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Konkurrent auf dem Wletmarkte zu werden, aus praktischen Gründen
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notwendig zur Goldwährung getrieben. Dass bei solcher Währungsän-
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derung nichts Grundlegendes geschieht, sondern lediglich ein Rechen-
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exempel zur Ausführung gelangt, das kann uns jeder Wirklich-
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keit entnommene Fall deutlich machen. Ivvnvv Ansehen der schon geschil-
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derten Punkte galt das Pfund Sterling in deutschem Silbergeld
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6,81 Taler. Ein Taler sei drei Mark, ergibt durch Multiplikation
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3 mal 6,81 ist gleich 20,43 ℳ für ein Pfund Sterling. Damit ist
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uns nun noch der Goldgehalt der Mark genauest vorgeschrieben und
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wir haben den Anschluss an den Weltmarkt erreicht. Die Goldwährung
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ist das gemeinsame Band, das die Weltmarktkonkurrenten aneinander-
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schweisst [, übertippt mit .] Nicht, dass ein Pfund Sterling, eine Mark und ein Schwei-
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zer Franken gleiche y und z gramm [sic] Gold wären [handsch ,] und jede Wirtschaft
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an dieser jeweiligen Gewichtsmenge ihre Werte messe; nein, dass wir
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jetzt unter den konkurrierenden Nationen in jedem Augenblick im
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Münzfuss ei[übertippt n] Vergleichsmaass haben, das den Leistungsfähigsten zum
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Zuge kommen lässt, und zudem noch die Preishöhe auf die wirklich
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notwendigen Herstellungskosten herabzudrücken geeignet ist, -
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das ist der erste wesentliche Inhalt, den wir in die Goldwährung
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legen wollen. Die Goldwährung gab uns Auskunft über die Qualität
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eines Landes, denn Goldwährungsland sein, heisst, die Kraft aufzu-
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bringen, ihr Tempo mitzuleben. Der billigste Preis trägt auf dem
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weltmarkt den Sieg davon. Wer, - sei es aus natürlichen oder ge-
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sellschaftlichen bedingten Gründen, nicht fähig ist, mit den anderen
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Schritt zu halten, der kann auf die Dauer nicht Goldwährung be-
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sitzen. Die Bedingungen werden nicht in [übertippt j]edem Lande die gleichen
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sein. Das aber gilt nach aussen gleich. Zur Nivellierung müssen
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möglicherweise dann im Innern Opfer gebracht werden, sei es an
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verminderter Lebenshaltung, sei es an erhöhter Arbeitsleistung.
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Die Goldwährung schraubte also die Preise auf dem Weltmarkt
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mit zwingender Notwendigkeit bei strafe des Währungsverfalls
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eng aneinander. Bvvevvi Rohproduktion tritt das am stärksten zu Tage,
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aber auch die Fertigfabrikate waren in allerdings locke-
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ren Banden eingehängt. Die Fvvrvvage, wieviel Geld ein Land zur Siche-
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rung siner Währung an Edelmetall vorrätig halten müsse, ist in
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diesem Zusammenhang weder eine solche, die von der Golddeckung
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der Noten abhängig wäre und mit der umlaufenden Notenmenge in
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Verbindung gebracht werden müsse, sie ist überhaupt keine Erör-
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terung, welche die Theorie angeht, sondern ausschliesslich eine
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Machtfrage. Wir können sagen, dass, je enger ein Land mit der Gold-
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währung verflochten ist, je grössere Rolle es in diesem Verbande
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spielt, desto weniger Gold hat es begrifflich nötig, und mag es auch
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im Innenverkehr den grössten Notenumlauf haben, mag dem Gesetz
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nach die volle Deckung vorgeschrieben sein. Ja, wenn wir rein theo-
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retisch sprechen wollen, so müssen die Goldwährungsländer ohne
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jeglichen Goldschatz ihr [sic] Währung behaupten können. Wo die Zahlungs-
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bilanz dauernd eine passive ist, das ist dort, wo Import nicht
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durch Export oder sonstige Aktivposten gedeckt ist, da muss jede
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Goldwährung in absehbarer Zvvevvit aufhören; vorübergehende Saldie
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aber könnten buchhaltungsmässig gestundet werden, da sie bei Auf-
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