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Quelltext der Seite II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.
===66=== #|| || - 66 - Die W e r t e i n h e i t ist ein A r b e i t s w e r t - q u a n t u m . Der Begriff Werteinheit ist nicht beschränkt auf Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver- borgen liegen, etwas Ueberstaatliches, alle Kulturepochen Ueber- dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_ rinnen können. Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des Wertes [hand. ergänzt ,] und wir stehen rückhaltlos auf dem Boden der objektiven Wertlehre, wonach wir einstweilen nur [hand. durchgestrichen --in-- und hand. darüber bei] Betrachtung der reinen Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar- beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in der Reinheit der Oekonomik, in der Urform der Gesellschaft der Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihrem Enderfolg, der verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt ,] noch zusammen. Der von Oppenheimer entwickelten Arbeitswerttheorie ist, da sie auch der modernsten | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s66.png || ||# ===67=== #|| || - 67 - Entwicklung in der Berücksichtigung der immer schäfer sich aus- prägenden Qualifikation und der sich zum sträksten [sic] Machtfakto- ren entwickelnden Monopolen persönlicher und gesellschaftlicher Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst vvpvvroduzierenden den Preis bestimmt, in der Verquickung von Ar- beitszeit und -wert die Uvvnvvstimmigkeit der reinen Arbeitsmengen- oder Arbeitszeittheorie ausschaltet. In der Gesellschaft der Gleichen, in der vorgeldlichen Zeit ist besonders deutlich, dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits- zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein- kommen, dargestellt in einer Gütermenge, durch das höhere substi- tuiert worden. Wenn der vorwirtschaftliche Mensch, um unser altes Beispiel anzuführen, in gleicher Zeit entweder eine Tonschale oder einen Korb herstellen kann, so müssen diese beiden Dinge naturnotwendig gleichen Wert haben, und zwar ist es hier noch in Reinheit die Arbeitsleistung einer bestimmten Zeit. Wenn nun beispielsweise der Goldsucher oder Goldgräber in einer bestimm- ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s67.png || ||# ===68=== #|| || -68 - intersubjektiv gleich sein der jeweils erzeugten Gütermenge an- derer Berufstätigkeit. Ivvnvv Wvvavvhrheit wird sich gerade in jener Zeit die Arbeit den verschiedensten Beschaffungen je nach wech- selndem Bedarfe zugewandt haben . Aber auch jener Umstand kann das Bild nicht trüben, dass doch auch im vereinzelten Falle die Beziehungen der aufgewendeten Arbeitsmengen verbindend zwischen allen Gütern stehen. Wird die Berufsgliederung stärker, der Tausch allgemeiner und erhält so ein Gut eine Sonderstellung als das allgemein beliebte Tauschgut, so gebe ich nur ein Erzeugnis meiner Arbeitskraft, die in Hvvivvnsicht eines ganz bestimmten Bedarfes aufge- wandt wurde, hingegen die Verkörperung anderer Arbeitskraft, die, weil in allgemeiner Gvvuvvnst steht, mit wiederum ohne Schwierigkeit Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen, so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes- te geändert worden. Nvvuvvr stärker prägen sich jetzt die Geldpreise vorher noch Ausdrücke in Gewichtmengen Gold und ursprünglich nur g[hand. drüber e?]egen-einandersetzten absoluter Werte, Preise von Fall zu Fall, wenn wir sie so nennen wollen, in ihrer Relativität aus. Der im Jahre, nach Abzug seiner Unkosten X g Gold fördert und laut staatlicher Kreierung dadurch ein Einkommen von Werteinheiten geniesst ist gleich gestellt mit dem, der im Jahr 100 Tonschalen oder 150 Körbe fertigt und für diese dann den Preis von a Werteinheiten geteilt | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s68.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===21=== #|| || - 21 - kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s21.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===19=== #|| || Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen- tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä- tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes- ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be- griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel- len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang setzend. Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich- keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s1.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===21=== #|| || - 21 - kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s21.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===19=== #|| || Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen- tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä- tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes- ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be- griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel- len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang setzend. Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich- keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s1.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===21=== #|| || - 21 - kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s21.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===19=== #|| || Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen- tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä- tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes- ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be- griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel- len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang setzend. Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich- keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s1.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===21=== #|| || - 21 - kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s21.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===19=== #|| || Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisst soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in mannigfacheter Form entgegen- tritt. Was die Werteinehit erreicht, hat seine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. Sei es Grund und Boden oder Vieh, sei es menschliche Tä- tigkeit vom Dienst des Baerensammlers bis zur höchstqualifiziertes- ten geistigen oder organisatorischen Arbeit, ob es nun Erz und Kohle oder gleich der stolze Oceanriese, ein Kindersteinbaukasten oder ein Wolkenkratzer in der New Yorker City, der millionste Kliescheeabzug eines Bilderbuches oder ob es das Kunstwerk eines unserer besten Meister sein ;- Dinge, die wie nie und nimmer vergleichen könnten, in der Form, dass wie sie auf einen gemeinsamen Ausdruck bringen, sie scheinen im Spiegel der modernen Wirtschaft gleichgemacht. Der Be- griff der Werteineheit scheint uns etwas real wirtschaftliches darzustel- len und es bleiben übrig und regieren nurmehr die Zahlen, die sich gegeneinander wägen, damit den Mechanismus der Wirtschaft in Gang setzend. Wir sagten, die Werteinehit "scheint" eine absolut reale grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die Möglich- keit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was deren | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s1.png || ||# ===II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und Güterverteilung.=== ===20=== #|| || - 20 - __ D e r K r e i s l a u f d e r W i r t s c h a f t .__ So lose auch bei nachlässiger Betrachtung eine Atomisierung des wirtschaftlichen Kreislaufe mit der Wertein- heit zusammenhängen mag, wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen Lehrmeinung uns nur die wirt- schaftlichen Bindungen und die wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein Gewinn für unsere Untersu- chung erwachsen. In ihrem Element, der Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers ver- spürt haben, dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen, um den Kern, den Inhalt und den Geist der Wert- einheit aus allen Aeusserlichkeiten herauszuschälen. So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tausch- gutes war, den zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelper- sonen, wie es dann dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s20.png || ||# ===21=== #|| || - 21 - kehr innerhalb einer Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i. die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon heiraus erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dazu be- rufen sein, um Produktion, Distribution und Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt in diesen deut- lich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu einer flüs- sigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit von Welt- wirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde darstellen müs- sen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch haftende Ein- heit in die E^^r^^scheinung tritt. U^^n^^d jede dieser Einheiten hat wieder- um ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder Rechnungs- einheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus sich selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel ver- teilt und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital " erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den Kreis- lauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer Geld- wirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s21.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===22=== #|| || - 22 - noch von einer Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letz- terer Ausdrucksweise nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe des Geldes oder erste bei Wiederein- lösung desselben in Waren als vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen, wobei auch beim stoffwert- losen Gelde alle Gesetze eines realen Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der Betrachtung der Wirt- schaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten definitiven Tausche , zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der volkwirtschaft- lichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges darstellt und immer auf´s neue gegen Genussgüter zu tau- schen bereit ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhan- denen Möglichkeiten der grösste Sättigungsgrad des Konsums er- reicht ist. Von diesem Augenblicke an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des Wirtschafters nach vol- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s22.png || ||# ===23=== #|| || - 23 - lendetem Austausch seine überschüssigen Produkte in andere Konsum- güter mittels jenes Geldes doch im Einzelfall, nie aber in der Gesamt- heit möglich sein. In anderen Falle, wo das GEld in eienm stoffwert- losen Material vergegenständlicht ist, und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem --a--kann von einem definitiven Tausche zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur sehr gezwungen und gewagt gespro- chen werden. Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaft- liche Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem ge- schlossenen Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genom- men als Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Äquivalenz, das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei der Betrachtung des Kreislaufes kann es nur darauf ankommen, innerhalb der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich hat vollziehen können. Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnitt- liche Einkommen in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion "der Gesellschaft der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen nur, dass solche M^^ö^^glichkeit besteht, wenn der Arbeitende | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s23.png || ||# ===24=== #|| || - 24 - nicht mehr das Werk seiner Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die Abhängigkeit reicht, ohna aber, was wesentlich ist, der äusserlichen Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein G^^u^^t sich definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft kompen- sieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe.Die Schwie- rigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im besonderen darin suchen, dass in der mordernen Wirtschaft, wohl Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Kuuo uunsum beteiligt sind und im allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht, dass alle Vorgäng hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein verständlicher wird. Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben, der etwa folgendermaassen ausgeführt: "Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwen- dungen und konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar realisieren sich Produktion und Verteilung durch den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s24.png || ||# ===25=== #|| || - 25 - Austausch von produktiven Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist wirtschaftlich nicht anderes als ein Kombinieren von Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden-und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter auch zugleich die Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Buuouuden- und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu zu pro- duzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den güter- wirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unterneh- mer Nachfragende--n-- ,die Konsumenten Anbietende , auf dem Genussgüter- markt umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen Genussgüter. Die Kuuouunsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben, die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld aus- geben, das sie auf dem Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer bezüglich ihrer eigenen Leistung den | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s25.png || ||# ===26=== #|| || - 26 - Anbietenden auf dem Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als korporativ--n--auf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist."" Soweit Schumpeter. Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güter- verteilung zu suchen haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Kuuouusum öffnet, den finden wir im Einkommen.Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse der derzeitigen Produktion eng ge- bunden sein. Eine Vorauseskomptierung des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht mangels Abnahme derenWare, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so doch immerhin dem Wesen nach eine Krise. Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom erfahrungsgemäse vorauserwartetem heutigen Kuuoouunsum vor- geschrieben wurde. mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kau- fen wir die Güter früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s26.png || ||# ===27=== #|| || - 27 - die Wirtschaft stets von einem konstinuierlich fortlaufenden Gü- terstrom durchflutet ist, in dem Ein-und Abfluss, Produktion und Kuuouunsumtion in gewissen Guuruunzen sich die Wage halten müssen.Zwang- los finden wir hier die Erklärung mancher Krise:nämlich dann, wenn wir aus der Muuüuundung mehr Kuuouunsumgüter erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in anderer Variation, wenn wir einen späteren Kuuouunsum gewaltsam und stossweise hinaufzuschrau- ben versuchen und für diese dahin zielende, sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife Equivalente ver- langen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine Fesseln anzu- legen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank--und beson- ders der Diskontopolitik. Wir stellen für unsere Uvvnvvtersuchung der modernen Wirt- schaft fest, dass wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Auf- schluss über deren absolute Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historischoaus dem direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen Abwägens nur die wirtschaftlich notwen- dige, wertvolle und anerkannte Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s27.png || ||# ===28=== #|| || - 28 - gende Produktionsänderungen eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen haben .Die Werteinheit hat die Bedeutung, - das sei hier wiederholt - uns nur relative Werte aufzuzeigen.Wohl aber muss jedes Gut seinen absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende insgesamt das ist das Einkommen der Nation. Die Kalkulation ist nicht weiter, als eine Addition von aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile dar- stellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann, insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung begründet sind, im ein- zelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondeere für das Erkennen des Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber der Zu- griff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht mess- baren Teilbarkeit an einem Gvvuvvte besteht, für den einzelnen gar nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s28.png || ||# ===29=== #|| || - 29 - gen Verkehrswirtschaft auch gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch ermöglicht, dem realen Wert seines Anteils, den er iirgendeinem Gvvutvve zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen. Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit zusammen getan, in dem alles Per- sönliche und Individuelle untertaucht, wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen wiederum der eine auf Kvvovvsten des anderen seinen Vvvovvrteil zu erringen suchen. Zum Realeinkommen, zum Kvvovvnsumgütermarkt ist und das Nomi- naleinkommen das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wie- der mobil machen. So ist es uns, - gleich in welcher rechnerischen Grösse, -die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerken- nung der Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens-und Preishöhe auf dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass diesenEndzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zvvuvvngen der Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu equilibrieren. Wir können sagen: | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s29.png || ||# ===30=== #|| || - 30 - Realeinkommen R mal Preis (im Durchschnitt , Index ) P ist gleich Nvvovvrmaleinkommen N und können diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig differenzierte Werteinheits- ausdrücke sich im Verkehr herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf Grund seines Stoffwertes in jene Relation eingezogen werden kann, so muss er an Stelle von Gleich- wertigem(Tauschgut ) doch Gleichnamiges, Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden zwischen Einkommen und Kvvovvnsumtionsmöglichkeit und in der modernen Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinehit, die in Geld oder der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine, isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit eine ältere Er- scheinung nd hat doch ihren Ursprung, wo wir erstmals von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus. In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende Preis ist dann der Kvvovvstenfaktor aller Einkommen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s30.png || ||# ===31=== #|| || - 31 - Die Paralellität in der Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominal- einkommen und den Preisen insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches. Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der anderen, wo die Arbeitsauf- wände und damit die Einkommen sich sammeln, Stücke gleichen Ge- wichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen, prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond. Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen so starke sind, dass von einem quantitätstheoreti- schem Ausschwingen zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor, denn die Produktionsweise ändert sich allge- mein meist nicht spr--i--[ergänzt: handschriftl. u]nghaft und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in nominelle Güterpreise, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s31.png || ||# ===32=== #|| || - 32 - das andere Mal in nominelle Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben müssen. Der Kvvovvnsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die Auswahl der Produktion und je nach seinen objektiven Wertschätzungen einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits werden diese oder jene Güter herangezogen werden .Was aber in diesem Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in einem bestimm- ten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass Unternehmer und Ar- beiter, Bauern, Beamter und freie Berufe nicht willkürlich nebenein- ander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen müssen. Neben dem Preisgebäude oder besser mit dem Preisgebäude ist auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer Zusam- menhang zu konstatieren ist. Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Pro- blem gipfeln, die Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr nominelles Einkommens auf dem Markte er- scheinen kann, als während der Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte verausgabt wurden. Darin müssen sich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s32.png || ||# ===33=== #|| || - 33 - aller, aber auch alle Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulati- onen finden wir die Substanz für alle Einkommen. In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu unterscheiden haben: 1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genuss- güter unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten- Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre Haupt- einkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der Gesell- schaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse gespeist. 2.) Die an der Evvrvvschaffung des festen "volkswirtschaftlichen Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer, Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . ) 3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen können . 4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeg- licher Art durch den Fiskus kaufkräftig werden. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s33.png || ||# file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s34.png ===35=== #|| || - 35 - Was an jeder bildlichen Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der Akte, die sich in Wirklich- keit natürlich im organischen Flusse befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine Periode in ein einmaliges Ge- schehen zusammenpressen. Was uns deutlich werden soll, ist die Para[ergänzt handschriftlich: l]ellität von Nominaleinkommen mit der Preishöhe der Gesamtpro- duktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I) geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12, an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist 12; treten also von ihren Einkommen ab 12 , 8 und 12 ist 32 und es bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfach- heit halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden privat- wirtschaftliches Kapital ; - privatwirtschaftliches Kapital aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt [ergänzt handschriftlich:, ] einen obligato- rischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s35.png || ||# ===36=== #|| || - 36 - Halbfabrikate gelten als Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalku- lationen als ein fertiger Posten erschienen, für den in der voraus- gegangenen Produktion Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden muss- ten. Zins und Rente wurde ohne weiteres dem Produzenten- und Händ- leranteil zugerechnet. Des weiteren sind die Posten für Abschrei- bung und Abnutzung weggelassen, denn ob von der Gesamtheit aus ge- sehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum mindesten in grösseren Zeit- läufen ausgleichen. Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geld- preise. Das ist nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von Produktion und sie begleitender Einkommensbildung . Wenn wir sagen, die Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und gesellschaftlich gültig austauschbar wer- den, so müssen wir auch bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Speigelbild der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen zwischen Real- und Nominal- einkommen bezeichnen. Das wir den Preisen die primäre Rolle ein- räumen, könnte als gegen die Tatsachen verstossend erschienen, denn | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s36.png || ||# ===37=== #|| || - 37 - äusserlich treten tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst an dem Preise im einzelnen die letzte Kor- rektur vor; aber die Preise sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen bereits fixierten, oder wenigstens voraus- kalkulierten Preis. Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch, Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoff- quantitäten zum Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich decken, ist in jedem Einzelfall wohl verschieden; sie können das völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstat. tet ist, d.h., wenn keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu erhalten, während also Real. und Nominaleinkommen sich stets decken müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3.Aus- drucksform dafür; wird oftmals nur ein Tel [sic] der erstgenannten Be- griffe sein und kann nur in der Ausschliesslichkeit des Einkom- mensempfanges in dieser Form zum gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die eine Fülle von Relationen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s37.png || ||# ===38=== #|| || - 38 - darstellen;- wenn es heute nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine Fvvrvvage sein, dass wir es in engster Anleh- nung an die Güterproduktion zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf Grund des akzeptierten Warenwech- sels als die der Vollendung am nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig unserer bisher beschriebenen Auf- fassung. Ivvmvv Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen Anspruch an die Allgemeinheit, während wir --i--unsere wertvollen Dienste der privaten Produktion liehen und auch hier- her die Quelle unseres Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gvvuvvt bewirkt zuerst einmal ein privates Forderungs- recht, das wir irgendwann einmal zum Eigengebrauch lebendig wer- den lassen wollen. Eine solche private Forderung ist die Buchfor- derung und es ist der Warenwechsel, den der Fabrikant für eine wirt- schaftlich abgenommene Leistung in Händen hält. In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und füg- lich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die Geld- schöpfung vor weiteren privaten , in's kleinste zu zerlegenden Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s38.png || ||# ===39=== #|| || - 39 - Unternehmer [sic] geltend machen müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirt- schaft haben, und darum entäussern wir uns unserer vergegenständ- lichten Arbeit, weil wir erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder Teilgut selbst doch der Equi- valente habhaft werden können. Ivvmvv privaten Verkehr konnten nur privaten Forderungen entstehen. Die private Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch' grosser gegensei- tiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft, wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen. Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss. Praktisch geschieht das, indem wir bei der Kvvovvnsumtion Teile dieser Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Fvvovvrderungsrecht und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert. Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der Kreislauf beendet. Dass das Geld uns als etwas anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung und vergeht mit | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s39.png || ||# ===40=== #|| || - 40 - der Kvvovvnsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen, verursacht wird. Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die Zvvuvvsammenhänge, sowiet sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zvvuvvr Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände betrachten. Seine Sicherheit und seine Eig- nung zur Geldschöpfung, d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsum- güter repräsentiert, das können wir ruhig xxx dem viel bekritelten Profitstreben der Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima Unterschriften, sondern in der wirt- schaftlichen Uvvnvvmöglichkeit, dass auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die Gefahr auch, dass mehrere Wech- sel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner, der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nucht als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die übrigen können aus dem Uvvmvvlaufe der gerade freien Gelder gespeist werden. Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s40.png || ||# ===41=== #|| || - 41 - kommen können, kann uns nur eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche Einkommen in neu geschöpf- ter Geldform zur Verteilung gelangen. In Wahrheit wird aber Pro- duktion in Natura verteilt, es wird mit noch umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen au--s--[ergänzt handschriftl.]fgerechnet, Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der Grösse der Produktion wohl eine obere Gvvrvvenze geschaffen. nach unten aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapital- markt zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen, das uf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im Zvvuvvsammenfügen und Teilen von Wert- einheiten auch die Güter vergleichbar und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt durch sie den Güter- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s41.png || ||# ===42=== #|| || - 42 - austausch möglich werden. Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes betrachtet. - die Distribution scheiden wir aus , - bietet uns wieder das gleiche ursprüngliche Bild. Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche des Zufälligen entwächst und sich zu einer gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet, auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s42.png || ||# ===3=== #|| || - 3 - alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren MItglieder je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in solcher Wirt- schaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlich- keit des Bedürfnisses den gleichen Begfriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen liessen. Die wirtschaftliche Entwicklung, die wir als Tatsache annehmen wollen, schreitet fort. Durch irgendwelche Umstände, wie die Völkerwanderungen, traten die Menschen nicht nur in Beziehungen zu anderen Wirtschaften ihres Stammes und ihrer Art, sondern auch zu fremden Völkern mit anderen Sitten, Gebräuchen und Lebensgewohnheiten; lernen damit fremde Bedürfnisse kennen und schätzen. Die ersten Tausch- handlungen werden hier zustande gekommen sein, ohne dass aber eine Werteinheit dabei nötig war, - ein Gut tauschte das andere aus. Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korb- flechter ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale benö- tigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der Korbflechter hinwie- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s3.png || ||# ===4=== #|| || - 4 - derum hierzu nur einen Tag. In der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiederstand zu erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschen- den in ihrem Berufe, ihre persönliche Quali--z--fikation ist gleich) - sie tauschen absolute Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirt- schaften an der Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Ar- beitsteilung hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorberei- ten. Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden, der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feil- bietet. Die Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbar- keit und Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen in der Lage bin. S o l a n g e wird der Tausch eine Zufälligkeit blei- ben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche, organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut erwachsen, das dank seiner Eigenschaften - widerstandsfähig, relativ kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar - imstande war, jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit den Tausch als allge- mein geübte wirtschaftliche Handlung zu legalisieren. Die Geschichtss- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s4.png || ||# ===5=== #|| || - 5 - schreibung erzählt uns von Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen. Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängen- den Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrsch ten. Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir sagen, je grösser und weit verzwiegter diese Gemeinschaft der mit gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf, je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer, zielbewuss- ter und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich herauskristallisie- ren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch, zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einst- weilen aber nur für einen dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzun- gen den gegebenen Zustand gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s5.png || ||# ===6=== #|| || - 6 - beit wert oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemein- schaft selbst werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen über- einstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine ab- schließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine gedank- liche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen: Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich gleich- wertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen Arbeitsauf- wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven Wirtschafts- ordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der konsequenteste Formali mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s6.png || ||# ===7=== #|| || - 7 - Behufe das reale Tauschgut benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann - und nie wird die Natur uns ein solches bescheren - , das über Zeit und Raum hinaus die absolute Wertkon- stanz in sich birgt. Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Ver- gessen wir doch nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschopera- tionen zwischen Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen Gutes, ja, es wäre geradzu unsinnig, ein solches einzu- schalten. Die Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in ge- wisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der Arbeitsauf- wand, dessen wirtschaftlicher Wert, der Beschaffungswidersand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmassen revolutionieren, den Ruhepunkt wer- den sie erst dann wieder erreichen, wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen, hier ohne jede Störung über- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s7.png || ||# ===8=== #|| || - 8 - haupt, Arbeitsmengen als Arbeitszeiten sich ausgependelt haben. Welche Arbeit, welches Mass, welches Gut könnte dabei von Schwankungen verschont und als absolut unberührt fest gelten? Keines, auch das Gold nicht, müssen wir darauf antworten. Auch das Gold kann auf keinem anderen Wege seinen Tauschwert abgeleitet v erhalten. Wenn also eine Reduktion auf Gold als dem sogen. Wertmaass nicht auch gleichzeitig die Gewähr dafür bietet, dass auf lanfe Sicht hinaus keine Aenderung der Produktionsweise eintreten wird und in- folge grösserer oder geringerer Wertschätzungen einzutreten braucht, so ist es unlogisch, auf diesem Punkte schon genüge zu finden. Nie und nimmer ist das Gold und ist kein Gut von Natur aus ein, über den Augenblick hinausreichendes absolutes Wertmaass und wenn es darum das Wesen der Werteinheit ausmachen müsste auf ein solches Gut von historisch gültiger Konstanz basiert zu sein, sie könnte dieser Funktion in der Wirtschaft nicht gerecht werden. Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tausch- mittel sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies ver- mag sie unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tausch- mittel Gold wird als Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor diesem Akte liegen muss und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s8.png || ||# ===9=== #|| || - 9 - begrifflich nicht damit zusammenhängt. Wann wir überhaupt in der geschichtlichen Betrachtung erstmals mit dem Begriff Werteinheit operieren wollen, muss eine mehr oder minder willkürliche Erwägung sein. Nicht wollen wir von Werteinheit sprechen etwa beim ersten zufälligen Tausch, indem wir sagen, und wir könnten das, das eine Gut sei gewissermassen die Wert- einheit des anderen, sondern wollen Werteinheit dann erst als Tat- sache gelten lassen, wenn eine Gemeinschaft in all ihren wirtschaft- lichen Handlungen sich zwanglos eines einzigen Wertausdruckes be- dient. Voraussetzung für die Werteinheit ist als eine historische Entwicklung in einem wirtschaftlichen Verband und die Werteinheit ist in der Gültigkeit und in der Wahrheit des Ausdruckes um so allgemeiner und bestimmter, je kulturell entwickelter, je weiter verzweigt und doch wieder je fester in einander gefügt das gemein- same öffentliche und wirtschaftliche Leben sich dort abspielt. Die kon-s-tinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig auch die äusseren Formen und MIttel für das rechtliche und öffentliche Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er die reale Werteinheit durch Namengebung äusser- lich zu einer staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, inner- halb seiner Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s9.png || ||# ===10=== #|| || - 10 - sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirt- schaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich prokla- mierten, dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neu- ordnung immer nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sen kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunk- tion des Geldes als der Form, oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist not- wendig, solange die staatliche Autorität noch nict in dem spä- teren Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war. Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der Inbeziehungsetung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korb- flechter nichts Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wider die dazugehörige Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Ton- schale anstellt, doch ohne weiteres erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist gleich 27,90 M ( Fiktion: Vom reaalen Goldtausch wurde direkt zum Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold ist gleich | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s10.png || ||# ===11=== #|| || - 11 - 2.790.- M) fehlt uns zum vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung: 2.790,- M zu 1000 g wie 27,90 M zu 10 g, mit anderen Worten - wir müssen den Münzfuss kennen. Noch umständ- licher und verzweigter werden die Vergleiche, wenn der Korbflech- ter nun gar noch weitere Erwägungen anstellen muss, um in den Be- sitz der Tonschale zu gelangen. Das Geld wäre die törichteste Ein- richtung und wir könnten nicht glauben, dass es solches Geld gäbe, dass der Verkehr zu seiner Erleichterung und Beschleunigung sich eines solchen I vvnvv strumentes bediente oder es eigentlich erst so recht schuf, das ihn wie eine Zwangsjacke hemmen müsste, wenn, ja wenn eben die Funktion des Tausch g u t e s das wesentliche Merk- mal des Geldes bedeutete. Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden, so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charackter des Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet, ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum MIt- tel sich gewandelt hat. Wenn die Werteinehit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Güter bildet, so ist es naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur letzte Befriedigung zu dienen, die histo. rische Verankerung und damit auch seine Selbstständigkeit im mensch- lichen Denken verliert und uns als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu sagen hat. Die Gewonheit des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s11.png || ||# ===12=== #|| || - 12 - täglichen Lebens spricht auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in K^^o^^nsequenz um in Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es durch die Wert- einheit eingehaucht, auf die es lautet, und die Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet. Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwert- voll oder wertlos zirkulieren muss und kann, das ist eine sekundäre Frage. Uns ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechneri- sche Grösse sein kann.Wenn wir sehen und sagten, dass die WErtein- heit ihrem Wesen nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig, dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll, ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche symbolisieren müsse.Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig. Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke an, wo wir von Werteinheit sprechen - in der wirt- schaftlichen Gemeinschaft, die sich allgemein und immer gleichem historisch begründeten Wertausdruckes bedinet - nicht jeder wirt- schaftliche Akt, jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer von neuem die Erwägung des Abschätzens | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s12.png || ||# ===13=== #|| || - 13 - am Golde notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn die Werteeinheit noch in stoffwertvol- lem Material verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kom- mensurabel zu machen.Ob dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine Objektivität" besitzt, eine Zu- rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter wel- chen besonderen U^^m^^ständen das der Fall wäre, kann erst die weite- re Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der Entwicklung zu skizzieren. Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äus- serlich immer noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger musste es sein, diese gleichen Mengen von Edel- metallen für den Handel zu beschaffen und so konnte es nicht aus- bleiben, dass man zwar auf der einen seite den Segen der eröhten Produktivität verspürte, auf der anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten Schatz, als eine zwcklose Mate- rial-und Kraftverschwendung erkannte. Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase unserer Wirtschaft kommen, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s13.png || ||# ===14=== #|| || - 14 - die mit dem Worte K r e d i t gekennzeichnet ist.Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als ausschliessliches Zahlungs-oder Tausch- mittel überwunden; wir tauschen nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich weiter auch dort, wo sie sich üner den Stoff erhebt. Ueberlegen wir aber,dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich, sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufäl- ligkeit und Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedens- ten Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die Summe aller Soll- und Ahbenposten müssen von der Perspek- tive der Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, prak- tischen Ausweg zu finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die technischen Mittel gebären wird, die si zu ihrer glatten Abwicklung wird nötig haben. Und diesen Träger | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s14.png || ||# ===15=== #|| || - 15 - finden wir im Wechsel, der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres F^^u^^ndament stellt. Von seinen sonstigen Rechtstiteln ab- gesehen bedeutet er in seiner Urform nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit. Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der Lage war, wäh- rend der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den schul- digen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem Sinna nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizeirung, die uns bei nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufi- ge, die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen. Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kon--s--ti- nuierlich fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze Problem nicht mehr als ein privates, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s15.png || ||# ===16=== #|| || - 16 - sondern als ein im höchsten Masse gesellschaftlcihes an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der Wirtschaft den^^ie^^ Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in werteinheiten in staat- lich begültigte Stücke auf runde Summen lautend, und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer gesaggt, vor- schiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach privaten In- stitut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus volkswirt- schaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit. Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungs- verkehr - oder wir können ihn auch noch durch alle äussenren Formen als Tauschgrundlage erkennen, wenn wir d--en--iesen auf ein allgemein- nes Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebe- ner, bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s16.png || ||# ===17=== #|| || - 17 - Zwischen einer solchen aus Leistung geborenen G u t s c h r i f t s- Banknote und unserer Z a h l u n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der "10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr mit Be-und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagtenm die Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare Verrrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss, aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die Wirt- schaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir der Wirtschaft infolge gleichen Z^^u^^und Abstroms nie geleert ist. Das kann hier einstweilen nur angedeutet werden. Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwick- lung oder vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickl- lung von der B^^u^^chforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlcih in jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Egenart der Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über per- sönliche, sachliche, örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der For- derung und wenn schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s17.png || ||# ===18=== #|| || - 18 - Aus ihnen hervorgegangen und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven Leistung der Gemeinschaft die mittel allgemein gültigen Wertbegriffen rechnet, so ist die Banknote, sol- che Werteinheiten repräsentierend das moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut - das Geld im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit - in unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht. Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Diense und Nutzungne als selbs- ständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass denn geeig- net wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir dem Wert der Waren auch vorher schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu gruned liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r " genügt, den Mechanismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s18.png || ||# ===19=== #|| || - 19 - des Wirtschaftslebens in Bewegung zu halten1/2 Wie jedes Teilgut früh- her --e--in einem entsprechenden Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer entsprechenden Anzahl von Wert- einheiten symbolisch vergegenständlicht und damit die Distri- bution ermöglicht werden. Der Begriff der Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass wir uns im täg- lichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so langer Entwicklung geborene Bankgeld - unser heutiges Geld schlechthin - um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung, Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren. Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirt- schaft, der Einkommensbildung und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll, wird geeignet sein, die Zusam- menhänge unserer Wirtschaft aufzudecken und manche der gestell- ten Fragen der endlichen Beantwortung ertgegen reifen lassen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/wesenundinhaltderwerteinheit_s19.png || ||# ===43=== #|| || - 43 - __D i e L e h r m e i n u n g e n__ Der M e t a l l i s m u s . Der N o m i n a l i s m u s . Sind wir dem Wesen des Geldes in funktioneller Hinsicht bei der vergangenen Betrachtung näher gekommen und konnten wir das gewonnene Bild uns formen, ohne dass wir uns mit Entschieden- het zu einer herrschenden Tvvhvveorie bekannten, - haben wir dort nur das tatsächliche Geschehen kritiklos hingenommen und es ver- sucht, die einzelnen Dvvavvten zu organischem Fluss an einander zu rei- hen, so müssen wir jetzt den Geldtheorien unser Ohr leihen, deren je- de mit Bestimmtheit und seltenem Fanatismus ihren Standpunkt für den allein richtigen vertritt. Eine eigentliche wissenschaftliche Forschung nach dem Wesen des Geldes beginnt naturgemäss mit dem Metallismus, einer Geldlehre, deren Ivvnvvhalt uns noch ganz deutlich werden wird. Dieses theoretische Besinnen erfüllte darauf denn auch ausnahmslos und ohne Widerspruch die Geister und heute sogar können wir noch sagen, dass die alten klassischen Gesetzte jenes orthodoxen Metallismus ohne nennenswerte Redivierung [sic] im Schwange sind und immer noch Grundlage auch aller späteren, selbst der modernsten Entwicklung. In den Anfängen des Geldverkehrs war das Geld und damit sprechen wir von allen Geldstoff schlechthin, auch wenn er schon staatlicher Prägung unterzogen war, doch eigentlich nichts anderes, als ein Gut wie eben die übrigen Güter alle, das sich nur | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s43.png || ||# ===44=== #|| || - 44 - bei Tauschbedarf in das Tauschgut vorübergehend in " Geld" wandelte und so jeweils durch das Heraustreten aus dem allgemeinen Güterkreis in den ihm entgegen stehenden, ihn bewegenden Geld- kreis automatisch die nötige Geldmenge schuf. Die Warenbewegung ist das primäre, gegenüber der Geldbewegung und zieht diese nach sich. Und gleich wie von Wirtschaft zu Wirtschaft so floss das Gold wechselnd von Gemeinschaft zu Gemeinschaft gewissermaassen im intervalutaren Verkehr als das allgemein beliebte und gebräuch- liche Geldtauschgut, als ein Weltgeld. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber bedingte der natürliche Mangel an Edelmetallen ein Verlassen oder wenigstens doch --E--[ergänzt handschriftl.]einschränken dieses Systems des sich selbst regulierenden Zu- und Abstroms von Geld, von Gold. Damit ging eine verwandte Tendenz Hand in Hand, nämlich ein Bestreben, das ersparte Edelme- tall in den Tresor der Banken aufzuspeichern und mehr und mehr den goldersetzenden Banknoten die Hauptrolle im Geldverkehr zu überlassen .Dvvavvs schien der herrschenden metallistischen Geldauf- fassung nicht zu widersprechen, denn selbst der fürhende National- ökonom jener Epoche - Ricardo - sagt über jene papierenen Umlaufs- mittel, die wohl gleichartig funktionierend doch nicht Metall - (Waren) geld waren:" Ein Geldumlauf ist in seinem vollkommensten Zustand, wenn es gänzlich in Papiergeld besteht, aber in einem Papiergeld von gleichem Werte wie das Gold, das es zu vertreten erklärt. Der Gebrauch von Papier anstatt von Gold ersetzt das kostspieligste durch das billigste Material und befähigt das | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s44.png || ||# ===45=== #|| || - 45 - Land, ohne irgendjemand zu benachteiligen, alles Gold, das es früher zu diesem Zwecke benützte gegen Rohstoffe, Werkzeuge und Nahrungs- mittel einzutauschen, durch deren Gebrauch sein Wohlstand und seine Genüsse vermehrt werden." Ist nun aber dieses Papiergeld nur Stellvertreter des Edelmetalles und dieses allein nur das eigentliche Geld, das trotz des grössten Anreizes zu seiner Förderung dennoch zum Verkehr nim- mer ausreicht, und zudem noch als volkswirtschaftlich unrentabel gelten muss; ist das Papiergeld - die Banknoten - also nur Symbol eines gedachten Goldquantums, dann allerdings muss notwendig die Frage auftauchen, wie gross muss diese Papiergeldmenge oder wie gross wäre wohl die im Verkehr benötigte Goldmenge, deren Wert das Papier vorstellen müsste? Wenn der Metallismus diese Menge nicht mit einer ökonomischen Evvrvvscheinung in der Wirtschaft verkettet und aus einer Denkgrösse eine messbare werden lässt, dann wird er in der modernen Wirtschaft zu sehr dem schwankenden Rohre gleichen, als dass man es wagen könnte, die Geldschöpfung so zu basieren. Ricarod [sic] schreibt noch im gleichen Kapitel darüber: Das Publikum vor allen Veränderungen im Werte der Umlaufsmittel zu schützen ausser denjenigen welchen der Münzwert selbst unterworfen ist, und den Umlauf gleichzeitig mit einem möglichst wenig kostspieligen Metall zu bewerkstelligen, heisst den vollkommensten Zvvuvvstand zu erreichen." Dazu empfiehlt er dann die Einlösbarkeit der Nvvovvten in Barren Gold und umgekehrt; etwa[hanschriftlich durchgestrichen--s--] dieselben Grundsätze, die zur Herrschaft der Geldwährung bei uns in Uebung waren und die Knapp | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s45.png || ||# ===46=== #|| || - 46 - --l-- als Hylodromie und Hylophantismus in seine Theorie einreihte. Wenn allerdings, so muss auch Ricardo enden, bei unge- wöhnlichen Gelegenheiten, wo eine allgemeine Panik das Land er- greift, jedermann die Edelmetalle besitzen möchte, als die bequems- te Form, sein Vermögen zu realisieren, dann ist auch diese Ordnung nicht mehr durchführbar. Das eigentliche Geld des Metallismus, das Edelmetall verschwindet aus dem Verkehr und keine Zentralbank der Welt könnte sog. r u n s im grossen Maass begegnen. Dann muss das Papiergeld,(die Banknote ) [ergänzt handschriftl.,] dieses nur auf Vertrauen beruhende Geldsurrogat, gerade in den Zeiten des völlig geschwundenen Ver- trauens dennoch Geldienste [sic] leisten. Solange unsere Betrachtung nur dem Metallismus gilt, haben wir den Begriff der Werteinheit nicht besonders zu erklären und zu definieren. Wenn wir hier von Geld sprechen und wir verste- hen gwöhnlich [sic] darunter das chartale Stück, das Zahlungsmittel, dann sprechen wir gleichzeitig von Werteinheit, denn in jenem System gibt es begrifflich keinen Uvvnvvterschied zwischen Werteinheit und Zahlungsmittel; hier ist Werteinheit gleichbedeutend mit einem bestimmten Quantum Gold und ist so identisch mit der Münze selbst. Die Münze ist also Zahlungsmittel und Wertmaass zu gleicher Zeit. Dem späterhin von anderer Richtung eingeworfenen Gedanken der ab- strakten Werteinheit, einer reinen Denkgrösse als dem angeblichen Wertmesser, lehnt die alte klassische Schule ab. Deren prominente Vertreter Adam Smith und Ricardo standen auf dem Bvvovvden der objek- tiven Wertlehre, derart, dass sie als Bestimmungsgründe des Wertes | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s46.png || ||# ===47=== #|| || - 47 - der Waren die Faktoren Arbeit, Kapital und [darüber handschriftlicht ergänzt: .... .......... ] und Rente gelten liessen. Ersterer nicht immer in konsequenter Durchführung, Ricardo aber in seinen principles um so geschlossener. Die Münze ist eine Ware wie andere mit den gleichen Wertbestimmungsgründen. Preise und Ausdruck des Verhältnisses des objektiven Wertes des Goldes mit dem der zu vergleichenden Ware und ein G[handschriftlich --o--, e ergänzt]ldwert existiert nur soweit, als wir darunter einen Goldwert; eben den objektiv messbaren Wert der Goldmenge verste- hen. Für den strengsten Metallisten kommt überhaupt nur der Ge- brauchswert des Goldes als Vergleichsmaass in Fvvrvvage; er schätzt rein subjektiv nach Lust-oder Uvvnvvlustempfinden, was natürlich zur Folge haben muss, dass dort, wo vollwertiges Metallgeld im Kurse ist, die gesetzliche Zahlungskraft damit bedeutungslos ist. Nach Diehl aber ist beispielsweise zur Durchführung ge- regelter Preisbildung ein Geldgut, also ein wertvoller Geldstoff notwendig, denn er will den Kern der Preisbildung in der wohl sehr fragwürdigen Formel begriffen wissen: " Nun schätzt ihr an einem allgemein[handschriftlich durchgestrichen--e--] beliebten Gegenstand, z.B. dem Golde ab, wie viel ihr für meine Ware geben wollt? " Diese metallische Lehre konnte nur so lange unangefochten blei- ben, so lange die tatsächliche Uebung sich aus jenen Sätzen erklären liess. Sobald aber papierne, oder auch nur unterwertige Umlaufmit- tel in den Vvvovvrdergrund des Verkehrs ge[handschriftlich durchgestrichen: --d--]rückt waren, wurden, den Metallismus verneinende und bekämpfende Stimmen laut. Ihnen wieder- um musste dieser entgegentreten und in seinem System jenen neuen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s47.png || ||# ===48=== #|| || - 48 - Zahlungsmitteln Raum geben. Die Bezeichnung Geld geriet ja für jegliches "Papier" ohne weiteres in Wegfall, denn eigentliches Geld war immer nur das 100 %ige Metallgeld. Banknoten waren doch immer nur - man mag die absolute Nvvovvtwendigeit ihres Entstehens und ihrer Zvvivvrkulation eingesehen haben oder nicht, - Geldsurro- gat, jederzeit umtauschbares Kvvrvveditpapier, das seinen Wert nur von dem durch sie repräsentiertem in Hintergrunde ruhenden Gvvovvlde lieh, das seinerseits wie bei der Dvvrvvitteldeckung in der Gesamtheit sogar nur eine vorgestellte Mvvenvvgengrösse sein musste. Tatsächlich wurde denn auch nur die Einlösepflicht der Banknoten in Zeiten der Not und Gefahren ohne weiteres aufgehoben, ohne dass jene an Wert oder Uvvmvvlaufsfähigkeit verloren. 1797 beispielsweise wurde in England infolge seines Runs die Barzahlung eingestellt und erst 1819 wieder aufgenommen. 22 Jahre herrschte ein Zvvuvvstand vor, den die Metallisten nur mit grösstem Zwang zu erklären imstande sind, denn hier gab es kein real gegebenes, sondern höchstens ein historisch überliefertes Maass, den Wert des alleinigen, tatsächlichen Geldes, der Banknoten, zu regu- lieren. Wenn ganz besonders in solchen Zeiten jenes Geld keine in- flationistischen Wirkungen zeitigt, dann beruht es auf keiner natür- lichen Eigenschaft dieser Zahlungsmittel, sondern ist Resultat einer bewussten Geldpolitik, wie solche denn auch von jeglicher Richtung der Geldlehre als unerlässlich notwendig erklärt wird. Wir stimmen dem Metallismus auch noch hierin zu, dass die volkswirtschaftlich schädlichen, preissteigernden Wirkungen wohhl ein geringer Uebel | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s48.png || ||# ===49=== #|| || - 49 - sein werden, wenn die Banknotenausgabe in der engen Verknüpfung an einen Stoff geschieht. Für uns ist es aber gewissermassen nur ein gra- dueller Unterschied von dem Zustande, da die Ausgabe allein von volkswirtschaftlicher Einsicht geleitet wird. Die Goldgebundenheit gehört also nicht zu den unterscheidenden wesentlichen Merkmalen. Das muss denn insbesondere der Gipfelpunkt jeder nominalistischen Auffas- sung sein, klassische Regeln für seine elastische Geldschöpfung mit den Banknoten als Hauptgeldart, möglicherweise sogar als seiner einzigen Form, aufzustellen. Vieles ist im letzten Abschnitt über die Frage der praktisch geübten Geldschöpfung schon gesagt worden. Hier sei nur angedeutet, dass jegliche Bankpolitik dabei weitgehende Erwägungen anzustellen hat. Es ist z.B. wesentlich, ob die neue Werte schaffen- de Produktion dem Genussgüter- oder dem Produktivmittelmarkt zu- fliesst, wie gross der Vorrat an Genussgütern in der Wirtschaft sei und welche Menge davon der Vollendung entgegenreift. Wichtig sind ferner alle Fragen, welche die Lage der Nation im intervalutarischen Verkehr beleuchten und beeinflussen können. In diesem Zusammenhang ist es bedeutungslos, ob wir Bendixen zustimmen, der die Geldschöpfung und Kreditgewährung der Produktion folgen lässt, oder ob wir Hahn beipflichten, der die Kreditgeldschöpfung als das primäre und erst die Produktion an- fachende Moment begriffen wissen will. Während also bei den Metallisten die Erklärung der Banknoten auf | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s49.png || ||# ===50=== #|| || - 50 die Frage der Stoffgebundenheit und auf die der Art und Höhe der Einlösbarkeit hinausläuft, verkünden die Nominalisten [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n ihrer reinen Tvvhvveorie hierinnen vollkommene Fvvrvveiheit und wenn sie auch, wie beispielsweise Knapp und Bendixen aus politischen Erwägungen die Deckung [handschriftlich durchgestrichen --a-- und handschriftlich ergänzt: i]n weniger starken Gvvrvvenzen beibehalten wollen. Was die Metallisten zur Erklärung des Geldwertes nötig haben, kommt bei den Nominalisten, die den eigentlichen Geldwert nicht kennen, in Wegfall. Für sie ist die Fvvrvvage nach dem Stoff des Geldes eigent- lich nicht die erste, das ist vielmehr die nach dem Gebunden-oder Nichtgebundensein an ein Metall und darum finden wir in der Lite- ratur, obwohl sich ziemlich deckend mit Metallismus und Nominalis- mus, Metall- und Papierwährung, die Bezechnung gebundene und freie Währung. Nicht das ist der Uvvnvvterschied, dass der Nvvovvminalist eine Währung mit einer rein nominellen abstrakten Werteinheit für prak- tisch möglich hält; nein, auch bei reiner Mtallwährung und sei auch nur Gold im Umlaufe, da wo jegliche als Zahlungsmittel ver- körperte Werteinheit real als ein Quantum Edelmetall zu greifen und als solches von den Metallisten die abstrakte Werteinheit zur Beherr- scherin der Wirtschaft aufgeschwingen. Nun aber wiederum sehen wir die Metallisten im Angriff, die immer von neuem die Fvvrvvage nach dem Werte des Geldes in die Debatte werfen, die nach ihrer Ansicht und in ihrem System den Zentralmittelpunkt abgeben muss. Die Nvvovvminalisten argumentieren | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s50.png || ||# ===51=== #|| || - 51 - in der Verteidigung, dass es nur eine historische Tatsache sei, dass das G[handschriftlich durchgestrichen --o-- und ergänzt e]ld Eigenwert besitzen müsse, und nur einstmals es not- wendig war, um in der Bvvevvziehungssetzung aller anderen Güter zu jenem beliebtesten und gebräuchlisten Gut, Wertrelationen für jene zu erzielen. Einmal lebendig, leben diese fort und sind schliesslich dann nur noch Zähler zu dem Generalnenner Geld im Ausdruck einer, entweder von der Gemeinschaft oder durch immerwäh- renden rekurrenten Anschluss vom Staate bezeichneten, immer aber aus dem Gemeinschaftsleben geborenen Werteinheit. Das Geld als ab- strakte Werteinheit, als eine nur in de Vorstellung lebende Grösse kann keinen selbständigen, keinen objektiven Wert haben; das Geld- stück hat vielmehr nur den Wert, auf den es lautet. Beim Nominalis- mus versinnbildlicht das Geldstück nur einen Wert, der ihm von ausserhalb zugelegt ist, beim Metallismus ist das Geldstück Träger und Verkörperung des Wertes in sich selbst. Für den Nominalismus muss es darum bedeutungslos, unter Umständen sogar störend sein, wenn seine gedankliche Rechengrösse in ihrer Reinheit durch nur die Erkenntnis trübenden Stoff dargestellt wird;- ist doch für ihn die Art der kursierenden Vermittlungsbehelfe von durchaus neben- sächlicher Bedeutung. Die Werteinheit kann nicht aus sich selbst heraus einen Eigenwert haben, denn der so vielfach geänderte rekur- rente Anschluss hat die Beziehungen zu dem Urstoff, auf den basiert in erster Tauschgemeinschaft Relationen und Preise zustande kamen, verloren und ist als Grösse darum zu sehr verwischt, als dass wir auch bei Kenntnis des Urstoffs noch einen Wertmesser daraus kon- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s51.png || ||# ===52=== #|| || - 52 - struieren könnten. Jeder, der Werteinheit zugrundegelegte Stoff ist in einer Hvvivvnsicht willkürlich, istvetwas Zufälliges. Er muss aus dem gesamten Güterkreise entnommen sein und, sollen die Geld- preise in der Hvvövvhe unverändert bleiben, so muss das die neue Wäh- rung begründende staatliche Gesetz den Münzpreis und rekurrenten Anschluss in engster Anlehnung an den schon vorher vom Münzmetall innegehabten objektiven Tauschwert, seinen Preis in der alten Wäh- rung fixieren. Nur in dem ersten Falle des staatlichen Eingriffs hat der Gesetzgeber nichts anderes zu bedenken, als nur einer be- stimmten Stoffmenge einen Namen beizulegen, und sie staatliche [sic] zu begültigen. Daraufhin müssen selbst bei Namensänderung der Werteinheit die Bvvivvndungen mit der alten Währung so enge sein, dass das teils mit langfristigen, täglich neu sich formenden und ander- erseits täglich wieder endenden wirtschaftlichen Aktionen rech- nende öffentliche Leben keinerlei Szörung [sic] hiedurch erleidet. Die Nvvovvminalität der Schulden ist ein Hauptstützpunkt und Argument der nominalistischen Lehre und ist besonders von Knapp klar heraus ge- arbeitet worden. Der Wert eines Metalls ist wie der jeder Ware aus naturgesetzten Gründen schwankend, ist jedenfalls schwankender als die sei langer Zeit geübte und vorgestellte Wertgrösse der nominalen Einheit des Geldes. Wenn der Svvtvvaat, insbesondere aus Zweckmässigkeitsgründen um den intervalutaren Verkehr zu erleichtern, der werteinheit eine Metallbasis schafft, so ist damit eigentlich die Reinheit der Tau- sche von Gebrauchswerten schon gestört, denn es gehört zur Politik | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s52.png || ||# ===53=== #|| || - 53 - des Svvtvvaates, den einmal fixierten gesetzlichen Münzpreis im Gleich- gewicht zu belassen. Des weiteren ist es, was die Erhaltung der Münzparitäten den anderen Ländern gegenüber anbetrifft, in solchem Zustande der gleichen Währungen nimmer klar ersichtlich, wie weit die staatlichen Verwaltungsmassnahmen, wie etwa[handschriftlich durchgestrichen --s--] Kreditgebung oder Schuldenprolongationen, an der Wahrung der Parität ihr Teil hat, während nach einem Grundgesetz der metallistischen Lehre die Pa- ritäten sich auf natürlichem Wege ohne jeden Eingriff lediglich infolge des Aussenhandels ganz von selbst einspielen müssen. Wenn die subjektive Gebrauchswertschätzung des Goldes die Grundlage der Bewertungen aller übrigen Güter bedeutete, dem gegen- über bei vollwertigen Metallgeld die gesetzliche Zahlkraft neben- sächlich sein, dann wäre das wüsteste Durcheinander im Wirtschafts- leben ohne jegliche feste Werte die unausbleibliche Folge. Prak- tisch anwendbare Bedeutung gewinnt der Geldstoff erst dann, wenn wir annehmen, dass der gesetzliche Münzpreis den Mittelwert aus allen subjektiven Schätzungen darstellt und so den Wert bildet, dem sich dann alle am Verkehr Beteiligten unterordnen müssen. Diesem Mittelwert aber haftet dann nichts mehr subjektives an, denn das ist dann der rein objektive aus den Produktionsfaktoren zusammengesetzte Wert wie Smith und Ricardo das darlegen, wie die Sozialisten und alle Objektivisten dies unternahmen. Für diese alle ist die subjektive Schätzung durchaus nichts nebensächliches aber sie gibt nur den anstoss zum Uvvmvvfang der Produktion. Aus dieser selbst ergibt sich der objektive Wert, der dann die Grundlegung | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s53.png || ||# ===54=== #|| || - 54 - der [fehlt? auf die] Preise angewendete Messgrösse wird. Zur Stärkung des Nomina- lismus führt das dann, insofern wir erkenne [fehlt? n], dass dieser wohl sub- jektiv bedingte objektive Wert der jeweiligen sozialen Gemein- schaft in der Vorstellung seiner wirklichen Grösse nach immer un- fassbarer wird. Die Resultante [sic] aus einst wirksamen, subjektiven Schätzungen wird in weiterer Entwicklung eine immer tiefer wur- zelnde mit der ganzen Wirtschaft verflochtene Rechengrösse, der ge- genüber dann allerdings einzelne abweichende Schätzungen wirt- schaftlich irrelevant bleiben müssen. Mit dem Stoffwert der Wertein- heit leugnet der Nominalismus doch nicht einen gewissen ökonomi- schen Ivvnvvhalt derselben. Mvvivvt der Postulierung der abstrakten Wert- einheit sagt der Nominalismus noch nicht, dass von der Geldseite her eine Einwirkung auf die Preise unmöglich wäre, und gerade das Suchen und Formen dieser Lehre nach einer geordneten "klassischen Geld- schöpfung" als seiner(notwendigen Krönung lässt uns erfahren, dass man auch hier die Zvvuvvsammenhänge zwischen Geld und Warenseite er- kennt. Uns allen ist der Bendix'sche Gedanke, der in grossen Zü- gen der vor dem Kriege angewandten praktischen Politik entsprach, bekannt. Bendixen aber hätte nicht nötig gehabt, die Fehde gegen die Quantitätstheorie aufzunehmen. Soweit er eine rein mechanisch quantitative Einwirkung der Geldsummen auf die Warenpreise leug- net, können wir in[handschriftlih durchgestrichen --n- und hand. ergänzt: s] ohne weiteres zustimmen, aber dennoch gelangen alle subjektiven Einkommen in der mannigfachsten aber immer in Geld ausdrückbaren Verfügungs- und abtretungsbereiter Form auf den Markt und wirken über die ewig gültigen Gesetze von Angebot | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s54.png || ||# ===55=== #|| || - 55 - und Nachfrage auf die Preise. Ivvnvv deren Höhe spiegelt sich der eigentliche sog. Geldwert wieder. Dahin zielend müssen wir aber auch die so ausgelegte Quantitätstheorie gelten lassen. Auf dem Warenmarkt können wir den ökonomischen Inhalt der Werteinheit in tausendfacher Form verkörpert finden .- Das wird in kommender Ausführung nach ganz deutlich werden. Kein Nominalismus wird sich dazu verstehen, das während des Krieges ausgegebene ungedeckte Papiergeld als mit seinem System vereinbar anzuerkennen, aber während der Metallismus diesen doch jahrelang wirklichen Zvvuvvstand als normal und als nicht wis- senschaftlich erklärenswert histellt, dem Papiergeld den Geld- charakter abspricht, sagt uns doch hier der Nominalismus, dass und wie dieses willkürlich geschöpfte Geld nicht deshalb, weil es nicht metallisch gedeckt war, sondern weil es kein Gegenüber in den wirtschaftlichen Gütern fand, die es als Einkommen auftretend, kaufend hätte vernichten können; wie es darum schon den Keim der Inflation in sich trug. Wiederum wird es deutlich, dass erst das Bindeglied zwischen Einkommensbildung oder Produktion und Ein- kommensvernichtung oder Kvvovvnsumtion, - ein Geld von theoretischer Einsicht geschöpft, dem Nominalismus die Seele einhaucht. Betont sein nochmals, nicht deshalb schuf jenes Papiergeld Inflation, weil, sein Wert nicht verankert war in Gold, - obwohl das ja durch sinnfällig täuschende Manipulation der Reichsbank offi- ziell so schien - sondern deshalb weil es nicht gebunden war an die vielerlei Dinge der Güterwelt, die ihm hätten Wertgrund- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s55.png || ||# ===56=== #|| || - 56 -- lage sein müssen und die sogar allein ihm hätten Wert, volkswirt- schaftlichen Wert verleihen können. Ja, wäre der Staat im Stande gewesen, die gleich grosse nominelle Menge an Gold auszugeben, so hätte bei absolut gesperrten Grenzen und völliger Isoliertheit auch im intervalutaren Verkehr oder besser im gänzlichen Wegfall desselben aus oben besagten Gründen die Preise doch inflationis- tische Aufblähung erfahren. Damit soll gesagt sein, dass mindes- tens, soweit das Existenzminimum nachgefragt wurde, in diesem Falle auch Gvvovvld hätte inflationistisch wirken müssen. Eine ande- re Frage ist die, ob nicht die Hvvovvffnung auf Wiederherstellung der alten internationalen Verhältnisse ein ungewöhnliches Sparen des Goldes herbeigeführt und damit die inflationistische Wirkung abgeschwächt hätte. So kann der Nvvovvminalismus innerhalb seines Systems in ge- rader Linie auch das staatliche Papiergeld einreihen, das nicht wie ihm vorgeworfen wurde, damit gutgeheissen und entschuldigt, sondern lediglich eine Atomisierung erfuhr. Wie ganz anders muss hier der Metallismus weltfremde Kvvovvmbinationen anstellen, um den Evvrvvscheinungen der gestörten Wirtschaft Rechnung zu tragen, und zwar muss auch hier die subjektive Svvcvvhätzung zurecht gebogen werden in der Form, dass nun der Kaufende gar doppelt schätze. Der(erste Vergleich findet zwischen Ware und Gold statt und lässt in der Seele des Kvvävvufers einen Preis entstehen, der aber nicht etwa [hand. gestrichen --s--] der wirkliche Tauschwert ist; vielmehr folgt daraus erst die zweite Schätzung des Mvvivvnderwerts des Papiergeldes gegenüber | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s56.png || ||# ===57=== #|| || - 57 - dem Golde, die dann zu einem Aufschlag auf den Goldwert führt, bis so schließlich die Preishöhe beiden Parteien genehm ist. Die In- flation beruhe also auf einem Musstrauen [sic: i] zum Papiergelde, das nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ in dieser Richtung wirke. Wenn Diehl meint, der Svvtvvaat müsse auch die Warenpreise fixieren, wenn er wertloses [sic: vertippt --S--] Papiergeld schaffe, so ist nach allen Erfahrungen des Krieges und der Nachkriegszeit, die zur Genüge die Unmöglich- keit, ja, wir können sogar sagen den Widersinn dieser Forderung dargetan haben, diese Forderung uns kaum mehr verständlich.Als die letzte und modernste Evvrvvscheinung an der wir die Theorie proben wollen, betrachten wir noch die Erscheinung der Weltteuerung, un- ter der ganz besonders das Land des Metallismus – England – zu leiden hat. Verhältnisse, die wir nicht zu untersuchen haben, brach- ten es mit sich, dass auch hier eine allgemeine Preissteigerung Platz griff, während das Geldsystem unverändert gelassen wurde. Das Pfund Svvtvverling hat sich also im Werte gesenkt, nicht nominell zwar, aber doch realiter, da jetzt für eine Einheit entsprechend weniger Güter erhältlich sind wie vor dem und umgekehrt für die gleiche Gütermenge mehr Gvvovvld zu leisten ist. wäre das Wirtschaft– ten wirklich ein Tvvavvusch von realen Gütern, von Gold und Ware gewe- sen, dann hätte in diesem Falle die Preishöhe die gleiche bleiben müssen.Bei freier Konkurrenz Goldproduzenten aber musste die- se Entwicklung an der mangelnden Rentabilität der Goldbergwerke die natürliche Gvvrvvenze finden.Tatsächlich wurde von Grundbesitzern auch schon eine Aenderung des Münzfusses zu deren Gvvuvvnsten gefor- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s57.png || ||# ===58=== #|| || – 58 – dert, von der englischen Regierung aber unter dem Hinweis abge– lehnt, das Gold ja der Wertmesser sei und dafür also nicht mehr gezahlt werden dürfe, als sein Wert in Währung. Das war dem metal- listischen Gedanken nach durchaus folgerichtig [sic: Tippfehler: --g-- statt f], demgegenüber es aber dann eine Dvvuvvrchbrechung des eben ausgesprochenen Satzes bedeutet, wenn den Goldproduzenten es notwendig gestattet ist, Gold für industrielle Zvvwvvecke zu höheren Preisen abzugeben, wenn ihnen Produktionsprämien gewährt und steuerliche Vergünstigungen eingeräumt werden. So war in England beispielsweise während des Krieges die Einlösung der Nvvovvten in Gvvovvld aufgehoben, ohne dass allerdings der Münzfuß anders proklamiert worden wäre. Es ent- zieht sich unserer Kenntnis, wie weit [sic: weit wie hand. sinus-Zeichen darüber] die Bank von England in die - sem Zeitraum denn noch Gold mit Ovvpvvfern erworben hat, indem sie für dasselbe einen höheren, als den Münzpreis zahlen musste, eben dem Preis, den das Gold auf Grund seiner Produktionskosten im Ver- hältnis zu anderen Gütern erforderte. Die Goldzirkulation im Innern fällt ja weg und nach dieser Richtung hin fällt ja der Grund zum Ankauf, wie denn überhaupt bei Prägefreiheit dieser letzte Fall praktisch nicht möglich werden kann.Aber auch damit, dass er nur zu Kriegszeiten an die Ovvbvverfläche gelangt, ist gleichzeitig deutlich, dass der Gebrauchswert, auf den sich die Metallisten stützen, nun über die proklamierte Vertrelation hinausschiesst und dem Verkehr ein anderer Wert zu Grunde ge- legt ist, ein Tauschwert des Goldes, der alte historische Münz- preis; - die Nominalisten fallen ein: -Eben das Pfund Sterling | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s58.png || ||# ===59=== #|| || - 59 - als Name, als überlieferte, gedankliche Wertvorstellung. So haben wir in Rede und Gegenrede Nominalismus und Me- tallismus zu uns sprechen lassen, Obwohl wir uns dabei nicht grund- sätzlich auf die Seite der Nominalisten zu schlagen beabsichtigten, haben wir doch gegen den orthodoxen Metallismus, der keinerlei Un- terscheidung zwischen Geld und Ware, eben nicht einmal die Beson- derheit der Ware Geld, wenn wir sie so nennen wollen, berücksicht- tigt, so viele Einwände machen müssen, dass unsere Stellungnahme nunmehr bereits näher der nominalittischen Anschauung zu erkennen ist. Weitere Ausführungen werden dies noch zu unterbauen haben. Die W a r e n w e r t t h e o r i e des G e l d e s . Eine weitere Betrachtung bleibt uns nun(noch vorbehalten, das ist die insbesondere von Svvivvegfried B u d g e vertretene Funktionswert-oder Wvvavvrenwerttheorie des Geldes. Ihr gegenüber haben wir die Anweisungstheorie Schumpeters zu setzen, die wohl keine eige ne Richtung in diesem Svvivvnne verkörpert, sich vielmehr in den meis- ten Punkten mehr dem Nominalismus nähert, die aber schon der Be- zeichnung nach sich uns als ein Pendant der erstgenannten Theorie vorstellt. Dass die Geldauffassung als eine Anweisung die Körper- lichkeit des Geldes als Ware nicht ausschliesst, ist kein einigendes | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s59.png || ||# ===60=== #|| || - 60 - Band, ja vielmehr ein trennendes, denn für Schumpeter ist auch in dem Warengelde dennoch nur der Anweisungscharakter das Entschei- dende und das Uvvnvvterscheidende von jeglichen anderen Warengattun- gen. Die Warenwerttheorie des Geldes steht gewissermassen zwi- schen den Polen der nominalistischen und metallistischen Lehre, der ersteren insofern, als sie die Möglichkeit, wenigstens die theoretische, einer Währung mit stoffwertlosem unkörperlichem Gel- de anerkennt; dabei aber, und dieses im Gegensatz zum Nominalis_ mus, den Gedanken der abstrakten Werteinheit nicht gelten lassen will. Sie neigt sich zur metallistischen Lehre, insofern sie dem Gelde einen Eigenwert und ihm als Träger eines solchen damit auch die Funktion des Wertmessers zuschreiben will; sie entfernt sich von der metallistischen Lehre in dem Hervorkehren nicht des sub- jektiven Gebrauchswertes eines Stoffgeldes sondern in der Prokla- mierung des Tauschwertes Geld. Solange reine Goldwährung mit freier Prägung besteht, ist der Geldwert gleichbedeutend mit Gold- wert, wobei dieser einer Wechselwirkung unterliegt, die einmal von der Goldmenge aus die Preise beeinflusst, auf der anderen Seite aber in ihrer Menge ursprünglich von den Preisen [sic: vertippt: Pre--c--sen] bewegt wird. Immer müssen die Tauschmittel die P reissummen realisieren. Hier wäre zu bedenken, wie weit bei reiner Goldwährung die quantitäts- theoretischen Beziehungen zwischen Geld und Warensefte reichen. Das konnten wir ja bereits im Beispiele Englande [sic: Engalnde] beobach- ten, dass der Stand für Warenpreise über die Rentabilität der Pro- duktion des Geldstoffes entscheidet, die eben bei freiem Prägerecht | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s60.png || ||# ===61=== #|| || - 61 - auch den ungünstigst Gold Produzierenden noch Arbeitslohn und durchschnittlichen Kapitalprofit abwerfen muss. Der Münzwert darf nicht unter dem gesellschaftlich notwendigen Herstellungswert des Goldes, das ist sein statischer Kvvovvnkurrenzpreis plus Schlagsatz, sinken. Budge kleidet das in den Satz: " Der objektive Wert des Goldes bildet sich als Resultante der Wertschätzungen all derer, die auf Gold reflektieren und kristallisiert sich im Beschaffungs- aufwand des nachgefragten Goldquantums." Dabei ist die rein quan- titative, die Mvvovvtive gänzlich unberücksichtigt lassende Nachfrage nicht etwa ein dynamisches Problem, sondern einfach die gegebene statisch [hand. unterstrichen]e Nachfrage [hand. darüber: , zusammen mit dem statischen Angebot] [hand. durchgestrichen --also--] starre Grössen, aus denen der objektive Beschaffungswert des Goldes messbar wird. War beim Metallismus das Wertmaass das Gold im Sinn der subjektiven Schätzung, und [hand. durchgestrichen --z--]war im Grundgedanken des Metallismus ein Goldwert als eine feste Grös- se, als ein Tauschwert, ein objektiver Beschaffungswert gar nicht vonnöten, so ist hier bei der Warenwerttheorie des Geldes dieser dort vorherrschende subjektive Gebrauchswert, soweit es die Einzel- person anlangt, völlig ausgeschaltet und an seine Stelle eine objektiv messbare Grösse getreten, die infolge der gegenseitigen Bedingtheit des Goldes einmal als Wvvavvre und dann als Geld in der Statik gleich ist dem Werte des Geldes wie er sich in der Zirku- lation des Geldes herausgebildet hat. Der Geldwert, der in dieser Theorie, wie wir nun beim Pvvavvpiergeld sehen werden, eine hervorragen- de Rolle spielt, ist in diesem Falle eben ein Goldwert in gleicher Grösse für alle. Eine in dieser Auffassung wurzelnde Variante | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s61.png || ||# ===63=== #|| || - 63 - metallistischer Auffassung ist hier wohl ersichtlich. Besonders gravierend aber wird die Unterscheidung von den übrigen Schulen, wenn es ich um die Erklärung des staatlichen Papiergeldes han- delt. Ihr Bestreben geht dahin, dem Papiergled die theoretische Gleichberechtigung neben dem Metallgeld einzuräumen. Die Lehre des Metallismus, demzufolge Geld Tauschgut und Gegenstand subjek- tiver Schätzung sei, soll nunmehr auch auf das Papiergeld Anwen- dung finden. Weil mit dem Gelde, so wird erklärt, nicht nur gekauft und ausgedrückt, sondern auch geschätzt und gemessen wird, darum müsste man dem Gelde neben der Tauschmittel - auch die Wertmaass- funktion zuerkennen, also eine Eigenschaft, die ohne weiteres die Notwendigkeit seiner Stofflichkeit ( des Warencharakters des Geldes ) in sich schliesse. Als Ware aber müsse das Geld sich dem einzigen Gesetz des Warenwertes überhaupt unterordnen. Wie aber lassen sich beim stoffwertlosen Papiergeld all diese Gesetze verwirklichen? Da Papier - und Metallgeld bei gesperrter Prägung vom Staate nicht willkürlich ausgegeben, vielmehr in Seltenheit gehal- ten wird, muss es die Wirtschaft als das Beschaffungsgut des Tau- sches zum Monopolpreis kaufen. Derart wird solches Geld zu einem Monopo[übertippt --c-- l] ; ist Monopolgeld geworden, als Geld kenntlich an einer bestimmten bekannten Fvvovvrm , und Monopol in seiner relativen Seltenheit; zur Ware und zum Tauschgut charakterisiert durch die allen Waren anhaftenden Eigenschaften, Bvvrvvauchbarkeit, Nützlichkeit und Kostspieligkeit. Darauf stützt sich auch der Zwangskurs des | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s63.png || ||# ===64=== #|| || - 64 - Staates und hinwiederum die Kaufkraft des Geldes. Der Kauf ist, so wird ohne weiteres dargetan, ein Tausch und jeder Tausch bringt Opfer, bringt Kvvovvsten mit sich. Opfer aber bringt man nur für Dinge, welche Wert haben, folglich muss auch das Geld Wert haben und wertvolles Gut, es muss eine Ware sein. Die Höhe des Wertes, die Kaufkraft des Geldes ist keine an sich feststehende Grösse, sondern erst das Resultat des Aus- tausches von Ware gegen Geld, also von zwei Wertdingen, und sie wird zu einer allgemein brauchbaren Rechen-und Messgrösse erst dadurch, dass alle anderen Güter zwecks Auffindung ihrer Relationen mit eben jener besonderen Ware Geld in Vergleich und Beziehung ge- bracht werden. Für den objektiven Wert der Güter gibt es also den Geldpreis, für den objektiven Wert des Geldes dagegen keinen ein- heitlichen Ausdruck. Das Geld, auch nicht das Gold in dieser Eigen- schaft, hat bei der Warenwerttheorie, die wir hier noch kritiklos hinnehmen, keinen Preis, sondern nur einen Wert. Ein Pfund Gold ist gleich //M// 1395.--, das bedeutet keine Preisgebung des Goldes, sondern ist eine Identitätsvergleichung. Als das allgemeine Tausch- mittel ist das Geld Wertding und steht in Beziehung zu allen an- deren kostenden Dingen der Aussenwelt; ist nur in seiner Beson- derheit ihr Wertmaass und nur weil es dieses ist, und weil es aus rein praktischen Gründen in Teile, in Geldeinheiten zerleg- bar geschaffen wurde, darum wird es auch zum Preismaass, gewisser- maassen nur eines auf den Hauptnenner gesetzten Ausdrucks schon vorher erzielten Wertes. Naturgemäss muss dieses Papiergeld, das | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s64.png || ||# ===65=== #|| || - 65 - im inneren Verkehr zur wertvollen Ware erhoben wurde, im inter- nationalen Verkehr entthront werden; dort herrscht die Waren- währung im Sinne der wertvollen Stofflichkeit. Diesen Tatsachen Rechnung tragend, erwuchs Heyn's System mit der Forderung des Papiergeldumlaufes im innern und des Goldes im Aussenhandel, die sog. Geldkernwährung. Es ist selbstverständlich, dass die Hauptangriffe gegen die vorgetragene Theorie aus dem Lager der nominalistischen Schule erfolgten und hinweiderum [sic] ein Hauptvertreter der Waren- theorie, Siegfried Bugge [sic?], seine Polemiken in der Hauptsache gegen Bendixen und Schumpeter führte. Was wir im grossen Rahmen unserer Betrachtungen dazu beitragen wollen, wird sich in die folgenden Darlegungen unserer Gedanken zwanglos einfügen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s65.png || ||# ===70== #|| || - 70 - über Produktionskosten allgemein herrscht, die ja gerade beim Golde dem einzelnen besonders ferne liegen müssen, - da aber doch nur diese letzthin das Maass des Wertes bilden, - darum sagen uns die mannigfachen Bvvevvziehungen zu anderen Wertdingen, die eher wir nach ihrer Wertgrösse schätzen können, besseren Bescheid über den wahren In[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]halt der Werteinheit. Wir müssten denn in völliger Un[mit Schreibmaschine doppelt getippt: n]kenntnis des Marktes verharren, wenn wir bei jedem Preise unsere Zvvuvvflucht beim Golde suchen müssten. Man mag ein- wenden und behaupten, dass Gvvovvld die grösste Gewähr für Stabilität biete, dass heisst nichts anderes [hand. ergänzt,] als in seinen Produktionskosten sich nicht ändere [hand. ergänzt,] und wir wollen sogar dieser Fiktion über die später noch mehr zu sagen sein wird, hier einmal zustimmen; den- noch wäre dann immerhin noch zu prüfen, ob nicht alle anderen Güter zusammengenommen uns sinnfälliger und deutlicherer Maass- stab wären. Wir wollen dabei nicht vergessen, dass der Staat be- strebt ist mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein Schwanken unmöglich zu machen und wir lassen des weiteren unbe- rücksichtigt die neuen Momente, die sich für die Währung in ihrer Bedeutung zu den anderen Valuten ergeben. Das sei aber nur aufge- schoben. Vorläufig interessiert uns das Gold oder eiga[Schreibmaschine übertippt: e]ntlich die Goldgrundlage im inneren Verkehr. Solange nur das Gold als Tauschmittel im Umlauf ist, konnten wir immer noch streiten, ob nicht in jedem einzelnen Fall auch wirklich das Gold die einzel- nen Beziehungen durch Messung der absoluten [Hand. Werte] setze und vermittle; wenn aber einmal das Gold notwendig immer mehr in den Hintergrund | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s70.png || ||# ===71=== #|| || - 71- gedrängt wird, und die Wirtschaft ohne jegliche Störung und be- denkenlos sogar stoffwertloses Papier in Empfang nimmt, dann ver- liert diese dritte, nun überflüssig gewordene Messgrösse mehr und mehr an Bedeutung. Wir haben ja schon erkannt, dass fast jede Grösse in der Wirtschaft nun auch eine feste gworden [sic] ist, und wo das nicht der Fall, wo Erfindungen Neuartiges geschöpft haben, da haben diese Produkte so vielerlei Beziehungen zu anderen Dingen, müssen sich anlehnen an so viel Gleichartiges, dass ihre Preisgebung, ihre Einreichung in das weite Netz der Relationen sicherlich auf diesem, nicht auf den in der Historienzurücklie- gendem Weg des Abschätzens am Golde geschieht. Auch in unserer Betrachtungsweise sind alle Tauschmittel nebeneinander gleich berechtigt und in jedem Falle von gleichem Ivvnvvhalt. Wäre die Ge- sellschaft der Gleichen eine ewige Kategorie, dann wäre es uns möglich, die Werteinheit als Ausdruck einer gewissen Arbeitszeit zu analysieren und wir bräuchten in jedem einzelnen Falle nur zu fragen, wieviel Zeit die Herstellung eines Produktes benötigte. Die Zwischenschaltung des Schätzgutes liesse sich dann erübrigen. Im Grunde genommen aber wäre das nur eine andere Auslegung, als die, da wir die Werteinheit auf ein kostendes Gut stellen. Wir setzen Oppenheimers Arbeitswerttheorie voraus und können es da- her unterlassen, des näheren auszuführen, dass in der heutigen, modernen Wirtschaft gleiche Geldpreise nicht auch gleiche Ar- beitsmengen darstellen, wodurch unser Bild in jedem Falle getrübt werden muss. Darum können wir auch keine einheitliche Messsgrösse | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s71.png || ||# ===72=== #|| || - 72 - mehr verwenden, sondern müssen zu diesem Gemisch von Arbeits- zeit und Arbeitswert greifen. Was allen Gütern inne wohnt, worin sie sich in ihrer Grösse von anderen unterscheiden, das ist das Maass des von ihnen verkörperten Arbeitswertes. Die gewonnenen Verhältniszahlen benötigen des Ausdrucks, und dieser ist eine immer gleiche Menge Arbeitswert, eine Grösse, die, wir wissen es bereits, vom Svvtvvaate irgendwann einmal willkürlich gesetzt wurde, die zu berücksichtigen im ferneren Verlauf unnötig und sogar unpraktisch wäre. Auch bei reiner Goldwährung mit Prägefreiheit verschwindet die reale Befriedung, die das Gold verleiht, gegen- über der zirkulatorischen Befriedigung, die allein das Rad der Wirtschaft in Bewegung zu setzen vermag. Dass jeder gewonnene Preis auch seine Bvvevvziehung zum Golde hat, ist eine nebensächli- che Evvrvvscheinung; tiefster Ivvnvvhalt der Werteinheit ist für uns ja nicht ein Quantum Gold, eine Beziehungsetzung zu irgendeinem Gut, sondern der Kern ist die möglicherweise reale, möglicherweise aber auch nur gedankliche Dvvavvrstellung und Vermittelung von Ar- beitswerteinheiten, die, immer nur soweit wir uns im inneren Ver- kehr bewegen, alle vvGvvüter in einer vvLivvnie der vvGlvveichberechtigung nebeneinander erscheinen lassen. Die Wahrscheinlichkeit eines ökonomisch wahren Preises - Pvvrvveise sind Verhältniszahlen - wird grösser, wenn wir ihn auf tausend gleich inhaltliche Dinge be- ziehen, als wenn wir ihm nur eine Uvvnvvterlage gewähren. Auch ohne den modernen Begriff des heutigen Geldes müsste es uns möglich sein, alle Güter auf gleiche Einheiten zu setzen, wenn wir sie | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s72.png || ||# ===73=== #|| || - 73 - zerlegen wollten in Einheiten von angewandter Arbeitsenergie. Wie könnten wir es noch deutlicher werden lassen, dass das Geld nicht das eigentliche Maass sein kann, sondern nur Ausdrucks- mittel der auf der Zahl der Arbeitswerteinheuten [sic] basierten Rela- tionen.Wenn wir sagen, alle Güter sind ein Teil oder Vielfaches von einem Quantum Edelmetall, so sind wir in unserer Betrachtung nicht bis zum Kern durchgedrungen.Wir müssen sage, die Güter sind Teil oder Vielfaches von dem Arbeitsaufwand, den ein Edelmetall- quantum zur Förderung beanspruchte. Arbeitsenergie ist eine ge- dankliche Grösse, die uns messbar und vorstellbar erscheint,- das sei als historische Notwendigkeit anerkannt - wenn wir sie auf ein Gutsquantum, auf die vergegenständlichte Arbeit beziehen. Die Relationen aber, welche die Wirtschaft zusammen schweissten, die einzelnen Preise, die Additionen der verschiedenen Dienste sind niemal in ihren Einzelposten Resultat des Vergleichs mit dem Edelmetall, sondern Zvvuvvsammenfügen von Arbeitswerteinheiten, die nicht nur im Golde, sondern in all den vielen näher liegenden Dingen uns vorstellbar werden. Wenn dann jeder einzelne Preis mit dem Goldwerte dennoch übereinstimmt, so ist das nichts verwunder- liches und nicht, was denen recht geben müsste, die den Vergleich am Golde verkünden; es ist vielmehr nur eine logische Folge, dass, wenn tausend Relationen richtig sind, auch darunter die eine, auf das Gold bezogene richtig sein muss. Bvvivvsher galt unsere Betrachtung immer noch Zuständen der Goldwährung, die im besonderen geeignet wäre, den Metallismus | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s73.png || ||# ===74=== #|| || - 74 - zu rechtfertigen. Nvvuvvn wollen wir als erste Abstraktion annehmen, der Staat ginde aus freiem Willen zur Papier-, zur freien Währung über. Wir setzen voraus, es geschieht ohne jegliche Notwendigkeit, allein aus theoretisch begründeter Bevorzugung des Papiergeldes, wie denn überhaupt gleich hier erwähnt sein, dass die Betrachtung der Geldverfassung unter dem Gesichtspunkt geordneter oder zer- rütteter FInanzen eine falsche Verknüpfung bedeutet. In unserem Falle zieht etwadder Staat seine Goldmünzen für gleich nominelle Werte in Papier ein, im übrigen ver[gedruck h? überdruckt mit f]ahre er wie bisher und lasse durch Kreierung von Bankgeld der Wirtschaft in gewissen Gvvrvvenzen freie Hand. Eine Namensänderung der Werteinheit findet ebenfalls nicht statt.Und nun fragen wir, washhat sich durch diese staat- lichen Massnahmen ökonomisch geändert? Der strenge Metallist wird überhaupt kein Geld mehr sehen und vielleicht sagen, dass immer noch das Gold das Wertmaass sei, auch wenn es entthront wurde. In diesem Falle aber würde er nur zugeben, dass eine Grösse auch rein gedanklich weiter zu wirken vermag, wie es die Nominalisten aller- dings in anderer Avvnvvwendung für tatsächlich halten. Für uns dagegen ist in jenem Falle nur eine Relation in Wegfall geraten, unzählige andere bestehen weiter und die Werteinheit bleibt was sie war: Arbeitswerteinheit von vielfach gebundener Grösse. Das Geld, die staatliche Einrichtung zur Erleichterung des Verkehrs bleibt Trä- ger, in diesem Falle stoffwertloser Träger von so bedeuteten Ein- heiten. Nun allerdings schiebt sich die Fvvrvvage der Geldschöpfung und in deren Verfolg die Quantitätstheorie in den Vordergrund, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s74.png || ||# ===75=== #|| || - 75 - obwohl dieses Problem eigentlich schon vorher bei der Ausein- andersetzung mit der Goldwährung mit Teildeckung fällig wäre. wir müssen uns hier der Kürze halber auf das Gesagte im Kapitel vom Kreislauf der Wirtschaft stützen. Wie, fragen wir, gelangt das Geld in den Verkehr, wie der einzelne in dessen Besitz? Wir sprechen hier im Zeichen der Warenwerttheoretiker, wenn wir sagen, sein Evvrvvwerb sei mit Ovvpvvfern verbunden. Wir müssen füglich etwas geleistet, müssen ein wirtschaftliches Gut hergestellt oder dazu beigetragen haben, um des Geldbesitzes uns freuen zu können. Haben wir das staatliche Gvvevvld im Auge, so können wir es begrifflich bis auf die Geburtsstunde siner Zvvivvrkulation zurückverfolgen und müssen dort auf eine Leistung stossen; nach uns setzt es sei- ne Zirkulation fort,-die ewige Zirkulation ist seine Aufgabe und Funktion. Denken wir dagegen an das Bankgeld, so werden wir bei ihm früher dem Ursprung begegnen, ebenfalls geboren aus einer Leistung, aber in seiner Zirkulation als seiner Aufgabe gleichartig funkti_ onierend wie das staatliche Papiergeld. Nvvuvvr ist hier die Zirku- lation eine zeitlich beschränkte. Das ergibt sich aus dem Wesen des Bankgeldes, die elastische Verlängerung des wegen seiner re- lativ geringfügigen Mnge irrelevant bleibenden staatlichen ewig kreisenden Geldes zu sein. Hahn hat dieses staatliche Geld in der Literatur den eisernen Bestand der Wirtschaft genannt. Soweit das Bankgeld, durch wirtschaftliche Berechtigung gedeckt, neben dem staatlichen Papiergelde auftritt, müssen wir es als die- sem durchaus gleichgestellt werten, wie denn ünerhaupt alle tech- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s75.png || ||# ===76=== #|| || - 76 - nischen Möglichkeiten, Werteinheiten zu bewegen, die auf Grund von Leitungen als individuelle Einkommen möglich werden könnten. Zwar leistet das Geld, wenn die Güter innerhalb der Wirtschaft le- diglich ihren Besitzer we[Schreibmaschine h übertippt mit c]hseln, auch eine Funktion in der Fähig- keit, Werte auszudrücken und zu bewegen. Was wir aber jetzt im Gelde betrachten wollen, seine Gebundenheit an die Warenwelt, an die Arbeitsleistung der [Schreibmaschine K übertippt mit V]olksgenossen und damit an die Einkommen, das können wir nur finden an den Produktionsstätten der Güter, in deren Kalkulationen. Prüfen wir eine solche auf ihre Einzelgrös- sen, so offenbart sie uns nur Arbeitswertgrössen. Rohstoffe und Material lassen sin in ihrer Substanzzerlegung wiederum in jene teilen, Beheizung und bvvlvveuchtung [sic] lösen sich auf in Arbeits- leistungen und Einkommen, Abschreibungen sind wiederum nichts anderes als Arbeitswerte und Einkommen, die, wenn auch im einzel- nen nicht jährlich sich kristallisieren und verzehren, doch in der Gesamtheit den Ausgleich finden. !!Steuern sind Abtretungen von Arbeitserfolgen für die öffentliche Tätigkeit der Beamten zu unser aller Nutzen!!, Arbeitslohn und Gehälter, Profit, Rente, Unter- nehmerlohn, Risikoprämien, - sie alle lassen sich ohne weiteren Zwang als Arbeitsgrössen erkenntlich in die Kalkulation einfü- gen. Das fertige Produkt ist eine Additionsgrösse aus Arbeitswer- ten und damit gleichzeitig aus Einkommen, die im geld oder geld- gleicher Form dafür zur Verteilung und zur Verfügung gelangen. Mit dem Preis, einer Relation im Verhältnis zu anderen Preisen auf Grund des Wertes der darin verkörperten Arbeitsenergie, sind | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s76.png || ||# ===77=== #|| || - 77 - ebenfalls die gleich fundierten Einzelbestandteile als Teile des Gesamtpreises in ihrer Höhe stipuliert und haben ihren Ausdruck in gleichen Wert -, in Arbeitswerteinheiten gefunden. Nicht im einzelnen wollen wir hier wieden [sic] den Mechanismus dieses Gesche- hens in der Geldschöpfung mittels des Warenwechsels aufzählen. Zeigen wollten wir hier nur wiederum die enge, ja sogar die kon- gruent sich deckende Verknüpfung von bereits mit der Erzeugung festgelegter Preisbildung mit dem Einzel- und Gesamteinkommen auf Grund von Arbeitsleistung. Diese alle zusammengenommen ergeben sowohl die Gesamtsummer der Warenpreise als auch die Gesamtsumme der kauffähigen und kaufberechtigten Einkommen. Hierin decken wir uns mit Schumpeters Einkommensgleichheit, die nichts anderes ist als die, auf einer historisch gegebenen, praktisch und täglich unend- lich mal gegebenen Arbeitswertmenge fin ssende [fussende?] Werteinheit. Selbst wenn Hahn's Auffassung richtig ist, dass die Kreditgewährung von aller Spartätigkeit unbeeinflusst der Produktion vorausgeht, so wird doch dadurch nichts an dem Wesen der Einkommen verändert, Be- standteil des Preises von Gütern zu sein, deren wir im gleichen Werte, von gleich grosser Arbeitsverkörperung später auf dem Markt wieder habhaft werden können, denn Hahn hat hier Kredit im Auge in Form des Darlehenskredits, er bewegt sich also in der Sphäre des Kreditverkehrs. Alles Bankgold aber, und hier stehen wir im Kredit-Geldverkehr, gleichviel aus welchen theoretischen Ueber- legungen heraus es ausgegeben wurde, muss mit den Gütern, die es haben entstehen lassen und die nun durch die Weggabe der Einkom- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s77.png || ||# ===78=== #|| || - 78 - men verzehrt sind, begrifflich seinen Lauf beschliessen, denn die- ses Kreditgold ist das Beförderungsmittel [sic] des [undeutlich] modernen Waren- verkehrs, unlösbar mit ihm verknüpft. Die Bvvivvndungen sind so streng, dass wir ohne Schwierigkeit die geradezu verschwindende Bedeutung erkennen können, die dem Gelde als solchen dabei zukommt. Das Opfer, das wir dazu bringen, um das Geld zu erlangen, die Arbeit, die wir dazu leisten, die gilt nicht dem Geldbesitz, die gilt dem Kvvovvnsum der übrigen Güter, welche andere für uns schufen, gleich wie wir in ar- beitsteiliger Tätigkeit ihre Bedürfnisse mit befriedigen. Wesent- lich ist nur, dass als [sic] Tätgikeit nach einem gleichen Maasse bewer- tet wurde, damit die volkswirtschaftliche Gesamtverteilung, durch den Geldverkehr bewerkstelligt, restlos aufgehen kann. Dabei ist es nicht notwendig, dass jedes Gvvuvvt genau seinen wahren, objektiven Beschaffungswert erreicht - obwohl das dem Idealzustand gleich käme, wenn dabei auch bei den Einzelaufwendungen das gleich Gesetz den Verteilungsschlüssel abgäbe - aber innerhalb der gan- zen Volkswirtschaft können wir es wohl gelten lassen, dass nur die objektiven Werte im ganzen erzielt sein müssen und plus und minus zur geraden Mvvivvttellinie tendiert. Die Auspendelungen werden wohl, soweit persönliche Machtpositionen in Frage kommen, immer nur beschränkten Rahmen bleiben, da die Einkommen auf gegenseitige Ausgleichung hinstreben. Darüber hinaus auch noch die Störungen, durch das gesellschaftliche Monopol erzeugt, näher auszuführen, würde uns zu weit abführen. Das gleiche Messgerät zu finden, dazu ist, das sei immer | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s78.png || ||# ===79=== #|| || - 79 - wieder betont, weil es den Kern der vorgetragenen Auffassung wieder- gibt [vertippt], nicht ein Vergleich am Gvvovvlde nötig; der würde selbst die gröss ten Schwankungen im Gvvevvfolge haben. Notwendig dagegen ist das Zerle- gen der Güter in Arbeitswerteinheiten, für deren Grösse wir so vie- le Anhaltspunkte haben, als es nur Güter und Dienste in einem Lande gibt. [vertippt] Bei so geordneter Bankgeldschöpfung, und diese fordert ja auch die Warenwerttheorie, müssen wir beim Gelde immer nach der Kaufkraft fragen, müssen diese nicht als Ergebnis eines Austauscheyperiments [sic] zwischen Geld und Ware betrachten. Ivvnvv diesem Falle ist vielmehr die Kaufkraft des Geldes schon fest fixiert, mit der Entstehung der Gü- ter. Sie sit die logische Folge, dass Geld in diesem weiten Sinne, welches Einkommen verkörpert, sich in der Höhe der Werteinheiten begrifflich deckt mit der Höhe aller Güterpreise, denn beide sind nur verschiedenartige Zvvuvvsammenfaltungen der aufgewandten Arbeits- wertmengen und Einheiten. Da ist kein quantitätstheoretisches Aus- schwingen, kein Endresultat, das uns den Geldwert mitteilt, mehr vonnöten. Die Werteinheit hat einen ökonomischen Inhalt, soweit sie Einkommen ist, soweit sie nicht nur eine gedankliche Vorstel- lung bleibt, die wir wohl überall anlegen können, die aber wirt- schaftlich nicht wirksam und darum nicht zu berücksichtigen ist. Wir können den realen Inhalt jeder dieser Einkommenswerteinheiten suchen in irgendeinem Gut oder wir können sie zusammenfassen als das Extrakt aus der gesamten Güterwelt. In jedem Falle werden wir mit einer gleichen Grösse zu rechnen haben, eben dieser, die sich deckt mit der unserer Werteinheit zu grundegelegten Arbeitswert- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s79.png || ||# ===80=== #|| || - 80 - menge. Einen derart abgeleiteten Wert wollen wir der Werteinheit in der Geldform nicht abstreiten; - das aber wird wohl nicht einmal ein Nominalismus unternehmen wollen. Was uns von der Darlegung der Warenwerttheorie unterschiedet, ist der Uvvmvvstand, dass wir im Gelde keine selbständige mit den anderen Gütern gleich berechtig- te Ware erkennen wollen. Alle Güter haben einen objektiven Be- schaffungswert; das Geld nur einen davon abgeleiteten Wert. Die Frage nach der Angemessenheit des Preises ist darum auch nicht ein Abschätzen des Warenwertes am Geldwert, der losgelöst nur ein Schatten, nichts als ein Schemen ist, mit dem wir in der Vorstellung keine objektiv messbare Grösse verbinden können, sondern ist ein Abschätzen an den Beschaffungskosten von vielen ähnlichen Dingen; wir vergleichen die Arbeitsleistungen gleich - und verschiedenar- tiger Dinge mit einander. Dvvivve Fvvrvvage, warum für ein bestimmtes Gut eine bestimmte Geldsumme bezahlt wird, ahben wir ja bereits da be- leuchtet, wo wir die Parallelität der Entstehung von Ware mit Geld in Form von Einkommen erwähnten. Wenigstens gilt das für eine sta- bile Papierwährung, wie wir sie hier schildern. Das allerdings ist richtig, dass zwei Grössen nicht in einem relativen Verhältnis zu einander stehen können, ohne als absolute Grössen vorhanden zu sein. Auf die Geldverfassung aber ist dieser Satz nur anwendbar bei Gold- währung mit ausschliesslichem Goldumlaug [sic]. Nur in diesem Falle ist das Gold eine solche absolute Grösse, die Relationen auf seinen objektiven Wert zulässt. Späterhin aber ist das Geld nur der Kreu- zungspunkt alle dieser Relationen, etwas ausserhalb Stehendes und | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s80.png || ||# ===81=== #|| || - 81 - nicht mehr gar der Pol, auf den alle Glieder, um mobil zu werden, hinstreben. Das Geld ist nur etwas mit den Relationen Gleichna- miges. Während die Werteineheit als Arbeitswertmenge bei den Gütern das Inhaltliche Bedeutet, ist sie beim Gelde nur praktisch teil- bares Bewegungsmittel und hat nur Wert im Hinblick auf ein Gut und das auch nur deshalb, weil die arbeitsteilige Verkehrswirt- schaft Mittel ersinnen musste, um auch hier Tauschhandlungen zu ermöglichen und durch das staatlich gesetzte Tauschmittel dem Geldverkehr ordnungsgemässe Bahnen zuwies. Für uns ist die Wert- einheit keine beziehungslose, abstrakte Grösse, sondern eine Ar- beitswertgrösse, die sich in jedem Augenblick an ein bestimmtes Gut und an eine bestimmte Menge davon binden lässt, die uns aber nicht deutlich wird bei der losgelösten Geldbetrachtung, sondern nur im Bereiche der Güterwelt. Was bestimmt denn die Höhe eines Güterwer- tes? Ist es wirklich eine Teilgrösse der Ware Geld, die uns wert- mass sein soll für alle übrige Ware, die aber doch in ihrer ob- jektiven Wertlosigkeit besonders beim [übertippt i] Monopolgeld der Warenwert- theorie uns nur einen recht verschwommenen Wertmasstab bieten kann für wirklich reale Güter, die, das ist doch die Grundregel jeder objektiven Werttheorie, ihren Wert nur haben kann aus Menge und Wert der aufgewandten Arbeit? Ist jenes Geld wirklich Wert- maass, so vergleichen wir wildlich gesehen ungleichwertiges mit einander, wo um uns reale Messwerkzeuge in Hülle und Fülle stehen. Maass der Werte ist von allen Angebinn an die Arbeit und nur | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s81.png || ||# ===82=== #|| || - 82 - dadurch, dass wir historisch die ganz bestimmte Beschaffungsar- beit eines Gutes zu Grunde legten, und der Staat ihr dann einen Namen gab, dadurch entstanden aus den und zugleich mit dem Maass der Werte, auch die Preise. Nicht das Gut an sich ist das Wert- maass, sondern die angewandte Beschaffungsarbeit des Gutes und nur weil, ausser in der Gesellschaft der Gleichen eine losgelöste Arbeitseinheit nicht bestehen kann, darum musste eine Basierung zu einem Gute proklamiert werden. So tritt denn auch der ökonomi- sche, reine, objektive Wert eines Gutes, das wirkliche Maass der an- gewandten Arbeitsenergien nicht mehr in Erscheinung; der ökono- misch reine Wert erhält in der Wirtschaft keinen Ausdruck mehr. wir wissen, dass Kräfteverschiebungen in der verschiedensten Rich- tung es uns nicht mehr gestatten, von Arbeitsmenge zu sprechen, sondern als ein Korrektposten dazu diesen mit dem Arbeitswert und den nicht nur im Hinblick auf die Qualifikation, sonder beson- ders in Evvrvvwägung der gesellschaftlichen Verteilungsverhältnisse zu verknüpfen. Wenn wir sagen, Preise sind nur anderer Name und Ausdruck für Werte, so haben wir jene verschobenen Werte, die Tausch werte im Auge. Das Geld kann nur wertmaass sein, insofern es auf Werteinheiten lautet und Werteinheit nur als eine andere Bezeich- nung für eine gewisse Arbeitsmenge zu[b]gelten hat hat. Das Geld als das körperliche Zahlungsmittel kann auch nicht das Wertmaass sein, weil es auch nur einen Teil des konsumberechtigten Einkommens darstellt und weil, wenn wir definieren wollten, im Austausch von Geld gegen Ware ergibt sich die Kaufkraft oder der Wert des Gel- | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s82.png || ||# ===83=== #|| || - 83 - des, wir dann nicht berücksichtigen den wohl grössten Teil des wirtschaftlich wirksamen, wenn auch nicht chartalen Geldes, das Kaufkräfte in eminenten Maasse vergegenwärtigt. Das wurde im Kreislauf der Wirtschaft dargetan, dass die Quantitätstheorie nur in jenem weiten Sinne verstanden werden muss. Als Einzelgrös- se sagt das chartale Geld gar nichts und das " Geld " in der Gesamtgrösse der gesamten Einkommen ist uns nicht bekannt und tritt uns, wenn wir die Kaufkraft als Resultat des Tauschens an- sehen wollen, immer nur erst dann gegenüber, wenn diese wirt- schaftlichen Handlungen der Vergangenheit angehören und ihrer- seits vom Resultat ja nicht mehr beeinflusst werden können. Da- mit wollen wir sagen, dass wir das Geld als Wertmaass scheinbar benützen können, aber eben nur im Hinblick darauf, dass die Geld- politik bestrebt ist, das Geld in der nominellen Höhe mit der Güterproduktion und deren Preishöhe zu verknüpfen. Darum aber kann auch die [übertippt P]reishöhe keine Grösse sein, die durch Abschätzung am Golde gewonnen wird, sondern die, die wir aus Zvvuvvsammenfügen von Arbeitswertgrössen gewinnen, wie sie uns historisch einmal im Gelde, dann in der Wirtschaft mannigfaltig und somit auch in un- serer Vvvovvrstellung gegeben sind. In der Erklärung, ein bestimmtes Gut sei drei Mark wert, ist in gewissem Sinne doch auch ein ob- jektiver Wert ausgedrückt, da wir uns jederzeit den Warengehalt, wie Arbeitsenergie zur Evvrvvstattung des dritten Teil eines solchen G[übertippt u]tes, die Arbeitsmenge, die wir eine Mark nennen, vorstellen können Wissen wir noch dazu, dass dies und jenes auch eine Mark kostet, | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s83.png || ||# ===84=== #|| || - 84 - dann wird in uns das Gefüh[übertippt ö mit l] der Wertgrösse von einer Mark so gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein- ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein- reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert- maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als Mittelpunkt der Beziehungen zu deren Gewinnung nötig war, ist von jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine Herstel- lungskosten, und die Gvvrvvrenze wird um ein weiteres enger werden. Im ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen am Gelde wenig Rvvavvum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen haben darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirt- schaftliche Verpflichtung in der Fvvrvvage des Arbeitslohnes, der Steuern, der Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis, die Relation zu den anderen Gütern gebieterisch vorschreiben. Ivvnvv allen anderen Gütern verkörpert sich in jedem Falle eine be- stimmte Arbeitswertmenge, und diese bleibt auch das Wertmaass und ergibt den Preis für alle neu hinzutretenden Güter. Das Geld kann | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/Arbeitsquantum/wesenundinhaltderwerteinheit_s84.png || ||# ===85=== #|| || - 85 - nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt, als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu- gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren- werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las- sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk- lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt- schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens- höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/Arbeitsquantum/wesenundinhaltderwerteinheit_s85.png || ||# ===86=== #|| || - 86 - beim Billet schon die Gegenleistung in der genauen Menge in der Vorstellung schin [sic] fest in Hvvävvnden haben, während beim Gelde erst n[übertippt i mit o]ch die Preisbildung in Fvvrvvage kommt. Wir können in Anlehnung an all das von uns Gesagte hier ohne weiteres erklären, dass nach unserer Auffassung ein Preiskampt kaum mehr zu stande kommen kann, und solange wir stabile Währung haben, wir dann auch im Einkommen die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest in Händen haben. Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung über einen Platz im Theater nicht durch ein Billet, sondern durch die Zahlung des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass wir die Verfügung über die wirtschaftlichen vvGvvüter auch nicht direkt durch das Geld - das Billet - sondern durch die Arbeitsleistung, der wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist beim Billettvergleich der Tausch nicht Billet - Vorstellung; son- dern Billettkauf - Vvvovvrstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich betrachtet auch nicht Geldhingabe - Güterempfang, sondern Gelder- werb, d.i.Leistung - Güterempfang. Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten die Evvrvvscheinung der unstabilen Währung, der Zvvuvvstände, wie wir sie zu Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten. Wir wollen kurz fragen: Was [sic: War?] es hier so, dass die Preise zustande kamen auf Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre notwendig gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte des Geldes fast in jedem Augenblicke hätten bilden können und hätten neu bilden müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/Arbeitsquantum/wesenundinhaltderwerteinheit_s86.png || ||# ===87=== #|| || - 87 - die hier auf die Pvvrvveise wirksam wurden. Wenn wir später von der unstabilen Wvvävvhrung sprechen, werden sich diese Punkte im einzelnen heruasschälen [sic]. Ovvhvvne weiteres deutlich aber ist uns, dass ein Geld, das täglich anderen Wvvevvrt im Sinne veränderter Kaufkraft repräsen- tiert, keinen Anspruch als Wertmesser der übrigen Güter erheben kann. Solange wir in unserer eigenen Währung der Papiermark rechne- ten, hatten wir in ihr keinerlei Anhaltspunkte einer Wertgrösse; erst später, da wir uns auf ausländische Währungen bezogen und die Papiermark täglich neu un Beziehung zu jenen setzten, sodass sie eigentlich nichts anderes mehr bedeutet als eine ausländische Währung, erst da konnten wir wieder eine Wertvorstellung mit dem Gelde verbinden, die aber von so vielen anderen Momenten, wie Spe- kulation usw. durchsetzbar, dass uns der so abgeleitete Wert der Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches Bild der inneren Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste, bieten konnte. Ivvnvv Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem Geldwerte gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen Gütern. Wir wussten, dass ein Pvvrvvodukt x Svvcvvhweizer Fvvrvvanken kostet und lasen im Kursblatte, dass ein Svvcvvhweizer Fvvrvvanken so und so viele Papiermark notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis nicht in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die Papier- marksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch nicht das Geringste aus. Uvvnvvd bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des Krieges, wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/Arbeitsquantum/wesenundinhaltderwerteinheit_s87.png || ||# ===88=== #|| || - 88 - solche, auf die sich die Nachfrage besonders stürzte, aus diesen natürlichen Gründen der erhöhten Nachfrage im Preise stiegen. Die Relationen, die meist wie etwas Ewiges in den bleibenden Pro- duktionskosten gegeben waren, strebten danach, auch auf der erhöhten Grundlage jene alte Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese gesunde Tendenz aber wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit und Uvvnvvgebundenheit der Einkommen gestört. Das war der Grund des wahren Wettrennens der Preise. Manches wird im Abschnitt der Infla- tion darüber noch zu sagen sein. Hier galt es norläufig [sic] nur zu zei- gen, dass niemals das Gold Masstab der Preise sein konnte. Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weite- teren Festigung unserer Avvnvvschauung werden wir im Folgenden staat - liche Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen, nicht derart, dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die historische Stütze findet, sondern wir wollen jede Währung gewis- sermassen neu begründen und aus diese Betrachtung die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Währungsreform zu gewinnen suchen. | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/Arbeitsquantum/wesenundinhaltderwerteinheit_s88.png || ||#