Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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610 RĂŒckblicken wir noch einmal den ganzen Weg unserer Untersuchung und vergegenwĂ€rtigen wir uns die gewonnenen Resultate all der detaillierten Betrachtungen, so gelangen wir aus all dem zu der Erkenntnis, dass, solange wir Geldpolitik im Auge haben und nur die oder jene WĂ€hrungsreform, wir kaum ĂŒber eine historische Beschreibung hinaus kommen werden. Wenn wir streiten ĂŒber Metallismus oder Nominalismus, so wollen wir doch nicht vergessen, dass diese Namen eben nur WĂ€hrungs f o r m e n sein sollen, und wir wissen nicht einmal, in welch' hohem Maasse sie durch die Ă€usseren Bedingtheiten der Wirtschaftsordnung der Gesellschaft der Technik und der Entwicklung jeweils bedingt sind. Ist es nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich, dass irgendeine kommende Zeit unser heutiges Geld mit den gleichen Augen betrachtet, wie wir heute dasjenige alter, primitiver Völker, die Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches verwandten? MĂŒssen wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das allein herrschende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine Papiergeld untersuchen, mĂŒssen wir da nicht uns in die Zeit heinein stellen, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortentwicklung notwendig dauernd neue Formen des Geldes schaffen muss? Können wir unsere heutige Wirtschaft und ihren Kreislauf
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612 !!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenundinhaltderwerteinheit_s154.png [S. 154))!! begreifen wollen, ohne eine lange vorhergehende [ergĂ€nzt: unleserlich ....] Entwicklung? Und wenn wir diese zu ihrem Begriffe fĂŒr [ergĂ€nzt: unleserlich ....] ansehen, mĂŒssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das ist ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft in jeder Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr treuester Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesentliche, was heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glauben, was ehedem einmal wirksam war, das mĂŒssen wir auch heute anerkennen und muss uns unverĂ€ndert Regel sein; – das sind die strengen Metallisten, die einen Stoffwert des Geldes verlangen. Ihnen gegenĂŒber die anderen, die da sagen: Was in der Historie zurĂŒcklag, ist in unsere Wirtschaft ĂŒbergegangen, die ja alle diese Phasen durchmaass, und wie ihre Entwicklung, so auch mit ihr die des Geldes. Wenn, um vom Einzelindividuum zur Gemeinschaft, um vom Einzeltausch, vom ZufĂ€lligen zur Wirtschaft und zum MarktmĂ€ssigen zu gelangen, ehedem ein reales Gut nötig war, so ist, das zu beschreiben, Angelegenheit der Entwicklungsgeschichte und es ist dadurch noch keineswegs bewiesen, dass wir auch heute noch im Gelde eines solchen realen Gutes bedĂŒrfen. Alle weiteren AusfĂŒhrungen sind uns ja bekannt.
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614 Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn unsere Betrachtung dabei ĂŒberhaupt Sinn haben soll, dann mĂŒssen wir sie ĂŒber das chartale Geld hinaus ausdehnen, denn dieses ist nur Bestandteil eines ĂŒbergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkrĂ€ftigen und – berechtigten Einkommens oder wir mĂŒssen unter Geld
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