Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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ndinhaltderwerteinheit_s153.png [S. 153))!!
====VI. Schlussbetrachtung.==
RĂŒckblicken wir noch einmal den ganzen Weg unserer Untersuchung und
vergegenwÀrtigen wir uns die gewonnenen Resultate all der
detaillierten Betrachtungen, so gelangen wir aus all dem zu der
Erkenntnis, dass, solange wir Geldpolitik im Auge haben und nur die
oder jene WĂ€hrungsreform, wir kaum ĂŒber eine historische Beschreibung
hinaus kommen werden. Wenn wir streiten ĂŒber Metallismus oder
Nominalismus, so wollen wir doch nicht vergessen, dass diese Namen
eben nur WĂ€hrungs f o r m e n sein sollen, und wir wissen nicht
einmal, in welch' hohem Maasse sie durch die Àusseren Bedingtheiten
der Wirtschaftsordnung der Gesellschaft der Technik und der
Entwicklung jeweils bedingt sind. Ist es nicht nur möglich, sondern
sogar wahrscheinlich, dass irgendeine kommende Zeit unser heutiges
Geld mit den gleichen Augen betrachtet, wie wir heute dasjenige alter,
primitiver Völker, die Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches
verwandten? MĂŒssen wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das
allein herrschende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine
Papiergeld untersuchen, mĂŒssen wir da nicht uns in die Zeit heinein
stellen, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und
sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortentwicklung
notwendig dauernd neue Formen des Geldes schaffen muss? Können wir
unsere heutige Wirtschaft und ihren Kreislauf
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s154.png [S. 154))!! begreifen wollen, ohne
eine lange vorhergehende [ergÀnzt: unleserlich ....] Entwicklung? Und
wenn wir diese zu ihrem Begriffe fĂŒr [ergĂ€nzt: unleserlich ....]
ansehen, mĂŒssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das ist
ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft in jeder
Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr treuester
Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesentliche, was
heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glauben, was ehedem
einmal wirksam war, das mĂŒssen wir auch heute anerkennen und muss uns
unverĂ€ndert Regel sein; – das sind die strengen Metallisten, die einen
Stoffwert des Geldes verlangen. Ihnen gegenĂŒber die anderen, die da
sagen: Was in der Historie zurĂŒcklag, ist in unsere Wirtschaft
ĂŒbergegangen, die ja alle diese Phasen durchmaass, und wie ihre
Entwicklung, so auch mit ihr die des Geldes. Wenn, um vom
Einzelindividuum zur Gemeinschaft, um vom Einzeltausch, vom ZufÀlligen
zur Wirtschaft und zum MarktmÀssigen zu gelangen, ehedem ein reales
Gut nötig war, so ist, das zu beschreiben, Angelegenheit der
Entwicklungsgeschichte und es ist dadurch noch keineswegs bewiesen,
dass wir auch heute noch im Gelde eines solchen realen Gutes bedĂŒrfen.
Alle weiteren AusfĂŒhrungen sind uns ja bekannt.
Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn unsere
Betrachtung dabei ĂŒberhaupt Sinn haben soll, dann mĂŒssen wir sie ĂŒber
das chartale Geld hinaus ausdehnen, denn dieses ist nur Bestandteil
eines ĂŒbergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkrĂ€ftigen und –
berechtigten Einkommens oder wir mĂŒssen unter Geld
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s155.png [S. 155))!! schlechthin als Technik
verstehen, die dessen Bestandteile mobil macht. Das ganze Problem ist
doch in jeder Wirtschaft, – das ist unverrĂŒckbar – roh ausgedrĂŒckt
dieses: die von einer Gruppe erzeugten GĂŒter nach irgendeinem
SchlĂŒssel wieder unter sie zu verteilen; in unserem Falle, die in
arbeitsteiliger Produktion erstellten Waren gemÀss den Prinzipien der
kapitalistischen Wirtschaft als ganzes unter die Einzelglieder
aufzuteilen. Das Geld ist das Instrument der Distribution. Wo eine
Verteilung notwendig wird, gleich in welcher Wirtschaftsordnung das
wÀre, da muss Geld in diesem Sinne, und wÀre es nur ein blosses
Abrechnungsverfahren in Funktion treten. Erscheint es nicht sinnlos,
ĂŒber den Stoff des Geldes zu streiten da, wo es in dem, dem
Sprachgebrauch nach angewandten Sinne des chartalen Geldes nur eine
Untergruppe des wirklich wirksamen, weit reichenden gedanklichen
"Geldes" bedeutet? Und doch, auch wenn wir dieses grosse
"Geld" in eine einzige Bewegungsform zusammenfassen könnten,
auch dann wÀre wohl der Stoff nicht von so weittragender Bedeutung. Im
Gelde aber lebt die Idee der Werteinheit, es lautet auf solche und da
ist nun wieder die Frage: Wenn schon der Stoff des Geldes nicht
entscheidend und unterscheidend sein soll, wie aber soll denn die
Werteinheit definiert werden; welches ist ihr Wert und mit ihr der des
auf ihre Einheiten gestellten Geldes? Wenn die verschiedensten
WĂ€hrungen nebeneinander bestehen können, – hier haben wir reinen
Metallismus und ausschliessliches Stoffgeld, dort huldigen wir dem
Nominalismus und kennen nur Papier – wenn diese