Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / IV




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  310 sitzen. Die Bedingungen werden nicht in [übertippt j]edem Lande die gleichen  
  311 sein. Das aber gilt nach aussen gleich. Zur Nivellierung müssen  
  312 möglicherweise dann im Innern Opfer gebracht werden, sei es an  
  313 verminderter Lebenshaltung, sei es an erhöhter Arbeitsleistung.  
  314 Die Goldwährung schraubte also die Preise auf dem Weltmarkt  
  315 mit zwingender Notwendigkeit bei strafe des Währungsverfalls  
  316 eng aneinander. Bvvevvi Rohproduktion tritt das am stärksten zu Tage,  
  317 aber auch die Fertigfabrikate waren in allerdings locke-  
  318 ren Banden eingehängt. Die Fvvrvvage, wieviel Geld ein Land zur Siche-  
  319 rung siner Währung an Edelmetall vorrätig halten müsse, ist in  
  320 diesem Zusammenhang weder eine solche, die von der Golddeckung  
  321 der Noten abhängig wäre und mit der umlaufenden Notenmenge in  
  322 Verbindung gebracht werden müsse, sie ist überhaupt keine Erör-  
  323 terung, welche die Theorie angeht, sondern ausschliesslich eine  
  324 Machtfrage. Wir können sagen, dass, je enger ein Land mit der Gold-  
  325 währung verflochten ist, je grössere Rolle es in diesem Verbande  
  326 spielt, desto weniger Gold hat es begrifflich nötig, und mag es auch  
  327 im Innenverkehr den grössten Notenumlauf haben, mag dem Gesetz  
  328 nach die volle Deckung vorgeschrieben sein. Ja, wenn wir rein theo-  
  329 retisch sprechen wollen, so müssen die Goldwährungsländer ohne  
  330 jeglichen Goldschatz ihr [sic] Währung behaupten können. Wo die Zahlungs-  
  331 bilanz dauernd eine passive ist, das ist dort, wo Import nicht  
  332 durch Export oder sonstige Aktivposten gedeckt ist, da muss jede  
  333 Goldwährung in absehbarer Zvvevvit aufhören; vorübergehende Saldie  
  334 aber könnten buchhaltungsmässig gestundet werden, da sie bei Auf-  
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  344 rechterhaltung der Goldwährung notwendigerweise wieder abgetragen  
  345 werden müssen. Die Goldwährung ist nur das Äusserste Ventil,  
  346 das der Währungspolitik zum halten des intervalutaren Paris  
  347 zur Verfügung steht. Praktisch waren es die Gold[übertippt p]unkte, -die Ver-  
  348 sendungskosten von Land zu Land, die das [übertippt i]ntervalutare Pari mit  
  349 dem Münzpari eng verbanden.  
  350      Die alten Fäden wieder aufnehmend, können wir sagen, dass  
  351 als Folge der absoluten Vergleichbarkeit die Goldwährung unser  
  352 ganzes Preisniveau auf dem Uvvmvvwege üder [sic] den Weltmarkt von aussen  
  353 herein beeinflusst habe, so dass jede Stimme wohl gehört wird, aber  
  354 doch immer alle gegen einen stehen und dessen Wirtschaft beein-  
  355 flussen. Was aber ist mit diesem Ereignis weiter gewonnen? Zunächst  
  356 einmal: eine allgemeine Preisänderung kann nur statthaben in Ge-  
  357 meinsamkeit mit dem ganzen Weltmarkt. Wir können unsere Produktions  
  358 kosten in der Gesamthöhe, soweit sie den Preis bestimmen, nicht än-  
  359 dern, ohne dass dies allgemeine Regel wäre, und dazu liegen noch  
  360 hemmend die Bindungen an das Gold vor, dessen Gebrauchswert sich  
  361 bei Innehaltung des alten Münzfusses gegenüber dem erhöhten Preis-  
  362 niveau auflehnen würde. Schwanken können also nur die einzelnen  
  363 Produktionsgrössen, das sind die Einkommen untereinander. Von ihnen  
  364 können wir wohl sagen, dass in längeren Zeitabläufen genommen durch  
  365 die gegenseitige Konkurrenz und abwanderung, Stabilität sowohl im  
  366 allgemeinen, alsnauch in ihrem gegenseitigen Verhältnis obwaltet.  
  367 Das Real- und das Nominaleinkommen in der Nation sind nur verschie-  
  368 dene Namen zur Versinnbildlichung eines Vorrates an Gütern, ersteres  
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  378 ist die periodisch erzeugte Gütermenge als Masse, letzteres ist  
  379 eine gesellschaftliche Kategorie, bedingt dur[übertippt c]h arbeittsteilige  
  380 Produktion und Privatwirtschaft, - der Anspruch der einzelnen  
  381 insgesamt auf jenen Vorrat. Mit den Preisen sind die Einkommen  
  382 gebunden, denn Einkommen sind nichts anderes wie Preise, Preise  
  383 für geleistet Arbeit, die zusammengenommen in den Warenpreisen  
  384 das notwendige Gegenüber finden müssen. Das ist der Weg, auf dem  
  385 die Goldwährung über die Preisbildung und -bindung ihren Weg  
  386 bis zu den Einkommen findet. Das aber ist etwas durchaus verschie-  
  387 denes der Bedeutung, die Metallisten dem Gelde imputieren. Wir  
  388 aber gehen auf unserem Wege noch weiter. !!Es ist klar, dass das  
  389 Nominaleinkommen der Nation nur geändert werden kann und darf im  
  390 Einklang mit der Produktionsleistung.!! Nie kann es geändert werden  
  391 pro Anteil am Produkt, sondern immer nur pro Zahl. So können wir  
  392 die Fvvrvvage der Arbeitszeit, der Beamtengehälter, denn das sind aus  
  393 der Produktion geleistete Steuern; wir können das Maass, wie weit  
  394 soziale Einrichtungen in der Goldwährung möglich sind, begrifflich  
  395 beantworten. Wir müssen nur immer von aussen nach innen sehen, wir  
  396 müssen kalkulieren, gewissermaassen von oben nach unten, denn das  
  397 Oben ist uns durch die Goldwährung gegeben. In jenem fest begrenz-  
  398 ten Raume muss sich unser Wirtschaftsleben bewegen und einrich-  
  399 ten und die angeschnittenen Fragen sind as diesen Gesichtspunk-  
  400 ten heraus zu prüfen und zu beantworten. Während wir auf den Preis  
  401 kaum einen Einfluss haben, bleibt uns doch als Regulator unserer  
  402 Einkommen die Höhe der Produktion vorbehalten. Mit beiden gegebenen  
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  412 Grössen haben wir auch die Notenproduktion in die Klammer ein-  
  413 gezogen. Wir brauchen nur von der Banknote rückwärts zu schreiten  
  414 über Wechsel zur Forderung, um die Verknüpfung der Note mit der  
  415 Ware und, was die Höhe und Menge ihres Umlaufs anlangt, mit dem  
  416 durch den Weltmarkt und Goldwährung uns vorgeschriebenem Preis-  
  417 niveau gewahr zu werden. Das liegt durchaus im Rahmen der im  
  418 Kreislauf der Wirtschaft von uns vorgetragenen Auffassung. Mit  
  419 diesem Eegebnis haben wir eine Waffe gegen die Einlösepflicht  
  420 und die Deckungsfrage der Noten in der Hand. Lehrt uns der Me-  
  421 tallismus nicht, dass das Gold als Wertmaass real vorhanden sein  
  422 müsse und dass die Banknote nur deshalb wie Gold kursiere, weil  
  423 sie in solches u[übertippt m]wandelbar ist? Wurde uns nicht besonders im  
  424 Kriege die Dritteldeckung als die Bremse gegen die Inflation  
  425 hingestellt, um allerdings praktisch in der Art und Weise, wie  
  426 sie gehandhabt wurde, in der Einbeziehung der assignatenmässig  
  427 gedeckten Darlehenskassenscheins als Deckungsgrundlage, einen  
  428 sinnfälligen, wirtschaftlichen Betrug zu begehen. !!Aus unserer  
  429 Betrachtung erkennen wir, dass, so lange wir an die G[übertippt ol]dwährung  
  430 angeschlossen waren, eine Inflation als ausgeschlossen anzuse-  
  431 hen war.!! Wir können das Maass der Noten in der Goldwährung in  
  432 der Zahl gewiss nicht fixieren, aber wir können ohne weiteres  
  433 das Maximum angeben, bis zu dessen Höhe, obgleich sie das die  
  434 Deckung beträchtlich überschreiten würde, eine Notenausgabe ge-  
  435 fahrlos und von geldtheoretischer Seite nicht zu beanstanden  
  436 wäre. Der Fall des Maximums an Noten läge da, wo alle Leistungen  
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