Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / V




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640 der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la
641 hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche
642 Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den Weltmarkt-
643 plÀtzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als
644 wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die Kvvovvnsumenten und Verlsut
645 sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter, mit denen der Aus-
646 gleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.
647      Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln spreng-
648 te, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb,
649 weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches
650 Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwi-
651 schen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in lenger Entwicklung
652 gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur
653 der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschĂŒttelt
654 und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
655      Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer
656 so viel und weit verzweigten moernen arbeitsteiligen Wirtschaft
657 wissen wir. Im vvLavvnde mit realem vvAuvvstausch liegen vvPrvvoduktion und
658 Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass
659 wir den Versuch machen können, Ovvpvvfer von uns auf andere abzuwÀl-
660 zen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir
661 dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungs-
662 form der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben
663 und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig
664 möglichen Form der wirtschaftlich gesunden Entwicklung.
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675 Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig
676 bringen mussten, nicht gleich als solche fĂŒr den einzelnen ver-
677 spĂŒrten und nicht verspĂŒhren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit
678 belassen wurde, sie auf andere abzuwÀlzen, ohne dass die Volks-
679 wirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die
680 Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht
681 die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Ent-
682 scheidende und SchÀdigende der Inflation und beides ist kein
683 Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends.
684 Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Stö-
685 rung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Infla-
686 tion, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
687 die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter
688 und notwendig bedingt durch stÀndig neu geschaffene Einkommens-
689 wellen, die jegliches vvAuvvsgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten
690 und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass
691 Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil
692 es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand
693 erzeugten GĂŒtern verloren hatte.
694      Das Charakteristikum der stabilen WĂ€hrung ist Paralleli-
695 tÀt in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschafts-
696 pole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in
697 nur jeweils anderer ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Wer-
698 te beim GĂŒtertausch. Das Merkmal der unstabilen WĂ€hrung bedeutet
699 das vvBrvvechen dieser GrundsÀtze und damit das Zerstören des doppelt
700 gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile
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711 WĂ€hrung Raum hat, ist die wirtschaftliche Not; die Inflation war
712 gewissermassen nur ein mit Notwendigkeit ausbrechendes Mittel,
713 sie uns fĂŒhlbar werden zu lassen, und sie hatte im Gefolge die
714 wirtschaftliche und gesellschaftliche SchÀdigung, wie wir sie bei
715 unserer Betrachtung kennen lernten.
716      Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den
717 Boden der Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsÀch-
718 liche und praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um diĂš
719 Wahrheit der vorher entwickelten SÀtze hier zu erhÀrten. Wir stell-
720 ten diese Betrachtung an den Schluss, weil wir sie fĂŒr den Aufbau
721 unserer Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rĂŒckwĂ€rts von
722 den Tatsachen ableiten, sondern diese auf eine theoretische Mei-
723 nung projekzieren.
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