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__V a l u t a und W ä h r u n g s r e f o r m e n .__
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D i e V A L U T A .
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Ehe wir zur Betrachtung der Währungen übergehen, wollen
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wir der Valuta unsere Aufmerksamkeit schenken, soweit sie in d[übertippt o mit i]e-
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sem Zusammenhange und in unserer Auffassung uns von Bedeutung er-
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scheint. Wir müssen bedenken, dass die gleiche Entwicklung, wie wir
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sie nun zu schildern wussten, in jedem Lande oder es mögen sonsti-
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ge Verbände oder Gemeinschaften gewesen sein, statthatte. Soweit die
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gleiche Währung reichte, soweit rechnete man mit gleichen Preisen,
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sowiet waren alle Preisausdrücke bezogen auf irgendein Gut, und
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diese Grösse hat sich sich in den Relationen fortenthalten und fortent-
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wickelt bis in die spätere Zeit. Die Bedürfnisse, so müssen wir an-
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nehmen, waren aber immer noch so primitiv, dass wir von einem Aus-
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tausch über die Grenzen hinaus, solange der Wertbegriff und die
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Wertrelationen nicht genügend befestigt waren, absehen können. Wir
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gehen noch einen Schritt weiter und konstruieren den Fall, dass
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die Wertrelationen keinen Ausdruck mehr zu einem allgemein belieb-
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ten Gut aufweisen, sondern schon einen Währungsnamen enthalten, und
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vielleicht missen [sic?] wir dabei selbst immer einmal, auf welches reale
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Gut man in der Vvvovvrzeit einmal die übrigen Güter zur Maasslegung
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brachte.
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Betreten wir nun mit unserer Ware das fremde Land, in dem
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uns die Preise nicht vertraut sind, und haben wir hier Gelüste
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zum Tausch. Von welchem Gesichtspunkt mag unser Handeln wohl ge-
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leitet sein? Es werden die gleichen sein, die einmal die Relation-
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nen im eigenen Lande zum Entstehen brachten und wir können im Geis-
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te der objektiven Wertlehre antworten, dass es auch hier der geron-
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nene Arbeitswert sein muss. Auf Grund der voon beiden Parteien an-
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gestellten Evvrvvwägungen wird dann bei Uebereinstimmung der Tausch
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zustande kommen. Wir haben sonderbarer Weise dabei nach keinem
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Preise gefragt; - er konnte uns ja auch nichts sagen. Dann aber,
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wenn unsere Wertschätzung, auf Grund des Arbeitswertes, die wir
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einem Dinge zuerkennen, beendet ist, und wir wissen, dass unsere
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Ware zehn Einheiten unserer Währung, die fremde Ware, die wir gegen-
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ta[übertippt u]schen, fünf Einheiten der fremden Währung gleichkommt, so scheint
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es, dass unsere Währung einen um die Hälfte niederen Maasstab angelegt,
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als es drüben über der Grenze geschieht. Nicht nur die Werteinhei-
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ten A und die fünf Werteinheiten B. Verdichten sich die Tausche,
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so wird die Wahrscheinlichkeitszahl zwischen den beiden Währungen
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zur immer festeren und bestimmteren Grösse. Das Beispiel ist na-
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turgemäss auf das möglichst einfache Maass reduziert und es ist
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im Verlauf der Betrachtung der Goldwährung zu beweisen, dass auch
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be[übertippt i]m modernst organisierten internationalen Handel die Gescheh-
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nisse im Grunde die gleichen bleiben. Die Fäden des Austausches
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hält nun der Staat in der Hand, der es unternommen hat, das Geld-
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wesen und das ganz besonders im Verhältnis nach aussen zu ordnen
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und zu regeln. Mit diesem Tun hemmt er keineswegs den Unterneh-
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mungsgeist des Einzelnen, dem ja nicht am Tausche, sondern nur am
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Kaufe oder Verkaufe gelegen ist. Importeur und Exporteur verrich-
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ten jeweils nur eine Hälfte des volkswirtschaftlichen Austausches.
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So entstehen, gesehen von der Perspektive der gesamten V
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Volkswirtschaft, Forderungen und Gegenforderungen, die bis zur
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gleichen Höhe der Werte sich aufheben und ökonomisch bedeutungs-
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los bleiben. Den Stand des Wechselkurses bestimmen vielmehr je-
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weils Mehrheit oder Minderheit der Forderungen nach den Gesetzen
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von Angebot und Nachfrage. Wir sahen, dass das Verhältnis der Wech-
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selkurse primär abhängig ist von der Preishöhe der jeweiligen
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Länder. Dies bildet ja auch den Anreiz zu Import oder von Seiten
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der anderen zu Export. Sind wir mit Export im Rückstande geblieb-
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ben, so können wir daraus entnehmen entweder, dass Waren bei uns
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nicht abgesetzt sind oder gar, dass wir infolge falscher Geld-
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schöpfung wirtschaftlich ungerechtfertigt über eine Gütermenge
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verfügt haben, die wir, da wir importieren, zum Export hätten be-
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reit halten müssen. Wir können aber den ausländischen Kvvovvnsum auf
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unseren Vorteil hin nicht schmälern, wir müssen vielmehr für den
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Mankoposten der überzähligen Einfuhr als Käufer von fremder Va-
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luta auftraten und den Preis dieser damit in die Höhe treiben,
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was gleichbedeutend einem Sinken der Mark zu werten ist. Handelt
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es sich hier um eine vorübergehnde Störung, so wird das veränder-
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te Kursniveau unsere Exporttätigkeit in einem Maasse erhöhen (Prei-
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se sind gleich geblieben - Valuta ist egsunken), dagegen die
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Importmöglichkeit uns in einem hohen Maasse genommen sein, dass
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die nachfolgende.Bilanz wieder in die alte Kursrelation einneh-
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men wird. Die Disparität der Wvvävvhrungen liefert so aus sich selbst
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heraus den Gegendampf. In der Währungspolitik werden in solchem
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Falle Mittel gefunden werden, um die schädlichen Schwankungen
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zu vermeiden, sei es nun bei gleichen Währungen Export des Wäh-
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rungsmetalls oder Stundung der Fvvovvrderung.
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Anders aber, wenn aus innerwirtschaftlichen Gründen das
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Preisniveau anarchisch geworden ist und sich durchaus von seiner
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alten Basis entfernt hat. Dvvavvs Ausland wird nimmer geneigt sein,
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für unser Geld und unsere Devisen, das Spiegelbild der Warenprei-
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se, den Betrag in eigener Währung hinzugeben nach dem Verhältnis
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wie es zu den alten Relationen geschah. Wenn wir Preise nicht auf
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Grund einer Produktionsänderung und Verteuerung in ihrer Gesamt-
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heit erhöhen, so bringen wir damit zum Ausdruck, dass wir einen
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Arbeitsaufwand von bestimmter Grösse nominell höher bewerten[m übertippt mit ,]
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d.h. den Ivvnvvhalt der einzelnen Einheit herabmindern. Da nun der
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überstaatliche Austausch immer nur ein solcher von gleichem Ar-
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beitsaufwand sein kann, und in den Devisen als der Parallele der
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Waren zum Ausdruck kommt, da muss der Uvvmvvrechnungskoeffizient Valu-
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ta das Gvvlvveichgewicht wieder herstellen, da wir uns nicht auf Kos-
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ten anderer bereichern können.
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Der nämliche Vorgang, der aber keine Svvcvvhlüsse auf die
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Qualität seiner Valuta ziehen lässt, ist dann gegeben, wenn ein
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Land aus freiem Entschluss eine Währungsänderung vornimmt. D
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