Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / III / Arbeitsquantum




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618 dann wird in uns das Gefüh[übertippt ö mit l] der Wertgrösse von einer Mark so
619 gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für
620 Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein
621 Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein-
622 ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen
623 gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein-
624 reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert-
625 maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als
626 Mittelpunkt der Beziehungen zu deren Gewinnung nötig war, ist von
627 jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall
628 der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein
629 Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich
630 einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der
631 Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend
632 eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine Herstel-
633 lungskosten, und die Gvvrvvrenze wird um ein weiteres enger werden. Im
634 ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen
635 am Gelde wenig Rvvavvum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen
636 haben darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirt-
637 schaftliche Verpflichtung in der Fvvrvvage des Arbeitslohnes, der
638 Steuern, der Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis,
639 die Relation zu den anderen Gütern gebieterisch vorschreiben.
640 Ivvnvv allen anderen Gütern verkörpert sich in jedem Falle eine be-
641 stimmte Arbeitswertmenge, und diese bleibt auch das Wertmaass und
642 ergibt den Preis für alle neu hinzutretenden Güter. Das Geld kann
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652 nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die
653 entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die
654 Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt,
655 als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg
656 von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits
657 alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu-
658 gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen
659 in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen
660 eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung
661 gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren-
662 werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las-
663 sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht
664 nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit
665 der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine
666 bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen
667 Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu
668 Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters
669 Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des
670 chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk-
671 lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt-
672 schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen
673 sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens-
674 höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können
675 wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert
676 nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir
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