Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s149.png [S. 149]))!! Betrachten wir auf der
anderen Seite die HĂ€ndler auf dem Markte. Befolgten sie wirklich die
Gesetze der Behörden betreff Preisfixierung, dann gÀben sie gegen die
Werteinheiten in Geldform in ihren Waren kein Equivalent gleichen
Wertes hin, sondern ein Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust
bedeutet wieder Gewinn fĂŒr den Konsumenten. Ebenso stand es mit der
Stundung von Schulden im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den
VerhÀltnissen Rechnung tragenden und sie erkennenden Einstellung
konnten auch hier wiederum private Gewinne oder Verluste eine
Folgeerscheinung der Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der
einen Seite im Export Valutagewinne erzielen, die im Innenhandel
möglicherweise vergrössert, möglicherweise aber auch vielleicht gar
aufgezehrt werden konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten,
besonders die freien Berufe, wie KĂŒnstler, Schriftsteller usw. fast
völlig einkommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung nicht mehr
das Equivalent der QualitÀt der Arbeit bedeutet, dass ungelernte
Arbeit nahezu gleich gesetzt wurde mit individuellster, kĂŒnstlerischer
Handarbeit. Mit der Verschiebung der Einkommen ging auch die
Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten
sich breit, ein Heer von ZwischenhÀndlern, Agenten und KommissionÀren,
die ihr Einkommen lediglich in der AusnĂŒtzung von Preisspannungen
bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate die
Schaffung bisher unbekannter Aemter; – es war im ganzen ein Abwandern
von der unmittelbar produktiven TĂ€tigkeit.
Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s150.png [S. 150]))!! der Geldbeschaffung auf
den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la hausse auf weite Sicht. Nicht
vergessen wollen wir die mögliche Ausnutzung der verschiedenen
Kurssetzungen auf den WeltmarktplÀtzen. Ueberlegen wir auch, dass das,
was wir mehr verzehrten, als wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die
Konsumenten und Verlust sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter,
mit denen der Ausgleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.
Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln sprengte, wie sie
die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb, weil sie in
der Neuschaffung von solchen kein einheitliches Arbeitswertmaass mehr
anwenden liess, weil sie die Bindung zwischen Einkommen und Preisen
zerstörte. Was in langer Entwicklung gewachsen war, was das Fundament
eines Staates, was die Struktur der Gesellschaft bedeutet, das wurde
durcheinander geschĂŒttelt und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer so viel und weit
verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft wissen wir. Im Lande
mit realem Austausch liegen Produktion und Verbrauch zu nahe beisammen
und sind zu eng gebunden, als dass wir den Versuch machen könnten,
Opfer von uns auf andere abzuwÀlzen und umgekehrt von anderer Leute
Arbeit zu schmarotzen. Wir dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde
als einer Erscheinungsform der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem
Chaos zuschreiben und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen
und der einzig möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden
Entwicklung.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s151.png [S. 151]))!! Dass wir in der modernen
Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig bringen mussten, nicht gleich
als solche fĂŒr den einzelnen verspĂŒrten und nicht verspĂŒren wollten,
dass uns die Scheinmöglichkeit belassen wurde, sie auf andere
abzuwÀlzen, ohne dass die Volkswirtschaft als ganzes Schaden nehme,
dass liess den Kampf und die Verschiebung der Einkommen Folge werden.
Wir erkennen also, nicht die Preissteigerung, auch nicht der Stand der
Valuta ist das Entscheidende und SchÀdigende der Inflation und beides
ist kein Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres
Elends. Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte
Störung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der
Inflation, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter und
notwendig bedingt durch stÀndig neu geschaffene Einkommenswellen, die
jegliches Ausgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten und jegliches
Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass Arbeit war im
Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil es die Beziehung zu
den Preisen und den durch Arbeitsaufwand erzeugten GĂŒtern verloren
hatte.
Das Charakteristikum der stabilen WÀhrung ist ParallelitÀt in der
Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschaftspole, Einkommen und
Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in nur jeweils anderer
ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Werte beim GĂŒtertausch. Das
Merkmal der unstabilen WÀhrung bedeutet das Brechen dieser GrundsÀtze
und damit das Zerstören des doppelt gebundenen Maasses der Arbeit. Der
Boden, auf dem die unstabile