Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / IV
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- 99 - rechterhaltung der Goldwährung notwendigerweise wieder abgetragen werden müssen. Die Goldwährung ist nur das Äusserste Ventil, das der Währungspolitik zum halten des intervalutaren Paris zur Verfügung steht. Praktisch waren es die Gold[übertippt p]unkte, -die Ver- sendungskosten von Land zu Land, die das [übertippt i]ntervalutare Pari mit dem Münzpari eng verbanden. Die alten Fäden wieder aufnehmend, können wir sagen, dass als Folge der absoluten Vergleichbarkeit die Goldwährung unser ganzes Preisniveau auf dem Uvvmvvwege üder [sic] den Weltmarkt von aussen herein beeinflusst habe, so dass jede Stimme wohl gehört wird, aber doch immer alle gegen einen stehen und dessen Wirtschaft beein- flussen. Was aber ist mit diesem Ereignis weiter gewonnen? Zunächst einmal: eine allgemeine Preisänderung kann nur statthaben in Ge- meinsamkeit mit dem ganzen Weltmarkt. Wir können unsere Produktions kosten in der Gesamthöhe, soweit sie den Preis bestimmen, nicht än- dern, ohne dass dies allgemeine Regel wäre, und dazu liegen noch hemmend die Bindungen an das Gold vor, dessen Gebrauchswert sich bei Innehaltung des alten Münzfusses gegenüber dem erhöhten Preis- niveau auflehnen würde. Schwanken können also nur die einzelnen Produktionsgrössen, das sind die Einkommen untereinander. Von ihnen können wir wohl sagen, dass in längeren Zeitabläufen genommen durch die gegenseitige Konkurrenz und abwanderung, Stabilität sowohl im allgemeinen, alsnauch in ihrem gegenseitigen Verhältnis obwaltet. Das Real- und das Nominaleinkommen in der Nation sind nur verschie- dene Namen zur Versinnbildlichung eines Vorrates an Gütern, ersteres - 100 - ist die periodisch erzeugte Gütermenge als Masse, letzteres ist eine gesellschaftliche Kategorie, bedingt dur[übertippt c]h arbeittsteilige Produktion und Privatwirtschaft, - der Anspruch der einzelnen insgesamt auf jenen Vorrat. Mit den Preisen sind die Einkommen gebunden, denn Einkommen sind nichts anderes wie Preise, Preise für geleistet Arbeit, die zusammengenommen in den Warenpreisen das notwendige Gegenüber finden müssen. Das ist der Weg, auf dem die Goldwährung über die Preisbildung und -bindung ihren Weg bis zu den Einkommen findet. Das aber ist etwas durchaus verschie- denes der Bedeutung, die Metallisten dem Gelde imputieren. Wir aber gehen auf unserem Wege noch weiter. !!Es ist klar, dass das Nominaleinkommen der Nation nur geändert werden kann und darf im Einklang mit der Produktionsleistung.!! Nie kann es geändert werden pro Anteil am Produkt, sondern immer nur pro Zahl. So können wir die Fvvrvvage der Arbeitszeit, der Beamtengehälter, denn das sind aus der Produktion geleistete Steuern; wir können das Maass, wie weit soziale Einrichtungen in der Goldwährung möglich sind, begrifflich beantworten. Wir müssen nur immer von aussen nach innen sehen, wir müssen kalkulieren, gewissermaassen von oben nach unten, denn das Oben ist uns durch die Goldwährung gegeben. In jenem fest begrenz- ten Raume muss sich unser Wirtschaftsleben bewegen und einrich- ten und die angeschnittenen Fragen sind aus diesen Gesichtspunk- ten heraus zu prüfen und zu beantworten. Während wir auf den Preis kaum einen Einfluss haben, bleibt uns doch als Regulator unserer Einkommen die Höhe der Produktion vorbehalten. Mit beiden gegebenen - 101 - Grössen haben wir auch die Notenproduktion in die Klammer ein- gezogen. Wir brauchen nur von der Banknote rückwärts zu schreiten über Wechsel zur Forderung, um die Verknüpfung der Note mit der Ware und, was die Höhe und Menge ihres Umlaufs anlangt, mit dem durch den Weltmarkt und Goldwährung uns vorgeschriebenem Preis- niveau gewahr zu werden. Das liegt durchaus im Rahmen der im Kreislauf der Wirtschaft von uns vorgetragenen Auffassung. Mit diesem Eegebnis haben wir eine Waffe gegen die Einlösepflicht und die Deckungsfrage der Noten in der Hand. Lehrt uns der Me- tallismus nicht, dass das Gold als Wertmaass real vorhanden sein müsse und dass die Banknote nur deshalb wie Gold kursiere, weil sie in solches u[übertippt m]wandelbar ist? Wurde uns nicht besonders im Kriege die Dritteldeckung als die Bremse gegen die Inflation hingestellt, um allerdings praktisch in der Art und Weise, wie sie gehandhabt wurde, in der Einbeziehung der assignatenmässig gedeckten Darlehenskassenscheins als Deckungsgrundlage, einen sinnfälligen, wirtschaftlichen Betrug zu begehen. !!Aus unserer Betrachtung erkennen wir, dass, so lange wir an die G[übertippt ol]dwährung angeschlossen waren, eine Inflation als ausgeschlossen anzuse- hen war.!! Wir können das Maass der Noten in der Goldwährung in der Zahl gewiss nicht fixieren, aber wir können ohne weiteres das Maximum angeben, bis zu dessen Höhe, obgleich sie das die Deckung beträchtlich überschreiten würde, eine Notenausgabe ge- fahrlos und von geldtheoretischer Seite nicht zu beanstanden wäre. Der Fall des Maximums an Noten läge da, wo alle Leistungen - 102 - zu Forderungen, diese alle zu Wechseln und endlich zu Banknoten führen würden. Wir wissen aber auch, dass Kompensationen, Natural- empfang, Wechselzahlung, Barzahlung, Gutschrift auf Girokonto, das alles technische Modifikationen sind, die eine einzige Grösse darunter wie die Banknoten, ihrerseits in der Höhe beinflussen müssen. Jedenfalls erkennen wir die Bedeutungslosigkeit jeglicher Deckungsvorschrift in diesem Zusammenhang. Es ist charackteristisch, dass wir mit dem Metallismus zu scheinbar gleichen Ergebnissen gelangen. Wir haben dabei bisher allerdings bewusst von den Krisen abstrahiert, in der Annahme, dass in einem Goldwährungsverband als Ganzem, eben weil ihm die sträksten Wirtschaftsmächte angehören, Krisen sich nicht durch- setzen können. Das einzelne Land, von ihr befallen, muss automa- tisch aus dieser Gruppe ausscheiden, ohna dass an der Bedeutung und dem Ivvnvvhalt der Goldwährung in diesem Sinne etwas geändert wurde. So lange nun eine Macht besteht, die, ein ruhender Pol mit allgemein gültigen Werten operiert, so lange ist die metallistisch geforderte Funktion des Goldes, Maasstab für Wertgrösse im Einzel- nen zu sein nach unserer Darlegung nicht vonnöten. Nur wenn wir annehmen, dass ein Land in sich ohne Anlehnung an die Weltwirt- schaft, die als ganzes praktisch immer krisenfrei sein muss, aus einer alle Werte umlagernden Krise gesunden will, dann wird eine Materie, sagen wir das Gold als Maass vonnöten, dann allerdings müssen wir von neuem aufbauen auf Arbeitswerten, wie sie sich in der Beschaffung ergeben. Ob in einer modernen Wirtschafts- - 103 - verfassung eine solche Grundlegung der Werte sich reibungslos vollziehen kann ist eine Fvvrvvge für sich. Praktischer erscheint uns auch in diesem Falle die Anlehnung an [übertippt i]internationale Währun- gen als das nächstliegende. Bliebe noch übrig, dass wirklich eine Weltkrise in den Bereich der Möglichkeit zu ziehen wäre; dann allerdings könnten wir einer objektiv messbaren Grösse als Maass für alle anderen Dinge um uns nicht mehr eintraten. Wenn wir wo die Krise fast bis zur wirtschaftlichen Revolution unseres Plane- ten ausdehnen, dann triumphiert der Stoff allein, dann ist das Gold als Metall in Herrschaft so lange bis die Entwicklung wie- der historische gültige Werte schafft. Späterhin wird dieser Gedanke nochmals gestreift werden und nun zurück zur Betrachtung der Goldwährung in unserem be- schriebenen Gedankengang: Sie wirkt hier zwar vollkommen als der Stabilisator der Wirtschaft, aber das nicht aus der Preisfixierung durch Vergleich mit dem Golde, das sich in allen Geistern gleicher Wertschätzung erfreut, im Ivvnvvlande sowohl als auch im Auslande; auch nicht deshalb erhält es die Wirtschaft im stabilen, gesunden Zu- stande, weil es in der Deckung überschüssiger Notenausgabe, Preis- steigerung und Inflation entgegensteuert, sondern deshalb, weil `es zum straffen Svvtvvabilisator aller Goldwährungsländer, weil es in der Gemeinsamkeit der Bindung, in der Kvvovvnkurrenz der Stärksten jeweils die Spitzenleistungen mit den relativ geringsten Erzeu- gungskosten als Mvvavvass und Richtpunkt hinstellt, nach dem alle an- deren, wollen sie exportfähig bleiben, hinstreben müssen. Die ganze - 104 - Struktur der modernen Wirtschaft drängt zum Export sowohl als auch zum Import. Ob wir nun das eine oder andere in den Vorder- grund schieben, ist gleichgültig; immer aber müssen wir den unbe= dingt notwendigen Import mit Export decken. Beides sind Grössen aus Menge mal Preis. Preis gibt es auf dem Weltmarkt nur einen einzigen, den alles untertanen Weltmarktpreis. Was wir importieren können, ist uns also umgekehrt durch den Export vorgeschrieben, die beide in dem Produkt aus Menge mal Preis gleiche Grössen bilden müssen. So lange wir diesen Gleichgewichtszustand in der natürlichen wirtschaftlichen Kvvrvvaft finden, spielt die Goldwährung obwohl sie gerade dann ihre segensreichen Wirkungen am meisten uns spüren lässt, doch keinerlei Rolle, was das Gold als Metall und Vergleichsmaass anlangt. Wirksam ist nur der Gedanke und die Notwendigkeit der Einhaltung der in der Goldwährung gebunde- nen und vergleichbaren universellen Weltmarktpreise und die starre Bindung der Einkommen des einzelnen wie der der ganzen Länder an diese. Wo das Gold anfängt als Metall eine wichtigere Rolle zu spielen, wo es zur Begleichung von Saldis auf Grund mangelnden Exports ( das Land hat zu wenig gearbeitet oder zu teuer) auf die Dauer ins Ausland strömt, da wo das Geld allzu stark sichtbar wird, da ist es nötig, dass der Staat einen War- nungsruf an die Wirtschaft ertönen lässt und mit seinen gegebe- nen Mitteln solcher Weiterentwicklung hemmend entgegenwirkt. Häufig auch, wie bei der letzten Krise 1907 lag der Grund zu Goldexport, zu dem wir gezwungen wurden, nicht in uns, obwohl - 105 - damals gleichzeitig eine neue Aufschwungsperiode Deutschlands viel Kapital investierte und zur fraglichen Zeit noch wenig ex- portreife Produkte von jenen Neuunternehmungen auf dem Markte waren, die dann allerdings in nachfolgender Periode den Verlust zurückerwarben. Hier kam vielmehr der allgemeine Run von Amerika, und darum konnte keone [sic] Diskontpolitik als das vorzüglicheste Mit- tel zur Eindämmung überspannten Unternehmungsgeistes den Krisen- herd treffen. In Ansehen unserer Darlegung müssen wir auch die Handhabung der Diskontpolitik, wenn sie die gefährdete Golddek- kung im Auge hat, ablehnen kritisieren und können die Berechtigung der Anwendung nur dann erkennen, wenn wirklich der Warenausgleich von Land zu Land des Goldes zur Deckung bedarf. Mit der Diskonter- höhung wir [sic] nicht nur ein Anreiz zum Sparen gegeben, in dem Bank- guthaben und Wertpapiere, diese auf dem Umwege über niederere No- tierung, ihre Zinsvergütungen erhöhen, auch Wechseldiskontierungen werden teurer und damit warden [sic] Gold und ausländische Waren schwerer erreichbar. Dvvevvr Notenumlauf kann uns in diesem Zusammen- hang nicht interessieren, auch nicht der Goldumlauf im inneren Verkehr, obwohl dieser geeignet ist, Diskontpolitik voreilig in Anwendung bringen zu lassen, denn einmal vermindert er als fehlen- des Deckungsmetall die mögliche Notenausgabe, zum anderen belibt [sic] er der Kontrolle des Gesetzgebers entz[übertippt o]gen und kann von ihm unbe- rück[übertippt s]ichtigt ins Ausland abströmen. Also auch hier ist das allzu Sichtbarwerden des Goldes, so p[hands. durchgestrichen --r--]aradox es klingen man [sic], eine [übertippt G]efahr für die Goldwährung. Dvvavvs hat Heyn erkannt, wenn er die von ihm - 106 - vorgeschlagene Goldkernwährung forderte. Den Gvvüvvteraustausch im Innern reibungslos zu gestalten - in dem Preise und Einkommen gebunden sind - den Güteraustausch nach aussen automatisch und selbstsicher sich vollziehen zu las- sen, darin liegt die Bedeutung der Goldwährung. Was den inneren Verkehr anlangt, so hat die Goldwährung damit, dass sie uns die oberste mögliche Preisgrenze setzt, ihre Aufgabe erfüllt. Zur Preisfixierung, sodass wir unsere Produkte am Gelde schätzten, ist kein Raum mehr. Wir können jetzt ja die Einkommen, denn das sind die Einzelproduktionsgrössen der uns vorgeschriebenen Preise und sind mit diesen streng gebunden. Ob wir ein Gut produzieren können, beruht nicht auf der Ueberlegung, ob das fertige Produkt auf Grund unserer Wertschätzung am Golde einen Preis erhält, den uns das Ausland noch zubilligen wird, sondern wir addieren unsere Produktionskosten, die täglich neu gegeben sind und in vollendete Produktionen immer wieder zurückreichen, und kommen so zu einem Preise, der uns Aufschluss über Exportmöglichkeit gibt und der dann nötigerweise unabhängig von der Goldwertung durch Verbes- serungen und Einsparungen möglicherweise noch reduziert werden muss. Ausschlaggebend für den Preis eines Produktes sind nur die Herstellungskosten, die auch das Maass des Wertes bilden. In der Goldwährung muss auch ohne weiteres das Problem der Uebereinstim- mung von den Gesamtpreisen aller Produkte mit dem Nominaleinkommen der Nation gelöst sein und das verlangt auch im einzelnen Ueber- einstimmung des Arbeitsw e r [übertippt t] e s der Einkommem mit dem