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ist ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft
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ist ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft
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in jeder Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr
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in jeder Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr
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treuester Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesent-
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treuester Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesent-
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schlechthin als Technik verstehen, die dessen Bestandteile mobil
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macht. Das ganze Problem ist doch in jeder Wirtschaft , -das ist
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unverrückbar - roh ausgedrückt dieses: die von einer Gruppe er-
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zeugten Güter nach irgendeinem Schlüssel wieder unter sie zu
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verteilen; in unserem Falle, die in arbeitsteiliger Produktion
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erstellten Waren gemäss den Prinzipien der kapitalistischen
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Wirtschaft als ganzes unter die Einzelglieder aufzuteilen. Das
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Geld ist das [übertippt I]nstrument der Distribution. Wo eine Verteilung not-
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wendig wird, gleich in welcher Wirtschaftsordnung das wäre, da muss
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Geld in diesem Sinne, und wäre es nur ein blosses Abrechnungsver-
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fahren in Funktion treten. Evvrvvscheint es nicht sinnlos, über den
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Stoff des Geldes zu streiten da, wo es in dem, dem Sprachgebrauch
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nach angewandten Sinne des chartalen Geldes nur eine Untergruppe
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des wirklich wirksamen, weit reichenden gedanklichen "Geldes" be-
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deutet? Und doch, auch wennwir dieses grosse "Geld" in eine einzi-
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ge Bewegungsform zusammenfassen könnten, auch dann wäre wohl der
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Stoff nicht von so weittragender Bedeutung. Ivvmvv Gelde aber lebt
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die Idee der Wertei nheit, es lautet auf solche(und da ist nun
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wieder die Frage: Wenn schon der Stoff des Geldes nicht entschei-
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dend und unterscheidend sein soll, wie aber soll denn die Wert-
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einheit definiert werden; welches ist ihr Wert und mit ihr der
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des auf ihre Einheiten gestellten Geldes ? Wenn die verschie-
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densten Währungen nebeneinander bestehen können , - hier haben
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wir reinen Metallismus und ausschliessliches Stoffgeld, dort
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huldigen wir dem Nominalismus und kennen nur Papier - wenn diese
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beide in sich durchaus stabil sind und stets das gleiche Ver-
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hältnis (gleiche Wechselkurse) zu einander aufweisen; ja wir könn-
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ten sogar ihre Wirtschaft als kongruent hinstellen, soll da wirk-
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lich in jedem einzelnen Falle die Werteinheit etwas grundsätz-
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lich verschiedenes darstellen und, wenn das der Fall wäre, könnte
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dann die Werteinheit überhaupt noch etwas wesentliches bedeuten?
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Es lautet nicht nur das Geld auf Werteinheiten, sondern
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das ist Merkmal aller Dinge um uns, und nichts ist, was nicht in
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[übertippt sol]chen ausdrückbar und durch sie vergleichbar wäre. Fügen wir
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dazu noch, was wir als Aufgabe des Geldes erkannt haben, die Güter-
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distribution durchzuführen, so kann uns nichts mehr den wahren In-
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halt der Werteinheit verschleiern. Die Grundlage jederbWirtschaft
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und jeder Konsummöglichkeit ist die vorher getätigte Arbeit; sie
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allein kann uns den toten Stoff der Natur in bedürfnisbefriedigen-
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de Güter umwandeln. All diese insgesamt, die Art der Produktion
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ist nebensächlich, sofern nur ein Zvvuvvsammenarbeiten stattfand, unter
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die Erzeuger aufzuteilen, das ist Sache des Geldes. Die Güter unter
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sich, das geht daraus hervor, sind nur Verkörperung eines gewissen
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Arbeitsaufwandes und nur diese Menge allein bildet gegenseitiges
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Unterschiedungsmerkmal. Sollen wir(uns täuschen lassen dadurch, dass
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die GüternPreise haben, die uns nicht ohne weiteres den Zusammen-
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hang mit menschlicher Arbeit auch gleich äusserlich erkennen las-
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sen ? Ist nicht das, was wir eben sagten, so primär, so unumstösslich
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fest, dass wir die Preise, die nur durch Zahl unterschiedenen Ein-
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heiten, dann eben auch nur als Ausdrücke einer gewissen Arbeits-
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menge begreifen müssen? Kann uns in diesem Falle eine histori-
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sche Tatsache, wie es der Preise und die in ihm wirksamen Wertein-
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heit ist, dazu verführen, das Ursprünglichste nimmer zu erkennen.
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Wir bekümmern uns jetzt nicht darum, wie diese Einheit entstanden
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ist, welche Grösse sie verkörpert; wir begreifen nur, dass, wenn
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Güter auf solche Einheiten lauten und wenn die Zahl dieser Ein-
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heiten das Unterscheidungsmerkmal jener untereinander bedeuten,
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dann muss jede solche Einheit wenigstens gedanklich eine bestimm-
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te Menge Arbeit vorstellen. Um weiter, wenn wir den Stoff unserer
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angewandten Arbeit nimmer in Händen, vielmehr ihn hingegeben haben
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für eine gesellschaftlich garantierte Bescheinigung, für die wir
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dann wieder das gleiche Gut oder andere solche gleicher vergegen-
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ständlichter Arbeit erlangen können; ist es nicht selbstverständ-
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lich, dass die Bescheinigung gleichnamig sein muss mit den Gütern,
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muss sie nicht auf solche Einheiten launten, in ihnen eben jene
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gleiche Menge Arbeit versinnbildlichen? Das letztere ist eine
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abgeleitete Erscheinung und logische Folge der unumstösslichen
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ewig bestehenden Tatsache, dass die Arbeit allein das Maass des
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Wertes bedeutet. Eine Geldpolitik, dem gegenüber eine moderne Er-
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scheinung, sie mag im Laufe der Zeiten und der Entwicklung sich
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wandeln noch weiter, als unsere Phantasie sich träumen lässt;
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nimmermehr wird sie, solange es ihrer Aufgabe obliegt, Güter zur
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Verteilung bringen, diese nach einem anderen Modus in Bewegung
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setzen und sie andere differenzieren können als nach dem Maasse
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der in ihnen vergegenständlichten Arbeit.
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