Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / VI




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23 23 Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches verwandten? Müssen
24 24 wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das allein herr-
25 25 schende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine Papiergeld
26   unterscuhen, müssen wir da nicht [zwei Buchstaben ausgeixt xx] uns in die Zeit heinein stel-
  26 untersuchen, müssen wir da nicht [zwei Buchstaben ausgeixt xx] uns in die Zeit heinein stel-
27 27 len, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und
28 28 sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortent-
29 29 wicklung notwendig neue Formen des Geldes schaffen
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  42 begreifen wollen, ohne eine lange vorhergehende ?organische? Ent-
  43 wicklung? Und wenn wir diese zu ihrem Begriffe für ...
  44 ansehen, müssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das
  45 ist ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft
  46 in jeder Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr
  47 treuester Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesent-
  48 liche, was heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glau-
  49 ben, was ehedem einmal wirksam war, das müssen wir auch heute an-
  50 erkennen und muss uns unverändert Regel sein; - das sind die
  51 strengen Metallisten, die einen Stoffwert des Geldes verlangen.
  52 Ivvhvvnen gegenüber die anderen, die da sagen: Was in der Historie
  53 zurücklag, ist in unsere Wirtschaft übergegangen, die ja alle die-
  54 se Phasen durchmaass, und wie ihre Entwicklung, so auch mit ihr
  55 die des Geldes. Wenn, um vom Einzelindividuum zur Gemeinschaft,
  56 um vom Einzeltausch, vom Zvvuvvfälligen zur Wirtschaft und zum Markt-
  57 mässigen zu gelangen, ehedem ein reales Gut nötig war, so ist, das
  58 zu beschreiben, Angelegenheit der Entwicklungsgeschichte und es
  59 ist dadurch noch keineswegs bewiesen, dass wir auch heute noch
  60 im Gelde eines solchen realen Gutes bedürfen. Alle we[übertippt i]teren Aus-
  61 führungen sund uns ja bekannt.
  62      Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn
  63 unsere Betrachtung dabei überhaupt Sinn haben soll, dann müssen
  64 wir sie über das chartale Geld hinaus ausdehen, denn dieses ist
  65 nur Bestandteil eines übergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkräf-
  66 tigen und - berechtigten Evvivvnkommens oder wirmüssen unter Geld
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  78 schlechthin als Technik verstehen, die dessen Bestandteile mobil
  79 macht. Das ganze Problem ist doch in jeder Wirtschaft , -das ist
  80 unverrückbar - roh ausgedrückt dieses: die von einer Gruppe er-
  81 zeugten Güter nach irgendeinem Schlüssel wieder unter sie zu
  82 verteilen; in unserem Falle, die in arbeitsteiliger Produktion
  83 erstellten Waren gemäss den Prinzipien der kapitalistischen
  84 Wirtschaft als ganzes unter die Einzelglieder aufzuteilen. Das
  85 Geld ist das [übertippt I]nstrument der Distribution. Wo eine Verteilung not-
  86 wendig wird, gleich in welcher Wirtschaftsordnung das wäre, da muss
  87 Geld in diesem Sinne, und wäre es nur ein blosses Abrechnungsver-
  88 fahren in Funktion treten. Evvrvvscheint es nicht sinnlos, über den
  89 Stoff des Geldes zu streiten da, wo es in dem, dem Sprachgebrauch
  90 nach angewandten Sinne des chartalen Geldes nur eine Untergruppe
  91 des wirklich wirksamen, weit reichenden gedanklichen "Geldes" be-
  92 deutet? Und doch, auch wennwir dieses grosse "Geld" in eine einzi-
  93 ge Bewegungsform zusammenfassen könnten, auch dann wäre wohl der
  94 Stoff nicht von so weittragender Bedeutung. Ivvmvv Gelde aber lebt
  95 die Idee der Wertei nheit, es lautet auf solche(und da ist nun
  96 wieder die Frage: Wenn schon der Stoff des Geldes nicht entschei-
  97 dend und unterscheidend sein soll, wie aber soll denn die Wert-
  98 einheit definiert werden; welches ist ihr Wert und mit ihr der
  99 des auf ihre Einheiten gestellten Geldes ? Wenn die verschie-
  100 densten Währungen nebeneinander bestehen können , - hier haben
  101 wir reinen Metallismus und ausschliessliches Stoffgeld, dort
  102 huldigen wir dem Nominalismus und kennen nur Papier - wenn diese
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  114 beide in sich durchaus stabil sind und stets das gleiche Ver-
  115 hältnis (gleiche Wechselkurse) zu einander aufweisen; ja wir könn-
  116 ten sogar ihre Wirtschaft als kongruent hinstellen, soll da wirk-
  117 lich in jedem einzelnen Falle die Werteinheit etwas grundsätz-
  118 lich verschiedenes darstellen und, wenn das der Fall wäre, könnte
  119 dann die Werteinheit überhaupt noch etwas wesentliches bedeuten?
  120      Es lautet nicht nur das Geld auf Werteinheiten, sondern
  121 das ist Merkmal aller Dinge um uns, und nichts ist, was nicht in
  122 [übertippt sol]chen ausdrückbar und durch sie vergleichbar wäre. Fügen wir
  123 dazu noch, was wir als Aufgabe des Geldes erkannt haben, die Güter-
  124 distribution durchzuführen, so kann uns nichts mehr den wahren In-
  125 halt der Werteinheit verschleiern. Die Grundlage jederbWirtschaft
  126 und jeder Konsummöglichkeit ist die vorher getätigte Arbeit; sie
  127 allein kann uns den toten Stoff der Natur in bedürfnisbefriedigen-
  128 de Güter umwandeln. All diese insgesamt, die Art der Produktion
  129 ist nebensächlich, sofern nur ein Zvvuvvsammenarbeiten stattfand, unter
  130 die Erzeuger aufzuteilen, das ist Sache des Geldes. Die Güter unter
  131 sich, das geht daraus hervor, sind nur Verkörperung eines gewissen
  132 Arbeitsaufwandes und nur diese Menge allein bildet gegenseitiges
  133 Unterschiedungsmerkmal. Sollen wir(uns täuschen lassen dadurch, dass
  134 die GüternPreise haben, die uns nicht ohne weiteres den Zusammen-
  135 hang mit menschlicher Arbeit auch gleich äusserlich erkennen las-
  136 sen ? Ist nicht das, was wir eben sagten, so primär, so unumstösslich
  137 fest, dass wir die Preise, die nur durch Zahl unterschiedenen Ein-
  138 heiten, dann eben auch nur als Ausdrücke einer gewissen Arbeits-
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  151 menge begreifen müssen? Kann uns in diesem Falle eine histori-
  152 sche Tatsache, wie es der Preise und die in ihm wirksamen Wertein-
  153 heit ist, dazu verführen, das Ursprünglichste nimmer zu erkennen.
  154 Wir bekümmern uns jetzt nicht darum, wie diese Einheit entstanden
  155 ist, welche Grösse sie verkörpert; wir begreifen nur, dass, wenn
  156 Güter auf solche Einheiten lauten und wenn die Zahl dieser Ein-
  157 heiten das Unterscheidungsmerkmal jener untereinander bedeuten,
  158 dann muss jede solche Einheit wenigstens gedanklich eine bestimm-
  159 te Menge Arbeit vorstellen. Um weiter, wenn wir den Stoff unserer
  160 angewandten Arbeit nimmer in Händen, vielmehr ihn hingegeben haben
  161 für eine gesellschaftlich garantierte Bescheinigung, für die wir
  162 dann wieder das gleiche Gut oder andere solche gleicher vergegen-
  163 ständlichter Arbeit erlangen können; ist es nicht selbstverständ-
  164 lich, dass die Bescheinigung gleichnamig sein muss mit den Gütern,
  165 muss sie nicht auf solche Einheiten launten, in ihnen eben jene
  166 gleiche Menge Arbeit versinnbildlichen? Das letztere ist eine
  167 abgeleitete Erscheinung und logische Folge der unumstösslichen
  168 ewig bestehenden Tatsache, dass die Arbeit allein das Maass des
  169 Wertes bedeutet. Eine Geldpolitik, dem gegenüber eine moderne Er-
  170 scheinung, sie mag im Laufe der Zeiten und der Entwicklung sich
  171 wandeln noch weiter, als unsere Phantasie sich träumen lässt;
  172 nimmermehr wird sie, solange es ihrer Aufgabe obliegt, Güter zur
  173 Verteilung bringen, diese nach einem anderen Modus in Bewegung
  174 setzen und sie andere differenzieren können als nach dem Maasse
  175 der in ihnen vergegenständlichten Arbeit.
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  187      Wenn wir nicht die Arbeits m e n g e als Einheit der
  188 Güter, der Einkommen und damit auch des Geldes in Anwendung brach-
  189 ten, sondern diese Menge noch verknüpften mit dem W e r t e der
  190 Arbeit, so bedeutet das nur einen Korrekturposten, dein einzusetzen
  191 uns die kapitalistische Wirtschaft zwingt, beruhend auf der Ver-
  192 schiebung der Einkommensarten untereinander. Die Güter selbst
  193 werden sich in ihrem wirklichen Arbeitswerte nicht zu sehr und
  194 nur selten entfernen können, die Nvvovvminaleinkommen dagegen, die in
  195 der reinen Oekonomie auch im einzelnen die genauen Gegengrössen
  196 zum einzelnen Arbeitsaufwand darstellen, sind in der kapitalisti-
  197 schen Wirtschaft auf Grund eines gesellschaftlichen Monopols
  198 zu Gvvuvvnsten der Kapitalbeseitzer verkürzt. Darum erkannten wir auch
  199 in der Definition auf Arbeits w e r t menge und verstehen dabei
  200 unter Wert eigentlich nur die falsche Wertung einer gewissen
  201 Wirtschaftsordnung. Es bedeutet einen Schönheitsfehler dieser
  202 Aera, der mit Ueberwindung derselben wenigstens in diese Form in
  203 Wegfall geraten würde. Alles Streben drängt zur reinen Oekonomie.
  204      Betrachten wir nun noch zuletzt die intervalutaren Ver-
  205 hältnisse und was sie uns zu sagen wissen. Namen sind Schall und
  206 Rauch; auch andere Namen von Werteinheiten geben uns doch keine
  207 neuen Ivvnvvhalte. Auch hier wie überall walten diese besagten glei-
  208 chen Gesetze und auch von Land zu Land ist keine andere Bewegung
  209 der Güter möglich, kein anderes Vergleichsmaass gegeben, als die
  210 menschliche arbeit. Was innerhalb der Staatsgrenzen die Wirt-
  211 schafts-und Gesellschaftsordnung erreicht, die Störung des reinen
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