5 |
- 89 - |
6 |
|
7 |
__V a l u t a und W ä h r u n g s r e f o r m e n .__ |
8 |
|
9 |
D i e V A L U T A . |
10 |
|
11 |
Ehe wir zur Betrachtung der Währungen übergehen, wollen |
12 |
wir der Valuta unsere Aufmerksamkeit schenken, soweit sie in d[übertippt o mit i]e- |
13 |
sem Zusammenhange und in unserer Auffassung uns von Bedeutung er- |
14 |
scheint. Wir müssen bedenken, dass die gleiche Entwicklung, wie wir |
15 |
sie nun zu schildern wussten, in jedem Lande oder es mögen sonsti- |
16 |
ge Verbände oder Gemeinschaften gewesen sein, statthatte. Soweit die |
17 |
gleiche Währung reichte, soweit rechnete man mit gleichen Preisen, |
18 |
sowiet waren alle Preisausdrücke bezogen auf irgendein Gut, und |
19 |
diese Grösse hat sich sich in den Relationen fortenthalten und fortent- |
20 |
wickelt bis in die spätere Zeit. Die Bedürfnisse, so müssen wir an- |
21 |
nehmen, waren aber immer noch so primitiv, dass wir von einem Aus- |
22 |
tausch über die Grenzen hinaus, solange der Wertbegriff und die |
23 |
Wertrelationen nicht genügend befestigt waren, absehen können. Wir |
24 |
gehen noch einen Schritt weiter und konstruieren den Fall, dass |
25 |
die Wertrelationen keinen Ausdruck mehr zu einem allgemein belieb- |
26 |
ten Gut aufweisen, sondern schon einen Währungsnamen enthalten, und |
27 |
vielleicht missen [sic?] wir dabei selbst immer einmal, auf welches reale |
28 |
Gut man in der Vvvovvrzeit einmal die übrigen Güter zur Maasslegung |
29 |
brachte. |
30 |
Betreten wir nun mit unserer Ware das fremde Land, in dem |
39 |
- 90 - |
40 |
|
41 |
uns die Preise nicht vertraut sind, und haben wir hier Gelüste |
42 |
zum Tausch. Von welchem Gesichtspunkt mag unser Handeln wohl ge- |
43 |
leitet sein? Es werden die gleichen sein, die einmal die Relation- |
44 |
nen im eigenen Lande zum Entstehen brachten und wir können im Geis- |
45 |
te der objektiven Wertlehre antworten, dass es auch hier der geron- |
46 |
nene Arbeitswert sein muss. Auf Grund der voon beiden Parteien an- |
47 |
gestellten Evvrvvwägungen wird dann bei Uebereinstimmung der Tausch |
48 |
zustande kommen. Wir haben sonderbarer Weise dabei nach keinem |
49 |
Preise gefragt; - er konnte uns ja auch nichts sagen. Dann aber, |
50 |
wenn unsere Wertschätzung, auf Grund des Arbeitswertes, die wir |
51 |
einem Dinge zuerkennen, beendet ist, und wir wissen, dass unsere |
52 |
Ware zehn Einheiten unserer Währung, die fremde Ware, die wir gegen- |
53 |
ta[übertippt u]schen, fünf Einheiten der fremden Währung gleichkommt, so scheint |
54 |
es, dass unsere Währung einen um die Hälfte niederen Maasstab angelegt, |
55 |
als es drüben über der Grenze geschieht. Nicht nur die Werteinhei- |
56 |
ten A und die fünf Werteinheiten B. Verdichten sich die Tausche, |
57 |
so wird die Wahrscheinlichkeitszahl zwischen den beiden Währungen |
58 |
zur immer festeren und bestimmteren Grösse. Das Beispiel ist na- |
59 |
turgemäss auf das möglichst einfache Maass reduziert und es ist |
60 |
im Verlauf der Betrachtung der Goldwährung zu beweisen, dass auch |
61 |
be[übertippt i]m modernst organisierten internationalen Handel die Gescheh- |
62 |
nisse im Grunde die gleichen bleiben. Die Fäden des Austausches |
63 |
hält nun der Staat in der Hand, der es unternommen hat, das Geld- |
64 |
wesen und das ganz besonders im Verhältnis nach aussen zu ordnen |
73 |
- 91 - |
74 |
|
75 |
und zu regeln. Mit diesem Tun hemmt er keineswegs den Unterneh- |
76 |
mungsgeist des Einzelnen, dem ja nicht am Tausche, sondern nur am |
77 |
Kaufe oder Verkaufe gelegen ist. Importeur und Exporteur verrich- |
78 |
ten jeweils nur eine Hälfte des volkswirtschaftlichen Austausches. |
79 |
So entstehen, gesehen von der Perspektive der gesamten V |
80 |
Volkswirtschaft, Forderungen und Gegenforderungen, die bis zur |
81 |
gleichen Höhe der Werte sich aufheben und ökonomisch bedeutungs- |
82 |
los bleiben. Den Stand des Wechselkurses bestimmen vielmehr je- |
83 |
weils Mehrheit oder Minderheit der Forderungen nach den Gesetzen |
84 |
von Angebot und Nachfrage. Wir sahen, dass das Verhältnis der Wech- |
85 |
selkurse primär abhängig ist von der Preishöhe der jeweiligen |
86 |
Länder. Dies bildet ja auch den Anreiz zu Import oder von Seiten |
87 |
der anderen zu Export. Sind wir mit Export im Rückstande geblieb- |
88 |
ben, so können wir daraus entnehmen entweder, dass Waren bei uns |
89 |
nicht abgesetzt sind oder gar, dass wir infolge falscher Geld- |
90 |
schöpfung wirtschaftlich ungerechtfertigt über eine Gütermenge |
91 |
verfügt haben, die wir, da wir importieren, zum Export hätten be- |
92 |
reit halten müssen. Wir können aber den ausländischen Kvvovvnsum auf |
93 |
unseren Vorteil hin nicht schmälern, wir müssen vielmehr für den |
94 |
Mankoposten der überzähligen Einfuhr als Käufer von fremder Va- |
95 |
luta auftraten und den Preis dieser damit in die Höhe treiben, |
96 |
was gleichbedeutend einem Sinken der Mark zu werten ist. Handelt |
97 |
es sich hier um eine vorübergehnde Störung, so wird das veränder- |
98 |
te Kursniveau unsere Exporttätigkeit in einem Maasse erhöhen (Prei- |
99 |
se sind gleich geblieben - Valuta ist egsunken), dagegen die |
108 |
- 92 - |
109 |
|
110 |
Importmöglichkeit uns in einem hohen Maasse genommen sein, dass |
111 |
die nachfolgende.Bilanz wieder in die alte Kursrelation einneh- |
112 |
men wird. Die Disparität der Wvvävvhrungen liefert so aus sich selbst |
113 |
heraus den Gegendampf. In der Währungspolitik werden in solchem |
114 |
Falle Mittel gefunden werden, um die schädlichen Schwankungen |
115 |
zu vermeiden, sei es nun bei gleichen Währungen Export des Wäh- |
116 |
rungsmetalls oder Stundung der Fvvovvrderung. |
117 |
Anders aber, wenn aus innerwirtschaftlichen Gründen das |
118 |
Preisniveau anarchisch geworden ist und sich durchaus von seiner |
119 |
alten Basis entfernt hat. Dvvavvs Ausland wird nimmer geneigt sein, |
120 |
für unser Geld und unsere Devisen, das Spiegelbild der Warenprei- |
121 |
se, den Betrag in eigener Währung hinzugeben nach dem Verhältnis |
122 |
wie es zu den alten Relationen geschah. Wenn wir Preise nicht auf |
123 |
Grund einer Produktionsänderung und Verteuerung in ihrer Gesamt- |
124 |
heit erhöhen, so bringen wir damit zum Ausdruck, dass wir einen |
125 |
Arbeitsaufwand von bestimmter Grösse nominell höher bewerten[m übertippt mit ,] |
126 |
d.h. den Ivvnvvhalt der einzelnen Einheit herabmindern. Da nun der |
127 |
überstaatliche Austausch immer nur ein solcher von gleichem Ar- |
128 |
beitsaufwand sein kann, und in den Devisen als der Parallele der |
129 |
Waren zum Ausdruck kommt, da muss der Uvvmvvrechnungskoeffizient Valu- |
130 |
ta das Gvvlvveichgewicht wieder herstellen, da wir uns nicht auf Kos- |
131 |
ten anderer bereichern können. |
132 |
Der nämliche Vorgang, der aber keine Svvcvvhlüsse auf die |
133 |
Qualität seiner Valuta ziehen lässt, ist dann gegeben, wenn ein |
134 |
Land aus freiem Entschluss eine Währungsänderung vornimmt. Die |
143 |
- 93 - |
144 |
|
145 |
Umrechnung der Valuta wird sich ganz genau mathematisch hier |
146 |
vollziehen. Auch bei den sog.festen Valuten, den Goldwährungen, |
147 |
sind immerhin in den Grenzen der Tvvrvvansportkosten kleine Schwan- |
148 |
kungen um das Münzparie möglich, die noch gar die feinsten |
149 |
Schwankungen der Wirtschaft uns künden. Ivvnvv jedem Falle müssen die |
150 |
Devisenkurse so stehen, dass die aus einem momentanen Preisniveau |
151 |
sich ergebenden Antriebe zu Import und Export und damit Störung |
152 |
der Zahlungsbilanz durch die Valuta paralysiert werden. |
153 |
Das zeigt uns auch, dass die Valuten primäre nur von innen |
154 |
heraus erschüttert werden können, von solchen Erscheinungen, die |
155 |
als Endergebnis eine Wirkung auf die Preise zeitigen. Nach aussen |
156 |
ist das staatliche Geld eine Ware, nicht in der Eigenschaft als |
157 |
das körperliche Geld, sondern eine Ware, insofern sie das Gegenüber |
158 |
oder die Anweisung auf die Güter bedeutet. Der erzielte Wechsel- |
159 |
kurs ist in letzter Zvvuvvrückverfolgung nicht der Preis des Geldes, |
160 |
sondern der Preis der Waren, die hinter dem Gelde stehen, und die |
161 |
im Verhältnis zur eigenen Währung teurer, gleich geblieben oder |
162 |
billiger geworden sind. Gvvavvnz gleich so verhält es sich mit Zins- |
163 |
erträgen aus im Ausland arbeitenden Kapital und mit Versicherungs- |
164 |
prämien, die notwendig als Aktivposten in der Bilanz erscheinen |
165 |
müssen wie Güterausfuhr, weil auch diese Pvvovvsten sich auf kostende |
166 |
Leistungen zurückführen lassen, ja nur auf solche zurückgeführt |
167 |
werden können [ergänzt handschriftlich , [?]genau[?]] wie physische Gegenstände selbst. Wir können hier |
168 |
aber nicht die Wirkungen auf die Valuta erschöpfend behandeln; |
169 |
wir wollen v[übertippt i]elmehr die uns wichtigen, mit der Werteinheit im |