Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




← Vorherige Änderung
Nächste Änderung →
Version 219 vom 23.01.2023 18:59
254 25.01.2023 10:30 WikiAdmin 253 24.01.2023 11:31 WikiAdmin 252 24.01.2023 11:30 WikiAdmin 251 24.01.2023 11:24 WikiAdmin 250 24.01.2023 11:22 WikiAdmin 249 24.01.2023 11:22 WikiAdmin 248 24.01.2023 11:21 WikiAdmin 247 24.01.2023 11:21 WikiAdmin 246 24.01.2023 11:20 WikiAdmin 245 24.01.2023 11:19 WikiAdmin 244 24.01.2023 11:18 WikiAdmin 243 24.01.2023 11:18 WikiAdmin 242 24.01.2023 11:17 WikiAdmin 241 24.01.2023 11:16 WikiAdmin 240 24.01.2023 11:16 WikiAdmin 239 24.01.2023 11:15 WikiAdmin 238 24.01.2023 11:15 WikiAdmin 237 24.01.2023 11:14 WikiAdmin 236 24.01.2023 11:13 WikiAdmin 235 24.01.2023 11:13 WikiAdmin 234 24.01.2023 11:12 WikiAdmin 233 24.01.2023 11:11 WikiAdmin 232 24.01.2023 11:09 WikiAdmin 231 24.01.2023 11:03 WikiAdmin 230 24.01.2023 10:57 WikiAdmin 229 24.01.2023 10:48 WikiAdmin 228 24.01.2023 10:40 WikiAdmin 227 24.01.2023 10:32 WikiAdmin 226 24.01.2023 10:10 WikiAdmin 225 24.01.2023 10:02 WikiAdmin 224 24.01.2023 09:52 WikiAdmin 223 24.01.2023 09:48 WikiAdmin 222 24.01.2023 09:40 WikiAdmin 221 24.01.2023 09:32 WikiAdmin 220 23.01.2023 19:13 WikiAdmin 219 23.01.2023 18:59 WikiAdmin 218 23.01.2023 18:50 WikiAdmin 217 23.01.2023 17:24 WikiAdmin 216 23.01.2023 17:17 WikiAdmin 215 23.01.2023 17:07 WikiAdmin 214 23.01.2023 17:04 WikiAdmin 213 23.01.2023 17:03 WikiAdmin 212 23.01.2023 17:00 WikiAdmin 211 23.01.2023 16:59 WikiAdmin 210 23.01.2023 16:59 WikiAdmin 209 23.01.2023 14:28 WikiAdmin 208 23.01.2023 14:27 WikiAdmin 207 23.01.2023 14:18 WikiAdmin 206 23.01.2023 14:08 WikiAdmin

(242,1 KiB) +12.174
WikiAdmin




557 557
558 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s138.png [S. 138]))!! ankämpfen können. Unter der Herrschaft der Goldwährung war die ganze Volkswirtschaft zu intensiver Arbeitsleistung gezwungen aus eigenem Streben heraus und gezwungen durch die gleich handelnden Nachbarländer. Die Zahl der Beamten, der Angestellten, der freien Berufe, der Rentner, Berufe, die scheinbar alle frei erwählbar sind, wurden in Menge im Verhältnis doch diktiert von der Zahl der gütererstellenden Arbeiter und von der Intensität ihrer Arbeitsleistung. Wir müssen die Berufsgliederung und die Einkommensschichtung, die Art der Gütererzeugung ( wie z.B. die Menge der Konsum- und die der Gütererzeugung ) als etwas in jedem Lande durchaus spezifisches in langer Entwicklung entstandenes Verhältnis auffassen, dann können wir Wirkung der Kriegsumlagerung ermessen. Millionen von Produzenten ersten Grades wurden mit einem Schlage ausschliessliche Konsumenten und nicht nur solche von Genussgütern, darüber hinaus auch Konsumenten von Heeresbedarf wie Munition, Uniform usw. Es konnten darum die in der Produktion verbliebenen Kräfte nicht durchwegs in den Dienst der Konsumgütererzeugung gestellt werden; vielmehr mussten Werkanlagen zum Teil in kostspieliger Umstallung dem Heeresbedarfe nutzbar gemacht werden. Dazu kam als weiteres, dass wir vom Auslande fast völlig abgeschnitten waren und also doch die rein physisch notwendigen Güter in unserem Lande gewinnen mussten. Die Kriegsindustrie musste finanziert, das Millionenheer musste entlohnt werden, und zwar traten alle diese neuen Anforderungen an den Staat mit zwingender Gewalt heran und forderten dringend 558 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s138.png [S. 138]))!! ankämpfen können. Unter der Herrschaft der Goldwährung war die ganze Volkswirtschaft zu intensiver Arbeitsleistung gezwungen aus eigenem Streben heraus und gezwungen durch die gleich handelnden Nachbarländer. Die Zahl der Beamten, der Angestellten, der freien Berufe, der Rentner, Berufe, die scheinbar alle frei erwählbar sind, wurden in Menge im Verhältnis doch diktiert von der Zahl der gütererstellenden Arbeiter und von der Intensität ihrer Arbeitsleistung. Wir müssen die Berufsgliederung und die Einkommensschichtung, die Art der Gütererzeugung ( wie z.B. die Menge der Konsum- und die der Gütererzeugung ) als etwas in jedem Lande durchaus spezifisches in langer Entwicklung entstandenes Verhältnis auffassen, dann können wir Wirkung der Kriegsumlagerung ermessen. Millionen von Produzenten ersten Grades wurden mit einem Schlage ausschliessliche Konsumenten und nicht nur solche von Genussgütern, darüber hinaus auch Konsumenten von Heeresbedarf wie Munition, Uniform usw. Es konnten darum die in der Produktion verbliebenen Kräfte nicht durchwegs in den Dienst der Konsumgütererzeugung gestellt werden; vielmehr mussten Werkanlagen zum Teil in kostspieliger Umstallung dem Heeresbedarfe nutzbar gemacht werden. Dazu kam als weiteres, dass wir vom Auslande fast völlig abgeschnitten waren und also doch die rein physisch notwendigen Güter in unserem Lande gewinnen mussten. Die Kriegsindustrie musste finanziert, das Millionenheer musste entlohnt werden, und zwar traten alle diese neuen Anforderungen an den Staat mit zwingender Gewalt heran und forderten dringend
559 559
560 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s139.png [S. 139]))!! raschen Entschluss. Wir wissen es, dass der Staat aus eigener Kraft keine Mittel schaffen kann, dass er die Posten für seine Ausgaben auf dem Wege über Steuern, Zölle, Einnahmen aus Verwaltung, Bahn und Post usw. zu gewinnen suchen muss, die Ausgaben des Staates sind also Unkostenfaktoren in der Produktion und Opfer für jeden Beruf; in jedem Falle aber Abtretung eines Anspruches auf den Gütervorrat der Nation. Im Kreislauf der Wirtschaft wurde dargetan, wie alle Einkommen in Geld oder geldgleicher Form aus der Genussgüterproduktion hervorgehen, wie sie Bestandteile des Preises jener Produkte sind und wiederum die Gesamteinkommen als Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Konsum aufheben müssen. Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist dem Realeinkommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der Vorkriegswirtschaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung getretene Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle Deckung und Gegenüber im Gütervorrat des Landes, jeder Markbetrag, der zur letzten Konsumtion ( Beschaffung zum Zwecke der Weiterveräusserung blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte kaufkräftig wurde, hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu, ja die Güter warteten geradezu auf sein Kommen und auf ihre Abnahme. Die im Gelde verkörperte oder die im kaufkräftigen Einkommen, auch wenn es abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhende Werteinheit bedeutet somit auch etwas durchaus reales, nämlich die Arbeitsleistung angewandt auf ein Naturgut, die es zum Entstehen hat bringen lassen und dann alle die gleichwertigen Güter 560 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s139.png [S. 139]))!! raschen Entschluss. Wir wissen es, dass der Staat aus eigener Kraft keine Mittel schaffen kann, dass er die Posten für seine Ausgaben auf dem Wege über Steuern, Zölle, Einnahmen aus Verwaltung, Bahn und Post usw. zu gewinnen suchen muss, die Ausgaben des Staates sind also Unkostenfaktoren in der Produktion und Opfer für jeden Beruf; in jedem Falle aber Abtretung eines Anspruches auf den Gütervorrat der Nation. Im Kreislauf der Wirtschaft wurde dargetan, wie alle Einkommen in Geld oder geldgleicher Form aus der Genussgüterproduktion hervorgehen, wie sie Bestandteile des Preises jener Produkte sind und wiederum die Gesamteinkommen als Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Konsum aufheben müssen. Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist dem Realeinkommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der Vorkriegswirtschaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung getretene Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle Deckung und Gegenüber im Gütervorrat des Landes, jeder Markbetrag, der zur letzten Konsumtion ( Beschaffung zum Zwecke der Weiterveräusserung blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte kaufkräftig wurde, hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu, ja die Güter warteten geradezu auf sein Kommen und auf ihre Abnahme. Die im Gelde verkörperte oder die im kaufkräftigen Einkommen, auch wenn es abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhende Werteinheit bedeutet somit auch etwas durchaus reales, nämlich die Arbeitsleistung angewandt auf ein Naturgut, die es zum Entstehen hat bringen lassen und dann alle die gleichwertigen Güter
561 561
562 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s140.png [S. 140]))!! %%(math)die dafür erhältlich sind. Wir sagten ja schon, dass die Einkommen mit einander wohl in Beziehung stünden; wenn wir unser Einkommen in Gütern anlegen, so mag uns im Vergleich dieser dafür erlangten Menge mit unserer Leistung und im weiteren Vergleich mit der Konsummöglichkeit anderer Berufe die Verhältnismässigkeit der Einkommen unter einander wohl deutlich werden. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von der wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle, wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen eine bewusste Tarifierung, es ist das Ergebnis der von gesellschaftlichen Momenten beeinflussten Wirtschaftsordnung. Wenn wir aber die bezogenen Einkommen ihrer Höhe nach aufteilen in Gütermengen mal Preis, so erhalten wir die Zahl eins; d.h. soviel, als dass jedes Einkommen eine reale Parallele im Gütervorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das Equivalent seiner Leistung, sicher aber doch das Equivalent seines Einkommens auf dem Markte erreichen kann. In der stabilen Währung muss der ökonomische Inhalt der Werteinheit gleich sein, bezogen auf den Arbeitswert jedes einzelnen Gutes, gemessen auch am Arbeitsaufwand jeder einzelnen Tätigkeit, muss ferner gleich sein dem Extrakt aus der ganzen Wirtschaft in der Form \( {Realeinkommen \over Nominaleinkommen} \)%% und bei reiner Goldwährung endlich gleich dem Arbeitswerte, der der Einheit zu Grunde liegenden Goldmenge. Wo wir auch das Maass anlegen, wir müssen immer die gleiche Grösse finden. 562 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s140.png [S. 140]))!! %%(math)die dafür erhältlich sind. Wir sagten ja schon, dass die Einkommen mit einander wohl in Beziehung stünden; wenn wir unser Einkommen in Gütern anlegen, so mag uns im Vergleich dieser dafür erlangten Menge mit unserer Leistung und im weiteren Vergleich mit der Konsummöglichkeit anderer Berufe die Verhältnismässigkeit der Einkommen unter einander wohl deutlich werden. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von der wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle, wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen eine bewusste Tarifierung, es ist das Ergebnis der von gesellschaftlichen Momenten beeinflussten Wirtschaftsordnung. Wenn wir aber die bezogenen Einkommen ihrer Höhe nach aufteilen in Gütermengen mal Preis, so erhalten wir die Zahl eins; d.h. soviel, als dass jedes Einkommen eine reale Parallele im Gütervorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das Equivalent seiner Leistung, sicher aber doch das Equivalent seines Einkommens auf dem Markte erreichen kann. In der stabilen Währung muss der ökonomische Inhalt der Werteinheit gleich sein, bezogen auf den Arbeitswert jedes einzelnen Gutes, gemessen auch am Arbeitsaufwand jeder einzelnen Tätigkeit, muss ferner gleich sein dem Extrakt aus der ganzen Wirtschaft in der Form \( {Realeinkommen \over Nominaleinkommen} \) und bei reiner Goldwährung endlich gleich dem Arbeitswerte, der der Einheit zu Grunde liegenden Goldmenge. Wo wir auch das Maass anlegen, wir müssen immer die gleiche Grösse finden. %%
563 563
564 Wir wurden veranlasst zu dieser abweichenden Betrachtung, 564 Wir wurden veranlasst zu dieser abweichenden Betrachtung,
565 565
    566 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s141.png [S. 141]))!! als wir die Steuerpolitik des Staates unter geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen ins Auge fassten und die Bindungen nun bis zur letzten Konsequenz verfolgten. Nun haben wir die Kriegsfinanzierung im Auge und sind dabei auf dem Wege, dem Wesen der unstabilen Währung näher zu kommen. Der Staat schuf Kaufkräfte, ohne die vorhandenen seiner Bürger vorhergehend zu schwächen. Das ist der grosse Unterschied der vom Staate ausgegebenen diskontierten Schatzwechsel von dem Kaufmannswechsel, dass der Präsentant des letzteren mit dem Schein eine Quittung über eine Leistung, und zwar eine von der Wirtschaft akzeptierte Leistung in Händen hält, während der Staat mit seinem Wechsel nicht Banknoten, sondern aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld, aber das mit gleicher Wirkung in Verkehr bringt. Damit fand er eine neue Form der Steuererhebung, denn auch dadurch mussten die Anteile der einzelnen geschmälert werden. Es ist in der Wirkung gleichgültig, ob ich freiwillig einem bestimmten Konsum entsage oder ob andere neben mir nicht durch Vorleistung legitimierte Einkommen genau so wie die rechtmässigen zu kaufen vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie die einzelnen ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht jedermann im gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates allerdings betrachtet, erweist sich diese Form als die denkbar einfachste, denn er ist durch das ad hoc geschaffene Geld auch schon im Besitze der Steuer. Er muss sie nicht eintreiben, sondern wir müssen sie über uns ergehen lassen. Es sei gesagt, dass wir hier
    567
    568 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s142.png [S. 142]))!! %%(math)kritiklos diese Entwicklung nur schildern wollen. Während wir in der stabilen Wirtschaft ein gleichzeitiges und gleichnamiges Verlängern sowohl der Einkommens als auch der Gütergrösse erkennen, sodass wir, wenn wir den Preis als eine Indexzahl nehmen, sagen können: Preis ist gleich \( {Realeinkommen \over Nominaleinkommen} \) also \( {100 \over 10}{20 \over 2}{30 \over 3}{50 \over 5}\) und so immer die Preishöhe in gleicher Lage ruhen bleibt erleben wir nun eine sich in entgegengesetzter Richtung verändernde Reihe. Da Einkommen nur in Konsumgütern Verwendung finden, dürfen wir die ungeheuren realen Arbeitswerte der Kriegsindustrie nicht mit in Ansatz bringen und unsere Gleichung schreitet mit zunehmender Entwicklung etwa so fort: Preis ist gleich \( {100 \over -10}{ \over -}{20 \over 2}{ \over -}{30 \over 1}{ \over -}{50 \over 1}{100 \over ....}{1000 \over ....}\) Das ist nicht so aufzufassen, als ob nun keinerlei Konsumgüter mehr erzeugt worden wären und diese schliesslich bis auf 0 anlangten; es soll damit vielmehr nur ausgedrückt sein, dass die Nominaleinkommen stetig anschwollen, während die Gütermenge ständig die Tendenz zur Verringerung aufwies. Periodisch gesehen, war es vielleicht folgendermassen: \( {100 \over 10}\) dann \({200 \over 9}\) dann \({300 \over 9}\) dann \({300 \over 8}\) usf. mit immerwährender Vergrösserung des Zählers. Wir wollen ja aus diesen schematischen Darstellungen weiter nichts gewinnen als eine Erklärung für die Preissteigerung, die nicht, wie von metallistischer Seite wir hören können, auf dem Misstrauen zum Papiergelde beruht und gar auf dem Wege über die schlechtere Valutabewertung des Auslandes eben infolge des Misstrauens zu unserem Gelde zur Wirkung gelangte und was dergleichen sinnfällige Täuschungen der Kriegserscheinung mehr sind. Die Preissteigerung hat vielmehr einen %%
    569
    570 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s143.png [S. 143]))!! ganz natürlichen Hintergrund und es bedarf keines Misstrauens, auch nicht des rein mechanisch quantitativen Einwirkens der Papiergeldmenge aus sich selbst heraus auf die Preise, um Erklärungen für die Erscheinung zu finden. Wir könnten analog unserer bisherigen Ausführungen folgendermaassen erklären: Die alten Preise waren der Ausdruck einer in den rechtmässigen Einkommen gegebenen Arbeitsleistung, nunmehr treten Einkommen ohne solche Arbeitsleistung hinzu, und der schliessliche Erfolg muss der sein, dass die Preise nominell steigen, denn die Werteinheiten, die güterheischend am Markte erscheinen, verkörpern nun in ihrer Mischung von rechtmässigem und unrechtmässigem Einkommen zusammengenommen auch als einzelne Einheit einen geringeren Arbeitswert und darum müssen mehr solche Einheiten für ein Gut gegeben werden, d.h. die Preise müssen steigen. Es werden dadurch wieder alle befriedigt, denn eine Unterscheidung der kaufkräftigen Werteinheiten nach der Berechtigung ihrer Entstehung ist nicht möglich als auch nicht statthaft. Weiterhin wesentlich ist noch der Umstand, dass die Preissteigerung nicht alle gleichmässig betrifft, sondern abgestuft je nach der Entfernung des Berufes vom Güterbesitz und der Güterproduktion, etwa in der Reihenfolge Erzeuger, Händler, Agenten, Makler, Arbeiter, Angestellte, Beamte und schliesslich Rentner, wobei im einzelnen vorübergehende Verschiebungen natürlich durchaus möglich sind. Im allgemeinen können wir sagen, dass eben die beweglichsten Einkommen sich wiederum am schnellsten den wechselnden Verhältnissen anpassen konnten. Jede Erhöhung des Unternehmergewinnes hat die
    571
    572 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s144.png [S. 144]))!! Tendenz die Löhne zu erhöhen und das fort zu Angestellten und wieder weiter bis alle Berufsgruppen erhöhtes Nominaleinkommen bezogen haben. Es ist wie wenn durch einen Steinwurf die konzentrischen Ringe auf der Wasserfläche sich mehr und mehr erweitern. Mit einem Preise hängen alle Preise zusammen und ziehen sich gegenseitig gleich wie auch die Einkommen nach. Zwar herrschte auf der Angebotsseite immer wieder das Streben nach Preiserhöhung und Anpassung an den jeweiligen gerechtfertigten Stand, auf den der Ausgleich zwischen Einkommen und Gütern gegeben wäre, aber Inflationwelle auf Welle lässt den Ruhezustand nie eintreten. Bei einer einmaligen Verrückung und nachheriger automatischer Anpassung hätte die Werteinheit wohl wieder stabil sein können; – ein immerwährendes und sich immer wiederholendes Verändern bedingte den bekannten Zustand der dauernden Unstabilität. Allmählich lässt sich Ursache und Wirkung nicht mehr als primär und sekundär scheiden. In der immerwährenden Wechselwirkung zeigt sich die vergebliche Jagd nach dem eigenen Schaffen. Die beiden Pole der Wirtschaft, Einkommen und Preise, vordem durch die Goldwährung gebunden, sind nun völlig frei und streiten sich um die Priorität. Dass die Politik der Höchstpreise zusammenbrechen musste, ist uns selbstverständlich und das ganz besonders, wenn diese nur auf bestimmte Güterarten angewandt werden sollen. Die Erzeuger der Höchstpreisgüter erhalten ihr Einkommen ja in Preisen ihres Produktes abzüglich ihrer Unkosten. Da kann es praktisch vorkommen, dass die Unkosten über den Produktpreis zu stehen kommen; in jedem Falle
    573
    574 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s145.png [S. 145]))!! aber muss sich das fragliche Einkommen auflehnen gegen die übrigen, die ringsherum sich frei entfalten. Es wird gleichartige Arbeit nach verschiedenem Maasse gewertet und gerade das Bestehen und Anwenden des gleichen Maasstabs derart, dass die Erzeuger gleicher Arbeitswerte gleiches Einkommen beziehen, das ist das Kriterium der gesunden Wirtschaft.
    575
    576 Wenn wir nun, wie vordem bei der stabilen Wirtschaft die gedankliche Division des Nominaleinkomens in die Gesamtpreishöhe der Konsumgüter vornehmen, so ergibt sich nimmer die Zahl eins. Darüber oder darunter bietet sie den Anreiz zu Preis- oder Einkommenserhöhung. Jede Einkommenserhöhung ohne erhöhte Leistung ist als Versuch zu bewerten, Gütermengen, die einem bestimmten Stande zufliessen sollen, sich selbst anzueignen. Dieses Bestreben wurde zur dauernden Uebung ohne dass die teils sich dadurch selbst schädigenden Parteien die tatsächliche Wirkung gewahr wurden. Jede Kalkulation als Preis- und Einkommensgrundlage erfuhr im Laufe des Herstellungsprozesses so vielfache Verschiebungen, dass wir darin auch mit den verschiedensten Wertgrössen rechneten. Der so entstandene Preis war ein Mittelpreis einer gewissen Zeitspanne, ebenso die dafür erstatteten Einkommen. Gut und Einkommen gelangen nicht gleichzeitig auf den Markt, zudem stand es von papiernen Gesetzen abgesehen frei, die Güterpreise von der vorhergehenden nominellen Kalkulation zu lösen und darum finden auch die Grössen, die sich negieren sollen, sich als gleichnamig nicht vor.
    577
    578 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s146.png [S. 146]))!! Die stabile Währung hat aufgehört in jedem Augenblick, wo das Gleichgewicht des ersten Güteraustausches gestört wurde und weiter fortwirkt. Da also, wo Werteinheiten, die auf der Einkommenseite wirksam wurden, auf der Güterseite kein Gegenüber hatten und durch damit bedingten, notwendigen Preissteigerungen anderen berechtigten Gläubigern der Wirtschaft ihre Ansprüche schmälerten. Hier wurde das in Preisen und Einkommen angewandte einheitliche Maass, für das die Werteinheit in Geldform nur das Bewegungsmittel war, weil es eben als Nominaleinkommen der Produktion auf dem Fusse folgte, ausser Kurs gesetzt. Die Werteinheit stand nur als Gedanke zwischen den Preisen und Einkommen und schien wert, weil sie hier und dort auf ein wirkliches reales Gut projeziert werden kann und sich hier und dort auf einen gleich dimensionalen Wert, auf eine Arbeitsleistung oder, was das gleiche ist, auf den verkörperten Arbeitswert stützen kann und zwar, was wesentlich ist, in jedem Falle und nach jeder Seite auf einen in der Grösse immer gleichen Wert. Durch neu geschaffenes Einkommen ist die Werteinheit entthront worden und ihren Wert können wir jetzt im immerwährend Auf und Ab der Gegenseite, im Wechsel von Angebot und Nachfrage uns nicht mehr verdeutlichen;- wir können ihn auf nichts mehr beziehen. Darum können wir auch nicht mehr am Gelde schätzen, können ihm Warencharakter nicht zuerkennen und ebenso auch nicht die Funktion des Wertmessers.
    579
    580 Wenn wir unter Währung einen Masswert uns vorstellen, so können wir bei unstabiler Wirtschaft das Bestehen einer Währung
    581
    582 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s147.png [S. 147]))!! überhaupt verneinen. Die Güter- und Dienstleistungen in der Wirtschaft wurden infolge des nie zur Ruhe Kommens dadurch auch immer nur in den verschiedensten Währungen ausgedrückt; d.h. der immer gleich genannten Werteinheit wurde stets ein anderer ökonomischer Inhalt imputiert. Die Mark von gestern war etwas grundsätzlich anderes wie die von heute und jeder dazwischen liegenden Stunde. Was unserer Währung fehlte, um als solche angesprochen zu werden, war das Fehlen des rekurrenten Anschlusses an die Währung von gestern zur Umrechnung auf die neue und auf die einheitliche Einheit. Bei einer aus freien Stücken gewählten Währungsänderung muss das Preisnivenau sich ebenfalls umstellen, aber diese Umrechnung erfolgt in einem Zuge, und es bestehen dann die gleichen Relationen auf anderer Grundlage doch genau wie vordem. Bei unserer immerwährenden, nie zur Ruhe gelangenden Umrechnung waren Deklassierung, Krisen und Klassenkämpfe die notwendigen Folgen. Wenn die Inflation sich darin erschöpft hätte wirtschaftlich ungerechtfertigte, nicht durch Vorleistung erworbene Kaufkraft erzeugt zu haben, so wäre diese Wirkung allein, wenn sie jedermann gleichmässig und unentrinnbar getroffen hätte, eine notwendige Erscheinung gewesen. Die schlimmste Wirkung aber brachte sie uns in der Verschiebung der Einkommen.
    583
    584 Dass auch der Stand der Valuta in diesem Zusammenhange nichts wesentliches bedeutet, ist uns wohl klar geworden. Wir haben es hier mit einer durchaus innerwirtschaftlichen Erschei-
    585
    586
566 587
567 588
568 589