138 |
- 93 - |
139 |
|
140 |
Umrechnung der Valuta wird sich ganz genau mathematisch hier |
141 |
vollziehen. Auch bei den sog.festen Valuten, den Goldwährungen, |
142 |
sind immerhin in den Grenzen der Tvvrvvansportkosten kleine Schwan- |
143 |
kungen um das Münzparie möglich, die noch gar die feinsten |
144 |
Schwankungen der Wirtschaft uns künden. Ivvnvv jedem Falle müssen die |
145 |
Devisenkurse so stehen, dass die aus einem momentanen Preisniveau |
146 |
sich ergebenden Antriebe zu Import und Export und damit Störung |
147 |
der Zahlungsbilanz durch die Valuta paralysiert werden. |
148 |
Das zeigt uns auch, dass die Valuten primäre nur von innen |
149 |
heraus erschüttert werden können, von solchen Erscheinungen, die |
150 |
als Endergebnis eine Wirkung auf die Preise zeitigen. Nach aussen |
151 |
ist das staatliche Geld eine Ware, nicht in der Eigenschaft als |
152 |
das körperliche Geld, sondern eine Ware, insofern sie das Gegenüber |
153 |
oder die Anweisung auf die Güter bedeutet. Der erzielte Wechsel- |
154 |
kurs ist in letzter Zvvuvvrückverfolgung nicht der Preis des Geldes, |
155 |
sondern der Preis der Waren, die hinter dem Gelde stehen, und die |
156 |
im Verhältnis zur eigenen Währung teurer, gleich geblieben oder |
157 |
billiger geworden sind. Gvvavvnz gleich so verhält es sich mit Zins- |
158 |
erträgen aus im Ausland arbeitenden Kapital und mit Versicherungs- |
159 |
prämien, die notwendig als Aktivposten in der Bilanz erscheinen |
160 |
müssen wie Güterausfuhr, weil auch diese Pvvovvsten sich auf kostende |
161 |
Leistungen zurückführen lassen, ja nur auf solche zurückgeführt |
162 |
werden können [ergänzt handschriftlich , [?]genau[?]] wie physische Gegenstände selbst. Wir können hier |
163 |
aber nicht die Wirkungen auf die Valuta erschöpfend behandeln; |
164 |
wir wollen v[übertippt i]elmehr die uns wichtigen, mit der Werteinheit im |
172 |
- 94 - |
173 |
|
174 |
Innenverkehr zusammenhän[übertippt g]enden Berührungspunkte aufzeigen. Die |
175 |
letzte Entscheidung spricht immer die Zahlungsbilanz, aber der |
176 |
wesentlichste Faktor der Zahlungsbilanz ist wiederum die Handels- |
177 |
bilanz, und sie eben ist bedingt durch die Preishöhe. |
178 |
Wir fassen noch einmal zusammen: Die Aufgabe der Valuta |
179 |
besteht darin, dort, wo der überstaatliche Tausch nicht mehr sich |
180 |
zwischen gleichen verkörperten Arbeitswelten abspielt, den als |
181 |
tertium comparationis der Werteinheit geschalteten intervaluta- |
182 |
ren Kurs so umzuändern, dass der Tausch zwischen objektiv glei- |
183 |
chen [g übertippt mit G]rössen wieder verwirklicht ist. Weiter sollte unsere Betrach- |
184 |
tung vorläufig nicht führen. Es sollte nur kurz dargetan sein, |
185 |
dass auch der internationale Verkehr über die Grenzen der ver- |
186 |
schiedensten Währungsländer hinaus keine Brechung der von uns er- |
187 |
klärten Sätze bedeutet und der Begriff der Werteinheit keine |
188 |
Biegung dadurch erfährt. Was im einzelnen über die [übertippt V]aluten noch |
189 |
zu sagen sein wird, das sei jetzt bei der Betrachtung der Währungs- |
190 |
formen ergänzt. |
191 |
|
192 |
Die W ä h r u n g s f o r m e n . |
193 |
|
194 |
__Goldwährung:__ Es könnte scheinen, als ob wir in der Kritik des |
195 |
Metallismus damit auch gleichzeitig die Goldwährung schlechthin |
196 |
negieren wollten. Das aber ist nicht der Fall; - wir anerkennen |
197 |
vielmehr die ungeheuer praktische Bedeutung, die der Goldwährung |
198 |
innewohnte und erkennen ihre Segnung im vollen Maasse an. |
206 |
- 95 - |
207 |
|
208 |
Nur, und das trennt uns trotz scheinbaren Gleichlauts vom |
209 |
Metallismus, suchen wir aus ihr nicht die Stützen metallisti- |
210 |
scher Lehre zu gewinnen. Was jenen das A und O bedeutet, ist in |
211 |
unserer Avvnvvschauungsweise erstvsekundärer Natur; uns interessiert |
212 |
in diesem Zusammenhange weder die Notendeckung noch innerer Gold- |
213 |
umlauf, wir fragen nichts nach der Basierung der Werteinheit Mark |
214 |
au`f das Gold, soweit sie zur Erklärung des Eigenwertes dienlich |
215 |
sein soll. Wir betrachten einmal die Goldwährung als die von den |
216 |
wirtschaftlich führenden Ländern angewandte Währung, werden dabei |
217 |
vielen gemeinsam bindenden Gesichtspunkten auf die Spur kommen |
218 |
und auf diesem Wege von aussen nach innen endlich auch die wirt- |
219 |
schaftliche Bedeutung der Gvvovvldwährung im Innenverkehr würdigen. |
220 |
Das den Weltmarkt beherrschende und mit Industrieproduk- |
221 |
ten versorgende Land war England. Hier müssen wir unseren Betrach- |
222 |
tung aufnehmen . In England herrschte die Goldwährung vor, d.h. es |
223 |
wurde proklamiert, dass ein Pfund Sterling einer Gewichtsmenge |
224 |
Feingoldes gleich zu werten und jederzeit in Gold umzutauschen |
225 |
sei. Die Geldpreise waren in diesem System ohne weiteres Goldprei- |
226 |
se, denn einmall hatte das Pfund Sterling eine natürliche Beziehung |
227 |
zum Golde, wie sie die zu allen anderen Gütern auch hatte, und dann |
228 |
aus geldpolitischen Gründen noch eine besondere auf die Dauer |
229 |
mit jener notwendig übereinstimmende Bindung zu diesem Edelmetall, |
230 |
nämlich den Münzfuss. England war wirtschaftlich so gut fundiert, |
231 |
dass es trotz dreimaliger Suspendierung der Peelsacte, der Ein- |
232 |
stellung der Goldeinlösepflicht, doch keine nennenswerten |
240 |
- 96 - |
241 |
|
242 |
Preisrevolutionen zu erleiden hatte, uns [sic] es konnte immer wieder, |
243 |
denn es war nach wie vor das stärkste Land, und es war die Zeit |
244 |
des ausschliessliche geltenden Metallismus, die Bindungen des |
245 |
Pfund Sterling zum Golde neu begründen. Wenn wir, wenn andere ihre |
246 |
Stimme auf dem Weltmarkte laut werden lassen wollten, so war es |
247 |
tunlich, dem allein herrschenden Pfund Sterling ein gleichwerti- |
248 |
ges und jederzeit vergleichbares entgegen zu setzen. Was ein Pfund |
249 |
Sterling bedeutete, das wusste man ohne weiteres; alles konzen- |
250 |
tr[hand durchgestrichen --e--]ierte sich ja darauf hin. Diese Selbstherrlichkeit zeigt sich |
251 |
heute noch in der englischen Kursnotierung, die als einzige das |
252 |
Pfund Sterling in den Mittelpunkt stellt. Wenn wir unsere Produk- |
253 |
te zum Weltmarkte bringen, so müssen wir unsere Währung zum Pfund |
254 |
Sterling in Vergleich setzen, und, um den Verkehr zu erleich- |
255 |
tern, ein mögli[h übertippt mit c]hst stabiles Verhältnis zu erreichen suchen. Hat |
256 |
nun beispielsweise Deutschalnd [sic] Silber-, England die Goldwährung, |
257 |
so ist diese Verhältniszahl zischen beiden Währungen den |
258 |
verschiedensten Schwankungen ausgesetzt. Einmal ist es die[handsch (]nominel- |
259 |
le Preishöhe schlechthin, die wirksam wird, dann aber vor allem die |
260 |
Wechselwirkungen von dem Münzfuss des Silbers in Deutschland |
261 |
und dem freien Metallpreis des Silbers auf dem englischen Mark- |
262 |
te in englischer Währung ausgedrückt. Aus Produktionsbewegungen |
263 |
der Metalle, wobei das Gold als das immer Starre belassen wird, |
264 |
muss sich jeder golche [sic] Aenderung als ein Schwanken des Silber- |
265 |
wertes bemerkbar machen und die valutarischen Verhältnisse be- |
266 |
einflussen. So wird der Staat, der die Kraft fühlt, Englands |
274 |
- 97 - |
275 |
|
276 |
Konkurrent auf dem Wletmarkte zu werden, aus praktischen Gründen |
277 |
notwendig zur Goldwährung getrieben. Dass bei solcher Währungsän- |
278 |
derung nichts Grundlegendes geschieht, sondern lediglich ein Rechen- |
279 |
exempel zur Ausführung gelangt, das kann uns jeder Wirklich- |
280 |
keit entnommene Fall deutlich machen. Ivvnvv Ansehen der schon geschil- |
281 |
derten Punkte galt das Pfund Sterling in deutschem Silbergeld |
282 |
6,81 Taler. Ein Taler sei drei Mark, ergibt durch Multiplikation |
283 |
3 mal 6,81 ist gleich 20,43 ℳ für ein Pfund Sterling. Damit ist |
284 |
uns nun noch der Goldgehalt der Mark genauest vorgeschrieben und |
285 |
wir haben den Anschluss an den Weltmarkt erreicht. Die Goldwährung |
286 |
ist das gemeinsame Band, das die Weltmarktkonkurrenten aneinander- |
287 |
schweisst [, übertippt mit .] Nicht, dass ein Pfund Sterling, eine Mark und ein Schwei- |
288 |
zer Franken gleiche y und z gramm [sic] Gold wären [handsch ,] und jede Wirtschaft |
289 |
an dieser jeweiligen Gewichtsmenge ihre Werte messe; nein, dass wir |
290 |
jetzt unter den konkurrierenden Nationen in jedem Augenblick im |
291 |
Münzfuss ei[übertippt n] Vergleichsmaass haben, das den Leistungsfähigsten zum |
292 |
Zuge kommen lässt, und zudem noch die Preishöhe auf die wirklich |
293 |
notwendigen Herstellungskosten herabzudrücken geeignet ist, - |
294 |
das ist der erste wesentliche Inhalt, den wir in die Goldwährung |
295 |
legen wollen. Die Goldwährung gab uns Auskunft über die Qualität |
296 |
eines Landes, denn Goldwährungsland sein, heisst, die Kraft aufzu- |
297 |
bringen, ihr Tempo mitzuleben. Der billigste Preis trägt auf dem |
298 |
weltmarkt den Sieg davon. Wer, - sei es aus natürlichen oder ge- |
299 |
sellschaftlichen bedingten Gründen, nicht fähig ist, mit den anderen |
300 |
Schritt zu halten, der kann auf die Dauer nicht Goldwährung be- |
308 |
- 98 - |
309 |
|
310 |
sitzen. Die Bedingungen werden nicht in [übertippt j]edem Lande die gleichen |
311 |
sein. Das aber gilt nach aussen gleich. Zur Nivellierung müssen |
312 |
möglicherweise dann im Innern Opfer gebracht werden, sei es an |
313 |
verminderter Lebenshaltung, sei es an erhöhter Arbeitsleistung. |
314 |
Die Goldwährung schraubte also die Preise auf dem Weltmarkt |
315 |
mit zwingender Notwendigkeit bei strafe des Währungsverfalls |
316 |
eng aneinander. Bvvevvi Rohproduktion tritt das am stärksten zu Tage, |
317 |
aber auch die Fertigfabrikate waren in allerdings locke- |
318 |
ren Banden eingehängt. Die Fvvrvvage, wieviel Geld ein Land zur Siche- |
319 |
rung siner Währung an Edelmetall vorrätig halten müsse, ist in |
320 |
diesem Zusammenhang weder eine solche, die von der Golddeckung |
321 |
der Noten abhängig wäre und mit der umlaufenden Notenmenge in |
322 |
Verbindung gebracht werden müsse, sie ist überhaupt keine Erör- |
323 |
terung, welche die Theorie angeht, sondern ausschliesslich eine |
324 |
Machtfrage. Wir können sagen, dass, je enger ein Land mit der Gold- |
325 |
währung verflochten ist, je grössere Rolle es in diesem Verbande |
326 |
spielt, desto weniger Gold hat es begrifflich nötig, und mag es auch |
327 |
im Innenverkehr den grössten Notenumlauf haben, mag dem Gesetz |
328 |
nach die volle Deckung vorgeschrieben sein. Ja, wenn wir rein theo- |
329 |
retisch sprechen wollen, so müssen die Goldwährungsländer ohne |
330 |
jeglichen Goldschatz ihr [sic] Währung behaupten können. Wo die Zahlungs- |
331 |
bilanz dauernd eine passive ist, das ist dort, wo Import nicht |
332 |
durch Export oder sonstige Aktivposten gedeckt ist, da muss jede |
333 |
Goldwährung in absehbarer Zvvevvit aufhören; vorübergehende Saldie |
334 |
aber könnten buchhaltungsmässig gestundet werden, da sie bei Auf- |
342 |
- 99 - |
343 |
|
344 |
rechterhaltung der Goldwährung notwendigerweise wieder abgetragen |
345 |
werden müssen. Die Goldwährung ist nur das Äusserste Ventil, |
346 |
das der Währungspolitik zum halten des intervalutaren Paris |
347 |
zur Verfügung steht. Praktisch waren es die Gold[übertippt p]unkte, -die Ver- |
348 |
sendungskosten von Land zu Land, die das [übertippt i]ntervalutare Pari mit |
349 |
dem Münzpari eng verbanden. |
350 |
Die alten Fäden wieder aufnehmend, können wir sagen, dass |
351 |
als Folge der absoluten Vergleichbarkeit die Goldwährung unser |
352 |
ganzes Preisniveau auf dem Uvvmvvwege üder [sic] den Weltmarkt von aussen |
353 |
herein beeinflusst habe, so dass jede Stimme wohl gehört wird, aber |
354 |
doch immer alle gegen einen stehen und dessen Wirtschaft beein- |
355 |
flussen. Was aber ist mit diesem Ereignis weiter gewonnen? Zunächst |
356 |
einmal: eine allgemeine Preisänderung kann nur statthaben in Ge- |
357 |
meinsamkeit mit dem ganzen Weltmarkt. Wir können unsere Produktions |
358 |
kosten in der Gesamthöhe, soweit sie den Preis bestimmen, nicht än- |
359 |
dern, ohne dass dies allgemeine Regel wäre, und dazu liegen noch |
360 |
hemmend die Bindungen an das Gold vor, dessen Gebrauchswert sich |
361 |
bei Innehaltung des alten Münzfusses gegenüber dem erhöhten Preis- |
362 |
niveau auflehnen würde. Schwanken können also nur die einzelnen |
363 |
Produktionsgrössen, das sind die Einkommen untereinander. Von ihnen |
364 |
können wir wohl sagen, dass in längeren Zeitabläufen genommen durch |
365 |
die gegenseitige Konkurrenz und abwanderung, Stabilität sowohl im |
366 |
allgemeinen, alsnauch in ihrem gegenseitigen Verhältnis obwaltet. |
367 |
Das Real- und das Nominaleinkommen in der Nation sind nur verschie- |
368 |
dene Namen zur Versinnbildlichung eines Vorrates an Gütern, ersteres |
376 |
- 100 - |
377 |
|
378 |
ist die periodisch erzeugte Gütermenge als Masse, letzteres ist |
379 |
eine gesellschaftliche Kategorie, bedingt dur[übertippt c]h arbeittsteilige |
380 |
Produktion und Privatwirtschaft, - der Anspruch der einzelnen |
381 |
insgesamt auf jenen Vorrat. Mit den Preisen sind die Einkommen |
382 |
gebunden, denn Einkommen sind nichts anderes wie Preise, Preise |
383 |
für geleistet Arbeit, die zusammengenommen in den Warenpreisen |
384 |
das notwendige Gegenüber finden müssen. Das ist der Weg, auf dem |
385 |
die Goldwährung über die Preisbildung und -bindung ihren Weg |
386 |
bis zu den Einkommen findet. Das aber ist etwas durchaus verschie- |
387 |
denes der Bedeutung, die Metallisten dem Gelde imputieren. Wir |
388 |
aber gehen auf unserem Wege noch weiter. !!Es ist klar, dass das |
389 |
Nominaleinkommen der Nation nur geändert werden kann und darf im |
390 |
Einklang mit der Produktionsleistung.!! Nie kann es geändert werden |
391 |
pro Anteil am Produkt, sondern immer nur pro Zahl. So können wir |
392 |
die Fvvrvvage der Arbeitszeit, der Beamtengehälter, denn das sind aus |
393 |
der Produktion geleistete Steuern; wir können das Maass, wie weit |
394 |
soziale Einrichtungen in der Goldwährung möglich sind, begrifflich |
395 |
beantworten. Wir müssen nur immer von aussen nach innen sehen, wir |
396 |
müssen kalkulieren, gewissermaassen von oben nach unten, denn das |
397 |
Oben ist uns durch die Goldwährung gegeben. In jenem fest begrenz- |
398 |
ten Raume muss sich unser Wirtschaftsleben bewegen und einrich- |
399 |
ten und die angeschnittenen Fragen sind as diesen Gesichtspunk- |
400 |
ten heraus zu prüfen und zu beantworten. Während wir auf den Preis |
401 |
kaum einen Einfluss haben, bleibt uns doch als Regulator unserer |
402 |
Einkommen die Höhe der Produktion vorbehalten. Mit beiden gegebenen |
410 |
- 101 - |
411 |
|
412 |
Grössen haben wir auch die Notenproduktion in die Klammer ein- |
413 |
gezogen. Wir brauchen nur von der Banknote rückwärts zu schreiten |
414 |
über Wechsel zur Forderung, um die Verknüpfung der Note mit der |
415 |
Ware und, was die Höhe und Menge ihres Umlaufs anlangt, mit dem |
416 |
durch den Weltmarkt und Goldwährung uns vorgeschriebenem Preis- |
417 |
niveau gewahr zu werden. Das liegt durchaus im Rahmen der im |
418 |
Kreislauf der Wirtschaft von uns vorgetragenen Auffassung. Mit |
419 |
diesem Eegebnis haben wir eine Waffe gegen die Einlösepflicht |
420 |
und die Deckungsfrage der Noten in der Hand. Lehrt uns der Me- |
421 |
tallismus nicht, dass das Gold als Wertmaass real vorhanden sein |
422 |
müsse und dass die Banknote nur deshalb wie Gold kursiere, weil |
423 |
sie in solches u[übertippt m]wandelbar ist? Wurde uns nicht besonders im |
424 |
Kriege die Dritteldeckung als die Bremse gegen die Inflation |
425 |
hingestellt, um allerdings praktisch in der Art und Weise, wie |
426 |
sie gehandhabt wurde, in der Einbeziehung der assignatenmässig |
427 |
gedeckten Darlehenskassenscheins als Deckungsgrundlage, einen |
428 |
sinnfälligen, wirtschaftlichen Betrug zu begehen. !!Aus unserer |
429 |
Betrachtung erkennen wir, dass, so lange wir an die G[übertippt ol]dwährung |
430 |
angeschlossen waren, eine Inflation als ausgeschlossen anzuse- |
431 |
hen war.!! Wir können das Maass der Noten in der Goldwährung in |
432 |
der Zahl gewiss nicht fixieren, aber wir können ohne weiteres |
433 |
das Maximum angeben, bis zu dessen Höhe, obgleich sie das die |
434 |
Deckung beträchtlich überschreiten würde, eine Notenausgabe ge- |
435 |
fahrlos und von geldtheoretischer Seite nicht zu beanstanden |
436 |
wäre. Der Fall des Maximums an Noten läge da, wo alle Leistungen |
444 |
- 102 - |
445 |
|
446 |
zu Forderungen, diese alle zu Wechseln und endlich zu Banknoten |
447 |
führen würden. Wir wissen aber auch, dass Kompensationen, Natural- |
448 |
empfang, Wechselzahlung, Barzahlung, Gutschrift auf Girokonto, das |
449 |
alles technische Modifikationen sind, die eine einzige Grösse |
450 |
darunter wie die Banknoten, ihrerseits in der Höhe beinflussen |
451 |
müssen. Jedenfalls erkennen wir die Bedeutungslosigkeit jeglicher |
452 |
Deckungsvorschrift in diesem Zusammenhang. |
453 |
Es ist charackteristisch, dass wir mit dem Metallismus |
454 |
zu scheinbar gleichen Ergebnissen gelangen. Wir haben dabei |
455 |
bisher allerdings bewusst von den Krisen abstrahiert, in der Annahme, |
456 |
dass in einem Goldwährungsverband als Ganzem, eben weil ihm die |
457 |
sträksten Wirtschaftsmächte angehören, Krisen sich nicht durch- |
458 |
setzen können. Das einzelne Land, von ihr befallen, muss automa- |
459 |
tisch aus dieser Gruppe ausscheiden, ohna dass an der Bedeutung |
460 |
und dem Ivvnvvhalt der Goldwährung in diesem Sinne etwas geändert |
461 |
wurde. So lange nun eine Macht besteht, die, ein ruhender Pol mit |
462 |
allgemein gültigen Werten operiert, so lange ist die metallistisch |
463 |
geforderte Funktion des Goldes, Maasstab für Wertgrösse im Einzel- |
464 |
nen zu sein nach unserer Darlegung nicht vonnöten. Nur wenn wir |
465 |
annehmen, dass ein Land in sich ohne Anlehnung an die Weltwirt- |
466 |
schaft, die als ganzes praktisch immer krisenfrei sein muss, aus |
467 |
einer alle Werte umlagernden Krise gesunden will, dann wird eine |
468 |
Materie, sagen wir das Gold als Maass vonnöten, dann allerdings |
469 |
müssen wir von neuem aufbauen auf Arbeitswerten, wie sie sich |
470 |
in der Beschaffung ergeben. Ob in einer modernen Wirtschafts- |