Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / III / Arbeitsquantum




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619 gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für 619 gefestigt, dass wir Auspendelungen meist sofort erkennen und für
620 Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein 620 Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art wird uns deutlich, ob ein
621 Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein- 621 Preis hoch oder niedrig sei, denn im Verhältnis der Preise zu ein-
622 ander ist uns auch mittelbar Aufschluss üer deren absolute Höhen 622 ander ist uns auch mittelbar Aufschluss über deren absolute Höhen
623 gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein- 623 gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in der Frage, ob zur Ein-
624 reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert- 624 reihung eines Gutes in das Netz der Relationen das Geld als Wert-
625 maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als 625 maass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein Gut als
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    652 nur scheinbar Wert-und Preismaass werden, wenn wir, immer nur die
    653 entwickelte Wirtschaft betrachtet, die Reflexerscheinung, die die
    654 Güterwerte uns im Gelde zeigt und eine iegene [sic] Grösse daraus formt,
    655 als das Primäre hinnehmen. Wir gehen dann scheinbar unseren Weg
    656 von Bekanntem zu Uvvnvvbekanntem, während wir in Wahrheit nur bereits
    657 alte Pfade zum Ursprung zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeu-
    658 gung gelangt, dass jedes neue Gut, - die alten haben ihre Relationen
    659 in historischer Entwicklung erhalten, -in das Netz der Relationen
    660 eingefügt wurde, noch ehedem es als Ganzes zum Gelde in Beziehung
    661 gebracht wurde, dann dürften wir auch nach der Ansicht der Waren-
    662 werttheoretiker sogar die rein abstrakte Werteinheit gelten las-
    663 sen; für uns aber ist die Werteinheit sogar etwas Gebundenes, nicht
    664 nur einmal, sondern unendlich mal und bedeutet in dieser Vielheit
    665 der Bindungen doch immer nur ein und dieselbe Grösse, nämlich eine
    666 bestimmte Arbeitsmenge, die wir als Einheit allen Gütern und allen
    667 Diensten in der Relation auf gegebene, bekannte Dinge als Maass zu
    668 Grunde legten. Wir sagten schon einmal, dass wir uns mit Schumpeters
    669 Einkommenseinheit eng berühren, insofern auch wir der Menge des
    670 chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen gegenüber der wirk-
    671 lichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in der Wirt-
    672 schaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter setzen
    673 sich zusammen aus Leistungen; werden Gvvüvvterpreise und Einkommens-
    674 höhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so können
    675 wir der Avvnvvweisungstheorie Svvcvvhumpeters zustimmen. Budge kritisiert
    676 nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt, dass wir
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    686 beim Billet schon die Gegenleistung in der genauen Menge in der
    687 Vorstellung schin [sic] fest in Hvvävvnden haben, während beim Gelde erst
    688 n[übertippt i mit o]ch die Preisbildung in Fvvrvvage kommt. Wir können in Anlehnung
    689 an all das von uns Gesagte hier ohne weiteres erklären, dass nach
    690 unserer Auffassung ein Preiskampt kaum mehr zu stande kommen kann,
    691 und solange wir stabile Währung haben, wir dann auch im Einkommen
    692 die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest in Händen haben.
    693 Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung über einen
    694 Platz im Theater nicht durch ein Billet, sondern durch die Zahlung
    695 des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass wir
    696 die Verfügung über die wirtschaftlichen vvGvvüter auch nicht direkt
    697 durch das Geld - das Billet - sondern durch die Arbeitsleistung,
    698 der wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist
    699 beim Billettvergleich der Tausch nicht Billet - Vorstellung; son-
    700 dern Billettkauf - Vvvovvrstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich
    701 betrachtet auch nicht Geldhingabe - Güterempfang, sondern Gelder-
    702 werb, d.i.Leistung - Güterempfang.
    703      Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten
    704 die Evvrvvscheinung der unstabilen Währung, der Zvvuvvstände, wie wir sie
    705 zu Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten.
    706 Wir wollen kurz fragen: Was [sic: War?] es hier so, dass die Preise zustande
    707 kamen auf Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre
    708 notwendig gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte
    709 des Geldes fast in jedem Augenblicke hätten bilden können und
    710 hätten neu bilden müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen
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    720 die hier auf die Pvvrvveise wirksam wurden. Wenn wir später von der
    721 unstabilen Wvvävvhrung sprechen, werden sich diese Punkte im einzelnen
    722 heruasschälen [sic]. Ovvhvvne weiteres deutlich aber ist uns, dass ein Geld,
    723 das täglich anderen Wvvevvrt im Sinne veränderter Kaufkraft repräsen-
    724 tiert, keinen Anspruch als Wertmesser der übrigen Güter erheben
    725 kann. Solange wir in unserer eigenen Währung der Papiermark rechne-
    726 ten, hatten wir in ihr keinerlei Anhaltspunkte einer Wertgrösse;
    727 erst später, da wir uns auf ausländische Währungen bezogen und
    728 die Papiermark täglich neu un Beziehung zu jenen setzten, sodass
    729 sie eigentlich nichts anderes mehr bedeutet als eine ausländische
    730 Währung, erst da konnten wir wieder eine Wertvorstellung mit dem
    731 Gelde verbinden, die aber von so vielen anderen Momenten, wie Spe-
    732 kulation usw. durchsetzbar, dass uns der so abgeleitete Wert der
    733 Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches Bild der inneren
    734 Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste, bieten konnte.
    735 Ivvnvv Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem Geldwerte
    736 gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen Gütern. Wir
    737 wussten, dass ein Pvvrvvodukt x Svvcvvhweizer Fvvrvvanken kostet und lasen im
    738 Kursblatte, dass ein Svvcvvhweizer Fvvrvvanken so und so viele Papiermark
    739 notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis nicht
    740 in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die Papier-
    741 marksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch nicht
    742 das Geringste aus.
    743      Uvvnvvd bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des
    744 Krieges, wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem
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    754 solche, auf die sich die Nachfrage besonders stürzte, aus diesen
    755 natürlichen Gründen der erhöhten Nachfrage im Preise stiegen.
    756 Die Relationen, die meist wie etwas Ewiges in den bleibenden Pro-
    757 duktionskosten gegeben waren, strebten danach, auch auf der erhöhten
    758 Grundlage jene alte Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese
    759 gesunde Tendenz aber wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit
    760 und Uvvnvvgebundenheit der Einkommen gestört. Das war der Grund des
    761 wahren Wettrennens der Preise. Manches wird im Abschnitt der Infla-
    762 tion darüber noch zu sagen sein. Hier galt es norläufig [sic] nur zu zei-
    763 gen, dass niemals das Gold Masstab der Preise sein konnte.
    764      Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weite-
    765 teren Festigung unserer Avvnvvschauung werden wir im Folgenden staat -
    766 liche Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen,
    767 nicht derart, dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die
    768 historische Stütze findet, sondern wir wollen jede Währung gewis-
    769 sermassen neu begründen und aus diese Betrachtung die Möglichkeit
    770 oder Unmöglichkeit einer Währungsreform zu gewinnen suchen.
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