Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s139.png [S. 139]))!! raschen Entschluss. Wir
wissen es, dass der Staat aus eigener Kraft keine Mittel schaffen
kann, dass er die Posten für seine Ausgaben auf dem Wege über Steuern,
Zölle, Einnahmen aus Verwaltung, Bahn und Post usw. zu gewinnen suchen
muss, die Ausgaben des Staates sind also Unkostenfaktoren in der
Produktion und Opfer für jeden Beruf; in jedem Falle aber Abtretung
eines Anspruches auf den Gütervorrat der Nation. Im Kreislauf der
Wirtschaft wurde dargetan, wie alle Einkommen in Geld oder
geldgleicher Form aus der Genussgüterproduktion hervorgehen, wie sie
Bestandteile des Preises jener Produkte sind und wiederum die
Gesamteinkommen als Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Konsum
aufheben müssen. Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist
dem Realeinkommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der
Vorkriegswirtschaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung
getretene Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle
Deckung und Gegenüber im Gütervorrat des Landes, jeder Markbetrag, der
zur letzten Konsumtion ( Beschaffung zum Zwecke der Weiterveräusserung
blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte kaufkräftig wurde,
hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu, ja die Güter warteten
geradezu auf sein Kommen und auf ihre Abnahme. Die im Gelde
verkörperte oder die im kaufkräftigen Einkommen, auch wenn es
abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhende Werteinheit bedeutet
somit auch etwas durchaus reales, nämlich die Arbeitsleistung
angewandt auf ein Naturgut, die es zum Entstehen hat bringen lassen
und dann alle die gleichwertigen Güter 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s140.png [S. 140]))!! %%(math)die dafür
erhältlich sind. Wir sagten ja schon, dass die Einkommen mit einander
wohl in Beziehung stünden; wenn wir unser Einkommen in Gütern anlegen,
so mag uns im Vergleich dieser dafür erlangten Menge mit unserer
Leistung und im weiteren Vergleich mit der Konsummöglichkeit anderer
Berufe die Verhältnismässigkeit der Einkommen unter einander wohl
deutlich werden. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von
der wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle,
wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen eine
bewusste Tarifierung, es ist das Ergebnis der von gesellschaftlichen
Momenten beeinflussten Wirtschaftsordnung. Wenn wir aber die bezogenen
Einkommen ihrer Höhe nach aufteilen in Gütermengen mal Preis, so
erhalten wir die Zahl eins; d.h. soviel, als dass jedes Einkommen eine
reale Parallele im Gütervorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das
Equivalent seiner Leistung, sicher aber doch das Equivalent seines
Einkommens auf dem Markte erreichen kann. In der stabilen Währung muss
der ökonomische Inhalt der Werteinheit gleich sein, bezogen auf den
Arbeitswert jedes einzelnen Gutes, gemessen auch am Arbeitsaufwand
jeder einzelnen Tätigkeit, muss ferner gleich sein dem Extrakt aus der
ganzen Wirtschaft in der Form  \( {Realeinkommen \over
Nominaleinkommen} \) und bei reiner Goldwährung endlich gleich dem
Arbeitswerte, der der Einheit zu Grunde liegenden Goldmenge. Wo wir
auch das Maass anlegen, wir müssen immer die gleiche Grösse finden. %%
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s141.png [S. 141]))!! als wir die Steuerpolitik
des Staates unter geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen ins Auge
fassten und die Bindungen nun bis zur letzten Konsequenz verfolgten.
Nun haben wir die Kriegsfinanzierung im Auge und sind dabei auf dem
Wege, dem Wesen der unstabilen Währung näher zu kommen. Der Staat
schuf Kaufkräfte, ohne die vorhandenen seiner Bürger vorhergehend zu
schwächen. Das ist der grosse Unterschied der vom Staate ausgegebenen
diskontierten Schatzwechsel von dem Kaufmannswechsel, dass der
Präsentant des letzteren mit dem Schein eine Quittung über eine
Leistung, und zwar eine von der Wirtschaft akzeptierte Leistung in
Händen hält, während der Staat mit seinem Wechsel nicht Banknoten,
sondern aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld, aber das mit gleicher
Wirkung in Verkehr bringt. Damit fand er eine neue Form der
Steuererhebung, denn auch dadurch mussten die Anteile der einzelnen
geschmälert werden. Es ist in der Wirkung gleichgültig, ob ich
freiwillig einem bestimmten Konsum entsage oder ob andere neben mir
nicht durch Vorleistung legitimierte Einkommen genau so wie die
rechtmässigen zu kaufen vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie
die einzelnen ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht
jedermann im gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates
allerdings betrachtet, erweist sich diese Form als die denkbar
einfachste, denn er ist durch das ad hoc geschaffene Geld auch schon
im Besitze der Steuer. Er muss sie nicht eintreiben, sondern wir
müssen sie über uns ergehen lassen. Es sei gesagt, dass wir hier 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s142.png [S. 142]))!! %%(math)kritiklos diese
Entwicklung nur schildern wollen. Während wir in der stabilen
Wirtschaft ein gleichzeitiges und gleichnamiges Verlängern sowohl der
Einkommens als auch der Gütergrösse erkennen, sodass wir, wenn wir den
Preis als eine Indexzahl nehmen, sagen können: Preis ist gleich \(
{Realeinkommen \over Nominaleinkommen} \)  also \( {100 \over 10}{20
\over 2}{30 \over 3}{50 \over 5}\) und so immer die Preishöhe in
gleicher Lage ruhen bleibt erleben wir nun eine sich in
entgegengesetzter Richtung verändernde Reihe. Da Einkommen nur in
Konsumgütern Verwendung finden, dürfen wir die ungeheuren realen
Arbeitswerte der Kriegsindustrie nicht mit in Ansatz bringen und
unsere Gleichung schreitet mit zunehmender Entwicklung etwa so fort:
Preis ist gleich \( {100 \over -10}{ \over -}{20 \over 2}{ \over -}{30
\over 1}{ \over -}{50 \over 1}{100 \over ....}{1000 \over ....}\) Das
ist nicht so aufzufassen, als ob nun keinerlei Konsumgüter mehr
erzeugt worden wären und diese schliesslich bis auf 0 anlangten; es
soll damit vielmehr nur ausgedrückt sein, dass die Nominaleinkommen
stetig anschwollen, während die Gütermenge ständig die Tendenz zur
Verringerung aufwies. Periodisch gesehen, war es vielleicht
folgendermassen: \( {100 \over 10}\) dann \({200 \over 9}\) dann
\({300 \over 9}\) dann \({300 \over 8}\) usf. mit immerwährender
Vergrösserung des Zählers. Wir wollen ja aus diesen schematischen
Darstellungen weiter nichts gewinnen als eine Erklärung für die
Preissteigerung, die nicht, wie von metallistischer Seite wir hören
können, auf dem Misstrauen zum Papiergelde beruht und gar auf dem Wege
über die schlechtere Valutabewertung des Auslandes eben infolge des
Misstrauens zu unserem Gelde zur Wirkung gelangte und was dergleichen
sinnfällige Täuschungen der Kriegserscheinung mehr sind. Die
Preissteigerung hat vielmehr einen %%
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s143.png [S. 143]))!! ganz natürlichen
Hintergrund und es bedarf keines Misstrauens, auch nicht des rein
mechanisch quantitativen Einwirkens der Papiergeldmenge aus sich
selbst heraus auf die Preise, um Erklärungen für die Erscheinung zu
finden. Wir könnten analog unserer bisherigen Ausführungen
folgendermaassen erklären: Die alten Preise waren der Ausdruck einer
in den rechtmässigen Einkommen gegebenen Arbeitsleistung, nunmehr
treten Einkommen ohne solche Arbeitsleistung hinzu, und der
schliessliche Erfolg muss der sein, dass die Preise nominell steigen,
denn die Werteinheiten, die güterheischend am Markte erscheinen,
verkörpern nun in ihrer Mischung von rechtmässigem und unrechtmässigem
Einkommen zusammengenommen auch als einzelne Einheit einen geringeren
Arbeitswert und darum müssen mehr solche Einheiten für ein Gut gegeben
werden, d.h. die Preise müssen steigen. Es werden dadurch wieder alle
befriedigt, denn eine Unterscheidung der kaufkräftigen Werteinheiten
nach der Berechtigung ihrer Entstehung ist nicht möglich als auch
nicht statthaft. Weiterhin wesentlich ist noch der Umstand, dass die
Preissteigerung nicht alle gleichmässig betrifft, sondern abgestuft je
nach der Entfernung des Berufes vom Güterbesitz und der
Güterproduktion, etwa in der Reihenfolge Erzeuger, Händler, Agenten,
Makler, Arbeiter, Angestellte, Beamte und schliesslich Rentner, wobei
im einzelnen vorübergehende Verschiebungen natürlich durchaus möglich
sind. Im allgemeinen können wir sagen, dass eben die beweglichsten
Einkommen sich wiederum am schnellsten den wechselnden Verhältnissen
anpassen konnten. Jede Erhöhung des Unternehmergewinnes hat die

entfernt:
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s139.png [S. 139]))!! raschen Entschluss. Wir
wissen es, dass der Staat aus eigener Kraft keine Mittel schaffen
kann, dass er die Posten für seine Ausgaben auf dem Wege über Steuern,
Zölle, Einnahmen aus Verwaltung, Bahn und Post usw. zu gewinnen suchen
muss, die Ausgaben des Staates sind also Unkostenfaktoren in der
Produktion und Opfer für jeden Beruf; in jedem Falle aber Abtretung
eines Anspruches auf den Gütervorrat der Nation. Im Kreislauf der
Wirtschaft wurde dargetan, wie alle Einkommen in Geld oder
geldgleicher Form aus der Genussgüterproduktion hervorgehen, wie sie
Bestandteile des Preises jener Produkte sind und wiederum die
Gesamteinkommen als Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Konsum
aufheben müssen. Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist
dem Realeinkommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der
Vorkriegswirtschaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung
getretene Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle
Deckung und Gegenüber im Gütervorrat des Landes, jeder Markbetrag, der
zur letzten Konsumtion ( Beschaffung zum Zwecke der Weiterveräusserung
blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte kaufkräftig wurde,
hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu, ja die Güter warteten
geradezu auf sein Kommen und auf ihre Abnahme. Die im Gelde
verkörperte oder die im kaufkräftigen Einkommen, auch wenn es
abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhende Werteinheit bedeutet
somit auch etwas durchaus reales, nämlich die Arbeitsleistung
angewandt auf ein Naturgut, die es zum Entstehen hat bringen lassen
und dann alle die gleichwertigen Güter
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s140.png [S. 140]))!! %%(math)die dafür
erhältlich sind. Wir sagten ja schon, dass die Einkommen mit einander
wohl in Beziehung stünden; wenn wir unser Einkommen in Gütern anlegen,
so mag uns im Vergleich dieser dafür erlangten Menge mit unserer
Leistung und im weiteren Vergleich mit der Konsummöglichkeit anderer
Berufe die Verhältnismässigkeit der Einkommen unter einander wohl
deutlich werden. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von
der wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle,
wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen eine
bewusste Tarifierung, es ist das Ergebnis der von gesellschaftlichen
Momenten beeinflussten Wirtschaftsordnung. Wenn wir aber die bezogenen
Einkommen ihrer Höhe nach aufteilen in Gütermengen mal Preis, so
erhalten wir die Zahl eins; d.h. soviel, als dass jedes Einkommen eine
reale Parallele im Gütervorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das
Equivalent seiner Leistung, sicher aber doch das Equivalent seines
Einkommens auf dem Markte erreichen kann. In der stabilen Währung muss
der ökonomische Inhalt der Werteinheit gleich sein, bezogen auf den
Arbeitswert jedes einzelnen Gutes, gemessen auch am Arbeitsaufwand
jeder einzelnen Tätigkeit, muss ferner gleich sein dem Extrakt aus der
ganzen Wirtschaft in der Form  \( {Realeinkommen \over
Nominaleinkommen} \) und bei reiner Goldwährung endlich gleich dem
Arbeitswerte, der der Einheit zu Grunde liegenden Goldmenge. Wo wir
auch das Maass anlegen, wir müssen immer die gleiche Grösse finden.%%
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s141.png [S. 141]))!! als wir die Steuerpolitik
des Staates unter geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen ins Auge
fassten und die Bindungen nun bis zur letzten Konsequenz verfolgten.
Nun haben wir die Kriegsfinanzierung im Auge und sind dabei auf dem
Wege, dem Wesen der unstabilen Währung näher zu kommen. Der Staat
schuf Kaufkräfte, ohne die vorhandenen seiner Bürger vorhergehend zu
schwächen. Das ist der grosse Unterschied der vom Staate ausgegebenen
diskontierten Schatzwechsel von dem Kaufmannswechsel, dass der
Präsentant des letzteren mit dem Schein eine Quittung über eine
Leistung, und zwar eine von der Wirtschaft akzeptierte Leistung in
Händen hält, während der Staat mit seinem Wechsel nicht Banknoten,
sondern aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld, aber das mit gleicher
Wirkung in Verkehr bringt. Damit fand er eine neue Form der
Steuererhebung, denn auch dadurch mussten die Anteile der einzelnen
geschmälert werden. Es ist in der Wirkung gleichgültig, ob ich
freiwillig einem bestimmten Konsum entsage oder ob andere neben mir
nicht durch Vorleistung legitimierte Einkommen genau so wie die
rechtmässigen zu kaufen vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie
die einzelnen ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht
jedermann im gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates
allerdings betrachtet, erweist sich diese Form als die denkbar
einfachste, denn er ist durch das ad hoc geschaffene Geld auch schon
im Besitze der Steuer. Er muss sie nicht eintreiben, sondern wir
müssen sie über uns ergehen lassen. Es sei gesagt, dass wir hier