Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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586 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s148.png [S. 148]))!!nung zu tun und die Valuta lĂ€sst nur das Chaos der Wirtschaft in besonders grellem Lichte erscheinen. Ebenso wenig dĂŒrfen wir glauben, fehlende Werte vom Ausland gestellt zu erhalten. Die ganze Wirkung muss sich im Lande selbst kundtun. In erster Linie umgewĂ€lzt wurde alles, was mit einer Forderung oder Schuld in irgendeiner Form zusammen hing. Was das Einkommen anlangt, so sagten wir davon bei der stabilen WĂ€hrung, dass wir mit ihm gleichzeitig im Besitze des Equivalents hiezu sind und eine Auswahl gleicher Werte auf dem Markte uns zur VerfĂŒgung steht. Bei der gestörten Wirtschaft ist das Einkommen schon einmal in der Spanne, in der es dem einzelnen zur VerfĂŒgung gelangt, nur mehr oder weniger dasjenige einer WĂ€hrung niedrigeren und verschiedensten Wertes; nĂ€mlich eines solchen, der auf dem GĂŒtermarkte bereits in der Vergangenheit in Anwendung gebracht wurde. Dagegen könnte es möglicherweise auch ein Einkommen sein mit einer Wertmaass-Zugrundelegung, die auf dem GĂŒtermarkte erst spĂ€terhin Regel wird; – auf der einen Seite also ein Einkommen, das nicht annĂ€hernd das Equivalent der Arbeitsleistung und – das ist wesentlich – auch nicht das des Einkommens am Tage der Leistung und auch nicht an dem des Bezuges darstellt, auf der anderen Seite wieder ein solches, das sofort ausgegeben, den KĂ€ufer in den Besitz grösserer GĂŒtermengen setzt, als er an Werten der Wirtschaft beigesteuert hat oder bei Vorauszahlung nach leisten wird. Die meisten wirtschaftlichen Fragen waren nicht mehr solche der Ueberlegung und die einer Kalkulation, sondern Machfragen der Berufsorganisationen. 586 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s148.png [S. 148]))!!nung zu tun und die Valuta lĂ€sst nur das Chaos der Wirtschaft in besonders grellem Lichte erscheinen. Ebenso wenig dĂŒrfen wir glauben, fehlende Werte vom Ausland gestellt zu erhalten. Die ganze Wirkung muss sich im Lande selbst kundtun. In erster Linie umgewĂ€lzt wurde alles, was mit einer Forderung oder Schuld in irgendeiner Form zusammen hing. Was das Einkommen anlangt, so sagten wir davon bei der stabilen WĂ€hrung, dass wir mit ihm gleichzeitig im Besitze des Equivalents hiezu sind und eine Auswahl gleicher Werte auf dem Markte uns zur VerfĂŒgung steht. Bei der gestörten Wirtschaft ist das Einkommen schon einmal in der Spanne, in der es dem einzelnen zur VerfĂŒgung gelangt, nur mehr oder weniger dasjenige einer WĂ€hrung niedrigeren und verschiedensten Wertes; nĂ€mlich eines solchen, der auf dem GĂŒtermarkte bereits in der Vergangenheit in Anwendung gebracht wurde. Dagegen könnte es möglicherweise auch ein Einkommen sein mit einer Wertmaass-Zugrundelegung, die auf dem GĂŒtermarkte erst spĂ€terhin Regel wird; – auf der einen Seite also ein Einkommen, das nicht annĂ€hernd das Equivalent der Arbeitsleistung und – das ist wesentlich – auch nicht das des Einkommens am Tage der Leistung und auch nicht an dem des Bezuges darstellt, auf der anderen Seite wieder ein solches, das sofort ausgegeben, den KĂ€ufer in den Besitz grösserer GĂŒtermengen setzt, als er an Werten der Wirtschaft beigesteuert hat oder bei Vorauszahlung nach leisten wird. Die meisten wirtschaftlichen Fragen waren nicht mehr solche der Ueberlegung und die einer Kalkulation, sondern Machfragen der Berufsorganisationen.
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588 588 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s149.png [S. 149]))!! Betrachten wir auf der anderen Seite die HĂ€ndler auf dem Markte. Befolgten sie wirklich die Gesetze der Behörden betreff Preisfixierung, dann gĂ€ben sie gegen die Werteinheiten in Geldform in ihren Waren kein Equivalent gleichen Wertes hin, sondern ein Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust bedeutet wieder Gewinn fĂŒr den Konsumenten. Ebenso stand es mit der Stundung von Schulden im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den VerhĂ€ltnissen Rechnung tragenden und sie erkennenden Einstellung konnten auch hier wiederum private Gewinne oder Verluste eine Folgeerscheinung der Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der einen Seite im Export Valutagewinne erzielen, die im Innenhandel möglicherweise vergrössert, möglicherweise aber auch vielleicht gar aufgezehrt werden konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten, besonders die freien Berufe, wie KĂŒnstler, Schriftsteller usw. fast völlig einkommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung nicht mehr das Equivalent der QualitĂ€t der Arbeit bedeutet, dass ungelernte Arbeit nahezu gleich gesetzt wurde mit individuellster, kĂŒnstlerischer Handarbeit. Mit der Verschiebung der Einkommen ging auch die Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten sich breit, ein Heer von ZwischenhĂ€ndlern, Agenten und KommissionĂ€ren, die ihr Einkommen lediglich in der AusnĂŒtzung von Preisspannungen bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate die Schaffung bisher unbekannter Aemter; – es war im ganzen ein Abwandern von der unmittelbar produktiven TĂ€tigkeit.
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590 590 Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
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    592 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s150.png [S. 150]))!! der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den WeltmarktplĂ€tzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die Konsumenten und Verlust sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter, mit denen der Ausgleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.
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    594 Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln sprengte, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb, weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwischen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in langer Entwicklung gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschĂŒttelt und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
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    596 Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer so viel und weit verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft wissen wir. Im Lande mit realem Austausch liegen Produktion und Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass wir den Versuch machen könnten, Opfer von uns auf andere abzuwĂ€lzen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungsform der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden Entwicklung.
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    598 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s151.png [S. 151]))!! Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig bringen mussten, nicht gleich als solche fĂŒr den einzelnen verspĂŒrten und nicht verspĂŒren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit belassen wurde, sie auf andere abzuwĂ€lzen, ohne dass die Volkswirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Entscheidende und SchĂ€digende der Inflation und beides ist kein Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends. Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Störung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Inflation, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter und notwendig bedingt durch stĂ€ndig neu geschaffene Einkommenswellen, die jegliches Ausgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand erzeugten GĂŒtern verloren hatte.
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    600 Das Charakteristikum der stabilen WĂ€hrung ist ParallelitĂ€t in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschaftspole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in nur jeweils anderer ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Werte beim GĂŒtertausch. Das Merkmal der unstabilen WĂ€hrung bedeutet das Brechen dieser GrundsĂ€tze und damit das Zerstören des doppelt gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile
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    602 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s152.png [S. 152))!! WĂ€hrung Raum hat, ist die wirtschaftliche Not; die Inflation war gewissermassen nur ein mit Notwendigkeit ausbrechendes Mittel, sie uns fĂŒhlbar werden zu lassen, und sie hatte im Gefolge die wirtschaftliche und gesellschaftliche SchĂ€digung, wie wir sie bei unserer Betrachtung kennen lernten.
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    604 Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den Boden der Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsĂ€chliche und praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um die Wahrheit der vorher entwickelten SĂ€tze hier zu erhĂ€rten. Wir stellten diese Betrachtung an den Schluss, weil wir sie fĂŒr den Aufbau unserer Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rĂŒckwĂ€rts von den Tatsachen ableiten, sondern diese auf eine theoretische Meinung projezieren.
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    606 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s153.png [S. 153))!!
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    608 ====VI. Schlussbetrachtung.==
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    610 RĂŒckblicken wir noch einmal den ganzen Weg unserer Untersuchung und vergegenwĂ€rtigen wir uns die gewonnenen Resultate all der detaillierten Betrachtungen, so gelangen wir aus all dem zu der Erkenntnis, dass, solange wir Geldpolitik im Auge haben und nur die oder jene WĂ€hrungsreform, wir kaum ĂŒber eine historische Beschreibung hinaus kommen werden. Wenn wir streiten ĂŒber Metallismus oder Nominalismus, so wollen wir doch nicht vergessen, dass diese Namen eben nur WĂ€hrungs f o r m e n sein sollen, und wir wissen nicht einmal, in welch' hohem Maasse sie durch die Ă€usseren Bedingtheiten der Wirtschaftsordnung der Gesellschaft der Technik und der Entwicklung jeweils bedingt sind. Ist es nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich, dass irgendeine kommende Zeit unser heutiges Geld mit den gleichen Augen betrachtet, wie wir heute dasjenige alter, primitiver Völker, die Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches verwandten? MĂŒssen wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das allein herrschende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine Papiergeld untersuchen, mĂŒssen wir da nicht uns in die Zeit heinein stellen, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortentwicklung notwendig dauernd neue Formen des Geldes schaffen muss? Können wir unsere heutige Wirtschaft und ihren Kreislauf
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    612 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s154.png [S. 154))!! begreifen wollen, ohne eine lange vorhergehende [ergĂ€nzt: unleserlich ....] Entwicklung? Und wenn wir diese zu ihrem Begriffe fĂŒr [ergĂ€nzt: unleserlich ....] ansehen, mĂŒssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das ist ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft in jeder Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr treuester Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesentliche, was heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glauben, was ehedem einmal wirksam war, das mĂŒssen wir auch heute anerkennen und muss uns unverĂ€ndert Regel sein; – das sind die strengen Metallisten, die einen Stoffwert des Geldes verlangen. Ihnen gegenĂŒber die anderen, die da sagen: Was in der Historie zurĂŒcklag, ist in unsere Wirtschaft ĂŒbergegangen, die ja alle diese Phasen durchmaass, und wie ihre Entwicklung, so auch mit ihr die des Geldes. Wenn, um vom Einzelindividuum zur Gemeinschaft, um vom Einzeltausch, vom ZufĂ€lligen zur Wirtschaft und zum MarktmĂ€ssigen zu gelangen, ehedem ein reales Gut nötig war, so ist, das zu beschreiben, Angelegenheit der Entwicklungsgeschichte und es ist dadurch noch keineswegs bewiesen, dass wir auch heute noch im Gelde eines solchen realen Gutes bedĂŒrfen. Alle weiteren AusfĂŒhrungen sind uns ja bekannt.
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    614 Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn unsere Betrachtung dabei ĂŒberhaupt Sinn haben soll, dann mĂŒssen wir sie ĂŒber das chartale Geld hinaus ausdehnen, denn dieses ist nur Bestandteil eines ĂŒbergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkrĂ€ftigen und – berechtigten Einkommens oder wir mĂŒssen unter Geld
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    616 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s155.png [S. 155))!! schlechthin als Technik verstehen, die dessen Bestandteile mobil macht. Das ganze Problem ist doch in jeder Wirtschaft, – das ist unverrĂŒckbar – roh ausgedrĂŒckt dieses: die von einer Gruppe erzeugten GĂŒter nach irgendeinem SchlĂŒssel wieder unter sie zu verteilen; in unserem Falle, die in arbeitsteiliger Produktion erstellten Waren gemĂ€ss den Prinzipien der kapitalistischen Wirtschaft als ganzes unter die Einzelglieder aufzuteilen. Das Geld ist das Instrument der Distribution. Wo eine Verteilung notwendig wird, gleich in welcher Wirtschaftsordnung das wĂ€re, da muss Geld in diesem Sinne, und wĂ€re es nur ein blosses Abrechnungsverfahren in Funktion treten. Erscheint es nicht sinnlos, ĂŒber den Stoff des Geldes zu streiten da, wo es in dem, dem Sprachgebrauch nach angewandten Sinne des chartalen Geldes nur eine Untergruppe des wirklich wirksamen, weit reichenden gedanklichen "Geldes" bedeutet? Und doch, auch wenn wir dieses grosse "Geld" in eine einzige Bewegungsform zusammenfassen könnten, auch dann wĂ€re wohl der Stoff nicht von so weittragender Bedeutung. Im Gelde aber lebt die Idee der Werteinheit, es lautet auf solche und da ist nun wieder die Frage: Wenn schon der Stoff des Geldes nicht entscheidend und unterscheidend sein soll, wie aber soll denn die Werteinheit definiert werden; welches ist ihr Wert und mit ihr der des auf ihre Einheiten gestellten Geldes? Wenn die verschiedensten WĂ€hrungen nebeneinander bestehen können, – hier haben wir reinen Metallismus und ausschliessliches Stoffgeld, dort huldigen wir dem Nominalismus und kennen nur Papier – wenn diese
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    618 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s156.png [S. 156))!! beide in sich durchaus stabil sind und stets das gleiche VerhĂ€ltnis ( gleiche Wechselkurse ) zu einander aufweisen; ja wir könnten sogar ihre Wirtschaft als kongruent hinstellen, soll da wirklich in jedem einzelnen Falle die Werteinheit etwas grundsĂ€tzlich verschiedenes darstellen und, wenn das der Fall wĂ€re, könnte dann die Werteinheit ĂŒberhaupt noch etwas wesentliches bedeuten?
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    620 Es lautet nicht nur das Geld auf Werteinheiten, sondern das ist Merkmal aller Dinge um uns, und nichts ist, was nicht in solchen ausdrĂŒckbar und durch sie vergleichbar wĂ€re. FĂŒgen wir dazu noch, was wir als Aufgabe des Geldes erkannt haben, die GĂŒterdistribution durchzufĂŒhren, so kann uns nichts mehr den wahren Inhalt der Werteinheit verschleiern. Die Grundlage jeder Wirtschaft und jeder Konsummöglichkeit ist die vorher getĂ€tigte Arbeit; sie allein kann uns den toten Stoff der Natur in bedĂŒrfnisbefriedigende GĂŒter umwandeln. All diess insgesamt, die Art der Produktion ist nebensĂ€chlich, sofern nur ein Zusammenarbeiten stattfand, unter die Erzeuger aufzuteilen, das ist Sache des Geldes. Die GĂŒter unter sich, das geht daraus hervor, sind nur Verkörperung eines gewissen Arbeitsaufwandes und nur diese Menge allein bildet gegenseitiges Unterscheidungsmerkmal. Sollen wir uns tĂ€uschen lassen dadurch, dass die GĂŒter Preise haben, die uns nicht ohne weiteres den Zusammenhang mit menschlicher Arbeit auch gleich Ă€usserlich erkennen lassen? Ist nicht das, was wir eben sagten, so primĂ€r, so unumstösslich fest, dass wir die Preise, die nur durch Zahl unterschiedenen Einheiten, dann eben auch nur als AusdrĂŒcke einer gewissen Arbeits-
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    622 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s157.png [S. 157))!!menge begreifen mĂŒssen? Kann uns in diesem Falle eine historische Tatsache, wie es der Preise und die in ihm wirksame Werteinheit ist, dazu verfĂŒhren, das UrsprĂŒnglichste nimmer zu erkennen. Wir bekĂŒmmern uns jetzt nicht darum, wie diese Einheit entstanden ist, welche Grösse sie verkörpert; wir begreifen nur, dass, wenn GĂŒter auf solche Einheiten lauten und wenn die Zahl dieser Einheiten das Unterscheidungsmerkmal jener untereinander bedeuten, dann muss jede solche Einheit wenigstens gedanklich eine bestimmte Menge Arbeit vorstellen. Um weiter, wenn wir den Stoff unserer angewandten Arbeit nimmer in HĂ€nden, vielmehr ihn hingegeben haben fĂŒr eine gesellschaftlich garantierte Bescheinigung, fĂŒr die wir dann wieder das gleiche Gut oder andere solche gleicher vergegenstĂ€ndlichter Arbeit erlangen können; ist es nicht selbstverstĂ€ndlich, dass die Bescheinigung gleichnamig sein muss mit den GĂŒtern, muss sie nicht auf solche Einheiten lauten, in ihnen eben jene gleiche Menge Arbeit versinnbildlichen? Das letztere ist eine abgeleitete Erscheinung und logische Folge der unumstösslichen ewig bestehenden Tatsache, dass die Arbeit allein das Maass des Wertes bedeutet. Eine Geldpolitik, dem gegenĂŒber eine moderne Erscheinung, sie mag im Laufe der Zeiten und der Entwicklung sich wandeln noch weiter, als unsere Phantasie sich trĂ€umen lĂ€sst; nimmermehr wird sie, solange es ihrer Aufgabe obliegt, GĂŒter zur Verteilung bringen, diese nach einem anderen Modus in Bewegung setzen und sie anders differenzieren können als nach dem Maasse der in ihnen vergegenstĂ€ndlichten Arbeit.
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    624 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s158.png [S. 158))!! Wenn wir nicht die Arbeits m e n g e als Einheit der GĂŒter, der Einkommen und damit auch des Geldes in Anwendung brachten, sondern diese Menge noch verknĂŒpften mit dem W e r t e der Arbeit, so bedeutet das nur einen Korrekturposten, den einzusetzen uns die kapitalistische Wirtschaft zwingt, beruhend auf der Verschiebung der Einkommensarten untereinander. Die GĂŒter selbst werden sich in ihrem wirklichen Arbeitswerte nicht zu sehr und nur selten entfernen können, die Nominaleinkommen dagegen, die in der reinen Oekonomie auch im einzelnen die genauen Gegengrössen zum einzelnen Arbeitsaufwand darstellen, sind in der kapitalistischen Wirtschaft auf Grund eines gesellschaftlichen Monopols zu Gunsten der Kapitalbesitzer verkĂŒrzt. Darum erkannten wir auch in der Definition auf Arbeits w e r t menge und verstehen dabei unter Wert eigentlich nur die falsche Wertung einer gewissen Wirtschaftsordnung. Es bedeutet einen Schönheitsfehler dieser Aera, der mit Ueberwindung derselben wenigstens in diese Form in Wegfall geraten wĂŒrde. Alles Streben drĂ€ngt zur reinen Oekonomie.
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    626 Betrachten wir nun noch zuletzt die intervalutaren VerhĂ€ltnisse und was sie uns zu sagen wissen. Namen sind Schall und Rauch; auch andere Namen von Werteinheiten geben uns doch keine neuen Inhalte. Auch hier wie ĂŒberall walten diese besagten gleichen Gesetze und auch von Land zu Land ist keine andere Bewegung der GĂŒter möglich, kein anderes Vergleichsmaass gegeben, als die menschliche Arbeit. Was innerhalb der Staatsgrenzen die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung erreicht, die Störung des reinen
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