12 |
Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden
|
13 |
Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden
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13 |
Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und
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14 |
Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und
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14 |
indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig
|
15 |
indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig
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15 |
erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver-
|
16 |
erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver-
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17 |
dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck
|
18 |
dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck
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18 |
und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_
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und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_
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19 |
rinnen können.
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20 |
rinnen können.
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20 |
Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des
|
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Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des
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23 |
Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der
|
24 |
Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der
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24 |
angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu
|
25 |
angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu
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25 |
geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven
|
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geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven
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26 |
Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar-
|
27 |
Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar-
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27 |
beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in
|
28 |
beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in
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der Reinheit der Oekonomik, in der Urform der Gesellschaft der
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der Reinheit der Oekonomik, in der Uvvrvvform der Gesellschaft der
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Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihrem Enderfolg, der
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Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihre**m** Enderfolg, der
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verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt ,] noch zusammen. Der von Oppenheimer
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verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt ,] noch zusammen. Der von Oppenheimer
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44 |
Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch
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Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch
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45 |
deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der
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deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der
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46 |
schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst
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schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst
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51 |
dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits-
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dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits-
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52 |
zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter
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54 |
zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter
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53 |
einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als
|
55 |
einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als
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54 |
intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat
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intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat
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55 |
in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn
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in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn
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56 |
wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein-
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58 |
wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein-
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64 |
ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch
|
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ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch
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65 |
die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold
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die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s67.png
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s67.png
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Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen
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Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen
|
88 |
Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der
|
91 |
Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der
|
89 |
Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass
|
92 |
Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass
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90 |
hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen,
|
93 |
hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen,
|
91 |
so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes-
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94 |
so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes-
|
115 |
Preis bestimmt, auch in weiterer Bvvevvziehung zu jeder Dienstleistung,
|
119 |
Preis bestimmt, auch in weiterer Bvvevvziehung zu jeder Dienstleistung,
|
116 |
sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art.
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120 |
sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art.
|
117 |
Wir stehen nun an der Svvtvvelle, wo auf die Dauer auch durch
|
121 |
Wir stehen nun an der Svvtvvelle, wo auf die Dauer auch durch
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118 |
die Häufigkeit der Uvvevvbung die Preisrelationen immer festere und
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die Häufigkeit der Uvvevvbung die Preisrelationen immer festere und
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- 79 -
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462 |
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463 |
wieder betont, weil es den Kern der vorgetragenen Auffassung wieder-
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|
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464 |
gibt [vertippt], nicht ein Vergleich am Gvvovvlde nötig; der würde selbst die gröss
|
|
|
465 |
ten Schwankungen im Gvvevvfolge haben. Notwendig dagegen ist das Zerle-
|
|
|
466 |
gen der Güter in Arbeitswerteinheiten, für deren Grösse wir so vie-
|
|
|
467 |
le Anhaltspunkte haben, als es nur Güter und Dienste in einem Lande
|
|
|
468 |
gibt. [vertippt] Bei so geordneter Bankgeldschöpfung, und diese fordert ja auch
|
|
|
469 |
die Warenwerttheorie, müssen wir beim Gelde immer nach der Kaufkraft
|
|
|
470 |
fragen, müssen diese nicht als Ergebnis eines Austauscheyperiments [sic]
|
|
|
471 |
zwischen Geld und Ware betrachten. Ivvnvv diesem Falle ist vielmehr die
|
|
|
472 |
Kaufkraft des Geldes schon fest fixiert, mit der Entstehung der Gü-
|
|
|
473 |
ter. Sie sit die logische Folge, dass Geld in diesem weiten Sinne,
|
|
|
474 |
welches Einkommen verkörpert, sich in der Höhe der Werteinheiten
|
|
|
475 |
begrifflich deckt mit der Höhe aller Güterpreise, denn beide sind
|
|
|
476 |
nur verschiedenartige Zvvuvvsammenfaltungen der aufgewandten Arbeits-
|
|
|
477 |
wertmengen und Einheiten. Da ist kein quantitätstheoretisches Aus-
|
|
|
478 |
schwingen, kein Endresultat, das uns den Geldwert mitteilt, mehr
|
|
|
479 |
vonnöten. Die Werteinheit hat einen ökonomischen Inhalt, soweit
|
|
|
480 |
sie Einkommen ist, soweit sie nicht nur eine gedankliche Vorstel-
|
|
|
481 |
lung bleibt, die wir wohl überall anlegen können, die aber wirt-
|
|
|
482 |
schaftlich nicht wirksam und darum nicht zu berücksichtigen ist.
|
|
|
483 |
Wir können den realen Inhalt jeder dieser Einkommenswerteinheiten
|
|
|
484 |
suchen in irgendeinem Gut oder wir können sie zusammenfassen als
|
|
|
485 |
das Extrakt aus der gesamten Güterwelt. In jedem Falle werden wir
|
|
|
486 |
mit einer gleichen Grösse zu rechnen haben, eben dieser, die sich
|
|
|
487 |
deckt mit der unserer Werteinheit zu grundegelegten Arbeitswert-
|
450 |
#||
|
492 |
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451 |
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- 80 -
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497 |
|
|
|
498 |
menge. Einen derart abgeleiteten Wert wollen wir der Werteinheit
|
|
|
499 |
in der Geldform nicht abstreiten; - das aber wird wohl nicht einmal
|
|
|
500 |
ein Nominalismus unternehmen wollen. Was uns von der Darlegung
|
|
|
501 |
der Warenwerttheorie unterschiedet, ist der Uvvmvvstand, dass wir im
|
|
|
502 |
Gelde keine selbständige mit den anderen Gütern gleich berechtig-
|
|
|
503 |
te Ware erkennen wollen. Alle Güter haben einen objektiven Be-
|
|
|
504 |
schaffungswert; das Geld nur einen davon abgeleiteten Wert. Die
|
|
|
505 |
Frage nach der Angemessenheit des Preises ist darum auch nicht
|
|
|
506 |
ein Abschätzen des Warenwertes am Geldwert, der losgelöst nur ein
|
|
|
507 |
Schatten, nichts als ein Schemen ist, mit dem wir in der Vorstellung
|
|
|
508 |
keine objektiv messbare Grösse verbinden können, sondern ist ein
|
|
|
509 |
Abschätzen an den Beschaffungskosten von vielen ähnlichen Dingen;
|
|
|
510 |
wir vergleichen die Arbeitsleistungen gleich - und verschiedenar-
|
|
|
511 |
tiger Dinge mit einander. Dvvivve Fvvrvvage, warum für ein bestimmtes Gut
|
|
|
512 |
eine bestimmte Geldsumme bezahlt wird, ahben wir ja bereits da be-
|
|
|
513 |
leuchtet, wo wir die Parallelität der Entstehung von Ware mit Geld
|
|
|
514 |
in Form von Einkommen erwähnten. Wenigstens gilt das für eine sta-
|
|
|
515 |
bile Papierwährung, wie wir sie hier schildern. Das allerdings ist
|
|
|
516 |
richtig, dass zwei Grössen nicht in einem relativen Verhältnis zu
|
|
|
517 |
einander stehen können, ohne als absolute Grössen vorhanden zu sein.
|
|
|
518 |
Auf die Geldverfassung aber ist dieser Satz nur anwendbar bei Gold-
|
|
|
519 |
währung mit ausschliesslichem Goldumlaug [sic]. Nur in diesem Falle ist
|
|
|
520 |
das Gold eine solche absolute Grösse, die Relationen auf seinen
|
|
|
521 |
objektiven Wert zulässt. Späterhin aber ist das Geld nur der Kreu-
|
|
|
522 |
zungspunkt alle dieser Relationen, etwas ausserhalb Stehendes und
|
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#||
|
527 |
===81===
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#||
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530 |
|
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|
531 |
- 81 -
|
|
|
532 |
|
|
|
533 |
nicht mehr gar der Pol, auf den alle Glieder, um mobil zu werden,
|
|
|
534 |
hinstreben. Das Geld ist nur etwas mit den Relationen Gleichna-
|
|
|
535 |
miges. Während die Werteineheit als Arbeitswertmenge bei den Gütern
|
|
|
536 |
das Inhaltliche Bedeutet, ist sie beim Gelde nur praktisch teil-
|
|
|
537 |
bares Bewegungsmittel und hat nur Wert im Hinblick auf ein Gut
|
|
|
538 |
und das auch nur deshalb, weil die arbeitsteilige Verkehrswirt-
|
|
|
539 |
schaft Mittel ersinnen musste, um auch hier Tauschhandlungen zu
|
|
|
540 |
ermöglichen und durch das staatlich gesetzte Tauschmittel dem
|
|
|
541 |
Geldverkehr ordnungsgemässe Bahnen zuwies. Für uns ist die Wert-
|
|
|
542 |
einheit keine beziehungslose, abstrakte Grösse, sondern eine Ar-
|
|
|
543 |
beitswertgrösse, die sich in jedem Augenblick an ein bestimmtes Gut
|
|
|
544 |
und an eine bestimmte Menge davon binden lässt, die uns aber nicht
|
|
|
545 |
deutlich wird bei der losgelösten Geldbetrachtung, sondern nur im
|
|
|
546 |
Bereiche der Güterwelt. Was bestimmt denn die Höhe eines Güterwer-
|
|
|
547 |
tes? Ist es wirklich eine Teilgrösse der Ware Geld, die uns wert-
|
|
|
548 |
mass sein soll für alle übrige Ware, die aber doch in ihrer ob-
|
|
|
549 |
jektiven Wertlosigkeit besonders beim [übertippt i] Monopolgeld der Warenwert-
|
|
|
550 |
theorie uns nur einen recht verschwommenen Wertmasstab bieten
|
|
|
551 |
kann für wirklich reale Güter, die, das ist doch die Grundregel
|
|
|
552 |
jeder objektiven Werttheorie, ihren Wert nur haben kann aus Menge
|
|
|
553 |
und Wert der aufgewandten Arbeit? Ist jenes Geld wirklich Wert-
|
|
|
554 |
maass, so vergleichen wir wildlich gesehen ungleichwertiges mit
|
|
|
555 |
einander, wo um uns reale Messwerkzeuge in Hülle und Fülle stehen.
|
|
|
556 |
Maass der Werte ist von allen Angebinn an die Arbeit und nur
|
464 |
#||
|
561 |
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#||
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564 |
|
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|
565 |
- 82 -
|
|
|
566 |
|
|
|
567 |
dadurch, dass wir historisch die ganz bestimmte Beschaffungsar-
|
|
|
568 |
beit eines Gutes zu Grunde legten, und der Staat ihr dann einen
|
|
|
569 |
Namen gab, dadurch entstanden aus den und zugleich mit dem Maass
|
|
|
570 |
der Werte, auch die Preise. Nicht das Gut an sich ist das Wert-
|
|
|
571 |
maass, sondern die angewandte Beschaffungsarbeit des Gutes und
|
|
|
572 |
nur weil, ausser in der Gesellschaft der Gleichen eine losgelöste
|
|
|
573 |
Arbeitseinheit nicht bestehen kann, darum musste eine Basierung
|
|
|
574 |
zu einem Gute proklamiert werden. So tritt denn auch der ökonomi-
|
|
|
575 |
sche, reine, objektive Wert eines Gutes, das wirkliche Maass der an-
|
|
|
576 |
gewandten Arbeitsenergien nicht mehr in Erscheinung; der ökono-
|
|
|
577 |
misch reine Wert erhält in der Wirtschaft keinen Ausdruck mehr.
|
|
|
578 |
wir wissen, dass Kräfteverschiebungen in der verschiedensten Rich-
|
|
|
579 |
tung es uns nicht mehr gestatten, von Arbeitsmenge zu sprechen,
|
|
|
580 |
sondern als ein Korrektposten dazu diesen mit dem Arbeitswert und
|
|
|
581 |
den nicht nur im Hinblick auf die Qualifikation, sonder beson-
|
|
|
582 |
ders in Evvrvvwägung der gesellschaftlichen Verteilungsverhältnisse
|
|
|
583 |
zu verknüpfen. Wenn wir sagen, Preise sind nur anderer Name und
|
|
|
584 |
Ausdruck für Werte, so haben wir jene verschobenen Werte, die Tausch
|
|
|
585 |
werte im Auge. Das Geld kann nur wertmaass sein, insofern es auf
|
|
|
586 |
Werteinheiten lautet und Werteinheit nur als eine andere Bezeich-
|
|
|
587 |
nung für eine gewisse Arbeitsmenge zu[b]gelten hat hat. Das Geld als
|
|
|
588 |
das körperliche Zahlungsmittel kann auch nicht das Wertmaass sein,
|
|
|
589 |
weil es auch nur einen Teil des konsumberechtigten Einkommens
|
|
|
590 |
darstellt und weil, wenn wir definieren wollten, im Austausch von
|
|
|
591 |
Geld gegen Ware ergibt sich die Kaufkraft oder der Wert des Gel-
|
471 |
#||
|
596 |
===83===
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472 |
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#||
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473 |
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|
599 |
|
|
|
600 |
- 83 -
|
|
|
601 |
|
|
|
602 |
des, wir dann nicht berücksichtigen den wohl grössten Teil des
|
|
|
603 |
wirtschaftlich wirksamen, wenn auch nicht chartalen Geldes, das
|
|
|
604 |
Kaufkräfte in eminenten Maasse vergegenwärtigt. Das wurde im
|
|
|
605 |
Kreislauf der Wirtschaft dargetan, dass die Quantitätstheorie
|
|
|
606 |
nur in jenem weiten Sinne verstanden werden muss. Als Einzelgrös-
|
|
|
607 |
se sagt das chartale Geld gar nichts und das " Geld " in der
|
|
|
608 |
Gesamtgrösse der gesamten Einkommen ist uns nicht bekannt und
|
|
|
609 |
tritt uns, wenn wir die Kaufkraft als Resultat des Tauschens an-
|
|
|
610 |
sehen wollen, immer nur erst dann gegenüber, wenn diese wirt-
|
|
|
611 |
schaftlichen Handlungen der Vergangenheit angehören und ihrer-
|
|
|
612 |
seits vom Resultat ja nicht mehr beeinflusst werden können. Da-
|
|
|
613 |
mit wollen wir sagen, dass wir das Geld als Wertmaass scheinbar
|
|
|
614 |
benützen können, aber eben nur im Hinblick darauf, dass die Geld-
|
|
|
615 |
politik bestrebt ist, das Geld in der nominellen Höhe mit der
|
|
|
616 |
Güterproduktion und deren Preishöhe zu verknüpfen. Darum aber
|
|
|
617 |
kann auch die [übertippt P]reishöhe keine Grösse sein, die durch Abschätzung
|
|
|
618 |
am Golde gewonnen wird, sondern die, die wir aus Zvvuvvsammenfügen von
|
|
|
619 |
Arbeitswertgrössen gewinnen, wie sie uns historisch einmal im
|
|
|
620 |
Gelde, dann in der Wirtschaft mannigfaltig und somit auch in un-
|
|
|
621 |
serer Vvvovvrstellung gegeben sind. In der Erklärung, ein bestimmtes
|
|
|
622 |
Gut sei drei Mark wert, ist in gewissem Sinne doch auch ein ob-
|
|
|
623 |
jektiver Wert ausgedrückt, da wir uns jederzeit den Warengehalt,
|
|
|
624 |
wie Arbeitsenergie zur Evvrvvstattung des dritten Teil eines solchen
|
|
|
625 |
G[übertippt u]tes, die Arbeitsmenge, die wir eine Mark nennen, vorstellen können
|
|
|
626 |
Wissen wir noch dazu, dass dies und jenes auch eine Mark kostet,
|
478 |
#||
|
631 |
===84===
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479 |
||
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632 |
#||
|
480 |
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633 |
||
|
|
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634 |
|
|
|
635 |
- 84 -
|
|
|
636 |
|
|
|
637 |
dann wird in uns das Gefüh[übertippt ö mit l] der Wertgrösse von einer Mark so
|
|
|
638 |
gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für
|
|
|
639 |
Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein
|
|
|
640 |
Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein-
|
|
|
641 |
ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen
|
|
|
642 |
gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein-
|
|
|
643 |
reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert-
|
|
|
644 |
maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als
|
|
|
645 |
Mittelpunkt der Beziehungen zu deren Gewinnung nötig war, ist von
|
|
|
646 |
jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall
|
|
|
647 |
der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein
|
|
|
648 |
Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich
|
|
|
649 |
einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der
|
|
|
650 |
Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend
|
|
|
651 |
eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine Herstel-
|
|
|
652 |
lungskosten, und die Gvvrvvrenze wird um ein weiteres enger werden. Im
|
|
|
653 |
ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen
|
|
|
654 |
am Gelde wenig Rvvavvum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen
|
|
|
655 |
haben darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirt-
|
|
|
656 |
schaftliche Verpflichtung in der Fvvrvvage des Arbeitslohnes, der
|
|
|
657 |
Steuern, der Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis,
|
|
|
658 |
die Relation zu den anderen Gütern gebieterisch vorschreiben.
|
|
|
659 |
Ivvnvv allen anderen Gütern verkörpert sich in jedem Falle eine be-
|
|
|
660 |
stimmte Arbeitswertmenge, und diese bleibt auch das Wertmaass und
|
|
|
661 |
ergibt den Preis für alle neu hinzutretenden Güter. Das Geld kann
|
485 |
#||
|
666 |
===85===
|
486 |
||
|
667 |
#||
|
487 |
|
668 |
||
|
|
|
669 |
|
|
|
670 |
- 85 -
|
|
|
671 |
|
|
|
672 |
nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die
|
|
|
673 |
entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die
|
|
|
674 |
Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt,
|
|
|
675 |
als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg
|
|
|
676 |
von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits
|
|
|
677 |
alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu-
|
|
|
678 |
gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen
|
|
|
679 |
in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen
|
|
|
680 |
eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung
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gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren-
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werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las-
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sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht
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nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit
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der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine
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bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen
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Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu
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Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters
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Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des
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chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk-
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lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt-
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schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen
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sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens-
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höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können
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wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert
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nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir
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beim Billet schon die Gegenleistung in der genauen Menge in der
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Vorstellung schin [sic] fest in Hvvävvnden haben, während beim Gelde erst
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n[übertippt i mit o]ch die Preisbildung in Fvvrvvage kommt. Wir können in Anlehnung
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an all das von uns Gesagte hier ohne weiteres erklären, dass nach
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unserer Auffassung ein Preiskampt kaum mehr zu stande kommen kann,
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und solange wir stabile Währung haben, wir dann auch im Einkommen
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die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest in Händen haben.
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Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung über einen
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Platz im Theater nicht durch ein Billet, sondern durch die Zahlung
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des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass wir
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die Verfügung über die wirtschaftlichen vvGvvüter auch nicht direkt
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durch das Geld - das Billet - sondern durch die Arbeitsleistung,
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der wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist
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beim Billettvergleich der Tausch nicht Billet - Vorstellung; son-
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dern Billettkauf - Vvvovvrstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich
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betrachtet auch nicht Geldhingabe - Güterempfang, sondern Gelder-
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werb, d.i.Leistung - Güterempfang.
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Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten
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die Evvrvvscheinung der unstabilen Währung, der Zvvuvvstände, wie wir sie
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zu Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten.
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Wir wollen kurz fragen: Was [sic: War?] es hier so, dass die Preise zustande
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kamen auf Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre
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notwendig gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte
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des Geldes fast in jedem Augenblicke hätten bilden können und
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hätten neu bilden müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen
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die hier auf die Pvvrvveise wirksam wurden. Wenn wir später von der
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unstabilen Wvvävvhrung sprechen, werden sich diese Punkte im einzelnen
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heruasschälen [sic]. Ovvhvvne weiteres deutlich aber ist uns, dass ein Geld,
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das täglich anderen Wvvevvrt im Sinne veränderter Kaufkraft repräsen-
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tiert, keinen Anspruch als Wertmesser der übrigen Güter erheben
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kann. Solange wir in unserer eigenen Währung der Papiermark rechne-
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ten, hatten wir in ihr keinerlei Anhaltspunkte einer Wertgrösse;
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erst später, da wir uns auf ausländische Währungen bezogen und
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die Papiermark täglich neu un Beziehung zu jenen setzten, sodass
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sie eigentlich nichts anderes mehr bedeutet als eine ausländische
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Währung, erst da konnten wir wieder eine Wertvorstellung mit dem
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Gelde verbinden, die aber von so vielen anderen Momenten, wie Spe-
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kulation usw. durchsetzbar, dass uns der so abgeleitete Wert der
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Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches Bild der inneren
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Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste, bieten konnte.
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Ivvnvv Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem Geldwerte
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gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen Gütern. Wir
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wussten, dass ein Pvvrvvodukt x Svvcvvhweizer Fvvrvvanken kostet und lasen im
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Kursblatte, dass ein Svvcvvhweizer Fvvrvvanken so und so viele Papiermark
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notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis nicht
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in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die Papier-
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marksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch nicht
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das Geringste aus.
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Uvvnvvd bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des
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Krieges, wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem
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solche, auf die sich die Nachfrage besonders stürzte, aus diesen
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natürlichen Gründen der erhöhten Nachfrage im Preise stiegen.
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Die Relationen, die meist wie etwas Ewiges in den bleibenden Pro-
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duktionskosten gegeben waren, strebten danach, auch auf der erhöhten
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Grundlage jene alte Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese
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gesunde Tendenz aber wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit
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und Uvvnvvgebundenheit der Einkommen gestört. Das war der Grund des
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wahren Wettrennens der Preise. Manches wird im Abschnitt der Infla-
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tion darüber noch zu sagen sein. Hier galt es norläufig [sic] nur zu zei-
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gen, dass niemals das Gold Masstab der Preise sein konnte.
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Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weite-
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teren Festigung unserer Avvnvvschauung werden wir im Folgenden staat -
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liche Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen,
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nicht derart, dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die
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historische Stütze findet, sondern wir wollen jede Währung gewis-
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sermassen neu begründen und aus diese Betrachtung die Möglichkeit
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oder Unmöglichkeit einer Währungsreform zu gewinnen suchen.
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