Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s151.png [S. 151]))!! Dass wir in der modernen
Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig bringen mussten, nicht gleich
als solche für den einzelnen verspürten und nicht verspüren wollten,
dass uns die Scheinmöglichkeit belassen wurde, sie auf andere
abzuwälzen, ohne dass die Volkswirtschaft als ganzes Schaden nehme,
dass liess den Kampf und die Verschiebung der Einkommen Folge werden.
Wir erkennen also, nicht die Preissteigerung, auch nicht der Stand der
Valuta ist das Entscheidende und Schädigende der Inflation und beides
ist kein Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres
Elends. Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte
Störung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der
Inflation, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen Güter und
notwendig bedingt durch ständig neu geschaffene Einkommenswellen, die
jegliches Ausgleichsbestreben von neuem überfluteten und jegliches
Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass Arbeit war im
Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil es die Beziehung zu
den Preisen und den durch Arbeitsaufwand erzeugten Gütern verloren
hatte.
Das Charakteristikum der stabilen Währung ist Parallelität in der
Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschaftspole, Einkommen und
Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in nur jeweils anderer
Zusammenfügung; das restlose Aufgehen der Werte beim Gütertausch. Das
Merkmal der unstabilen Währung bedeutet das Brechen dieser Grundsätze
und damit das Zerstören des doppelt gebundenen Maasses der Arbeit. Der
Boden, auf dem die unstabile
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s152.png [S. 152))!! Währung Raum hat, ist die
wirtschaftliche Not; die Inflation war gewissermassen nur ein mit
Notwendigkeit ausbrechendes Mittel, sie uns fühlbar werden zu lassen,
und sie hatte im Gefolge die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Schädigung, wie wir sie bei unserer Betrachtung kennen lernten.
Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den Boden der
Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsächliche und
praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um die Wahrheit der
vorher entwickelten Sätze hier zu erhärten. Wir stellten diese
Betrachtung an den Schluss, weil wir sie für den Aufbau unserer
Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rückwärts von den Tatsachen
ableiten, sondern diese auf eine theoretische Meinung projezieren.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s153.png [S. 153))!!
====VI. Schlussbetrachtung.==
Rückblicken wir noch einmal den ganzen Weg unserer Untersuchung und
vergegenwärtigen wir uns die gewonnenen Resultate all der
detaillierten Betrachtungen, so gelangen wir aus all dem zu der
Erkenntnis, dass, solange wir Geldpolitik im Auge haben und nur die
oder jene Währungsreform, wir kaum über eine historische Beschreibung
hinaus kommen werden. Wenn wir streiten über Metallismus oder
Nominalismus, so wollen wir doch nicht vergessen, dass diese Namen
eben nur Währungs f o r m e n sein sollen, und wir wissen nicht
einmal, in welch' hohem Maasse sie durch die äusseren Bedingtheiten
der Wirtschaftsordnung der Gesellschaft der Technik und der
Entwicklung jeweils bedingt sind. Ist es nicht nur möglich, sondern
sogar wahrscheinlich, dass irgendeine kommende Zeit unser heutiges
Geld mit den gleichen Augen betrachtet, wie wir heute dasjenige alter,
primitiver Völker, die Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches
verwandten? Müssen wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das
allein herrschende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine
Papiergeld untersuchen, müssen wir da nicht uns in die Zeit heinein
stellen, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und
sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortentwicklung
notwendig dauernd neue Formen des Geldes schaffen muss? Können wir
unsere heutige Wirtschaft und ihren Kreislauf
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s154.png [S. 154))!! begreifen wollen, ohne
eine lange vorhergehende [ergänzt: unleserlich ....] Entwicklung? Und
wenn wir diese zu ihrem Begriffe für [ergänzt: unleserlich ....]
ansehen, müssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das ist
ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft in jeder
Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr treuester
Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesentliche, was
heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glauben, was ehedem
einmal wirksam war, das müssen wir auch heute anerkennen und muss uns
unverändert Regel sein; – das sind die strengen Metallisten, die einen
Stoffwert des Geldes verlangen. Ihnen gegenüber die anderen, die da
sagen: Was in der Historie zurücklag, ist in unsere Wirtschaft
übergegangen, die ja alle diese Phasen durchmaass, und wie ihre
Entwicklung, so auch mit ihr die des Geldes. Wenn, um vom
Einzelindividuum zur Gemeinschaft, um vom Einzeltausch, vom Zufälligen
zur Wirtschaft und zum Marktmässigen zu gelangen, ehedem ein reales
Gut nötig war, so ist, das zu beschreiben, Angelegenheit der
Entwicklungsgeschichte und es ist dadurch noch keineswegs bewiesen,
dass wir auch heute noch im Gelde eines solchen realen Gutes bedürfen.
Alle weiteren Ausführungen sind uns ja bekannt.
Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn unsere
Betrachtung dabei überhaupt Sinn haben soll, dann müssen wir sie über
das chartale Geld hinaus ausdehnen, denn dieses ist nur Bestandteil
eines übergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkräftigen und –
berechtigten Einkommens oder wir müssen unter Geld
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s155.png [S. 155))!! schlechthin als Technik
verstehen, die dessen Bestandteile mobil macht. Das ganze Problem ist
doch in jeder Wirtschaft, – das ist unverrückbar – roh ausgedrückt
dieses: die von einer Gruppe erzeugten Güter nach irgendeinem
Schlüssel wieder unter sie zu verteilen; in unserem Falle, die in
arbeitsteiliger Produktion erstellten Waren gemäss den Prinzipien der
kapitalistischen Wirtschaft als ganzes unter die Einzelglieder
aufzuteilen. Das Geld ist das Instrument der Distribution. Wo eine
Verteilung notwendig wird, gleich in welcher Wirtschaftsordnung das
wäre, da muss Geld in diesem Sinne, und wäre es nur ein blosses
Abrechnungsverfahren in Funktion treten. Erscheint es nicht sinnlos,
über den Stoff des Geldes zu streiten da, wo es in dem, dem
Sprachgebrauch nach angewandten Sinne des chartalen Geldes nur eine
Untergruppe des wirklich wirksamen, weit reichenden gedanklichen
"Geldes" bedeutet? Und doch, auch wenn wir dieses grosse
"Geld" in eine einzige Bewegungsform zusammenfassen könnten,
auch dann wäre wohl der Stoff nicht von so weittragender Bedeutung. Im
Gelde aber lebt die Idee der Werteinheit, es lautet auf solche und da
ist nun wieder die Frage: Wenn schon der Stoff des Geldes nicht
entscheidend und unterscheidend sein soll, wie aber soll denn die
Werteinheit definiert werden; welches ist ihr Wert und mit ihr der des
auf ihre Einheiten gestellten Geldes? Wenn die verschiedensten
Währungen nebeneinander bestehen können, – hier haben wir reinen
Metallismus und ausschliessliches Stoffgeld, dort huldigen wir dem
Nominalismus und kennen nur Papier – wenn diese
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s156.png [S. 156))!! beide in sich durchaus
stabil sind und stets das gleiche Verhältnis ( gleiche Wechselkurse )
zu einander aufweisen; ja wir könnten sogar ihre Wirtschaft als
kongruent hinstellen, soll da wirklich in jedem einzelnen Falle die
Werteinheit etwas grundsätzlich verschiedenes darstellen und, wenn das
der Fall wäre, könnte dann die Werteinheit überhaupt noch etwas
wesentliches bedeuten?
Es lautet nicht nur das Geld auf Werteinheiten, sondern das ist
Merkmal aller Dinge um uns, und nichts ist, was nicht in solchen
ausdrückbar und durch sie vergleichbar wäre. Fügen wir dazu noch, was
wir als Aufgabe des Geldes erkannt haben, die Güterdistribution
durchzuführen, so kann uns nichts mehr den wahren Inhalt der
Werteinheit verschleiern. Die Grundlage jeder Wirtschaft und jeder
Konsummöglichkeit ist die vorher getätigte Arbeit; sie allein kann uns
den toten Stoff der Natur in bedürfnisbefriedigende Güter umwandeln.
All diess insgesamt, die Art der Produktion ist nebensächlich, sofern
nur ein Zusammenarbeiten stattfand, unter die Erzeuger aufzuteilen,
das ist Sache des Geldes. Die Güter unter sich, das geht daraus
hervor, sind nur Verkörperung eines gewissen Arbeitsaufwandes und nur
diese Menge allein bildet gegenseitiges Unterscheidungsmerkmal. Sollen
wir uns täuschen lassen dadurch, dass die Güter Preise haben, die uns
nicht ohne weiteres den Zusammenhang mit menschlicher Arbeit auch
gleich äusserlich erkennen lassen? Ist nicht das, was wir eben sagten,
so primär, so unumstösslich fest, dass wir die Preise, die nur durch
Zahl unterschiedenen Einheiten, dann eben auch nur als Ausdrücke einer
gewissen Arbeits-