Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s150.png [S. 150]))!! der Geldbeschaffung auf
den Wechsel hin, von Spekulationen Ă  la hausse auf weite Sicht. Nicht
vergessen wollen wir die mögliche Ausnutzung der verschiedenen
Kurssetzungen auf den WeltmarktplÀtzen. Ueberlegen wir auch, dass das,
was wir mehr verzehrten, als wir erzeugten, Gewinn bedeutet fĂŒr die
Konsumenten und Verlust sein muss fĂŒr die Besitzer der KapitalgĂŒter,
mit denen der Ausgleich hat bewerkstelligt werden mĂŒssen.
Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln sprengte, wie sie
die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb, weil sie in
der Neuschaffung von solchen kein einheitliches Arbeitswertmaass mehr
anwenden liess, weil sie die Bindung zwischen Einkommen und Preisen
zerstörte. Was in langer Entwicklung gewachsen war, was das Fundament
eines Staates, was die Struktur der Gesellschaft bedeutet, das wurde
durcheinander geschĂŒttelt und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer so viel und weit
verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft wissen wir. Im Lande
mit realem Austausch liegen Produktion und Verbrauch zu nahe beisammen
und sind zu eng gebunden, als dass wir den Versuch machen könnten,
Opfer von uns auf andere abzuwÀlzen und umgekehrt von anderer Leute
Arbeit zu schmarotzen. Wir dĂŒrfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde
als einer Erscheinungsform der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem
Chaos zuschreiben und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen
und der einzig möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden
Entwicklung.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s151.png [S. 151]))!! Dass wir in der modernen
Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig bringen mussten, nicht gleich
als solche fĂŒr den einzelnen verspĂŒrten und nicht verspĂŒren wollten,
dass uns die Scheinmöglichkeit belassen wurde, sie auf andere
abzuwÀlzen, ohne dass die Volkswirtschaft als ganzes Schaden nehme,
dass liess den Kampf und die Verschiebung der Einkommen Folge werden.
Wir erkennen also, nicht die Preissteigerung, auch nicht der Stand der
Valuta ist das Entscheidende und SchÀdigende der Inflation und beides
ist kein Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres
Elends. Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte
Störung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der
Inflation, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen GĂŒter und
notwendig bedingt durch stÀndig neu geschaffene Einkommenswellen, die
jegliches Ausgleichsbestreben von neuem ĂŒberfluteten und jegliches
Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass Arbeit war im
Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil es die Beziehung zu
den Preisen und den durch Arbeitsaufwand erzeugten GĂŒtern verloren
hatte.
Das Charakteristikum der stabilen WÀhrung ist ParallelitÀt in der
Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschaftspole, Einkommen und
Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in nur jeweils anderer
ZusammenfĂŒgung; das restlose Aufgehen der Werte beim GĂŒtertausch. Das
Merkmal der unstabilen WÀhrung bedeutet das Brechen dieser GrundsÀtze
und damit das Zerstören des doppelt gebundenen Maasses der Arbeit. Der
Boden, auf dem die unstabile
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s152.png [S. 152))!! WĂ€hrung Raum hat, ist die
wirtschaftliche Not; die Inflation war gewissermassen nur ein mit
Notwendigkeit ausbrechendes Mittel, sie uns fĂŒhlbar werden zu lassen,
und sie hatte im Gefolge die wirtschaftliche und gesellschaftliche
SchÀdigung, wie wir sie bei unserer Betrachtung kennen lernten.
Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den Boden der
Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsÀchliche und
praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um die Wahrheit der
vorher entwickelten SÀtze hier zu erhÀrten. Wir stellten diese
Betrachtung an den Schluss, weil wir sie fĂŒr den Aufbau unserer
Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rĂŒckwĂ€rts von den Tatsachen
ableiten, sondern diese auf eine theoretische Meinung projezieren.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s153.png [S. 153))!!
====VI. Schlussbetrachtung.==
RĂŒckblicken wir noch einmal den ganzen Weg unserer Untersuchung und
vergegenwÀrtigen wir uns die gewonnenen Resultate all der
detaillierten Betrachtungen, so gelangen wir aus all dem zu der
Erkenntnis, dass, solange wir Geldpolitik im Auge haben und nur die
oder jene WĂ€hrungsreform, wir kaum ĂŒber eine historische Beschreibung
hinaus kommen werden. Wenn wir streiten ĂŒber Metallismus oder
Nominalismus, so wollen wir doch nicht vergessen, dass diese Namen
eben nur WĂ€hrungs f o r m e n sein sollen, und wir wissen nicht
einmal, in welch' hohem Maasse sie durch die Àusseren Bedingtheiten
der Wirtschaftsordnung der Gesellschaft der Technik und der
Entwicklung jeweils bedingt sind. Ist es nicht nur möglich, sondern
sogar wahrscheinlich, dass irgendeine kommende Zeit unser heutiges
Geld mit den gleichen Augen betrachtet, wie wir heute dasjenige alter,
primitiver Völker, die Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches
verwandten? MĂŒssen wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das
allein herrschende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine
Papiergeld untersuchen, mĂŒssen wir da nicht uns in die Zeit heinein
stellen, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und
sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortentwicklung
notwendig dauernd neue Formen des Geldes schaffen muss? Können wir
unsere heutige Wirtschaft und ihren Kreislauf
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s154.png [S. 154))!! begreifen wollen, ohne
eine lange vorhergehende [ergÀnzt: unleserlich ....] Entwicklung? Und
wenn wir diese zu ihrem Begriffe fĂŒr [ergĂ€nzt: unleserlich ....]
ansehen, mĂŒssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das ist
ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft in jeder
Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr treuester
Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesentliche, was
heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glauben, was ehedem
einmal wirksam war, das mĂŒssen wir auch heute anerkennen und muss uns
unverĂ€ndert Regel sein; – das sind die strengen Metallisten, die einen
Stoffwert des Geldes verlangen. Ihnen gegenĂŒber die anderen, die da
sagen: Was in der Historie zurĂŒcklag, ist in unsere Wirtschaft
ĂŒbergegangen, die ja alle diese Phasen durchmaass, und wie ihre
Entwicklung, so auch mit ihr die des Geldes. Wenn, um vom
Einzelindividuum zur Gemeinschaft, um vom Einzeltausch, vom ZufÀlligen
zur Wirtschaft und zum MarktmÀssigen zu gelangen, ehedem ein reales
Gut nötig war, so ist, das zu beschreiben, Angelegenheit der
Entwicklungsgeschichte und es ist dadurch noch keineswegs bewiesen,
dass wir auch heute noch im Gelde eines solchen realen Gutes bedĂŒrfen.
Alle weiteren AusfĂŒhrungen sind uns ja bekannt.
Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn unsere
Betrachtung dabei ĂŒberhaupt Sinn haben soll, dann mĂŒssen wir sie ĂŒber
das chartale Geld hinaus ausdehnen, denn dieses ist nur Bestandteil
eines ĂŒbergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkrĂ€ftigen und –
berechtigten Einkommens oder wir mĂŒssen unter Geld