|
|
546 |
- 105 -
|
|
|
547 |
|
|
|
548 |
damals gleichzeitig eine neue Aufschwungsperiode Deutschlands
|
|
|
549 |
viel Kapital investierte und zur fraglichen Zeit noch wenig ex-
|
|
|
550 |
portreife Produkte von jenen Neuunternehmungen auf dem Markte
|
|
|
551 |
waren, die dann allerdings in nachfolgender Periode den Verlust
|
|
|
552 |
zurĂŒckerwarben. Hier kam vielmehr der allgemeine Run von Amerika,
|
|
|
553 |
und darum konnte keone [sic] Diskontpolitik als das vorzĂŒglicheste Mit-
|
|
|
554 |
tel zur EindĂ€mmung ĂŒberspannten Unternehmungsgeistes den Krisen-
|
|
|
555 |
herd treffen. In Ansehen unserer Darlegung mĂŒssen wir auch die
|
|
|
556 |
Handhabung der Diskontpolitik, wenn sie die gefÀhrdete Golddek-
|
|
|
557 |
kung im Auge hat, ablehnen kritisieren und können die Berechtigung
|
|
|
558 |
der Anwendung nur dann erkennen, wenn wirklich der Warenausgleich
|
|
|
559 |
von Land zu Land des Goldes zur Deckung bedarf. Mit der Diskonter-
|
|
|
560 |
höhung wir [sic] nicht nur ein Anreiz zum Sparen gegeben, in dem Bank-
|
|
|
561 |
guthaben und Wertpapiere, diese auf dem Umwege ĂŒber niederere No-
|
|
|
562 |
tierung, ihre ZinsvergĂŒtungen erhöhen, auch Wechseldiskontierungen
|
|
|
563 |
werden teurer und damit warden [sic] Gold und auslÀndische Waren
|
|
|
564 |
schwerer erreichbar. Dvvevvr Notenumlauf kann uns in diesem Zusammen-
|
|
|
565 |
hang nicht interessieren, auch nicht der Goldumlauf im inneren
|
|
|
566 |
Verkehr, obwohl dieser geeignet ist, Diskontpolitik voreilig in
|
|
|
567 |
Anwendung bringen zu lassen, denn einmal vermindert er als fehlen-
|
|
|
568 |
des Deckungsmetall die mögliche Notenausgabe, zum anderen belibt [sic]
|
|
|
569 |
er der Kontrolle des Gesetzgebers entz[ĂŒbertippt o]gen und kann von ihm unbe-
|
|
|
570 |
rĂŒck[ĂŒbertippt s]ichtigt ins Ausland abströmen. Also auch hier ist das allzu
|
|
|
571 |
Sichtbarwerden des Goldes, so p[hands. durchgestrichen --r--]aradox es klingen man [sic], eine [ĂŒbertippt G]efahr
|
|
|
572 |
fĂŒr die GoldwĂ€hrung. Dvvavvs hat Heyn erkannt, wenn er die von ihm
|
|
|
580 |
- 106 -
|
|
|
581 |
|
|
|
582 |
vorgeschlagene GoldkernwÀhrung forderte.
|
|
|
583 |
Den GvvĂŒvvteraustausch im Innern reibungslos zu gestalten -
|
|
|
584 |
in dem Preise und Einkommen gebunden sind - den GĂŒteraustausch
|
|
|
585 |
nach aussen automatisch und selbstsicher sich vollziehen zu las-
|
|
|
586 |
sen, darin liegt die Bedeutung der GoldwÀhrung. Was den inneren
|
|
|
587 |
Verkehr anlangt, so hat die GoldwÀhrung damit, dass sie uns die
|
|
|
588 |
oberste mögliche Preisgrenze setzt, ihre Aufgabe erfĂŒllt. Zur
|
|
|
589 |
Preisfixierung, sodass wir unsere Produkte am Gelde schÀtzten,
|
|
|
590 |
ist kein Raum mehr. Wir können jetzt ja die Einkommen, denn das
|
|
|
591 |
sind die Einzelproduktionsgrössen der uns vorgeschriebenen Preise
|
|
|
592 |
und sind mit diesen streng gebunden. Ob wir ein Gut produzieren
|
|
|
593 |
können, beruht nicht auf der Ueberlegung, ob das fertige Produkt
|
|
|
594 |
auf Grund unserer WertschÀtzung am Golde einen Preis erhÀlt, den
|
|
|
595 |
uns das Ausland noch zubilligen wird, sondern wir addieren unsere
|
|
|
596 |
Produktionskosten, die tÀglich neu gegeben sind und in vollendete
|
|
|
597 |
Produktionen immer wieder zurĂŒckreichen, und kommen so zu einem
|
|
|
598 |
Preise, der uns Aufschluss ĂŒber Exportmöglichkeit gibt und der
|
|
|
599 |
dann nötigerweise unabhÀngig von der Goldwertung durch Verbes-
|
|
|
600 |
serungen und Einsparungen möglicherweise noch reduziert werden
|
|
|
601 |
muss. Ausschlaggebend fĂŒr den Preis eines Produktes sind nur die
|
|
|
602 |
Herstellungskosten, die auch das Maass des Wertes bilden. In der
|
|
|
603 |
GoldwÀhrung muss auch ohne weiteres das Problem der Uebereinstim-
|
|
|
604 |
mung von den Gesamtpreisen aller Produkte mit dem Nominaleinkommen
|
|
|
605 |
der Nation gelöst sein und das verlangt auch im einzelnen Ueber-
|
|
|
606 |
einstimmung des Arbeitsw e r [ĂŒbertippt t] e s der Einkommem mit dem
|