Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / IV




← Vorherige Änderung
Nächste Änderung →




  1 ===89==  
1 2 #||
2 3 ||
3 4
31 32 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s89.png
32 33 ||
33 34 ||#
  35 ===90==  
34 36 #||
35 37 ||
36 38
64 66 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s90.png
65 67 ||
66 68 ||#
  69 ===91==  
67 70 #||
68 71 ||
69 72
98 101 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s91.png
99 102 ||
100 103 ||#
  104 ===92==  
101 105 #||
102 106 ||
103 107
132 136 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s92.png
133 137 ||
134 138 ||#
  139 ===93==  
135 140 #||
136 141 ||
137 142
166 171 | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s93.png
167 172 ||
168 173 ||#
169   #||  
170   ||  
171 174
172        - 94 -
173  
174   Innenverkehr zusammenhän[übertippt g]enden Berührungspunkte aufzeigen. Die
175   letzte Entscheidung spricht immer die Zahlungsbilanz, aber der
176   wesentlichste Faktor der Zahlungsbilanz ist wiederum die Handels-
177   bilanz, und sie eben ist bedingt durch die Preishöhe.
178        Wir fassen noch einmal zusammen: Die Aufgabe der Valuta
179   besteht darin, dort, wo der überstaatliche Tausch nicht mehr sich
180   zwischen gleichen verkörperten Arbeitswelten abspielt, den als
181   tertium comparationis der Werteinheit geschalteten intervaluta-
182   ren Kurs so umzuändern, dass der Tausch zwischen objektiv glei-
183   chen [g übertippt mit G]rössen wieder verwirklicht ist. Weiter sollte unsere Betrach-
184    tung vorläufig nicht führen. Es sollte nur kurz dargetan sein,
185   dass auch der internationale Verkehr über die Grenzen der ver-
186   schiedensten Währungsländer hinaus keine Brechung der von uns er-
187   klärten Sätze bedeutet und der Begriff der Werteinheit keine
188   Biegung dadurch erfährt. Was im einzelnen über die [übertippt V]aluten noch
189   zu sagen sein wird, das sei jetzt bei der Betrachtung der Währungs-
190   formen ergänzt.
191  
192        Die W ä h r u n g s f o r m e n .
193  
194   __Goldwährung:__ Es könnte scheinen, als ob wir in der Kritik des
195   Metallismus damit auch gleichzeitig die Goldwährung schlechthin
196   negieren wollten. Das aber ist nicht der Fall; - wir anerkennen
197   vielmehr die ungeheuer praktische Bedeutung, die der Goldwährung
198   innewohnte und erkennen ihre Segnung im vollen Maasse an.
199  
200   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s94.png
201   ||
202   ||#
203   #||
204   ||
205  
206        - 95 -
207  
208   Nur, und das trennt uns trotz scheinbaren Gleichlauts vom
209   Metallismus, suchen wir aus ihr nicht die Stützen metallisti-
210   scher Lehre zu gewinnen. Was jenen das A und O bedeutet, ist in
211   unserer Avvnvvschauungsweise erstvsekundärer Natur; uns interessiert
212   in diesem Zusammenhange weder die Notendeckung noch innerer Gold-
213   umlauf, wir fragen nichts nach der Basierung der Werteinheit Mark
214   au`f das Gold, soweit sie zur Erklärung des Eigenwertes dienlich
215   sein soll. Wir betrachten einmal die Goldwährung als die von den
216   wirtschaftlich führenden Ländern angewandte Währung, werden dabei
217   vielen gemeinsam bindenden Gesichtspunkten auf die Spur kommen
218   und auf diesem Wege von aussen nach innen endlich auch die wirt-
219   schaftliche Bedeutung der Gvvovvldwährung im Innenverkehr würdigen.
220        Das den Weltmarkt beherrschende und mit Industrieproduk-
221   ten versorgende Land war England. Hier müssen wir unseren Betrach-
222   tung aufnehmen . In England herrschte die Goldwährung vor, d.h. es
223   wurde proklamiert, dass ein Pfund Sterling einer Gewichtsmenge
224   Feingoldes gleich zu werten und jederzeit in Gold umzutauschen
225   sei. Die Geldpreise waren in diesem System ohne weiteres Goldprei-
226   se, denn einmall hatte das Pfund Sterling eine natürliche Beziehung
227   zum Golde, wie sie die zu allen anderen Gütern auch hatte, und dann
228   aus geldpolitischen Gründen noch eine besondere auf die Dauer
229   mit jener notwendig übereinstimmende Bindung zu diesem Edelmetall,
230    nämlich den Münzfuss. England war wirtschaftlich so gut fundiert,
231   dass es trotz dreimaliger Suspendierung der Peelsacte, der Ein-
232   stellung der Goldeinlösepflicht, doch keine nennenswerten
233  
234   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s95.png
235   ||
236   ||#
237   #||
238   ||
239  
240        - 96 -
241  
242   Preisrevolutionen zu erleiden hatte, uns [sic] es konnte immer wieder,
243   denn es war nach wie vor das stärkste Land, und es war die Zeit
244   des ausschliessliche geltenden Metallismus, die Bindungen des
245   Pfund Sterling zum Golde neu begründen. Wenn wir, wenn andere ihre
246   Stimme auf dem Weltmarkte laut werden lassen wollten, so war es
247   tunlich, dem allein herrschenden Pfund Sterling ein gleichwerti-
248   ges und jederzeit vergleichbares entgegen zu setzen. Was ein Pfund
249   Sterling bedeutete, das wusste man ohne weiteres; alles konzen-
250   tr[hand durchgestrichen --e--]ierte sich ja darauf hin. Diese Selbstherrlichkeit zeigt sich
251   heute noch in der englischen Kursnotierung, die als einzige das
252   Pfund Sterling in den Mittelpunkt stellt. Wenn wir unsere Produk-
253   te zum Weltmarkte bringen, so müssen wir unsere Währung zum Pfund
254   Sterling in Vergleich setzen, und, um den Verkehr zu erleich-
255   tern, ein mögli[h übertippt mit c]hst stabiles Verhältnis zu erreichen suchen. Hat
256   nun beispielsweise Deutschalnd [sic] Silber-, England die Goldwährung,
257   so ist diese Verhältniszahl zischen beiden Währungen den
258   verschiedensten Schwankungen ausgesetzt. Einmal ist es die[handsch (]nominel-
259   le Preishöhe schlechthin, die wirksam wird, dann aber vor allem die
260   Wechselwirkungen von dem Münzfuss des Silbers in Deutschland
261   und dem freien Metallpreis des Silbers auf dem englischen Mark-
262   te in englischer Währung ausgedrückt. Aus Produktionsbewegungen
263   der Metalle, wobei das Gold als das immer Starre belassen wird,
264   muss sich jeder golche [sic] Aenderung als ein Schwanken des Silber-
265   wertes bemerkbar machen und die valutarischen Verhältnisse be-
266   einflussen. So wird der Staat, der die Kraft fühlt, Englands
267  
268   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s96.png
269   ||
270   ||#
271   #||
272   ||
273  
274        - 97 -
275  
276   Konkurrent auf dem Wletmarkte zu werden, aus praktischen Gründen
277   notwendig zur Goldwährung getrieben. Dass bei solcher Währungsän-
278   derung nichts Grundlegendes geschieht, sondern lediglich ein Rechen-
279   exempel zur Ausführung gelangt, das kann uns jeder Wirklich-
280   keit entnommene Fall deutlich machen. Ivvnvv Ansehen der schon geschil-
281   derten Punkte galt das Pfund Sterling in deutschem Silbergeld
282   6,81 Taler. Ein Taler sei drei Mark, ergibt durch Multiplikation
283   3 mal 6,81 ist gleich 20,43 ℳ für ein Pfund Sterling. Damit ist
284   uns nun noch der Goldgehalt der Mark genauest vorgeschrieben und
285   wir haben den Anschluss an den Weltmarkt erreicht. Die Goldwährung
286   ist das gemeinsame Band, das die Weltmarktkonkurrenten aneinander-
287   schweisst [, übertippt mit .] Nicht, dass ein Pfund Sterling, eine Mark und ein Schwei-
288   zer Franken gleiche y und z gramm [sic] Gold wären [handsch ,] und jede Wirtschaft
289   an dieser jeweiligen Gewichtsmenge ihre Werte messe; nein, dass wir
290   jetzt unter den konkurrierenden Nationen in jedem Augenblick im
291   Münzfuss ei[übertippt n] Vergleichsmaass haben, das den Leistungsfähigsten zum
292   Zuge kommen lässt, und zudem noch die Preishöhe auf die wirklich
293   notwendigen Herstellungskosten herabzudrücken geeignet ist, -
294   das ist der erste wesentliche Inhalt, den wir in die Goldwährung
295   legen wollen. Die Goldwährung gab uns Auskunft über die Qualität
296   eines Landes, denn Goldwährungsland sein, heisst, die Kraft aufzu-
297   bringen, ihr Tempo mitzuleben. Der billigste Preis trägt auf dem
298   weltmarkt den Sieg davon. Wer, - sei es aus natürlichen oder ge-
299   sellschaftlichen bedingten Gründen, nicht fähig ist, mit den anderen
300   Schritt zu halten, der kann auf die Dauer nicht Goldwährung be-
301  
302   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s97.png
303   ||
304   ||#
305   #||
306   ||
307  
308        - 98 -
309  
310   sitzen. Die Bedingungen werden nicht in [übertippt j]edem Lande die gleichen
311   sein. Das aber gilt nach aussen gleich. Zur Nivellierung müssen
312   möglicherweise dann im Innern Opfer gebracht werden, sei es an
313   verminderter Lebenshaltung, sei es an erhöhter Arbeitsleistung.
314   Die Goldwährung schraubte also die Preise auf dem Weltmarkt
315   mit zwingender Notwendigkeit bei strafe des Währungsverfalls
316   eng aneinander. Bvvevvi Rohproduktion tritt das am stärksten zu Tage,
317   aber auch die Fertigfabrikate waren in allerdings locke-
318   ren Banden eingehängt. Die Fvvrvvage, wieviel Geld ein Land zur Siche-
319   rung siner Währung an Edelmetall vorrätig halten müsse, ist in
320   diesem Zusammenhang weder eine solche, die von der Golddeckung
321   der Noten abhängig wäre und mit der umlaufenden Notenmenge in
322   Verbindung gebracht werden müsse, sie ist überhaupt keine Erör-
323   terung, welche die Theorie angeht, sondern ausschliesslich eine
324   Machtfrage. Wir können sagen, dass, je enger ein Land mit der Gold-
325   währung verflochten ist, je grössere Rolle es in diesem Verbande
326   spielt, desto weniger Gold hat es begrifflich nötig, und mag es auch
327   im Innenverkehr den grössten Notenumlauf haben, mag dem Gesetz
328   nach die volle Deckung vorgeschrieben sein. Ja, wenn wir rein theo-
329   retisch sprechen wollen, so müssen die Goldwährungsländer ohne
330   jeglichen Goldschatz ihr [sic] Währung behaupten können. Wo die Zahlungs-
331   bilanz dauernd eine passive ist, das ist dort, wo Import nicht
332   durch Export oder sonstige Aktivposten gedeckt ist, da muss jede
333   Goldwährung in absehbarer Zvvevvit aufhören; vorübergehende Saldie
334   aber könnten buchhaltungsmässig gestundet werden, da sie bei Auf-
335  
336   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s98.png
337   ||
338   ||#
339   #||
340   ||
341  
342        - 99 -
343  
344   rechterhaltung der Goldwährung notwendigerweise wieder abgetragen
345   werden müssen. Die Goldwährung ist nur das Äusserste Ventil,
346   das der Währungspolitik zum halten des intervalutaren Paris
347   zur Verfügung steht. Praktisch waren es die Gold[übertippt p]unkte, -die Ver-
348   sendungskosten von Land zu Land, die das [übertippt i]ntervalutare Pari mit
349   dem Münzpari eng verbanden.
350        Die alten Fäden wieder aufnehmend, können wir sagen, dass
351   als Folge der absoluten Vergleichbarkeit die Goldwährung unser
352   ganzes Preisniveau auf dem Uvvmvvwege üder [sic] den Weltmarkt von aussen
353   herein beeinflusst habe, so dass jede Stimme wohl gehört wird, aber
354   doch immer alle gegen einen stehen und dessen Wirtschaft beein-
355   flussen. Was aber ist mit diesem Ereignis weiter gewonnen? Zunächst
356   einmal: eine allgemeine Preisänderung kann nur statthaben in Ge-
357   meinsamkeit mit dem ganzen Weltmarkt. Wir können unsere Produktions
358   kosten in der Gesamthöhe, soweit sie den Preis bestimmen, nicht än-
359   dern, ohne dass dies allgemeine Regel wäre, und dazu liegen noch
360   hemmend die Bindungen an das Gold vor, dessen Gebrauchswert sich
361   bei Innehaltung des alten Münzfusses gegenüber dem erhöhten Preis-
362   niveau auflehnen würde. Schwanken können also nur die einzelnen
363   Produktionsgrössen, das sind die Einkommen untereinander. Von ihnen
364   können wir wohl sagen, dass in längeren Zeitabläufen genommen durch
365   die gegenseitige Konkurrenz und abwanderung, Stabilität sowohl im
366   allgemeinen, alsnauch in ihrem gegenseitigen Verhältnis obwaltet.
367   Das Real- und das Nominaleinkommen in der Nation sind nur verschie-
368   dene Namen zur Versinnbildlichung eines Vorrates an Gütern, ersteres
369  
370   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s99.png
371   ||
372   ||#
373   #||
374   ||
375  
376        - 100 -
377  
378   ist die periodisch erzeugte Gütermenge als Masse, letzteres ist
379   eine gesellschaftliche Kategorie, bedingt dur[übertippt c]h arbeittsteilige
380   Produktion und Privatwirtschaft, - der Anspruch der einzelnen
381   insgesamt auf jenen Vorrat. Mit den Preisen sind die Einkommen
382   gebunden, denn Einkommen sind nichts anderes wie Preise, Preise
383   für geleistet Arbeit, die zusammengenommen in den Warenpreisen
384   das notwendige Gegenüber finden müssen. Das ist der Weg, auf dem
385   die Goldwährung über die Preisbildung und -bindung ihren Weg
386   bis zu den Einkommen findet. Das aber ist etwas durchaus verschie-
387   denes der Bedeutung, die Metallisten dem Gelde imputieren. Wir
388   aber gehen auf unserem Wege noch weiter. !!Es ist klar, dass das
389   Nominaleinkommen der Nation nur geändert werden kann und darf im
390   Einklang mit der Produktionsleistung.!! Nie kann es geändert werden
391   pro Anteil am Produkt, sondern immer nur pro Zahl. So können wir
392   die Fvvrvvage der Arbeitszeit, der Beamtengehälter, denn das sind aus
393   der Produktion geleistete Steuern; wir können das Maass, wie weit
394   soziale Einrichtungen in der Goldwährung möglich sind, begrifflich
395   beantworten. Wir müssen nur immer von aussen nach innen sehen, wir
396   müssen kalkulieren, gewissermaassen von oben nach unten, denn das
397   Oben ist uns durch die Goldwährung gegeben. In jenem fest begrenz-
398   ten Raume muss sich unser Wirtschaftsleben bewegen und einrich-
399   ten und die angeschnittenen Fragen sind aus diesen Gesichtspunk-
400   ten heraus zu prüfen und zu beantworten. Während wir auf den Preis
401   kaum einen Einfluss haben, bleibt uns doch als Regulator unserer
402   Einkommen die Höhe der Produktion vorbehalten. Mit beiden gegebenen
403  
404   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s100.png
405   ||
406   ||#
407   #||
408   ||
409  
410        - 101 -
411  
412   Grössen haben wir auch die Notenproduktion in die Klammer ein-
413   gezogen. Wir brauchen nur von der Banknote rückwärts zu schreiten
414   über Wechsel zur Forderung, um die Verknüpfung der Note mit der
415   Ware und, was die Höhe und Menge ihres Umlaufs anlangt, mit dem
416   durch den Weltmarkt und Goldwährung uns vorgeschriebenem Preis-
417   niveau gewahr zu werden. Das liegt durchaus im Rahmen der im
418   Kreislauf der Wirtschaft von uns vorgetragenen Auffassung. Mit
419   diesem Eegebnis haben wir eine Waffe gegen die Einlösepflicht
420   und die Deckungsfrage der Noten in der Hand. Lehrt uns der Me-
421   tallismus nicht, dass das Gold als Wertmaass real vorhanden sein
422   müsse und dass die Banknote nur deshalb wie Gold kursiere, weil
423   sie in solches u[übertippt m]wandelbar ist? Wurde uns nicht besonders im
424   Kriege die Dritteldeckung als die Bremse gegen die Inflation
425   hingestellt, um allerdings praktisch in der Art und Weise, wie
426   sie gehandhabt wurde, in der Einbeziehung der assignatenmässig
427   gedeckten Darlehenskassenscheins als Deckungsgrundlage, einen
428   sinnfälligen, wirtschaftlichen Betrug zu begehen. !!Aus unserer
429   Betrachtung erkennen wir, dass, so lange wir an die G[übertippt ol]dwährung
430   angeschlossen waren, eine Inflation als ausgeschlossen anzuse-
431   hen war.!! Wir können das Maass der Noten in der Goldwährung in
432   der Zahl gewiss nicht fixieren, aber wir können ohne weiteres
433   das Maximum angeben, bis zu dessen Höhe, obgleich sie das die
434   Deckung beträchtlich überschreiten würde, eine Notenausgabe ge-
435   fahrlos und von geldtheoretischer Seite nicht zu beanstanden
436   wäre. Der Fall des Maximums an Noten läge da, wo alle Leistungen
437  
438   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s101.png
439   ||
440   ||#
441   #||
442   ||
443  
444        - 102 -
445  
446   zu Forderungen, diese alle zu Wechseln und endlich zu Banknoten
447   führen würden. Wir wissen aber auch, dass Kompensationen, Natural-
448   empfang, Wechselzahlung, Barzahlung, Gutschrift auf Girokonto, das
449   alles technische Modifikationen sind, die eine einzige Grösse
450   darunter wie die Banknoten, ihrerseits in der Höhe beinflussen
451   müssen. Jedenfalls erkennen wir die Bedeutungslosigkeit jeglicher
452   Deckungsvorschrift in diesem Zusammenhang.
453        Es ist charackteristisch, dass wir mit dem Metallismus
454   zu scheinbar gleichen Ergebnissen gelangen. Wir haben dabei
455   bisher allerdings bewusst von den Krisen abstrahiert, in der Annahme,
456   dass in einem Goldwährungsverband als Ganzem, eben weil ihm die
457   sträksten Wirtschaftsmächte angehören, Krisen sich nicht durch-
458   setzen können. Das einzelne Land, von ihr befallen, muss automa-
459   tisch aus dieser Gruppe ausscheiden, ohna dass an der Bedeutung
460   und dem Ivvnvvhalt der Goldwährung in diesem Sinne etwas geändert
461   wurde. So lange nun eine Macht besteht, die, ein ruhender Pol mit
462   allgemein gültigen Werten operiert, so lange ist die metallistisch
463   geforderte Funktion des Goldes, Maasstab für Wertgrösse im Einzel-
464   nen zu sein nach unserer Darlegung nicht vonnöten. Nur wenn wir
465   annehmen, dass ein Land in sich ohne Anlehnung an die Weltwirt-
466   schaft, die als ganzes praktisch immer krisenfrei sein muss, aus
467   einer alle Werte umlagernden Krise gesunden will, dann wird eine
468   Materie, sagen wir das Gold als Maass vonnöten, dann allerdings
469   müssen wir von neuem aufbauen auf Arbeitswerten, wie sie sich
470   in der Beschaffung ergeben. Ob in einer modernen Wirtschafts-
471  
472   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s102.png
473   ||
474   ||#
475   #||
476   ||
477  
478        - 103 -
479  
480   verfassung eine solche Grundlegung der Werte sich reibungslos
481   vollziehen kann ist eine Fvvrvvge für sich. Praktischer erscheint
482   uns auch in diesem Falle die Anlehnung an [übertippt i]internationale Währun-
483   gen als das nächstliegende. Bliebe noch übrig, dass wirklich eine
484   Weltkrise in den Bereich der Möglichkeit zu ziehen wäre; dann
485   allerdings könnten wir einer objektiv messbaren Grösse als Maass
486   für alle anderen Dinge um uns nicht mehr eintraten. Wenn wir wo
487   die Krise fast bis zur wirtschaftlichen Revolution unseres Plane-
488   ten ausdehnen, dann triumphiert der Stoff allein, dann ist das
489   Gold als Metall in Herrschaft so lange bis die Entwicklung wie-
490   der historische gültige Werte schafft.
491        Späterhin wird dieser Gedanke nochmals gestreift werden
492   und nun zurück zur Betrachtung der Goldwährung in unserem be-
493   schriebenen Gedankengang: Sie wirkt hier zwar vollkommen als der
494   Stabilisator der Wirtschaft, aber das nicht aus der Preisfixierung
495   durch Vergleich mit dem Golde, das sich in allen Geistern gleicher
496   Wertschätzung erfreut, im Ivvnvvlande sowohl als auch im Auslande; auch
497   nicht deshalb erhält es die Wirtschaft im stabilen, gesunden Zu-
498   stande, weil es in der Deckung überschüssiger Notenausgabe, Preis-
499   steigerung und Inflation entgegensteuert, sondern deshalb, weil `es
500   zum straffen Svvtvvabilisator aller Goldwährungsländer, weil es in
501   der Gemeinsamkeit der Bindung, in der Kvvovvnkurrenz der Stärksten
502   jeweils die Spitzenleistungen mit den relativ geringsten Erzeu-
503   gungskosten als Mvvavvass und Richtpunkt hinstellt, nach dem alle an-
504   deren, wollen sie exportfähig bleiben, hinstreben müssen. Die ganze
505  
506   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s103.png
507   ||
508   ||#
509   #||
510   ||
511  
512        - 104 -
513  
514   Struktur der modernen Wirtschaft drängt zum Export sowohl als
515   auch zum Import. Ob wir nun das eine oder andere in den Vorder-
516   grund schieben, ist gleichgültig; immer aber müssen wir den unbe=
517   dingt notwendigen Import mit Export decken. Beides sind Grössen
518   aus Menge mal Preis. Preis gibt es auf dem Weltmarkt nur einen
519   einzigen, den alles untertanen Weltmarktpreis. Was wir importieren
520   können, ist uns also umgekehrt durch den Export vorgeschrieben,
521   die beide in dem Produkt aus Menge mal Preis gleiche Grössen
522   bilden müssen. So lange wir diesen Gleichgewichtszustand in der
523   natürlichen wirtschaftlichen Kvvrvvaft finden, spielt die Goldwährung
524   obwohl sie gerade dann ihre segensreichen Wirkungen am meisten
525   uns spüren lässt, doch keinerlei Rolle, was das Gold als Metall
526   und Vergleichsmaass anlangt. Wirksam ist nur der Gedanke und
527   die Notwendigkeit der Einhaltung der in der Goldwährung gebunde-
528   nen und vergleichbaren universellen Weltmarktpreise und die
529   starre Bindung der Einkommen des einzelnen wie der der ganzen
530   Länder an diese. Wo das Gold anfängt als Metall eine wichtigere
531   Rolle zu spielen, wo es zur Begleichung von Saldis auf Grund
532   mangelnden Exports ( das Land hat zu wenig gearbeitet oder zu
533   teuer) auf die Dauer ins Ausland strömt, da wo das Geld allzu
534   stark sichtbar wird, da ist es nötig, dass der Staat einen War-
535   nungsruf an die Wirtschaft ertönen lässt und mit seinen gegebe-
536   nen Mitteln solcher Weiterentwicklung hemmend entgegenwirkt.
537   Häufig auch, wie bei der letzten Krise 1907 lag der Grund zu
538   Goldexport, zu dem wir gezwungen wurden, nicht in uns, obwohl
539  
540   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s104.png
541   ||
542   ||#
543   #||
544   ||
545  
546        - 105 -
547  
548   damals gleichzeitig eine neue Aufschwungsperiode Deutschlands
549   viel Kapital investierte und zur fraglichen Zeit noch wenig ex-
550   portreife Produkte von jenen Neuunternehmungen auf dem Markte
551   waren, die dann allerdings in nachfolgender Periode den Verlust
552   zurückerwarben. Hier kam vielmehr der allgemeine Run von Amerika,
553   und darum konnte keone [sic] Diskontpolitik als das vorzüglicheste Mit-
554   tel zur Eindämmung überspannten Unternehmungsgeistes den Krisen-
555   herd treffen. In Ansehen unserer Darlegung müssen wir auch die
556   Handhabung der Diskontpolitik, wenn sie die gefährdete Golddek-
557   kung im Auge hat, ablehnen kritisieren und können die Berechtigung
558    der Anwendung nur dann erkennen, wenn wirklich der Warenausgleich
559   von Land zu Land des Goldes zur Deckung bedarf. Mit der Diskonter-
560   höhung wir [sic] nicht nur ein Anreiz zum Sparen gegeben, in dem Bank-
561   guthaben und Wertpapiere, diese auf dem Umwege über niederere No-
562   tierung, ihre Zinsvergütungen erhöhen, auch Wechseldiskontierungen
563   werden teurer und damit warden [sic] Gold und ausländische Waren
564   schwerer erreichbar. Dvvevvr Notenumlauf kann uns in diesem Zusammen-
565   hang nicht interessieren, auch nicht der Goldumlauf im inneren
566   Verkehr, obwohl dieser geeignet ist, Diskontpolitik voreilig in
567   Anwendung bringen zu lassen, denn einmal vermindert er als fehlen-
568   des Deckungsmetall die mögliche Notenausgabe, zum anderen belibt [sic]
569   er der Kontrolle des Gesetzgebers entz[übertippt o]gen und kann von ihm unbe-
570   rück[übertippt s]ichtigt ins Ausland abströmen. Also auch hier ist das allzu
571   Sichtbarwerden des Goldes, so p[hands. durchgestrichen --r--]aradox es klingen man [sic], eine [übertippt G]efahr
572   für die Goldwährung. Dvvavvs hat Heyn erkannt, wenn er die von ihm
573  
574   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s105.png
575   ||
576   ||#
577   #||
578   ||
579  
580        - 106 -
581  
582   vorgeschlagene Goldkernwährung forderte.
583        Den Gvvüvvteraustausch im Innern reibungslos zu gestalten -
584   in dem Preise und Einkommen gebunden sind - den Güteraustausch
585   nach aussen automatisch und selbstsicher sich vollziehen zu las-
586   sen, darin liegt die Bedeutung der Goldwährung. Was den inneren
587   Verkehr anlangt, so hat die Goldwährung damit, dass sie uns die
588   oberste mögliche Preisgrenze setzt, ihre Aufgabe erfüllt. Zur
589   Preisfixierung, sodass wir unsere Produkte am Gelde schätzten,
590   ist kein Raum mehr. Wir können jetzt ja die Einkommen, denn das
591   sind die Einzelproduktionsgrössen der uns vorgeschriebenen Preise
592   und sind mit diesen streng gebunden. Ob wir ein Gut produzieren
593   können, beruht nicht auf der Ueberlegung, ob das fertige Produkt
594   auf Grund unserer Wertschätzung am Golde einen Preis erhält, den
595   uns das Ausland noch zubilligen wird, sondern wir addieren unsere
596   Produktionskosten, die täglich neu gegeben sind und in vollendete
597   Produktionen immer wieder zurückreichen, und kommen so zu einem
598   Preise, der uns Aufschluss über Exportmöglichkeit gibt und der
599    dann nötigerweise unabhängig von der Goldwertung durch Verbes-
600   serungen und Einsparungen möglicherweise noch reduziert werden
601   muss. Ausschlaggebend für den Preis eines Produktes sind nur die
602   Herstellungskosten, die auch das Maass des Wertes bilden. In der
603   Goldwährung muss auch ohne weiteres das Problem der Uebereinstim-
604   mung von den Gesamtpreisen aller Produkte mit dem Nominaleinkommen
605   der Nation gelöst sein und das verlangt auch im einzelnen Ueber-
606   einstimmung des Arbeitsw e r [übertippt t] e s der Einkommem mit dem
607  
608   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s106.png
609   ||
610   ||#
611   #||
612   ||
613  
614        - 107 -
615  
616   Arbeits w e r t der dafür erlangten Güter; nicht aber muss im
617   einzelnen die Parallelität sein in Bezug auf die absolute Ar-
618   beits m e n g e. Wiederu[übertippt m] müssen wir sagen, dass das Gold nur eine
619   Beziehung der Werteinheit ist, die im tiefsten Sinne ein bestimm-
620   tes Arbeitsquantum bedeutet und bei der Goldwährung, wenn sie
621   bei uns nicht ursprünglich ist, haben wir nun eine zweifache Wahl,
622   den historischen Ursprung der Basierung auf das wertvolle Gut
623   durch Gewinnung der Relationen zu suchen. Wir können einaml im
624   rekurrenten Anschluss rückwärts zu Silber und noch weiter gehen
625   und können die heutigen Preise begrifflich hier im Ursprunge
626   finden wollen; wir können auch auf das Land überwechseln, an des-
627   sen Währung wir uns anschlossen, weil wir sagen, von ihm ist uns
628   das Preisniveau vorgeschrieben, und darum müssen wir dort die ers-
629   ten Wertschätzungen und Beziehungen zum Stoffe finden. Was wir
630   ursprünglich von einem Lande zu sagen wussten, dass Arbeitswert-
631   mengen die Preise aufbauen und dass wir das absolute Grössenmaass
632   dieser Arbeitswerteinheit in allen Dingen der Aussenwelt, dabei
633   auch im Golde finden, das können wir nun ohne weiteres auf den
634   ganzen Verband der Goldwährungsländer anwenden. Auf dieser erwei-
635   terten Grundlage wird die Arbeitsteilung um ein übriges gestei-
636   gert, insofern nun auch die Nationen untereinander nach dem ökono-
637   mischen Prinzip des grössten Erfolges bei kleinstem Aufwand de[übertippt n]
638   zum Zug kommen lassen, der aus natür[übertippt l]ichen, produktionstechnischen
639   oder standortgegebenen Bedingungen zur billigsten Produktion in
640   der Lage ist. Dass ein Pfund Sterling, eine Mark, ein Franken
641  
642   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s107.png
643   ||
644   ||#
645   #||
646   ||
647  
648        - 107 - [*Bemerkung: Seitennummer zweifach vergeben]
649  
650   gleich X, Y , und Z gramm Gold seinen, darf uns nicht dazu verlei-
651   ten zu glauben, dass im Auslande unsere Preise am Golde abgewogen
652   würden. Die Bedeutung beruht vielmehr auf der Vergleichbarkeit der
653   Preise auf Grund des Münzfusses ohne Zuhilfenahme und ohne Kennt-
654   nis des Wechselkurses. Als Ergebnis des Vergleichs von Inlands-
655   und Auslandspreis erscheint uns als Resultat nur die Kenntnis
656   des billigeren Produzenten; mit dem Golde aber haben wir zum Pro-
657   dukte selbst keine Beziehung. Der Goldwährung haben wir so eminen-
658   te Bedeutung und so grossen praktischen Wert beigemessen, dass
659   diese Eigenschaft, die wir leugnen, demgegenüber nicht ins Gewicht
660   fällt. Wvvavvs sie weiterhin an Vorteil gegenüber den Ländern mit
661   freier Währung bedeutet, bei denen wir ja auch durch die Valuta
662   stets denselben Vergleichsweg einschlagen können, das lag in der
663   Stabilität der Vvvavvluta jedes Goldwährungslandes, das nun auf weite
664   Sicht rechnen liess. Das alles aber sind Vorteile wohl der Gold-
665   währung als der Währung der stärksten Länder, nicht aber des Gol-
666   des als Metall, als Währungsbasis. Die wirkliche Währungsbasis
667   ist immer die menschliche produktive Arbeit; nur die Einheit, die
668   wir zu Grunde legen, ist jeweils verschieden und das[handsch. ergänzt (]ist der Grund,
669   waru[übertippt m] als tertium comparationis ein etwas in der Uvvmvvrechnung von
670   Land zu Land dazwischen treten muss. Das findet in den Preisen
671   seinen sichtbaren Ausdruck. Wenn jedes gleiche Produkt den zwanzigsten Teil
672   kostet wie bei uns, so gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass
673   bei Goldwährung die der Mark zu Grunde liegende Goldmenge ein
674  
675   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s1071.png
676   ||
677   ||#
678   #||
679   ||
680  
681        - 108 -
682  
683   Zwanzigstel des Pfund Sterlin sein muss. Dass durch währungs-
684   politische Massnahmen diese Sätze absolut fest begründet sind,
685   ist nichts, was in der Natur des Goldes begründet wäre, und ist
686   auch die Dauer auch nur durchführbar, wenn die Gesamtsumme aller
687   Preise oder sagen wir der Preisindex, gemessen von Land zu Land,
688   im selben Verhältnis bleibt. Wenn dieses auf dem allgemeinen
689   Preisniveau fussende, erst die Goldrelationen begründende Verhält-
690   nis ununterbrochen weiter besteht, dann wird Export und Import
691   und somit der Zahlungsausgleich von Land zu Land nicht aus dem
692   Gleichgewicht gebracht werden, und das intervalutare Pari wird
693   das Münzpari kaum verlassen können. Weil periodische Einzel-
694   schwankungen, so nebensächlich und geringfügig sie auch sein mö-
695   gen, auch bei den stärksten Lvvävvndern nicht zu vermeiden sind, und
696   das bei freien Währungen Uvvnvvklarheit und Unsicherheit in die
697   Berechnungen der Kvvavvufleute bringen müsste, darum ist die Gold-
698   währung mit dem mechanischen Zahlungsausgleich noch besonders
699   geeignet, den Vorrang vor anderen Währungen zugesprochen zu er-
700   halten.
701        Gold als ein in der Natur lagerndes Gut ist nun auch
702   allen Wechselfällen und Zvvuvvfällen der Produktion ausgesetzt, sit
703   also in der Komparativen Statik gesehen nicht unbedingt wertkon-
704   stant. Das veranlasst uns, der Vollständigkeit halber zu prüfen,
705   wie im einzelnen z.B. bedeutende Goldfunde, neue technische Wege
706   der Gewinnung, wie etwas gar Herstellung auf synthetischem Wege
707   oder wie umgekehrt plötzliches Aufhöhren von Goldfunden auf die
708  
709   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s108.png
710   ||
711   ||#
712   #||
713   ||
714  
715        - 1 [übertippt 0]9 -
716  
717   Währung wirken müsste. Es ist nebensächlich, welchen Prozentsatz
718   der möglichkeiten unsere Fälle in sich schliessen. Die ersten
719   beiden Evvrvvwä[übertippt g]ungen scheinen sogar von wirklich praktischer Bedeu-
720   tung. Nach immer grösseren Opfern für die Währungsbanken kommt
721   endlichh auch einmal der Punkt des Unvermögens, weiterhin mehr
722   Gold aufzunehmen. Schliessen sich in diesem Augenblicke nicht
723   weitere Länder der Goldwährung an und treten dabei mit neuem Be-
724   darfe auf, so sind die Goldwährungsstaaten gezwungen, die freie
725   Prägbarkeit aufzugeben, nachdem die Besitzer der Goldgruben in
726   der ganzen vorhergehenden Zeit dynamischer Entwicklung infolge
727   der Förderung Monopolgewinne über den wirklichen Herstellungs-
728   wert hinaus vereinnahmen und inflationistisch das Preisniveau
729   beeinflussen konnten. Gegenüber einer so vermehrten und verbillig-
730   ten Goldpruduktion könnte der Staat und vor allem der führende
731   Wirtschaftsstaat in seiner Geldpolitik nicht untätig verharren,
732   denn in seiner vorgeschriebenen Prägepflicht wechselt er nicht
733   nur 1 kg ungeprägtes Gold in 1 kg geprägtes Gold um. er wechselt
734   nicht nur die Form, sondern er stempelt in einer gegebenen Form
735   das Gols zu seinem nominellen Gelde, das historisch verankert,
736   vor allem in einem anderen, höheren Goldwert verankert [sic] Gemeinbesitz
737   aller menschlichen Handlung, ihrer gesamten Denk - und Rechenope-
738   rationen geworden ist. Das in Münze geprägte Gold ist ein anderes
739   als das Gewichtsgold; die "charta" ist mit Knapp zu sprechen
740   das entscheidende. Hvvivver hat nicht ein Privatmann dem Gold eine
741   Form gegeben, wie der Juwelier einen Ring fertigt; hier hat der
742  
743   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s109.png
744   ||
745   ||#
746   #||
747   ||
748  
749        - 110 -
750  
751   Staat dem Golde einen gesellschaftlich gültigen Wert gegeben,
752   der sich vom wirtschaftlichen Wert des Goldes auf Grund seiner
753   Produktionskosten trennt. Der Staat darf hier aber nicht als
754   selbstherrlicher Autokrat betrachtet sein, sondern er ist hier
755   nur Ausdruck und Funktion einer Vielheit, nämlich der wirtschaf-
756   tenden Gesellschaft und diese[handsch. durchgestrichen --r--] wird nicht willens sein ihr Ein-
757   kommen schmälern zu lassen zum Vorteil einer verschwindenden Min-
758   derheit oder überhaupt einer anderen Wirtschaftsgemeinschaft;
759   sie wird sich gegen die Unwahrheit der Tauschakte zur Wehr setzen
760   und das heisst hier in seiner Wirkung; sie wird die Prägepflicht
761   aufheben. [handsch. geändert , und handsch. ergänzt zumindest so lange bis ?der Restwert? wieder stabil geworden ist . ]
762        So könnte wohl die Mvvövvglichkeit bestehen, dass die erste
763   Wirtschaftsmacht sich vom Golde löst, dabei diese Vormachtstel-
764   lung hält und auch weiterhin ruhender Pol in der Währungen Spiel
765   und Schwanken bleibt, eben weil diese [hands. geändert Großschreibung L]andesallmächtige Währung
766   die Preise praktisch so fest als das objektiv messbare Geld zu
767   binden vermag. Wäre es denkbar, dass solches Land das gesamte Gold
768   in seinen Gvvrvvenzen und nur i[übertippt n] eigener Regie fördere, dann wäre es
769   wohl auch in der Lage, dem Golde einen über seinen wirtschaftli-
770   chen Herstellungswert gelegenen Preis zubgeben und in seiner
771   Münze zu statuieren. Andere Svvtvvatten würden praktisch, wenn auch
772   mit wirtschaftlichen Opfern die gleiche Währung annehmen und so
773   bietet sie bisher gesehen auch alle Segnungen einer Goldwährung
774   mit wirtschaftlich wahrem Inhalt.
775        Eine Einschränkung allerdings, die geeignet ist, aus dieser
776   theoretischen Möglichkeit eine fast praktische Unmöglichkeit
777  
778   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s110.png
779   ||
780   ||#
781   #||
782   ||
783  
784  
785   | file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/IV/wesenundinhaltderwerteinheit_s111.png
786   ||
787   ||#
788  
  175 {{include page=!/a}}
  176 {{include page=!/b}}
  177 {{include page=!/c}}
  178 {{include page=!/d}}
  179 {{paragraphs style=left}}