Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / IV




← Vorherige Änderung
Nächste Änderung →




127 ten anderer bereichern können.
128      Der nämliche Vorgang, der aber keine Svvcvvhlüsse auf die
129 Qualität seiner Valuta ziehen lässt, ist dann gegeben, wenn ein
130 Land aus freiem Entschluss eine Währungsänderung vornimmt. Die
131
132 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s92.png
133 ||
135 #||
136 ||
137
138      - 93 -
139
140 Umrechnung der Valuta wird sich ganz genau mathematisch hier
141 vollziehen. Auch bei den sog.festen Valuten, den Goldwährungen,
142 sind immerhin in den Grenzen der Tvvrvvansportkosten kleine Schwan-
143 kungen um das Münzparie möglich, die noch gar die feinsten
144 Schwankungen der Wirtschaft uns künden. Ivvnvv jedem Falle müssen die
145 Devisenkurse so stehen, dass die aus einem momentanen Preisniveau
146 sich ergebenden Antriebe zu Import und Export und damit Störung
147 der Zahlungsbilanz durch die Valuta paralysiert werden.
148      Das zeigt uns auch, dass die Valuten primäre nur von innen
149 heraus erschüttert werden können, von solchen Erscheinungen, die
150 als Endergebnis eine Wirkung auf die Preise zeitigen. Nach aussen
151 ist das staatliche Geld eine Ware, nicht in der Eigenschaft als
152 das körperliche Geld, sondern eine Ware, insofern sie das Gegenüber
153 oder die Anweisung auf die Güter bedeutet. Der erzielte Wechsel-
154 kurs ist in letzter Zvvuvvrückverfolgung nicht der Preis des Geldes,
155 sondern der Preis der Waren, die hinter dem Gelde stehen, und die
156 im Verhältnis zur eigenen Währung teurer, gleich geblieben oder
157 billiger geworden sind. Gvvavvnz gleich so verhält es sich mit Zins-
158 erträgen aus im Ausland arbeitenden Kapital und mit Versicherungs-
159  prämien, die notwendig als Aktivposten in der Bilanz erscheinen
160 müssen wie Güterausfuhr, weil auch diese Pvvovvsten sich auf kostende
161 Leistungen zurückführen lassen, ja nur auf solche zurückgeführt
162 werden können [ergänzt handschriftlich , [?]genau[?]] wie physische Gegenstände selbst. Wir können hier
163 aber nicht die Wirkungen auf die Valuta erschöpfend behandeln;
164 wir wollen v[übertippt i]elmehr die uns wichtigen, mit der Werteinheit im
165
166 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s93.png
167 ||
169 #||
170 ||
171
172      - 94 -
173
174 Innenverkehr zusammenhän[übertippt g]enden Berührungspunkte aufzeigen. Die
175 letzte Entscheidung spricht immer die Zahlungsbilanz, aber der
176 wesentlichste Faktor der Zahlungsbilanz ist wiederum die Handels-
177 bilanz, und sie eben ist bedingt durch die Preishöhe.
178      Wir fassen noch einmal zusammen: Die Aufgabe der Valuta
179 besteht darin, dort, wo der überstaatliche Tausch nicht mehr sich
180 zwischen gleichen verkörperten Arbeitswelten abspielt, den als
181 tertium comparationis der Werteinheit geschalteten intervaluta-
182 ren Kurs so umzuändern, dass der Tausch zwischen objektiv glei-
183 chen [g übertippt mit G]rössen wieder verwirklicht ist. Weiter sollte unsere Betrach-
184  tung vorläufig nicht führen. Es sollte nur kurz dargetan sein,
185 dass auch der internationale Verkehr über die Grenzen der ver-
186 schiedensten Währungsländer hinaus keine Brechung der von uns er-
187 klärten Sätze bedeutet und der Begriff der Werteinheit keine
188 Biegung dadurch erfährt. Was im einzelnen über die [übertippt V]aluten noch
189 zu sagen sein wird, das sei jetzt bei der Betrachtung der Währungs-
190 formen ergänzt.
191
192      Die W ä h r u n g s f o r m e n .
193
194 __Goldwährung:__ Es könnte scheinen, als ob wir in der Kritik des
195 Metallismus damit auch gleichzeitig die Goldwährung schlechthin
196 negieren wollten. Das aber ist nicht der Fall; - wir anerkennen
197 vielmehr die ungeheuer praktische Bedeutung, die der Goldwährung
198 innewohnte und erkennen ihre Segnung im vollen Maasse an.
199
200 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s94.png
201 ||
203 #||
204 ||
205
206      - 95 -
207
208 Nur, und das trennt uns trotz scheinbaren Gleichlauts vom
209 Metallismus, suchen wir aus ihr nicht die Stützen metallisti-
210 scher Lehre zu gewinnen. Was jenen das A und O bedeutet, ist in
211 unserer Avvnvvschauungsweise erstvsekundärer Natur; uns interessiert
212 in diesem Zusammenhange weder die Notendeckung noch innerer Gold-
213 umlauf, wir fragen nichts nach der Basierung der Werteinheit Mark
214 au`f das Gold, soweit sie zur Erklärung des Eigenwertes dienlich
215 sein soll. Wir betrachten einmal die Goldwährung als die von den
216 wirtschaftlich führenden Ländern angewandte Währung, werden dabei
217 vielen gemeinsam bindenden Gesichtspunkten auf die Spur kommen
218 und auf diesem Wege von aussen nach innen endlich auch die wirt-
219 schaftliche Bedeutung der Gvvovvldwährung im Innenverkehr würdigen.
220      Das den Weltmarkt beherrschende und mit Industrieproduk-
221 ten versorgende Land war England. Hier müssen wir unseren Betrach-
222 tung aufnehmen . In England herrschte die Goldwährung vor, d.h. es
223 wurde proklamiert, dass ein Pfund Sterling einer Gewichtsmenge
224 Feingoldes gleich zu werten und jederzeit in Gold umzutauschen
225 sei. Die Geldpreise waren in diesem System ohne weiteres Goldprei-
226 se, denn einmall hatte das Pfund Sterling eine natürliche Beziehung
227 zum Golde, wie sie die zu allen anderen Gütern auch hatte, und dann
228 aus geldpolitischen Gründen noch eine besondere auf die Dauer
229 mit jener notwendig übereinstimmende Bindung zu diesem Edelmetall,
230  nämlich den Münzfuss. England war wirtschaftlich so gut fundiert,
231 dass es trotz dreimaliger Suspendierung der Peelsacte, der Ein-
232 stellung der Goldeinlösepflicht, doch keine nennenswerten
233
234 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s95.png
235 ||
237 #||
238 ||
239
240      - 96 -
241
242 Preisrevolutionen zu erleiden hatte, uns [sic] es konnte immer wieder,
243 denn es war nach wie vor das stärkste Land, und es war die Zeit
244 des ausschliessliche geltenden Metallismus, die Bindungen des
245 Pfund Sterling zum Golde neu begründen. Wenn wir, wenn andere ihre
246 Stimme auf dem Weltmarkte laut werden lassen wollten, so war es
247 tunlich, dem allein herrschenden Pfund Sterling ein gleichwerti-
248 ges und jederzeit vergleichbares entgegen zu setzen. Was ein Pfund
249 Sterling bedeutete, das wusste man ohne weiteres; alles konzen-
250 tr[hand durchgestrichen --e--]ierte sich ja darauf hin. Diese Selbstherrlichkeit zeigt sich
251 heute noch in der englischen Kursnotierung, die als einzige das
252 Pfund Sterling in den Mittelpunkt stellt. Wenn wir unsere Produk-
253 te zum Weltmarkte bringen, so müssen wir unsere Währung zum Pfund
254 Sterling in Vergleich setzen, und, um den Verkehr zu erleich-
255 tern, ein mögli[h übertippt mit c]hst stabiles Verhältnis zu erreichen suchen. Hat
256 nun beispielsweise Deutschalnd [sic] Silber-, England die Goldwährung,
257 so ist diese Verhältniszahl zischen beiden Währungen den
258 verschiedensten Schwankungen ausgesetzt. Einmal ist es die[handsch (]nominel-
259 le Preishöhe schlechthin, die wirksam wird, dann aber vor allem die
260 Wechselwirkungen von dem Münzfuss des Silbers in Deutschland
261 und dem freien Metallpreis des Silbers auf dem englischen Mark-
262 te in englischer Währung ausgedrückt. Aus Produktionsbewegungen
263 der Metalle, wobei das Gold als das immer Starre belassen wird,
264 muss sich jeder golche [sic] Aenderung als ein Schwanken des Silber-
265 wertes bemerkbar machen und die valutarischen Verhältnisse be-
266 einflussen. So wird der Staat, der die Kraft fühlt, Englands
267
268
269
270
271
272
273 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s96.png
274 ||