mit    
695 eben jener besonderen Ware Geld in Vergleich und Beziehung ge-    
696 bracht werden. FĂĽr den objektiven Wert der GĂĽter gibt es also den    
697 Geldpreis, fĂĽr den objektiven Wert des Geldes dagegen keinen ein-    
698 heitlichen Ausdruck. Das Geld, auch nicht das Gold in dieser Eigen-    
699 schaft, hat bei der Warenwerttheorie, die wir hier noch kritiklos    
700 hinnehmen, keinen Preis, sondern nur einen Wert. Ein Pfund Gold    
701 ist gleich //M// 1395.--, das bedeutet keine Preisgebung des Goldes,    
702 sondern ist eine Identitätsvergleichung. Als das allgemeine Tausch-    
703 mittel ist das Geld Wertding und steht in Beziehung zu allen an-    
704 deren kostenden Dingen der Aussenwelt; ist nur in seiner Beson-    
705 derheit ihr Wertmaass und nur weil es dieses ist, und weil es    
706 aus rein praktischen GrĂĽnden in Teile, in Geldeinheiten zerleg-    
707 bar geschaffen wurde, darum wird es auch zum Preismaass, gewisser-    
708 maassen nur eines auf den Hauptnenner gesetzten Ausdrucks schon    
709 vorher erzielten Wertes. Naturgemäss muss dieses Papiergeld, das    
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719 im inneren Verkehr zur wertvollen Ware erhoben wurde, im inter-    
720 nationalen Verkehr entthront werden; dort herrscht die Waren-    
721 währung im Sinne der wertvollen Stofflichkeit. Diesen Tatsachen    
722 Rechnung tragend, erwuchs Heyn's System mit der Forderung des    
723 Papiergeldumlaufes im innern und des Goldes im Aussenhandel,    
724 die sog. Geldkernwährung.    
725      Es ist selbstverständlich, dass die Hauptangriffe gegen    
726 die vorgetragene Theorie aus dem Lager der nominalistischen    
727 Schule erfolgten und hinweiderum [sic] ein Hauptvertreter der Waren-    
728 theorie, Siegfried Bugge [sic?], seine Polemiken in der Hauptsache    
729 gegen Bendixen und Schumpeter fĂĽhrte. Was wir im grossen Rahmen    
730 unserer Betrachtungen dazu beitragen wollen, wird sich in die    
731 folgenden Darlegungen unserer Gedanken zwanglos einfĂĽgen.    
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736 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂĽterverteilung.===    
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747 15
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750      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine 18      So lose auch bei nachlässigerer Betrachtung eine
751  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- 19  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufs mit der Wertein-
752  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur 20  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur
753  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt 21  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt
754 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, 22 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Avvnvvschauung, die eigentlich,
755 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- 23 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-
756 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der 24 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der
757 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- 25 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu-
758 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie 26 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie
759 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt 27 nimmer dem Winke der Tvvhvveorie, die Werteinheit wandelt und formt
760 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe 28 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe
761 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich 29 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich
762 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren 30 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
763 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann 31 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann
764 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt 32 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt
765 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- 33 und ihr Sein in den fei**ns**ten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-
766 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug 34 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug
767 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- 35 die Sonde anlegen, um den Kern, den Ivvnvvhalt und den Geist der Wert-
768 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. 36 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
769      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- 37      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-
770 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- 38 gutes war, den zufälligen Austausch von Wvvavvren zwischen Einzelper-
771 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- 39 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-%%
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784 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, 52 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,
785 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch 53 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch
786 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten 54 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten
787 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, 55 war, sollte von dieser Svvevvite die Entwicklung nicht gehemmt werden,
788 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit 56 so wird auch der schon hieraus erkennbare Gvvevvist der Werteinheit
789 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, 57 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,
790 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- 58 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-
791 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles 59 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles
792 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen 60 verbindendes Bvvavvnd zu schlingen, mit anderen W**o**rten, dem ganzen
793 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- 61 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-
794 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂĽs- 62 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂĽs-
795 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- 63 sigen Abwicklung zu verhelfen. W**i**r sprechen in jener Zeit von Welt-
796 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben 64 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben
797 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂĽs- 65 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂĽs-
798 sen, die den anderen gegenĂĽber als eine solidarisch haftende Ein- 66 sen, die den anderen gegenĂĽber als eine solidarisch haftende Ein-
799 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- 67 heit in die Evvrvvscheinung tritt. Uvvnvvd jede dieser Einheiten hat wieder-
800 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- 68 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-
801 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich 69 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich
802 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein 70 selbst schöpfen. Diese Kvvrvväfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
803 relatives Maximum an GĂĽtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach 71 relatives Mvvavvximum an GĂĽtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
804 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂĽssel ver- 72 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂĽssel ver-
805 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " 73 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kap**i**tal "
806 erĂĽbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- 74 erĂĽbrigt wird, diesen Mechanismus **i**nsgesamt wollen wir den Kreis-
807 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man 75 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
808 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- 76 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-
809 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch 77 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
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822 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- 90 noch von einer Tvvavvuschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-
823 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der 91 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der
824 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- 92 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-
825 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine 93 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine
828 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei 96 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei
829 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- 97 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-
830 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb 98 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb
831 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , 99 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche,
832 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das 100 zum Kvvovvnsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das
833 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. 101 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.
834 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- 102 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-
835 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch 103 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch
836 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. 104 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.
837 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich 105 Auch wenn das Gvvevvld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
838 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen 106 beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen
839 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- 107 Ewiges darstellt und immer auf's neue gegen Genussgüter zu tau-
840 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch 108 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch
841 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn 109 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn
842 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere 110 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere
843 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- 111 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-
844 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- 112 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Kvvovvnsums er-
845 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich 113 reicht ist. Von diesem Augenblick an ist das Geld begrifflich
846 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie 114 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie
847 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- 115 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-
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860 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum- 128 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-
861 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- 129 gĂĽter mittels jenes Geldes doch immer wieder gleich gross sein
862 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- 130 müsste. Vvvavvrianten mögen wohl im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-
    131 heit möglich sein. Ivvnvv anderen Falle, wo das Geld in einem stoffwert-
863 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei 132 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei
864 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, 133 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,
865 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet 134 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet
866 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und 135 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tvvavvusch zwischen Geld und
867 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- 136 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-
868 chen werden. 137 chen werden.
869      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- 138      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-
870 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- 139 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-
871 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- 140 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-
872 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der 141 men als Tvvavvuschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der
873 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch 142 Aeuquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tvvavvusch zu legen, kann durch
874 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier 143 Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier
875 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, 144 bei der Betrachtung des Kvvrvveislaufs kann es nur darauf ankommen,
876 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser 145 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser
877 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf 146 Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf
878 dieser Grundlage sich hat vollziehen können. 147 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.
880 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, 149 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,
881 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt- 150 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-
882 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der 151 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der
883 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir 152 Gesellschaft der Gvvlvveichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir
884 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende 153 sahen--_--nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende
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886 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png 155 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png
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888 ||# 157 ||#
889 ===24=== 158 ===24===
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893 - 24 - 162      - 24 -
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923 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png 192 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png
924 || 193 ||
925 ||# 194 ||#
926 ===25=== 195 ===25===
927 #|| 196 #||
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931 200
932 201
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963 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png 232 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png
964 || 233 ||
965 ||# 234 ||#
966 ===26=== 235 ===26===
967 #|| 236 #||
968 || 237 ||
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970 - 26 - 239      - 26 -
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972 241
973 242
998 | 267 |
999 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png 268 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png
1000 || 269 ||
1001 ||# 270 ||#
1002 ===27=== 271 ===27===
1003 #|| 272 #||
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1005 274
1006 - 27 - 275      - 27 -
1007 276
1008 277
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1036 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png 305 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png
1037 || 306 ||
1038 ||# 307 ||#
1039 ===28=== 308 ===28===
1040 #|| 309 #||
1041 || 310 ||
1042 311
1043 - 28 - 312      - 28 -
1044 313
1045 314
1046 315
1073 342
1074 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png 343 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png
1075 || 344 ||
1076 ||# 345 ||#
1077 ===29=== 346 ===29===
1078 #|| 347 #||
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1080 349
1081 - 29 - 350      - 29 -
1082 351
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1084 353
1110 379
1111 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png 380 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png
1112 || 381 ||
1113 ||# 382 ||#
1114 ===30=== 383 ===30===
1115 #|| 384 #||
1116 || 385 ||
1117 386
1118 - 30 - 387      - 30 -
1119 388
1120 389
1121 390
1150 419
1151 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png 420 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png
1152 || 421 ||
1153 ||# 422 ||#
1154 ===31=== 423 ===31===
1155 #|| 424 #||
1156 || 425 ||
1157 426
1158 - 31 - 427      - 31 -
1159 428
1160 429
1161 430
1187 456
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1189 || 458 ||
1190 ||# 459 ||#
1191 ===32=== 460 ===32===
1192 #|| 461 #||
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1194 463
1195 - 32 - 464      - 32 -
1196 465
1197 466
1198 467
1224 493
1225 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png 494 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png
1226 || 495 ||
1227 ||# 496 ||#
1228 ===33=== 497 ===33===
1229 #|| 498 #||
1230 || 499 ||
1231 500
1232 - 33 - 501      - 33 -
1233 502
1234 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati- 503 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-
1235 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen. 504 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.
1257 526
1258 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png 527 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png
1259 || 528 ||
1260 ||# 529 ||#
    530 ===34===
1261 531
1262 532
1263 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png 533 file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png
1266 #|| 536 #||
1267 || 537 ||
1268 538
1269 - 35 - 539      - 35 -
1270 540
1271      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein 541      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein
1272 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- 542 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-
1296 566
1297 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png 567 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png
1298 || 568 ||
1299 ||# 569 ||#
1300 ===36=== 570 ===36===
1301 #|| 571 #||
1302 || 572 ||
1303 573
1304 - 36 - 574      - 36 -
1305 575
1306 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen, 576 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,
1307 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- 577 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-
1331 601
1332 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png 602 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png
1333 || 603 ||
1334 ||# 604 ||#
1335 ===37=== 605 ===37===
1336 #|| 606 #||
1337 || 607 ||
1338 608
1339 - 37 - 609      - 37 -
1340 610
1341 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung 611 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung
1342 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- 612 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-
1367 637
1368 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png 638 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png
1369 || 639 ||
1370 ||# 640 ||#
1371 ===38=== 641 ===38===
1372 #|| 642 #||
1373 || 643 ||
1374 644
1375 - 38 - 645      - 38 -
1376 646
1377 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe 647 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe
1378 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier 648 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier
1403 673
1404 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png 674 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png
1405 || 675 ||
1406 ||# 676 ||#
1407 ===39=== 677 ===39===
1408 #|| 678 #||
1409 || 679 ||
1410 680
1411 - 39 - 681      - 39 -
1412 682
1413 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung 683 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung
1414 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- 684 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-
1438 708
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1448 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde 718 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde
1449 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander 719 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander
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1484 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse 754 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse
1485 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich 755 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich
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1520 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen 790 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen
1521 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution 791 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution
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1540    
1541    
1542    
1543 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
1544 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
1545  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
1546 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
1547 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
1548 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
1549 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
1550 erhoffen liessen.    
1551      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
1552 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
1553 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
1554 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
1555 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
1556 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
1557 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
1558 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
1559    
1560      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
1561 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
1562 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
1563 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
1564 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
1565 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
1566 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
1567 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
1568 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
1569 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
1570 |    
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1580    
1581    
1582 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
1583 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
1584 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
1585 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
1586 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
1587 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
1588 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
1589 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
1590 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
1591 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
1592 ten.    
1593    
1594      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
1595 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
1596 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
1597 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
1598 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
1599 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
1600 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
1601 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
1602 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
1603 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
1604 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
1605 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
1606 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
1607 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
1608 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
1609 |    
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1620    
1621 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
1622 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
1623 von Edelmetallen.    
1624      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
1625 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
1626 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
1627 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
1628 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
1629 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
1630 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
1631 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
1632 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
1633 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
1634 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
1635 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
1636 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
1637 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
1638 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
1639 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
1640 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
1641 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
1642 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
1643 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
1644 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
1645 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
1646 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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1659 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
1660 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
1661 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
1662 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
1663 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
1664 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
1665 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
1666 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
1667 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
1668 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
1669 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
1670 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
1671 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
1672 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
1673 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
1674 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
1675 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
1676 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
1677 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
1678 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
1679 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
1680 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
1681 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
1682 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
1683 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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1696 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
1697 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
1698 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
1699 stanz in sich birgt.    
1700      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
1701 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
1702 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
1703 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
1704 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
1705 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
1706 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
1707 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
1708 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
1709 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
1710 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
1711 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
1712 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
1713 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
1714 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
1715 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
1716 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
1717 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
1718 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
1719 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
1720 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
1721 |    
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1732    
1733 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
1734      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
1735 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
1736 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
1737 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
1738 erhalten.    
1739      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
1740 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
1741 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
1742 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
1743 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
1744 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
1745 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
1746 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
1747 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
1748 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
1749      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
1750 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
1751 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
1752 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
1753 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
1754 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
1755 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
1756 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
1757 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
1758 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
1759 |    
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1768    
1769    
1770    
1771 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
1772      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
1773 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
1774 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
1775 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
1776 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
1777 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
1778 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
1779 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
1780 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
1781 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
1782 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
1783 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
1784 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
1785 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
1786 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
1787 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
1788 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
1789 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
1790 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
1791 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
1792 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
1793 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
1794 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
1795 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
1796 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
1797 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
1798 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
1799 |    
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1810    
1811 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
1812 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
1813 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
1814 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
1815 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
1816 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
1817 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
1818 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
1819 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
1820 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
1821 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
1822 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
1823 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
1824 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
1825 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
1826 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
1827      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
1828 lautete:    
1829 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
1830 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
1831 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
1832 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
1833 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
1834 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
1835 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
1836 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
1837 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
1838 |    
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1847    
1848    
1849    
1850 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
1851 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
1852      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
1853 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
1854 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
1855 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
1856 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
1857 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
1858 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
1859 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
1860 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
1861 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
1862 mal des Geldes bedeutete.    
1863      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
1864 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
1865 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
1866 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
1867 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
1868 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
1869 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
1870 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
1871 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
1872 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
1873 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
1874 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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1887 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
1888 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
1889 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
1890 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
1891 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
1892 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
1893 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
1894 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
1895      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
1896 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
1897 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
1898 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
1899 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
1900 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
1901 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
1902 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
1903 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
1904 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
1905 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
1906 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
1907        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
1908 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
1909 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
1910 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
1911 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
1912 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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1925 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
1926 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
1927 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
1928 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
1929 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
1930 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
1931 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
1932 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
1933 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
1934 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
1935 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
1936   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
1937 Entwicklung zu skizzieren.    
1938     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
1939 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
1940 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
1941 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
1942 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
1943 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
1944 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
1945 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
1946 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
1947 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
1948 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
1949 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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1962 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
1963 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
1964 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
1965 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
1966 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
1967 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
1968      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
1969 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
1970 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
1971 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
1972 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
1973 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
1974 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
1975 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
1976 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
1977 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
1978 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
1979 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
1980 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
1981 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
1982 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
1983 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
1984 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
1985 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
1986 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
1987 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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2000 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
2001 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
2002 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
2003 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
2004 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
2005 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
2006 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
2007 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
2008 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
2009 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
2010 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
2011 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
2012 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
2013 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
2014 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
2015 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
2016 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
2017 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
2018 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
2019 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
2020 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
2021 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
2022 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
2023 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
2024 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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2037 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
2038 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
2039 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
2040 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
2041 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
2042 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
2043 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
2044 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
2045 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
2046 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
2047 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
2048 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
2049      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
2050 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
2051 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
2052 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
2053 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
2054 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
2055 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
2056 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
2057 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
2058 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
2059 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
2060 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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2073 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
2074 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
2075 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
2076 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
2077 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
2078 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
2079 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
2080 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
2081 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
2082 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
2083 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
2084 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
2085 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
2086 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
2087 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
2088 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
2089 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
2090      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
2091 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
2092 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
2093 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
2094 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
2095 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
2096 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
2097 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
2098 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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2111 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
2112 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
2113 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
2114 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
2115 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
2116 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
2117 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
2118 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
2119 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
2120 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
2121 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
2122 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
2123 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
2124 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
2125 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
2126 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
2127 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
2128 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
2129 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
2130 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
2131 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
2132 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
2133 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
2134 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
2135 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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2148 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
2149 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
2150 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
2151 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
2152 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
2153 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
2154 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
2155 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
2156 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
2157 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
2158 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
2159 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
2160 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
2161 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
2162 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
2163 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
2164 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
2165 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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2183      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
2184  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
2185  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
2186  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
2187 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
2188 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
2189 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
2190 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
2191 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
2192 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
2193 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
2194 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
2195 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
2196 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
2197 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
2198 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
2199 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
2200 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
2201 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
2202      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
2203 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
2204 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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2207 ||    
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2209 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂĽterverteilung.===    
2210 ===19===    
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2212 ||    
2213    
2214    
2215    
2216    
2217      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
2218 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
2219 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
2220 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
2221 Studium der MĂĽnzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
2222 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
2223 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
2224 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
2225 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
2226      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
2227 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
2228 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
2229 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
2230 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
2231 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
2232 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
2233 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
2234 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
2235 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
2236 len und es bleiben ĂĽbrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
2237 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
2238 setzend.    
2239      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
2240 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
2241 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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2245 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂĽterverteilung.===    
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2259      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
2260  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
2261  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
2262  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
2263 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
2264 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
2265 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
2266 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
2267 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
2268 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
2269 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
2270 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
2271 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
2272 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
2273 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
2274 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
2275 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
2276 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
2277 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
2278      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
2279 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
2280 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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2293 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
2294 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
2295 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
2296 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
2297 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
2298 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
2299 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
2300 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
2301 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
2302 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
2303 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂĽs-    
2304 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
2305 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
2306 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂĽs-    
2307 sen, die den anderen gegenĂĽber als eine solidarisch haftende Ein-    
2308 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
2309 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
2310 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
2311 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
2312 relatives Maximum an GĂĽtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
2313 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂĽssel ver-    
2314 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
2315 erĂĽbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
2316 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
2317 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
2318 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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2331 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
2332 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
2333 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
2334 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
2335 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
2336 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
2337 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
2338 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
2339 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
2340 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
2341 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
2342 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
2343 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
2344 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
2345 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
2346 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
2347 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
2348 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
2349 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
2350 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
2351 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
2352 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
2353 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
2354 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
2355 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
2356 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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2369 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
2370 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
2371 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
2372 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
2373 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
2374 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
2375 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
2376 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
2377 chen werden.    
2378      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
2379 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
2380 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
2381 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
2382 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
2383 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
2384 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
2385 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
2386 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
2387 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
2388      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
2389 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
2390 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
2391 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
2392 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
2393 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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2406 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
2407 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
2408 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
2409 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
2410 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
2411 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
2412 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
2413 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
2414 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
2415 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
2416 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
2417 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
2418 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
2419 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
2420 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
2421 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
2422  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
2423 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
2424 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
2425 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
2426      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
2427 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
2428      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
2429 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
2430 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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2443 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
2444 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
2445 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
2446  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
2447 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
2448 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
2449 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
2450 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
2451 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
2452 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
2453 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
2454 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
2455 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
2456 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
2457 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
2458 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
2459 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
2460 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
2461 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
2462 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
2463 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
2464 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
2465 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
2466 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
2467 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
2468 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
2469 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
2470 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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2483 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
2484 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
2485 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
2486 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
2487 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
2488 ersteren gelangt ist.""    
2489                  Soweit Schumpeter.    
2490      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
2491 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
2492 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
2493 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
2494 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
2495 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
2496 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
2497 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
2498 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
2499 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
2500 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
2501 dem Wesen nach eine Krise.    
2502      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
2503 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
2504 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
2505 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
2506 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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2519 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
2520 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
2521 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
2522 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
2523 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
2524 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
2525 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
2526 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
2527 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
2528 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
2529 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
2530  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
2531 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
2532 ders der Diskontopolitik.    
2533      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
2534 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
2535 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
2536 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
2537 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
2538 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
2539 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
2540 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
2541 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
2542 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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2555    
2556 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
2557 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
2558 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
2559 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
2560 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
2561 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
2562 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
2563 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
2564 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
2565  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
2566 ist das Einkommen der Nation.    
2567      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
2568 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
2569 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
2570 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
2571 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
2572 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
2573 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
2574 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
2575 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
2576 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
2577 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
2578 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
2579 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
2580 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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2594 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
2595 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
2596 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
2597 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
2598 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
2599 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
2600 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
2601 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
2602 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
2603 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
2604 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
2605      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
2606 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
2607 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
2608 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
2609 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
2610 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
2611 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
2612 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
2613 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
2614 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
2615 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
2616 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
2617 equilibrieren.    
2618      Wir können sagen:    
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2631      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
2632 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
2633 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
2634 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
2635 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
2636 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
2637 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
2638 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
2639 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
2640 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
2641 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
2642 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
2643 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
2644 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
2645 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
2646 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
2647 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
2648 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
2649 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
2650 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
2651 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
2652      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
2653 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
2654 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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2671 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
2672 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
2673 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
2674 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
2675 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
2676 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
2677 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
2678 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
2679 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
2680 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
2681 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
2682      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
2683 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
2684 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
2685 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
2686 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
2687 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
2688 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
2689 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
2690 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
2691 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
2692 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
2693 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
2694 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
2695 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
2696    
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2707    
2708 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
2709 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
2710 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
2711 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
2712 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
2713 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
2714 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
2715 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
2716 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
2717  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
2718 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
2719 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
2720 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
2721 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
2722 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
2723 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
2724 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
2725 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
2726 menhang zu konstatieren ist.    
2727      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
2728 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
2729 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
2730 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
2731 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
2732 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
2733    
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2742    
2743 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
2744 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
2745      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
2746 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
2747 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
2748    
2749 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
2750 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
2751 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
2752 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
2753 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
2754    
2755 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
2756 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
2757 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
2758 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
2759    
2760 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
2761 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
2762 machen können .    
2763    
2764 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
2765 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
2766    
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2779    
2780      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
2781 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
2782 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
2783 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
2784 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
2785 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
2786 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
2787 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
2788 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
2789 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
2790 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
2791 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
2792 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
2793 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
2794 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
2795 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
2796 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
2797 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
2798 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
2799 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
2800 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
2801 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
2802 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
2803 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
2804 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
2805    
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2814    
2815 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
2816 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
2817 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
2818 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
2819 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
2820 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
2821 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
2822 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
2823 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
2824 läufen ausgleichen.    
2825      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
2826 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
2827 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
2828 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
2829 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
2830 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
2831 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
2832 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
2833 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
2834 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
2835 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
2836 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
2837 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
2838 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
2839 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
2840    
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2849    
2850 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
2851 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
2852 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
2853 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
2854 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
2855 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
2856 kalkulierten Preis.    
2857      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
2858 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
2859 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
2860 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
2861 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
2862 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
2863 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
2864 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
2865 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
2866 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
2867 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
2868 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
2869 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
2870 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
2871 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
2872 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
2873 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
2874 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
2875 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
2876    
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2885    
2886 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
2887 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
2888 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
2889 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
2890 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
2891 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
2892 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
2893 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
2894 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
2895 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
2896 fassung.    
2897      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
2898 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
2899 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
2900 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
2901 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
2902 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
2903 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
2904 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
2905 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
2906 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
2907 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
2908 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
2909 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
2910 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
2911    
2912    
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2921    
2922 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
2923 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
2924 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
2925 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
2926 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
2927 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
2928 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
2929 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
2930 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
2931 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
2932 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
2933 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
2934 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
2935 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
2936 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
2937 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
2938 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
2939 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
2940 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
2941 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
2942 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
2943 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
2944      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
2945 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
2946 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
2947    
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2955 - 40 -    
2956    
2957 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
2958 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
2959 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
2960      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
2961 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
2962 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
2963 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
2964 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
2965 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
2966 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
2967 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
2968 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
2969 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
2970 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
2971 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
2972 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
2973 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
2974 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
2975 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
2976 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
2977 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
2978 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
2979 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
2980    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
2981 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
2982 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
2983    
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2990    
2991 - 41 -    
2992    
2993 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
2994 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
2995 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
2996 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
2997 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
2998 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
2999 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
3000 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
3001 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
3002 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
3003 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
3004 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
3005 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
3006 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
3007 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
3008 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
3009 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
3010 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
3011 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
3012 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
3013 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
3014 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
3015 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
3016 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
3017 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
3018 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
3019    
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3026    
3027 - 42 -    
3028    
3029 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
3030 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
3031 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
3032 Bild.    
3033    
3034      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
3035 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
3036 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
3037 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
3038 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
3039    
3040    
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3044 ===3===    
3045 #||    
3046 ||    
3047    
3048 - 3 -    
3049    
3050    
3051    
3052 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
3053 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
3054  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
3055 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
3056 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
3057 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
3058 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
3059 erhoffen liessen.    
3060      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
3061 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
3062 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
3063 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
3064 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
3065 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
3066 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
3067 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
3068    
3069      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
3070 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
3071 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
3072 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
3073 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
3074 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
3075 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
3076 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
3077 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
3078 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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3091 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
3092 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
3093 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
3094 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
3095 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
3096 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
3097 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
3098 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
3099 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
3100 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
3101 ten.    
3102    
3103      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
3104 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
3105 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
3106 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
3107 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
3108 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
3109 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
3110 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
3111 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
3112 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
3113 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
3114 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
3115 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
3116 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
3117 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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3130 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
3131 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
3132 von Edelmetallen.    
3133      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
3134 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
3135 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
3136 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
3137 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
3138 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
3139 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
3140 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
3141 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
3142 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
3143 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
3144 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
3145 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
3146 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
3147 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
3148 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
3149 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
3150 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
3151 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
3152 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
3153 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
3154 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
3155 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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3168 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
3169 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
3170 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
3171 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
3172 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
3173 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
3174 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
3175 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
3176 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
3177 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
3178 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
3179 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
3180 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
3181 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
3182 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
3183 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
3184 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
3185 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
3186 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
3187 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
3188 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
3189 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
3190 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
3191 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
3192 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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3205 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
3206 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
3207 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
3208 stanz in sich birgt.    
3209      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
3210 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
3211 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
3212 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
3213 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
3214 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
3215 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
3216 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
3217 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
3218 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
3219 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
3220 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
3221 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
3222 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
3223 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
3224 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
3225 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
3226 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
3227 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
3228 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
3229 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
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3242 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
3243      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
3244 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
3245 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
3246 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
3247 erhalten.    
3248      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
3249 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
3250 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
3251 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
3252 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
3253 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
3254 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
3255 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
3256 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
3257 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
3258      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
3259 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
3260 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
3261 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
3262 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
3263 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
3264 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
3265 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
3266 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
3267 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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3280 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
3281      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
3282 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
3283 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
3284 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
3285 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
3286 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
3287 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
3288 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
3289 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
3290 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
3291 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
3292 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
3293 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
3294 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
3295 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
3296 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
3297 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
3298 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
3299 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
3300 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
3301 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
3302 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
3303 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
3304 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
3305 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
3306 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
3307 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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3320 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
3321 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
3322 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
3323 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
3324 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
3325 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
3326 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
3327 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
3328 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
3329 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
3330 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
3331 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
3332 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
3333 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
3334 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
3335 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
3336      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
3337 lautete:    
3338 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
3339 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
3340 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
3341 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
3342 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
3343 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
3344 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
3345 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
3346 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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3359 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
3360 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
3361      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
3362 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
3363 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
3364 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
3365 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
3366 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
3367 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
3368 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
3369 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
3370 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
3371 mal des Geldes bedeutete.    
3372      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
3373 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
3374 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
3375 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
3376 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
3377 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
3378 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
3379 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
3380 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
3381 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
3382 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
3383 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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3396 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
3397 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
3398 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
3399 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
3400 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
3401 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
3402 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
3403 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
3404      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
3405 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
3406 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
3407 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
3408 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
3409 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
3410 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
3411 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
3412 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
3413 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
3414 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
3415 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
3416        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
3417 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
3418 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
3419 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
3420 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
3421 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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3434 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
3435 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
3436 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
3437 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
3438 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
3439 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
3440 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
3441 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
3442 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
3443 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
3444 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
3445   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
3446 Entwicklung zu skizzieren.    
3447     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
3448 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
3449 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
3450 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
3451 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
3452 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
3453 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
3454 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
3455 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
3456 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
3457 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
3458 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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3471 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
3472 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
3473 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
3474 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
3475 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
3476 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
3477      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
3478 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
3479 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
3480 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
3481 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
3482 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
3483 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
3484 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
3485 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
3486 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
3487 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
3488 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
3489 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
3490 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
3491 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
3492 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
3493 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
3494 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
3495 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
3496 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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3509 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
3510 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
3511 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
3512 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
3513 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
3514 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
3515 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
3516 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
3517 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
3518 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
3519 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
3520 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
3521 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
3522 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
3523 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
3524 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
3525 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
3526 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
3527 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
3528 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
3529 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
3530 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
3531 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
3532 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
3533 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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3546 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
3547 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
3548 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
3549 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
3550 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
3551 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
3552 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
3553 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
3554 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
3555 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
3556 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
3557 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
3558      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
3559 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
3560 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
3561 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
3562 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
3563 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
3564 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
3565 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
3566 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
3567 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
3568 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
3569 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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3582 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
3583 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
3584 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
3585 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
3586 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
3587 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
3588 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
3589 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
3590 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
3591 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
3592 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
3593 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
3594 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
3595 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
3596 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
3597 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
3598 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
3599      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
3600 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
3601 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
3602 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
3603 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
3604 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
3605 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
3606 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
3607 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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3620 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
3621 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
3622 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
3623 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
3624 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
3625 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
3626 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
3627 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
3628 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
3629 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
3630 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
3631 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
3632 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
3633 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
3634 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
3635 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
3636 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
3637 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
3638 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
3639 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
3640 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
3641 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
3642 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
3643 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
3644 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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3657 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
3658 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
3659 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
3660 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
3661 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
3662 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
3663 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
3664 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
3665 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
3666 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
3667 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
3668 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
3669 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
3670 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
3671 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
3672 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
3673 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
3674 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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3687 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
3688 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
3689 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
3690 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
3691 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
3692 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
3693 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
3694 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
3695 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
3696 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
3697 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
3698 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
3699 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
3700 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
3701 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
3702 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
3703 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
3704 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
3705 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
3706 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
3707 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
3708 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
3709 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
3710 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
3711 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
3712 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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3725 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
3726 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
3727 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
3728 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
3729 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
3730 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
3731 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
3732 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
3733 chen werden.    
3734      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
3735 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
3736 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
3737 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
3738 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
3739 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
3740 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
3741 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
3742 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
3743 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
3744      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
3745 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
3746 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
3747 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
3748 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
3749 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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3762 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
3763 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
3764 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
3765 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
3766 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
3767 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
3768 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
3769 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
3770 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
3771 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
3772 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
3773 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
3774 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
3775 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
3776 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
3777 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
3778  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
3779 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
3780 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
3781 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
3782      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
3783 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
3784      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
3785 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
3786 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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3799 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
3800 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
3801 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
3802  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
3803 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
3804 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
3805 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
3806 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
3807 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
3808 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
3809 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
3810 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
3811 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
3812 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
3813 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
3814 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
3815 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
3816 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
3817 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
3818 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
3819 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
3820 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
3821 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
3822 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
3823 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
3824 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
3825 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
3826 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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3839 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
3840 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
3841 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
3842 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
3843 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
3844 ersteren gelangt ist.""    
3845                  Soweit Schumpeter.    
3846      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
3847 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
3848 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
3849 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
3850 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
3851 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
3852 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
3853 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
3854 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
3855 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
3856 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
3857 dem Wesen nach eine Krise.    
3858      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
3859 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
3860 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
3861 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
3862 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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3875 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
3876 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
3877 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
3878 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
3879 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
3880 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
3881 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
3882 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
3883 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
3884 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
3885 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
3886  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
3887 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
3888 ders der Diskontopolitik.    
3889      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
3890 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
3891 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
3892 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
3893 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
3894 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
3895 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
3896 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
3897 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
3898 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
3899    
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3912 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
3913 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
3914 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
3915 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
3916 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
3917 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
3918 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
3919 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
3920 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
3921  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
3922 ist das Einkommen der Nation.    
3923      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
3924 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
3925 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
3926 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
3927 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
3928 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
3929 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
3930 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
3931 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
3932 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
3933 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
3934 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
3935 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
3936 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
3937    
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3950 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
3951 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
3952 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
3953 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
3954 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
3955 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
3956 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
3957 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
3958 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
3959 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
3960 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
3961      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
3962 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
3963 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
3964 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
3965 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
3966 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
3967 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
3968 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
3969 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
3970 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
3971 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
3972 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
3973 equilibrieren.    
3974      Wir können sagen:    
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3987      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
3988 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
3989 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
3990 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
3991 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
3992 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
3993 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
3994 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
3995 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
3996 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
3997 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
3998 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
3999 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
4000 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
4001 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
4002 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
4003 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
4004 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
4005 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
4006 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
4007 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
4008      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
4009 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
4010 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
4011    
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4027 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
4028 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
4029 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
4030 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
4031 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
4032 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
4033 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
4034 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
4035 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
4036 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
4037 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
4038      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
4039 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
4040 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
4041 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
4042 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
4043 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
4044 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
4045 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
4046 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
4047 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
4048 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
4049 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
4050 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
4051 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
4052    
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4063    
4064 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
4065 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
4066 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
4067 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
4068 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
4069 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
4070 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
4071 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
4072 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
4073  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
4074 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
4075 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
4076 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
4077 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
4078 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
4079 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
4080 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
4081 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
4082 menhang zu konstatieren ist.    
4083      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
4084 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
4085 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
4086 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
4087 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
4088 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
4089    
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4098    
4099 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
4100 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
4101      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
4102 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
4103 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
4104    
4105 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
4106 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
4107 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
4108 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
4109 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
4110    
4111 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
4112 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
4113 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
4114 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
4115    
4116 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
4117 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
4118 machen können .    
4119    
4120 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
4121 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
4122    
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4135    
4136      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
4137 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
4138 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
4139 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
4140 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
4141 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
4142 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
4143 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
4144 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
4145 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
4146 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
4147 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
4148 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
4149 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
4150 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
4151 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
4152 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
4153 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
4154 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
4155 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
4156 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
4157 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
4158 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
4159 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
4160 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
4161    
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4170    
4171 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
4172 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
4173 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
4174 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
4175 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
4176 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
4177 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
4178 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
4179 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
4180 läufen ausgleichen.    
4181      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
4182 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
4183 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
4184 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
4185 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
4186 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
4187 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
4188 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
4189 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
4190 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
4191 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
4192 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
4193 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
4194 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
4195 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
4196    
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4204 - 37 -    
4205    
4206 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
4207 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
4208 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
4209 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
4210 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
4211 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
4212 kalkulierten Preis.    
4213      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
4214 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
4215 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
4216 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
4217 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
4218 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
4219 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
4220 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
4221 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
4222 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
4223 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
4224 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
4225 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
4226 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
4227 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
4228 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
4229 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
4230 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
4231 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
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4241    
4242 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
4243 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
4244 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
4245 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
4246 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
4247 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
4248 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
4249 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
4250 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
4251 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
4252 fassung.    
4253      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
4254 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
4255 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
4256 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
4257 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
4258 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
4259 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
4260 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
4261 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
4262 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
4263 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
4264 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
4265 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
4266 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
4267    
4268    
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4277    
4278 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
4279 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
4280 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
4281 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
4282 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
4283 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
4284 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
4285 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
4286 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
4287 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
4288 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
4289 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
4290 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
4291 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
4292 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
4293 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
4294 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
4295 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
4296 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
4297 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
4298 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
4299 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
4300      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
4301 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
4302 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
4303    
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4312    
4313 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
4314 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
4315 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
4316      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
4317 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
4318 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
4319 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
4320 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
4321 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
4322 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
4323 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
4324 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
4325 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
4326 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
4327 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
4328 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
4329 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
4330 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
4331 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
4332 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
4333 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
4334 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
4335 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
4336    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
4337 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
4338 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
4339    
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4348    
4349 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
4350 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
4351 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
4352 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
4353 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
4354 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
4355 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
4356 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
4357 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
4358 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
4359 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
4360 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
4361 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
4362 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
4363 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
4364 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
4365 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
4366 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
4367 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
4368 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
4369 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
4370 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
4371 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
4372 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
4373 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
4374 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
4375    
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4384    
4385 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
4386 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
4387 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
4388 Bild.    
4389    
4390      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
4391 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
4392 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
4393 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
4394 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
4395    
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4408 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
4409 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
4410  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
4411 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
4412 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
4413 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
4414 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
4415 erhoffen liessen.    
4416      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
4417 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
4418 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
4419 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
4420 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
4421 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
4422 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
4423 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
4424    
4425      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
4426 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
4427 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
4428 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
4429 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
4430 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
4431 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
4432 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
4433 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
4434 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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4447 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
4448 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
4449 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
4450 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
4451 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
4452 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
4453 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
4454 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
4455 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
4456 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
4457 ten.    
4458    
4459      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
4460 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
4461 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
4462 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
4463 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
4464 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
4465 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
4466 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
4467 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
4468 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
4469 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
4470 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
4471 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
4472 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
4473 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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4486 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
4487 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
4488 von Edelmetallen.    
4489      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
4490 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
4491 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
4492 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
4493 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
4494 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
4495 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
4496 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
4497 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
4498 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
4499 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
4500 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
4501 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
4502 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
4503 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
4504 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
4505 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
4506 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
4507 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
4508 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
4509 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
4510 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
4511 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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4524 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
4525 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
4526 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
4527 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
4528 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
4529 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
4530 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
4531 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
4532 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
4533 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
4534 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
4535 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
4536 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
4537 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
4538 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
4539 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
4540 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
4541 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
4542 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
4543 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
4544 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
4545 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
4546 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
4547 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
4548 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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4561 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
4562 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
4563 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
4564 stanz in sich birgt.    
4565      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
4566 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
4567 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
4568 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
4569 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
4570 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
4571 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
4572 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
4573 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
4574 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
4575 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
4576 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
4577 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
4578 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
4579 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
4580 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
4581 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
4582 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
4583 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
4584 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
4585 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
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4598 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
4599      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
4600 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
4601 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
4602 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
4603 erhalten.    
4604      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
4605 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
4606 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
4607 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
4608 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
4609 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
4610 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
4611 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
4612 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
4613 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
4614      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
4615 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
4616 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
4617 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
4618 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
4619 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
4620 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
4621 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
4622 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
4623 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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4636 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
4637      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
4638 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
4639 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
4640 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
4641 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
4642 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
4643 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
4644 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
4645 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
4646 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
4647 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
4648 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
4649 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
4650 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
4651 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
4652 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
4653 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
4654 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
4655 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
4656 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
4657 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
4658 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
4659 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
4660 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
4661 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
4662 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
4663 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
4664 |    
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4675    
4676 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
4677 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
4678 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
4679 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
4680 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
4681 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
4682 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
4683 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
4684 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
4685 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
4686 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
4687 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
4688 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
4689 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
4690 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
4691 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
4692      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
4693 lautete:    
4694 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
4695 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
4696 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
4697 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
4698 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
4699 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
4700 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
4701 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
4702 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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4715 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
4716 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
4717      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
4718 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
4719 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
4720 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
4721 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
4722 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
4723 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
4724 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
4725 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
4726 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
4727 mal des Geldes bedeutete.    
4728      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
4729 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
4730 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
4731 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
4732 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
4733 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
4734 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
4735 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
4736 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
4737 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
4738 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
4739 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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4752 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
4753 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
4754 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
4755 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
4756 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
4757 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
4758 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
4759 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
4760      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
4761 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
4762 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
4763 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
4764 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
4765 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
4766 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
4767 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
4768 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
4769 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
4770 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
4771 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
4772        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
4773 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
4774 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
4775 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
4776 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
4777 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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4790 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
4791 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
4792 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
4793 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
4794 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
4795 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
4796 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
4797 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
4798 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
4799 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
4800 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
4801   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
4802 Entwicklung zu skizzieren.    
4803     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
4804 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
4805 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
4806 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
4807 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
4808 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
4809 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
4810 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
4811 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
4812 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
4813 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
4814 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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4827 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
4828 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
4829 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
4830 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
4831 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
4832 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
4833      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
4834 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
4835 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
4836 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
4837 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
4838 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
4839 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
4840 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
4841 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
4842 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
4843 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
4844 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
4845 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
4846 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
4847 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
4848 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
4849 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
4850 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
4851 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
4852 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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4865 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
4866 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
4867 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
4868 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
4869 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
4870 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
4871 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
4872 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
4873 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
4874 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
4875 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
4876 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
4877 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
4878 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
4879 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
4880 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
4881 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
4882 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
4883 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
4884 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
4885 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
4886 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
4887 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
4888 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
4889 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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4901    
4902 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
4903 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
4904 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
4905 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
4906 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
4907 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
4908 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
4909 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
4910 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
4911 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
4912 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
4913 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
4914      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
4915 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
4916 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
4917 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
4918 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
4919 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
4920 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
4921 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
4922 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
4923 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
4924 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
4925 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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4938 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
4939 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
4940 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
4941 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
4942 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
4943 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
4944 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
4945 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
4946 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
4947 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
4948 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
4949 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
4950 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
4951 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
4952 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
4953 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
4954 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
4955      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
4956 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
4957 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
4958 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
4959 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
4960 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
4961 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
4962 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
4963 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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4976 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
4977 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
4978 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
4979 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
4980 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
4981 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
4982 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
4983 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
4984 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
4985 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
4986 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
4987 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
4988 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
4989 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
4990 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
4991 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
4992 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
4993 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
4994 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
4995 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
4996 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
4997 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
4998 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
4999 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
5000 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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5013 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
5014 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
5015 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
5016 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
5017 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
5018 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
5019 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
5020 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
5021 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
5022 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
5023 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
5024 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
5025 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
5026 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
5027 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
5028 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
5029 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
5030 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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5043 __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__    
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5045    
5046    
5047    
5048      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
5049  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
5050  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
5051  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
5052 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
5053 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
5054 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
5055 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
5056 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
5057 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
5058 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
5059 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
5060 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
5061 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
5062 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
5063 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
5064 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
5065 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
5066 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
5067      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
5068 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
5069 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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5074 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂĽterverteilung.===    
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5082      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
5083 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
5084 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
5085 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
5086 Studium der MĂĽnzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
5087 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
5088 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
5089 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
5090 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
5091      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
5092 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
5093 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
5094 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
5095 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
5096 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
5097 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
5098 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
5099 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
5100 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
5101 len und es bleiben ĂĽbrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
5102 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
5103 setzend.    
5104      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
5105 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
5106 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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5124      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
5125  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
5126  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
5127  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
5128 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
5129 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
5130 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
5131 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
5132 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
5133 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
5134 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
5135 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
5136 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
5137 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
5138 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
5139 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
5140 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
5141 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
5142 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
5143      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
5144 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
5145 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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5158 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
5159 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
5160 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
5161 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
5162 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
5163 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
5164 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
5165 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
5166 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
5167 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
5168 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂĽs-    
5169 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
5170 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
5171 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂĽs-    
5172 sen, die den anderen gegenĂĽber als eine solidarisch haftende Ein-    
5173 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
5174 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
5175 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
5176 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
5177 relatives Maximum an GĂĽtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
5178 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂĽssel ver-    
5179 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
5180 erĂĽbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
5181 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
5182 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
5183 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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5196 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
5197 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
5198 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
5199 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
5200 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
5201 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
5202 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
5203 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
5204 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
5205 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
5206 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
5207 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
5208 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
5209 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
5210 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
5211 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
5212 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
5213 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
5214 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
5215 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
5216 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
5217 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
5218 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
5219 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
5220 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
5221 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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5234 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
5235 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
5236 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
5237 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
5238 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
5239 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
5240 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
5241 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
5242 chen werden.    
5243      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
5244 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
5245 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
5246 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
5247 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
5248 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
5249 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
5250 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
5251 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
5252 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
5253      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
5254 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
5255 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
5256 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
5257 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
5258 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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5271 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
5272 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
5273 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
5274 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
5275 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
5276 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
5277 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
5278 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
5279 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
5280 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
5281 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
5282 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
5283 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
5284 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
5285 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
5286 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
5287  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
5288 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
5289 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
5290 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
5291      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
5292 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
5293      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
5294 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
5295 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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5308 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
5309 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
5310 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
5311  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
5312 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
5313 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
5314 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
5315 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
5316 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
5317 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
5318 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
5319 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
5320 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
5321 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
5322 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
5323 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
5324 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
5325 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
5326 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
5327 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
5328 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
5329 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
5330 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
5331 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
5332 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
5333 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
5334 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
5335 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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5348 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
5349 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
5350 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
5351 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
5352 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
5353 ersteren gelangt ist.""    
5354                  Soweit Schumpeter.    
5355      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
5356 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
5357 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
5358 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
5359 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
5360 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
5361 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
5362 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
5363 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
5364 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
5365 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
5366 dem Wesen nach eine Krise.    
5367      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
5368 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
5369 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
5370 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
5371 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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5384 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
5385 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
5386 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
5387 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
5388 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
5389 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
5390 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
5391 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
5392 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
5393 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
5394 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
5395  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
5396 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
5397 ders der Diskontopolitik.    
5398      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
5399 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
5400 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
5401 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
5402 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
5403 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
5404 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
5405 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
5406 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
5407 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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5421 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
5422 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
5423 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
5424 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
5425 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
5426 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
5427 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
5428 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
5429 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
5430  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
5431 ist das Einkommen der Nation.    
5432      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
5433 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
5434 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
5435 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
5436 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
5437 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
5438 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
5439 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
5440 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
5441 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
5442 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
5443 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
5444 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
5445 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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5459 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
5460 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
5461 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
5462 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
5463 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
5464 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
5465 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
5466 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
5467 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
5468 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
5469 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
5470      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
5471 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
5472 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
5473 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
5474 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
5475 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
5476 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
5477 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
5478 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
5479 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
5480 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
5481 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
5482 equilibrieren.    
5483      Wir können sagen:    
5484    
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5496      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
5497 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
5498 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
5499 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
5500 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
5501 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
5502 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
5503 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
5504 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
5505 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
5506 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
5507 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
5508 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
5509 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
5510 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
5511 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
5512 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
5513 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
5514 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
5515 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
5516 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
5517      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
5518 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
5519 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
5520    
5521    
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5535    
5536 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
5537 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
5538 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
5539 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
5540 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
5541 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
5542 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
5543 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
5544 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
5545 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
5546 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
5547      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
5548 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
5549 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
5550 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
5551 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
5552 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
5553 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
5554 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
5555 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
5556 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
5557 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
5558 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
5559 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
5560 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
5561    
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5572    
5573 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
5574 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
5575 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
5576 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
5577 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
5578 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
5579 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
5580 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
5581 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
5582  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
5583 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
5584 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
5585 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
5586 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
5587 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
5588 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
5589 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
5590 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
5591 menhang zu konstatieren ist.    
5592      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
5593 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
5594 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
5595 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
5596 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
5597 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
5598    
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5607    
5608 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
5609 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
5610      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
5611 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
5612 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
5613    
5614 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
5615 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
5616 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
5617 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
5618 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
5619    
5620 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
5621 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
5622 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
5623 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
5624    
5625 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
5626 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
5627 machen können .    
5628    
5629 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
5630 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
5631    
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5644    
5645      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
5646 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
5647 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
5648 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
5649 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
5650 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
5651 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
5652 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
5653 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
5654 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
5655 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
5656 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
5657 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
5658 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
5659 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
5660 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
5661 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
5662 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
5663 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
5664 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
5665 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
5666 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
5667 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
5668 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
5669 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
5670    
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5679    
5680 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
5681 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
5682 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
5683 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
5684 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
5685 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
5686 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
5687 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
5688 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
5689 läufen ausgleichen.    
5690      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
5691 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
5692 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
5693 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
5694 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
5695 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
5696 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
5697 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
5698 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
5699 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
5700 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
5701 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
5702 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
5703 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
5704 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
5705    
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5714    
5715 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
5716 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
5717 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
5718 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
5719 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
5720 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
5721 kalkulierten Preis.    
5722      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
5723 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
5724 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
5725 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
5726 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
5727 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
5728 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
5729 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
5730 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
5731 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
5732 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
5733 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
5734 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
5735 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
5736 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
5737 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
5738 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
5739 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
5740 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
5741    
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5748    
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5750    
5751 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
5752 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
5753 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
5754 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
5755 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
5756 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
5757 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
5758 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
5759 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
5760 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
5761 fassung.    
5762      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
5763 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
5764 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
5765 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
5766 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
5767 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
5768 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
5769 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
5770 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
5771 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
5772 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
5773 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
5774 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
5775 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
5776    
5777    
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5786    
5787 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
5788 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
5789 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
5790 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
5791 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
5792 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
5793 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
5794 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
5795 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
5796 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
5797 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
5798 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
5799 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
5800 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
5801 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
5802 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
5803 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
5804 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
5805 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
5806 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
5807 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
5808 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
5809      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
5810 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
5811 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
5812    
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5821    
5822 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
5823 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
5824 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
5825      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
5826 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
5827 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
5828 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
5829 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
5830 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
5831 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
5832 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
5833 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
5834 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
5835 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
5836 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
5837 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
5838 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
5839 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
5840 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
5841 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
5842 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
5843 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
5844 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
5845    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
5846 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
5847 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
5848    
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5858 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
5859 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
5860 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
5861 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
5862 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
5863 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
5864 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
5865 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
5866 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
5867 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
5868 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
5869 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
5870 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
5871 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
5872 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
5873 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
5874 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
5875 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
5876 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
5877 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
5878 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
5879 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
5880 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
5881 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
5882 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
5883 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
5884    
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5893    
5894 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
5895 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
5896 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
5897 Bild.    
5898    
5899      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
5900 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
5901 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
5902 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
5903 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
5904    
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5917 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
5918 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
5919  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
5920 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
5921 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
5922 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
5923 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
5924 erhoffen liessen.    
5925      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
5926 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
5927 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
5928 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
5929 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
5930 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
5931 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
5932 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
5933    
5934      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
5935 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
5936 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
5937 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
5938 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
5939 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
5940 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
5941 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
5942 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
5943 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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5956 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
5957 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
5958 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
5959 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
5960 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
5961 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
5962 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
5963 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
5964 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
5965 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
5966 ten.    
5967    
5968      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
5969 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
5970 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
5971 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
5972 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
5973 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
5974 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
5975 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
5976 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
5977 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
5978 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
5979 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
5980 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
5981 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
5982 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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5994    
5995 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
5996 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
5997 von Edelmetallen.    
5998      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
5999 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
6000 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
6001 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
6002 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
6003 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
6004 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
6005 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
6006 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
6007 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
6008 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
6009 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
6010 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
6011 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
6012 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
6013 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
6014 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
6015 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
6016 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
6017 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
6018 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
6019 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
6020 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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6033 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
6034 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
6035 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
6036 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
6037 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
6038 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
6039 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
6040 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
6041 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
6042 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
6043 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
6044 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
6045 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
6046 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
6047 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
6048 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
6049 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
6050 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
6051 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
6052 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
6053 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
6054 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
6055 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
6056 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
6057 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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6070 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
6071 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
6072 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
6073 stanz in sich birgt.    
6074      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
6075 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
6076 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
6077 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
6078 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
6079 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
6080 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
6081 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
6082 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
6083 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
6084 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
6085 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
6086 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
6087 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
6088 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
6089 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
6090 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
6091 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
6092 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
6093 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
6094 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
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6107 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
6108      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
6109 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
6110 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
6111 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
6112 erhalten.    
6113      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
6114 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
6115 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
6116 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
6117 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
6118 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
6119 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
6120 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
6121 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
6122 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
6123      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
6124 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
6125 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
6126 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
6127 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
6128 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
6129 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
6130 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
6131 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
6132 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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6144    
6145 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
6146      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
6147 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
6148 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
6149 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
6150 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
6151 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
6152 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
6153 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
6154 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
6155 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
6156 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
6157 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
6158 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
6159 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
6160 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
6161 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
6162 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
6163 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
6164 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
6165 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
6166 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
6167 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
6168 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
6169 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
6170 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
6171 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
6172 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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6185 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
6186 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
6187 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
6188 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
6189 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
6190 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
6191 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
6192 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
6193 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
6194 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
6195 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
6196 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
6197 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
6198 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
6199 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
6200 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
6201      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
6202 lautete:    
6203 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
6204 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
6205 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
6206 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
6207 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
6208 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
6209 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
6210 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
6211 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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6224 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
6225 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
6226      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
6227 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
6228 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
6229 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
6230 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
6231 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
6232 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
6233 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
6234 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
6235 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
6236 mal des Geldes bedeutete.    
6237      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
6238 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
6239 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
6240 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
6241 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
6242 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
6243 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
6244 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
6245 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
6246 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
6247 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
6248 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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6261 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
6262 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
6263 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
6264 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
6265 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
6266 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
6267 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
6268 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
6269      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
6270 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
6271 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
6272 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
6273 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
6274 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
6275 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
6276 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
6277 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
6278 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
6279 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
6280 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
6281        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
6282 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
6283 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
6284 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
6285 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
6286 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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6299 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
6300 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
6301 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
6302 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
6303 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
6304 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
6305 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
6306 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
6307 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
6308 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
6309 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
6310   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
6311 Entwicklung zu skizzieren.    
6312     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
6313 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
6314 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
6315 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
6316 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
6317 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
6318 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
6319 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
6320 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
6321 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
6322 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
6323 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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6336 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
6337 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
6338 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
6339 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
6340 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
6341 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
6342      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
6343 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
6344 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
6345 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
6346 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
6347 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
6348 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
6349 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
6350 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
6351 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
6352 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
6353 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
6354 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
6355 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
6356 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
6357 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
6358 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
6359 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
6360 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
6361 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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6374 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
6375 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
6376 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
6377 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
6378 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
6379 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
6380 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
6381 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
6382 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
6383 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
6384 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
6385 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
6386 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
6387 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
6388 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
6389 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
6390 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
6391 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
6392 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
6393 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
6394 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
6395 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
6396 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
6397 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
6398 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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6411 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
6412 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
6413 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
6414 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
6415 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
6416 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
6417 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
6418 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
6419 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
6420 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
6421 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
6422 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
6423      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
6424 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
6425 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
6426 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
6427 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
6428 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
6429 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
6430 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
6431 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
6432 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
6433 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
6434 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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6447 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
6448 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
6449 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
6450 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
6451 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
6452 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
6453 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
6454 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
6455 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
6456 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
6457 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
6458 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
6459 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
6460 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
6461 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
6462 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
6463 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
6464      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
6465 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
6466 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
6467 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
6468 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
6469 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
6470 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
6471 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
6472 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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6485 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
6486 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
6487 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
6488 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
6489 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
6490 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
6491 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
6492 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
6493 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
6494 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
6495 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
6496 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
6497 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
6498 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
6499 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
6500 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
6501 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
6502 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
6503 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
6504 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
6505 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
6506 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
6507 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
6508 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
6509 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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6522 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
6523 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
6524 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
6525 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
6526 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
6527 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
6528 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
6529 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
6530 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
6531 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
6532 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
6533 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
6534 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
6535 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
6536 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
6537 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
6538 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
6539 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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6552 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
6553 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
6554 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
6555 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
6556 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
6557 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
6558 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
6559 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
6560 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
6561 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
6562 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
6563 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
6564 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
6565 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
6566 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
6567 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
6568 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
6569 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
6570 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
6571 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
6572 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
6573 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
6574 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
6575 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
6576 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
6577 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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6590 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
6591 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
6592 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
6593 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
6594 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
6595 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
6596 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
6597 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
6598 chen werden.    
6599      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
6600 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
6601 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
6602 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
6603 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
6604 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
6605 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
6606 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
6607 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
6608 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
6609      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
6610 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
6611 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
6612 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
6613 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
6614 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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6627 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
6628 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
6629 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
6630 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
6631 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
6632 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
6633 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
6634 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
6635 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
6636 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
6637 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
6638 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
6639 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
6640 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
6641 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
6642 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
6643  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
6644 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
6645 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
6646 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
6647      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
6648 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
6649      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
6650 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
6651 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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6664 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
6665 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
6666 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
6667  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
6668 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
6669 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
6670 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
6671 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
6672 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
6673 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
6674 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
6675 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
6676 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
6677 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
6678 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
6679 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
6680 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
6681 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
6682 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
6683 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
6684 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
6685 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
6686 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
6687 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
6688 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
6689 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
6690 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
6691 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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6704 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
6705 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
6706 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
6707 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
6708 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
6709 ersteren gelangt ist.""    
6710                  Soweit Schumpeter.    
6711      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
6712 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
6713 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
6714 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
6715 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
6716 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
6717 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
6718 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
6719 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
6720 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
6721 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
6722 dem Wesen nach eine Krise.    
6723      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
6724 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
6725 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
6726 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
6727 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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6740 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
6741 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
6742 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
6743 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
6744 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
6745 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
6746 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
6747 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
6748 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
6749 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
6750 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
6751  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
6752 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
6753 ders der Diskontopolitik.    
6754      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
6755 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
6756 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
6757 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
6758 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
6759 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
6760 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
6761 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
6762 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
6763 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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6777 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
6778 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
6779 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
6780 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
6781 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
6782 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
6783 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
6784 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
6785 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
6786  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
6787 ist das Einkommen der Nation.    
6788      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
6789 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
6790 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
6791 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
6792 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
6793 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
6794 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
6795 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
6796 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
6797 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
6798 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
6799 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
6800 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
6801 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
6802    
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6815 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
6816 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
6817 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
6818 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
6819 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
6820 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
6821 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
6822 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
6823 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
6824 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
6825 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
6826      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
6827 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
6828 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
6829 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
6830 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
6831 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
6832 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
6833 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
6834 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
6835 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
6836 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
6837 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
6838 equilibrieren.    
6839      Wir können sagen:    
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6852      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
6853 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
6854 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
6855 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
6856 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
6857 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
6858 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
6859 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
6860 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
6861 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
6862 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
6863 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
6864 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
6865 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
6866 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
6867 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
6868 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
6869 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
6870 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
6871 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
6872 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
6873      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
6874 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
6875 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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6892 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
6893 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
6894 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
6895 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
6896 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
6897 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
6898 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
6899 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
6900 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
6901 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
6902 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
6903      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
6904 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
6905 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
6906 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
6907 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
6908 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
6909 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
6910 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
6911 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
6912 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
6913 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
6914 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
6915 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
6916 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
6917    
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6929 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
6930 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
6931 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
6932 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
6933 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
6934 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
6935 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
6936 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
6937 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
6938  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
6939 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
6940 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
6941 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
6942 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
6943 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
6944 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
6945 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
6946 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
6947 menhang zu konstatieren ist.    
6948      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
6949 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
6950 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
6951 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
6952 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
6953 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
6954    
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6963    
6964 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
6965 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
6966      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
6967 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
6968 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
6969    
6970 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
6971 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
6972 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
6973 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
6974 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
6975    
6976 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
6977 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
6978 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
6979 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
6980    
6981 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
6982 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
6983 machen können .    
6984    
6985 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
6986 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
6987    
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6994    
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6996 #||    
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6998    
6999 - 35 -    
7000    
7001      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
7002 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
7003 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
7004 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
7005 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
7006 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
7007 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
7008 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
7009 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
7010 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
7011 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
7012 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
7013 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
7014 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
7015 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
7016 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
7017 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
7018 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
7019 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
7020 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
7021 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
7022 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
7023 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
7024 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
7025 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
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7033    
7034 - 36 -    
7035    
7036 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
7037 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
7038 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
7039 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
7040 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
7041 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
7042 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
7043 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
7044 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
7045 läufen ausgleichen.    
7046      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
7047 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
7048 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
7049 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
7050 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
7051 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
7052 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
7053 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
7054 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
7055 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
7056 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
7057 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
7058 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
7059 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
7060 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
7061    
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7068    
7069 - 37 -    
7070    
7071 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
7072 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
7073 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
7074 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
7075 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
7076 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
7077 kalkulierten Preis.    
7078      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
7079 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
7080 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
7081 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
7082 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
7083 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
7084 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
7085 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
7086 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
7087 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
7088 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
7089 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
7090 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
7091 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
7092 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
7093 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
7094 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
7095 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
7096 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
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7107 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
7108 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
7109 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
7110 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
7111 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
7112 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
7113 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
7114 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
7115 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
7116 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
7117 fassung.    
7118      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
7119 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
7120 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
7121 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
7122 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
7123 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
7124 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
7125 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
7126 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
7127 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
7128 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
7129 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
7130 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
7131 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
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7143 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
7144 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
7145 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
7146 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
7147 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
7148 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
7149 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
7150 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
7151 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
7152 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
7153 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
7154 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
7155 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
7156 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
7157 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
7158 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
7159 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
7160 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
7161 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
7162 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
7163 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
7164 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
7165      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
7166 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
7167 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
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7178 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
7179 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
7180 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
7181      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
7182 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
7183 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
7184 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
7185 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
7186 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
7187 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
7188 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
7189 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
7190 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
7191 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
7192 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
7193 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
7194 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
7195 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
7196 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
7197 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
7198 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
7199 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
7200 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
7201    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
7202 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
7203 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
7204    
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7214 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
7215 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
7216 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
7217 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
7218 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
7219 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
7220 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
7221 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
7222 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
7223 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
7224 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
7225 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
7226 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
7227 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
7228 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
7229 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
7230 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
7231 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
7232 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
7233 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
7234 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
7235 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
7236 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
7237 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
7238 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
7239 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
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7250 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
7251 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
7252 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
7253 Bild.    
7254    
7255      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
7256 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
7257 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
7258 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
7259 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
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7273 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
7274 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
7275  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
7276 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
7277 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
7278 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
7279 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
7280 erhoffen liessen.    
7281      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
7282 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
7283 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
7284 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
7285 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
7286 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
7287 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
7288 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
7289    
7290      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
7291 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
7292 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
7293 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
7294 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
7295 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
7296 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
7297 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
7298 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
7299 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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7312 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
7313 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
7314 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
7315 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
7316 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
7317 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
7318 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
7319 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
7320 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
7321 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
7322 ten.    
7323    
7324      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
7325 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
7326 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
7327 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
7328 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
7329 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
7330 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
7331 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
7332 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
7333 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
7334 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
7335 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
7336 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
7337 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
7338 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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7350    
7351 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
7352 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
7353 von Edelmetallen.    
7354      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
7355 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
7356 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
7357 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
7358 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
7359 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
7360 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
7361 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
7362 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
7363 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
7364 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
7365 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
7366 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
7367 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
7368 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
7369 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
7370 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
7371 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
7372 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
7373 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
7374 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
7375 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
7376 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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7389 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
7390 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
7391 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
7392 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
7393 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
7394 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
7395 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
7396 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
7397 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
7398 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
7399 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
7400 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
7401 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
7402 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
7403 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
7404 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
7405 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
7406 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
7407 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
7408 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
7409 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
7410 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
7411 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
7412 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
7413 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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7426 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
7427 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
7428 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
7429 stanz in sich birgt.    
7430      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
7431 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
7432 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
7433 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
7434 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
7435 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
7436 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
7437 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
7438 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
7439 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
7440 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
7441 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
7442 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
7443 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
7444 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
7445 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
7446 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
7447 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
7448 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
7449 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
7450 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
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7462    
7463 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
7464      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
7465 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
7466 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
7467 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
7468 erhalten.    
7469      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
7470 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
7471 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
7472 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
7473 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
7474 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
7475 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
7476 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
7477 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
7478 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
7479      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
7480 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
7481 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
7482 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
7483 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
7484 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
7485 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
7486 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
7487 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
7488 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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7501 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
7502      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
7503 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
7504 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
7505 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
7506 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
7507 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
7508 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
7509 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
7510 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
7511 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
7512 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
7513 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
7514 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
7515 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
7516 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
7517 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
7518 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
7519 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
7520 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
7521 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
7522 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
7523 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
7524 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
7525 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
7526 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
7527 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
7528 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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7541 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
7542 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
7543 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
7544 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
7545 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
7546 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
7547 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
7548 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
7549 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
7550 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
7551 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
7552 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
7553 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
7554 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
7555 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
7556 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
7557      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
7558 lautete:    
7559 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
7560 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
7561 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
7562 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
7563 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
7564 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
7565 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
7566 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
7567 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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7580 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
7581 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
7582      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
7583 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
7584 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
7585 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
7586 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
7587 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
7588 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
7589 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
7590 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
7591 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
7592 mal des Geldes bedeutete.    
7593      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
7594 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
7595 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
7596 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
7597 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
7598 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
7599 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
7600 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
7601 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
7602 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
7603 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
7604 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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7617 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
7618 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
7619 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
7620 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
7621 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
7622 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
7623 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
7624 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
7625      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
7626 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
7627 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
7628 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
7629 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
7630 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
7631 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
7632 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
7633 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
7634 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
7635 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
7636 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
7637        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
7638 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
7639 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
7640 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
7641 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
7642 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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7655 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
7656 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
7657 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
7658 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
7659 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
7660 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
7661 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
7662 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
7663 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
7664 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
7665 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
7666   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
7667 Entwicklung zu skizzieren.    
7668     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
7669 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
7670 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
7671 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
7672 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
7673 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
7674 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
7675 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
7676 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
7677 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
7678 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
7679 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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7692 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
7693 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
7694 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
7695 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
7696 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
7697 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
7698      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
7699 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
7700 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
7701 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
7702 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
7703 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
7704 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
7705 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
7706 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
7707 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
7708 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
7709 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
7710 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
7711 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
7712 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
7713 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
7714 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
7715 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
7716 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
7717 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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7730 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
7731 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
7732 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
7733 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
7734 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
7735 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
7736 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
7737 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
7738 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
7739 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
7740 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
7741 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
7742 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
7743 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
7744 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
7745 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
7746 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
7747 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
7748 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
7749 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
7750 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
7751 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
7752 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
7753 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
7754 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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7767 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
7768 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
7769 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
7770 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
7771 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
7772 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
7773 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
7774 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
7775 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
7776 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
7777 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
7778 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
7779      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
7780 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
7781 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
7782 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
7783 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
7784 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
7785 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
7786 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
7787 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
7788 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
7789 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
7790 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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7803 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
7804 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
7805 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
7806 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
7807 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
7808 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
7809 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
7810 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
7811 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
7812 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
7813 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
7814 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
7815 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
7816 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
7817 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
7818 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
7819 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
7820      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
7821 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
7822 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
7823 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
7824 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
7825 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
7826 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
7827 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
7828 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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7841 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
7842 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
7843 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
7844 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
7845 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
7846 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
7847 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
7848 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
7849 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
7850 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
7851 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
7852 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
7853 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
7854 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
7855 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
7856 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
7857 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
7858 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
7859 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
7860 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
7861 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
7862 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
7863 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
7864 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
7865 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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7878 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
7879 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
7880 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
7881 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
7882 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
7883 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
7884 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
7885 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
7886 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
7887 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
7888 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
7889 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
7890 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
7891 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
7892 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
7893 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
7894 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
7895 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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7908      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
7909 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
7910 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
7911 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
7912 Studium der MĂĽnzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
7913 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
7914 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
7915 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
7916 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
7917      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
7918 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
7919 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
7920 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
7921 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
7922 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
7923 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
7924 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
7925 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
7926 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
7927 len und es bleiben ĂĽbrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
7928 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
7929 setzend.    
7930      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
7931 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
7932 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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7945 __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__    
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7950      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
7951  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
7952  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
7953  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
7954 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
7955 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
7956 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
7957 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
7958 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
7959 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
7960 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
7961 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
7962 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
7963 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
7964 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
7965 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
7966 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
7967 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
7968 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
7969      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
7970 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
7971 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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7984 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
7985 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
7986 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
7987 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
7988 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
7989 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
7990 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
7991 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
7992 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
7993 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
7994 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂĽs-    
7995 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
7996 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
7997 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂĽs-    
7998 sen, die den anderen gegenĂĽber als eine solidarisch haftende Ein-    
7999 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
8000 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
8001 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
8002 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
8003 relatives Maximum an GĂĽtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
8004 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂĽssel ver-    
8005 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
8006 erĂĽbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
8007 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
8008 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
8009 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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8022 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
8023 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
8024 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
8025 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
8026 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
8027 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
8028 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
8029 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
8030 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
8031 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
8032 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
8033 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
8034 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
8035 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
8036 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
8037 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
8038 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
8039 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
8040 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
8041 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
8042 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
8043 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
8044 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
8045 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
8046 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
8047 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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8060 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
8061 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
8062 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
8063 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
8064 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
8065 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
8066 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
8067 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
8068 chen werden.    
8069      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
8070 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
8071 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
8072 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
8073 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
8074 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
8075 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
8076 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
8077 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
8078 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
8079      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
8080 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
8081 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
8082 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
8083 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
8084 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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8097 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
8098 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
8099 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
8100 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
8101 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
8102 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
8103 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
8104 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
8105 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
8106 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
8107 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
8108 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
8109 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
8110 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
8111 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
8112 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
8113  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
8114 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
8115 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
8116 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
8117      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
8118 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
8119      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
8120 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
8121 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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8134 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
8135 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
8136 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
8137  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
8138 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
8139 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
8140 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
8141 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
8142 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
8143 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
8144 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
8145 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
8146 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
8147 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
8148 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
8149 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
8150 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
8151 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
8152 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
8153 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
8154 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
8155 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
8156 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
8157 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
8158 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
8159 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
8160 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
8161 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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8174 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
8175 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
8176 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
8177 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
8178 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
8179 ersteren gelangt ist.""    
8180                  Soweit Schumpeter.    
8181      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
8182 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
8183 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
8184 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
8185 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
8186 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
8187 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
8188 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
8189 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
8190 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
8191 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
8192 dem Wesen nach eine Krise.    
8193      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
8194 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
8195 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
8196 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
8197 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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8210 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
8211 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
8212 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
8213 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
8214 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
8215 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
8216 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
8217 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
8218 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
8219 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
8220 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
8221  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
8222 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
8223 ders der Diskontopolitik.    
8224      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
8225 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
8226 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
8227 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
8228 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
8229 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
8230 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
8231 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
8232 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
8233 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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8247 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
8248 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
8249 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
8250 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
8251 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
8252 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
8253 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
8254 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
8255 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
8256  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
8257 ist das Einkommen der Nation.    
8258      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
8259 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
8260 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
8261 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
8262 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
8263 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
8264 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
8265 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
8266 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
8267 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
8268 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
8269 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
8270 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
8271 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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8284    
8285 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
8286 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
8287 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
8288 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
8289 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
8290 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
8291 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
8292 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
8293 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
8294 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
8295 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
8296      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
8297 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
8298 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
8299 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
8300 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
8301 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
8302 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
8303 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
8304 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
8305 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
8306 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
8307 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
8308 equilibrieren.    
8309      Wir können sagen:    
8310    
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8322      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
8323 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
8324 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
8325 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
8326 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
8327 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
8328 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
8329 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
8330 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
8331 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
8332 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
8333 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
8334 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
8335 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
8336 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
8337 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
8338 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
8339 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
8340 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
8341 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
8342 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
8343      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
8344 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
8345 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
8346    
8347    
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8362 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
8363 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
8364 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
8365 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
8366 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
8367 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
8368 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
8369 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
8370 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
8371 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
8372 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
8373      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
8374 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
8375 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
8376 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
8377 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
8378 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
8379 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
8380 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
8381 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
8382 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
8383 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
8384 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
8385 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
8386 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
8387    
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8398    
8399 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
8400 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
8401 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
8402 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
8403 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
8404 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
8405 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
8406 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
8407 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
8408  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
8409 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
8410 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
8411 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
8412 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
8413 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
8414 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
8415 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
8416 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
8417 menhang zu konstatieren ist.    
8418      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
8419 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
8420 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
8421 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
8422 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
8423 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
8424    
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8433    
8434 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
8435 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
8436      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
8437 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
8438 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
8439    
8440 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
8441 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
8442 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
8443 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
8444 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
8445    
8446 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
8447 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
8448 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
8449 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
8450    
8451 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
8452 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
8453 machen können .    
8454    
8455 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
8456 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
8457    
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8470    
8471      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
8472 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
8473 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
8474 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
8475 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
8476 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
8477 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
8478 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
8479 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
8480 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
8481 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
8482 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
8483 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
8484 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
8485 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
8486 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
8487 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
8488 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
8489 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
8490 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
8491 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
8492 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
8493 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
8494 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
8495 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
8496    
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8505    
8506 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
8507 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
8508 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
8509 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
8510 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
8511 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
8512 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
8513 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
8514 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
8515 läufen ausgleichen.    
8516      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
8517 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
8518 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
8519 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
8520 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
8521 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
8522 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
8523 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
8524 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
8525 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
8526 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
8527 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
8528 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
8529 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
8530 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
8531    
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8540    
8541 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
8542 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
8543 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
8544 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
8545 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
8546 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
8547 kalkulierten Preis.    
8548      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
8549 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
8550 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
8551 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
8552 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
8553 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
8554 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
8555 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
8556 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
8557 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
8558 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
8559 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
8560 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
8561 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
8562 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
8563 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
8564 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
8565 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
8566 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
8567    
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8576    
8577 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
8578 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
8579 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
8580 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
8581 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
8582 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
8583 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
8584 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
8585 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
8586 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
8587 fassung.    
8588      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
8589 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
8590 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
8591 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
8592 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
8593 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
8594 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
8595 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
8596 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
8597 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
8598 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
8599 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
8600 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
8601 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
8602    
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8612    
8613 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
8614 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
8615 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
8616 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
8617 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
8618 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
8619 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
8620 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
8621 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
8622 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
8623 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
8624 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
8625 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
8626 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
8627 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
8628 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
8629 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
8630 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
8631 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
8632 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
8633 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
8634 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
8635      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
8636 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
8637 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
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8648 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
8649 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
8650 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
8651      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
8652 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
8653 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
8654 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
8655 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
8656 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
8657 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
8658 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
8659 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
8660 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
8661 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
8662 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
8663 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
8664 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
8665 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
8666 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
8667 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
8668 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
8669 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
8670 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
8671    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
8672 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
8673 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
8674    
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8684 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
8685 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
8686 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
8687 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
8688 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
8689 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
8690 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
8691 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
8692 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
8693 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
8694 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
8695 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
8696 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
8697 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
8698 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
8699 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
8700 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
8701 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
8702 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
8703 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
8704 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
8705 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
8706 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
8707 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
8708 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
8709 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
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8720 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
8721 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
8722 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
8723 Bild.    
8724    
8725      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
8726 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
8727 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
8728 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
8729 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
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8743 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
8744 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
8745  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
8746 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
8747 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
8748 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
8749 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
8750 erhoffen liessen.    
8751      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
8752 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
8753 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
8754 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
8755 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
8756 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
8757 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
8758 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
8759    
8760      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
8761 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
8762 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
8763 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
8764 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
8765 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
8766 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
8767 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
8768 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
8769 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
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8782 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
8783 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
8784 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
8785 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
8786 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
8787 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
8788 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
8789 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
8790 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
8791 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
8792 ten.    
8793    
8794      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
8795 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
8796 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
8797 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
8798 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
8799 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
8800 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
8801 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
8802 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
8803 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
8804 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
8805 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
8806 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
8807 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
8808 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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8821 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
8822 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
8823 von Edelmetallen.    
8824      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
8825 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
8826 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
8827 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
8828 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
8829 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
8830 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
8831 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
8832 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
8833 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
8834 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
8835 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
8836 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
8837 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
8838 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
8839 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
8840 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
8841 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
8842 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
8843 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
8844 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
8845 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
8846 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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8859 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
8860 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
8861 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
8862 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
8863 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
8864 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
8865 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
8866 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
8867 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
8868 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
8869 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
8870 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
8871 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
8872 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
8873 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
8874 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
8875 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
8876 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
8877 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
8878 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
8879 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
8880 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
8881 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
8882 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
8883 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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8896 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
8897 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
8898 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
8899 stanz in sich birgt.    
8900      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
8901 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
8902 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
8903 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
8904 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
8905 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
8906 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
8907 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
8908 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
8909 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
8910 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
8911 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
8912 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
8913 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
8914 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
8915 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
8916 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
8917 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
8918 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
8919 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
8920 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
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8933 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
8934      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
8935 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
8936 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
8937 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
8938 erhalten.    
8939      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
8940 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
8941 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
8942 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
8943 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
8944 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
8945 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
8946 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
8947 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
8948 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
8949      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
8950 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
8951 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
8952 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
8953 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
8954 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
8955 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
8956 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
8957 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
8958 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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8971 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
8972      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
8973 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
8974 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
8975 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
8976 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
8977 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
8978 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
8979 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
8980 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
8981 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
8982 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
8983 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
8984 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
8985 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
8986 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
8987 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
8988 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
8989 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
8990 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
8991 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
8992 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
8993 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
8994 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
8995 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
8996 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
8997 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
8998 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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9011 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
9012 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
9013 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
9014 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
9015 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
9016 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
9017 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
9018 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
9019 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
9020 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
9021 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
9022 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
9023 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
9024 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
9025 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
9026 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
9027      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
9028 lautete:    
9029 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
9030 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
9031 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
9032 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
9033 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
9034 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
9035 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
9036 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
9037 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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9050 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
9051 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
9052      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
9053 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
9054 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
9055 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
9056 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
9057 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
9058 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
9059 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
9060 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
9061 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
9062 mal des Geldes bedeutete.    
9063      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
9064 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
9065 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
9066 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
9067 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
9068 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
9069 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
9070 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
9071 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
9072 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
9073 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
9074 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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9087 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
9088 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
9089 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
9090 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
9091 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
9092 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
9093 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
9094 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
9095      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
9096 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
9097 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
9098 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
9099 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
9100 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
9101 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
9102 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
9103 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
9104 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
9105 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
9106 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
9107        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
9108 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
9109 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
9110 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
9111 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
9112 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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9125 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
9126 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
9127 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
9128 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
9129 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
9130 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
9131 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
9132 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
9133 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
9134 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
9135 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
9136   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
9137 Entwicklung zu skizzieren.    
9138     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
9139 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
9140 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
9141 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
9142 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
9143 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
9144 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
9145 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
9146 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
9147 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
9148 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
9149 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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9162 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
9163 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
9164 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
9165 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
9166 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
9167 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
9168      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
9169 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
9170 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
9171 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
9172 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
9173 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
9174 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
9175 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
9176 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
9177 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
9178 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
9179 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
9180 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
9181 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
9182 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
9183 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
9184 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
9185 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
9186 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
9187 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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9200 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
9201 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
9202 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
9203 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
9204 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
9205 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
9206 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
9207 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
9208 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
9209 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
9210 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
9211 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
9212 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
9213 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
9214 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
9215 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
9216 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
9217 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
9218 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
9219 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
9220 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
9221 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
9222 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
9223 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
9224 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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9237 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
9238 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
9239 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
9240 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
9241 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
9242 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
9243 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
9244 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
9245 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
9246 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
9247 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
9248 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
9249      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
9250 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
9251 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
9252 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
9253 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
9254 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
9255 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
9256 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
9257 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
9258 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
9259 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
9260 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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9273 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
9274 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
9275 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
9276 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
9277 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
9278 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
9279 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
9280 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
9281 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
9282 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
9283 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
9284 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
9285 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
9286 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
9287 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
9288 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
9289 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
9290      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
9291 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
9292 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
9293 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
9294 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
9295 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
9296 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
9297 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
9298 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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9311 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
9312 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
9313 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
9314 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
9315 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
9316 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
9317 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
9318 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
9319 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
9320 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
9321 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
9322 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
9323 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
9324 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
9325 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
9326 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
9327 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
9328 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
9329 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
9330 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
9331 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
9332 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
9333 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
9334 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
9335 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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9348 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
9349 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
9350 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
9351 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
9352 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
9353 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
9354 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
9355 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
9356 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
9357 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
9358 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
9359 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
9360 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
9361 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
9362 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
9363 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
9364 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
9365 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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9378 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
9379 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
9380 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
9381 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
9382 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
9383 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
9384 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
9385 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
9386 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
9387 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
9388 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
9389 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
9390 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
9391 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
9392 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
9393 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
9394 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
9395 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
9396 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
9397 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
9398 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
9399 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
9400 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
9401 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
9402 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
9403 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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9416 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
9417 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
9418 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
9419 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
9420 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
9421 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
9422 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
9423 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
9424 chen werden.    
9425      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
9426 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
9427 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
9428 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
9429 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
9430 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
9431 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
9432 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
9433 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
9434 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
9435      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
9436 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
9437 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
9438 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
9439 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
9440 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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9453 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
9454 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
9455 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
9456 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
9457 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
9458 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
9459 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
9460 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
9461 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
9462 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
9463 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
9464 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
9465 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
9466 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
9467 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
9468 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
9469  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
9470 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
9471 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
9472 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
9473      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
9474 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
9475      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
9476 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
9477 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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9490 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
9491 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
9492 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
9493  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
9494 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
9495 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
9496 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
9497 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
9498 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
9499 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
9500 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
9501 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
9502 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
9503 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
9504 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
9505 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
9506 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
9507 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
9508 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
9509 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
9510 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
9511 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
9512 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
9513 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
9514 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
9515 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
9516 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
9517 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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9530 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
9531 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
9532 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
9533 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
9534 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
9535 ersteren gelangt ist.""    
9536                  Soweit Schumpeter.    
9537      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
9538 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
9539 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
9540 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
9541 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
9542 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
9543 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
9544 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
9545 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
9546 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
9547 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
9548 dem Wesen nach eine Krise.    
9549      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
9550 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
9551 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
9552 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
9553 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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9566 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
9567 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
9568 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
9569 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
9570 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
9571 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
9572 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
9573 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
9574 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
9575 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
9576 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
9577  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
9578 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
9579 ders der Diskontopolitik.    
9580      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
9581 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
9582 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
9583 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
9584 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
9585 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
9586 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
9587 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
9588 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
9589 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
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9603 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
9604 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
9605 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
9606 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
9607 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
9608 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
9609 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
9610 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
9611 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
9612  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
9613 ist das Einkommen der Nation.    
9614      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
9615 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
9616 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
9617 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
9618 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
9619 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
9620 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
9621 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
9622 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
9623 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
9624 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
9625 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
9626 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
9627 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
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9641 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
9642 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
9643 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
9644 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
9645 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
9646 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
9647 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
9648 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
9649 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
9650 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
9651 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
9652      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
9653 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
9654 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
9655 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
9656 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
9657 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
9658 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
9659 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
9660 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
9661 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
9662 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
9663 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
9664 equilibrieren.    
9665      Wir können sagen:    
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9678      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
9679 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
9680 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
9681 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
9682 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
9683 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
9684 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
9685 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
9686 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
9687 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
9688 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
9689 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
9690 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
9691 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
9692 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
9693 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
9694 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
9695 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
9696 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
9697 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
9698 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
9699      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
9700 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
9701 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
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9718 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
9719 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
9720 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
9721 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
9722 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
9723 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
9724 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
9725 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
9726 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
9727 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
9728 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
9729      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
9730 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
9731 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
9732 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
9733 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
9734 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
9735 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
9736 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
9737 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
9738 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
9739 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
9740 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
9741 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
9742 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
9743    
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9755 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
9756 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
9757 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
9758 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
9759 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
9760 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
9761 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
9762 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
9763 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
9764  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
9765 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
9766 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
9767 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
9768 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
9769 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
9770 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
9771 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
9772 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
9773 menhang zu konstatieren ist.    
9774      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
9775 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
9776 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
9777 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
9778 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
9779 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
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9790 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
9791 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
9792      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
9793 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
9794 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
9795    
9796 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
9797 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
9798 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
9799 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
9800 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
9801    
9802 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
9803 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
9804 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
9805 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
9806    
9807 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
9808 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
9809 machen können .    
9810    
9811 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
9812 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
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9826    
9827      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
9828 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
9829 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
9830 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
9831 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
9832 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
9833 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
9834 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
9835 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
9836 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
9837 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
9838 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
9839 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
9840 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
9841 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
9842 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
9843 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
9844 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
9845 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
9846 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
9847 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
9848 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
9849 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
9850 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
9851 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
9852    
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9861    
9862 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
9863 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
9864 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
9865 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
9866 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
9867 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
9868 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
9869 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
9870 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
9871 läufen ausgleichen.    
9872      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
9873 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
9874 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
9875 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
9876 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
9877 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
9878 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
9879 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
9880 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
9881 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
9882 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
9883 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
9884 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
9885 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
9886 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
9887    
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9896    
9897 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
9898 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
9899 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
9900 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
9901 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
9902 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
9903 kalkulierten Preis.    
9904      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
9905 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
9906 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
9907 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
9908 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
9909 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
9910 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
9911 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
9912 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
9913 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
9914 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
9915 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
9916 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
9917 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
9918 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
9919 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
9920 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
9921 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
9922 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
9923    
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9932    
9933 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
9934 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
9935 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
9936 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
9937 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
9938 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
9939 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
9940 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
9941 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
9942 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
9943 fassung.    
9944      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
9945 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
9946 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
9947 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
9948 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
9949 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
9950 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
9951 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
9952 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
9953 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
9954 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
9955 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
9956 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
9957 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
9958    
9959    
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9968    
9969 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
9970 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
9971 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
9972 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
9973 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
9974 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
9975 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
9976 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
9977 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
9978 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
9979 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
9980 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
9981 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
9982 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
9983 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
9984 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
9985 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
9986 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
9987 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
9988 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
9989 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
9990 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
9991      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
9992 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
9993 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
9994    
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10003    
10004 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
10005 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
10006 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
10007      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
10008 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
10009 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
10010 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
10011 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
10012 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
10013 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
10014 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
10015 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
10016 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
10017 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
10018 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
10019 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
10020 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
10021 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
10022 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
10023 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
10024 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
10025 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
10026 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
10027    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
10028 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
10029 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
10030    
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10039    
10040 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
10041 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
10042 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
10043 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
10044 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
10045 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
10046 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
10047 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
10048 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
10049 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
10050 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
10051 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
10052 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
10053 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
10054 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
10055 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
10056 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
10057 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
10058 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
10059 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
10060 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
10061 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
10062 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
10063 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
10064 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
10065 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
10066    
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10074 - 42 -    
10075    
10076 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
10077 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
10078 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
10079 Bild.    
10080    
10081      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
10082 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
10083 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
10084 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
10085 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
10086    
10087    
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10098    
10099 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
10100 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
10101  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
10102 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
10103 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
10104 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
10105 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
10106 erhoffen liessen.    
10107      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
10108 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
10109 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
10110 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
10111 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
10112 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
10113 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
10114 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
10115    
10116      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
10117 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
10118 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
10119 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
10120 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
10121 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
10122 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
10123 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
10124 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
10125 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
10126 |    
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10136    
10137    
10138 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
10139 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
10140 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
10141 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
10142 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
10143 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
10144 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
10145 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
10146 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
10147 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
10148 ten.    
10149    
10150      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
10151 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
10152 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
10153 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
10154 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
10155 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
10156 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
10157 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
10158 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
10159 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
10160 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
10161 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
10162 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
10163 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
10164 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
10165 |    
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10173 - 5 -    
10174    
10175    
10176    
10177 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
10178 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
10179 von Edelmetallen.    
10180      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
10181 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
10182 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
10183 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
10184 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
10185 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
10186 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
10187 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
10188 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
10189 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
10190 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
10191 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
10192 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
10193 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
10194 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
10195 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
10196 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
10197 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
10198 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
10199 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
10200 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
10201 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
10202 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
10203 |    
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10214    
10215 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
10216 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
10217 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
10218 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
10219 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
10220 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
10221 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
10222 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
10223 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
10224 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
10225 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
10226 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
10227 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
10228 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
10229 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
10230 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
10231 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
10232 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
10233 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
10234 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
10235 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
10236 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
10237 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
10238 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
10239 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
10240 |    
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10244 ===7===    
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10249    
10250    
10251    
10252 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
10253 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
10254 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
10255 stanz in sich birgt.    
10256      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
10257 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
10258 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
10259 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
10260 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
10261 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
10262 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
10263 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
10264 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
10265 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
10266 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
10267 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
10268 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
10269 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
10270 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
10271 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
10272 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
10273 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
10274 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
10275 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
10276 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
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10289 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
10290      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
10291 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
10292 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
10293 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
10294 erhalten.    
10295      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
10296 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
10297 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
10298 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
10299 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
10300 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
10301 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
10302 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
10303 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
10304 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
10305      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
10306 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
10307 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
10308 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
10309 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
10310 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
10311 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
10312 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
10313 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
10314 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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10327 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
10328      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
10329 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
10330 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
10331 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
10332 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
10333 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
10334 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
10335 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
10336 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
10337 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
10338 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
10339 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
10340 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
10341 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
10342 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
10343 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
10344 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
10345 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
10346 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
10347 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
10348 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
10349 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
10350 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
10351 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
10352 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
10353 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
10354 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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10367 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
10368 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
10369 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
10370 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
10371 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
10372 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
10373 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
10374 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
10375 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
10376 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
10377 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
10378 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
10379 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
10380 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
10381 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
10382 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
10383      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
10384 lautete:    
10385 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
10386 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
10387 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
10388 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
10389 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
10390 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
10391 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
10392 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
10393 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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10406 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
10407 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
10408      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
10409 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
10410 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
10411 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
10412 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
10413 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
10414 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
10415 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
10416 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
10417 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
10418 mal des Geldes bedeutete.    
10419      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
10420 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
10421 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
10422 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
10423 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
10424 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
10425 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
10426 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
10427 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
10428 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
10429 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
10430 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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10443 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
10444 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
10445 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
10446 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
10447 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
10448 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
10449 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
10450 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
10451      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
10452 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
10453 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
10454 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
10455 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
10456 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
10457 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
10458 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
10459 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
10460 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
10461 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
10462 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
10463        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
10464 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
10465 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
10466 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
10467 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
10468 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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10481 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
10482 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
10483 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
10484 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
10485 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
10486 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
10487 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
10488 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
10489 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
10490 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
10491 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
10492   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
10493 Entwicklung zu skizzieren.    
10494     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
10495 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
10496 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
10497 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
10498 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
10499 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
10500 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
10501 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
10502 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
10503 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
10504 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
10505 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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10518 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
10519 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
10520 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
10521 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
10522 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
10523 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
10524      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
10525 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
10526 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
10527 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
10528 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
10529 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
10530 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
10531 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
10532 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
10533 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
10534 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
10535 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
10536 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
10537 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
10538 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
10539 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
10540 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
10541 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
10542 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
10543 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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10556 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
10557 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
10558 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
10559 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
10560 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
10561 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
10562 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
10563 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
10564 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
10565 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
10566 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
10567 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
10568 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
10569 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
10570 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
10571 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
10572 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
10573 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
10574 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
10575 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
10576 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
10577 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
10578 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
10579 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
10580 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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10593 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
10594 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
10595 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
10596 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
10597 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
10598 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
10599 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
10600 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
10601 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
10602 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
10603 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
10604 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
10605      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
10606 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
10607 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
10608 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
10609 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
10610 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
10611 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
10612 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
10613 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
10614 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
10615 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
10616 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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10629 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
10630 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
10631 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
10632 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
10633 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
10634 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
10635 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
10636 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
10637 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
10638 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
10639 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
10640 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
10641 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
10642 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
10643 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
10644 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
10645 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
10646      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
10647 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
10648 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
10649 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
10650 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
10651 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
10652 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
10653 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
10654 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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10667 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
10668 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
10669 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
10670 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
10671 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
10672 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
10673 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
10674 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
10675 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
10676 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
10677 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
10678 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
10679 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
10680 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
10681 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
10682 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
10683 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
10684 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
10685 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
10686 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
10687 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
10688 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
10689 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
10690 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
10691 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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10704 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
10705 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
10706 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
10707 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
10708 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
10709 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
10710 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
10711 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
10712 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
10713 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
10714 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
10715 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
10716 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
10717 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
10718 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
10719 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
10720 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
10721 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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10739      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
10740  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
10741  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
10742  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
10743 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
10744 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
10745 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
10746 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
10747 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
10748 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
10749 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
10750 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
10751 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
10752 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
10753 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
10754 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
10755 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
10756 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
10757 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
10758      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
10759 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
10760 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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10765 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂĽterverteilung.===    
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10773      Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen,    
10774 heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren    
10775 eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns    
10776 klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem    
10777 Studium der MĂĽnzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere    
10778 Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im    
10779 täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen-    
10780 tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren    
10781 und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert.    
10782      Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä-    
10783 tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes-    
10784 ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle    
10785 oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein    
10786 Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug    
10787 eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten    
10788 Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in    
10789 der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie    
10790 scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be-    
10791 griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel-    
10792 len und es bleiben ĂĽbrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich    
10793 gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang    
10794 setzend.    
10795      Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale    
10796 grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich-    
10797 keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren    
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10801 ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und GĂĽterverteilung.===    
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10815      So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine    
10816  Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein-    
10817  heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur    
10818  Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt    
10819 ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich,    
10820 losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt-    
10821 schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der    
10822 Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn fĂĽr unsere Untersu-    
10823 chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie    
10824 nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt    
10825 sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe    
10826 Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich    
10827 entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren    
10828 Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann    
10829 so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt    
10830 und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver-    
10831 spĂĽrt haben, dann mĂĽssen wir mit dem wissenschaftlichen RĂĽstzeug    
10832 die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert-    
10833 einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen.    
10834      So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch-    
10835 gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper-    
10836 sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-    
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10849 kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen,    
10850 wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch    
10851 die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten    
10852 war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden,    
10853 so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit    
10854 gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag,    
10855 auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be-    
10856 rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles    
10857 verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen    
10858 wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut-    
10859 lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flĂĽs-    
10860 sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt-    
10861 wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben    
10862 nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen mĂĽs-    
10863 sen, die den anderen gegenĂĽber als eine solidarisch haftende Ein-    
10864 heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder-    
10865 um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs-    
10866 einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich    
10867 selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein    
10868 relatives Maximum an GĂĽtern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach    
10869 einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden SchlĂĽssel ver-    
10870 teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital "    
10871 erĂĽbrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis-    
10872 lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man    
10873 das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld-    
10874 wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch    
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10887 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
10888 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
10889 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
10890 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
10891 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
10892 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
10893 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
10894 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
10895 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
10896 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
10897 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
10898 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
10899 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
10900 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
10901 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
10902 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
10903 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
10904 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
10905 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
10906 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
10907 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
10908 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
10909 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
10910 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
10911 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
10912 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
10913 |    
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10925 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
10926 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
10927 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
10928 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
10929 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
10930 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
10931 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
10932 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
10933 chen werden.    
10934      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
10935 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
10936 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
10937 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
10938 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
10939 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
10940 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
10941 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
10942 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
10943 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
10944      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
10945 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
10946 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
10947 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
10948 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
10949 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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10962 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
10963 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
10964 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
10965 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
10966 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
10967 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
10968 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
10969 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
10970 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
10971 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
10972 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
10973 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
10974 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
10975 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
10976 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
10977 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
10978  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
10979 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
10980 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
10981 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
10982      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
10983 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
10984      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
10985 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
10986 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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10999 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
11000 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
11001 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
11002  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
11003 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
11004 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
11005 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
11006 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
11007 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
11008 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
11009 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
11010 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
11011 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
11012 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
11013 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
11014 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
11015 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
11016 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
11017 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
11018 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
11019 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
11020 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
11021 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
11022 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
11023 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
11024 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
11025 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
11026 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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11039 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
11040 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
11041 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
11042 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
11043 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
11044 ersteren gelangt ist.""    
11045                  Soweit Schumpeter.    
11046      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
11047 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
11048 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
11049 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
11050 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
11051 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
11052 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
11053 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
11054 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
11055 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
11056 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
11057 dem Wesen nach eine Krise.    
11058      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
11059 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
11060 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
11061 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
11062 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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11075 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
11076 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
11077 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
11078 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
11079 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
11080 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
11081 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
11082 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
11083 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
11084 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
11085 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
11086  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
11087 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
11088 ders der Diskontopolitik.    
11089      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
11090 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
11091 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
11092 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
11093 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
11094 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
11095 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
11096 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
11097 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
11098 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
11099    
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11112 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
11113 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
11114 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
11115 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
11116 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
11117 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
11118 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
11119 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
11120 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
11121  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
11122 ist das Einkommen der Nation.    
11123      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
11124 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
11125 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
11126 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
11127 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
11128 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
11129 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
11130 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
11131 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
11132 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
11133 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
11134 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
11135 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
11136 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
11137    
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11150 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
11151 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
11152 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
11153 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
11154 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
11155 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
11156 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
11157 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
11158 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
11159 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
11160 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
11161      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
11162 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
11163 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
11164 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
11165 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
11166 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
11167 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
11168 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
11169 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
11170 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
11171 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
11172 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
11173 equilibrieren.    
11174      Wir können sagen:    
11175    
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11187      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
11188 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
11189 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
11190 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
11191 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
11192 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
11193 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
11194 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
11195 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
11196 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
11197 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
11198 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
11199 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
11200 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
11201 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
11202 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
11203 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
11204 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
11205 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
11206 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
11207 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
11208      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
11209 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
11210 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
11211    
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11227 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
11228 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
11229 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
11230 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
11231 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
11232 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
11233 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
11234 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
11235 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
11236 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
11237 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
11238      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
11239 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
11240 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
11241 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
11242 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
11243 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
11244 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
11245 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
11246 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
11247 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
11248 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
11249 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
11250 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
11251 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
11252    
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11263    
11264 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
11265 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
11266 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
11267 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
11268 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
11269 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
11270 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
11271 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
11272 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
11273  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
11274 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
11275 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
11276 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
11277 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
11278 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
11279 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
11280 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
11281 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
11282 menhang zu konstatieren ist.    
11283      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
11284 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
11285 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
11286 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
11287 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
11288 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
11289    
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11298    
11299 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
11300 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
11301      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
11302 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
11303 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
11304    
11305 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
11306 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
11307 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
11308 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
11309 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
11310    
11311 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
11312 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
11313 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
11314 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
11315    
11316 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
11317 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
11318 machen können .    
11319    
11320 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
11321 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
11322    
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11335    
11336      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
11337 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
11338 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
11339 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
11340 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
11341 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
11342 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
11343 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
11344 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
11345 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
11346 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
11347 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
11348 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
11349 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
11350 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
11351 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
11352 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
11353 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
11354 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
11355 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
11356 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
11357 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
11358 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
11359 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
11360 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
11361    
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11369 - 36 -    
11370    
11371 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
11372 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
11373 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
11374 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
11375 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
11376 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
11377 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
11378 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
11379 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
11380 läufen ausgleichen.    
11381      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
11382 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
11383 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
11384 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
11385 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
11386 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
11387 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
11388 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
11389 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
11390 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
11391 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
11392 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
11393 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
11394 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
11395 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
11396    
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11404 - 37 -    
11405    
11406 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
11407 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
11408 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
11409 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
11410 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
11411 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
11412 kalkulierten Preis.    
11413      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
11414 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
11415 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
11416 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
11417 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
11418 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
11419 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
11420 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
11421 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
11422 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
11423 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
11424 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
11425 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
11426 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
11427 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
11428 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
11429 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
11430 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
11431 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
11432    
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11441    
11442 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
11443 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
11444 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
11445 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
11446 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
11447 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
11448 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
11449 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
11450 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
11451 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
11452 fassung.    
11453      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
11454 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
11455 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
11456 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
11457 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
11458 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
11459 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
11460 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
11461 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
11462 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
11463 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
11464 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
11465 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
11466 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
11467    
11468    
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11477    
11478 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
11479 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
11480 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
11481 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
11482 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
11483 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
11484 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
11485 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
11486 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
11487 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
11488 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
11489 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
11490 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
11491 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
11492 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
11493 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
11494 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
11495 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
11496 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
11497 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
11498 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
11499 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
11500      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
11501 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
11502 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
11503    
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11512    
11513 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
11514 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
11515 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
11516      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
11517 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
11518 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
11519 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
11520 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
11521 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
11522 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
11523 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
11524 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
11525 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
11526 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
11527 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
11528 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
11529 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
11530 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
11531 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
11532 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
11533 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
11534 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
11535 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
11536    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
11537 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
11538 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
11539    
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11548    
11549 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
11550 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
11551 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
11552 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
11553 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
11554 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
11555 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
11556 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
11557 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
11558 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
11559 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
11560 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
11561 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
11562 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
11563 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
11564 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
11565 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
11566 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
11567 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
11568 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
11569 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
11570 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
11571 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
11572 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
11573 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
11574 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
11575    
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11584    
11585 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
11586 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
11587 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
11588 Bild.    
11589    
11590      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
11591 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
11592 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
11593 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
11594 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
11595    
11596    
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11607    
11608 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
11609 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
11610  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
11611 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
11612 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
11613 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
11614 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
11615 erhoffen liessen.    
11616      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
11617 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
11618 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
11619 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
11620 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
11621 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
11622 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
11623 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
11624    
11625      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
11626 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
11627 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
11628 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
11629 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
11630 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
11631 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
11632 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
11633 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
11634 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
11635 |    
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11645    
11646    
11647 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
11648 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
11649 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
11650 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
11651 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
11652 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
11653 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
11654 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
11655 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
11656 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
11657 ten.    
11658    
11659      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
11660 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
11661 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
11662 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
11663 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
11664 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
11665 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
11666 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
11667 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
11668 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
11669 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
11670 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
11671 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
11672 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
11673 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
11674 |    
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11683    
11684    
11685    
11686 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
11687 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
11688 von Edelmetallen.    
11689      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
11690 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
11691 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
11692 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
11693 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
11694 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
11695 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
11696 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
11697 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
11698 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
11699 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
11700 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
11701 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
11702 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
11703 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
11704 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
11705 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
11706 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
11707 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
11708 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
11709 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
11710 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
11711 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
11712 |    
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11724 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
11725 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
11726 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
11727 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
11728 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
11729 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
11730 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
11731 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
11732 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
11733 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
11734 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
11735 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
11736 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
11737 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
11738 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
11739 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
11740 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
11741 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
11742 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
11743 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
11744 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
11745 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
11746 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
11747 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
11748 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
11749 |    
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11758    
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11760    
11761 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
11762 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
11763 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
11764 stanz in sich birgt.    
11765      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
11766 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
11767 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
11768 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
11769 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
11770 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
11771 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
11772 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
11773 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
11774 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
11775 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
11776 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
11777 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
11778 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
11779 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
11780 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
11781 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
11782 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
11783 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
11784 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
11785 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
11786 |    
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11798 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
11799      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
11800 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
11801 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
11802 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
11803 erhalten.    
11804      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
11805 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
11806 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
11807 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
11808 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
11809 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
11810 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
11811 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
11812 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
11813 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
11814      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
11815 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
11816 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
11817 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
11818 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
11819 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
11820 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
11821 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
11822 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
11823 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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11836 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
11837      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
11838 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
11839 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
11840 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
11841 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
11842 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
11843 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
11844 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
11845 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
11846 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
11847 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
11848 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
11849 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
11850 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
11851 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
11852 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
11853 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
11854 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
11855 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
11856 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
11857 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
11858 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
11859 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
11860 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
11861 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
11862 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
11863 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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11876 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
11877 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
11878 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
11879 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
11880 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
11881 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
11882 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
11883 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
11884 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
11885 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
11886 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
11887 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
11888 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
11889 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
11890 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
11891 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
11892      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
11893 lautete:    
11894 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
11895 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
11896 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
11897 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
11898 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
11899 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
11900 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
11901 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
11902 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
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11915 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
11916 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
11917      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
11918 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
11919 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
11920 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
11921 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
11922 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
11923 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
11924 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
11925 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
11926 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
11927 mal des Geldes bedeutete.    
11928      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
11929 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
11930 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
11931 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
11932 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
11933 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
11934 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
11935 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
11936 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
11937 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
11938 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
11939 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
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11952 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
11953 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
11954 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
11955 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
11956 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
11957 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
11958 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
11959 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
11960      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
11961 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
11962 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
11963 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
11964 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
11965 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
11966 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
11967 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
11968 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
11969 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
11970 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
11971 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
11972        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
11973 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
11974 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
11975 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
11976 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
11977 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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11990 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
11991 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
11992 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
11993 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
11994 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
11995 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
11996 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
11997 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
11998 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
11999 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
12000 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
12001   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
12002 Entwicklung zu skizzieren.    
12003     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
12004 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
12005 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
12006 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
12007 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
12008 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
12009 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
12010 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
12011 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
12012 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
12013 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
12014 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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12027 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
12028 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
12029 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
12030 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
12031 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
12032 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
12033      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
12034 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
12035 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
12036 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
12037 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
12038 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
12039 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
12040 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
12041 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
12042 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
12043 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
12044 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
12045 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
12046 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
12047 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
12048 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
12049 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
12050 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
12051 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
12052 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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12065 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
12066 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
12067 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
12068 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
12069 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
12070 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
12071 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
12072 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
12073 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
12074 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
12075 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
12076 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
12077 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
12078 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
12079 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
12080 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
12081 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
12082 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
12083 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
12084 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
12085 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
12086 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
12087 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
12088 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
12089 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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12100    
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12102 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
12103 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
12104 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
12105 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
12106 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
12107 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
12108 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
12109 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
12110 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
12111 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
12112 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
12113 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
12114      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
12115 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
12116 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
12117 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
12118 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
12119 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
12120 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
12121 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
12122 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
12123 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
12124 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
12125 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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12138 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
12139 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
12140 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
12141 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
12142 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
12143 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
12144 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
12145 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
12146 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
12147 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
12148 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
12149 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
12150 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
12151 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
12152 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
12153 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
12154 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
12155      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
12156 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
12157 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
12158 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
12159 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
12160 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
12161 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
12162 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
12163 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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12176 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
12177 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
12178 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
12179 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
12180 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
12181 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
12182 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
12183 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
12184 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
12185 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
12186 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
12187 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
12188 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
12189 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
12190 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
12191 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
12192 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
12193 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
12194 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
12195 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
12196 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
12197 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
12198 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
12199 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
12200 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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12213 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
12214 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
12215 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
12216 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
12217 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
12218 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
12219 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
12220 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
12221 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
12222 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
12223 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
12224 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
12225 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
12226 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
12227 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
12228 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
12229 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
12230 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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12243 noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz-    
12244 terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der    
12245 Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein-    
12246 lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine    
12247 Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als    
12248 einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert-    
12249 losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei    
12250 zwei stofflichen GĂĽtern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt-    
12251 schaft mĂĽssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb    
12252 einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche ,    
12253 zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das    
12254 Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht.    
12255 Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft-    
12256 lichen Perspektive aus gesehen alle GĂĽter die verzehrt oder doch    
12257 nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können.    
12258 Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich    
12259 beschränkten Produktionsphasen Ăśberdauerndes, gewissermassen    
12260 Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen GenussgĂĽter zu tau-    
12261 schen bereit ist, auch dann wird, natĂĽrlich immer nur periodisch    
12262 gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn    
12263 die ĂĽber den Eigenbedarf verfĂĽgungsfreien Waren gegen andere    
12264 ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan-    
12265 denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er-    
12266 reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich    
12267 nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie    
12268 irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol-    
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12281 lendetem Austausch seine ĂĽberschĂĽssigen Produkte in andere Konsum-    
12282 gĂĽter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt-    
12283 heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert-    
12284 losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei    
12285 dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde,    
12286 das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet    
12287 wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und    
12288 Ware, wenn ĂĽberhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro-    
12289 chen werden.    
12290      Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft-    
12291 liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge-    
12292 schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom-    
12293 men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der    
12294 Ă„quivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch    
12295 Machtverhältnisse getrĂĽbt bis schrill gestört werden, aber hier    
12296 bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen,    
12297 innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser    
12298 Störung plus und minus sich aufhebt und der GĂĽterausgleich auf    
12299 dieser Grundlage sich hat vollziehen können.    
12300      Wir mĂĽnden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes    
12301 ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen,    
12302 wie weit im einzelnen jenes plus oder minus ĂĽber das durchschnitt-    
12303 liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der    
12304 Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurĂĽckbleibt. Wir    
12305 sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende    
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12318 nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfĂĽgungsbereit in Händen    
12319 hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je    
12320 entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere    
12321 den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht,    
12322 ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig    
12323 zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natĂĽrlich fĂĽr die    
12324 ganze GĂĽterwelt von GĂĽltigkeit und in der Volkswirtschaft kompen-    
12325 sieren sich im Endzustande zwei gleiche GĂĽterkomplexe.Die Schwie-    
12326 rigkeit, das plastisch zu erkennen, mĂĽssen wir hier im besonderen    
12327 darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und    
12328 selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren    
12329 Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der GĂĽterentnahme aus der    
12330 Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin,    
12331 dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch    
12332 den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des    
12333 Geldes ĂĽber den gĂĽterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen    
12334  gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng    
12335 hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das    
12336 , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher    
12337 gerecht und uns allgemein verständlicher wird.    
12338      Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters    
12339 wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgefĂĽhrt:    
12340      "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen-    
12341 dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und    
12342 und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den    
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12355 Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher    
12356 Natur gegen GenussgĂĽter. FĂĽr letztere allein gelte der Ausdruck    
12357 Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes    
12358  als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert    
12359 sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln    
12360 gegen GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
12361 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und    
12362 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
12363 sie wieder GenussgĂĽter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer    
12364 tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und    
12365 gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren    
12366 sie wieder GenussgĂĽter u.s.f. Die Produzenten von produzierten    
12367 Produktionsmitteln tauschen gegen GenussgĂĽter und diese wieder    
12368 aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro-    
12369 duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem    
12370 Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den gĂĽter-    
12371 wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den    
12372 Mechanismus eine GĂĽterquantität und alle diese GĂĽterquantitäten    
12373 die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst    
12374 die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden wĂĽrde,    
12375 in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh-    
12376 mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem GenussgĂĽter-    
12377 markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von    
12378 Geld gegen GenussgĂĽter. Die Kuuouunsumenten des GenussgĂĽtermarktes    
12379 sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende    
12380 auftreten und können auf dem GenussgĂĽtermarkt dasselbe Geld aus-    
12381 geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben,    
12382 wobei die Unternehmer bezĂĽglich ihrer eigenen Leistung den    
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12395 Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezĂĽglich ihrer    
12396 eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem GenussgĂĽtermarkt    
12397 beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum    
12398 nur soviel zur VerfĂĽgung als korporativ--n--auf dem GenussgĂĽtermarkt    
12399 ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den    
12400 ersteren gelangt ist.""    
12401                  Soweit Schumpeter.    
12402      Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite    
12403 wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der GĂĽter-    
12404 verteilung zu suchen haben und der SchlĂĽssel, der uns die Pforten    
12405 zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb    
12406 ist das Schwungrad fĂĽr jegliche Produktion, fĂĽr jegliche Bewegung    
12407 im Wirtschaftskörper ĂĽberhaupt. Er ist immer das primäre Moment    
12408 und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner    
12409 möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge-    
12410 bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums    
12411 ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum    
12412 abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin    
12413 dem Wesen nach eine Krise.    
12414      Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis    
12415 einer frĂĽheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen    
12416 die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor-    
12417 geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau-    
12418 fen wir die GĂĽter frĂĽherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass    
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12431 die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden GĂĽ-    
12432 terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und    
12433 Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten mĂĽssen.Zwang-    
12434 los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann,    
12435 wenn wir aus der MuuĂĽuundung mehr KuuouunsumgĂĽter erwarten, als diese uns    
12436 fĂĽr den Augenblick zufĂĽhren kann, oder in anderer Variation, wenn    
12437 wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau-    
12438 ben versuchen und fĂĽr diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver-    
12439 langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu-    
12440 legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere    
12441 Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die    
12442  Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug    
12443 auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson-    
12444 ders der Diskontopolitik.    
12445      Wir stellen fĂĽr unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt-    
12446 schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu    
12447 rechnen haben, die uns in ihren ZahlenausdrĂĽcken zwar keinen Auf-    
12448 schluss ĂĽber deren absolute Werte, wohl aber ĂĽber das gegenseitige    
12449 Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise    
12450 einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als    
12451 eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden mĂĽssen, ohne    
12452 indes an dem Kern des Wertbegriffes rĂĽtteln zu wollen, der als    
12453 Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen-    
12454 dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-    
12455    
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12468 gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn    
12469 wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen    
12470 mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die    
12471 Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte    
12472 aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus    
12473 dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen,    
12474 so gilt es natĂĽrlich fĂĽr jedes andere Gut und alle GĂĽter, fĂĽr die    
12475 ganze Produktion der Volkswirtschaft ĂĽberhaupt. Die wirtschaftlich    
12476 wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft    
12477  die Produktionskosten der GĂĽter und diese Aufwende insgesamt das    
12478 ist das Einkommen der Nation.    
12479      Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von    
12480 aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar-    
12481 stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien    
12482 in die Preise aufteilen, denn meist mĂĽssen wir praktisch bei ihnen    
12483 mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die    
12484 uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht    
12485 die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begrĂĽndet sind, im ein-    
12486 zelnen zu untersuchen haben. FĂĽr die Betrachtung des Kreislaufes    
12487 der Wirtschaft und insbesondeere fĂĽr das Erkennen des Wesens der    
12488 Werteinheit genĂĽgt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten    
12489 GĂĽter, alle Einkommen in sich enthalten mĂĽssen, dass aber der Zu-    
12490 griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess-    
12491 baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, fĂĽr den einzelnen gar    
12492 nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-    
12493    
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12506 gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. FĂĽglich    
12507 muss jeder sein Einkommen in einer Form zur VerfĂĽgung gestellt    
12508 haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils,    
12509 den er iirgendeinem Gvvutvve zugefĂĽhrt hat, in anderen gleichen Werten    
12510 auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in    
12511 einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per-    
12512 sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade    
12513 in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des    
12514 einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent    
12515 im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine    
12516 auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen.    
12517      Zum Realeinkommen, zum KvvovvnsumgĂĽtermarkt ist und das Nomi-    
12518 naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen mĂĽssen wir    
12519 wieder den Anschluss an die GĂĽterwelt finden, von der wir uns in    
12520 der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das    
12521 Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie-    
12522 der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen    
12523 Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken-    
12524 nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und    
12525 Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich,    
12526 dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss,    
12527 dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die    
12528 Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu    
12529 equilibrieren.    
12530      Wir können sagen:    
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12540    
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12543      Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist    
12544 gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine    
12545 GĂĽltigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass    
12546 ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das    
12547 System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits-    
12548 ausdrĂĽcke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun    
12549 dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in    
12550 einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene    
12551 Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich-    
12552 wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung    
12553 auf das Sozialprodukt den Leistenden zur VerfĂĽgung stellen. In    
12554 jedem Falle muss die BrĂĽcke geschlagen werden zwischen Einkommen    
12555 und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es    
12556 das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung    
12557 nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet    
12558 abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen    
12559 Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er-    
12560 scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen    
12561 sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied    
12562 des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenĂĽber    
12563 eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.    
12564      In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und    
12565 addieren damit die darin ausgedrĂĽckten Arbeitsaufwände. Der daraus    
12566 sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen.    
12567    
12568    
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12582    
12583 Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal-    
12584 einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist    
12585 uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale    
12586 der GĂĽter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf-    
12587 wände und damit die Einkommen sich sammeln, StĂĽcke gleichen Ge-    
12588 wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufĂĽgen; ja es fĂĽhrt    
12589 kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit    
12590 und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird    
12591 zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen    
12592 Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale    
12593 Anteile am gesamten Produktionsfond.    
12594      Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft    
12595 die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti-    
12596 schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar    
12597 nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines    
12598 und dasselbe. Die GĂĽterpreise finden wir in gewissen Grenzen als    
12599 gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge-    
12600 mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten    
12601 Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie    
12602 auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein.    
12603 Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige    
12604 Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen.    
12605 Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich    
12606 sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie    
12607 nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle GĂĽterpreise,    
12608    
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12619    
12620 das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber    
12621 doch sich gegenseitig aufheben mĂĽssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht    
12622 nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach    
12623 seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven    
12624 Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene GĂĽter    
12625 herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt    
12626 das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer    
12627 gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität    
12628 und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden.    
12629  Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen    
12630 Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm-    
12631 ten Verhältnis zu einander stehen mĂĽssen; dass Unternehmer und Ar-    
12632 beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkĂĽrlich nebenein-    
12633 ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit    
12634 gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen mĂĽssen. Neben    
12635 dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das    
12636 Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden    
12637 eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam-    
12638 menhang zu konstatieren ist.    
12639      Der Kreislauf der Wirtschaft wĂĽrde bei uns in dem Pro-    
12640 blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen,    
12641 so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen,    
12642 das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er-    
12643 scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten    
12644 fĂĽr die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin mĂĽssen sich    
12645    
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12653 - 33 -    
12654    
12655 aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den GĂĽterkalkulati-    
12656 onen finden wir die Substanz fĂĽr alle Einkommen.    
12657      In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die    
12658 Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten    
12659 von Einkommen zu unterscheiden haben:    
12660    
12661 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss-    
12662 gĂĽter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-,    
12663 Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt-    
12664 einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell-    
12665 schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist.    
12666    
12667 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen    
12668 Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,    
12669 BrĂĽcken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus    
12670 den Ersparnissen aller ĂĽbrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )    
12671    
12672 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, KĂĽnstler usw., die    
12673 aus den freiwilligen Abgaben aller ĂĽbrigen ihren Anteil geltend    
12674 machen können .    
12675    
12676 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg-    
12677 licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.    
12678    
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12691    
12692      Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein    
12693 muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich-    
12694 keit natĂĽrlich im organischen Flusse befinden. Das mĂĽssen wir auch    
12695 hier berĂĽcksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge-    
12696 schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die    
12697 Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro-    
12698 duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt    
12699 einen Preis von 100 erzielt, so darf fĂĽr jenes Produkt auch nicht    
12700 mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter,    
12701 Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab    
12702 an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie    
12703 Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12;    
12704 treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es    
12705 bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem    
12706 KonsumgĂĽtermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf.    
12707 Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären    
12708 Einkommenszweige sich gegenseitig ZuschĂĽsse leisten, der Einfach-    
12709 heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden    
12710 Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar fĂĽr die Abtretenden privat-    
12711 wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber,    
12712 das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen    
12713 hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den    
12714 Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um    
12715 direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato-    
12716 rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.    
12717    
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12726    
12727 Halbfabrikate gelten als GenussgĂĽter, denn es ist leicht zu ersehen,    
12728 dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku-    
12729 lationen als ein fertiger Posten erschienen, fĂĽr den in der voraus-    
12730 gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss-    
12731 ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ-    
12732 leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten fĂĽr Abschrei-    
12733 bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge-    
12734 sehen 20 mal 5 zurĂĽckbehalten, dafĂĽr dann einmal 100 aufgewendet    
12735 wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit-    
12736 läufen ausgleichen.    
12737      Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse    
12738 der erzeugten GĂĽter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld-    
12739 preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des    
12740 Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung .    
12741 Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit    
12742 seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen GĂĽterwerten, so dass    
12743 diese vergleichbar und gesellschaftlich gĂĽltig austauschbar wer-    
12744 den, so mĂĽssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen    
12745 selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie    
12746 werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch    
12747 nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die    
12748 Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir    
12749 die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal-    
12750 einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein-    
12751 räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn    
12752    
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12761    
12762 äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung    
12763 und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor-    
12764 rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenĂĽber    
12765 dem Nominaleinkommen das UrsprĂĽngliche, sondern selbst in der von    
12766 uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung    
12767 an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus-    
12768 kalkulierten Preis.    
12769      Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des    
12770 Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt    
12771 haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom    
12772 Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben,    
12773 das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir    
12774 sahen auch, Voraussetzung fĂĽr das Geld ist wiederum das Vorhanden-    
12775 und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprĂĽnglich nur Stoff-    
12776 quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun,    
12777 (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden    
12778 Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden;    
12779 sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat.    
12780 tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale GĂĽter direkt als    
12781 Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich    
12782 stets decken mĂĽssen, weil es nur verschiedene AusdrĂĽcke gleicher    
12783 Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus-    
12784 drucksform dafĂĽr; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be-    
12785 griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom-    
12786 mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld    
12787 lebt, um die GĂĽter auszutauschen, die eine FĂĽlle von Relationen    
12788    
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12796 - 38 -    
12797    
12798 darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe    
12799 von Nominaleinkommen gegen GĂĽter, so ist das durch den Schleier    
12800 gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte    
12801 decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das    
12802 Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen    
12803 AusfĂĽhrung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh-    
12804 nung an die GĂĽterproduktion zur Schöpfung bringen mĂĽssen. Stellen    
12805 wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech-    
12806 sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin,    
12807 so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf-    
12808 fassung.    
12809      Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens    
12810 haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere    
12811 wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier-    
12812 her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst    
12813 Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs-    
12814 recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer-    
12815 den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor-    
12816 derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant fĂĽr eine wirt-    
12817 schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel    
12818 sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das    
12819 Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und fĂĽg-    
12820 lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld-    
12821 schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden    
12822 Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer    
12823    
12824    
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12833    
12834 Unternehmer [sic] geltend machen mĂĽssten. Die starre Berufsgliederung    
12835 zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt-    
12836 schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ-    
12837 lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem    
12838 Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi-    
12839 valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur    
12840 privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist    
12841 so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei-    
12842 tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles    
12843 in einander greift, wo alle fĂĽr einen und einer fĂĽr alle zusammen    
12844 stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht    
12845 in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung    
12846 an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche    
12847 Geld ansehen. Die Reichsbank fĂĽhrt hier nur eine Funktion des    
12848 Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen    
12849 aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit    
12850 getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der    
12851 Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes    
12852 Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in    
12853 der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft    
12854 entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion    
12855 und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet.    
12856      Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes    
12857 in der Wirtschaft gegenĂĽbertritt, beruht auf einer Täuschung.    
12858 In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit    
12859    
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12868    
12869 der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde    
12870 Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander    
12871 aufsteigen und wieder in's Nichts zurĂĽckfallen, verursacht wird.    
12872      Es könnte hier natĂĽrlich nicht unsere Aufgabe sein, die    
12873 Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern    
12874 wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild    
12875 vollenden mĂĽssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber    
12876 doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig-    
12877 nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum-    
12878 gĂĽter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten    
12879 Profitstreben der Privatwirtschaft ĂĽberlassen. Sie hat selbst    
12880 das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer    
12881 Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa    
12882 in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt-    
12883 schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl    
12884 von Wechseln notleidend wĂĽrde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech-    
12885 sel fĂĽr ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch    
12886 zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger    
12887 wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen    
12888 geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept    
12889 wieder einlösen. Im ĂĽbrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz    
12890 von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die ĂĽbrigen    
12891 können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden.    
12892    Doch zurĂĽck zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse,    
12893 die wir mit dem gesamten erzeugten GĂĽtervorrat gegenĂĽber stellen,    
12894 eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung    
12895    
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12902    
12903 - 41 -    
12904    
12905 kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse    
12906 sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich    
12907 setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen,    
12908 dann mĂĽssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf-    
12909 ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro-    
12910 duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde    
12911 bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen    
12912 als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt    
12913 es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu    
12914 suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der    
12915 Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist    
12916 der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld    
12917 teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen    
12918 aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital-    
12919 markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner    
12920 eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite    
12921 Bescheinigung fĂĽr unsere Leistung, die sich in realem Gute hat    
12922 niederschlagen mĂĽssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der    
12923 anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ;    
12924 verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen    
12925 den realen GĂĽtern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen    
12926 als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen    
12927 Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt    
12928 gesehen, zu leisten, weil es im ZvvuvvsammenfĂĽgen und Teilen von Wert-    
12929 einheiten auch die GĂĽter vergleichbar und teilbar werden lässt.    
12930 Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den GĂĽter-    
12931    
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12939 - 42 -    
12940    
12941 austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen    
12942 wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution    
12943 scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprĂĽngliche    
12944 Bild.    
12945    
12946      Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen    
12947 GĂĽtern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der    
12948 Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer    
12949 gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,    
12950 auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.    
12951    
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12963    
12964 alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach    
12965 Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den    
12966  Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt-    
12967 schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit    
12968 eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den GĂĽterwert    
12969 zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich-    
12970 keit des BedĂĽrfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad    
12971 erhoffen liessen.    
12972      Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache    
12973 annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die    
12974 Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu    
12975 anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu    
12976 fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten;    
12977 lernen damit fremde BedĂĽrfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch-    
12978 handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine    
12979 Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus.    
12980    
12981      Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs    
12982 spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie    
12983 zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den    
12984 reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb-    
12985 flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die    
12986 Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö-    
12987 tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden    
12988 muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt.    
12989 Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei    
12990 Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie-    
12991 |    
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12999 - 4 -    
13000    
13001    
13002    
13003 derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen    
13004 die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem    
13005 Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen-    
13006 den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie    
13007 tauschen absolute Ă„quivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt-    
13008 schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren    
13009 und die Fäden mit anderen solchen anknĂĽpfen, weil sie aus solchem Tun    
13010 grössere und jedenfalls reichlichere BedĂĽrfnisbefriedigung erhoffen,    
13011 in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar-    
13012 beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei-    
13013 ten.    
13014    
13015      Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die    
13016 Schwierigkeit ihrer DurchfĂĽhrung, denn nicht immer wird der Tauschende    
13017 den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewĂĽnschte feil-    
13018 bietet. Die GĂĽter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar-    
13019 keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht    
13020 verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafĂĽr zu tauschen    
13021 in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei-    
13022 ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen.    
13023 Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natĂĽrliche, organische    
13024 Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus    
13025 ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das    
13026 dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar    
13027 haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung    
13028 fesselnde Schwierigkeit zu ĂĽberbrĂĽcken und damit den Tausch als allge-    
13029 mein geĂĽbte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss-    
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13041    
13042 schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und    
13043 damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung -    
13044 von Edelmetallen.    
13045      Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung    
13046 fĂĽr nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass    
13047 sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen-    
13048 den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch    
13049 ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles    
13050 passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine    
13051 Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir    
13052 sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit    
13053 gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,    
13054 je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss-    
13055 ter und natĂĽrlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit    
13056 der Beziehungen die GĂĽterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie-    
13057 ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der    
13058 Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel    
13059 sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit    
13060 ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei    
13061 wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige,    
13062 reale GĂĽter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des    
13063 Tauschgutes noch absolute GĂĽltigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst-    
13064 weilen aber nur fĂĽr einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun-    
13065 gen den gegebenen Zustand gĂĽltig werden liess, neu in den fraglichen    
13066 Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen    
13067 anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-    
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13080 beit wert oder nicht erscheint. FĂĽr das Glied der Wirtschaftsgemein-    
13081 schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen    
13082 eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit    
13083 eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits    
13084 in die Wagschale geworfen. FĂĽr ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb    
13085 ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen ĂĽber-    
13086 einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab-    
13087 schlieĂźende Betrachtung, nicht der endgĂĽltige Zustand sein. Seine gedank-    
13088 liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:    
13089 Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist    
13090 zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung:    
13091 Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande    
13092 gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich-    
13093 wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf-    
13094 wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts-    
13095 ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen,    
13096 das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als    
13097 Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende    
13098 Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten    
13099 historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali    
13100 mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit    
13101 in der FĂĽlle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen    
13102 einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen,    
13103 um wieder zu ihm zurĂĽckkehren zu mĂĽssen, der Anfang und Ende jeder    
13104 wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem    
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13117 Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange    
13118 es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches    
13119 bescheren - , das ĂĽber Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon-    
13120 stanz in sich birgt.    
13121      Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir    
13122 nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb    
13123 nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist.    
13124 Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen    
13125 und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver-    
13126 gessen wir doch nicht die ursprĂĽngliche Bedeutung der Werteinheit,    
13127 uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera-    
13128 tionen zwischen Einzelkontrahenten bedĂĽrfen zu DurchfĂĽhrung keines    
13129 dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu-    
13130 schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet    
13131 hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die    
13132 subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge-    
13133 wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es    
13134 in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf-    
13135 wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist,    
13136 der das natĂĽrlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch    
13137 unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen    
13138 der einzelnen GĂĽter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den    
13139 unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer-    
13140 den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natĂĽrlichen    
13141 Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung ĂĽber-    
13142 |    
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13154 haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.    
13155      Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei    
13156 von Schwankungen verschont und als absolut unberĂĽhrt fest gelten?    
13157 Keines, auch das Gold nicht, mĂĽssen wir darauf antworten. Auch das Gold    
13158 kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v    
13159 erhalten.    
13160      Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass    
13161 nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafĂĽr bietet, dass auf lanfe Sicht    
13162 hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in-    
13163 folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht,    
13164 so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genĂĽge zu finden. Nie    
13165 und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, ĂĽber den    
13166 Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum    
13167 das Wesen der Werteinheit ausmachen mĂĽsste auf ein solches Gut    
13168 von historisch gĂĽltiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser    
13169 Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden.    
13170      Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch-    
13171 mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann    
13172 die relativen Beziehungen der GĂĽterwerte auszudrĂĽcken und dies ver-    
13173 mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder GĂĽter als    
13174 auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder    
13175 ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch-    
13176 mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch    
13177 nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen.    
13178 Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine    
13179 dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und    
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13192 begrifflich nicht damit zusammenhängt.    
13193      Wann wir ĂĽberhaupt in der geschichtlichen Betrachtung    
13194 erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine    
13195 mehr oder minder willkĂĽrliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von    
13196 Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir    
13197 sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert-    
13198 einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat-    
13199 sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft-    
13200 lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be-    
13201 dient. Voraussetzung fĂĽr die Werteinheit ist als eine historische    
13202 Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit    
13203 ist in der GĂĽltigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so    
13204 allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter    
13205 verzweigt und doch wieder je fester in einander gefĂĽgt das gemein-    
13206 same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt.    
13207 Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische    
13208 Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften ĂĽberwunden, sie    
13209 zu Verbänden darĂĽber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch    
13210 grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu    
13211 notwendig auch die äusseren Formen und MIttel fĂĽr das rechtliche    
13212 und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die    
13213 Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen    
13214 wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen ĂĽbernommen;    
13215 die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen mĂĽssen wir    
13216 es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser-    
13217 lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt StĂĽcke von    
13218 bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner-    
13219 halb seiner Grenzen gĂĽltigem Gelde werden. Die staatliche Autorität    
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13232 sollte Wage und Probierstein erĂĽbrigen, das aufblĂĽhende Wirt-    
13233 schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.    
13234 Die Relationen drĂĽcken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern    
13235 in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla-    
13236 mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu-    
13237 ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung    
13238 gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der    
13239 GĂĽterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im    
13240 Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk-    
13241 tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des    
13242 Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung    
13243 immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte    
13244 jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not-    
13245 wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä-    
13246 teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr fĂĽr    
13247 die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.    
13248      Greifen wir unsere frĂĽhere Gleichung wieder auf, die    
13249 lautete:    
13250 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale.    
13251 Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die    
13252 reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold fĂĽr den Korb-    
13253 flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich    
13254 wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton-    
13255 schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der    
13256 Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion:    
13257 Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert ĂĽbergegangen    
13258 gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich    
13259 |    
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13270    
13271 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten    
13272 Tausches wieder eine weitere Gleichung:    
13273      2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g,    
13274 mit anderen Worten - wir mĂĽssen den MĂĽnzfuss kennen. Noch umständ-    
13275 licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech-    
13276 ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be-    
13277 sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein-    
13278 richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe,    
13279 dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich    
13280 eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so    
13281 recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen mĂĽsste, wenn, ja    
13282 wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk-    
13283 mal des Geldes bedeutete.    
13284      Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit    
13285 nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren    
13286 Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann    
13287 erst den Begriff Geld ĂĽberhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit,    
13288 auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt-    
13289 tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich    
13290 wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen    
13291 GĂĽter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den    
13292 Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo.    
13293 rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch-    
13294 lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt    
13295 der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des    
13296 |    
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13305    
13306    
13307    
13308 täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von    
13309 Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel    
13310 bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht    
13311 auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns    
13312 herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine    
13313 ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert-    
13314 einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die    
13315 Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.    
13316      Wir streiten hier nicht darĂĽber, ob das Geld stoffwert-    
13317 voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre    
13318 Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und    
13319 im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri-    
13320 sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein-    
13321 heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist    
13322 ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur    
13323 noch zu fragen ĂĽbrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der    
13324 Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung    
13325 an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern    
13326 oder ob es nur eine solche symbolisieren mĂĽsse.Hier bleibt uns    
13327 noch genĂĽgend zu lösen ĂĽbrig.    
13328        Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem    
13329 Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt-    
13330 schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem    
13331 historisch begrĂĽndeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt-    
13332 schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade    
13333 nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens    
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13346 am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in    
13347 genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol-    
13348 lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein    
13349 kann, absolutes Maass fĂĽr alle ĂĽbrigen Dinge abzugeben, sondern    
13350 im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die GĂĽter der Aussenwelt kom-    
13351 mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach    
13352 und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-    
13353 rĂĽckreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch    
13354 notwendig oder wenigstens wĂĽnschenswert erscheint und unter wel-    
13355 chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite-    
13356 re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknĂĽpfenden Erörterungen    
13357   wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der    
13358 Entwicklung zu skizzieren.    
13359     Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir,    
13360 dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezĂĽglich ihres Inhaltes    
13361 und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus-    
13362 serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die    
13363 Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte,    
13364 desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel-    
13365 metallen fĂĽr den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus-    
13366 bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten    
13367 Produktivität verspĂĽrte, auf der anderen aber auch die Anhäufung    
13368 von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate-    
13369 rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der    
13370 Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen,    
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13383 die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des    
13384 Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch-    
13385 mittel ĂĽberwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde,    
13386 sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele    
13387 des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie    
13388 sich ĂĽner den Stoff erhebt.    
13389      Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann,    
13390 der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist;    
13391 dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung fĂĽr    
13392 ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet.    
13393 Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht    
13394 dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und    
13395 so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl-    
13396 ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch    
13397 die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,    
13398 wenn sie allgemein geĂĽbt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln    
13399 des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens-    
13400 ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich,    
13401 denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten mĂĽssen von der Perspek-    
13402 tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber    
13403 handelt es sich darum, einen fĂĽr das tägliche Leben gangbaren, prak-    
13404 tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter    
13405 Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht    
13406 durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr    
13407 aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die    
13408 si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger    
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13421 finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein    
13422 sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab-    
13423 gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine    
13424 Quittung ĂĽber wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist fĂĽr    
13425 den Kreditgebenden Legitimationspapier fĂĽr eine wirtschaftliche    
13426 Leistung, fĂĽr die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das    
13427 Protokoll darĂĽber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst    
13428 der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh-    
13429 rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul-    
13430 digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem    
13431 Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur    
13432 durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch    
13433 den Kredit ĂĽberbrĂĽckte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei    
13434 nachlässiger Betrachtung verfĂĽhren könnte, den Tausch, dessen letzte    
13435 Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu    
13436 negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi-    
13437 ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die    
13438 tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde    
13439 legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti-    
13440 nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da mĂĽssen die    
13441 Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten    
13442 und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden    
13443 wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl    
13444 auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen,    
13445 dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates,    
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13458 sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in    
13459 gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck    
13460 finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir    
13461 in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels.    
13462 Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit    
13463 ihren zufälligen Summen ausgedrĂĽckt in werteinheiten in staat-    
13464 lich begĂĽltigte StĂĽcke auf runde Summen lautend, und dazu frei    
13465 ĂĽbertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor-    
13466 schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In-    
13467 stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt-    
13468 schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der    
13469 Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.    
13470      Den Dienst, den solches Geld fĂĽr jene Gemeinschaft leistet,    
13471 können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs-    
13472 verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren    
13473 Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein-    
13474 nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies    
13475 ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig    
13476 der Fall sein mĂĽsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe-    
13477 ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch,    
13478 kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des    
13479 Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen.    
13480 Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal    
13481 angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären.    
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13494 Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s-    
13495 Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist    
13496 inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied.    
13497 Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht,    
13498 das ist bildlich und drastisch ausgedrĂĽckt der "10 Pfennig-Automat"    
13499 der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun    
13500 haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um    
13501 die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon    
13502 gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach    
13503 begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in    
13504 der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen    
13505 Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt    
13506 beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt-    
13507 schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich kĂĽnstlich selbst    
13508 vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das GĂĽterreservoir    
13509 der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist.    
13510 Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden.    
13511      Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick-    
13512 lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung,    
13513 nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur fĂĽr den Augenblick    
13514 der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl-    
13515 lung von der B^^u^^chforderung ĂĽber den Wechsel bis zur Banknote    
13516 zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand    
13517 und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben ĂĽber per-    
13518 sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For-    
13519 derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet.    
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13532 Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch    
13533 wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel    
13534 allgemein gĂĽltigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol-    
13535 che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das    
13536 wie ursprĂĽnglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder    
13537 auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft    
13538 als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den    
13539 GĂĽtern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs-    
13540 ständige wirtschaftliche Faktoren treten, mĂĽssen auch diese in    
13541 den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht    
13542 die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig-    
13543 net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte    
13544 nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher    
13545 schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses    
13546 allein war wertbildend ohne RĂĽcksicht auf die Art des der Arbeit    
13547 zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich    
13548 wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen    
13549 das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen    
13550 in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter    
13551 mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum    
13552 mĂĽssen die Beziehungen nicht nur auf die GĂĽterwerte sondern    
13553 getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste    
13554 erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie    
13555 des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen    
13556 aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genĂĽgt, den Mechanismus    
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13569 des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut frĂĽh-    
13570 her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann    
13571 auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung    
13572 entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert-    
13573 einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri-    
13574 bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute    
13575 so in unser Denken und FĂĽhlen eingehämmert, dass wir uns im täg-    
13576 lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen    
13577 mĂĽssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel    
13578 zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in    
13579 so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld    
13580 schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist    
13581 wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr    
13582 näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt-    
13583 schaft, der Einkommensbildung und GĂĽterverteilung, die den Rahmen    
13584 des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam-    
13585 menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell-    
13586 ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen.    
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13598 __D i e L e h r m e i n u n g e n__    
13599    
13600 Der M e t a l l i s m u s .    
13601 Der N o m i n a l i s m u s .    
13602    
13603      Sind wir dem Wesen des Geldes in funktioneller Hinsicht    
13604 bei der vergangenen Betrachtung näher gekommen und konnten wir    
13605 das gewonnene Bild uns formen, ohne dass wir uns mit Entschieden-    
13606 het zu einer herrschenden Tvvhvveorie bekannten, - haben wir dort    
13607 nur das tatsächliche Geschehen kritiklos hingenommen und es ver-    
13608 sucht, die einzelnen Dvvavvten zu organischem Fluss an einander zu rei-    
13609 hen, so mĂĽssen wir jetzt den Geldtheorien unser Ohr leihen, deren je-    
13610 de mit Bestimmtheit und seltenem Fanatismus ihren Standpunkt fĂĽr    
13611 den allein richtigen vertritt.    
13612      Eine eigentliche wissenschaftliche Forschung nach dem    
13613 Wesen des Geldes beginnt naturgemäss mit dem Metallismus, einer    
13614 Geldlehre, deren Ivvnvvhalt uns noch ganz deutlich werden wird. Dieses    
13615 theoretische Besinnen erfĂĽllte darauf denn auch ausnahmslos und    
13616 ohne Widerspruch die Geister und heute sogar können wir noch sagen,    
13617 dass die alten klassischen Gesetzte jenes orthodoxen Metallismus    
13618 ohne nennenswerte Redivierung [sic] im Schwange sind und immer noch    
13619 Grundlage auch aller späteren, selbst der modernsten Entwicklung.    
13620      In den Anfängen des Geldverkehrs war das Geld und damit    
13621 sprechen wir von allen Geldstoff schlechthin, auch wenn er schon    
13622 staatlicher Prägung unterzogen war, doch eigentlich nichts anderes,    
13623 als ein Gut wie eben die ĂĽbrigen GĂĽter alle, das sich nur    
13624    
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13633    
13634 bei Tauschbedarf in das Tauschgut vorĂĽbergehend in " Geld"    
13635 wandelte und so jeweils durch das Heraustreten aus dem allgemeinen    
13636 GĂĽterkreis in den ihm entgegen stehenden, ihn bewegenden Geld-    
13637 kreis automatisch die nötige Geldmenge schuf. Die Warenbewegung    
13638 ist das primäre, gegenĂĽber der Geldbewegung und zieht diese nach    
13639 sich. Und gleich wie von Wirtschaft zu Wirtschaft so floss das    
13640 Gold wechselnd von Gemeinschaft zu Gemeinschaft gewissermaassen    
13641 im intervalutaren Verkehr als das allgemein beliebte und gebräuch-    
13642 liche Geldtauschgut, als ein Weltgeld.    
13643      Gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber bedingte der    
13644 natĂĽrliche Mangel an Edelmetallen ein Verlassen oder wenigstens    
13645 doch --E--[ergänzt handschriftl.]einschränken dieses Systems des sich selbst regulierenden    
13646 Zu- und Abstroms von Geld, von Gold. Damit ging eine verwandte    
13647 Tendenz Hand in Hand, nämlich ein Bestreben, das ersparte Edelme-    
13648 tall in den Tresor der Banken aufzuspeichern und mehr und mehr    
13649 den goldersetzenden Banknoten die Hauptrolle im Geldverkehr zu    
13650 ĂĽberlassen .Dvvavvs schien der herrschenden metallistischen Geldauf-    
13651 fassung nicht zu widersprechen, denn selbst der fĂĽrhende National-    
13652 ökonom jener Epoche - Ricardo - sagt ĂĽber jene papierenen Umlaufs-    
13653 mittel, die wohl gleichartig funktionierend doch nicht Metall -    
13654 (Waren) geld waren:" Ein Geldumlauf ist in seinem vollkommensten    
13655 Zustand, wenn es gänzlich in Papiergeld besteht, aber in einem    
13656 Papiergeld von gleichem Werte wie das Gold, das es zu vertreten    
13657 erklärt. Der Gebrauch von Papier anstatt von Gold ersetzt das    
13658 kostspieligste durch das billigste Material und befähigt das    
13659    
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13668    
13669 Land, ohne irgendjemand zu benachteiligen, alles Gold, das es frĂĽher    
13670 zu diesem Zwecke benĂĽtzte gegen Rohstoffe, Werkzeuge und Nahrungs-    
13671 mittel einzutauschen, durch deren Gebrauch sein Wohlstand und seine    
13672 GenĂĽsse vermehrt werden."    
13673      Ist nun aber dieses Papiergeld nur Stellvertreter des    
13674 Edelmetalles und dieses allein nur das eigentliche Geld, das trotz    
13675 des grössten Anreizes zu seiner Förderung dennoch zum Verkehr nim-    
13676 mer ausreicht, und zudem noch als volkswirtschaftlich unrentabel    
13677 gelten muss; ist das Papiergeld - die Banknoten - also nur Symbol    
13678 eines gedachten Goldquantums, dann allerdings muss notwendig die    
13679 Frage auftauchen, wie gross muss diese Papiergeldmenge oder wie    
13680 gross wäre wohl die im Verkehr benötigte Goldmenge, deren Wert das    
13681 Papier vorstellen mĂĽsste? Wenn der Metallismus diese Menge nicht    
13682 mit einer ökonomischen Evvrvvscheinung in der Wirtschaft verkettet    
13683 und aus einer Denkgrösse eine messbare werden lässt, dann wird er    
13684 in der modernen Wirtschaft zu sehr dem schwankenden Rohre gleichen,    
13685 als dass man es wagen könnte, die Geldschöpfung so zu basieren.    
13686 Ricarod [sic] schreibt noch im gleichen Kapitel darĂĽber: Das Publikum    
13687 vor allen Veränderungen im Werte der Umlaufsmittel zu schĂĽtzen    
13688 ausser denjenigen welchen der MĂĽnzwert selbst unterworfen ist, und    
13689 den Umlauf gleichzeitig mit einem möglichst wenig kostspieligen    
13690 Metall zu bewerkstelligen, heisst den vollkommensten Zvvuvvstand zu    
13691 erreichen." Dazu empfiehlt er dann die Einlösbarkeit der Nvvovvten    
13692 in Barren Gold und umgekehrt; etwa[hanschriftlich durchgestrichen--s--] dieselben Grundsätze, die zur    
13693 Herrschaft der Geldwährung bei uns in Uebung waren und die Knapp    
13694    
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13702 - 46 - --l--    
13703    
13704 als Hylodromie und Hylophantismus in seine Theorie einreihte.    
13705      Wenn allerdings, so muss auch Ricardo enden, bei unge-    
13706 wöhnlichen Gelegenheiten, wo eine allgemeine Panik das Land er-    
13707 greift, jedermann die Edelmetalle besitzen möchte, als die bequems-    
13708 te Form, sein Vermögen zu realisieren, dann ist auch diese Ordnung    
13709 nicht mehr durchfĂĽhrbar. Das eigentliche Geld des Metallismus,    
13710 das Edelmetall verschwindet aus dem Verkehr und keine Zentralbank    
13711 der Welt könnte sog. r u n s im grossen Maass begegnen. Dann muss    
13712 das Papiergeld,(die Banknote ) [ergänzt handschriftl.,] dieses nur auf Vertrauen beruhende    
13713 Geldsurrogat, gerade in den Zeiten des völlig geschwundenen Ver-    
13714 trauens dennoch Geldienste [sic] leisten.    
13715      Solange unsere Betrachtung nur dem Metallismus gilt,    
13716 haben wir den Begriff der Werteinheit nicht besonders zu erklären    
13717 und zu definieren. Wenn wir hier von Geld sprechen und wir verste-    
13718 hen gwöhnlich [sic] darunter das chartale StĂĽck, das Zahlungsmittel, dann    
13719 sprechen wir gleichzeitig von Werteinheit, denn in jenem System    
13720 gibt es begrifflich keinen Uvvnvvterschied zwischen Werteinheit und    
13721 Zahlungsmittel; hier ist Werteinheit gleichbedeutend mit einem    
13722 bestimmten Quantum Gold und ist so identisch mit der MĂĽnze selbst.    
13723 Die MĂĽnze ist also Zahlungsmittel und Wertmaass zu gleicher Zeit.    
13724 Dem späterhin von anderer Richtung eingeworfenen Gedanken der ab-    
13725 strakten Werteinheit, einer reinen Denkgrösse als dem angeblichen    
13726 Wertmesser, lehnt die alte klassische Schule ab. Deren prominente    
13727 Vertreter Adam Smith und Ricardo standen auf dem Bvvovvden der objek-    
13728 tiven Wertlehre, derart, dass sie als BestimmungsgrĂĽnde des Wertes    
13729    
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13738    
13739 der Waren die Faktoren Arbeit, Kapital und [darĂĽber handschriftlicht ergänzt: .... .......... ] und Rente gelten liessen.    
13740 Ersterer nicht immer in konsequenter DurchfĂĽhrung, Ricardo aber in seinen principles um so geschlossener.    
13741      Die MĂĽnze ist eine Ware wie andere mit den gleichen    
13742 WertbestimmungsgrĂĽnden. Preise und Ausdruck des Verhältnisses    
13743 des objektiven Wertes des Goldes mit dem der zu vergleichenden    
13744 Ware und ein G[handschriftlich --o--, e ergänzt]ldwert existiert nur soweit, als wir darunter einen    
13745 Goldwert; eben den objektiv messbaren Wert der Goldmenge verste-    
13746 hen. FĂĽr den strengsten Metallisten kommt ĂĽberhaupt nur der Ge-    
13747 brauchswert des Goldes als Vergleichsmaass in Fvvrvvage; er schätzt    
13748 rein subjektiv nach Lust-oder Uvvnvvlustempfinden, was natĂĽrlich zur    
13749 Folge haben muss, dass dort, wo vollwertiges Metallgeld im Kurse    
13750 ist, die gesetzliche Zahlungskraft damit bedeutungslos ist.    
13751      Nach Diehl aber ist beispielsweise zur DurchfĂĽhrung ge-    
13752 regelter Preisbildung ein Geldgut, also ein wertvoller Geldstoff    
13753 notwendig, denn er will den Kern der Preisbildung in der wohl sehr    
13754 fragwĂĽrdigen Formel begriffen wissen:    
13755 " Nun schätzt ihr an einem allgemein[handschriftlich durchgestrichen--e--] beliebten Gegenstand, z.B.    
13756 dem Golde ab, wie viel ihr fĂĽr meine Ware geben wollt? "    
13757 Diese metallische Lehre konnte nur so lange unangefochten blei-    
13758 ben, so lange die tatsächliche Uebung sich aus jenen Sätzen erklären    
13759  liess. Sobald aber papierne, oder auch nur unterwertige Umlaufmit-    
13760 tel in den Vvvovvrdergrund des Verkehrs ge[handschriftlich durchgestrichen: --d--]rĂĽckt waren, wurden, den    
13761 Metallismus verneinende und bekämpfende Stimmen laut. Ihnen wieder-    
13762 um musste dieser entgegentreten und in seinem System jenen neuen    
13763    
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13772    
13773 Zahlungsmitteln Raum geben. Die Bezeichnung Geld geriet ja fĂĽr    
13774 jegliches "Papier" ohne weiteres in Wegfall, denn eigentliches    
13775 Geld war immer nur das 100 %ige Metallgeld. Banknoten waren doch    
13776 immer nur - man mag die absolute Nvvovvtwendigeit ihres Entstehens    
13777 und ihrer Zvvivvrkulation eingesehen haben oder nicht, - Geldsurro-    
13778 gat, jederzeit umtauschbares Kvvrvveditpapier, das seinen Wert nur von    
13779 dem durch sie repräsentiertem in Hintergrunde ruhenden Gvvovvlde lieh,    
13780 das seinerseits wie bei der Dvvrvvitteldeckung in der Gesamtheit sogar    
13781 nur eine vorgestellte Mvvenvvgengrösse sein musste. Tatsächlich wurde    
13782 denn auch nur die Einlösepflicht der Banknoten in Zeiten der Not    
13783 und Gefahren ohne weiteres aufgehoben, ohne dass jene an Wert    
13784 oder Uvvmvvlaufsfähigkeit verloren.    
13785      1797 beispielsweise wurde in England infolge seines    
13786 Runs die Barzahlung eingestellt und erst 1819 wieder aufgenommen.    
13787 22 Jahre herrschte ein Zvvuvvstand vor, den die Metallisten nur mit    
13788 grösstem Zwang zu erklären imstande sind, denn hier gab es kein    
13789 real gegebenes, sondern höchstens ein historisch ĂĽberliefertes Maass,    
13790 den Wert des alleinigen, tatsächlichen Geldes, der Banknoten, zu regu-    
13791 lieren. Wenn ganz besonders in solchen Zeiten jenes Geld keine in-    
13792 flationistischen Wirkungen zeitigt, dann beruht es auf keiner natĂĽr-    
13793 lichen Eigenschaft dieser Zahlungsmittel, sondern ist Resultat einer    
13794 bewussten Geldpolitik, wie solche denn auch von jeglicher Richtung    
13795 der Geldlehre als unerlässlich notwendig erklärt wird. Wir stimmen    
13796 dem Metallismus auch noch hierin zu, dass die volkswirtschaftlich    
13797 schädlichen, preissteigernden Wirkungen wohhl ein geringer Uebel    
13798    
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13807    
13808 sein werden, wenn die Banknotenausgabe in der engen VerknĂĽpfung an    
13809 einen Stoff geschieht. FĂĽr uns ist es aber gewissermassen nur ein gra-    
13810 dueller Unterschied von dem Zustande, da die Ausgabe allein von    
13811 volkswirtschaftlicher Einsicht geleitet wird. Die Goldgebundenheit    
13812 gehört also nicht zu den unterscheidenden wesentlichen Merkmalen. Das    
13813 muss denn insbesondere der Gipfelpunkt jeder nominalistischen Auffas-    
13814 sung sein, klassische Regeln fĂĽr seine elastische Geldschöpfung mit den    
13815 Banknoten als Hauptgeldart, möglicherweise sogar als seiner einzigen    
13816 Form, aufzustellen. Vieles ist im letzten Abschnitt ĂĽber die Frage    
13817 der praktisch geĂĽbten Geldschöpfung schon gesagt worden. Hier sei nur    
13818 angedeutet, dass jegliche Bankpolitik dabei weitgehende Erwägungen    
13819 anzustellen hat. Es ist z.B. wesentlich, ob die neue Werte schaffen-    
13820 de Produktion dem GenussgĂĽter- oder dem Produktivmittelmarkt zu-    
13821 fliesst, wie gross der Vorrat an GenussgĂĽtern in der Wirtschaft sei    
13822 und welche Menge davon der Vollendung entgegenreift. Wichtig sind    
13823 ferner alle Fragen, welche die Lage der Nation im intervalutarischen    
13824 Verkehr beleuchten und beeinflussen können.    
13825      In diesem Zusammenhang ist es bedeutungslos, ob    
13826 wir Bendixen zustimmen, der die Geldschöpfung und Kreditgewährung    
13827 der Produktion folgen lässt, oder ob wir Hahn beipflichten, der    
13828 die Kreditgeldschöpfung als das primäre und erst die Produktion an-    
13829 fachende Moment begriffen wissen will.    
13830      Während also bei den Metallisten die Erklärung    
13831 der Banknoten auf    
13832    
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13841    
13842 die Frage der Stoffgebundenheit und auf die der Art und Höhe der    
13843 Einlösbarkeit hinausläuft, verkĂĽnden die Nominalisten [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n ihrer    
13844 reinen Tvvhvveorie hierinnen vollkommene Fvvrvveiheit und wenn sie auch,    
13845 wie beispielsweise Knapp und Bendixen aus politischen Erwägungen    
13846 die Deckung [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n weniger starken Gvvrvvenzen beibehalten wollen. Was    
13847 die Metallisten zur Erklärung des Geldwertes nötig haben, kommt    
13848 bei den Nominalisten, die den eigentlichen Geldwert nicht kennen,    
13849 in Wegfall. FĂĽr sie ist die Fvvrvvage nach dem Stoff des Geldes eigent-    
13850 lich nicht die erste, das ist vielmehr die nach dem Gebunden-oder    
13851 Nichtgebundensein an ein Metall und darum finden wir in der Lite-    
13852 ratur, obwohl sich ziemlich deckend mit Metallismus und Nominalis-    
13853 mus, Metall- und Papierwährung, die Bezechnung gebundene und freie    
13854 Währung. Nicht das ist der Uvvnvvterschied, dass der Nvvovvminalist eine    
13855 Währung mit einer rein nominellen abstrakten Werteinheit fĂĽr prak-    
13856 tisch möglich hält; nein, auch bei reiner Mtallwährung und sei    
13857 auch nur Gold im Umlaufe, da wo jegliche als Zahlungsmittel ver-    
13858 körperte Werteinheit real als ein Quantum Edelmetall zu greifen    
13859 und als solches von den Metallisten die abstrakte Werteinheit zur Beherr-    
13860 scherin der Wirtschaft aufgeschwingen.    
13861      Nun aber wiederum sehen wir die Metallisten im Angriff,    
13862 die immer von neuem die Fvvrvvage nach dem Werte des Geldes in die    
13863 Debatte werfen, die nach ihrer Ansicht und in ihrem System den    
13864 Zentralmittelpunkt abgeben muss. Die Nvvovvminalisten argumentieren    
13865    
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13874    
13875 in der Verteidigung, dass es nur eine historische Tatsache sei,    
13876 dass das G[handschriftlich durchgestrichen --o-- und ergänzt e]ld Eigenwert besitzen mĂĽsse, und nur einstmals es not-    
13877 wendig war, um in der Bvvevvziehungssetzung aller anderen GĂĽter zu    
13878 jenem beliebtesten und gebräuchlisten Gut, Wertrelationen fĂĽr    
13879 jene zu erzielen. Einmal lebendig, leben diese fort und sind    
13880 schliesslich dann nur noch Zähler zu dem Generalnenner Geld im    
13881 Ausdruck einer, entweder von der Gemeinschaft oder durch immerwäh-    
13882 renden rekurrenten Anschluss vom Staate bezeichneten, immer aber    
13883 aus dem Gemeinschaftsleben geborenen Werteinheit. Das Geld als ab-    
13884 strakte Werteinheit, als eine nur in de Vorstellung lebende Grösse    
13885 kann keinen selbständigen, keinen objektiven Wert haben; das Geld-    
13886 stĂĽck hat vielmehr nur den Wert, auf den es lautet. Beim Nominalis-    
13887 mus versinnbildlicht das GeldstĂĽck nur einen Wert, der ihm von    
13888 ausserhalb zugelegt ist, beim Metallismus ist das GeldstĂĽck Träger    
13889 und Verkörperung des Wertes in sich selbst. FĂĽr den Nominalismus    
13890 muss es darum bedeutungslos, unter Umständen sogar störend sein,    
13891 wenn seine gedankliche Rechengrösse in ihrer Reinheit durch nur    
13892 die Erkenntnis trĂĽbenden Stoff dargestellt wird;- ist doch fĂĽr ihn    
13893 die Art der kursierenden Vermittlungsbehelfe von durchaus neben-    
13894 sächlicher Bedeutung. Die Werteinheit kann nicht aus sich selbst    
13895 heraus einen Eigenwert haben, denn der so vielfach geänderte rekur-    
13896 rente Anschluss hat die Beziehungen zu dem Urstoff, auf den basiert    
13897 in erster Tauschgemeinschaft Relationen und Preise zustande kamen,    
13898 verloren und ist als Grösse darum zu sehr verwischt, als dass wir    
13899 auch bei Kenntnis des Urstoffs noch einen Wertmesser daraus kon-    
13900    
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13909    
13910 struieren könnten. Jeder, der Werteinheit zugrundegelegte Stoff    
13911 ist in einer Hvvivvnsicht willkĂĽrlich, istvetwas Zufälliges. Er muss    
13912 aus dem gesamten GĂĽterkreise entnommen sein und, sollen die Geld-    
13913 preise in der Hvvövvhe unverändert bleiben, so muss das die neue Wäh-    
13914 rung begrĂĽndende staatliche Gesetz den MĂĽnzpreis und rekurrenten    
13915 Anschluss in engster Anlehnung an den schon vorher vom MĂĽnzmetall    
13916 innegehabten objektiven Tauschwert, seinen Preis in der alten Wäh-    
13917 rung fixieren. Nur in dem ersten Falle des staatlichen Eingriffs    
13918 hat der Gesetzgeber nichts anderes zu bedenken, als nur einer be-    
13919 stimmten Stoffmenge einen Namen beizulegen, und sie staatliche [sic]    
13920 zu begĂĽltigen. Daraufhin mĂĽssen selbst bei Namensänderung der    
13921 Werteinheit die Bvvivvndungen mit der alten Währung so enge sein, dass    
13922 das teils mit langfristigen, täglich neu sich formenden und ander-    
13923 erseits täglich wieder endenden wirtschaftlichen Aktionen rech-    
13924 nende öffentliche Leben keinerlei Szörung [sic] hiedurch erleidet. Die    
13925 Nvvovvminalität der Schulden ist ein HauptstĂĽtzpunkt und Argument der    
13926 nominalistischen Lehre und ist besonders von Knapp klar heraus ge-    
13927 arbeitet worden. Der Wert eines Metalls ist wie der jeder Ware    
13928 aus naturgesetzten GrĂĽnden schwankend, ist jedenfalls schwankender    
13929 als die sei langer Zeit geĂĽbte und vorgestellte Wertgrösse der    
13930 nominalen Einheit des Geldes.    
13931      Wenn der Svvtvvaat, insbesondere aus ZweckmässigkeitsgrĂĽnden    
13932 um den intervalutaren Verkehr zu erleichtern, der werteinheit eine    
13933 Metallbasis schafft, so ist damit eigentlich die Reinheit der Tau-    
13934 sche von Gebrauchswerten schon gestört, denn es gehört zur Politik    
13935    
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13937 ||    
13938 ||#    
13939 ===53===    
13940 #||    
13941 ||    
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13943 - 53 -    
13944    
13945 des Svvtvvaates, den einmal fixierten gesetzlichen MĂĽnzpreis im Gleich-    
13946 gewicht zu belassen. Des weiteren ist es, was die Erhaltung der    
13947 MĂĽnzparitäten den anderen Ländern gegenĂĽber anbetrifft, in solchem    
13948 Zustande der gleichen Währungen nimmer klar ersichtlich, wie weit    
13949 die staatlichen Verwaltungsmassnahmen, wie etwa[handschriftlich durchgestrichen --s--] Kreditgebung oder    
13950 Schuldenprolongationen, an der Wahrung der Parität ihr Teil hat,    
13951 während nach einem Grundgesetz der metallistischen Lehre die Pa-    
13952 ritäten sich auf natĂĽrlichem Wege ohne jeden Eingriff lediglich    
13953 infolge des Aussenhandels ganz von selbst einspielen mĂĽssen.    
13954      Wenn die subjektive Gebrauchswertschätzung des Goldes die    
13955 Grundlage der Bewertungen aller ĂĽbrigen GĂĽter bedeutete, dem gegen-    
13956 ĂĽber bei vollwertigen Metallgeld die gesetzliche Zahlkraft neben-    
13957 sächlich sein, dann wäre das wĂĽsteste Durcheinander im Wirtschafts-    
13958 leben ohne jegliche feste Werte die unausbleibliche Folge. Prak-    
13959 tisch anwendbare Bedeutung gewinnt der Geldstoff erst dann, wenn    
13960 wir annehmen, dass der gesetzliche MĂĽnzpreis den Mittelwert aus    
13961 allen subjektiven Schätzungen darstellt und so den Wert bildet,    
13962 dem sich dann alle am Verkehr Beteiligten unterordnen mĂĽssen.    
13963 Diesem Mittelwert aber haftet dann nichts mehr subjektives an,    
13964 denn das ist dann der rein objektive aus den Produktionsfaktoren    
13965 zusammengesetzte Wert wie Smith und Ricardo das darlegen, wie    
13966 die Sozialisten und alle Objektivisten dies unternahmen. FĂĽr diese    
13967 alle ist die subjektive Schätzung durchaus nichts nebensächliches    
13968 aber sie gibt nur den anstoss zum Uvvmvvfang der Produktion. Aus dieser    
13969 selbst ergibt sich der objektive Wert, der dann die Grundlegung    
13970    
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13972 ||    
13973 ||#    
13974 ===54===    
13975 #||    
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13977    
13978 - 54 -    
13979    
13980 der [fehlt? auf die] Preise angewendete Messgrösse wird. Zur Stärkung des Nomina-    
13981 lismus fĂĽhrt das dann, insofern wir erkenne [fehlt? n], dass dieser wohl sub-    
13982 jektiv bedingte objektive Wert der jeweiligen sozialen Gemein-    
13983 schaft in der Vorstellung seiner wirklichen Grösse nach immer un-    
13984 fassbarer wird. Die Resultante [sic] aus einst wirksamen, subjektiven    
13985 Schätzungen wird in weiterer Entwicklung eine immer tiefer wur-    
13986 zelnde mit der ganzen Wirtschaft verflochtene Rechengrösse, der ge-    
13987 genĂĽber dann allerdings einzelne abweichende Schätzungen wirt-    
13988 schaftlich irrelevant bleiben mĂĽssen. Mit dem Stoffwert der Wertein-    
13989 heit leugnet der Nominalismus doch nicht einen gewissen ökonomi-    
13990 schen Ivvnvvhalt derselben. Mvvivvt der Postulierung der abstrakten Wert-    
13991 einheit sagt der Nominalismus noch nicht, dass von der Geldseite her    
13992 eine Einwirkung auf die Preise unmöglich wäre, und gerade das Suchen    
13993 und Formen dieser Lehre nach einer geordneten "klassischen Geld-    
13994 schöpfung" als seiner(notwendigen Krönung lässt uns erfahren, dass    
13995 man auch hier die Zvvuvvsammenhänge zwischen Geld und Warenseite er-    
13996 kennt. Uns allen ist der Bendix'sche Gedanke, der in grossen ZĂĽ-    
13997 gen der vor dem Kriege angewandten praktischen Politik entsprach,    
13998 bekannt. Bendixen aber hätte nicht nötig gehabt, die Fehde gegen    
13999 die Quantitätstheorie aufzunehmen. Soweit er eine rein mechanisch    
14000 quantitative Einwirkung der Geldsummen auf die Warenpreise leug-    
14001 net, können wir in[handschriftlih durchgestrichen --n- und hand. ergänzt: s] ohne weiteres zustimmen, aber dennoch gelangen    
14002 alle subjektiven Einkommen in der mannigfachsten aber immer in    
14003 Geld ausdrĂĽckbaren VerfĂĽgungs- und abtretungsbereiter Form auf    
14004 den Markt und wirken ĂĽber die ewig gĂĽltigen Gesetze von Angebot    
14005    
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14007 ||    
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14009 ===55===    
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14012    
14013 - 55 -    
14014    
14015 und Nachfrage auf die Preise. Ivvnvv deren Höhe spiegelt sich der    
14016 eigentliche sog. Geldwert wieder. Dahin zielend mĂĽssen wir aber    
14017 auch die so ausgelegte Quantitätstheorie gelten lassen. Auf dem    
14018 Warenmarkt können wir den ökonomischen Inhalt der Werteinheit    
14019 in tausendfacher Form verkörpert finden .- Das wird in kommender    
14020 AusfĂĽhrung nach ganz deutlich werden.    
14021      Kein Nominalismus wird sich dazu verstehen, das während    
14022 des Krieges ausgegebene ungedeckte Papiergeld als mit seinem    
14023 System vereinbar anzuerkennen, aber während der Metallismus diesen    
14024 doch jahrelang wirklichen Zvvuvvstand als normal und als nicht wis-    
14025 senschaftlich erklärenswert histellt, dem Papiergeld den Geld-    
14026 charakter abspricht, sagt uns doch hier der Nominalismus, dass und    
14027 wie dieses willkĂĽrlich geschöpfte Geld nicht deshalb, weil es    
14028 nicht metallisch gedeckt war, sondern weil es kein GegenĂĽber in    
14029 den wirtschaftlichen GĂĽtern fand, die es als Einkommen auftretend,    
14030 kaufend hätte vernichten können; wie es darum schon den Keim der    
14031 Inflation in sich trug. Wiederum wird es deutlich, dass erst das    
14032 Bindeglied zwischen Einkommensbildung oder Produktion und Ein-    
14033 kommensvernichtung oder Kvvovvnsumtion, - ein Geld von theoretischer    
14034 Einsicht geschöpft, dem Nominalismus die Seele einhaucht. Betont    
14035 sein nochmals, nicht deshalb schuf jenes Papiergeld Inflation,    
14036 weil, sein Wert nicht verankert war in Gold, - obwohl das ja    
14037 durch sinnfällig täuschende Manipulation der Reichsbank offi-    
14038 ziell so schien - sondern deshalb weil es nicht gebunden war    
14039 an die vielerlei Dinge der GĂĽterwelt, die ihm hätten Wertgrund-    
14040    
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14049    
14050 lage sein mĂĽssen und die sogar allein ihm hätten Wert, volkswirt-    
14051 schaftlichen Wert verleihen können. Ja, wäre der Staat im Stande    
14052 gewesen, die gleich grosse nominelle Menge an Gold auszugeben, so    
14053 hätte bei absolut gesperrten Grenzen und völliger Isoliertheit    
14054 auch im intervalutaren Verkehr oder besser im gänzlichen Wegfall    
14055 desselben aus oben besagten GrĂĽnden die Preise doch inflationis-    
14056 tische Aufblähung erfahren. Damit soll gesagt sein, dass mindes-    
14057 tens, soweit das Existenzminimum nachgefragt wurde, in diesem    
14058 Falle auch Gvvovvld hätte inflationistisch wirken mĂĽssen. Eine ande-    
14059 re Frage ist die, ob nicht die Hvvovvffnung auf Wiederherstellung    
14060 der alten internationalen Verhältnisse ein ungewöhnliches Sparen    
14061 des Goldes herbeigefĂĽhrt und damit die inflationistische Wirkung    
14062 abgeschwächt hätte.    
14063      So kann der Nvvovvminalismus innerhalb seines Systems in ge-    
14064 rader Linie auch das staatliche Papiergeld einreihen, das nicht    
14065 wie ihm vorgeworfen wurde, damit gutgeheissen und entschuldigt,    
14066 sondern lediglich eine Atomisierung erfuhr. Wie ganz anders muss    
14067 hier der Metallismus weltfremde Kvvovvmbinationen anstellen, um den    
14068 Evvrvvscheinungen der gestörten Wirtschaft Rechnung zu tragen, und    
14069 zwar muss auch hier die subjektive Svvcvvhätzung zurecht gebogen    
14070 werden in der Form, dass nun der Kaufende gar doppelt schätze.    
14071 Der(erste Vergleich findet zwischen Ware und Gold statt und lässt    
14072 in der Seele des Kvvävvufers einen Preis entstehen, der aber nicht    
14073 etwa [hand. gestrichen --s--] der wirkliche Tauschwert ist; vielmehr folgt daraus erst    
14074  die zweite Schätzung des Mvvivvnderwerts des Papiergeldes gegenĂĽber    
14075    
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14084    
14085 dem Golde, die dann zu einem Aufschlag auf den Goldwert fĂĽhrt, bis    
14086 so schlieĂźlich die Preishöhe beiden Parteien genehm ist. Die In-    
14087 flation beruhe also auf einem Musstrauen [sic: i] zum Papiergelde, das nicht    
14088  nur quantitativ, sondern auch qualitativ in dieser Richtung wirke.    
14089 Wenn Diehl meint, der Svvtvvaat mĂĽsse auch die Warenpreise fixieren,    
14090 wenn er wertloses [sic: vertippt --S--] Papiergeld schaffe, so ist nach allen Erfahrungen    
14091 des Krieges und der Nachkriegszeit, die zur GenĂĽge die Unmöglich-    
14092 keit, ja, wir können sogar sagen den Widersinn dieser Forderung    
14093 dargetan haben, diese Forderung uns kaum mehr verständlich.Als    
14094 die letzte und modernste Evvrvvscheinung an der wir die Theorie proben    
14095 wollen, betrachten wir noch die Erscheinung der Weltteuerung, un-    
14096 ter der ganz besonders das Land des Metallismus – England – zu    
14097 leiden hat. Verhältnisse, die wir nicht zu untersuchen haben, brach-    
14098 ten es mit sich, dass auch hier eine allgemeine Preissteigerung    
14099 Platz griff, während das Geldsystem unverändert gelassen wurde.    
14100 Das Pfund Svvtvverling hat sich also im Werte gesenkt, nicht nominell    
14101 zwar, aber doch realiter, da jetzt fĂĽr eine Einheit entsprechend    
14102 weniger GĂĽter erhältlich sind wie vor dem und umgekehrt fĂĽr die    
14103 gleiche GĂĽtermenge mehr Gvvovvld zu leisten ist. wäre das Wirtschaft–    
14104 ten wirklich ein Tvvavvusch von realen GĂĽtern, von Gold und Ware gewe-    
14105 sen, dann hätte in diesem Falle die Preishöhe die gleiche bleiben    
14106 mĂĽssen.Bei freier Konkurrenz Goldproduzenten aber musste die-    
14107 se Entwicklung an der mangelnden Rentabilität der Goldbergwerke    
14108 die natĂĽrliche Gvvrvvenze finden.Tatsächlich wurde von Grundbesitzern    
14109 auch schon eine Aenderung des MĂĽnzfusses zu deren Gvvuvvnsten gefor-    
14110    
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14119    
14120 dert, von der englischen Regierung aber unter dem Hinweis abge–    
14121 lehnt, das Gold ja der Wertmesser sei und dafĂĽr also nicht mehr    
14122 gezahlt werden dĂĽrfe, als sein Wert in Währung. Das war dem metal-    
14123 listischen Gedanken nach durchaus folgerichtig [sic: Tippfehler: --g-- statt f], demgegenĂĽber    
14124 es aber dann eine Dvvuvvrchbrechung des eben ausgesprochenen Satzes    
14125 bedeutet, wenn den Goldproduzenten es notwendig gestattet ist,    
14126 Gold fĂĽr industrielle Zvvwvvecke zu höheren Preisen abzugeben, wenn    
14127 ihnen Produktionsprämien gewährt und steuerliche VergĂĽnstigungen    
14128 eingeräumt werden. So war in England beispielsweise während des    
14129 Krieges die Einlösung der Nvvovvten in Gvvovvld aufgehoben, ohne dass    
14130 allerdings der MĂĽnzfuĂź anders proklamiert worden wäre. Es ent-    
14131 zieht sich unserer Kenntnis, wie weit [sic: weit wie hand. sinus-Zeichen darĂĽber] die Bank von England in die -    
14132 sem Zeitraum denn noch Gold mit Ovvpvvfern erworben hat, indem sie fĂĽr    
14133 dasselbe einen höheren, als den MĂĽnzpreis zahlen musste, eben dem    
14134 Preis, den das Gold auf Grund seiner Produktionskosten im Ver-    
14135 hältnis zu anderen GĂĽtern erforderte. Die Goldzirkulation im    
14136 Innern fällt ja weg und nach dieser Richtung hin fällt ja    
14137 der Grund zum Ankauf, wie denn ĂĽberhaupt bei Prägefreiheit dieser    
14138 letzte Fall praktisch nicht möglich werden kann.Aber auch damit,    
14139  dass er nur zu Kriegszeiten an die Ovvbvverfläche gelangt, ist    
14140 gleichzeitig deutlich, dass der Gebrauchswert, auf den sich die    
14141 Metallisten stĂĽtzen, nun ĂĽber die proklamierte Vertrelation    
14142 hinausschiesst und dem Verkehr ein anderer Wert zu Grunde ge-    
14143 legt ist, ein Tauschwert des Goldes, der alte historische MĂĽnz-    
14144 preis; - die Nominalisten fallen ein: -Eben das Pfund Sterling    
14145    
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14154    
14155 als Name, als ĂĽberlieferte, gedankliche Wertvorstellung.    
14156      So haben wir in Rede und Gegenrede Nominalismus und Me-    
14157 tallismus zu uns sprechen lassen, Obwohl wir uns dabei nicht grund-    
14158 sätzlich auf die Seite der Nominalisten zu schlagen beabsichtigten,    
14159 haben wir doch gegen den orthodoxen Metallismus, der keinerlei Un-    
14160 terscheidung zwischen Geld und Ware, eben nicht einmal die Beson-    
14161 derheit der Ware Geld, wenn wir sie so nennen wollen, berĂĽcksicht-    
14162 tigt, so viele Einwände machen mĂĽssen, dass unsere Stellungnahme    
14163 nunmehr bereits näher der nominalittischen Anschauung zu erkennen    
14164 ist. Weitere AusfĂĽhrungen werden dies noch zu unterbauen haben.    
14165    
14166          Die    
14167      W a r e n w e r t t h e o r i e    
14168          des    
14169        G e l d e s .    
14170    
14171      Eine weitere Betrachtung bleibt uns nun(noch vorbehalten,    
14172 das ist die insbesondere von Svvivvegfried B u d g e vertretene    
14173 Funktionswert-oder Wvvavvrenwerttheorie des Geldes. Ihr gegenĂĽber haben    
14174 wir die Anweisungstheorie Schumpeters zu setzen, die wohl keine eige    
14175 ne Richtung in diesem Svvivvnne verkörpert, sich vielmehr in den meis-    
14176 ten Punkten mehr dem Nominalismus nähert, die aber schon der Be-    
14177 zeichnung nach sich uns als ein Pendant der erstgenannten Theorie    
14178 vorstellt. Dass die Geldauffassung als eine Anweisung die Körper-    
14179 lichkeit des Geldes als Ware nicht ausschliesst, ist kein einigendes    
14180    
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14189    
14190 Band, ja vielmehr ein trennendes, denn fĂĽr Schumpeter ist auch in    
14191 dem Warengelde dennoch nur der Anweisungscharakter das Entschei-    
14192 dende und das Uvvnvvterscheidende von jeglichen anderen Warengattun-    
14193 gen. Die Warenwerttheorie des Geldes steht gewissermassen zwi-    
14194 schen den Polen der nominalistischen und metallistischen Lehre,    
14195 der ersteren insofern, als sie die Möglichkeit, wenigstens die    
14196 theoretische, einer Währung mit stoffwertlosem unkörperlichem Gel-    
14197 de anerkennt; dabei aber, und dieses im Gegensatz zum Nominalis_    
14198 mus, den Gedanken der abstrakten Werteinheit nicht gelten lassen    
14199 will. Sie neigt sich zur metallistischen Lehre, insofern sie dem    
14200 Gelde einen Eigenwert und ihm als Träger eines solchen damit auch    
14201 die Funktion des Wertmessers zuschreiben will; sie entfernt sich    
14202 von der metallistischen Lehre in dem Hervorkehren nicht des sub-    
14203 jektiven Gebrauchswertes eines Stoffgeldes sondern in der Prokla-    
14204 mierung des Tauschwertes Geld. Solange reine Goldwährung mit    
14205 freier Prägung besteht, ist der Geldwert gleichbedeutend mit Gold-    
14206 wert, wobei dieser einer Wechselwirkung unterliegt, die einmal von    
14207 der Goldmenge aus die Preise beeinflusst, auf der anderen Seite    
14208 aber in ihrer Menge ursprĂĽnglich von den Preisen [sic: vertippt: Pre--c--sen] bewegt wird.    
14209 Immer mĂĽssen die Tauschmittel die P reissummen realisieren. Hier    
14210 wäre zu bedenken, wie weit bei reiner Goldwährung die quantitäts-    
14211 theoretischen Beziehungen zwischen Geld und Warensefte reichen.    
14212      Das konnten wir ja bereits im Beispiele Englande [sic: Engalnde] beobach-    
14213 ten, dass der Stand fĂĽr Warenpreise ĂĽber die Rentabilität der Pro-    
14214 duktion des Geldstoffes entscheidet, die eben bei freiem Prägerecht    
14215    
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14224    
14225 auch den ungĂĽnstigst Gold Produzierenden noch Arbeitslohn und    
14226 durchschnittlichen Kapitalprofit abwerfen muss. Der MĂĽnzwert darf    
14227 nicht unter dem gesellschaftlich notwendigen Herstellungswert des    
14228 Goldes, das ist sein statischer Kvvovvnkurrenzpreis plus Schlagsatz,    
14229 sinken. Budge kleidet das in den Satz: " Der objektive Wert des    
14230 Goldes bildet sich als Resultante der Wertschätzungen all derer,    
14231 die auf Gold reflektieren und kristallisiert sich im Beschaffungs-    
14232 aufwand des nachgefragten Goldquantums." Dabei ist die rein quan-    
14233 titative, die Mvvovvtive gänzlich unberĂĽcksichtigt lassende Nachfrage    
14234 nicht etwa ein dynamisches Problem, sondern einfach die gegebene    
14235 statisch [hand. unterstrichen]e Nachfrage [hand. darĂĽber: , zusammen mit dem statischen Angebot] [hand. durchgestrichen --also--] starre Grössen, aus denen der objektive    
14236 Beschaffungswert des Goldes messbar wird. War beim Metallismus    
14237 das Wertmaass das Gold im Sinn der subjektiven Schätzung, und [hand. durchgestrichen --z--]war    
14238 im Grundgedanken des Metallismus ein Goldwert als eine feste Grös-    
14239 se, als ein Tauschwert, ein objektiver Beschaffungswert gar nicht    
14240 vonnöten, so ist hier bei der Warenwerttheorie des Geldes dieser    
14241 dort vorherrschende subjektive Gebrauchswert, soweit es die Einzel-    
14242 person anlangt, völlig ausgeschaltet und an seine Stelle eine    
14243 objektiv messbare Grösse getreten, die infolge der gegenseitigen    
14244 Bedingtheit des Goldes einmal als Wvvavvre und dann als Geld in der    
14245 Statik gleich ist dem Werte des Geldes wie er sich in der Zirku-    
14246 lation des Geldes herausgebildet hat. Der Geldwert, der in dieser    
14247 Theorie, wie wir nun beim Pvvavvpiergeld sehen werden, eine hervorragen-    
14248 de Rolle spielt, ist in diesem Falle eben ein Goldwert in gleicher    
14249 Grösse fĂĽr alle. Eine in dieser Auffassung wurzelnde Variante    
14250    
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14259    
14260 metallistischer Auffassung ist hier wohl ersichtlich. Besonders    
14261 gravierend aber wird die Unterscheidung von den ĂĽbrigen Schulen,    
14262 wenn es ich um die Erklärung des staatlichen Papiergeldes han-    
14263 delt. Ihr Bestreben geht dahin, dem Papiergled die theoretische    
14264 Gleichberechtigung neben dem Metallgeld einzuräumen. Die Lehre    
14265 des Metallismus, demzufolge Geld Tauschgut und Gegenstand subjek-    
14266 tiver Schätzung sei, soll nunmehr auch auf das Papiergeld Anwen-    
14267 dung finden. Weil mit dem Gelde, so wird erklärt, nicht nur gekauft    
14268 und ausgedrĂĽckt, sondern auch geschätzt und gemessen wird, darum    
14269 mĂĽsste man dem Gelde neben der Tauschmittel - auch die Wertmaass-    
14270 funktion zuerkennen, also eine Eigenschaft, die ohne weiteres die    
14271 Notwendigkeit seiner Stofflichkeit ( des Warencharakters des    
14272 Geldes ) in sich schliesse. Als Ware aber mĂĽsse das Geld sich    
14273 dem einzigen Gesetz des Warenwertes ĂĽberhaupt unterordnen. Wie    
14274 aber lassen sich beim stoffwertlosen Papiergeld all diese Gesetze    
14275 verwirklichen?    
14276      Da Papier - und Metallgeld bei gesperrter Prägung vom    
14277 Staate nicht willkĂĽrlich ausgegeben, vielmehr in Seltenheit gehal-    
14278 ten wird, muss es die Wirtschaft als das Beschaffungsgut des Tau-    
14279 sches zum Monopolpreis kaufen. Derart wird solches Geld zu einem    
14280 Monopo[ĂĽbertippt --c-- l] ; ist Monopolgeld geworden, als Geld kenntlich an einer    
14281 bestimmten bekannten Fvvovvrm , und Monopol in seiner relativen    
14282 Seltenheit; zur Ware und zum Tauschgut charakterisiert durch die    
14283 allen Waren anhaftenden Eigenschaften, Bvvrvvauchbarkeit, NĂĽtzlichkeit    
14284 und Kostspieligkeit. Darauf stĂĽtzt sich auch der Zwangskurs des    
14285    
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14294    
14295 Staates und hinwiederum die Kaufkraft des Geldes.    
14296      Der Kauf ist, so wird ohne weiteres dargetan, ein Tausch    
14297 und jeder Tausch bringt Opfer, bringt Kvvovvsten mit sich. Opfer    
14298 aber bringt man nur fĂĽr Dinge, welche Wert haben, folglich muss    
14299 auch das Geld Wert haben und wertvolles Gut, es muss eine Ware    
14300 sein. Die Höhe des Wertes, die Kaufkraft des Geldes ist keine    
14301 an sich feststehende Grösse, sondern erst das Resultat des Aus-    
14302 tausches von Ware gegen Geld, also von zwei Wertdingen, und sie wird    
14303 zu einer allgemein brauchbaren Rechen-und Messgrösse erst dadurch,    
14304 dass alle anderen GĂĽter zwecks Auffindung ihrer Relationen mit    
14305 eben jener besonderen Ware Geld in Vergleich und Beziehung ge-    
14306 bracht werden. FĂĽr den objektiven Wert der GĂĽter gibt es also den    
14307 Geldpreis, fĂĽr den objektiven Wert des Geldes dagegen keinen ein-    
14308 heitlichen Ausdruck. Das Geld, auch nicht das Gold in dieser Eigen-    
14309 schaft, hat bei der Warenwerttheorie, die wir hier noch kritiklos    
14310 hinnehmen, keinen Preis, sondern nur einen Wert. Ein Pfund Gold    
14311 ist gleich //M// 1395.--, das bedeutet keine Preisgebung des Goldes,    
14312 sondern ist eine Identitätsvergleichung. Als das allgemeine Tausch-    
14313 mittel ist das Geld Wertding und steht in Beziehung zu allen an-    
14314 deren kostenden Dingen der Aussenwelt; ist nur in seiner Beson-    
14315 derheit ihr Wertmaass und nur weil es dieses ist, und weil es    
14316 aus rein praktischen GrĂĽnden in Teile, in Geldeinheiten zerleg-    
14317 bar geschaffen wurde, darum wird es auch zum Preismaass, gewisser-    
14318 maassen nur eines auf den Hauptnenner gesetzten Ausdrucks schon    
14319 vorher erzielten Wertes. Naturgemäss muss dieses Papiergeld, das    
14320    
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14329    
14330 im inneren Verkehr zur wertvollen Ware erhoben wurde, im inter-    
14331 nationalen Verkehr entthront werden; dort herrscht die Waren-    
14332 währung im Sinne der wertvollen Stofflichkeit. Diesen Tatsachen    
14333 Rechnung tragend, erwuchs Heyn's System mit der Forderung des    
14334 Papiergeldumlaufes im innern und des Goldes im Aussenhandel,    
14335 die sog. Geldkernwährung.    
14336      Es ist selbstverständlich, dass die Hauptangriffe gegen    
14337 die vorgetragene Theorie aus dem Lager der nominalistischen    
14338 Schule erfolgten und hinweiderum [sic] ein Hauptvertreter der Waren-    
14339 theorie, Siegfried Bugge [sic?], seine Polemiken in der Hauptsache    
14340 gegen Bendixen und Schumpeter fĂĽhrte. Was wir im grossen Rahmen    
14341 unserer Betrachtungen dazu beitragen wollen, wird sich in die    
14342 folgenden Darlegungen unserer Gedanken zwanglos einfĂĽgen.    
14343    
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