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men verzehrt sind, begrifflich seinen Lauf beschliessen, denn die- |
429 |
ses Kreditgeld ist das Beförderungsmittel**s** [sic] des modernen Waren- |
430 |
verkehrs, unlösbar mit ihm verknüpft. Die Bvvivvndungen sind so streng, |
431 |
dass wir ohne Schwierigkeit die geradezu verschwindende Bedeutung |
432 |
erkennen können, die dem Gelde als solchen dabei zukommt. Das Opfer, |
433 |
das wir dazu bringen, um das Geld zu erlangen, die Arbeit, die wir |
434 |
dazu leisten, die gilt nicht dem Geldbesitz, die gilt dem Kvvovvnsum der |
435 |
übrigen Güter, welche andere für uns schufen, gleich wie wir in ar- |
436 |
beitsteiliger Tätigkeit ihre Bedürfnisse mit befriedigen. Wesent- |
437 |
lich ist nur, dass a**l**s Tvvävvtigikeit nach einem gleichen Maasse bewer- |
438 |
tet wurde, damit die volkswirtschaftliche Gesamtverteilung, durch |
439 |
den Geldverkehr bewerkstelligt, restlos aufgehen kann. Dabei ist |
440 |
es nicht notwendig, dass jedes Gvvuvvt genau seinen wahren, objektiven |
441 |
Beschaffungswert erreicht - obwohl das dem Idealzustand gleich |
442 |
käme, wenn dabei auch bei den Einzelaufwendungen das gleiche |
443 |
Gesetz den Verteilungsschlüssel abgäbe - aber innerhalb der gan- |
444 |
zen Volkswirtschaft können wir es wohl gelten lassen, dass nur |
445 |
die objektiven Werte im ganzen erzielt sein müssen und plus und |
446 |
minus zur geraden Mvvivvttellinie tendiert. Die Auspendelungen werden |
447 |
wohl, soweit persönliche Machtpositionen in Frage kommen, immer nur |
448 |
beschränkte**n** Rahmen bleiben, da die Einkommen auf gegenseitige |
449 |
Ausgleichung hinstreben. Darüber hinaus auch noch die Störungen, |
450 |
durch das gesellschaftliche Monopol erzeugt, näher auszuführen, |
451 |
würde uns zu weit abführen. |
452 |
Das gleiche Messgerät zu finden, dazu ist, das sei immer |
453 |
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454 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s78.png |
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463 |
wieder betont, weil es den Kern der v**o**rgetragenen Auffassung wieder- |
464 |
gi**b**t, nicht ein Vergleich am Gvvovvlde nötig; der würde selbst die gröss |
465 |
ten Schwankungen im Gvvevvfolge haben. Notwendig dagegen ist das Zerle- |
466 |
gen der Güter in Arbeitswerteinheiten, für deren Grösse wir so vie- |
467 |
le Anhaltspunkte haben, als es nur Güter und Dienste in einem Lande |
468 |
gibt**.** **B**ei so geordneter Bankgeldschöpfung, und diese fordert ja auch |
469 |
die Warenwerttheorie, müssen wir beim Gelde immer nach der Kaufkraft |
470 |
fragen, müssen diese nicht als Ergebnis eines Austauscheyperiments [sic] |
471 |
zwischen Geld und Ware betrachten. Ivvnvv diesem Falle ist vielmehr die |
472 |
Kaufkraft des Geldes schon fest fixiert, mit der Ent**ste**hung der Gü- |
473 |
ter. Sie ist die logische Folge, dass Geld in diesem weiten Sinne, |
474 |
welches Einkommen verkörpert, sich in der H**öh**e der Werteinheiten |
475 |
begrifflich deckt mit der Hvvövvhe aller Gvvüvvterpreise, denn beide sind |
476 |
nur verschiedenartige Zvvuvvsammenfaltungen der aufgewandten Arbeits- |
477 |
wertmengen und Einheiten. Da ist kein quantitätstheoretisches Aus**-** |
478 |
schwingen, kein Endresultat, das uns den Geldwert mitteilt, mehr |
479 |
vonnöten. Die Werteinheit hat einen ökonomischen Inhalt, soweit |
480 |
sie Einkommen ist, soweit sie nicht nur eine gedankliche Vorstel- |
481 |
lung bleibt, die wir wohl überall anlegen können, die aber wirt- |
482 |
schaftlich nicht wirksam und darum nicht zu berücksichtigen ist. |
483 |
Wir können den realen Inhalt jeder dieser Einkommenswerteinheiten |
484 |
suchen in irgendeinem Gut oder wir können sie zusammenfassen als |
485 |
das Extrakt aus der gesamten vvGvvüterwelt. In jedem Falle werden wir |
486 |
mit einer gleichen Grösse zu rechnen haben, eben dieser, die sich |
487 |
deckt mit der unserer Werteinheit zu Grunde gelegten Arbeitswert- |
488 |
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489 |
| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s79.png |
490 |
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498 |
menge. Einen derart abgeleiteten Wert wollen wir der Werteinheit |
499 |
in der Geldform nicht abstreiten; - das aber wird wohl nicht einmal |
500 |
ein Nominalismus unternehmen wollen. Was uns von der Darlegung |
501 |
der Warenwerttheorie unterschiedet, ist der Uvvmvvstand, dass wir im |
502 |
Gelde keine selbständige mit den anderen Gütern gleich berechtig- |
503 |
te Ware erkennen wollen. Alle Güter haben einen objektiven Be- |
504 |
schaffungswert; das Geld nur einen davon abgeleiteten Wert. Die |
505 |
Frage nach der Avvnvvgemessenheit des Prei**s**es ist darum auch nicht |
506 |
ein Abschätzen des Warenwertes am Geldwert, der losgelöst nur ein |
507 |
Schatten, nichts als ein Schemen ist, mit dem wir in der Vorstellung |
508 |
keine objektiv messbare Grösse verbinden können, sondern ist ein |
509 |
Abschätzen an den Beschaffungskosten von vielen ähnlichen Dingen; |
510 |
wir vergleichen die A**r**beitsleistungen gleich - und verschiedenar- |
511 |
tiger Dinge mit einander. Dvvivve Fvvrvvage, warum für ein bestimmtes Gut |
512 |
eine bestimmte Geldsumme bezahlt wird, haben wir ja bereits da be- |
513 |
leuchtet, wo wir die Parallelität der Entstehung von Ware mit Geld |
514 |
in Fvvovvrm von Einkommen erwähnten. Wenigstens gilt das für eine sta- |
515 |
bile Papierwährung, wie wir **s**ie hier schildern. Das allerdings ist |
516 |
richtig, dass zwei Grössen nicht in einem relativen Verhältnis zu |
517 |
einander stehen können, ohne als absolute Grössen vorhanden zu sein. |
518 |
Auf die Geldverfassung aber ist dieser Satz nur anwendbar bei Gold- |
519 |
währung mit ausschliesslichem Goldumlaug [sic]. Nur in diesem Falle ist |
520 |
das Gold eine solche absolute Grösse, die Relationen auf seinen |
521 |
objektiven Wert zulässt. Späterhin aber ist das Geld nur der Kreu- |
522 |
zungspunkt alle dieser Relationen, etwas ausserhalb Stehendes und |
527 |
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533 |
**ni**cht mehr gar der Pol, auf den alle G**l**ieder, um mobil zu werden, |
534 |
hinstreben. Das Geld ist nur etwas mit den Relationen Gleichna- |
535 |
miges. Während die Werteineheit als Arbeitswertmenge bei den Gütern |
536 |
das Inhaltliche bedeutet, ist sie beim Gelde nur praktisch teil- |
537 |
bares Bewegungsmittel und hat nur Wert im Hinblick auf ein Gut |
538 |
und das auch nur deshalb, weil die arbeitsteilige Verkehrswirt- |
539 |
schaft Mittel ersinnen musste, um auch hier Tauschhandlungen zu |
540 |
ermöglichen und durch das staatlich gesetzte Tauschmittel dem |
541 |
Geldverkehr ordnungsgemässe Bahnen zuwies. **F**ür uns ist die Wert- |
542 |
einheit keine beziehungslose, abstrakte Grösse, sondern eine Ar- |
543 |
beitswertgrösse, die sich in jedem Augenblick an ein bestimmtes Gut |
544 |
und an eine bestimmte Menge davon binden lässt, die uns aber nicht |
545 |
deutlich wird bei der losgelösten Geldbetrachtung, sondern nur im |
546 |
Bereiche der Güterwelt. Was bestimmt denn die Höhe eines Güterwer- |
547 |
tes? Ist es wirklich eine Teilgrösse der Wvvavvre Geld, die uns Wert- |
548 |
maass sein soll für alle übrige Ware, die aber doch in ihrer ob- |
549 |
jektiven Wertlosigkeit besonders be**i**m Monopolgeld der Warenwert- |
550 |
theorie uns nur einen recht verschwommenen Wertmasstab bieten |
551 |
kann für wirklich reale Güter, die, das ist doch die Grundregel |
552 |
jeder objektiven Werttheorie, ihren Wert nur haben kann aus Menge |
553 |
und Wert der aufgewandten Arbeit? Ist jenes Geld wirklich Wert- |
554 |
maass, so vergleichen wir bildlich gesehen ungleichwertiges mit |
555 |
einander, wo um uns reale Messwerkzeuge in Hülle und Fülle stehen. |
556 |
Maass der Werte ist von allen Anbegi**n**n an die Arbeit und nur |
561 |
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567 |
dadurch, dass wir historisch die ganz bestimmte Beschaffungsar- |
568 |
beit eines Gutes zu Grunde legten, und der Staat ihr dann einen |
569 |
Namen gab, dadurch entstanden aus den und zugleich mit dem Maass |
570 |
der Werte, auch die Preise. Nicht das Gut an sich ist das Wert- |
571 |
maass, sondern die angewandte Beschaffungsarbeit des Gutes und |
572 |
nur weil, ausser in der Gesellschaft der Gleichen eine losgelöste |
573 |
Arbeitseinheit nicht bestehen kann, darum musste eine Basierung |
574 |
zu einem Gute proklamiert werden. So tritt denn auch der ökonomi- |
575 |
sche, reine, objektive Wert eines Gutes, das wirkliche Maass der an- |
576 |
gewandten Arbeitsenergien nicht mehr in Erscheinung; der ökono- |
577 |
misch reine Wert erhält in der Wirtschaft keinen Ausdruck mehr. |
578 |
Wir wissen, dass Kvvrvväfteverschiebungen in der verschiedensten Rich- |
579 |
tung es uns nicht mehr gestatten, von Arbeitsmenge zu sprechen, |
580 |
sondern als ein Korrektposten dazu diesen mit dem Arbeitswert und |
581 |
den nicht nur im Hinblick auf die Qualifikation, sondern beson- |
582 |
ders in Evvrvvwägung der gesellschaftlichen Verteilungsverhältnisse |
583 |
zu verknüpfen. Wenn wir sagen, Preise sind nur anderer Name und |
584 |
Ausdruck für Werte, so haben wir jene verschobenen Werte, die Tausch |
585 |
werte im Auge. Das Geld kann nur Wertmaass sein, insofern es auf |
586 |
Werteinheiten lautet und Werteinheit nur als eine andere Bezeich- |
587 |
**n**ung für eine gewisse Arbeitsmenge zu[b]gelten hat. Das Geld als |
588 |
das körperliche Zahlungsmittel kann auch nicht das Wertmaass sein, |
589 |
weil es auch nur einen Teil des konsumberechtigten Einkommens |
590 |
darstellt und weil, wenn wir definieren wollten, im Austausch von |
591 |
Geld gegen Ware ergibt sich die Kaufkraft oder der Wert des Gel- |
596 |
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des, wir dann nicht berücksichtigen den wohl grössten Teil des |
603 |
wirtschaftlich wirksamen, wenn auch nicht chartalen Geldes, das |
604 |
Kaufkräfte in eminenten Maasse vergegenwärtigt. Das wurde im |
605 |
Kreislauf der Wirtschaft dargetan, dass die Quantitätstheorie |
606 |
nur in jenem weiten Sinne verstanden werden muss. Als Einzelgrös- |
607 |
se sagt das chartale Geld gar nichts und das " Geld " in der |
608 |
Gesamtgrösse der gesamten Einkommen ist uns nicht bekannt und |
609 |
tritt uns, wenn wir die Kvvavvufkraft als Re**s**ultat des Tvvavvuschens an- |
610 |
sehen wollen, immer nur erst dann gege**n**über, wenn diese wirt- |
611 |
schaftlichen Handlungen der Vergangenheit angehören und ihrer- |
612 |
seits vom Resultat ja nicht mehr beeinflusst werden können. Da- |
613 |
mit wollen wir sagen, dass wir das Geld als Wertmaass scheinbar |
614 |
benützen können, aber eben nur im Hinblick darauf, dass die Geld- |
615 |
politik bestrebt ist, das Geld in der nominellen Höhe mit der |
616 |
Güterproduktion und deren Preishöhe zu verknüpfen. Darum aber |
617 |
kann auch die **P**reishöhe keine Grösse sein, die durch Abschätzung |
618 |
am Golde gewonnen wird, sondern die, die wir aus Zvvuvvsammenfügen von |
619 |
Arbeitswertgrössen gewinnen, wie sie uns historisch einmal im |
620 |
Gelde, dann in der Wirtschaft mannigfaltig und somit auch in un- |
621 |
serer Vvvovvrstellung gegeben sind. In der Erklärung, ein bestimmtes |
622 |
Gut sei drei Mark wert, ist in gewissem Sinne doch auch ein ob- |
623 |
jektiver Wert ausgedrückt, da wir uns jederzeit de**n** Warengehalt, |
624 |
wie Arbeitsenergie zur Evvrvvstattung des dritten Teil eines solchen |
625 |
G**u**tes, die Arbeitsmenge, die wir eine Mark nennen, vorstellen können |
626 |
Wissen wir noch dazu, dass dies und jenes auch eine Mark kostet, |
631 |
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636 |
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637 |
dann wird in uns das Gefüh**l** der Wertgrösse von einer Mark so |
638 |
gef**e**stigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für |
639 |
Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein |
640 |
Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein- |
641 |
ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen |
642 |
gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein- |
643 |
reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert- |
644 |
maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als |
645 |
Mittelpunkt der Beziehungen **z**u deren Gewinnung nötig war, ist von |
646 |
jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall |
647 |
der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein |
648 |
Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich |
649 |
einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der |
650 |
Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend |
651 |
eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine Herstel- |
652 |
lungskosten, und die Gvvrvvrenze wird um ein weiteres enger werden. Im |
653 |
ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen |
654 |
am **G**elde wenig Rvvavvum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen |
655 |
haben darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirt- |
656 |
schaftliche Verpflichtung in der Fvvrvvage des Arbeitslohnes, der |
657 |
Steuern, der Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis, |
658 |
die Relation zu den anderen Gütern **g**ebieterisch vorschreiben. |
659 |
Ivvnvv allen anderen Gütern verkörpert sich i**n** jedem Falle eine be- |
660 |
stimmte Arbeitswertmenge, und diese bleibt auch das Wertmaass und |
661 |
ergibt den Preis für alle neu hinzutretenden Güter. Das Geld kann |
666 |
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672 |
nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die |
673 |
entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die |
674 |
Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt, |
675 |
als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg |
676 |
von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits |
677 |
alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu- |
678 |
gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen |
679 |
in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen |
680 |
eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung |
681 |
gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren- |
682 |
werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las- |
683 |
sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht |
684 |
nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit |
685 |
der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine |
686 |
bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen |
687 |
Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu |
688 |
Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters |
689 |
Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des |
690 |
chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk- |
691 |
lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt- |
692 |
schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen |
693 |
sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens- |
694 |
höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können |
695 |
wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert |
696 |
nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir |
701 |
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707 |
beim Billet schon die Gegenleistung in der genauen Menge in der |
708 |
Vorstellung schin [sic] fest in Hvvävvnden haben, während beim Gelde erst |
709 |
n[übertippt i mit o]ch die Preisbildung in Fvvrvvage kommt. Wir können in Anlehnung |
710 |
an all das von uns Gesagte hier ohne weiteres erklären, dass nach |
711 |
unserer Auffassung ein Preiskampt kaum mehr zu stande kommen kann, |
712 |
und solange wir stabile Währung haben, wir dann auch im Einkommen |
713 |
die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest in Händen haben. |
714 |
Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung über einen |
715 |
Platz im Theater nicht durch ein Billet, sondern durch die Zahlung |
716 |
des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass wir |
717 |
die Verfügung über die wirtschaftlichen vvGvvüter auch nicht direkt |
718 |
durch das Geld - das Billet - sondern durch die Arbeitsleistung, |
719 |
der wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist |
720 |
beim Billettvergleich der Tausch nicht Billet - Vorstellung; son- |
721 |
dern Billettkauf - Vvvovvrstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich |
722 |
betrachtet auch nicht Geldhingabe - Güterempfang, sondern Gelder- |
723 |
werb, d.i.Leistung - Güterempfang. |
724 |
Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten |
725 |
die Evvrvvscheinung der unstabilen Währung, der Zvvuvvstände, wie wir sie |
726 |
zu Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten. |
727 |
Wir wollen kurz fragen: Was [sic: War?] es hier so, dass die Preise zustande |
728 |
kamen auf Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre |
729 |
notwendig gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte |
730 |
des Geldes fast in jedem Augenblicke hätten bilden können und |
731 |
hätten neu bilden müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen |
736 |
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740 |
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741 |
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742 |
die hier auf die Pvvrvveise wirksam wurden. Wenn wir später von der |
743 |
unstabilen Wvvävvhrung sprechen, werden sich diese Punkte im einzelnen |
744 |
heruasschälen [sic]. Ovvhvvne weiteres deutlich aber ist uns, dass ein Geld, |
745 |
das täglich anderen Wvvevvrt im Sinne veränderter Kaufkraft repräsen- |
746 |
tiert, keinen Anspruch als Wertmesser der übrigen Güter erheben |
747 |
kann. Solange wir in unserer eigenen Währung der Papiermark rechne- |
748 |
ten, hatten wir in ihr keinerlei Anhaltspunkte einer Wertgrösse; |
749 |
erst später, da wir uns auf ausländische Währungen bezogen und |
750 |
die Papiermark täglich neu un Beziehung zu jenen setzten, sodass |
751 |
sie eigentlich nichts anderes mehr bedeutet als eine ausländische |
752 |
Währung, erst da konnten wir wieder eine Wertvorstellung mit dem |
753 |
Gelde verbinden, die aber von so vielen anderen Momenten, wie Spe- |
754 |
kulation usw. durchsetzbar, dass uns der so abgeleitete Wert der |
755 |
Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches Bild der inneren |
756 |
Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste, bieten konnte. |
757 |
Ivvnvv Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem Geldwerte |
758 |
gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen Gütern. Wir |
759 |
wussten, dass ein Pvvrvvodukt x Svvcvvhweizer Fvvrvvanken kostet und lasen im |
760 |
Kursblatte, dass ein Svvcvvhweizer Fvvrvvanken so und so viele Papiermark |
761 |
notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis nicht |
762 |
in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die Papier- |
763 |
marksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch nicht |
764 |
das Geringste aus. |
765 |
Uvvnvvd bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des |
766 |
Krieges, wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem |
771 |
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772 |
#|| |
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775 |
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776 |
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777 |
solche, auf die sich die Nachfrage besonders stürzte, aus diesen |
778 |
natürlichen Gründen der erhöhten Nachfrage im Preise stiegen. |
779 |
Die Relationen, die meist wie etwas Ewiges in den bleibenden Pro- |
780 |
duktionskosten gegeben waren, strebten danach, auch auf der erhöhten |
781 |
Grundlage jene alte Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese |
782 |
gesunde Tendenz aber wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit |
783 |
und Uvvnvvgebundenheit der Einkommen gestört. Das war der Grund des |
784 |
wahren Wettrennens der Preise. Manches wird im Abschnitt der Infla- |
785 |
tion darüber noch zu sagen sein. Hier galt es norläufig [sic] nur zu zei- |
786 |
gen, dass niemals das Gold Masstab der Preise sein konnte. |
787 |
Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weite- |
788 |
teren Festigung unserer Avvnvvschauung werden wir im Folgenden staat - |
789 |
liche Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen, |
790 |
nicht derart, dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die |
791 |
historische Stütze findet, sondern wir wollen jede Währung gewis- |
792 |
sermassen neu begründen und aus diese Betrachtung die Möglichkeit |
793 |
oder Unmöglichkeit einer Währungsreform zu gewinnen suchen. |