Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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590 Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
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592 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s150.png [S. 150]))!! der Geldbeschaffung auf den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la hausse auf weite Sicht. Nicht vergessen wollen wir die mögliche Ausnutzung der verschiedenen Kurssetzungen auf den WeltmarktplĂ€tzen. Ueberlegen wir auch, dass das, was wir mehr verzehrten, als wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die Konsumenten und Verlust sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter, mit denen der Ausgleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.
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594 Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln sprengte, wie sie die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb, weil sie in der Neuschaffung von solchen kein einheitliches Arbeitswertmaass mehr anwenden liess, weil sie die Bindung zwischen Einkommen und Preisen zerstörte. Was in langer Entwicklung gewachsen war, was das Fundament eines Staates, was die Struktur der Gesellschaft bedeutet, das wurde durcheinander geschĂŒttelt und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
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596 Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer so viel und weit verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft wissen wir. Im Lande mit realem Austausch liegen Produktion und Verbrauch zu nahe beisammen und sind zu eng gebunden, als dass wir den Versuch machen könnten, Opfer von uns auf andere abzuwĂ€lzen und umgekehrt von anderer Leute Arbeit zu schmarotzen. Wir dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde als einer Erscheinungsform der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem Chaos zuschreiben und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen und der einzig möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden Entwicklung.
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598 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s151.png [S. 151]))!! Dass wir in der modernen Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig bringen mussten, nicht gleich als solche fĂŒr den einzelnen verspĂŒrten und nicht verspĂŒren wollten, dass uns die Scheinmöglichkeit belassen wurde, sie auf andere abzuwĂ€lzen, ohne dass die Volkswirtschaft als ganzes Schaden nehme, dass liess den Kampf und die Verschiebung der Einkommen Folge werden. Wir erkennen also, nicht die Preissteigerung, auch nicht der Stand der Valuta ist das Entscheidende und SchĂ€digende der Inflation und beides ist kein Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres Elends. Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte Störung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der Inflation, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter und notwendig bedingt durch stĂ€ndig neu geschaffene Einkommenswellen, die jegliches Ausgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten und jegliches Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass Arbeit war im Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil es die Beziehung zu den Preisen und den durch Arbeitsaufwand erzeugten GĂŒtern verloren hatte.
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600 Das Charakteristikum der stabilen WĂ€hrung ist ParallelitĂ€t in der Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschaftspole, Einkommen und Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in nur jeweils anderer ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Werte beim GĂŒtertausch. Das Merkmal der unstabilen WĂ€hrung bedeutet das Brechen dieser GrundsĂ€tze und damit das Zerstören des doppelt gebundenen Maasses der Arbeit. Der Boden, auf dem die unstabile
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602 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s152.png [S. 152))!! WĂ€hrung Raum hat, ist die wirtschaftliche Not; die Inflation war gewissermassen nur ein mit Notwendigkeit ausbrechendes Mittel, sie uns fĂŒhlbar werden zu lassen, und sie hatte im Gefolge die wirtschaftliche und gesellschaftliche SchĂ€digung, wie wir sie bei unserer Betrachtung kennen lernten.
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604 Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den Boden der Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsĂ€chliche und praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um die Wahrheit der vorher entwickelten SĂ€tze hier zu erhĂ€rten. Wir stellten diese Betrachtung an den Schluss, weil wir sie fĂŒr den Aufbau unserer Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rĂŒckwĂ€rts von den Tatsachen ableiten, sondern diese auf eine theoretische Meinung projezieren.
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