12 |
Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden
|
13 |
Zahlungs- oder Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden
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13 |
Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und
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14 |
Motor, in der ganzen Wirtschaft aber haucht er materiellen und
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14 |
indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig
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15 |
indellen Dingen erst das Leben ein und lässt sie und sinnfällig
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15 |
erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver-
|
16 |
erscheinen. Ein Etwas also muss im Wesen dieser Werteinheit ver-
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17 |
dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck
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18 |
dauerndes, etwas in jeder Geldverfassung Erhabenes, der Ausdruck
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18 |
und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_
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und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht ent_
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19 |
rinnen können.
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rinnen können.
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20 |
Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des
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Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des
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23 |
Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der
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24 |
Oekonomie [hand. ergänzt ,] bei wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der
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24 |
angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu
|
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angewandten Arbeit [hand. ergänzt ,] uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu
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25 |
geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven
|
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geben vermag. Welche Variante wir dann innerhalb der objektiven
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26 |
Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar-
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27 |
Wertlehre wählen wollen, ob Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Ar-
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27 |
beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in
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28 |
beitswerttheorie ist erstvwieder eine Uvvnvvterfrage, denn eben in
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der Reinheit der Oekonomik, in der Urform der Gesellschaft der
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der Reinheit der Oekonomik, in der Uvvrvvform der Gesellschaft der
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Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihrem Enderfolg, der
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Gleichen fallen diese drei Richtungen in ihre**m** Enderfolg, der
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30 |
verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt ,] noch zusammen. Der von Oppenheimer
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verkörperten Arbeitsmengen [hand. ergänzt ,] noch zusammen. Der von Oppenheimer
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44 |
Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch
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46 |
Art gerecht wird, der Vorrang einzuräumen; ganz besonders auch
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45 |
deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der
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deshalb, weil sie bei der Betrachtung der Dienste, wo nicht der
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46 |
schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst
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schlechtest Qualifizierte, wie bei den Gütern der Ungünstigst
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51 |
dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits-
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dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter Arbeits-
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52 |
zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter
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zeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter
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53 |
einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als
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55 |
einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als
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54 |
intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat
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intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat
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55 |
in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn
|
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in jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn
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56 |
wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein-
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wäre das nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Ein-
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64 |
ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch
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ten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch
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65 |
die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold
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die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s67.png
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| file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/III/wesenundinhaltderwerteinheit_s67.png
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Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen
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Gelegenheit zu weiterem Tvvavvusche bietet und mir die Wege zu allen
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88 |
Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der
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91 |
Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche Werte, gemessen an der
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89 |
Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass
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92 |
Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und verkündet er, dass
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90 |
hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen,
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93 |
hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten gelten sollen,
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91 |
so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes-
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so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht das mindes-
|
115 |
Preis bestimmt, auch in weiterer Bvvevvziehung zu jeder Dienstleistung,
|
119 |
Preis bestimmt, auch in weiterer Bvvevvziehung zu jeder Dienstleistung,
|
116 |
sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art.
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120 |
sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art.
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117 |
Wir stehen nun an der Svvtvvelle, wo auf die Dauer auch durch
|
121 |
Wir stehen nun an der Svvtvvelle, wo auf die Dauer auch durch
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118 |
die Häufigkeit der Uvvevvbung die Preisrelationen immer festere und
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die Häufigkeit der Uvvevvbung die Preisrelationen immer festere und
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#||
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- 82 -
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567 |
dadurch, dass wir historisch die ganz bestimmte Beschaffungsar-
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|
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568 |
beit eines Gutes zu Grunde legten, und der Staat ihr dann einen
|
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569 |
Namen gab, dadurch entstanden aus den und zugleich mit dem Maass
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|
|
570 |
der Werte, auch die Preise. Nicht das Gut an sich ist das Wert-
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|
|
571 |
maass, sondern die angewandte Beschaffungsarbeit des Gutes und
|
|
|
572 |
nur weil, ausser in der Gesellschaft der Gleichen eine losgelöste
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|
|
573 |
Arbeitseinheit nicht bestehen kann, darum musste eine Basierung
|
|
|
574 |
zu einem Gute proklamiert werden. So tritt denn auch der ökonomi-
|
|
|
575 |
sche, reine, objektive Wert eines Gutes, das wirkliche Maass der an-
|
|
|
576 |
gewandten Arbeitsenergien nicht mehr in Erscheinung; der ökono-
|
|
|
577 |
misch reine Wert erhält in der Wirtschaft keinen Ausdruck mehr.
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|
|
578 |
wir wissen, dass Kräfteverschiebungen in der verschiedensten Rich-
|
|
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579 |
tung es uns nicht mehr gestatten, von Arbeitsmenge zu sprechen,
|
|
|
580 |
sondern als ein Korrektposten dazu diesen mit dem Arbeitswert und
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|
|
581 |
den nicht nur im Hinblick auf die Qualifikation, sonder beson-
|
|
|
582 |
ders in Evvrvvwägung der gesellschaftlichen Verteilungsverhältnisse
|
|
|
583 |
zu verknüpfen. Wenn wir sagen, Preise sind nur anderer Name und
|
|
|
584 |
Ausdruck für Werte, so haben wir jene verschobenen Werte, die Tausch
|
|
|
585 |
werte im Auge. Das Geld kann nur wertmaass sein, insofern es auf
|
|
|
586 |
Werteinheiten lautet und Werteinheit nur als eine andere Bezeich-
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|
|
587 |
nung für eine gewisse Arbeitsmenge zu[b]gelten hat hat. Das Geld als
|
|
|
588 |
das körperliche Zahlungsmittel kann auch nicht das Wertmaass sein,
|
|
|
589 |
weil es auch nur einen Teil des konsumberechtigten Einkommens
|
|
|
590 |
darstellt und weil, wenn wir definieren wollten, im Austausch von
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|
|
591 |
Geld gegen Ware ergibt sich die Kaufkraft oder der Wert des Gel-
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552 |
#||
|
596 |
===83===
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553 |
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600 |
- 83 -
|
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601 |
|
|
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602 |
des, wir dann nicht berücksichtigen den wohl grössten Teil des
|
|
|
603 |
wirtschaftlich wirksamen, wenn auch nicht chartalen Geldes, das
|
|
|
604 |
Kaufkräfte in eminenten Maasse vergegenwärtigt. Das wurde im
|
|
|
605 |
Kreislauf der Wirtschaft dargetan, dass die Quantitätstheorie
|
|
|
606 |
nur in jenem weiten Sinne verstanden werden muss. Als Einzelgrös-
|
|
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607 |
se sagt das chartale Geld gar nichts und das " Geld " in der
|
|
|
608 |
Gesamtgrösse der gesamten Einkommen ist uns nicht bekannt und
|
|
|
609 |
tritt uns, wenn wir die Kaufkraft als Resultat des Tauschens an-
|
|
|
610 |
sehen wollen, immer nur erst dann gegenüber, wenn diese wirt-
|
|
|
611 |
schaftlichen Handlungen der Vergangenheit angehören und ihrer-
|
|
|
612 |
seits vom Resultat ja nicht mehr beeinflusst werden können. Da-
|
|
|
613 |
mit wollen wir sagen, dass wir das Geld als Wertmaass scheinbar
|
|
|
614 |
benützen können, aber eben nur im Hinblick darauf, dass die Geld-
|
|
|
615 |
politik bestrebt ist, das Geld in der nominellen Höhe mit der
|
|
|
616 |
Güterproduktion und deren Preishöhe zu verknüpfen. Darum aber
|
|
|
617 |
kann auch die [übertippt P]reishöhe keine Grösse sein, die durch Abschätzung
|
|
|
618 |
am Golde gewonnen wird, sondern die, die wir aus Zvvuvvsammenfügen von
|
|
|
619 |
Arbeitswertgrössen gewinnen, wie sie uns historisch einmal im
|
|
|
620 |
Gelde, dann in der Wirtschaft mannigfaltig und somit auch in un-
|
|
|
621 |
serer Vvvovvrstellung gegeben sind. In der Erklärung, ein bestimmtes
|
|
|
622 |
Gut sei drei Mark wert, ist in gewissem Sinne doch auch ein ob-
|
|
|
623 |
jektiver Wert ausgedrückt, da wir uns jederzeit den Warengehalt,
|
|
|
624 |
wie Arbeitsenergie zur Evvrvvstattung des dritten Teil eines solchen
|
|
|
625 |
G[übertippt u]tes, die Arbeitsmenge, die wir eine Mark nennen, vorstellen können
|
|
|
626 |
Wissen wir noch dazu, dass dies und jenes auch eine Mark kostet,
|
559 |
#||
|
631 |
===84===
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560 |
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#||
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- 84 -
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636 |
|
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|
637 |
dann wird in uns das Gefüh[übertippt ö mit l] der Wertgrösse von einer Mark so
|
|
|
638 |
gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für
|
|
|
639 |
Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein
|
|
|
640 |
Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein-
|
|
|
641 |
ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen
|
|
|
642 |
gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein-
|
|
|
643 |
reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert-
|
|
|
644 |
maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als
|
|
|
645 |
Mittelpunkt der Beziehungen zu deren Gewinnung nötig war, ist von
|
|
|
646 |
jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall
|
|
|
647 |
der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein
|
|
|
648 |
Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich
|
|
|
649 |
einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der
|
|
|
650 |
Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend
|
|
|
651 |
eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine Herstel-
|
|
|
652 |
lungskosten, und die Gvvrvvrenze wird um ein weiteres enger werden. Im
|
|
|
653 |
ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen
|
|
|
654 |
am Gelde wenig Rvvavvum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen
|
|
|
655 |
haben darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirt-
|
|
|
656 |
schaftliche Verpflichtung in der Fvvrvvage des Arbeitslohnes, der
|
|
|
657 |
Steuern, der Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis,
|
|
|
658 |
die Relation zu den anderen Gütern gebieterisch vorschreiben.
|
|
|
659 |
Ivvnvv allen anderen Gütern verkörpert sich in jedem Falle eine be-
|
|
|
660 |
stimmte Arbeitswertmenge, und diese bleibt auch das Wertmaass und
|
|
|
661 |
ergibt den Preis für alle neu hinzutretenden Güter. Das Geld kann
|
566 |
#||
|
666 |
===85===
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#||
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670 |
- 85 -
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671 |
|
|
|
672 |
nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die
|
|
|
673 |
entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die
|
|
|
674 |
Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt,
|
|
|
675 |
als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg
|
|
|
676 |
von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits
|
|
|
677 |
alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu-
|
|
|
678 |
gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen
|
|
|
679 |
in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen
|
|
|
680 |
eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung
|
|
|
681 |
gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren-
|
|
|
682 |
werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las-
|
|
|
683 |
sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht
|
|
|
684 |
nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit
|
|
|
685 |
der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine
|
|
|
686 |
bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen
|
|
|
687 |
Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu
|
|
|
688 |
Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters
|
|
|
689 |
Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des
|
|
|
690 |
chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk-
|
|
|
691 |
lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt-
|
|
|
692 |
schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen
|
|
|
693 |
sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens-
|
|
|
694 |
höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können
|
|
|
695 |
wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert
|
|
|
696 |
nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir
|
573 |
#||
|
701 |
===86===
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574 |
||
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#||
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||
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704 |
|
|
|
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- 86 -
|
|
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706 |
|
|
|
707 |
beim Billet schon die Gegenleistung in der genauen Menge in der
|
|
|
708 |
Vorstellung schin [sic] fest in Hvvävvnden haben, während beim Gelde erst
|
|
|
709 |
n[übertippt i mit o]ch die Preisbildung in Fvvrvvage kommt. Wir können in Anlehnung
|
|
|
710 |
an all das von uns Gesagte hier ohne weiteres erklären, dass nach
|
|
|
711 |
unserer Auffassung ein Preiskampt kaum mehr zu stande kommen kann,
|
|
|
712 |
und solange wir stabile Währung haben, wir dann auch im Einkommen
|
|
|
713 |
die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest in Händen haben.
|
|
|
714 |
Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung über einen
|
|
|
715 |
Platz im Theater nicht durch ein Billet, sondern durch die Zahlung
|
|
|
716 |
des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass wir
|
|
|
717 |
die Verfügung über die wirtschaftlichen vvGvvüter auch nicht direkt
|
|
|
718 |
durch das Geld - das Billet - sondern durch die Arbeitsleistung,
|
|
|
719 |
der wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist
|
|
|
720 |
beim Billettvergleich der Tausch nicht Billet - Vorstellung; son-
|
|
|
721 |
dern Billettkauf - Vvvovvrstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich
|
|
|
722 |
betrachtet auch nicht Geldhingabe - Güterempfang, sondern Gelder-
|
|
|
723 |
werb, d.i.Leistung - Güterempfang.
|
|
|
724 |
Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten
|
|
|
725 |
die Evvrvvscheinung der unstabilen Währung, der Zvvuvvstände, wie wir sie
|
|
|
726 |
zu Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten.
|
|
|
727 |
Wir wollen kurz fragen: Was [sic: War?] es hier so, dass die Preise zustande
|
|
|
728 |
kamen auf Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre
|
|
|
729 |
notwendig gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte
|
|
|
730 |
des Geldes fast in jedem Augenblicke hätten bilden können und
|
|
|
731 |
hätten neu bilden müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen
|
580 |
#||
|
736 |
===87===
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581 |
||
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737 |
#||
|
582 |
|
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||
|
|
|
739 |
|
|
|
740 |
- 87 -
|
|
|
741 |
|
|
|
742 |
die hier auf die Pvvrvveise wirksam wurden. Wenn wir später von der
|
|
|
743 |
unstabilen Wvvävvhrung sprechen, werden sich diese Punkte im einzelnen
|
|
|
744 |
heruasschälen [sic]. Ovvhvvne weiteres deutlich aber ist uns, dass ein Geld,
|
|
|
745 |
das täglich anderen Wvvevvrt im Sinne veränderter Kaufkraft repräsen-
|
|
|
746 |
tiert, keinen Anspruch als Wertmesser der übrigen Güter erheben
|
|
|
747 |
kann. Solange wir in unserer eigenen Währung der Papiermark rechne-
|
|
|
748 |
ten, hatten wir in ihr keinerlei Anhaltspunkte einer Wertgrösse;
|
|
|
749 |
erst später, da wir uns auf ausländische Währungen bezogen und
|
|
|
750 |
die Papiermark täglich neu un Beziehung zu jenen setzten, sodass
|
|
|
751 |
sie eigentlich nichts anderes mehr bedeutet als eine ausländische
|
|
|
752 |
Währung, erst da konnten wir wieder eine Wertvorstellung mit dem
|
|
|
753 |
Gelde verbinden, die aber von so vielen anderen Momenten, wie Spe-
|
|
|
754 |
kulation usw. durchsetzbar, dass uns der so abgeleitete Wert der
|
|
|
755 |
Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches Bild der inneren
|
|
|
756 |
Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste, bieten konnte.
|
|
|
757 |
Ivvnvv Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem Geldwerte
|
|
|
758 |
gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen Gütern. Wir
|
|
|
759 |
wussten, dass ein Pvvrvvodukt x Svvcvvhweizer Fvvrvvanken kostet und lasen im
|
|
|
760 |
Kursblatte, dass ein Svvcvvhweizer Fvvrvvanken so und so viele Papiermark
|
|
|
761 |
notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis nicht
|
|
|
762 |
in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die Papier-
|
|
|
763 |
marksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch nicht
|
|
|
764 |
das Geringste aus.
|
|
|
765 |
Uvvnvvd bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des
|
|
|
766 |
Krieges, wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem
|
587 |
#||
|
771 |
===88===
|
588 |
||
|
772 |
#||
|
589 |
|
773 |
||
|
|
|
774 |
|
|
|
775 |
- 88 -
|
|
|
776 |
|
|
|
777 |
solche, auf die sich die Nachfrage besonders stürzte, aus diesen
|
|
|
778 |
natürlichen Gründen der erhöhten Nachfrage im Preise stiegen.
|
|
|
779 |
Die Relationen, die meist wie etwas Ewiges in den bleibenden Pro-
|
|
|
780 |
duktionskosten gegeben waren, strebten danach, auch auf der erhöhten
|
|
|
781 |
Grundlage jene alte Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese
|
|
|
782 |
gesunde Tendenz aber wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit
|
|
|
783 |
und Uvvnvvgebundenheit der Einkommen gestört. Das war der Grund des
|
|
|
784 |
wahren Wettrennens der Preise. Manches wird im Abschnitt der Infla-
|
|
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785 |
tion darüber noch zu sagen sein. Hier galt es norläufig [sic] nur zu zei-
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gen, dass niemals das Gold Masstab der Preise sein konnte.
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Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weite-
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teren Festigung unserer Avvnvvschauung werden wir im Folgenden staat -
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liche Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen,
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nicht derart, dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die
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historische Stütze findet, sondern wir wollen jede Währung gewis-
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sermassen neu begründen und aus diese Betrachtung die Möglichkeit
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oder Unmöglichkeit einer Währungsreform zu gewinnen suchen.
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