Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / IV




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    378 ist die periodisch erzeugte Gütermenge als Masse, letzteres ist
    379 eine gesellschaftliche Kategorie, bedingt dur[übertippt c]h arbeittsteilige
    380 Produktion und Privatwirtschaft, - der Anspruch der einzelnen
    381 insgesamt auf jenen Vorrat. Mit den Preisen sind die Einkommen
    382 gebunden, denn Einkommen sind nichts anderes wie Preise, Preise
    383 für geleistet Arbeit, die zusammengenommen in den Warenpreisen
    384 das notwendige Gegenüber finden müssen. Das ist der Weg, auf dem
    385 die Goldwährung über die Preisbildung und -bindung ihren Weg
    386 bis zu den Einkommen findet. Das aber ist etwas durchaus verschie-
    387 denes der Bedeutung, die Metallisten dem Gelde imputieren. Wir
    388 aber gehen auf unserem Wege noch weiter. !!Es ist klar, dass das
    389 Nominaleinkommen der Nation nur geändert werden kann und darf im
    390 Einklang mit der Produktionsleistung.!! Nie kann es geändert werden
    391 pro Anteil am Produkt, sondern immer nur pro Zahl. So können wir
    392 die Fvvrvvage der Arbeitszeit, der Beamtengehälter, denn das sind aus
    393 der Produktion geleistete Steuern; wir können das Maass, wie weit
    394 soziale Einrichtungen in der Goldwährung möglich sind, begrifflich
    395 beantworten. Wir müssen nur immer von aussen nach innen sehen, wir
    396 müssen kalkulieren, gewissermaassen von oben nach unten, denn das
    397 Oben ist uns durch die Goldwährung gegeben. In jenem fest begrenz-
    398 ten Raume muss sich unser Wirtschaftsleben bewegen und einrich-
    399 ten und die angeschnittenen Fragen sind aus diesen Gesichtspunk-
    400 ten heraus zu prüfen und zu beantworten. Während wir auf den Preis
    401 kaum einen Einfluss haben, bleibt uns doch als Regulator unserer
    402 Einkommen die Höhe der Produktion vorbehalten. Mit beiden gegebenen
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    412 Grössen haben wir auch die Notenproduktion in die Klammer ein-
    413 gezogen. Wir brauchen nur von der Banknote rückwärts zu schreiten
    414 über Wechsel zur Forderung, um die Verknüpfung der Note mit der
    415 Ware und, was die Höhe und Menge ihres Umlaufs anlangt, mit dem
    416 durch den Weltmarkt und Goldwährung uns vorgeschriebenem Preis-
    417 niveau gewahr zu werden. Das liegt durchaus im Rahmen der im
    418 Kreislauf der Wirtschaft von uns vorgetragenen Auffassung. Mit
    419 diesem Eegebnis haben wir eine Waffe gegen die Einlösepflicht
    420 und die Deckungsfrage der Noten in der Hand. Lehrt uns der Me-
    421 tallismus nicht, dass das Gold als Wertmaass real vorhanden sein
    422 müsse und dass die Banknote nur deshalb wie Gold kursiere, weil
    423 sie in solches u[übertippt m]wandelbar ist? Wurde uns nicht besonders im
    424 Kriege die Dritteldeckung als die Bremse gegen die Inflation
    425 hingestellt, um allerdings praktisch in der Art und Weise, wie
    426 sie gehandhabt wurde, in der Einbeziehung der assignatenmässig
    427 gedeckten Darlehenskassenscheins als Deckungsgrundlage, einen
    428 sinnfälligen, wirtschaftlichen Betrug zu begehen. !!Aus unserer
    429 Betrachtung erkennen wir, dass, so lange wir an die G[übertippt ol]dwährung
    430 angeschlossen waren, eine Inflation als ausgeschlossen anzuse-
    431 hen war.!! Wir können das Maass der Noten in der Goldwährung in
    432 der Zahl gewiss nicht fixieren, aber wir können ohne weiteres
    433 das Maximum angeben, bis zu dessen Höhe, obgleich sie das die
    434 Deckung beträchtlich überschreiten würde, eine Notenausgabe ge-
    435 fahrlos und von geldtheoretischer Seite nicht zu beanstanden
    436 wäre. Der Fall des Maximums an Noten läge da, wo alle Leistungen
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    446 zu Forderungen, diese alle zu Wechseln und endlich zu Banknoten
    447 führen würden. Wir wissen aber auch, dass Kompensationen, Natural-
    448 empfang, Wechselzahlung, Barzahlung, Gutschrift auf Girokonto, das
    449 alles technische Modifikationen sind, die eine einzige Grösse
    450 darunter wie die Banknoten, ihrerseits in der Höhe beinflussen
    451 müssen. Jedenfalls erkennen wir die Bedeutungslosigkeit jeglicher
    452 Deckungsvorschrift in diesem Zusammenhang.
    453      Es ist charackteristisch, dass wir mit dem Metallismus
    454 zu scheinbar gleichen Ergebnissen gelangen. Wir haben dabei
    455 bisher allerdings bewusst von den Krisen abstrahiert, in der Annahme,
    456 dass in einem Goldwährungsverband als Ganzem, eben weil ihm die
    457 sträksten Wirtschaftsmächte angehören, Krisen sich nicht durch-
    458 setzen können. Das einzelne Land, von ihr befallen, muss automa-
    459 tisch aus dieser Gruppe ausscheiden, ohna dass an der Bedeutung
    460 und dem Ivvnvvhalt der Goldwährung in diesem Sinne etwas geändert
    461 wurde. So lange nun eine Macht besteht, die, ein ruhender Pol mit
    462 allgemein gültigen Werten operiert, so lange ist die metallistisch
    463 geforderte Funktion des Goldes, Maasstab für Wertgrösse im Einzel-
    464 nen zu sein nach unserer Darlegung nicht vonnöten. Nur wenn wir
    465 annehmen, dass ein Land in sich ohne Anlehnung an die Weltwirt-
    466 schaft, die als ganzes praktisch immer krisenfrei sein muss, aus
    467 einer alle Werte umlagernden Krise gesunden will, dann wird eine
    468 Materie, sagen wir das Gold als Maass vonnöten, dann allerdings
    469 müssen wir von neuem aufbauen auf Arbeitswerten, wie sie sich
    470 in der Beschaffung ergeben. Ob in einer modernen Wirtschafts-
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    480 verfassung eine solche Grundlegung der Werte sich reibungslos
    481 vollziehen kann ist eine Fvvrvvge für sich. Praktischer erscheint
    482 uns auch in diesem Falle die Anlehnung an [übertippt i]internationale Währun-
    483 gen als das nächstliegende. Bliebe noch übrig, dass wirklich eine
    484 Weltkrise in den Bereich der Möglichkeit zu ziehen wäre; dann
    485 allerdings könnten wir einer objektiv messbaren Grösse als Maass
    486 für alle anderen Dinge um uns nicht mehr eintraten. Wenn wir wo
    487 die Krise fast bis zur wirtschaftlichen Revolution unseres Plane-
    488 ten ausdehnen, dann triumphiert der Stoff allein, dann ist das
    489 Gold als Metall in Herrschaft so lange bis die Entwicklung wie-
    490 der historische gültige Werte schafft.
    491      Späterhin wird dieser Gedanke nochmals gestreift werden
    492 und nun zurück zur Betrachtung der Goldwährung in unserem be-
    493 schriebenen Gedankengang: Sie wirkt hier zwar vollkommen als der
    494 Stabilisator der Wirtschaft, aber das nicht aus der Preisfixierung
    495 durch Vergleich mit dem Golde, das sich in allen Geistern gleicher
    496 Wertschätzung erfreut, im Ivvnvvlande sowohl als auch im Auslande; auch
    497 nicht deshalb erhält es die Wirtschaft im stabilen, gesunden Zu-
    498 stande, weil es in der Deckung überschüssiger Notenausgabe, Preis-
    499 steigerung und Inflation entgegensteuert, sondern deshalb, weil `es
    500 zum straffen Svvtvvabilisator aller Goldwährungsländer, weil es in
    501 der Gemeinsamkeit der Bindung, in der Kvvovvnkurrenz der Stärksten
    502 jeweils die Spitzenleistungen mit den relativ geringsten Erzeu-
    503 gungskosten als Mvvavvass und Richtpunkt hinstellt, nach dem alle an-
    504 deren, wollen sie exportfähig bleiben, hinstreben müssen. Die ganze
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    514 Struktur der modernen Wirtschaft drängt zum Export sowohl als
    515 auch zum Import. Ob wir nun das eine oder andere in den Vorder-
    516 grund schieben, ist gleichgültig; immer aber müssen wir den unbe=
    517 dingt notwendigen Import mit Export decken. Beides sind Grössen
    518 aus Menge mal Preis. Preis gibt es auf dem Weltmarkt nur einen
    519 einzigen, den alles untertanen Weltmarktpreis. Was wir importieren
    520 können, ist uns also umgekehrt durch den Export vorgeschrieben,
    521 die beide in dem Produkt aus Menge mal Preis gleiche Grössen
    522 bilden müssen. So lange wir diesen Gleichgewichtszustand in der
    523 natürlichen wirtschaftlichen Kvvrvvaft finden, spielt die Goldwährung
    524 obwohl sie gerade dann ihre segensreichen Wirkungen am meisten
    525 uns spüren lässt, doch keinerlei Rolle, was das Gold als Metall
    526 und Vergleichsmaass anlangt. Wirksam ist nur der Gedanke und
    527 die Notwendigkeit der Einhaltung der in der Goldwährung gebunde-
    528 nen und vergleichbaren universellen Weltmarktpreise und die
    529 starre Bindung der Einkommen des einzelnen wie der der ganzen
    530 Länder an diese. Wo das Gold anfängt als Metall eine wichtigere
    531 Rolle zu spielen, wo es zur Begleichung von Saldis auf Grund
    532 mangelnden Exports ( das Land hat zu wenig gearbeitet oder zu
    533 teuer) auf die Dauer ins Ausland strömt, da wo das Geld allzu
    534 stark sichtbar wird, da ist es nötig, dass der Staat einen War-
    535 nungsruf an die Wirtschaft ertönen lässt und mit seinen gegebe-
    536 nen Mitteln solcher Weiterentwicklung hemmend entgegenwirkt.
    537 Häufig auch, wie bei der letzten Krise 1907 lag der Grund zu
    538 Goldexport, zu dem wir gezwungen wurden, nicht in uns, obwohl
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    548 damals gleichzeitig eine neue Aufschwungsperiode Deutschlands
    549 viel Kapital investierte und zur fraglichen Zeit noch wenig ex-
    550 portreife Produkte von jenen Neuunternehmungen auf dem Markte
    551 waren, die dann allerdings in nachfolgender Periode den Verlust
    552 zurückerwarben. Hier kam vielmehr der allgemeine Run von Amerika,
    553 und darum konnte keone [sic] Diskontpolitik als das vorzüglicheste Mit-
    554 tel zur Eindämmung überspannten Unternehmungsgeistes den Krisen-
    555 herd treffen. In Ansehen unserer Darlegung müssen wir auch die
    556 Handhabung der Diskontpolitik, wenn sie die gefährdete Golddek-
    557 kung im Auge hat, ablehnen kritisieren und können die Berechtigung
    558  der Anwendung nur dann erkennen, wenn wirklich der Warenausgleich
    559 von Land zu Land des Goldes zur Deckung bedarf. Mit der Diskonter-
    560 höhung wir [sic] nicht nur ein Anreiz zum Sparen gegeben, in dem Bank-
    561 guthaben und Wertpapiere, diese auf dem Umwege über niederere No-
    562 tierung, ihre Zinsvergütungen erhöhen, auch Wechseldiskontierungen
    563 werden teurer und damit warden [sic] Gold und ausländische Waren
    564 schwerer erreichbar. Dvvevvr Notenumlauf kann uns in diesem Zusammen-
    565 hang nicht interessieren, auch nicht der Goldumlauf im inneren
    566 Verkehr, obwohl dieser geeignet ist, Diskontpolitik voreilig in
    567 Anwendung bringen zu lassen, denn einmal vermindert er als fehlen-
    568 des Deckungsmetall die mögliche Notenausgabe, zum anderen belibt [sic]
    569 er der Kontrolle des Gesetzgebers entz[übertippt o]gen und kann von ihm unbe-
    570 rück[übertippt s]ichtigt ins Ausland abströmen. Also auch hier ist das allzu
    571 Sichtbarwerden des Goldes, so p[hands. durchgestrichen --r--]aradox es klingen man [sic], eine [übertippt G]efahr
    572 für die Goldwährung. Dvvavvs hat Heyn erkannt, wenn er die von ihm
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    582 vorgeschlagene Goldkernwährung forderte.
    583      Den Gvvüvvteraustausch im Innern reibungslos zu gestalten -
    584 in dem Preise und Einkommen gebunden sind - den Güteraustausch
    585 nach aussen automatisch und selbstsicher sich vollziehen zu las-
    586 sen, darin liegt die Bedeutung der Goldwährung. Was den inneren
    587 Verkehr anlangt, so hat die Goldwährung damit, dass sie uns die
    588 oberste mögliche Preisgrenze setzt, ihre Aufgabe erfüllt. Zur
    589 Preisfixierung, sodass wir unsere Produkte am Gelde schätzten,
    590 ist kein Raum mehr. Wir können jetzt ja die Einkommen, denn das
    591 sind die Einzelproduktionsgrössen der uns vorgeschriebenen Preise
    592 und sind mit diesen streng gebunden. Ob wir ein Gut produzieren
    593 können, beruht nicht auf der Ueberlegung, ob das fertige Produkt
    594 auf Grund unserer Wertschätzung am Golde einen Preis erhält, den
    595 uns das Ausland noch zubilligen wird, sondern wir addieren unsere
    596 Produktionskosten, die täglich neu gegeben sind und in vollendete
    597 Produktionen immer wieder zurückreichen, und kommen so zu einem
    598 Preise, der uns Aufschluss über Exportmöglichkeit gibt und der
    599  dann nötigerweise unabhängig von der Goldwertung durch Verbes-
    600 serungen und Einsparungen möglicherweise noch reduziert werden
    601 muss. Ausschlaggebend für den Preis eines Produktes sind nur die
    602 Herstellungskosten, die auch das Maass des Wertes bilden. In der
    603 Goldwährung muss auch ohne weiteres das Problem der Uebereinstim-
    604 mung von den Gesamtpreisen aller Produkte mit dem Nominaleinkommen
    605 der Nation gelöst sein und das verlangt auch im einzelnen Ueber-
    606 einstimmung des Arbeitsw e r [übertippt t] e s der Einkommem mit dem
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    616 Arbeits w e r t der dafür erlangten Güter; nicht aber muss im
    617 einzelnen die Parallelität sein in Bezug auf die absolute Ar-
    618 beits m e n g e. Wiederu[übertippt m] müssen wir sagen, dass das Gold nur eine
    619 Beziehung der Werteinheit ist, die im tiefsten Sinne ein bestimm-
    620 tes Arbeitsquantum bedeutet und bei der Goldwährung, wenn sie
    621 bei uns nicht ursprünglich ist, haben wir nun eine zweifache Wahl,
    622 den historischen Ursprung der Basierung auf das wertvolle Gut
    623 durch Gewinnung der Relationen zu suchen. Wir können einaml im
    624 rekurrenten Anschluss rückwärts zu Silber und noch weiter gehen
    625 und können die heutigen Preise begrifflich hier im Ursprunge
    626 finden wollen; wir können auch auf das Land überwechseln, an des-
    627 sen Währung wir uns anschlossen, weil wir sagen, von ihm ist uns
    628 das Preisniveau vorgeschrieben, und darum müssen wir dort die ers-
    629 ten Wertschätzungen und Beziehungen zum Stoffe finden. Was wir
    630 ursprünglich von einem Lande zu sagen wussten, dass Arbeitswert-
    631 mengen die Preise aufbauen und dass wir das absolute Grössenmaass
    632 dieser Arbeitswerteinheit in allen Dingen der Aussenwelt, dabei
    633 auch im Golde finden, das können wir nun ohne weiteres auf den
    634 ganzen Verband der Goldwährungsländer anwenden. Auf dieser erwei-
    635 terten Grundlage wird die Arbeitsteilung um ein übriges gestei-
    636 gert, insofern nun auch die Nationen untereinander nach dem ökono-
    637 mischen Prinzip des grössten Erfolges bei kleinstem Aufwand de[übertippt n]
    638 zum Zug kommen lassen, der aus natür[übertippt l]ichen, produktionstechnischen
    639 oder standortgegebenen Bedingungen zur billigsten Produktion in
    640 der Lage ist. Dass ein Pfund Sterling, eine Mark, ein Franken
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    650 gleich X, Y , und Z gramm Gold seinen, darf uns nicht dazu verlei-
    651 ten zu glauben, dass im Auslande unsere Preise am Golde abgewogen
    652 würden. Die Bedeutung beruht vielmehr auf der Vergleichbarkeit der
    653 Preise auf Grund des Münzfusses ohne Zuhilfenahme und ohne Kennt-
    654 nis des Wechselkurses. Als Ergebnis des Vergleichs von Inlands-
    655 und Auslandspreis erscheint uns als Resultat nur die Kenntnis
    656 des billigeren Produzenten; mit dem Golde aber haben wir zum Pro-
    657 dukte selbst keine Beziehung. Der Goldwährung haben wir so eminen-
    658 te Bedeutung und so grossen praktischen Wert beigemessen, dass
    659 diese Eigenschaft, die wir leugnen, demgegenüber nicht ins Gewicht
    660 fällt. Wvvavvs sie weiterhin an Vorteil gegenüber den Ländern mit
    661 freier Währung bedeutet, bei denen wir ja auch durch die Valuta
    662 stets denselben Vergleichsweg einschlagen können, das lag in der
    663 Stabilität der Vvvavvluta jedes Goldwährungslandes, das nun auf weite
    664 Sicht rechnen liess. Das alles aber sind Vorteile wohl der Gold-
    665 währung als der Währung der stärksten Länder, nicht aber des Gol-
    666 des als Metall, als Währungsbasis. Die wirkliche Währungsbasis
    667 ist immer die menschliche produktive Arbeit; nur die Einheit, die
    668 wir zu Grunde legen, ist jeweils verschieden und das[handsch. ergänzt (]ist der Grund,
    669 waru[übertippt m] als tertium comparationis ein etwas in der Uvvmvvrechnung von
    670 Land zu Land dazwischen treten muss. Das findet in den Preisen
    671 seinen sichtbaren Ausdruck. Wenn jedes gleiche Produkt den zwanzigsten Teil
    672 kostet wie bei uns, so gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass
    673 bei Goldwährung die der Mark zu Grunde liegende Goldmenge ein
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    683 Zwanzigstel des Pfund Sterlin sein muss. Dass durch währungs-
    684 politische Massnahmen diese Sätze absolut fest begründet sind,
    685 ist nichts, was in der Natur des Goldes begründet wäre, und ist
    686 auch die Dauer auch nur durchführbar, wenn die Gesamtsumme aller
    687 Preise oder sagen wir der Preisindex, gemessen von Land zu Land,
    688 im selben Verhältnis bleibt. Wenn dieses auf dem allgemeinen
    689 Preisniveau fussende, erst die Goldrelationen begründende Verhält-
    690 nis ununterbrochen weiter besteht, dann wird Export und Import
    691 und somit der Zahlungsausgleich von Land zu Land nicht aus dem
    692 Gleichgewicht gebracht werden, und das intervalutare Pari wird
    693 das Münzpari kaum verlassen können. Weil periodische Einzel-
    694 schwankungen, so nebensächlich und geringfügig sie auch sein mö-
    695 gen, auch bei den stärksten Lvvävvndern nicht zu vermeiden sind, und
    696 das bei freien Währungen Uvvnvvklarheit und Unsicherheit in die
    697 Berechnungen der Kvvavvufleute bringen müsste, darum ist die Gold-
    698 währung mit dem mechanischen Zahlungsausgleich noch besonders
    699 geeignet, den Vorrang vor anderen Währungen zugesprochen zu er-
    700 halten.
    701      Gold als ein in der Natur lagerndes Gut ist nun auch
    702 allen Wechselfällen und Zvvuvvfällen der Produktion ausgesetzt, sit
    703 also in der Komparativen Statik gesehen nicht unbedingt wertkon-
    704 stant. Das veranlasst uns, der Vollständigkeit halber zu prüfen,
    705 wie im einzelnen z.B. bedeutende Goldfunde, neue technische Wege
    706 der Gewinnung, wie etwas gar Herstellung auf synthetischem Wege
    707 oder wie umgekehrt plötzliches Aufhöhren von Goldfunden auf die
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