Versionsunterschiede von Wesen Und Inhalt Der Werteinheit / Volltext




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!![S. 1]!! Wesen und Inhalt der Werteinheit erforschen suchen, heisst
soviel wie die heutige Wirtschaftsverfassung in all ihren eng
verschlungenen Zusammenhängen erkennen wollen. Dabei ist es uns klar,
dass wir das Verständnis nicht gewinnen können, etwa aus dem Studium
der Münzgeschichte, denn Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie
Geld: Werteinheit umfasst und umspannt alles, was uns im täglichen,
wirtschaftlichen Leben in mannigfachster Form entgegentritt. Was die
Werteinheit erreicht, hat seine Individualität verloren und ist
nunmehr in der Quantität vor anderen Dingen differenziert. 
Wir sagten, die Werteinheit "scheint" eine absolut reale
grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die
Möglichkeit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was
deren !![S. 2]!! notwendiger Inhalt sein müsste zu späterer Ausführung
zurückstellen. Den Weg, den wir beschreiten wollen, lassen wir uns von
der reinen Logik weisen, die uns zwingt, zu denken: "wenn alle
jene Individualitäten dem wertenden Gedanken unterliegen und
gleichnamigen Ausdruck finden, so muss eine Regel, ein System
vorherrschen, dem diese Bewertung folgen muss; über alle
Individualität hinaus muss etwas Gemeinsames den Dingen anhaften, das
diesen wirtschaftlichen Vorgang rechtfertigt. Und das 
Wertausdrucksmittel, die Werteinheit, gleich ob sie von Menschengeist
erschaffen oder organisch sich selbst in diese Rechte gesetzt hat, sie
muss das, was sie in andern Dingen ausdrückt, die Quantität, das
Maass, nach dem sie die Dinge der Aussenwelt wertet, in sich selbst
enthalten oder – wir wollen uns hier noch keiner Theorie anschliessen
– sie doch wenigstens symbolisieren. 
Die historische Betrachtungsweise aufnehmend, fragen wir uns, ob der
Werteinheitsbegriff eine Urerscheinung wie Wert und Bedürfnis
vorstelle oder ob er nur ein, der heutigen Wirtschaftsform
essentieller bestandteil sei. Auf diese Weise müssen wir einmal zu dem
Punkte gelangen, wo jener Begriff im Wirtschaftsleben erstmals wirksam
und erkenntlich wird. Wir versetzen uns zurück in das Zeit-
!![S.3]!!alter der geschlossenen Hauswirtschaft, wo deren Mitglieder
je nach Eignung durch Geschlecht und Geschicklichkeit, in freier
Arbeit den Unterhalt der Familie beschafften. Von einem Werten in
solcher Wirtschaft kann man eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als
die Arbeit eben nur auf solche Dinge angewandt wurde, denen man den
Güterwert zuerkannte, und d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der
Dringlichkeit des Bedürfnisses den gleichen Befriedigungs- und
Sättigungsgrad erhoffen liessen.
Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die
persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von
Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen
Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korbflechter
ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale
benötigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung
aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon
herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird
umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der
Korbflechter hinwie-!![S.4]!! derum hierzu nur einen Tag. In der
Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines Tages-
(Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiderstand zu erreichen,
die Geschicklichkeit der Tauschenden in ihrem Berufe, ihre persönliche
Qualizfikation ist gleich) – sie tauschen absolute Äquivalente. In dem
Maasse aber, in dem die Hauswirtschaften an der Geschlossenheit, die
eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden mit anderen solchen
anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und jedenfalls
reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen Maass
arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Arbeitsteilung hin und
helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorbereiten.
Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit
ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden,
der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feilbietet. Die
Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbarkeit und
Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
in der Lage bin. S o l a n g e  wird der Tausch eine Zufälligkeit
bleiben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu
umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche,
organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr
selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut
erwachsen, das dank seiner Eigenschaften – widerstandsfähig, relativ
kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar – imstande war,
jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit
den Tausch als allgemein geübte wirtschaftliche Handlung zu
legalisieren. Die Geschichts-!![S.5]!! schreibung erzählt uns von
Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits
wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen.
Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig
erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer
gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängenden
Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrschten.
Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
sagen, je grösser und weit verzweigter diese Gemeinschaft der mit
gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer,
zielbewusster und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in
der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich
herauskristallisieren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir
genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut
zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig
begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis
angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass
dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch,
zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute
Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einstweilen aber nur für einen
dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzungen den gegebenen Zustand
gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt
werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm
eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-!![S.6]!!beit wert
oder nicht erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemeinschaft selbst
werden die relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine
konstante, historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine
Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in
die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist
gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen
übereinstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine
abschließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine
gedankliche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist
zur Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein
Korb ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich
gleichwertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen
Arbeitsauf-
wand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven
Wirtschaftsordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung
vorzuliegen,
das wesentliche Moment nicht in der Funktion als Tauschgut sondern als
Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir dabei die
grundlegende
Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später definierten
Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht einmal der
konsequenteste Nomalis
mus wird sich dazu verstehen; wir anerkennen aber auch die
Notwendigkeit in der Fülle der relativen Wertzusammenhänge und ihren
Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen oder zu konstruieren, von
dem wir ausgehen, um wieder zu ihm zurückkehren zu müssen, der Anfang
und Ende jeder wirtschaftlichen Handlung bedeutet. Dass wir aber
gerade zu letzterem !![S.7]!!  Behufe das reale Tauschgut benötigen,
ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann – und nie wird
die Natur uns ein solches bescheren -, das über Zeit und Raum hinaus
die absolute Wertkonstanz in sich birgt­.
Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht
erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur
gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert
hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die
Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Vergessen wir doch
nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch
Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschoperationen zwischen
Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen
Gutes, ja, es wäre geradezu unsinnig, ein solches einzuschalten. Die
Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier
sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in
gewisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der
Arbeitsaufwand, dessen wirtschaftlicher Wert, der
Beschaffungswiderstand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass
uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und
damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und
untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmaassen
revolutionieren, den Ruhepunkt werden sie erst dann wieder erreichen,
wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen,
hier ohne jede Störung über-!![S.8]!! haupt, Arbeitsmengen als
Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tauschmittel
sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die
relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies vermag sie
unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres
Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als
Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tauschmittel Gold wird als
Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung
doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die
absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor
diesem Akte liegen muss und !![S.9]!! begrifflich nicht damit
zusammenhängt.
Die kontinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die
die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden
darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren
Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig
auch die äusseren Formen und Mittel für das rechtliche und öffentliche
Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir
von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das
wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt
er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er
die reale Werteinheit durch Namengebung äusserlich zu einer
staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem
Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, innerhalb seiner
Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität !![S.10]!!
sollte Wage und Probierstein erübrigen, das aufblühende
Wirtschaftsleben sollte von den starren Fesseln befreit werden.
Die Relationen drücken sich nimmer in Gewichtsmengen aus, sondern in
einem Teil oder der numerischen Vielheit der staatlich proklamierten,
dabei noch durchaus realen Werteinheit, wobei diesen Neuordnung immer
nur einer Umrechnung, keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sein
kann. Was wir bisher die Relationen der Güterwerte nannten, das sind
jetzt die Preise, denn diese sind im Grunde nichts anderes als
Verhältniszahlen. Die Tauschmittelfunktion des Geldes als der Form,
oder besser der Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden
weiteren Schritt der Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind
die beiderseitigen Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch
Realitäten, und das ist notwendig, solange die staatliche Autorität
noch nicht in dem späteren Maasse gefestigt und in längerer Webung
eine Gewähr für die reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 1 Korb
zu 10 g Gold   wie   10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der
Inbeziehungsetzung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale
Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korbflechter nichts
Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wieder die dazugehörige
Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Tonschale anstellt, doch ohne weiteres
erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist
gleich 27,90 ℳ ( Fiktion: Vom realen Goldtausch wurde direkt zum
Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold
ist gleich !![S.11]!! 2.790.- ℳ) fehlt uns zum vollen Verständnis des
equivalenten Tausches wieder eine weitere Gleichung:
Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden,
so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charakter des
Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff
Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet,
ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum Mittel sich gewandelt hat.
Wenn die Werteinheit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert
ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Gütern bildet, so ist es
naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur
letzten Befriedigung zu dienen, die historische Verankerung und damit
auch seine Selbstständigkeit im menschlichen Denken verliert und uns
als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu
sagen hat. Die Gewohnheit des !![12]!! täglichen Lebens spricht auch
nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn nach
richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in Konsequenz um in
Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine
Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete
Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es
durch die Werteinheit eingehaucht, auf die es lautet, und die in
Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwertvoll oder
wertlos zirkulieren muss und kann; das ist eine sekundäre Frage. Uns
ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe
verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechnerische Grösse
sein kann. Wenn wir sehen und sagten, dass die Werteinheit ihrem Wesen
nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort
schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig,
dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll,
ob es dann losgelöst von jeder Bindung
an eine Realität, ob es dennoch in einer solchen sich verkörpern oder
ob es nur eine solche symbolisieren müsse. Hier bleibt uns noch
genügend zu lösen übrig.
Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke
an, wo wir von Werteinheit sprechen – in der wirtschaftlichen
Gemeinschaft, die sich allgemein und immer des gleichen historisch
begründeten Wertausdruckes bedient – nicht jeder wirtschaftliche Akt,
jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer
von neuem die Erwägung des Abschätzens !![S.13]!! [32] am Golde
notwendig macht. Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem
Stadium, auch wenn die Werteinheit noch in stoffwertvollem Material
verkörpert ist, es doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes
Maass für alle übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der
Ein-oder Vielheit die Güter der Aussenwelt kommensurabel zu machen. Ob
dann, wenn die Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits
"die reine Objektivität" besitzt, eine Zu-
rückreduktion auf den historischen Urgrund als Stoff nicht doch
notwendig oder wenigstens wünschenswert erscheint und unter welchen
besonderen Umständen das der Fall wäre, kann erst die weitere
Untersuchung aufklären. Die daran sich anknüpfenden Erörterungen
wollen wir darum auch hier abbrechen, um die weiteren Daten der
Entwicklung noch zu skizzieren.
Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die
Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres
Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äusserlich immer
noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der
Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger
musste es sein, diese gleichen Mengen von Edelmetallen für den Handel
zu beschaffen und so konnte es nicht ausbleiben, dass man zwar auf der
einen Seite den Segen der erhöhten Produktivität verspürte, auf der
anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten
Schatz, als eine zwcklose Material-und Kraftverschwendung erkannte.
Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase
unserer Wirtschaft kommen, !![S.14]!! die mit dem Worte  K r e d i t 
gekennzeichnet ist. Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als
ausschliessliches Zahlungs- oder Tauschmittel überwunden; wir tauschen
nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine
Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich
weiter auch dort, wo sie sich über den Stoff erhebt.
Ueberlegen wir aber, dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht
sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch
Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich,
sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im
Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht
jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufälligkeit und
Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die
Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt,
wenn sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des
Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedensten
Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die
Summe aller Soll- und Habenposten müssen von der Perspektive der
Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich
darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, praktischen Ausweg zu
finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die
autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in
starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die
technischen Mittel gebären wird, die sie zu ihrer glatten Abwicklung
wird nötig haben. Und diesen Träger !![S.15]!! finden wir im Wechsel,
der damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres Fundament stellt. Von
seinen sonstigen Rechtstiteln abgesehen bedeutet er in seiner Urform
nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit.
Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine
wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist
gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt
sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der
Lage war, während der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den
schuldigen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
Sinne nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den
Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizierung, die uns bei
nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufige,
die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen.
Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kontinuierlich
fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen
dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere
technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der
heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf
der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze
Problem nicht mehr als ein privates, !![S.16]!! 

entfernt:
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=ludwig
_erhard_dissertation_titelblatt.png [Titelblatt]))!! Dissertation zur
Erlangung der Doktorwürde der sozial- und
wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität FRANKFURT a.M.
Eingereicht von: Ludwig Erhard | hier: Übertrag aus Originalkopie /
Transkription
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=ludwig
_erhard_dissertation_inhaltsverzeichnis.png [Inhalt]))!!
**Inhaltsverzeichnis**
{{toc legend="Inhaltsverzeichnis" nomark=1}}
====I Kurze historische Betrachtungsweise der tausch- und
güterwirtschaftlichen Vorgänge.====
{{anchor name="s1_start"}}
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s1.png [S. 1]))!! Wesen und Inhalt der
Werteinheit erforschen suchen, heisst soviel wie die heutige
Wirtschaftsverfassung in all ihren eng verschlungenen Zusammenhängen
erkennen wollen. Dabei ist es uns klar, dass wir das Verständnis nicht
gewinnen können, etwa aus dem Studium der Münzgeschichte, denn
Werteinheit ist der viel weitere Begriff wie Geld: Werteinheit umfasst
und umspannt alles, was uns im täglichen, wirtschaftlichen Leben in
mannigfachster Form entgegentritt. Was die Werteinheit erreicht, hat
seine Individualität verloren und ist nunmehr in der Quantität vor
anderen Dingen differenziert. 
Wir sagten, die Werteinheit "scheint" eine absolut reale
grösse zu sein und wollen die Beantwortung der Frage, ob die
Möglichkeit einer so beschriebenen Wertgrösse bestehen kann und was
deren {{anchor name="s1_ende"}} 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s2.png [S. 2]))!! notwendiger Inhalt sein
müsste zu späterer Ausführung zurückstellen. Den Weg, den wir
beschreiten wollen, lassen wir uns von der reinen Logik weisen, die
uns zwingt, zu denken: "wenn alle jene Individualitäten dem
wertenden Gedanken unterliegen und gleichnamigen Ausdruck finden, so
muss eine Regel, ein System vorherrschen, dem diese Bewertung folgen
muss; über alle Individualität hinaus muss etwas Gemeinsames den
Dingen anhaften, das diesen wirtschaftlichen Vorgang rechtfertigt. Und
das Wertausdrucksmittel, die Werteinheit, gleich ob sie von
Menschengeist erschaffen oder organisch sich selbst in diese Rechte
gesetzt hat, sie muss das, was sie in andern Dingen ausdrückt, die
Quantität, das Maass, nach dem sie die Dinge der Aussenwelt wertet, in
sich selbst enthalten oder – wir wollen uns hier noch keiner Theorie
anschliessen – sie doch wenigstens symbolisieren. 
Die historische Betrachtungsweise aufnehmend, fragen wir uns, ob der
Werteinheitsbegriff eine Urerscheinung wie Wert und Bedürfnis
vorstelle oder ob er nur ein, der heutigen Wirtschaftsform
essentieller bestandteil sei. Auf diese Weise müssen wir einmal zu dem
Punkte gelangen, wo jener Begriff im Wirtschaftsleben erstmals wirksam
und erkenntlich wird. Wir versetzen uns zurück in das Zeit- 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s3.png [S. 3]))!!alter der geschlossenen
Hauswirtschaft, wo deren Mitglieder je nach Eignung durch Geschlecht
und Geschicklichkeit, in freier Arbeit den Unterhalt der Familie
beschafften. Von einem Werten in solcher Wirtschaft kann man
eigentlich nur in dem Sinn sprechen, als die Arbeit eben nur auf
solche Dinge angewandt wurde, denen man den Güterwert zuerkannte, und
d.h. wieder Dinge, die im Verhältnis zu der Dringlichkeit des
Bedürfnisses den gleichen Befriedigungs- und Sättigungsgrad erhoffen
liessen.
Schon in den Anfängen des wirtschaftlichen Verkehrs spielt die
persönliche Qualifikation eine Rolle, insofern als sie zur Bildung von
Berufen drängt, ohne aber, wie wir sehen werden, den reinen
Naturaltausch noch zu stören. Wenn der Töpfer und der Korbflechter
ihre Produkte auszutauschen trachten, so werden sie etwa die
Ueberlegung anstellen: Der Korbflechter, der die irdene Schale
benötigt, wird abschätzen, dass er zwei Tage zu deren Herstellung
aufwenden muss, während der Töpfer sie vielleicht in einem Tage schon
herstellt. Dem Töpfer, dem der Korb begehrenswert erscheint, wird
umgekehrt zwei Tage Arbeit zu dessen Beschaffung benötigen; der
Korbflechter hinwie-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s4.png [S. 4]))!!derum hierzu nur einen Tag. In
der Hingabe ihres Erzeugnisses tauschen die beiden die Arbeit eines
Tages- (Ton und Weiden sind mit gleichem Beschaffungswiderstand zu
erreichen, die Geschicklichkeit der Tauschenden in ihrem Berufe, ihre
persönliche Qualizfikation ist gleich) – sie tauschen absolute
Äquivalente. In dem Maasse aber, in dem die Hauswirtschaften an der
Geschlossenheit, die eben ihr Wesen ausmachte, verlieren und die Fäden
mit anderen solchen anknüpfen, weil sie aus solchem Tun grössere und
jedenfalls reichlichere Bedürfnisbefriedigung erhoffen, in gleichen
Maass arbeiten sie auf eine, wenn auch noch primitive Arbeitsteilung
hin und helfen eine neue Wirtschaftsverfassung vorbereiten.
Die Häufung der Tauschoperationen vermehrt zugleich die Schwierigkeit
ihrer Durchführung, denn nicht immer wird der Tauschende den finden,
der gerade sein Erzeugnis benötigt und das gewünschte feilbietet. Die
Güter sind naturnotwendig auch nicht von gleicher Teilbarkeit und
Dauerhaftigkeit. Wie, wenn ich hundert kleine Dinge oder leicht
verderbliche Genussmittel benötige und nur ein Rind dafür zu tauschen
in der Lage bin. S o l a n g e  wird der Tausch eine Zufälligkeit
bleiben, so lange keine Möglichkeit besteht, diese Widerstände zu
umgehen. Nicht Menschengeist hat erfunden, sondern die natürliche,
organische Entwicklung drängte darnach und liess aus dem Verkehr
selbst heraus ein allgemein beliebtes, gern in Tausch genommenes Gut
erwachsen, das dank seiner Eigenschaften – widerstandsfähig, relativ
kostbar, teilbar haltbar und leicht transportierbar – imstande war,
jene die Entwicklung fesselnde Schwierigkeit zu überbrücken und damit
den Tausch als allgemein geübte wirtschaftliche Handlung zu
legalisieren. Die Geschichts-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s5.png [S. 5]))!!schreibung erzählt uns von
Vieh, Muscheln, Fellen und vor allem und damit betrachten wir bereits
wieder eine neue Form der Entwicklung - von Edelmetallen.
Alle Momente, die wir zu solcher bevorzugten Stellung für nötig
erachten, die Edelmetalle vereinten sie in sich bis dass sie in einer
gewissen, irgendwie durch Stamm oder Wahl zusammenhängenden
Gemeinschaft als Universaltauschgut den gesamten Verkehr beherrschten.
Jetzt musste jedes Ding beim Tausch das Medium des Edelmetalles
passieren und erhielt seinen Wertausdruck in der Reduktion auf eine
Teilgewichtsmenge des allgemeinen Tauschgutes. Und zwar können wir
sagen, je grösser und weit verzweigter diese Gemeinschaft der mit
gleichen Maassen Wertenden ist, je grösser und verzweigter ihr Bedarf,
je entwickelter ihr öffentliches Leben ist, desto sicherer,
zielbewusster und natürlicher, desto genauer ausbalanciert werden in
der Vielheit der Beziehungen die Güterwertungen im Verkehr sich
herauskristallisieren. Das Edelmetall wird mählich, ohne dass wir
genau das Datum der Geburtsstunde werden nennen können, vom Tauschgut
zum Tauschmittel sich wandeln, womit dann auch gleichzeitig
begrifflich der Werteinheit ihr Standort und ihr Wirkungskreis
angewiesen wird. Wir haben dabei wohl den Einwand zu erwarten, dass
dann, wenn durchaus gleichwertige, reale Güter, wie auch hier noch,
zum Tausch gelangen, der Charakter des Tauschgutes noch absolute
Gültigkeit besitzt. Anerkannt sei das einstweilen aber nur für einen
dritten, der ohne selbst mit seinen Schätzungen den gegebenen Zustand
gültig werden liess, neu in den fraglichen Wirtschaftskörper gestellt
werde. Nur der wird die bekannten Erwägungen anstellen, wieviel ihm
eine Sache wert, wieviel ihm die Beschaffungsar-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s6.png [S. 6]))!!beit wert oder nicht
erscheint. Für das Glied der Wirtschaftsgemeinschaft selbst werden die
relativen Wertbeziehungen in gewissen Grenzen eine konstante,
historisch zu begreifende Grösse darstellen. So weit eine
Beeinflussung seinerseits möglich war, hat er seine Stimme bereits in
die Wagschale geworfen. Für ihn wird eine Gleichung, wie ein Korb ist
gleich 10 g Gold, so genau sich auch in den objektiven Massen
übereinstimmen mag, in seinem wirtschaftlichen Denken noch auch keine
abschließende Betrachtung, nicht der endgültige Zustand sein. Seine
gedankliche Rechnung wird weiter greifen und etwa die Formel zeigen:
Ein Korb zu je 10 g Gold wie 10 g Gold zu 1 Tonschale. Gold ist zur
Durchgangsstation, ist nur Mittel um zu seiner Wortgleichung: Ein Korb
ist gleich einer Tonschale, zu gelangen. Wenn alle so zustande
gekommenen Gleichungen objektiv wahr, deren Faktoren wirklich
gleichwertig sind, gemessen an dem zur Beschaffung notwendigen
Arbeitsaufwand, denn nur dieser allein kann in der noch primitiven
Wirtschaftsordnung massgebend sein, dann scheint auch die Berechtigung
vorzuliegen, das wesentliche Moment nicht in der Funktion als
Tauschgut sondern als Tauschmittel zu suchen. Keineswegs verkennen wir
dabei die grundlegende Bedeutung des Tauschgutes, soweit alle später
definierten Werteinheiten historisch auf jenem fussen, und nicht
einmal der konsequenteste Nomalis mus wird sich dazu verstehen; wir
anerkennen aber auch die Notwendigkeit in der Fülle der relativen
Wertzusammenhänge und ihren Schwankungen einen ruhenden Pol zu suchen
oder zu konstruieren, von dem wir ausgehen, um wieder zu ihm
zurückkehren zu müssen, der Anfang und Ende jeder wirtschaftlichen
Handlung bedeutet. Dass wir aber gerade zu letzterem 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s7.png [S. 7]))!! Behufe das reale Tauschgut
benötigen, ist nicht einzusehen, solange es kein G u t geben kann –
und nie wird die Natur uns ein solches bescheren -, das über Zeit und
Raum hinaus die absolute Wertkonstanz in sich birgt­.
Wenn wir nach dem absoluten Werte forschen, sind wir nicht
erkenntnisreicher geworden, wenn wir wissen, dass ein Korb nicht nur
gleich einer Tonschale sondern auch gleich 10 g Gold ist. Verbreitert
hat sich lediglich die Basis, die Zahl der Relationen und damit die
Wahrscheinlichkeit, dass die Gleichung wahr ist. Vergessen wir doch
nicht die ursprüngliche Bedeutung der Werteinheit, uns beim Tausch
Diener zu sein, ihn zu erleichtern. Die Tauschoperationen zwischen
Einzelkontrahenten bedürfen zu Durchführung keines dritten, realen
Gutes, ja, es wäre geradezu unsinnig, ein solches einzuschalten. Die
Forderung nach dem "artgleichen Messwerkzeug" findet hier
sogar zur vollsten Befriedigung seine Lösung. Nachdem wir die
subjektiven Schätzungen, die die Arbeit erst in jene Richtung in
gewisser Stärke gelenkt hat, als Daten hinnehmen können, sehen wir es
in geradezu kristallener Klarheit und Schärfe, dass der
Arbeitsaufwand, dessen wirtschaftlicher Wert, der
Beschaffungswiderstand es ist, der das natürlichste, gerechteste Mass
uns liefert und zudem noch unabhängig ist von allen absoluten und
damit relativen Schwankungen der einzelnen Güter selbst und
untereinander. Ja mögen dies in den unwahrscheinlichsten Ausmaassen
revolutionieren, den Ruhepunkt werden sie erst dann wieder erreichen,
wenn sie nach dem natürlichen Gesetz der gleichen Arbeitswertmengen,
hier ohne jede Störung über-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s8.png [S. 8]))!!haupt, Arbeitsmengen als
Arbeitszeiten sich ausgependelt haben.
Aber wir sahen es, wenn wir von ihrer Funktion als Tauschmittel
sprachen, dass das wesentliche Moment nur das eine sein kann die
relativen Beziehungen der Güterwerte auszudrücken und dies vermag sie
unbeeinflusst von Wertschwankungen fremder Güter als auch denen ihres
Eigenkörpers. Gleich, ob einzelne oder alle oder ob nur das Gold als
Wertmaass seinen Eigenwert ändert, das Tauschmittel Gold wird als
Werteinheit die relativen Beziehungen auch nach völliger Umlagerung
doch wieder genau anzugeben vermögen. Und nochmals sei betont, was die
absoluten Wertgrössen anlangt, eine dahin gehende Erwägung bereits vor
diesem Akte liegen muss und 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s9.png [S. 9]))!! begrifflich nicht damit
zusammenhängt.
Die kontinuierliche Linie, die harmonisch-organische Entwicklung, die
die geschlossenen Hauswirtschaften überwunden, sie zu Verbänden
darüber hinaus und diese wiederum vielleicht zu noch grösseren
Gemeinschaften zusammengeschweisst hat, sie schafft dazu notwendig
auch die äusseren Formen und Mittel für das rechtliche und öffentliche
Leben. Als eine der wesentlichen Normen hat die Gesellschaft, die wir
von nun an zur Verdeutlichung den Staat nennen wollen, das
wirtschaftliche Leben zu regeln und ordnen übernommen; die Sitte prägt
er zu Rechtsätzen und als einen solchen müssen wir es ansehen, wenn er
die reale Werteinheit durch Namengebung äusserlich zu einer
staatlichen Kategorie stempelt. Der Staat lässt Stücke von bestimmtem
Edelmetallgewicht durch die Prägung zu seinem, innerhalb seiner
Grenzen gültigem Gelde werden. Die staatliche Autorität 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s10.png [S. 10]))!! sollte Wage und
Probierstein erübrigen, das aufblühende Wirtschaftsleben sollte von
den starren Fesseln befreit werden. Die Relationen drücken sich nimmer
in Gewichtsmengen aus, sondern in einem Teil oder der numerischen
Vielheit der staatlich proklamierten, dabei noch durchaus realen
Werteinheit, wobei diesen Neuordnung immer nur einer Umrechnung,
keineswegs einer Umwertung gleichbedeutend sein kann. Was wir bisher
die Relationen der Güterwerte nannten, das sind jetzt die Preise, denn
diese sind im Grunde nichts anderes als Verhältniszahlen. Die
Tauschmittelfunktion des Geldes als der Form, oder besser der
Werteinheit als des Inhalts schält sich mit jeden weiteren Schritt der
Betrachtung immer deutlicher heraus. Zwar sind die beiderseitigen
Objekte jedes einzelnen Tausches immer noch Realitäten, und das ist
notwendig, solange die staatliche Autorität noch nicht in dem späteren
Maasse gefestigt und in längerer Webung eine Gewähr für die
reibungslose Abwicklung des Verkehrs gegeben war.
Greifen wir unsere frühere Gleichung wieder auf, die lautete: 
1 Korb zu 10 g Gold   wie   10 g Gold zu 1 Tonschale. Bei der
Inbeziehungsetzung des Korbes zu den 10 g Gold ist die reale
Uebereinstimmung, wenngleich die 10 g Gold für den Korbflechter nichts
Definitives bedeuten und er im Geiste gleich wieder die dazugehörige
Gleichung wie 10 g Gold zu 1 Tonschale anstellt, doch ohne weiteres
erkenntlich gegeben. Bei der Reduktion auf den Preis aber, 1 Korb ist
gleich 27,90 ℳ ( Fiktion: Vom realen Goldtausch wurde direkt zum
Marktwert übergegangen gleich Vergleichung der Vorkriegszeit 1 kg Gold
ist gleich 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s11.png [S. 11]))!! 2.790.- ℳ) fehlt uns zum
vollen Verständnis des equivalenten Tausches wieder eine weitere
Gleichung:
Das Vorhandensein des realen Tauschgutes kann uns somit nicht hinden,
so sehr es auch das Bild verschleiern kann, den wahren Charakter des
Geldes im Tauschmittel zu erblicken, ja sogar dann erst den Begriff
Geld überhaupt anzuwenden, wenn die Werteinheit, auf die es lautet,
ihrem Inhalt und Wesen nach vom Objekt zum Mittel sich gewandelt hat.
Wenn die Werteinheit, das Gut Gold, gleich wie es in jener definiert
ist, allein den Gegenpol zu allen anderen Gütern bildet, so ist es
naturnotwendig, dass es, ausgenommen den Fall wirklich einmal zur
letzten Befriedigung zu dienen, die historische Verankerung und damit
auch seine Selbstständigkeit im menschlichen Denken verliert und uns
als Grösse nurmehr in der Vielfalt der Relationen und Preise etwas zu
sagen hat. Die Gewohnheit des 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s12.png [S. 12]))!! täglichen Lebens spricht
auch nicht mehr von Tausch, sondern von Kauf, ja selbst der dem Sinn
nach richtige Ausdruck Tauschmittel bildet sich in Konsequenz um in
Zahlungsmittel. Ist das nicht auch, wenn auch nur rein äusserlich eine
Bestätigung des von uns herausgebildeten Gedankenganges? Das konkrete
Geld spielt eine ganz untergeordnete Rolle, seinen Geist erhält es
durch die Werteinheit eingehaucht, auf die es lautet, und die in
Wirklichkeit die Grundlage des ganzen Wirtschaftsverkehrs bildet.
Wir streiten hier nicht darüber, ob das Geld stoffwertvoll oder
wertlos zirkulieren muss und kann; das ist eine sekundäre Frage. Uns
ist nur wichtig, ob die Werteinheit real bestimmt und im Stoffe
verankert oder ob sie auch eine abstrakte rein rechnerische Grösse
sein kann. Wenn wir sehen und sagten, dass die Werteinheit ihrem Wesen
nach vom Objekt zum Mittel geworden ist, so ist ein Teil der Antwort
schon voraus genommen, und es bleibt uns nur noch zu fragen übrig,
dass, wenn schon das Mittel die Seele der Werteinheit ausmachen soll,
ob es dann losgelöst von jeder Bindung an eine Realität, ob es dennoch
in einer solchen sich verkörpern oder ob es nur eine solche
symbolisieren müsse. Hier bleibt uns noch genügend zu lösen übrig.
Wiederlegt hoffen wir nur das eine zu haben, dass von dem Augenblicke
an, wo wir von Werteinheit sprechen – in der wirtschaftlichen
Gemeinschaft, die sich allgemein und immer des gleichen historisch
begründeten Wertausdruckes bedient – nicht jeder wirtschaftliche Akt,
jeder Tausch, Kauf oder Verkauf wie wir es gerade nennen wollen, immer
von neuem die Erwägung des Abschätzens
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s13.png [S. 13]))!! am Golde notwendig macht.
Bewiesen hoffen wir zu haben, dass es in genanntem Stadium, auch wenn
die Werteinheit noch in stoffwertvollem Material verkörpert ist, es
doch nicht mehr ihre Aufgabe sein kann, absolutes Maass für alle
übrigen Dinge abzugeben, sondern im Ausdruck der Ein-oder Vielheit die
Güter der Aussenwelt kommensurabel zu machen. Ob dann, wenn die
Werteinheit ihrem Wesen nach und funktionell bereits "die reine
Objektivität" besitzt, eine Zurückreduktion auf den historischen
Urgrund als Stoff nicht doch notwendig oder wenigstens wünschenswert
erscheint und unter welchen besonderen Umständen das der Fall wäre,
kann erst die weitere Untersuchung aufklären. Die daran sich
anknüpfenden Erörterungen wollen wir darum auch hier abbrechen, um die
weiteren Daten der Entwicklung noch zu skizzieren.
Soweit wir bisher analysieren konnten, erkannten wir, dass die
Werteinheit zwar eine Wandlung bezüglich ihres Inhaltes und ihres
Wesens erfahren hatte, während der Equivalenztausch äusserlich immer
noch aufrecht erhalten blieb. Je mehr nun aber die Produktion der
Grösse und Reichhaltigkeit nach sich steigerte, desto schwieriger
musste es sein, diese gleichen Mengen von Edelmetallen für den Handel
zu beschaffen und so konnte es nicht ausbleiben, dass man zwar auf der
einen Seite den Segen der erhöhten Produktivität verspürte, auf der
anderen aber auch die Anhäufung von Gold und Silber, diesen toten
Schatz, als eine zwcklose Material-und Kraftverschwendung erkannte.
Wir befinden uns hier an der Bruchstelle, wo wir zu einer neuen Phase
unserer Wirtschaft kommen,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s14.png [S. 14]))!! die mit dem Worte  K r e d
i t  gekennzeichnet ist. Mit Hilfe des Kredits wurde Gold als
ausschliessliches Zahlungs- oder Tauschmittel überwunden; wir tauschen
nicht mehr Ware mit barem Gelde, sondern Ware auf Kredit gegen eine
Forderung. So wirkt die Seele des Geldes als Werteinheit begrifflich
weiter auch dort, wo sie sich über den Stoff erhebt.
Ueberlegen wir aber, dass nur derjenige Kredit geben kann, der nicht
sofort auf das Equivalent seiner Arbeit angewiesen ist; dass also
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Voraussetzung für ein durch
Kreditgewährung entstandenes Forderungsrecht bildet. Persönlich,
sachlich, örtlich und zeitlich gebunden ist es nicht dazu geeignet im
Bedarfsfalle mobil gemacht werden zu können und so lange das nicht
jeder Zeit möglich war, solange das eine Zufälligkeit und
Ausnahmeerscheinung darstellte, solange konnte auch die
Kreditgewährung, die das Charakteristikum erst dann darstellt, wenn
sie allgemein geübt ist, nicht die Erlösung aus den Fesseln des
Stoffgeldes uns bescheren. Eine Kompensation der verschiedensten
Forderungsrechte wäre zwar begrifflich theoretisch möglich, denn die
Summe aller Soll- und Habenposten müssen von der Perspektive der
Volkswirtschaft gesehen sich genau aufheben; hier aber handelt es sich
darum, einen für das tägliche Leben gangbaren, praktischen Ausweg zu
finden. Wer wird dieser Schwierigkeiten leichter Herr werden, als die
autonome Wirtschaft selbst, die sich nicht durch ihre Eigenbehelfe in
starre Banden legen lässt, die vielmehr aus sich selbst heraus die
technischen Mittel gebären wird, die sie zu ihrer glatten Abwicklung
wird nötig haben. Und diesen Träger 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s15.png [S. 15]))!! finden wir im Wechsel, der
damit die ganze Wirtschaft auf ein sicheres Fundament stellt. Von
seinen sonstigen Rechtstiteln abgesehen bedeutet er in seiner Urform
nichts anderes wie eine Quittung über wirtschaftlich gegebenen Kredit.
Der Wechsel ist für den Kreditgebenden Legitimationspapier für eine
wirtschaftliche Leistung, für die Hingabe eines Gutes; er ist
gewissermassen das Protokoll darüber, dass ein Tausch beabsichtigt
sei, dass aber erst der eine der beiden Kontrahenten zu leisten in der
Lage war, während der andere urkundlich bestätigt oder verspricht, den
schuldigen Gegenwert nach einer bestimmten Frist einzulösen. Die dem
Sinne nach unverändert fortbestehende Tauschwirtschaft erfährt nur
durch die, zwischen die Tauschhandlungen getretene, aber durch den
Kredit überbrückte Zeitspanne eine Komplizierung, die uns bei
nachlässiger Betrachtung verführen könnte, den Tausch, dessen letzte
Handlung erst immer den definitiven Ruhepunkt bedeuten kann, zu
negieren. Die ganze Entwicklung erkennen wir als eine zwangsläufige,
die gewaltsam zur letzten Spitze treiben muss, wenn wir die
tatsächliche moderne Wirtschaft unserer Betrachtung zu grunde legen.
Wo neben dem stossweisen Produktionsprozess tausend kontinuierlich
fortlaufende Konsumakte einher gehen, da müssen die Tauschoperationen
dieser Gruppen ihr besonderes Gepräge erhalten und werden besondere
technische Mittel beanspruchen. Und werden wir uns klar, dass in der
heutigen Wirtschaft wir fast alle sowohl auf der einen wie auch auf
der anderen Seite zu stehen kommen, dann erkennen wir das ganze
Problem nicht mehr als ein privates, 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s16.png [S. 16]))!! sondern als ein im höchsten
Maass gesellschaftliches an, das in gesellschaftlichen, gesetzlichen
Normen den sichtbaren Ausdruck finden muss. Und die Krönung der ganzen
Entwicklung erleben wir in der Geldschöpfung auf Grund des
acceptierten Warenwechsels. Die Tätigkeit der Instanz, die der
Wirtschaft die Wechsel mit ihren zufälligen Summen ausgedrückt in
Werteinheiten in staatlich begültigte Stücke auf runde Summen lautend,
und dazu frei übertragbar, das ist in Geld umwechselt oder genauer
gesagt, vorschiesst, ist, mag sie auch von einem, dem Namen nach
privaten Institut wie der Reichsbank geleitet sein, eine durchaus
volkswirtschaftliche, denn diese Stelle ist der organisierte Ausdruck
der Gemeinschaft, sie handelt im Namen und zum Nutzen der Gesamtheit.
Den Dienst, den solches Geld für jene Gemeinschaft leistet, können wir
uns vergegenwärtigen, wenn wir uns den gesamten Zahlungsverkehr – oder
wir können ihn auch noch durch alle äusseren Formen als
Tauschgrundlage erkennen, wenn wir diesen auf ein allgemeinnes
Abrechnungs_ und Verrechnungsverfahren gestellt denken, wie dies ohne
Geld in der arbeitsteiligen Verkehrswirtschaft dann notwendig der Fall
sein müsste. Es wäre ein auf die höchste Spitze getriebener,
bargeldloser Verkehr, wie wir ihn uns vielleicht noch technisch, kaum
aber praktisch könnten vorstellen. Aller Zahlungsverkehr des Landes
wird durch den Giroverkehr ihrer Zentralbank vollzogen. Bendisen hat
in seinem "Geld und Kapital" diesen Zustand einmal
angedeutet, bei dem dann die Banknoten nicht Verpflichtung zur
Zahlung, sondern Verpflichtung der Zentrale zur Gutschrift wären. 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s17.png [S. 17]))!! Zwischen einer solchen aus
Leistung geborenen G u t s c h r i f ts-Banknote und unserer Z a h l u
n g s m i t t e l-Banknote ist inhaltlich und in wirtschaftlicher
Wirkung kein Unterschied. Was obiger Variante im tätigen und täglichen
Leben entgegensteht, das ist bildlich und drastisch ausgedrückt der
"10 Pfennig-Automat" der rosten muss, wenn wir es nurmehr
mit Be- und Entlastung zu tun haben. Wenn wir eingangs sagten die
Wirtschaft schiesst vor, um die Tauschhandlungen zu beendigen, so ist
damit auch eigentlich schon gesagt, dass das Geld als das sichtbare
Verrechnungsmittel darnach begrifflich ausser Kurs gesetzt sein muss,
aber das geschieht in der Form der Einlösung beim Wechselschuldner als
dem säumigen Tauschkontrahenten. Er nur allein kann in Wahrheit den
Tauschakt beenden. Wenn in der Erwartung jener letzten Leistung die
Wirtschaft jene Tauschwerteinheiten sich eigentlich künstlich selbst
vorstreckt, so konnte sie das eben nur tun, weil das Güterreservoir
der Wirtschaft infolge gleichen Zu- und Abstroms nie geleert ist. Das
kann hier einstweilen nur angedeutet werden.
Wir wollen die Möglichkeit einer weiteren Fortentwicklung, oder
vielleicht wäre es nur eine Umbildung der Anpassung, nicht ohne
weiteres verneinen; wir sind nur für den Augenblick der gegenwärtigen
Verfassung auf der Spitze angelangt. Die Entwickllung von der
Buchforderung über den Wechsel bis zur Banknote zeigt deutlich in
jedem Stadium den Fortschritt und zugleich Stand und Eigenart der
Wirtschaft. Die Banknote ist enthoben über persönliche, sachliche,
örtliche und zeitliche Bindung, wie sie der Forderung und wenn
schwächer, so doch auch dem Wechsel anhaftet. 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s18.png [S. 18]))!! Aus ihnen hervorgegangen
und gleichen Wesens mit ihnen, dadurch wurzelnd in der produktiven
Leistung der Gemeinschaft die mit allgemein gültigen Wertbegriffen
rechnet, so ist die Banknote, solche Werteinheiten repräsentierend das
moderne Geld geworden, das wie ursprünglich das reale Tauschgut – das
Gold im Gewichte oder auch bereits im Ausdrucke der Werteinheit – in
unserer Wirtschaft als Tauschmittelfunktion den Verkehr ermöglicht.
Jetzt, wo zu den Gütern in besonderem Maasse noch Dienste und
Nutzungen als selbsständige wirtschaftliche Faktoren treten, müssen
auch diese in den Kreis der Relationen mit hineingezogen werden und
damit taucht die eingangs gestellte Frage erneut auf, welches Maass
denn geeignet wäre, die durchaus differenzierten Dinge ihrem absoluten
Werte nach zu bestimmen. Zwar haben wir den Wert der Waren auch vorher
schon nach der Menge der angewendeten Arbeit bestimmt; dieses allein
war wertbildend ohne Rücksicht auf die Art des der Arbeit zu Grunde
liegenden Naturstoffes der an sich wirtschaftlich wertlos ist. Die
Entlohnung der Arbeit bedeutete ehedem die gegen das gestellte Gut
getauschte Ware, worinnen gleiche Arbeitsmengen in beiden Fällen
verkörpert waren. Heute hat nicht jeder Arbeiter mehr das Produkt
seiner Arbeitsleistung in Händen und darum müssen die Beziehungen
nicht nur auf die Güterwerte sondern getrennt von ihnen auch auf deren
Einzelfaktoren, die Dienste erweitert werden. Das Geld und in
besonderem Maasse die Kategorie des stoffwertlosen Papiergeldes ist
nur befähigt Relationen aufzudecken, obgleich dieses " n u r
" genügt, den Mechanismus 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s19.png [S. 19]))!! des Wirtschaftslebens in
Bewegung zu halten ½ Wie jedes Teilgut frühher in einem entsprechenden
Teilgewicht dargestellt, so kann auch bei modernen Bankgelde jeder
Faktor des in Arbeitsteilung entstandenen Produktes in einer
entsprechenden Anzahl von Werteinheiten symbolisch vergegenständlicht
und damit die Distribution ermöglicht werden. Der Begriff der
Werteinheit ist heute so in unser Denken und Fühlen eingehämmert, dass
wir uns im täglichen Leben nicht die Frage nach deren absoluten Werte
stellen müssen. Wohl aber muss die Wissenschaft versuchen, das Dunkel
zu durchdringen; insbesondere wird es sich darum handeln, das in so
langer Entwicklung geborene Bankgeld – unser heutiges Geld schlechthin
– um dazu alles, was begrifflich damit verwoben ist wie Bardeckung,
Geldeinlösungspflicht, Prägefreiheit und mehr näher zu analysieren.
Die Betrachtung des Kreislaufes der Wirtschaft, der Einkommensbildung
und Güterverteilung, die den Rahmen des folgenden Teils abgeben soll,
wird geeignet sein, die Zusammenhänge unserer Wirtschaft aufzudecken
und manche der gestellten Fragen der endlichen Beantwortung entgegen
reifen lassen.
====II. Der Kreislauf der Wirtschaft; Einkommensbildung und
Güterverteilung.====
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s20.png [S. 20]))!!
=====Der Kreislauf der Wirtschaft.=====
So lose auch bei nachlässigerer Betrachtung eine Atomisierung des
wirtschaftlichen Kreislaufs mit der Werteinheit zusammenhängen mag,
wie wenig solches Unterfangen auch zur Bereicherung der Erkenntnis
ihres Wesens beizutragen befähigt ist, so wird uns doch gerade aus
dieser Anschauung, die eigentlich, losgelöst von jeder theoretischen
Lehrmeinung uns nur die wirtschaftlichen Bindungen und die
wirtschaftlichen Funktionen der Werteinheit wird aufdecken können, ein
Gewinn für unsere Untersuchung erwachsen. In ihrem Element, der
Wirtschaft, gehorcht sie nimmer dem Winke der Theorie, die Werteinheit
wandelt und formt sich um aus scheinbar eigener Kraft heraus und die
orthodoxe Lehre weiss keinen Zauberspruch mehr, den Geist, dem jene
mählich entwachsen ist, zu bannen. Wir sehen, d a s sind die äusseren
Formen der Werteinheit, d a s vermag sie und wenn wir sie dann so in
das weit verzweigte Getriebe der Wirtschaft hineinverfolgt und ihr
Sein in den feinsten Nerven des Wirtschaftskörpers verspürt haben,
dann müssen wir mit dem wissenschaftlichen Rüstzeug die Sonde anlegen,
um den Kern, den Inhalt und den Geist der Werteinheit aus allen
Aeusserlichkeiten herauszuschälen.
So wie es historisch gesehen Aufgabe irgendeines Tauschgutes war, den
zufälligen Austausch von Waren zwischen Einzelpersonen, wie es dann
dem staatlichen Stoffgelde oblag den Tauschver-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s21.png [S. 21]))!!kehr innerhalb einer
Wirtschaftgemeinschaft zu verwirklichen, wie in allen Stufen und in
jeder Phase der Wirtschaft stets noch die Werteinheit den Körper, d.i.
die Technik annahm, die vonnöten war, sollte von dieser Seite die
Entwicklung nicht gehemmt werden, so wird auch der schon hieraus
erkennbare Geist der Werteinheit gleich in welcherlei Gestalt er uns
in der Geldform begegnen mag, auch in der modernsten arbeitsteiligen
Verkehrswirtschaft dazu berufen sein, um Produktion, Distribution und
Konsumtion ein alles verbindendes Band zu schlingen, mit anderen
Worten, dem ganzen wirtschaftlichen Leben, das jetzt scharf getrennt
in diesen deutlich unterscheidbaren drei Begriffen aufgehen muss, zu
einer flüssigen Abwicklung zu verhelfen. Wir sprechen in jener Zeit
von Weltwirtschaft und sagen damit, dass die einzelnen Glieder
derselben nur um so fester verbundene, geschlossenere Gebilde
darstellen müssen, die den anderen gegenüber als eine solidarisch
haftende Einheit in die Erscheinung tritt. Und jede dieser Einheiten
hat wiederum ihre eigene Wirtschaftsordnung, ihre eigene Wert-oder
Rechnungseinheit, lebt ihr eigenes Leben und muss die Kräfte dazu aus
sich selbst schöpfen. Diese Kräfte so in Bewegung zu setzen, dass ein
relatives Maximum an Gütern erzeugt, dieser Vorrat wiederum nach
einem, alle beteiligten Faktoren gleich wertenden Schlüssel verteilt
und dabei noch das notwendige " volkwirtschaftliche Kapital
" erübrigt wird, diesen Mechanismus insgesamt wollen wir den
Kreislauf der Wirtschaft nenn. So kam man dazu, je nachdem wohin man
das wesentliche Moment und den Nachdruck verlegte, von einer
Geldwirtschaft, von einer Kreditwirtschaft und schliesslich doch auch
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s22.png [S. 22]))!! noch von einer
Tauschwirtschaft zu sprechen, wobei aber bei letzterer Ausdrucksweise
nicht ohne weiteres ersichtlich ist, ob der Tausch bereits bei Hingabe
des Geldes oder erste bei Wiedereinlösung desselben in Waren als
vollendet zu gelten hat. Mag eine Theorie auch einen Warenkauf mit
gleichzeitiger Geldzahlung als einen Tausch charakterisieren wollen,
wobei auch beim stoffwertlosen Gelde alle Gesetze eines realen
Tausches, gleich wie bei zwei stofflichen Gütern obwalten; bei der
Betrachtung der Wirtschaft müssen wir uns wieder begegnen, in deren
Grenzen innerhalb einer bestimmten Periode alles zum letzten
definitiven Tausche, zum Konsum drängt. Nur dadurch wird die
Wirtschaft wieder in das Gleichgewicht gebracht und zugleich zu neuer
Leistung angefacht. Und zu diesem letzten Konsumakte gehören von der
volkwirtschaftlichen Perspektive aus gesehen alle Güter die verzehrt
oder doch nicht mehr mobil gemacht und nimmer in die Zukunft wirken
können. Auch wenn das Geld stoffwertvolles Gut und etwas die zeitlich
beschränkten Produktionsphasen Überdauerndes, gewissermassen Ewiges
darstellt und immer auf's neue gegen Genussgüter zu tauschen bereit
ist, auch dann wird, natürlich immer nur periodisch gesehen, dieses
Stoffgeld zum Stillstand verurteilt sein, wenn die über den
Eigenbedarf verfügungsfreien Waren gegen andere ebensolche sich
ausgetauscht haben und so innerhalb der vorhandenen Möglichkeiten der
grösste Sättigungsgrad des Konsums erreicht ist. Von diesem Augenblick
an ist das Geld begrifflich nicht mehr T a u s c hgut, sondern einfach
Gut, ein Besitz wie irgend ein anderer, der in der Hand des
Wirtschafters nach vol-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s23.png [S. 23]))!!lendetem Austausch seine
überschüssigen Produkte in andere Konsumgüter mittels jenes Geldes
doch immer wieder gleich gross sein müsste. Varianten mögen wohl im
Einzelfall, nie aber in der Gesamtheit möglich sein. In anderen Falle,
wo das Geld in einem stoffwertlosen Material vergegenständlicht ist,
und das ganz besonders bei dem durch den Warenwechsel an die
Produktion gebundenen Gelde, das wiederum eingezogen und damit
volkswirtschaftlich vernichtet wird, bei dem akann von einem
definitiven Tausch zwischen Geld und Ware, wenn überhaupt, so doch nur
sehr gezwungen und gewagt gesprochen werden.
Wohl aber können wir dort, wo freie Menschen in wirtschaftliche
Beziehungen zueinander treten, diese, wenn sie von einem geschlossenen
Wirtschaftsverbande organisiert werden, zusammen genommen als
Tauschwirtschaft allgemein anerkennen. Das Prinzip der Aeuquivalenz,
das wir geneigt sind, in den Tausch zu legen, kann durch
Machtverhältnisse getrübt bis schrill gestört werden, aber hier bei
der Betrachtung des Kreislaufs kann es nur darauf ankommen, innerhalb
der ganzen Wirtschaft nachzuweisen, dass trotz dieser Störung plus und
minus sich aufhebt und der Güterausgleich auf dieser Grundlage sich
hat vollziehen können.
Wir münden hier in die Frage des Wertes und Mehrwehrtes ein, ohne hier
dem weiter nachforschen und ohne erreichen zu wollen, wie weit im
einzelnen jenes plus oder minus über das durchschnittliche Einkommen
in der nur gedankanklich möglichen Abstraktion " der Gesellschaft
der Gleichen" hinaus schwingt oder zurückbleibt. Wir sahen_nur,
dass solche Möglichkeit besteht, wenn der Arbeitende
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s24.png [S. 24]))!! nicht mehr das Werk seiner
Arbeit verfügungsbereit in Händen hat, dass die Spanne eine immer
grössere zu werden vermag, je entfernter der Wirtschaftende einer
fertigen Ware insbesondere den Produktionsmitteln steht, je weiter die
Abhängigkeit reicht, ohne aber, was wesentlich ist, der äusserlichen
Freiheit verlustig zu gehen. Wenn, wie wir gesehen haben, ein Gut sich
definitiv nur gegen ein anderes austauschen kann, so ist das natürlich
für die ganze Güterwelt von Gültigkeit und in der Volkswirtschaft
kompensieren sich im Endzustande zwei gleiche Güterkomplexe. Die
Schwierigkeit, das plastisch zu erkennen, müssen wir hier im
besonderen darin suchen, dass in der modernen Wirtschaft, wohl
Nutzungen und selbständige Dienste, die in keinerlei konnexer
Beziehung zu deren Warenwelt stehen, ihrerseits doch an der
Güterentnahme aus der Wirtschaft, am Konsum beteiligt sind und im
allgemeinen noch darin, dass die Tauschhandlungen aus einander
gerissen und erst durch den Kredit wieder verbunden werden, ferner
dass der Schleier des Geldes über den güterwirtschaftlichen
wesentlichen Vorgängen gebreitet liegt. Wir bestreiten zudem nicht,
dass alle Vorgänge hier nicht ihre Wurzeln haben, wollen aber im
Ferneren ein Bild geben, das , ohne das Gesagte zu negieren, den
modernen Erscheinungen doch eher gerecht und uns allgemein
verständlicher wird.
Vorher aber wollen wir noch die Auffassung Schumpeters wiedergeben,
der etwa folgendermaassen ausführt:
"Wirtschaft ist der Kreislauf von produktiven Aufwendungen und
konsumtiven Verwendungen innerhalb einer Periode und und zwar
realiesieren sich Produktion und Verteilung durch den
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s25.png [S. 25]))!! Austausch von produktiven
Leistungen sachlicher und persönlicher Natur gegen Genussgüter. Für
letztere allein gelte der Ausdruck Sozialprodukt. Die Produktion ist
wirtschaftlich nichts anderes als ein Kombinieren von
Produktionsmitteln und damit realisiert sie in den Geschäftsakten, im
Eigentum von Produktionsmitteln gegen Genussgüter auch zugleich die
Verteilung. Die Unternehmer tauschen das Sozialprodukt gegen Boden-
und Arbeitsleistungen und gegen produzierte Produktionsmittel. Mit
letzteren produzieren sie wieder Genussgüter u.s.f. Die Produzenten
von produzierten Produktionsmitteln tauschen gegen Genussgüter und
diese wieder aus gegen Produktionsmittel, mittels deren sie wieder neu
zu produzieren imstande sind. Der Anteil des einzelnen hängt von dem
Marktwert seiner Tätigkeit ab. Jedes Subjekt wirft in den
güterwirtschaftlichen Automaten seinen Beitrag und erhält durch den
Mechanismus eine Güterquantität und alle diese Güterquantitäten die
Einkommen, erschöpfen das Sozialprodukt. Das Geld nun zerreisst die
Volkswirtschaft, die sonst einen grossen Markt bilden würde, in zwei
Märkte. Auf dem Produktionsmittelmarkt sind die Unternehmer
Nachfragenden, die Konsumenten Anbietende, auf dem Genussgütermarkt
umgekehrt und so vollzieht sich dann der Austausch von Geld gegen
Genussgüter. Die Konsumenten des Genussgütermarktes sind dieselben,
die auf dem Produktionsmittelmarkt als Anbietende auftreten und können
auf dem Genussgütermarkt dasselbe Geld ausgeben, das sie auf dem
Produktionsmittelmarkt eingenommen haben, wobei die Unternehmer
bezüglich ihrer eigenen Leistung den
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s26.png [S. 26]))!! Anbietenden auf dem
Produktionssmittelmarkt und bezüglich ihrer eigenen Konsumtion den
Nachfragenden auf dem Genussgütermarkt beizuzählen sind. Auf dem
Produktionsmittelmarkt steht wiederum nur soviel zur Verfügung als
korporativnauf dem Genussgütermarkt ausgegeben wurde und durch
Vermittlung der Unternehmer auf den ersteren gelangt ist.""
Soweit Schumpeter.
Wir mögen die Wirtschaft beleuchten, von welcher Seite wir auch immer
wollen, das Zentralproblem werden wir in der Güterverteilung zu suchen
haben und der Schlüssel, der uns die Pforten zum Konsum öffnet, den
finden wir im Einkommen. Der Konsumtrieb ist das Schwungrad für
jegliche Produktion, für jegliche Bewegung im Wirtschaftskörper
überhaupt. Er ist immer das primäre Moment und er allein diktiert die
Produktion, mag er auch wieder in seiner möglichen Höhe an die Grösse
der derzeitigen Produktion eng gebunden sein. Eine Vorauseskomptierung
des wahrscheinlichen Konsums ist in der Wirklichkeit denn doch immer
vom wirklichen Konsum abhängig und folgt ihr der nicht, so entsteht
mangels Abnahme der Ware, wenn auch möglicherweise nur ganz lokal, so
doch immerhin dem Wesen nach eine Krise.
Was wir heute verzehren wollen, muss wohl das Erzeugnis einer früheren
Produktion gewesen sein, aber eben einer solchen die vom
erfahrungsgemäss vorauserwartetem heutigen Konsum vorgeschrieben
wurde. Mit dem Einkommen, das wir heute ausgeben, kaufen wir die Güter
früherer Produktionsepochen. Dazu ist nötig, dass
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s27.png [S. 27]))!! die Wirtschaft stets von
einem konstinuierlich fortlaufenden Güterstrom durchflutet ist, in dem
Ein-und Abfluss, Produktion und Konsumtion in gewissen Grenzen sich
die Wage halten müssen. Zwanglos finden wir hier die Erklärung mancher
Krise: nämlich dann, wenn wir aus der Mündung mehr Konsumgüter
erwarten, als diese uns für den Augenblick zuführen kann, oder in
anderer Variation, wenn wir einen späteren Konsum gewaltsam und
stossweise hinaufzuschrauben versuchen und für diese dahin zielende,
sich aber erst später realisierende Tätigkeit heute schon konsumreife
Equivalente verlangen. Hier der wirtschaftlichen Entwicklung keine
Fesseln anzulegen und ihr auf der anderen Seite doch auch wieder
schwere Krisen zu ersparen, hier eine wahre Formel zu entdecken, das
sind die Sorgen und zugleich die Streitpunkte der Geldpolitik in bezug
auf die Geldschöpfung als auch hinsichtlich der Bank- und besonders
der Diskontopolitik.
Wir stellen für unsere Untersuchung der modernen Wirtschaft fest, dass
wir in ihr mit dem Faktum von Geldpreisen zu rechnen haben, die uns in
ihren Zahlenausdrücken zwar keinen Aufschluss über deren absolute
Werte, wohl aber über das gegenseitige Verhältnis ihrer absoluten
Werte geben. Wir wissen, dass diese Preise einmal historisch aus dem
direkten Tauschverkehr, dann aber als eine gesellschaftliche
Erscheinung begriffen werden müssen, ohne indes an dem Kern des
Wertbegriffes rütteln zu wollen, der als Maass des gegenseitigen
Abwägens nur die wirtschaftlich notwendige, wertvolle und anerkannte
Arbeit zulässt. Wenn nicht grundle-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s28.png [S. 28]))!!gende Produktionsänderungen
eintreten und besonders dann, wenn wir in einen Weltmarkt verflochten
sind, werden wir in den Preisen mit gegebenen Grössen zu rechnen
haben. Die Werteinheit hat die Bedeutung, – das sei hier wiederholt –
uns nur relative Werte aufzuzeigen. Wohl aber muss jedes Gut seinen
absoluten Wert aus dem oben besagten Arbeitsfaktor ableiten und wie
das im einzelnen, so gilt es natürlich für jedes andere Gut und alle
Güter, für die ganze Produktion der Volkswirtschaft überhaupt. Die
wirtschaftlich wertvolle und anerkannte Arbeit, das sind in der
modernen Wirtschaft die Produktionskosten der Güter und diese Aufwende
insgesamt das ist das Einkommen der Nation.
Die Kalkulation ist nichts weiter, als eine Addition von
aufzuwendenden Produktionskosten, die eben die Einkommensanteile
darstellen. Wie sich dann wieder die verschiedenen
Einkommenskategorien in die Preise aufteilen, denn meist müssen wir
praktisch bei ihnen mit der starren oberen Grenze rechnen, das ist
eine Machtfrage, die uns in diesem Falle nicht interessieren kann,
insofern als wir nicht die Störungen, die in der Wirtschaftsordnung
begründet sind, im einzelnen zu untersuchen haben. Für die Betrachtung
des Kreislaufes der Wirtschaft und insbesondere für das Erkennen des
Wesens der Werteinheit genügt es festgestellt zu haben, dass alle
erzeugten Güter, alle Einkommen in sich enthalten müssen, dass aber
der Zugriff zum Realeinkommen, das meist nur aus einer gar nicht
messbaren Teilbarkeit an einem Gute besteht, für den einzelnen gar
nicht möglich ist und als ein Charakteristikum der arbeitsteili-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s29.png [S. 29]))!!gen Verkehrswirtschaft auch
gar nicht möglich sein kann. Füglich muss jeder sein Einkommen in
einer Form zur Verfügung gestellt haben, die es ihm dennoch
ermöglicht, den realen Wert seines Anteils, den er irgendeinem Gute
zugeführt hat, in anderen gleichen Werten auf dem Markte zu erreichen.
Wir haben alle unsere Arbeitskraft in einen Einheitsstrom von Arbeit
zusammen getan, in dem alles Persönliche und Individuelle untertaucht,
wo aber dennoch jeder gerade in dem Verbundensein eine Bereicherung
der Gesamtheit wie auch des einzelnen erwartet. Der ganze Arbeitsstrom
findet sein Equivalent im ganzen Arbeitsprodukt, mag auch im einzelnen
wiederum der eine auf Kosten des anderen seinen Vorteil zu erringen
suchen.
Zum Realeinkommen, zum Konsumgütermarkt ist uns das Nominaleinkommen
das "Sesam, öffne dich". Mittels dessen müssen wir wieder
den Anschluss an die Güterwelt finden, von der wir uns in der
arbeitsteiligen Wirtschaft mehr und mehr entfernt haben; das
Nominaleinkommen muss insgesamt das Realeinkommen vom Markte wieder
mobil machen. So ist es uns, – gleich in welcher rechnerischen Grösse,
- die Anweisung auf den Konsumtionsfond und unter Anerkennung der
Quantitätstheorie muss der Ausgleich von Einkommens- und Preishöhe auf
dem Markt sich vollziehen. Betonen wollen wir gleich, dass dieser
Endzustand zwar in jeder Wirtschaft erreicht sein muss, dass aber
keine dauernden Preisrevolutionen notwendig sind, die Zungen der
Wirtschaftswage, Nominaleinkommenshöhe und Preisstand zu
equilibrieren.
Wir können sagen:
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s30.png [S. 30]))!! Realeinkommen R mal Preis
(im Durchschnitt, Index) P ist gleich Normaleinkommen N und können
diesem Satz sogar allgemeine Gültigkeit zuerkennen. Vorher aber haben
wir schon gesehen, dass ehedem der Begriff des Normaleinkommens noch
möglich war, doch das System der Preise, d.h. zahlenmässig
differenzierte Werteinheitsausdrücke sich im Verkehr
herauskristallisiert hatten. Wenn nun dieser nicht mehr imstande ist
seine Arbeiter oder Mitglieder in einem Gute zu entlohnen, das auf
Grund seines Stoffwertes in jene Relationen eingezogen werden kann, so
muss er an Stelle von Gleichwertigem (Tauschgut) doch Gleichnamiges,
Tauschmittel oder Anweisung auf das Sozialprodukt den Leistenden zur
Verfügung stellen. In jedem Falle muss die Brücke geschlagen werden
zwischen Einkommen und Konsumtionsmöglichkeit und in der modernen
Wirtschaft ist es das Vorherrschen der Werteinheit, die in Geld oder
der Wirkung nach geldgleicher Form das Nominaleinkommen, eine,
isoliert betrachtet abstrakte Grösse mit etwas durchaus Realem, dem
Produkt der ganzen Gemeinschaft verbindet. Doch ist die Werteinheit
eine ältere Erscheinung und hat dort ihren Ursprung, wo wir erstmals
von Preisen sprechen; die Funktion, die wir ihr hier zuerkennen, das
Bindeglied des zerrissenen und gespaltenen Tausches zu sein, ist dem
gegenüber eine abgeleitete und setzt die erstere voraus.
In der Kalkulation bedienen wir uns der Werteinheit und addieren damit
die darin ausgedrückten Arbeitsaufwände. Der daraus sich ergebende
Preis ist dann der Kostenfaktor aller Einkommen.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s31.png [S. 31]))!! Die Paralellität in der
Höhe der Werteinheit zwischen dem Nominaleinkommen und den Preisen
insgesamt: N ist gleich R mal P, ist uns damit nichts Verwunderliches.
Wir können auf die Wagschale der Güter nichts legen, ohne auf der
anderen, wo die Arbeitsaufwände und damit die Einkommen sich sammeln,
Stücke gleichen Gewichtes, gleiche Mengen von Werteinheiten
hinzuzufügen; ja es führt kein anderer Weg zur Produktion als durch
Aufwendungen von Arbeit und damit von Einkommen. Der nominelle Preis
eines Produktes wird zerlegt in die prozentualen nominellen Anteile
der verschiedenen Erzeuger und sie erhalten so ihr Nominaleinkommen,
prozentuale Anteile am gesamten Produktionsfond.
Wir sehen, dass in ordnungsmässigem Gang der Wirtschaft die Bindungen
so starke sind, dass von einem quantitätstheoretischem Ausschwingen
zwischen Einkommen und Preisen praktisch gar nicht mehr gesprochen
werden kann; beides sind eigentlich eines und dasselbe. Die
Güterpreise finden wir in gewissen Grenzen als gegebene Grössen vor,
denn die Produktionsweise ändert sich allgemein meist nicht sprunghaft
und auch alle anderen neuerzeugten Produkte ordnen sich in
Verhältnismässigkeit schon ehedem sie auf den Markt gelangen diesem
Netz von Relationen ungefähr ein. Mit der Grösse der Produktion und
den Preisen wird als abhängige Grösse das Nominaleinkommen in absolut
gleicher Höhe geschaffen. Preiskampf und Preisrevolution kann
begrifflich nicht möglich sein, wenn beide Faktoren jeweils das
gleiche bedeuten, wenn sie nur verschieden aufgeteilt, das eine Mal in
nominelle Güterpreise,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s32.png [S. 32]))!! das andre Mal in nominelle
Einkommen, gegeneinander gestellt aber doch sich gegenseitig aufheben
müssen. Der Konsum bestimmt nicht nur die Höhe, sondern auch die
Auswahl der Produktion und je nach seinen subjektiven Wertschätzungen
einerseits und den objektiven Beschaffungswiderständen andererseits
werden diese oder jene Güter herangezogen werden. Was aber in diesem
Zusammenhang mitbestimmt das sind die Einkommen, die nicht nur allein
von der Form als einer gesellschaftlichen Einrichtung, sondern auch
von der Intensität und der Qualität der Produktion beeinflusst und
geändert werden. Wir deuten damit an, dass in einem gegebenen Land
unter gegebenen Produktionsverhältnissen alle Einkommenskategorien in
einem bestimmten Verhältnis zu einander stehen müssen; dass
Unternehmer und Arbeiter, Bauer, Beamter und freie Berufe nicht
willkürlich nebeneinander bestehen, sondern von einer wirtschaftlichen
Notwendigkeit gezwungen sich zu einem harmonischen Ganzen vereinen
müssen. Neben dem Preisgebände oder besser mit dem Preisgebände ist
auch das Einkommensgebäude geschaffen und gebunden, nicht so dass bei
beiden eine absolute Starrheit erreicht wäre, aber doch ein innerer
Zusammenhang zu konstatieren ist.
Der Kreislauf der Wirtschaft würde bei uns in dem Problem gipfeln, die
Einkommen, die das Sozialprodukt aufheben sollen, so zu ordnen und so
unter alle Einkommensempfänger zu verteilen, das insgesamt nicht mehr
nominelles Einkommens auf dem Markte erscheinen kann, als während der
Produktion gleichnamige Einheiten für die erstellten Produkte
verausgabt wurden. Darin müssen sich
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s33.png [S. 33]))!! aller, aber auch alle
Berufsgruppen teilen. In den Güterkalkulationen finden wir die
Substanz für alle Einkommen.
In einem Schema wollen wir aufzeigen, wie wir uns die Abwicklung
vorstellen und werden zu diesem Behufe vier Arten von Einkommen zu
unterscheiden haben:
1.) Die an der Produktion und an der Zumarktebringung der Genussgüter
unmittelbar Beteiligten, also die Produzenten, Händler, Zins-, Renten-
Gehalts- und Lohnempfänger. Sie stellen die primäre
Haupteinkommensform dar und verkörpern das gesamte Einkommen der
Gesellschaft. Alle weiteren Einkommen werden aus dieser Masse
gespeist.
2.) Die an der Erschaffung des festen "volkswirtschaftlichen
Kapitals" arbeitenden Berufskreise (Bauarbeiter und -unternehmer,
Brücken-, Eisenbahnbauer usw.); sie schöpfen ihr Einkommen aus den
Ersparnissen aller übrigen Gruppen ( 1 ; 3 ; 4 . )
3.) Die freien Berufe, wie Aerzte, Schriftsteller, Künstler usw., die
aus den freiwilligen Abgaben aller übrigen ihren Anteil geltend machen
können.
4.) Die Beamten im öffentlichen Dienst, die mittels Steuern jeglicher
Art durch den Fiskus kaufkräftig werden.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s34.png [S. 34]))!!
file:/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/wesenundinhaltderwerteinheit_s
34.png
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s35.png [S. 35]))!! Was an jeder bildlichen
Darstellung fehlerhaft sein muss, ist das stossweise Geschehen der
Akte, die sich in Wirklichkeit natürlich im organischen Flusse
befinden. Das müssen wir auch hier berücksichtigen, wenn wir eine
Periode in ein einmaliges Geschehen zusammenpressen. Was uns deutlich
werden soll, ist die Paralellität von Nominaleinkommen mit der
Preishöhe der Gesamtproduktion. Wenn nach unserer Zeichnung in der
Kalkulation das Produkt einen Preis von 100 erzielt, so darf für jenes
Produkt auch nicht mehr wie 100 Einheiten auf dem Markte kaufkräftig
werden. Arbeiter, Angestellte, Produzenten und Händler (Gruppe I)
geben insgesamt ab an Beamte durch Steuern und Abgaben 4 mal 3 ist 12,
an freie Berufe 4 mal 2 ist 8, an die Kapitalerstellenden 4 mal 3 ist
12; treten also von ihren Einkommen ab 12, 8 und 12 ist 32 und es
bleiben ihnen folglich 68 und diese 68 und 32 zusammen auf dem
Konsumgütermarkt ausgegeben, heben das Produkt von 100 auf. Weiter ist
im Bilde angenommen, dass die verschiedenen sekundären
Einkommenszweige sich gegenseitig Zuschüsse leisten, der Einfachheit
halber hier immer das gleiche. Was an die kapitalerzeugenden Berufe
hingegeben wurde, bedeutet zwar für die Abtretenden
privatwirtschaftliches Kapital ; – privatwirtschaftliches Kapital
aber, das sich in sog. volkswirtschaftlichem Kapital niedergeschlagen
hat in dem Werk derjenigen, welche die Konsummöglichkeit von den
Sparenden erhielten. Diese haben dann, sofern es sich nicht um
direkten Eigenbesitz mit Eigenverantwortung handelt, einen
obligatorischen oder schliesslich auch dinglichen Anspruch.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s36.png [S. 36]))!! Halbfabrikate gelten als
Genussgüter, denn es ist leicht zu ersehen, dass diese in der
weiterverarbeitenden Produktion in deren Kalkulationen als ein
fertiger Posten erschienen, für den in der vorausgegangenen Produktion
Einzelarbeitsaufwände entlohnt werden mussten. Zins und Rente wurde
ohne weiteres dem Produzenten- und Händleranteil zugerechnet. Des
weiteren sind die Posten für Abschreibung und Abnutzung weggelassen,
denn ob von der Gesamtheit aus gesehen 20 mal 5 zurückbehalten, dafür
dann einmal 100 aufgewendet wurde, ist belanglos und muss sich zum
mindesten in grösseren Zeitläufen ausgleichen.
Das Realeinkommen der Gemeinschaft besteht in der Masse der erzeugten
Güter, das Nominaleinkommen in der Summe ihrer Geldpreise. Das ist
nichts zufälliges, sondern die notwendige Folge des Gleichlaufs von
Produktion und sie begleitender Einkommensbildung. Wenn wir sagen, die
Preise und in ihnen die Idee der Werteinheit seien Verhältniszahlen
zwischen den einzelnen Güterwerten, so dass diese vergleichbar und
gesellschaftlich gültig austauschbar werden, so müssen wir auch
bekennen, dass innerhalb der Einkommen selbst der gleiche Geist wie
bei den Preisen vorherrscht; auch sie werden, ohne dass die absolute
Leistung mehr erkenntlich ist, doch nach gesellschaftlicher Wertung
geschieden und vergleichbar. Die Nominaleinkommen sind das Spiegelbild
der Preise und so können wir die letzteren auch als Verhältniszahlen
zwischen Real- und Nominaleinkommen bezeichnen. Dass wir den Preisen
die primäre Rolle einräumen, könnte als gegen die Tatsachen
verstossend erschienen, denn
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s37.png [S. 37]))!! äusserlich treten
tatsächlich zuerst die Einkommen in Erscheinung und nehmen möglichst
an dem Preise im einzelnen die letzte Korrektur vor; aber die Preise
sind nicht nur historisch gegenüber dem Nominaleinkommen das
Ursprüngliche, sondern selbst in der von uns geschilderten Ordnung
bilden sie sich nur in strenger Anlehnung an einen wirtschaftlichen
bereits fixierten, oder wenigstens vorauskalkulierten Preis.
Was aber nachzuholen wichtig ist, das ist der Begriff des
Nominaleinkommens, den wir bisher als etwas Gegebenes hingestellt
haben. Wir konnten das tun, nachdem wir im ersten Abschnitt vom Gelde
gesprochen und in ihm das technische Mittel erkannt haben, das die
Verkehrswirtschaft zu funktionieren befähigt. Aber wir sahen auch,
Voraussetzung für das Geld ist wiederum das Vorhanden- und Wirksamsein
der Preisidee, wenn auch ursprünglich nur Stoffquantitäten zum
Vergleich gelangen. Das Nominaleinkommen ist nun, (wenigsten
teilweise) dieses Geldeinkommen. Wie weit die beiden Begriffe sich
decken, ist in jedem Einzelfalle wohl verschieden; sie können das
völlig tun, wenn das ganze Einkommen in Geld erstattet ist, d.h., wenn
keine Möglichkeit besteht, reale Güter direkt als Einkommen zu
erhalten. Während also Real- und Nominaleinkommen sich stets decken
müssen, weil es nur verschiedene Ausdrücke gleicher Sache sind, ist
das Geldeinkommen nicht ohne weiteres eine 3. Ausdrucksform dafür;
wird oftmals nur ein Teil der erstgenannten Begriffe sein und kann nur
in der Ausschliesslichkeit des Einkommensempfanges in dieser Form zum
gleichen Werte werden. Das Geld lebt, um die Güter auszutauschen, die
eine Fülle von Relationen
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s38.png [S. 38]))!! darstellen;– wenn es heute
nun den Kauf vermittelt durch Hingabe von Nominaleinkommen gegen
Güter, so ist das durch den Schleier gesehen der gleiche
witschaftliche Vorgang. Diese letzte Karte decken wir auf, wenn wir
den Mechanismus kurz erklären, wie das Nominaleinkommen, das
Geldeinkommen entsteht. Nach unserer ganzen Ausführung kann es keine
Frage sein, dass wir es in engster Anlehnung an die Güterproduktion
zur Schöpfung bringen müssen. Stellen wir dabei die Geldkreation auf
Grund des akzeptierten Warenwechsels als die der Vollendung am
nächsten kommende Einrichtung hin, so handeln wir nur folgerichtig
unserer bisher beschriebenen Auffassung.
Im Gelde, dem Repräsentanten unseres Nominaleinkommens haben wir einen
Anspruch an die Allgemeinheit, während wir unsere wertvollen Dienste
der privaten Produktion liehen und auch hierher die Quelle unseres
Einkommens verlegten. Jede Hingabe von Dienst Nutzung oder Gut bewirkt
zuerst einmal ein privates Forderungsrecht, das wir irgendwann einmal
zum Eigengebrauch lebendig werden lassen wollen. Eine solche private
Forderung ist die Buchforderung und es ist der Warenwechsel, den der
Fabrikant für eine wirtschaftlich abgenommene Leistung in Händen hält.
In diesem Wechsel sind aber, da viele Hände dem Unternehmer dienstbar
waren, das Produkt zu vollenden, auch alle deren Arbeitsleistungen und
füglich deren Einkommen eingeschlossen und hier erlöst uns die
Geldschöpfung vor weiteren privaten, in's kleinste zu zerlegenden
Forderungsrechten, welche die Arbeiter wiederum ihren Unternehmer
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s39.png [S. 39]))!! Unternehmer geltend machen
müssten. Die starre Berufsgliederung zeugt davon, dass wir das
Vertrauen zur Gemeinschaft, zu der Wirtschaft haben, und darum
entäussern wir uns unserer vergegenständlichten Arbeit, weil wir
erwarten und wissen, dass wir auf dem Markte auch ohne dieses Gut oder
Teilgut selbst doch der Equivalente habhaft werden können. Im privaten
Verkehr konnten nur private Forderungen entstehen. Die private
Produktion aber ist so enge mit einander verbunden und in solch'
grosser gegenseitiger Abhängigkeit, dass wir in der Marktwirtschaft,
wo alles in einander greift, wo alle für einen und einer für alle
zusammen stehen, dass wir dort jedes derartige private Forderungsrecht
in ein öffentliches umwandeln und als das Symbol der Forderung an die
Allgemeinheit das Geld der Gemeinschaft, das staatliche Geld ansehen.
Die Reichsbank führt hier nur eine Funktion des Marktes zu Ende. Jede
Forderung ist von der anderen Seite gesehen aber eine Schuld, also
hier eine Schuld, die von der Gesamtheit getilgt werden muss.
Praktisch geschieht das, indem wir bei der Konsumtion Teile dieser
Forderung fortgeben, bis unser ganzes Forderungsrecht, eben unser
Einkommen sich aufgelöst hat und in der Wirkung das Forderungsrecht
und das Geld aus der Wirtschaft entfernt ist. Wir haben konsumiert.
Mit der letzten Konsumtion und der letzten Wechseleinlösung ist der
Kreislauf beendet.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s40.png [S. 40]))!! Dass das Geld uns als etwas
anscheinend ewig Bleibendes in der Wirtschaft gegenübertritt, beruht
auf einer Täuschung. In Wahrheit entsteht es täglich mit der Leistung
und vergeht mit der Konsumtion, gleich wie uns ein grosses Feuerwerk
eine dauernde Helle vorspiegelt, die durch tausende von Raketen, die
nacheinander aufsteigen und wieder in's Nichts zurückfallen,
verursacht wird.
Es könnte hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Technik genau
auseinander zu setzen; was wir vielmehr schildern wollen, das sind die
Zusammenhänge, soweit sie das gezeichnete Bild vollenden müssen. Zur
Verteidigung des Wechsels wollen wir aber doch die Hauteinwände
betrachten. Seine Sicherheit und seine Eignung zur Geldschöpfung,
d.h., ob er wirklich absatzfähige Konsumgüter repräsentiert, das
können wir ruhig dem viel bekritelten Profitstreben der
Privatwirtschaft überlassen. Sie hat selbst das denkbar grösste
Interesse daran, Gnade vor den Augen ihrer Mitmenschen zu finden. Die
grösste Sicherheit liegt nicht etwa in den geforderten prima
Unterschriften, sondern in der wirtschaftlichen Unmöglichkeit, dass
auch nur eine nennenswerte Anzahl von Wechseln notleidend würde. Die
Gefahr auch, dass mehrere Wechsel für ein und dieselbe Ware im Umlaufe
sind, ist nicht so hoch zu bewerten, denn der erste Wechselschuldner,
der darauf Gläubiger wird, kann den diskontierten Wechselbetrag nicht
als Einkommen geltend werden lassen, d.h. konsumieren; muss er doch
sein Accept wieder einlösen. Im übrigen gelangt immer nur ein
Prozentsatz von Wechseln bis zum obersten Organ der Reichsbank, die
übrigen können aus dem Umlaufe der gerade freien Gelder gespeist
werden.
Doch zurück zu unserer Betrachtung: Die Einkommensgrösse, die wir mit
dem gesamten erzeugten Gütervorrat gegenüber stellen, eben in dem
Sinne, dass beide nur neben einander zur Entstehung
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s41.png [S. 41]))!! kommen können, kann uns nur
eine gedanklich mögliche Grösse sein. Wenn wir das Geldeinkommen mit
Nominaleinkommen gleich setzen und es in Paralelle stellen zum
gesamten Realeinkommen, dann müssten wir fordern, dass jegliche
Einkommen in neu geschöpfter Geldform zur Verteilung gelangen. In
Wahrheit wird aber Produktion in Natura verteilt, es wird mit noch
umlaufendem Gelde bezahlt, es werden Gegenforderungen aufgerechnet,
Wechsel dienen als Zahlungsmittel, Giroguthaben ersetzen neues Geld
und so kommt es, dass wir in diesem ganzen Konglomerat die
Einkommensgrösse zu suchen haben. Was das Geld anlangt, so ist in der
Grösse der Produktion wohl eine obere Grenze geschaffen. nach unten
aber ist der Verkehr souverän. Denken wir nun daran, dass das gleiche
Geld teilweise als blosses Rechengeld z.B. an den Quartalsterminen
aufzutreten pflegt, des weiteren auch mit tätig ist, den Kapitalmarkt
zu speisen. In diesen Fällen steht das Geld fern seiner eigentlichen
primären Funktion. Das Geld ist auf der einen Seite Bescheinigung für
unsere Leistung, die sich in realem Gute hat niederschlagen müssen,
das auf dem Markte erscheinen wird, auf der anderen Seite ist es eine
Anweisung auf wieder ein reales Gut ; verbunden also, vermittelt uns
das Geld den Austausch zwischen den realen Gütern. Das
Nominaleinkommen schiebt sich nur dazwischen als eine Folgeerscheinung
der heutigen Produktionsweise. Diesen Dienst vermag das Geld, das
haben wir bereits im ersten Abschnitt gesehen, zu leisten, weil es im
Zusammenfügen und Teilen von Werteinheiten auch die Güter vergleichbar
und teilbar werden lässt. Die Werteinheit schafft Preise und lässt
durch sie den Güter-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s42.png [S. 42]))!! austausch möglich werden.
Das erste und letzte Glied des modernen wirtschaftlichen Kreislaufes
betrachtet. – die Distribution scheiden wir aus, – bietet uns wieder
das gleiche ursprüngliche Bild.
Die Wirtschaft erschöpft sich im Austausch von realen Gütern, und die
Werteinheit ist das Instrument, auch dort, wo der Tausch dem Bereiche
des Zufälligen entwächst und sich zu einer
gesellschaftlichswirtschaftlichen Erscheinung erhebt und verdichtet,
auch dort den Gesetzen des Realtausches die freie Bahn zu bereiten.
====III. Die Lehrmeinungen; Nominalismus, Metallismus, Warentheorie
des Geldes.====
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s43.png [S. 43]))!!
=====Die Lehrmeinungen=====
======Der Metallismus. Der Nominalismus.======
Sind wir dem Wesen des Geldes in funktioneller Hinsicht bei der
vergangenen Betrachtung näher gekommen und konnten wir das gewonnene
Bild uns formen, ohne dass wir uns mit Entschiedenheit zu einer
herrschenden Theorie bekannten, – haben wir dort nur das tatsächliche
Geschehen kritiklos hingenommen und es versucht, die einzelnen Daten
zu organischem Fluss an einander zu reihen, so müssen wir jetzt den
Geldtheorien unser Ohr leihen, deren jede mit Bestimmtheit und
seltenem Fanatismus ihren Standpunkt für den allein richtigen
vertritt.
Eine eigentliche wissenschaftliche Forschung nach dem Wesen des Geldes
beginnt naturgemäss mit dem Metallismus, einer Geldlehre, deren Inhalt
uns noch ganz deutlich werden wird. Dieses theoretische Besinnen
erfüllte darauf denn auch ausnahmslos und ohne Widerspruch die Geister
und heute sogar können wir noch sagen, dass die alten klassischen
Gesetze jenes orthodoxen Metallismus ohne nennenswerte Revidierung im
Schwange sind und immer noch Grundlage auch aller späteren, selbst der
modernsten Entwicklung.
In den Anfängen des Geldverkehrs war das Geld und damit sprechen wir
von allen Geldstoff schlechthin, auch wenn er schon staatlicher
Prägung unterzogen war, doch eigentlich nichts anderes, als ein Gut
wie eben die übrigen Güter alle, das sich nur jeweils
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s44.png [S. 44]))!! bei Tauschbedarf in das
Tauschgut vorübergehend in "Geld" wandelte und so jeweils
durch das Heraustreten aus dem allgemeinen Güterkreis in den ihm
entgegen stehenden, ihn bewegenden Geldkreis automatisch die nötige
Geldmenge schuf. Die Warenbewegung ist das primäre, gegenüber der
Geldbewegung und zieht diese nach sich. Und gleich wie von Wirtschaft
zu Wirtschaft so floss das Gold wechselnd von Gemeinschaft zu
Gemeinschaft gewissermaassen im intervalutaren Verkehr als das
allgemein beliebte und gebräuchliche Geldtauschgut, als ein Weltgeld.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts aber bedingte der natürliche Mangel an
Edelmetallen ein Verlassen oder wenigstens doch einschränken dieses
Systems des sich selbst regulierenden Zu- und Abstroms von Geld, von
Gold. Damit ging eine verwandte Tendenz Hand in Hand, nämlich ein
Bestreben, das ersparte Edelmetall in den Tresors der Banken
aufzuspeichern und mehr und mehr den goldersetzenden Banknoten die
Hauptrolle im Geldverkehr zu überlassen. Das schien der herrschenden
metallistischen Geldauffassung nicht zu widersprechen, denn selbst der
führende Nationalökonom jener Epoche – Ricardo – sagt über jene
papierenen Umlaufsmittel, die wohl gleichartig funktionierend doch
nicht Metall(Waren)geld waren:" Ein Geldumlauf ist in seinem
vollkommensten Zustand, wenn es gänzlich in Papiergeld besteht, aber
in einem Papiergeld von gleichem Werte wie das Gold, das es zu
vertreten erklärt. Der Gebrauch von Papier anstatt von Gold ersetzt
das kostspieligste durch das billigste Material und befähigt das
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s45.png [S. 45]))!! Land, ohne irgendjemand zu
benachteiligen, alles Gold, das es früher zu diesem Zwecke benützte
gegen Rohstoffe, Werkzeuge und Nahrungsmittel einzutauschen, durch
deren Gebrauch sein Wohlstand und seine Genüsse vermehrt werden."
Ist nun aber dieses Papiergeld nur Stellvertreter des Edelmetalles und
dieses allein nur das eigentliche Geld, das trotz des grössten
Anreizes zu seiner Förderung dennoch zum Verkehr nimmer ausreicht, und
zudem noch als volkswirtschaftlich unrentabel gelten muss; ist das
Papiergeld – die Banknoten – also nur Symbol eines gedachten
Goldquantums, dann allerdings muss notwendig die Frage auftauchen, wie
gross muss diese Papiergeldmenge oder wie gross wäre wohl die im
Verkehr benötigte Goldmenge, deren Wert das Papier vorstellen müsste?
Wenn der Metallismus diese Menge nicht mit einer ökonomischen
Erscheinung in der Wirtschaft verkettet und aus einer Denkgrösse eine
messbare werden lässt, dann wird er in der modernen Wirtschaft zu sehr
dem schwankenden Rohre gleichen, als dass man es wagen könnte, die
Geldschöpfung so zu basieren. Ricardo schreibt noch im gleichen
Kapitel darüber: "Das Publikum vor allen Veränderungen im Werte
der Umlaufsmittel zu schützen ausser denjenigen welchen der Münzwert
selbst unterworfen ist, und den Umlauf gleichzeitig mit einem
möglichst wenig kostspieligen Metall zu bewerkstelligen, heisst den
vollkommensten Zustand zu erreichen." Dazu empfiehlt er dann die
Einlösbarkeit der Noten in Barren Gold und umgekehrt; etwas dieselben
Grundsätze, die zur Herrschaft der Geldwährung bei uns in Uebung waren
und die Knapp
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s46.png [S. 46]))!! als Hylodromie und
Hylophantismus in seine Theorie einreihte.
Wenn allerdings, so muss auch Ricardo enden, bei ungewöhnlichen
Gelegenheiten, wo eine allgemeine Panik das Land ergreift, jedermann
die Edelmetalle besitzen möchte, als die bequemste Form, sein Vermögen
zu realisieren, dann ist auch diese Ordnung nicht mehr durchführbar.
Das eigentliche Geld des Metallismus, das Edelmetall verschwindet aus
dem Verkehr und keine Zentralbank der Welt könnte sog. r u n s im
grossen Maass begegnen. Dann muss das Papiergeld, (die Banknote ),
dieses nur auf Vertrauen beruhende Geldsurrogat, gerade in den Zeiten
des völlig geschwundenen Vertrauens dennoch Gelddienste leisten.
Solange unsere Betrachtung nur dem Metallismus gilt, haben wir den
Begriff der Werteinheit nicht besonders zu erklären und zu definieren.
Wenn wir hier von Geld sprechen und wir verstehen gewöhnlich darunter
das chartale Stück, das Zahlungsmittel, dann sprechen wir gleichzeitig
von Werteinheit, denn in jenem System gibt es begrifflich keinen
Unterschied zwischen Werteinheit und Zahlungsmittel; hier ist
Werteinheit gleichbedeutend mit einem bestimmten Quantum Gold und ist
so identisch mit der Münze selbst. Die Münze ist also Zahlungsmittel
und Wertmaass zu gleicher Zeit. Den späterhin von anderer Richtung
eingeworfenen Gedanken der abstrakten Werteinheit, einer reinen
Denkgrösse als dem angeblichen Wertmesser, lehnt die alte klassische
Schule ab. Deren prominente Vertreter Adam Smith und Ricardo standen
auf dem Boden der objektiven Wertlehre, derart, dass sie als
Bestimmungsgründe des Wertes
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s47.png [S. 47]))!! der Waren die Faktoren
Arbeit, Kapital und Rente gelten liessen. Ersterer nicht immer in
konsequenter Durchführung, Ricardo aber in seinen principles um so
geschlossener.
Die Münze ist eine Ware wie andere mit den gleichen
Wertbestimmungsgründen. Preise und Ausdruck des Verhältnisses des
objektiven Wertes des Goldes mit dem der zu vergleichenden Ware und
ein Geldwert existiert nur soweit, als wir darunter einen Goldwert;
eben den objektiv messbaren Wert der Goldmenge verstehen. Für den
strengsten Metallisten kommt überhaupt nur der Gebrauchswert des
Goldes als Vergleichsmaass in Frage; er schätzt rein subjektiv nach
Lust-oder Unlustempfinden, was natürlich zur Folge haben muss, dass
dort, wo vollwertiges Metallgeld im Kurse ist, die gesetzliche
Zahlungskraft damit bedeutungslos ist.
Nach Diehl aber ist beispielsweise zur Durchführung geregelter
Preisbildung ein Geldgut, also ein wertvoller Geldstoff notwendig,
denn er will den Kern der Preisbildung in der wohl sehr fragwürdigen
Formel begriffen wissen: "Nun schätzt ihr an einem allgemeine
beliebten Gegenstand, z.B. dem Golde ab, wie viel ihr für meine Ware
geben wollt?" Diese metallische Lehre konnte nur so lange
unangefochten bleiben, so lange die tatsächliche Uebung sich aus jenen
Sätzen erklären liess. Sobald aber papierne, oder auch nur
unterwertige Umlaufmittel in den Vordergrund des Verkehrs gedrückt
waren, wurden, den Metallismus verneinende und bekämpfende Stimmen
laut. Ihnen wiederum musste dieser entgegentreten und in seinem System
jenen neuen
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s48.png [S. 48]))!! Zahlungsmitteln Raum geben.
Die Bezeichnung Geld geriet ja für jegliches "Papier" ohne
weiteres in Wegfall, denn eigentliches Geld war immer nur das 100 %ige
Metallgeld. Banknoten waren doch immer nur – man mag die absolute
Notwendigeit ihres Entstehens und ihrer Zirkulation eingesehen haben
oder nicht, – Geldsurrogat, jederzeit umtauschbares Kreditpapier, das
seinen Wert nur von dem durch sie repräsentiertem in Hintergrunde
ruhenden Golde lieh, das seinerseits wie bei der Dritteldeckung in der
Gesamtheit sogar nur eine vorgestellte Mengengrösse sein musste.
Tatsächlich wurde denn auch nur die Einlösepflicht der Banknoten in
Zeiten der Not und Gefahren ohne weiteres aufgehoben, ohne dass jene
an Wert oder Umlaufsfähigkeit verloren.
1797 beispielsweise wurde in England infolge seines Runs die
Barzahlung eingestellt und erst 1819 wieder aufgenommen. 22 Jahre
herrschte ein Zustand vor, den die Metallisten nur mit grösstem Zwang
zu erklären imstande sind, denn hier gab es kein real gegebenes,
sondern höchstens ein historisch überliefertes Maass, den Wert des
alleinigen, tatsächlichen Geldes, der Banknoten, zu regulieren. Wenn
ganz besonders in solchen Zeiten jenes Geld keine inflationistischen
Wirkungen zeitigt, dann beruht es auf keiner natürlichen Eigenschaft
dieser Zahlungsmittel, sondern ist Resultat einer bewussten
Geldpolitik, wie solche denn auch von jeglicher Richtung der Geldlehre
als unerlässlich notwendig erklärt wird. Wir stimmen dem Metallismus
auch noch hierin zu, dass die volkswirtschaftlich schädlichen,
preissteigernden Wirkungen wohl ein geringer Uebel
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s49.png [S. 49]))!! sein werden, wenn die
Banknotenausgabe in der engen Verknüpfung an einen Stoff geschieht.
Für uns ist es aber gewissermassen nur ein gradueller Unterschied von
dem Zustande, da die Ausgabe allein von volkswirtschaftlicher Einsicht
geleitet wird. Die Goldgebundenheit gehört also nicht zu den
unterscheidenden wesentlichen Merkmalen. Das muss denn insbesondere
der Gipfelpunkt jeder nominalistischen Auffassung sein, klassische
Regeln für seine elastische Geldschöpfung mit den Banknoten als
Hauptgeldart, möglicherweise sogar als seiner einzigen Form,
aufzustellen. Vieles ist im letzten Abschnitt über die Frage der
praktisch geübten Geldschöpfung schon gesagt worden. Hier sei nur
angedeutet, dass jegliche Bankpolitik dabei weitgehende Erwägungen
anzustellen hat. Es ist z.B. wesentlich, ob die neue Werte schaffende
Produktion dem Genussgüter- oder dem Produktivmittelmarkt zufliesst,
wie gross der Vorrat an Genussgütern in der Wirtschaft sei und welche
Menge davon der Vollendung entgegenreift. Wichtig sind ferner alle
Fragen, welche die Lage der Nation im intervalutarischen Verkehr
beleuchten und beeinflussen können.
In diesem Zusammenhang ist es bedeutungslos, ob wir Bendixen
zustimmen, der die Geldschöpfung und Kreditgewährung der Produktion
folgen lässt, oder ob wir Hahn beipflichten, der die
Kreditgeldschöpfung als das primäre und erst die Produktion anfachende
Moment begriffen wissen will.
Während also bei den Metallisten die Erklärung der Banknoten auf
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s50.png [S. 50]))!! die Frage der
Stoffgebundenheit und auf die der Art und Höhe der Einlösbarkeit
hinausläuft, verkünden die Nominalisten in ihrer reinen Theorie
hierinnen vollkommene Freiheit und wenn sie auch, wie beispielsweise
Knapp und Bendixen aus politischen Erwägungen die Deckung in weniger
starken Grenzen beibehalten wollen. Was die Metallisten zur Erklärung
des Geldwertes nötig haben, kommt bei den Nominalisten, die den
eigentlichen Geldwert nicht kennen, in Wegfall. Für sie ist die Frage
nach dem Stoff des Geldes eigentlich nicht die erste, das ist vielmehr
die nach dem Gebunden- oder Nichtgebundensein an ein Metall und darum
finden wir in der Literatur, obwohl sich ziemlich deckend mit
Metallismus und Nominalismus, Metall- und Papierwährung, die
Bezeichnung gebundene und freie Währung. Nicht das ist der
Unterschied, dass der Nominalist eine Währung mit einer rein
nominellen abstrakten Werteinheit für praktisch möglich hält; nein,
auch bei reiner Metallwährung und sei auch nur Gold im Umlaufe, da wo
jegliche als Zahlungsmittel verkörperte Werteinheit real als ein
Quantum Edelmetall zu greifen und als solches von den Metallisten
definiert wird, auch hier in solchem reinen heute nur noch gedanklich
möglichen Zustande hat sich für den Nominalisten die abstrakte
Werteinheit zur Beherrscherin der Wirtschaft aufgeschwungen.
Nun aber wiederum sehen wir die Metallisten im Angriff, die immer von
neuem die Frage nach dem Werte des Geldes in die Debatte werfen, die
nach ihrer Ansicht und in ihrem System den Zentralmittelpunkt abgeben
muss. Die Nominalisten argumentieren
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s51.png [S. 51]))!! in der Verteidigung, dass
es nur eine historische Tatsache sei, dass das Geld Eigenwert besitzen
müsse, und nur einstmals es notwendig war, um in der Beziehungssetzung
aller anderen Güter zu jenem beliebtesten und gebräuchlisten Gut,
Wertrelationen für jene zu erzielen. Einmal lebendig, leben diese fort
und sind schliesslich dann nur noch Zähler zu dem Generalnenner Geld
im Ausdruck einer, entweder von der Gemeinschaft oder durch
immerwährenden rekurrenten Anschluss vom Staate bezeichneten, immer
aber aus dem Gemeinschaftsleben geborenen Werteinheit. Das Geld als
abstrakte Werteinheit, als eine nur in der Vorstellung lebende Grösse
kann keinen selbständigen, keinen objektiven Wert haben; das Geldstück
hat vielmehr nur den Wert, auf den es lautet. Beim Nominalismus
versinnbildlicht das Geldstück nur einen Wert, der ihm von ausserhalb
zugelegt ist, beim Metallismus ist das Geldstück Träger und
Verkörperung des Wertes in sich selbst. Für den Nominalismus muss es
darum bedeutungslos, unter Umständen sogar störend sein, wenn seine
gedankliche Rechengrösse in ihrer Reinheit durch nur die Erkenntnis
trübenden Stoff dargestellt wird;– ist doch für ihn die Art der
kursierenden Vermittlungsbehelfe von durchaus nebensächlicher
Bedeutung. Die Werteinheit kann nicht aus sich selbst heraus einen
Eigenwert haben, denn der so vielfach geänderte rekurrente Anschluss
hat die Beziehungen zu dem Urstoff, auf den basiert in erster
Tauschgemeinschaft Relationen und Preise zustande kamen, verloren und
ist als Grösse darum zu sehr verwischt, als dass wir auch bei Kenntnis
des Urstoffs noch einen Wertmesser daraus kon-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s52.png [S. 52]))!!struieren könnten. Jeder,
der Werteinheit zugrundegelegte Stoff ist in einer Hinsicht
willkürlich, ist etwas Zufälliges. Er muss aus dem gesamten
Güterkreise entnommen sein und, sollen die Geldpreise in der Höhe
unverändert bleiben, so muss das die neue Währung begründende
staatliche Gesetz den Münzpreis und rekurrenten Anschluss in engster
Anlehnung an den schon vorher vom Münzmetall innegehabten objektiven
Tauschwert, seinen Preis in der alten Währung fixieren. Nur in dem
ersten Falle des staatlichen Eingriffs hat der Gesetzgeber nichts
anderes zu bedenken, als nur einer bestimmten Stoffmenge einen Namen
beizulegen, und sie staatlich zu begültigen. Daraufhin müssen selbst
bei Namensänderung der Werteinheit die Bindungen mit der alten Währung
so enge sein, dass das teils mit langfristigen, täglich neu sich
formenden und andererseits täglich wieder endenden wirtschaftlichen
Aktionen rechnende öffentliche Leben keinerlei Störung hiedurch
erleidet. Die Nominalität der Schulden ist ein Hauptstützpunkt und
Argument der nominalistischen Lehre und ist besonders von Knapp klar
heraus gearbeitet worden. Der Wert eines Metalls ist wie der jeder
Ware aus naturgesetzten Gründen schwankend, ist jedenfalls
schwankender als die sei langer Zeit geübte und vorgestellte
Wertgrösse der nominalen Einheit des Geldes.
Wenn der Staat, insbesondere aus Zweckmässigkeitsgründen um den
intervalutaren Verkehr zu erleichtern, der Werteinheit eine
Metallbasis schafft, so ist damit eigentlich die Reinheit der Tausche
von Gebrauchswerten schon gestört, denn es gehört zur Politik
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s53.png [S. 53]))!! des Staates, den einmal
fixierten gesetzlichen Münzpreis im Gleichgewicht zu belassen. Des
weiteren ist es, was die Erhaltung der Münzparitäten den anderen
Ländern gegenüber anbetrifft, in solchem Zustande der gleichen
Währungen nimmer klar ersichtlich, wie weit die staatlichen
Verwaltungsmassnahmen, wie etwa Kreditgebung oder
Schuldenprolongationen, an der Wahrung der Parität ihr Teil hat,
während nach einem Grundgesetz der metallistischen Lehre die Paritäten
sich auf natürlichem Wege ohne jeden Eingriff lediglich infolge des
Aussenhandels ganz von selbst einspielen müssen.
Wenn die subjektive Gebrauchswertschätzung des Goldes die Grundlage
der Bewertungen aller übrigen Güter bedeutete, dem gegenüber bei
vollwertigen Metallgeld die gesetzliche Zahlkraft nebensächlich sei,
dann wäre das wüsteste Durcheinander im Wirtschaftsleben ohne jegliche
feste Werte die unausbleibliche Folge. Praktisch anwendbare Bedeutung
gewinnt der Geldstoff erst dann, wenn wir annehmen, dass der
gesetzliche Münzpreis den Mittelwert aus allen subjektiven Schätzungen
darstellt und so den Wert bildet, dem sich dann alle am Verkehr
Beteiligten unterordnen müssen. Diesem Mittelwert aber haftet dann
nichts mehr subjektives an, denn das ist dann der rein objektive aus
den Produktionsfaktoren zusammengesetzte Wert wie Smith und Ricardo
das darlegten, wie die Sozialisten und alle Objektivisten dies
unternahmen. Für diese alle ist die subjektive Schätzung durchaus
nichts nebensächliches aber sie gibt nur den Anstoss zum Umfang der
Produktion. Aus dieser selbst ergibt sich der objektive Wert, der dann
die zur Grundlegung
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s54.png [S. 54]))!! der Preise angewendete
Messgrösse wird. Zur Stärkung des Nominalismus führt das dann,
insofern wir erkennen, dass dieser wohl subjektiv bedingte objektive
Wert der jeweiligen sozialen Gemeinschaft in der Vorstellung seiner
wirklichen Grösse nach immer unfassbarer wird. Die Resultante aus
einst wirksamen, subjektiven Schätzungen wird in weiterer Entwicklung
eine immer tiefer wurzelnde mit der ganzen Wirtschaft verflochtene
Rechengrösse, der gegenüber dann allerdings einzelne abweichende
Schätzungen wirtschaftlich irrelevant bleiben müssen. Mit dem
Stoffwert der Werteinheit leugnet der Nominalismus doch nicht einen
gewissen ökonomischen Inhalt derselben. Mit der Postulierung der
abstrakten Werteinheit sagt der Nominalismus noch nicht, dass von der
Geldseite her eine Einwirkung auf die Preise unmöglich wäre, und
gerade das Suchen und Formen dieser Lehre nach einer geordneten
"klassischen Geldschöpfung" als seiner notwendigen Krönung
lässt uns erfahren, dass man auch hier die Zusammenhänge zwischen Geld
und Warenseite erkennt. Uns allen ist der Bendixen'sche Gedanke, der
in grossen Zügen der vor dem Kriege angewandten praktischen Politik
entsprach, bekannt. Bendixen aber hätte nicht nötig gehabt, die Fehde
gegen die Quantitätstheorie aufzunehmen. Soweit er eine rein
mechanisch quantitative Einwirkung der Geldsummen auf die Warenpreise
leugnet, können wir ihm ohne weiteres zustimmen, aber dennoch gelangen
alle subjektiven Einkommen in der mannigfachsten aber immer in Geld
ausdrückbaren Verfügungs-und abtretungsbereiter Form auf den Markt und
wirken über die ewig gültigen Gesetze von Angebot
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s55.png [S. 55]))!! und Nachfrage auf die
Preise. In deren Höhe spiegelt sich der eigentliche sog. Geldwert
wieder. Dahin zielend müssen wir aber auch die so ausgelegte
Quantitätstheorie gelten lassen. Auf dem Warenmarkt können wir den
ökonomischen Inhalt der Werteinheit in tausendfacher Form verkörpert
finden.- Das wird in kommender Ausführung nach ganz deutlich werden.
Kein Nominalismus wird sich dazu verstehen, das während des Krieges
ausgegebene ungedeckte Papiergeld als mit seinem System vereinbar
anzuerkennen. Aber während der Metallismus diesen doch jahrelang
wirklichen Zustand als anormal und als nicht wissenschaftlich
erklärenswert
hinstellt, dem Papiergeld den Geldcharakter abspricht, sagt uns doch
hier der Nominalismus, dass und wie dieses willkürlich geschöpfte Geld
nicht deshalb, weil es nicht metallisch gedeckt war, sondern weil es
kein Gegenüber in den wirtschaftlichen Gütern fand, die es als
Einkommen auftretend, kaufend hätte vernichten können; wie es darum
schon den Keim der Inflation in sich trug. Wiederum wird es deutlich,
dass erst das Bindeglied zwischen Einkommensbildung oder Produktion
und Einkommensvernichtung oder Konsumtion, – ein Geld von
theoretischer Einsicht geschöpft, dem Nominalismus die Seele
einhaucht. Betont sei es nochmals, nicht deshalb schuf jenes
Papiergeld Inflation, weil, sein Wert nicht verankert war in Gold, –
obwohl das ja durch sinnfällig täuschende Manipulationen der
Reichsbank offiziell so schien – sondern deshalb weil es nicht
gebunden war an die vielerlei Dinge der Güterwelt, die ihm hätten
Wertgrund-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s56.png [S. 56]))!!lage sein müssen und die
sogar allein ihm hätten Wert, volkswirtschaftlichen Wert verleihen
können. Ja, wäre der Staat im Stande gewesen, die gleich grosse
nominelle Menge an Gold auszugeben, so hätte bei absolut gesperrten
Grenzen und völliger Isoliertheit auch im intervalutaren Verkehr oder
besser im gänzlichen Wegfall desselben aus oben besagten Gründen die
Preise doch inflationistische Aufblähung erfahren. Damit soll gesagt
sein, dass mindestens, soweit das Existenzminimum nachgefragt wurde,
in diesem Falle auch Gold hätte inflationistisch wirken müssen. Eine
andere Frage ist die, ob nicht die Hoffnung auf Wiederherstellung der
alten internationalen Verhältnisse ein ungewöhnliches Sparen des
Goldes herbeigeführt und damit die inflationistische Wirkung
abgeschwächt hätte.
So kann der Nominalismus innerhalb seines Systems in gerader Linie
auch das staatliche Papiergeld einreihen, das nicht wie ihm
vorgeworfen wurde, damit gutgeheissen und entschuldigt, sondern
lediglich eine Atomisierung erfuhr. Wie ganz anders muss hier der
Metallismus weltfremde Kombinationen anstellen, um den Erscheinungen
der gestörten Wirtschaft Rechnung zu tragen, und zwar muss auch hier
die subjektive Schätzung zurecht gebogen werden in der Form, dass nun
der Kaufende gar doppelt schätze. Der erste Vergleich findet zwischen
Ware und Gold statt und lässt in der Seele des Käufers einen Preis
entstehen, der aber nicht etwas der wirkliche Tauschwert ist; vielmehr
folgt daraus erst die zweite Schätzung des Minderwerts des
Papiergeldes gegenüber
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s57.png [S. 57]))!! dem Golde, die dann zu
einem Aufschlag auf den Goldwert führt, bis so schliesslich die
Preishöhe beiden Parteien genehm ist. Die Inflation beruhe also auf
einem Misstrauen zum Papiergelde, das nicht nur quantitativ, sondern
auch qualitativ in dieser Richtung wirke. Wenn Diehl meint, der Staat
müsse auch die Warenpreise fixieren, wenn er wertloses Papiergeld
schaffe, so ist nach allen Erfahrungen des Krieges und der
Nachkriegszeit, die zur Genüge die Unmöglich keit, ja, wir können
sogar sagen den Widersinn dieser Forderung dargetan haben, diese
Forderung uns kaum mehr verständlich. Als die letzte und modernste
Erscheinung an der wir die Theorie proben wollen, betrachten wir noch
die Erscheinung der Weltteuerung, unter der ganz besonders das Land
des Metallismus – England – zu leiden hat. Verhältnisse, die wir nicht
zu untersuchen haben, brachten es mit sich, dass auch hier eine
allgemeine Preissteigerung Platz griff, während das Geldsystem
unverändert gelassen wurde. Das Pfund Sterling hat sich also im Werte
gesenkt, nicht nominell zwar, aber doch realiter, da jetzt für eine
Einheit entsprechend weniger Güter erhältlich sind wie vordem und
umgekehrt für die gleiche Gütermenge mehr Gold zu leisten ist. wäre
das Wirtschaften wirklich ein Tausch von realen Gütern, von Gold und
Ware gewesen, dann hätte in diesem Falle die Preishöhe die gleiche
bleiben müssen. Bei freier Konkurrenz der Goldproduzenten aber musste
diese Entwicklung an der mangelnden Rentabilität der Goldbergwerke die
natürliche Grenze finden. Tatsächlich wurde von Grundbesitzern auch
schon eine Aenderung des Münzfusses zu deren Gunsten gefor-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s58.png [S. 58]))!!dert, von der englischen
Regierung aber unter dem Hinweis abgelehnt, dass Gold ja der
Wertmesser sei und dafür also nicht mehr gezahlt werden dürfe, als
sein Wert in Währung. Das war dem metallistischen Gedanken nach
durchaus folgerichtig, demgegenüber es aber dann eine Durchbrechung
des eben ausgesprochenen Satzes bedeutet, wenn den Goldproduzenten es
notwendig gestattet ist, Gold für industrielle Zwecke zu höheren
Preisen abzugeben, wenn ihnen Produktionsprämien gewährt und
steuerliche Vergünstigungen eingeräumt werden. So war in England
beispielsweise während des Krieges die Einlösung der Noten in Gold
aufgehoben, ohne dass allerdings der Münzfuß anders proklamiert worden
wäre. Es entzieht sich unserer Kenntnis, wie weit die Bank von England
in diesem Zeitraum denn noch Gold mit Opfern erworben hat, indem sie
für dasselbe einen höheren, als den Münzpreis zahlen musste, eben den
Preis, den das Gold auf Grund seiner Produktionskosten im Verhältnis
zu anderen Gütern erforderte. Die Goldzirkulation im Innern fällt ja
weg und nach dieser Richtung hin entfällt ja der Grund zum Ankauf, wie
denn überhaupt bei Prägefreiheit dieser letzte Fall praktisch nicht
möglich werden kann. Aber auch damit, dass er nur zu Kriegszeiten an
die Oberfläche gelangt, ist gleichzeitig deutlich, dass der
Gebrauchswert, auf den sich die Metallisten stützen, nun über die
proklamierte Wertrelation hinausschiesst und dem Verkehr ein anderer
Wert zu Grunde gelegt ist, ein Tauschwert des Goldes, der alte
historische Münzpreis; – die Nominalisten fallen ein: - Eben das Pfund
Sterling
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s59.png [S. 59]))!! als Name, als überlieferte,
gedankliche Wertvorstellung.
So haben wir in Rede und Gegenrede Nominalismus und Metallismus zu uns
sprechen lassen. Obwohl wir uns dabei nicht grundsätzlich auf die
Seite der Nominalisten zu schlagen beabsichtigten, haben wir doch
gegen den orthodoxen Metallismus, der keinerlei Unterscheidung
zwischen Geld und Ware, eben nicht einmal die Besonderheit der Ware
Geld, wenn wir sie so nennen wollen, berücksichtigt, so viele Einwände
machen müssen, dass unsere Stellungnahme nunmehr bereits näher der
nominalistischen Anschauung zu erkennen ist. Weitere Ausführungen
werden dies noch zu unterbauen haben.
======Die Warenwerttheorie des Geldes.======
Eine weitere Betrachtung bleibt uns nun noch vorbehalten, das ist die
insbesondere von Siegfried B u d g e vertretene Funktionswert- oder
Warenwerttheorie des Geldes. Ihr gegenüber haben wir die
Anweisungstheorie Schumpeters zu setzen, die wohl keine eigene
Richtung in diesem Sinne verkörpert, sich vielmehr in den meisten
Punkten mehr dem Nominalismus nähert, die aber schon der Bezeichnung
nach sich uns als ein Pendant der erstgenannten Theorie vorstellt.
Dass die Geldauffassung als eine Anweisung die Körperlichkeit des
Geldes als Ware nicht ausschliesst, ist kein einigendes
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s60.png [S. 60]))!! Band, ja vielmehr ein
trennendes, denn für Schumpeter ist auch in dem Warengelde dennoch nur
der Anweisungscharakter das Entscheidende und das Unterscheidende von
jeglichen anderen Warengattungen. Die Warenwerttheorie des Geldes
steht gewissermassen zwischen den Polen der nominalistischen und
metallistischen Lehre, der ersteren insofern, als sie die Möglichkeit,
wenigstens die theoretische, einer Währung mit stoffwertlosem
unkörperlichem Gelde anerkennt; dabei aber, und dieses im Gegensatz
zum Nominalismus, den Gedanken der abstrakten Werteinheit nicht gelten
lassen will. Sie neigt sich zur metallistischen Lehre, insofern sie
dem Gelde einen Eigenwert und ihm als Träger eines solchen damit auch
die Funktion des Wertmessers zuschreiben will; sie entfernt sich von
der metallistischen Lehre in dem Hervorkehren nicht des subjektiven
Gebrauchswertes eines Stoffgeldes sondern in der Proklamierung des
Tauschwertes Geld. Solange reine Goldwährung mit freier Prägung
besteht, ist der Geldwert gleichbedeutend mit Goldwert, wobei dieser
einer Wechselwirkung unterliegt, die einmal von der Goldmenge aus die
Preise beeinflusst, auf der anderen Seite aber in ihrer Menge
ursprünglich von den Preisen bewegt wird. Immer müssen die
Tauschmittel die Preissummen realisieren. Hier wäre zu bedenken, wie
weit bei reiner Goldwährung die quantitätstheoretischen Beziehungen
zwischen Geld und Warensefte reichen.
Das konnten wir ja bereits im Beispiele Englands beobachten, dass der
Stand für Warenpreise über die Rentabilität der Produktion des
Geldstoffes entscheidet, die eben bei freiem Prägerecht
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s61.png [S. 61]))!! auch den ungünstigst Gold
Produzierenden noch Arbeitslohn und durchschnittlichen Kapitalprofit
abwerfen muss. Der Münzwert darf nicht unter dem gesellschaftlich
notwendigen Herstellungswert des Goldes, das ist sein statischer
Konkurrenzpreis plus Schlagsatz, sinken. Budge kleidet das in den
Satz: "Der objektive Wert des Goldes bildet sich als Resultante
der Wertschätzungen all derer, die auf Gold reflektieren und
kristallisiert  sich im Beschaffungsaufwand des nachgefragten
Goldquantums." Dabei ist die rein quantitative, die Motive
gänzlich unberücksichtigt lassende Nachfrage nicht etwa ein
dynamisches Problem, sondern einfach die gegebene __statisch__e
Nachfrage, --zusammen mit dem statischen Angebot--, starre Grössen,
aus denen der objektive Beschaffungswert des Goldes messbar wird. War
beim Metallismus das Wertmaass das Gold im Sinn der subjektiven
Schätzung, und war im Grundgedanken des Metallismus ein Goldwert als
eine feste Grösse, als ein Tauschwert, ein objektiver Beschaffungswert
gar nicht vonnöten, so ist hier bei der Warenwerttheorie des Geldes
dieser dort vorherrschende subjektive Gebrauchswert, soweit es die
Einzelperson anlangt, völlig ausgeschaltet und an seine Stelle eine
objektiv messbare Grösse getreten, die infolge der gegenseitigen
Bedingtheit des Goldes einmal als Ware und dann als Geld in der Statik
gleich ist dem Werte des Geldes wie er sich in der Zirkulation des
Geldes herausgebildet hat. Der Geldwert, der in dieser Theorie, wie
wir nun beim Papiergeld sehen werden, eine hervorragende Rolle spielt,
ist in diesem Falle eben ein Goldwert in gleicher Grösse für alle.
Eine in dieser Auffassung wurzelnde Variante
FEHL S.62 oder nur fehlerhafte Nummerierung?
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s63.png [S. 63]))!! metallistischer Auffassung
ist hier wohl ersichtlich. Besonders gravierend aber wird die
Unterscheidung von den übrigen Schulen, wenn es sich um die Erklärung
des staatlichen Papiergeldes handelt. Ihr Bestreben geht dahin, dem
Papiergeld die theoretische Gleichberechtigung neben dem Metallgeld
einzuräumen. Die Lehre des Metallismus, demzufolge Geld Tauschgut und
Gegenstand subjektiver Schätzung sei, soll nunmehr auch auf das
Papiergeld Anwendung finden. Weil mit dem Gelde, so wird erklärt,
nicht nur gekauft und ausgedrückt, sondern auch geschätzt und gemessen
wird, darum müsste man dem Gelde neben der Tauschmittel – auch die
Wertmaassfunktion zuerkennen, also eine Eigenschaft, die ohne weiteres
die Notwendigkeit seiner Stofflichkeit ( des Warencharakters des
Geldes ) in sich schliesse. Als Ware aber müsse das Geld sich dem
einzigen Gesetz des Warenwertes überhaupt unterordnen. Wie aber lassen
sich beim stoffwertlosen Papiergeld all diese Gesetze verwirklichen?
Da Papier – und Metallgeld bei gesperrter Prägung vom Staate nicht
willkürlich ausgegeben, vielmehr in Seltenheit gehalten wird, muss es
die Wirtschaft als das Beschaffungsgut des Tausches zum Monopolpreis
kaufen. Derart wird solches Geld zu einem Monopol ; ist Monopolgeld
geworden, als Geld kenntlich an einer bestimmten bekannten Form, und
Monopol in seiner relativen Seltenheit; zur Ware und zum Tauschgut
charakterisiert durch die allen Waren anhaftenden Eigenschaften,
Brauchbarkeit, Nützlichkeit und Kostspieligkeit. Darauf stützt sich
auch der Zwangskurs des
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s64.png [S. 64]))!! Staates und hinwiederum die
Kaufkraft des Geldes.
Der Kauf ist, so wird ohne weiteres dargetan, ein Tausch und jeder
Tausch bringt Opfer, bringt Kosten mit sich. Opfer aber bringt man nur
für Dinge, welche Wert haben, folglich muss auch das Geld Wert haben
und wertvolles Gut, es muss eine Ware sein. Die Höhe des Wertes, die
Kaufkraft des Geldes ist keine an sich feststehende Grösse, sondern
erst das Resultat des Austausches von Ware gegen Geld, also von zwei
Wertdingen, und sie wird zu einer allgemein brauchbaren Rechen- und
Messgrösse erst dadurch, dass alle anderen Güter zwecks Auffindung
ihrer Relationen mit eben jener besonderen Ware Geld in Vergleich und
Beziehung gebracht werden. Für den objektiven Wert der Güter gibt es
also den Geldpreis, für den objektiven Wert des Geldes dagegen keinen
einheitlichen Ausdruck. Das Geld, auch nicht das Gold in dieser
Eigenschaft, hat bei der Warenwerttheorie, die wir hier noch kritiklos
hinnehmen, keinen Preis, sondern nur einen Wert. Ein Pfund Gold ist
gleich ℳ 1395.-, das bedeutet keine Preisgebung des Goldes, sondern
ist eine Identitätsgleichung. Als das allgemeine Tauschmittel ist das
Geld Wertding und steht in Beziehung zu allen anderen kostenden Dingen
der Aussenwelt; ist nur in seiner Besonderheit ihr Wertmaass und nur
weil es dieses ist, und weil es aus rein praktischen Gründen in Teile,
in Geldeinheiten zerlegbar geschaffen wurde, darum wird es auch zum
Preismaass, gewissermaassen nur eines auf den Hauptnenner gesetzten
Ausdrucks schon vorher erzielten Wertes. Naturgemäss muss dieses
Papiergeld, das
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s65.png [S. 65]))!! im inneren Verkehr zur
wertvollen Ware erhoben wurde, im internationalen Verkehr entthront
werden; dort herrscht die Warenwährung im Sinne der wertvollen
Stofflichkeit. Diesen Tatsachen Rechnung tragend, erwuchs Heyn's
System mit der Forderung des Papiergeldumlaufes im Innern und des
Goldes im Aussenhandel, die sog. Geldkernwährung.
Es ist selbstverständlich, dass die Hauptangriffe gegen die
vorgetragene Theorie aus dem Lager der nominalistischen Schule
erfolgten und hinwiederum ein Hauptvertreter der Warentheorie,
Siegfried Budge, seine Polemiken in der Hauptsache gegen Bendixen und
Schumpeter führte. Was wir im grossen Rahmen unserer Betrachtungen
dazu beitragen wollen, wird sich in die folgenden Darlegungen unserer
Gedanken zwanglos einfügen.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s66.png [S. 66]))!! 
======Die Werteinheit ist ein Arbeitswertquantum.======
Der Begriff Werteinheit ist nicht beschränkt auf Zahlungs- oder
Tauschmittel, hier wird er nur zum bewegenden Motor, in der ganzen
Wirtschaft aber haucht er materiellen und indellen Dingen erst das
Leben ein und lässt sie und sinnfällig erscheinen. Ein Etwas also muss
im Wesen dieser Werteinheit verborgen liegen, etwas Ueberstaatliches,
alle Kulturepochen Ueberdauerndes, etwas in jeder Geldverfassung
Erhabenes, der Ausdruck
und Widerschein eines ewigen Naturgesetzes, dem wir nicht entrinnen
können.
Als solches stellen wir hin die Bestimmungsgründe des Wertes, und wir
stehen rückhaltlos auf dem Boden der objektiven Wertlehre, wonach wir
einstweilen nur bei Betrachtung der reinen Oekonomie, bei
wirtschaftlichen Gütern nur Maass und Energie der angewandten Arbeit,
uns Aufschluss über die Höhe des Wertes zu geben vermag. Welche
Variante wir dann innerhalb der objektiven Wertlehre wählen wollen, ob
Arbeitsmengen, Arbeitszeit oder Arbeitswerttheorie ist erst wieder
eine Unterfrage, denn eben in der Reinheit der Oekonomik, in der
Urform der Gesellschaft der Gleichen fallen diese drei Richtungen in
ihrem Enderfolg, der verkörperten Arbeitsmengen, noch zusammen. Der
von Oppenheimer entwickelten Arbeitswerttheorie ist, da sie auch der
modernsten 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s67.png [S. 67]))!! Entwicklung in der
Berücksichtigung der immer schärfer sich ausprägenden Qualifikation
und der sich zum stärksten Machtfaktoren entwickelnden Monopolen
persönlicher und gesellschaftlicher Art gerecht wird, der Vorrang
einzuräumen; ganz besonders auch deshalb, weil sie bei der Betrachtung
der Dienste, wo nicht der schlechtest Qualifizierte, wie bei den
Gütern der Ungünstigst Produzierenden den Preis bestimmt, in der
Verquickung von Arbeitszeit und -wert die Unstimmigkeit der reinen
Arbeitsmengen- oder Arbeitszeittheorie ausschaltet. In der
Gesellschaft der Gleichen, in der vorgeldlichen Zeit ist besonders
deutlich, dass die Aufwandmöglichkeit bei gleich aufgewandter
Arbeitszeit und gleicher Qualifikation, so verschieden jene auch unter
einander sein mögen, vom nationalökonomischen Standpunkt als
intersubjektiv gleich anzusehen ist. Die angewandte Arbeit hat in
jedem verschiedenen Fall doch gleiche Werte erzeugt, denn wäre das
nicht der Fall, dann wäre das minder geschätzte Einkommen, dargestellt
in einer Gütermenge, durch das höhere substituiert worden. Wenn der
vorwirtschaftliche Mensch, um unser altes Beispiel anzuführen, in
gleicher Zeit entweder eine Tonschale oder einen Korb herstellen kann,
so müssen diese beiden Dinge naturnotwendig gleichen Wert haben, und
zwar ist es hier noch in Reinheit die Arbeitsleistung einer bestimmten
Zeit. Wenn nun beispielsweise der Goldsucher oder Goldgräber in einer
bestimmten Zeit eine Menge von X g Gold erwirbt, so müssen, immer noch
die Gesellschaft der Gleichen vorausgesetzt, diese X g Gold
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s68.png [S. 68]))!! intersubjektiv gleich sein
der jeweils erzeugten Gütermenge anderer Berufstätigkeit. In Wahrheit
wird sich gerade in jener Zeit die Arbeit den verschiedensten
Beschaffungen je nach wechselndem Bedarfe zugewandt haben. Aber auch
jener Umstand kann das Bild nicht trüben, dass doch auch im
vereinzelten Falle die Beziehungen der aufgewendeten Arbeitsmengen
verbindend zwischen allen Gütern stehen. Wird die Berufsgliederung
stärker, der Tausch allgemeiner und erhält so ein Gut eine
Sonderstellung als das allgemein beliebte Tauschgut, so gebe ich nur
ein Erzeugnis meiner Arbeitskraft, die in Hinsicht eines ganz
bestimmten Bedarfes aufgewandt wurde, hingegen die Verkörperung
anderer Arbeitskraft, die, weil in allgemeiner Gunst steht, mir
wiederum ohne Schwierigkeit Gelegenheit zu weiterem Tausche bietet und
mir die Wege zu allen Erzeugnissen ebnet. Es tauschen sich gleiche
Werte, gemessen an der Arbeitszeit. Tritt nun der Staat in Aktion und
verkündet er, dass hinfort ein Pfund Gold gleich 1395 Werteinheiten
gelten sollen, so ist damit am ökonomischen Geschehen natürlich nicht
das mindeste geändert worden. Nur stärker prägen sich jetzt die
Geldpreise, vorher noch Ausdrücke in Gewichtmengen Gold und
ursprünglich nur Gegeneinandersetzten absoluter Werte, Preise von Fall
zu Fall, wenn wir sie so nennen wollen, in ihrer Relativität aus. Der
im Jahre, nach Abzug seiner Unkosten X g Gold fördert und laut
staatlicher Kreierung dadurch ein Einkommen von Werteinheiten geniesst
ist gleich gestellt mit dem, der im Jahre 100 Tonschalen oder 150
Körbe fertigt und für diese dann den Preis von a Werteinheiten geteilt
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s69.png [S. 69]))!! durch die Anzahl der
Produkte zu fordern berechtigt ist, da auf dieser Basis der Austausch
gleicher Werte, im Sinne objektiv gleicher Grössen – da gleicher
Arbeitsaufwand – sich vollzieht. Auf diese Weise steht natürlich jede
einzelne Werteinheit auch in Beziehung zu jedem beliebigen einzelnen
Produkt und da die Menge der getätigten Arbeit den Wert des Gutes,
seinen statischen Preis bestimmt, auch in weiterer Beziehung zu jeder
Dienstleistung, sei sie selbstständiger oder unselbständiger Art.
Wir stehen nun an der Stelle, wo auf die Dauer auch durch die
Häufigkeit der Uebung die Preisrelationen immer festere und allgemein
bekannte Grössen werden. Da wir, genetisch gesehen, alle Güter in
Beziehung zum Golde gesetzt haben und gemessen nach einer Eigenschaft
oder besser nach einem allen innewohnenden Inhalt, so sind natürlich
auch alle Güter unter einander nach diesem gleichen Masstab, der
verausgabten Arbeitsmenge, gemessen. Zwei Güter im Verhältnis: eine
Werteinheit zu zwei Werteinheiten besagen uns somit nichts anderes als
das Verhältnis X Arbeitsmenge zu 2 X Arbeitsmengen; das absolute
Maass, sofern wir es im Wirtschaftsleben benötigen, müssen wir in der
staatlichen Bindung der Werteinheit an das Währungsmetall uns suchen.
Uns interessiert vorläufig aber nur, dass in Preisrelationen
verkörperte Arbeitsmengenrelationen gegeben sind. Die auf dem Markte
anwesenden Güter haben so alle tausendfältige Beziehungen zu einander,
die in diesem uns besseren Aufschluss über ihre Grösse geben, als die
einzelnen Beziehungen zu einer Gewichtsmenge Gold. Je mehr noch die
Unkenntnis
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s70.png [S. 70]))!! über Produktionskosten
allgemein herrscht, die ja gerade beim Golde dem einzelnen besonders
ferne liegen müssen, – da aber doch nur diese letzthin das Maass des
Wertes bilden, – darum sagen uns die mannigfachen Beziehungen zu
anderen Wertdingen, die eher wir nach ihrer Wertgrösse schätzen
können, besseren Bescheid über den wahren Inhalt der Werteinheit. Wir
müssten denn in völliger Unkenntnis des Marktes verharren, wenn wir
bei jedem Preise unsere Zuflucht beim Golde suchen müssten. Man mag
einwenden und behaupten, dass Gold die grösste Gewähr für Stabilität
biete, dass heisst nichts anderes, als in seinen Produktionskosten
sich nicht ändere, und wir wollen sogar dieser Fiktion über die später
noch mehr zu sagen sein wird, hier einmal zustimmen; dennoch wäre dann
immerhin noch zu prüfen, ob nicht alle anderen Güter zusammengenommen
uns sinnfälligerer und deutlicherer Maassstab wären. Wir wollen dabei
nicht vergessen, dass der Staat bestrebt ist mit allen ihm zur
Verfügung stehenden Mitteln ein Schwanken unmöglich zu machen und wir
lassen des weiteren unberücksichtigt die neuen Momente, die sich für
die Währung in ihrer Bedeutung zu den anderen Valuten ergeben. Das sei
aber nur aufgeschoben. Vorläufig interessiert uns das Gold oder
eigentlich die Goldgrundlage im inneren Verkehr. Solange nur das Gold
als Tauschmittel im Umlauf ist, konnten wir immer noch streiten, ob
nicht in jedem einzelnen Fall auch wirklich das Gold die einzelnen
Beziehungen durch Messung der absoluten Werte setze und vermittle;
wenn aber einmal das Gold notwendig immer mehr in den Hintergrund
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s71.png [S. 71]))!! gedrängt wird, und die
Wirtschaft ohne jegliche Störung und bedenkenlos sogar stoffwertloses
Papier in Empfang nimmt, dann verliert diese dritte, nun überflüssig
gewordene Messgrösse mehr und mehr an Bedeutung. Wir haben ja schon
erkannt, dass fast jede Grösse in der Wirtschaft nun auch eine feste
geworden ist, und wo das nicht der Fall, wo Erfindungen Neuartiges
geschöpft haben, da haben diese Produkte so vielerlei Beziehungen zu
anderen Dingen, müssen sich anlehnen an so viel Gleichartiges, dass
ihre Preisgebung, ihre Einreichung in das weite Netz der Relationen
sicherlich auf diesem, nicht auf den in der Historie zurückliegendem
Weg des Abschätzens am Golde geschieht. Auch in unserer
Betrachtungsweise sind alle Tauschmittel nebeneinander gleich
berechtigt und in jedem Falle von gleichem Inhalt. Wäre die
Gesellschaft der Gleichen eine ewige Kategorie, dann wäre es uns
möglich, die Werteinheit als Ausdruck einer gewissen Arbeitszeit zu
analysieren und wir bräuchten in jedem einzelnen Falle nur zu
fragen, wieviel Zeit die Herstellung eines Produktes benötigte. Die
Zwischenschaltung des Schätzgutes liesse sich dann erübrigen. Im
Grunde genommen aber wäre das nur eine andere Auslegung, als die, da
wir die Werteinheit auf ein kostendes Gut stellen. Wir setzen
Oppenheimers Arbeitswerttheorie voraus und können es daher
unterlassen, des näheren auszuführen, dass in der heutigen, modernen
Wirtschaft gleiche Geldpreise nicht auch gleiche Arbeitsmengen
darstellen, wodurch unser Bild in jedem Falle getrübt werden muss.
Darum können wir auch keine einheitliche Messsgrösse
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s72.png [S. 72]))!! mehr verwenden, sondern
müssen zu diesem Gemisch von Arbeitszeit und Arbeitswert greifen. Was
allen Gütern inne wohnt, worin sie sich in ihrer Grösse von anderen
unterscheiden, das ist das Maass des von ihnen verkörperten
Arbeitswertes. Die gewonnenen Verhältniszahlen benötigen des
Ausdrucks, und dieser ist eine immer gleiche Menge Arbeitswert, eine
Grösse, die, wir wissen es bereits, vom Staate irgendwann einmal
willkürlich gesetzt wurde, die zu berücksichtigen im ferneren Verlauf
unnötig und sogar unpraktisch wäre. Auch bei reiner Goldwährung mit
Prägefreiheit verschwindet die reale Befriedung, die das Gold
verleiht, gegenüber der zirkulatorischen Befriedigung, die allein das
Rad der Wirtschaft in Bewegung zu setzen vermag. Dass jeder gewonnene
Preis auch seine Beziehung zum Golde hat, ist eine nebensächliche
Erscheinung; tiefster Inhalt der Werteinheit ist für uns ja nicht ein
Quantum Gold, eine Beziehungsetzung zu irgendeinem Gut, sondern der
Kern ist die möglicherweise reale, möglicherweise aber auch nur
gedankliche Darstellung und Vermittelung von Arbeitswerteinheiten,
die, immer nur soweit wir uns im inneren Verkehr bewegen, alle Güter
in einer Linie der Gleichberechtigung nebeneinander erscheinen lassen.
Die Wahrscheinlichkeit eines ökonomisch wahren Preises – Preise sind
Verhältniszahlen – wird grösser, wenn wir ihn auf tausend gleich
inhaltliche Dinge beziehen, als wenn wir ihm nur eine Unterlage
gewähren. Auch ohne den modernen Begriff des heutigen Geldes müsste es
uns möglich sein, alle Güter auf gleiche Einheiten zu setzen, wenn wir
sie
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s73.png [S. 73]))!! zerlegen wollten in
Einheiten von angewandter Arbeitsenergie. Wie könnten wir es noch
deutlicher werden lassen, dass das Geld nicht das eigentliche Maass
sein kann, sondern nur Ausdrucksmittel der auf der Zahl der
Arbeitswerteinheiten basierten Relationen. Wenn wir sagen, alle Güter
sind ein Teil oder Vielfaches von einem Quantum Edelmetall, so sind
wir in unserer Betrachtung nicht bis zum Kern durchgedrungen. Wir
müssen sagen, die Güter sind Teil oder Vielfaches von dem
Arbeitsaufwand, den ein Edelmetallquantum zur Förderung beanspruchte.
Arbeitsenergie ist eine gedankliche Grösse, die uns messbar und
vorstellbar erscheint,- das sei als historische Notwendigkeit
anerkannt – wenn wir sie auf ein Gutsquantum, auf die
vergegenständlichte Arbeit beziehen. Die Relationen aber, welche die
Wirtschaft zusammen schweissten, die einzelnen Preise, die Additionen
der verschiedensten Dienste sind niemals in ihren Einzelposten
Resultat des Vergleichs mit dem Edelmetall, sondern Zusammenfügen von
Arbeitswerteinheiten, die nicht nur im Golde, sondern in all den
vielen näher liegenden Dingen uns vorstellbar werden. Wenn dann jeder
einzelne Preis mit dem Goldwerte dennoch übereinstimmt, so ist das
nichts verwunderliches und nichts, was denen recht geben müsste, die
den Vergleich am Golde verkünden; es ist vielmehr nur eine logische
Folge, dass, wenn tausend Relationen richtig sind, auch darunter die
eine, auf das Gold bezogene richtig sein muss.
Bisher galt unsere Betrachtung immer noch Zuständen der Goldwährung,
die im besonderen geeignet wäre, den Metallismus
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s74.png [S. 74]))!! zu rechtfertigen. Nun
wollen wir als erste Abstraktion annehmen, der Staat ginge aus freiem
Willen zur Papier-, zur freien Währung über. Wir setzen voraus, es
geschieht ohne jegliche Notwendigkeit, allein aus theoretisch
begründeter Bevorzugung des Papiergeldes, wie denn überhaupt gleich
hier erwähnt sei, dass die Betrachtung der Geldverfassung unter dem
Gesichtspunkt geordneter oder zerrütteter Finanzen eine falsche
Verknüpfung bedeutet. In unserem Falle zieht etwa der Staat seine
Goldmünzen für gleich nominelle Werte in Papier ein, im übrigen
verfahre er wie bisher und lasse durch Kreierung von Bankgeld der
Wirtschaft in gewissen Grenzen freie Hand. Eine Namensänderung der
Werteinheit findet ebenfalls nicht statt. Und nun fragen wir, was hat
sich durch diese staatlichen Massnahmen ökonomisch geändert? Der
strenge Metallist wird überhaupt kein Geld mehr sehen und vielleicht
sagen, dass immer noch das Gold das Wertmaass sei, auch wenn es
entthront wurde. In diesem Falle aber würde er nur zugeben, dass eine
Grösse auch rein gedanklich weiter zu wirken vermag, wie es die
Nominalisten allerdings in anderer Anwendung für tatsächlich halten.
Für uns dagegen ist in jenem Falle nur eine Relation in Wegfall
geraten, unzählige andere bestehen weiter und die Werteinheit bleibt
was sie war: Arbeitswerteinheit von vielfach gebundener Grösse. Das
Geld, die staatliche Einrichtung zur Erleichterung des Verkehrs bleibt
Träger, in diesem Falle stoffwertloser Träger von so bedeuteten
Einheiten. Nun allerdings schiebt sich die Frage der Geldschöpfung und
in deren Verfolg die Quantitätstheorie in den Vordergrund,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s75.png [S. 75]))!! obwohl dieses Problem
eigentlich schon vorher bei der Auseinandersetzung mit der Goldwährung
mit Teildeckung fällig wäre. Wir müssen uns hier der Kürze halber auf
das Gesagte im Kapitel vom Kreislauf der Wirtschaft stützen. Wie,
fragen wir, gelangt das Geld in den Verkehr, wie der einzelne in
dessen Besitz? Wir sprechen hier im Zeichen der Warenwerttheoretiker,
wenn wir sagen, sein Erwerb sei mit Opfern verbunden. Wir müssen
füglich etwas geleistet, müssen ein wirtschaftliches Gut hergestellt
oder dazu beigetragen haben, um des Geldbesitzes uns freuen zu können.
Haben wir das staatliche Geld im Auge, so können wir es begrifflich
bis auf die Geburtsstunde seiner Zirkulation zurückverfolgen und
müssen dort auf eine Leistung stossen; nach uns setzt es seine
Zirkulation fort,- die ewige Zirkulation ist seine Aufgabe und
Funktion. Denken wir dagegen an das Bankgeld, so werden wir bei ihm
früher dem Ursprung begegnen, ebenfalls geboren aus einer Leistung,
aber in seiner Zirkulation als seiner Aufgabe gleichartig
funktionierend wie das staatliche Papiergeld. Nur ist hier die
Zirkulation eine zeitlich beschränkte. Das ergibt sich aus dem Wesen
des Bankgeldes, die elastische Verlängerung des wegen seiner relativ
geringfügigen Menge irrelevant bleibenden staatlichen ewig kreisenden
Geldes zu sein. Hahn hat dieses staatliche Geld in der Literatur den
eisernen Bestand der Wirtschaft genannt. Soweit das Bankgeld, durch
wirtschaftliche Berechtigung gedeckt, neben dem staatlichen
Papiergelde auftritt, müssen wir es als diesem durchaus gleichgestellt
werten, wie denn überhaupt alle tech-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s76.png [S. 76]))!! nischen Möglichkeiten,
Werteinheiten zu bewegen, die auf Grund von Leistungen als
individuelle Einkommen möglich werden könnten. Zwar leistet das Geld,
wenn die Güter innerhalb der Wirtschaft lediglich ihren Besitzer
wechseln, auch eine Funktion in der Fähigkeit, Werte auszudrücken und
zu bewegen. Was wir aber jetzt im Gelde betrachten wollen, seine
Gebundenheit an die Warenwelt, an die Arbeitsleistung der
Volksgenossen und damit an die Einkommen, das können wir nur finden an
den Produktionsstätten der Güter, in deren Kalkulationen. Prüfen wir
eine solche auf ihre Einzelgrössen, so offenbart sie uns nur
Arbeitswertgrössen. Rohstoffe und Material lassen sich in ihrer
Substanzzerlegung wiederum in jene teilen, Beheizung und Beleuchtung
lösen sich auf in Arbeitsleistungen und Einkommen, Abschreibungen sind
wiederum nichts anderes als Arbeitswerte und Einkommen, die, wenn auch
im einzelnen nicht jährlich sich kristallisieren und verzehren, doch
in der Gesamtheit den Ausgleich finden. Steuern sind Abtretungen von
Arbeitserfolgen für die öffentliche Tätigkeit der Beamten zu unser
aller Nutzen, Arbeitslohn und Gehälter, Profit, Rente,
Unternehmerlohn, Risikoprämien, – sie alle lassen sich ohne weiteren
Zwang als Arbeitsgrössen erkenntlich in die Kalkulation einfügen. Das
fertige Produkt ist eine Additionsgrösse aus Arbeitswerten und damit
gleichzeitig aus Einkommen, die in geld oder geldgleicher Form dafür
zur Verteilung und zur Verfügung gelangen. Mit dem Preis, einer
Relation im Verhältnis zu anderen Preisen auf Grund des Wertes der
darin verkörperten Arbeitsenergie, sind
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s77.png [S. 77]))!! ebenfalls die gleich
fundierten Einzelbestandteile als Teile des Gesamtpreises in ihrer
Höhe stipuliert und haben ihren Ausdruck in geldlichen Wert -, in
Arbeitswerteinheiten gefunden. Nicht im einzelnen wollen wir hier
wieder den Mechanismus dieses Geschehens in der Geldschöpfung mittels
des Warenwechsels aufzählen. Zeigen wollten wir hier nur wiederum die
enge, ja sogar die kongruent sich deckende Verknüpfung von bereits mit
der Erzeugung festgelegter Preisbildung mit dem Einzel- und
Gesamteinkommen auf Grund von Arbeitsleistung. Diese alle
zusammengenommen ergeben sowohl die Gesamtsumme der Warenpreise als
auch die Gesamtsumme der kauffähigen und kaufberechtigten Einkommen.
Hierin decken wir uns mit Schumpeters Einkommenseinheit, die nichts
anderes ist als die, auf einer historisch gegebenen, praktisch und
täglich unendlich mal gegebenen Arbeitswertmenge fussende Werteinheit.
Selbst wenn Hahn's Auffassung richtig ist, dass die Kreditgewährung
von aller Spartätigkeit unbeeinflusst der Produktion vorausgeht, so
wird doch dadurch nichts an dem Wesen der Einkommen verändert,
Bestandteil des Preises von Gütern zu sein, deren wir im gleichen
Werte, von gleich grosser Arbeitsverkörperung später auf dem Markte
wieder habhaft werden können, denn Hahn hat hier Kredit im Auge in
Form des Darlehenskredits, er bewegt sich also in der Sphäre des
Kreditverkehrs. Alles Bankgeld aber, und hier stehen wir im
Kredit-Geldverkehr, gleichviel aus welchen theoretischen Ueberlegungen
heraus es ausgegeben wurde, muss mit den Gütern, die es haben
entstehen lassen und die nun durch die Weggabe der Einkom-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s78.png [S. 78]))!!men verzehrt sind,
begrifflich seinen Lauf beschliessen, denn dieses Kreditgeld ist das
Beförderungsmittel des modernen Warenverkehrs, unlösbar mit ihm
verknüpft. Die Bindungen sind so streng, dass wir ohne Schwierigkeit
die geradezu verschwindende Bedeutung erkennen können, die dem Gelde
als solchen dabei zukommt. Das Opfer, das wir dazu bringen, um das
Geld zu erlangen, die Arbeit, die wir dazu leisten, die gilt nicht dem
Geldbesitz, die gilt dem Konsum der übrigen Güter, welche andere für
uns schufen, gleich wie wir in arbeitsteiliger Tätigkeit ihre
Bedürfnisse mit befriedigen. Wesentlich ist nur, dass als Tätigikeit
nach einem gleichen Maasse bewertet wurde, damit die
volkswirtschaftliche Gesamtverteilung, durch den Geldverkehr
bewerkstelligt, restlos aufgehen kann. Dabei ist es nicht notwendig,
dass jedes Gut genau seinen wahren, objektiven Beschaffungswert
erreicht - obwohl das dem Idealzustand gleich käme, wenn dabei auch
bei den Einzelaufwendungen das gleiche Gesetz den Verteilungsschlüssel
abgäbe -  aber innerhalb der ganzen Volkswirtschaft können wir es wohl
gelten lassen, dass nur die objektiven Werte im ganzen erzielt sein
müssen und plus und minus zur geraden Mittellinie tendiert. Die
Auspendelungen werden wohl, soweit persönliche Machtpositionen in
Frage kommen, immer nur beschränkten Rahmen bleiben, da die Einkommen
auf gegenseitige Ausgleichung hinstreben. Darüber hinaus auch noch die
Störungen, durch das gesellschaftliche Monopol erzeugt, näher
auszuführen, würde uns zu weit abführen.
Das gleiche Messgerät zu finden, dazu ist, das sei immer
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s79.png [S. 79]))!! wieder betont, weil es den
Kern der vorgetragenen Auffassung wiedergibt, nicht ein Vergleich am
Golde nötig; der würde selbst die grössten Schwankungen im Gefolge
haben. Notwendig dagegen ist das Zerlegen der Güter in
Arbeitswerteinheiten, für deren Grösse wir so viele Anhaltspunkte
haben, als es nur Güter und Dienste in einem Lande gibt. Bei so
geordneter Bankgeldschöpfung, und diese fordert ja auch die
Warenwerttheorie, müssen wir beim Gelde immer nach der Kaufkraft
fragen, müssen diese nicht als Ergebnis eines Austauschexperiments
zwischen Geld und Ware betrachten. In diesem Falle ist vielmehr die
Kaufkraft des Geldes schon fest fixiert, mit der Entstehung der Güter.
Sie ist die logische Folge, dass Geld in diesem weiten Sinne, welches
Einkommen verkörpert, sich in der Höhe der Werteinheiten begrifflich
deckt mit der Höhe aller Güterpreise, denn beide sind nur
verschiedenartige Zusammenfaltungen der aufgewandten Arbeitswertmengen
und Einheiten. Da ist kein quantitätstheoretisches Ausschwingen, kein
Endresultat, das uns den Geldwert mitteilt, mehr vonnöten. Die
Werteinheit hat einen ökonomischen Inhalt, soweit sie Einkommen ist,
soweit sie nicht nur eine gedankliche Vorstellung bleibt, die wir wohl
überall anlegen können, die aber wirtschaftlich nicht wirksam und
darum nicht zu berücksichtigen ist. Wir können den realen Inhalt jeder
dieser Einkommenswerteinheiten suchen in irgendeinem Gut oder wir
können sie zusammenfassen als das Extrakt aus der gesamten Güterwelt.
In jedem Falle werden wir mit einer gleichen Grösse zu rechnen haben,
eben dieser, die sich deckt mit der unserer Werteinheit zu Grunde
gelegten Arbeitswert-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s80.png [S. 80]))!!menge. Einen derart
abgeleiteten Wert wollen wir der Werteinheit in der Geldform nicht
abstreiten; – das aber wird wohl nicht einmal ein Nominalismus
unternehmen wollen. Was uns von der Darlegung der Warenwerttheorie
unterschiedet, ist der Umstand, dass wir im Gelde keine selbständige
mit den anderen Gütern gleich berechtigte Ware erkennen wollen. Alle
Güter haben einen objektiven Beschaffungswert; das Geld nur einen
davon abgeleiteten Wert. Die Frage nach der Angemessenheit des Preises
ist darum auch nicht ein Abschätzen des Warenwertes am Geldwert, der
losgelöst nur ein Schatten, nichts als ein Schemen ist, mit dem wir in
der Vorstellung keine objektiv messbare Grösse verbinden können,
sondern ist ein Abschätzen an den Beschaffungskosten von vielen
ähnlichen Dingen; wir vergleichen die Arbeitsleistungen gleich – und
verschiedenartiger Dinge mit einander. Die Frage, warum für ein
bestimmtes Gut eine bestimmte Geldsumme bezahlt wird, haben wir ja
bereits da beleuchtet, wo wir die Parallelität der Entstehung von Ware
mit Geld in Form von Einkommen erwähnten. Wenigstens gilt das für eine
stabile Papierwährung, wie wir sie hier schildern. Das allerdings ist
richtig, dass zwei Grössen nicht in einem relativen Verhältnis zu
einander stehen können, ohne als absolute Grössen vorhanden zu sein.
Auf die Geldverfassung aber ist dieser Satz nur anwendbar bei
Goldwährung mit ausschliesslichem Goldumlauf. Nur in diesem Falle ist
das Gold eine solche absolute Grösse, die Relationen auf seinen
objektiven Wert zulässt. Späterhin aber ist das Geld nur der
Kreuzungspunkt alle dieser Relationen, etwas ausserhalb Stehendes und
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s81.png [S. 81]))!! nicht mehr gar der Pol, auf
den alle Glieder, um mobil zu werden, hinstreben. Das Geld ist nur
etwas mit den Relationen Gleichnamiges. Während die Werteineheit als
Arbeitswertmenge bei den Gütern das Inhaltliche bedeutet, ist sie beim
Gelde nur praktisch teilbares Bewegungsmittel und hat nur Wert im
Hinblick auf ein Gut und das auch nur deshalb, weil die arbeitsteilige
Verkehrswirtschaft Mittel ersinnen musste, um auch hier
Tauschhandlungen zu ermöglichen und durch das staatlich gesetzte
Tauschmittel dem Geldverkehr ordnungsgemässe Bahnen zuwies. Für uns
ist die Werteinheit keine beziehungslose, abstrakte Grösse, sondern
eine Arbeitswertgrösse, die sich in jedem Augenblick an ein bestimmtes
Gut und an eine bestimmte Menge davon binden lässt, die uns aber nicht
deutlich wird bei der losgelösten Geldbetrachtung, sondern nur im
Bereiche der Güterwelt. Was bestimmt denn die Höhe eines Güterwertes?
Ist es wirklich eine Teilgrösse der Ware Geld, die uns Wertmaass sein
soll für alle übrige Ware, die aber doch in ihrer objektiven
Wertlosigkeit besonders beim Monopolgeld der Warenwerttheorie uns nur
einen recht verschwommenen Wertmasstab bieten kann für wirklich reale
Güter, die, das ist doch die Grundregel jeder objektiven Werttheorie,
ihren Wert nur haben kann aus Menge und Wert der aufgewandten Arbeit?
Ist jenes Geld wirklich Wertmaass, so vergleichen wir bildlich gesehen
ungleichwertiges mit einander, wo um uns reale Messwerkzeuge in Hülle
und Fülle stehen. Maass der Werte ist von allen Anbeginn an die Arbeit
und nur
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s82.png [S. 82]))!! dadurch, dass wir
historisch die ganz bestimmte Beschaffungsarbeit eines Gutes zu Grunde
legten, und der Staat ihr dann einen Namen gab, dadurch entstanden aus
den und zugleich mit dem Maass der Werte, auch die Preise. Nicht das
Gut an sich ist das Wertmaass, sondern die angewandte
Beschaffungsarbeit des Gutes und nur weil, ausser in der Gesellschaft
der Gleichen eine losgelöste Arbeitseinheit nicht bestehen kann, darum
musste eine Basierung zu einem Gute proklamiert werden. So tritt denn
auch der ökonomische, reine, objektive Wert eines Gutes, das wirkliche
Maass der angewandten Arbeitsenergien nicht mehr in Erscheinung; der
ökonomisch reine Wert erhält in der Wirtschaft keinen Ausdruck mehr.
Wir wissen, dass Kräfteverschiebungen in der verschiedensten Richtung
es uns nicht mehr gestatten, von Arbeitsmenge zu sprechen, sondern als
ein Korrektposten dazu diesen mit dem Arbeitswert und den nicht nur im
Hinblick auf die Qualifikation, sondern besonders in Erwägung der
gesellschaftlichen Verteilungsverhältnisse zu verknüpfen. Wenn wir
sagen, Preise sind nur anderer Name und Ausdruck für Werte, so haben
wir jene verschobenen Werte, die Tauschwerte im Auge. Das Geld kann
nur Wertmaass sein, insofern es auf Werteinheiten lautet und
Werteinheit nur als eine andere Bezeichnung für eine gewisse
Arbeitsmenge zu gelten hat. Das Geld als das körperliche
Zahlungsmittel kann auch nicht das Wertmaass sein, weil es auch nur
einen Teil des konsumberechtigten Einkommens darstellt und weil, wenn
wir definieren wollten, im Austausch von Geld gegen Ware ergibt sich
die Kaufkraft oder der Wert des Gel-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s83.png [S. 83]))!!des, wir dann nicht
berücksichtigen den wohl grössten Teil des wirtschaftlich wirksamen,
wenn auch nicht chartalen Geldes, das Kaufkräfte in eminenten Maasse
vergegenwärtigt. Das wurde im Kreislauf der Wirtschaft dargetan, dass
die Quantitätstheorie nur in jenem weiten Sinne verstanden werden
muss. Als Einzelgrösse sagt das chartale Geld gar nichts und das
" Geld " in der Gesamtgrösse der gesamten Einkommen ist uns
nicht bekannt und tritt uns, wenn wir die Kaufkraft als Resultat des
Tauschens ansehen wollen, immer nur erst dann gegenüber, wenn diese
wirtschaftlichen Handlungen der Vergangenheit angehören und ihrerseits
vom Resultat ja nicht mehr beeinflusst werden können. Damit wollen wir
sagen, dass wir das Geld als Wertmaass scheinbar benützen können, aber
eben nur im Hinblick darauf, dass die Geldpolitik bestrebt ist, das
Geld in der nominellen Höhe mit der Güterproduktion und deren
Preishöhe zu verknüpfen. Darum aber kann auch die Preishöhe keine
Grösse sein, die durch Abschätzung am Golde gewonnen wird, sondern
die, die wir aus Zusammenfügen von Arbeitswertgrössen gewinnen, wie
sie uns historisch einmal im Gelde, dann in der Wirtschaft
mannigfaltig und somit auch in unserer Vorstellung gegeben sind. In
der Erklärung, ein bestimmtes Gut sei drei Mark wert, ist in gewissem
Sinne doch auch ein objektiver Wert ausgedrückt, da wir uns jederzeit
den Warengehalt, wie Arbeitsenergie zur Erstattung des dritten Teil
eines solchen Gutes, die Arbeitsmenge, die wir eine Mark nennen,
vorstellen können Wissen wir noch dazu, dass dies und jenes auch eine
Mark kostet,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s84.png [S. 84]))!! dann wird in uns das Gefühl
der Wertgrösse von einer Mark so gefestigt, dass wir Auspendelungen
meist sofort erkennen und für Korrektur Sorge tragen. Auf solche Art
wird uns deutlich, ob ein Preis hoch oder niedrig sei, denn im
Verhältnis der Preise zu einander ist uns auch mittelbar Aufschluss
über deren absolute Höhen gegeben. Das Problem erhält seine Spitze in
der Frage, ob zur Einreihung eines Gutes in das Netz der Relationen
das Geld als Wertmaass notwendig ist oder nicht. Dass ursprünglich ein
Gut als Mittelpunkt der Beziehungen zu deren Gewinnung nötig war, ist
von jeder Richtung anerkannt. Wir betrachten hier den besonderen Fall
der stabilen Papiergeld-Monopolwährung. Sei das neue Produkt ein
Erzeugnis der Metall- oder der Textilbranche; zuerst muss es sich
einmal anlehnen an die vorhandenen gleichartigen Erzeugnisse der
Konkurrenz, und der Preisspielraum ist dadurch schon bedeutend
eingeschränkt. Der Produzent muss zu Grunde legen seine
Herstellungskosten, und die Grenze wird um ein weiteres enger werden.
Im ganzen können wir sagen, dass da zu einem Vergleich und Abschätzen
am Gelde wenig Raum mehr bleiben dürfte und das, wie wir gesehen haben
darum, weil die Bindungen an die übrigen Güter und die wirtschaftliche
Verpflichtung in der Frage des Arbeitslohnes, der Steuern, der
Versicherungen usw. so enge sind, dass sie den Preis, die Relation zu
den anderen Gütern gebieterisch vorschreiben. In allen anderen Gütern
verkörpert sich in jedem Falle eine bestimmte Arbeitswertmenge, und
diese bleibt auch das Wertmaass und ergibt den Preis für alle neu
hinzutretenden Güter. Das Geld kann
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s85.png [S. 85]))!! nur scheinbar Wert- und
Preismaass werden, wenn wir, immer nur die entwickelte Wirtschaft
betrachtet, die Reflexerscheinung, die die Güterwerte uns im Gelde
zeigt und eine eigene Grösse daraus formt, als das Primäre hinnehmen.
Wir gehen dann scheinbar unseren Weg von Bekanntem zu Unbekanntem,
während wir in Wahrheit nur bereits alte Pfade zum Ursprung
zurückverfolgen. Sind wir zu der Ueberzeugung gelangt, dass jedes neue
Gut, – die alten haben ihre Relationen in historischer Entwicklung
erhalten, – in das Netz der Relationen eingefügt wurde, noch ehedem es
als Ganzes zum Gelde in Beziehung gebracht wurde, dann dürften wir
auch nach der Ansicht der Warenwerttheoretiker sogar die rein
abstrakte Werteinheit gelten lassen; für uns aber ist die Werteinheit
sogar etwas Gebundenes, nicht nur einmal, sondern unendlich mal und
bedeutet in dieser Vielheit der Bindungen doch immer nur ein und
dieselbe Grösse, nämlich eine bestimmte Arbeitsmenge, die wir als
Einheit allen Gütern und allen Diensten in der Relation auf gegebene,
bekannte Dinge als Maass zu Grunde legten. Wir sagten schon einmal,
dass wir uns mit Schumpeters Einkommenseinheit eng berühren, insofern
auch wir der Menge des chartalen Geldes keine Wichtigkeit zuerkennen
gegenüber der wirklichen und wirksamen Geldsumme, die als Einkommen in
der Wirtschaft erscheint. Einkommen entsteht aus Leistungen, Güter
setzen sich zusammen aus Leistungen; werden Güterpreise und
Einkommenshöhe in ihrer Reduktion auf Arbeitsleistungen verknüpft, so
können wir der Anweisungstheorie Schumpeters zustimmen. Budge
kritisiert nun den bekannten Billetvergleich Schumpeters und sagt,
dass wir
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s86.png [S. 86]))!! beim Billet schon die
Gegenleistung in der genauen Menge in der Vorstellung schon fest in
Händen haben, während beim Gelde erst noch die Preisbildung in Frage
kommt. Wir können in Anlehnung an all das von uns Gesagte hier ohne
weiteres erklären, dass nach unserer Auffassung ein Preiskampf kaum
mehr zu stande kommen kann, und solange wir stabile Währung haben, wir
dann auch im Einkommen die Gegenleistung aus dargetanen Gründen fest
in Händen haben. Wenn Budge des weiteren meint, dass wir die Verfügung
über einen Platz im Theater nicht durch das Billet, sondern durch die
Zahlung des Preises erhalten, so können wir das dahin auslegen, dass
wir die Verfügung über die wirtschaftlichen Güter auch nicht direkt
durch das Geld – das Billet – sondern durch die Arbeitsleistung, der
wir den Billetbesitz verdanken, zugesprochen erhalten. Ist beim
Billetvergleich der Tausch nicht Billet – Vorstellung; sondern
Billettkauf – Vorstellung, so ist der Tausch wirtschaftlich betrachtet
auch nicht Geldhingabe – Güterempfang, sondern Gelderwerb, d.i.
Leistung – Güterempfang.
Der Vollständigkeit halber wäre noch kurz zu betrachten die
Erscheinung der unstabilen Währung, der Zustände, wie wir sie zu
Kriegsausgang und in der Nachkriegszeit kennen lernen mussten. Wir
wollen kurz fragen: War es hier so, dass die Preise zustande kamen auf
Grund der Schätzung von Gütern gegen Geld? Dazu wäre notwendig
gewesen, dass wir uns eine klare Vorstellung vom Werte des Geldes fast
in jedem Augenblicke hätten bilden können und hätten neu bilden
müssen. Es war eine Vielheit von Beziehungen,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s87.png [S. 87]))!! die hier auf die Preise
wirksam wurden. Wenn wir später von der unstabilen Währung sprechen,
werden sich diese Punkte im einzelnen herausschälen. Ohne weiteres
deutlich aber ist uns, dass ein Geld, das täglich anderen Wert im
Sinne veränderter Kaufkraft repräsentiert, keinen Anspruch als
Wertmesser der übrigen Güter erheben kann. Solange wir in unserer
eigenen Währung der Papiermark rechneten, hatten wir in ihr keinerlei
Anhaltspunkte einer Wertgrösse; erst später, da wir uns auf
ausländische Währungen bezogen und die Papiermark täglich neu in
Beziehung zu jenen setzten, sodass sie eigentlich nichts anderes mehr
bedeutet als eine ausländische Währung, erst da konnten wir wieder
eine Wertvorstellung mit dem Gelde verbinden, die aber von so vielen
anderen Momenten, wie Spekulation usw. durchsetzbar, dass uns der so
abgeleitete Wert der Papiermark kein auch nur annähernd wirkliches
Bild der inneren Kaufkraft der Mark, die maassgebend sein müsste,
bieten konnte. In Wahrheit haben wir unsere Preise doch nicht nach dem
Geldwerte gesetzt, sondern wiederum in der Beziehung zu anderen
Gütern. Wir wussten, dass ein Produkt x Schweizer Franken kostet und
lasen im Kursblatte, dass ein Schweizer Franken so und so viele
Papiermark notiere. Wir rechneten täglich um und fixierten den Preis
nicht in Beziehung zum Geldwerte, sondern zu einem anderen Gut. Die
Papiermarksumme, die wir errechneten, sagte uns über den Wert auch
nicht das Geringste aus.
Und bevor diese Entwicklung statte hatte, etwa zu Ende des Krieges,
wie war es da? Wir sahen, dass andere Produkte, vor allem
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s88.png [S. 88]))!! solche, auf die sich die
Nachfrage besonders stürzte, aus diesen natürlichen Gründen der
erhöhten Nachfrage im Preise stiegen. Die Relationen, die meist wie
etwas Ewiges in den bleibenden Produktionskosten gegeben waren,
strebten danach, auch auf der erhöhten Grundlage jene alte
Verhältnismässigkeit wieder einzunehmen. Diese gesunde Tendenz aber
wurde auf der Gegenseite durch die Freiheit und Ungebundenheit der
Einkommen gestört. Das war der Grund des wahren Wettrennens der
Preise. Manches wird im Abschnitt der Inflation darüber noch zu sagen
sein. Hier galt es vorläufig nur zu zeigen, dass niemals das Geld
Masstab der Preise sein konnte.
Das hoffen wir, ist uns in jedem Falle geglückt. Zur weiteren
Festigung unserer Anschauung werden wir im Folgenden staatliche
Geldwesen mit den verschiedensten Währungen untersuchen, nicht derart,
dass eine aus der anderen hervorgeht und in ihr die historische Stütze
findet, sondern wir wollen jede Währung gewissermaassen neu begründen
und aus dieser Betrachtung die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer
Währungsreform zu gewinnen suchen.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s89.png [S. 89]))!! 
====IV. Valuta und Währungsformen:====
=====Die VALUTA.=====
Ehe wir zur Betrachtung der Währungen übergehen, wollen wir der Valuta
unsere Aufmerksamkeit schenken, soweit sie in diesem Zusammenhange und
in unserer Auffassung uns von Bedeutung erscheint. Wir müssen
bedenken, dass die gleiche Entwicklung, wie wir sie nun zu schildern
wussten, in jedem Lande oder es mögen sonstige Verbände oder
Gemeinschaften gewesen sein, statthatte. Soweit die gleiche Währung
reichte, soweit rechnete man mit gleichen Preisen, soweit waren alle
Preisausdrücke bezogen auf irgendein Gut, und diese Grösse hat sich
sich in den Relationen fortenthalten und fortentwickelt bis in die
spätere Zeit. Die Bedürfnisse, so müssen wir annehmen, waren aber
immer noch so primitiv, dass wir von einem Austausch über die Grenzen
hinaus, solange der Wertbegriff und die Wertrelationen nicht genügend
befestigt waren, absehen können. Wir gehen noch einen Schritt weiter
und konstruieren den Fall, dass die Wertrelationen keinen Ausdruck
mehr zu einem allgemein beliebten Gut aufweisen, sondern schon einen
Währungsnamen enthalten, und vielleicht wissen wir dabei selbst nimmer
einmal, auf welches reale Gut man in der Vorzeit einmal die übrigen
Güter zur Maasslegung brachte.
Betreten wir nun mit unserer Ware das fremde Land, in dem
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s90.png [S. 90]))!! uns die Preise nicht
vertraut sind, und haben wir hier Gelüste zum Tausch. Von welchem
Gesichtspunkte mag unser Handeln wohl geleitet sein? Es werden die
gleichen sein, die einmal die Relationnen im eigenen Lande zum
Entstehen brachten und wir können im Geiste der objektiven Wertlehre
antworten, dass es auch hier der geronnene Arbeitswert sein muss. Auf
Grund der von beiden Parteien angestellten Erwägungen wird dann bei
Uebereinstimmung der Tausch zustande kommen. Wir haben sonderbarer
Weise dabei nach keinem Preise gefragt; – er konnte uns ja auch nichts
sagen. Dann aber, wenn unsere Wertschätzung, auf Grund des
Arbeitswertes, die wir einem Dinge zuerkennen, beendet ist, und wir
wissen, dass unsere Ware zehn Einheiten unserer Währung, die fremde
Ware, die wir gegentauschen, fünf Einheiten der fremden Währung
gleichkommt, so scheint es, dass unsere Währung einen um die Hälfte
niederen Masstab angelegt, als es drüben über der Grenze geschieht.
Nicht nur die getauschten Güter bedeuten das gleiche, sondern auch die
zehn Werteinheiten A und die fünf Werteinheiten B. Verdichten sich die
Tausche, so wird die Wahrscheinlichkeitszahl zwischen den beiden
Währungen zur immer festeren und bestimmteren Grösse. Das Beispiel ist
naturgemäss auf das möglichst einfache Maass reduziert und es ist im
Verlauf der Betrachtung der Goldwährung zu beweisen, dass auch beim
modernst organisierten internationalen Handel die Geschehnisse im
Grunde die gleichen bleiben. Die Fäden des Austausches hält nun der
Staat in der Hand, der es unternommen hat, das Geldwesen und das ganz
besonders im Verhältnis nach aussen zu ordnen
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s91.png [S. 91]))!! und zu regeln. Mit diesem
Tun hemmt er keineswegs den Unternehmungsgeist des Einzelnen, dem ja
nicht am Tausche, sondern nur am Kaufe oder Verkaufe gelegen ist.
Importeur und Exporteur verrichten jeweils nur eine Hälfte des
volkswirtschaftlichen Austausches.
So entstehen, gesehen von der Perspektive der gesamten
Volkswirtschaft, Forderungen und Gegenforderungen, die bis zur
gleichen Höhe der Werte sich aufheben und ökonomisch bedeutungslos
bleiben. Den Stand des Wechselkurses bestimmen vielmehr jeweils
Mehrheit oder Minderheit der Forderungen nach den Gesetzen von Angebot
und Nachfrage. Wir sahen, dass das Verhältnis der Wechselkurse primär
abhängig ist von der Preishöhe der jeweiligen Länder. Dies bildet ja
auch den Anreiz zu Import oder von Seiten der anderen zu Export. Sind
wir mit Export im Rückstande geblieben, so können wir daraus entnehmen
entweder, dass Waren bei uns nicht abgesetzt sind oder gar, dass wir
infolge falscher Geldschöpfung wirtschaftlich ungerechtfertigt über
eine Gütermenge verfügt haben, die wir, da wir importieren, zum Export
hätten bereit halten müssen. Wir können aber den ausländischen Konsum
auf unseren Vorteil hin nicht schmälern, wir müssen vielmehr für den
Mankoposten der überzähligen Einfuhr als Käufer von fremder Valuta
auftreten und den Preis dieser damit in die Höhe treiben, was
gleichbedeutend einem Sinken der Mark zu werten ist. Handelt es sich
hier um eine vorübergehende Störung, so wird das veränderte Kursniveau
unsere Exporttätigkeit in einem Maasse erhöhen (Preise sind gleich
geblieben – Valuta ist gesunken), dagegen die
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s92.png [S. 92]))!! Importmöglichkeit uns in
einem hohen Maasse genommen sein, dass die nachfolgende Bilanz wieder
die alte Kursrelation einnehmen wird. Die Disparität der Währungen
liefert so aus sich selbst heraus den Gegendampf. In der
Währungspolitik werden in solchem Falle Mittel gefunden werden, um die
schädlichen Schwankungen zu vermeiden, sei es nun bei gleichen
Währungen Export des Währungsmetalls oder Stundung der Forderung.
Anders aber, wenn aus innerwirtschaftlichen Gründen das Preisniveau
anarchisch geworden ist und sich durchaus von seiner alten Basis
entfernt hat. Das Ausland wird nimmer geneigt sein, für unser Geld und
unsere Devisen, das Spiegelbild der Warenpreise, den Betrag in eigener
Währung hinzugeben nach dem Verhältnis wie es zu den alten Relationen
geschah. Wenn wir Preise nicht auf Grund einer Produktionsänderung und
Verteuerung in ihrer Gesamtheit erhöhen, so bringen wir damit zum
Ausdruck, dass wir einen Arbeitsaufwand von bestimmter Grösse nominell
höher bewerten, d.h. den Inhalt der einzelnen Einheit herabmindern. Da
nun der überstaatliche Austausch immer nur ein solcher von gleichem
Arbeitsaufwand sein kann, und in den Devisen als der Parallele der
Waren zum Ausdruck kommt, da muss der Umrechnungskoeffizient Valuta
das Gleichgewicht wieder herstellen, da wir uns nicht auf Kosten
anderer bereichern können.
Der nämliche Vorgang, der aber keine Schlüsse auf die Qualität seiner
Valuta ziehen lässt, ist dann gegeben, wenn ein Land aus freiem
Entschluss eine Währungsänderung vornimmt. Die
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s93.png [S. 93]))!! Umrechnung der Valuta wird
sich ganz genau mathematisch hier vollziehen. Auch bei den sog. festen
Valuten, den Goldwährungen, sind immerhin in den Grenzen der
Transportkosten kleine Schwankungen um das Münzparie möglich, die noch
gar die feinsten Schwankungen der Wirtschaft uns künden. In jedem
Falle müssen die Devisenkurse so stehen, dass die aus einem momentanen
Preisniveau sich ergebenden Antriebe zu Import und Export und damit
Störung der Zahlungsbilanz durch die Valuta paralysiert werden.
Das zeigt uns auch, dass die Valuten primäre nur von innen heraus
erschüttert werden können, von solchen Erscheinungen, die als
Endergebnis eine Wirkung auf die Preise zeitigen. Nach aussen ist das
staatliche Geld eine Ware, nicht in der Eigenschaft als das
körperliche Geld, sondern eine Ware, insofern sie das Gegenüber oder
die Anweisung auf die Güter bedeutet. Der erzielte Wechselkurs ist in
letzter Zurückverfolgung nicht der Preis des Geldes, sondern der Preis
der Waren, die hinter dem Gelde stehen, und die im Verhältnis zur
eigenen Währung teurer, gleich geblieben oder billiger geworden sind.
Ganz gleich so verhält es sich mit Zinserträgen aus im Ausland
arbeitenden Kapital und mit Versicherungsprämien, die notwendig als
Aktivposten in der Bilanz erscheinen müssen wie Güterausfuhr, weil
auch diese Posten sich auf kostende Leistungen zurückführen lassen, ja
nur auf solche zurückgeführt werden können, genau wie physische
Gegenstände selbst. Wir können hier aber nicht die Wirkungen auf die
Valuta erschöpfend behandeln; wir wollen vielmehr die uns wichtigen,
mit der Werteinheit im
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s94.png [S. 94]))!! Innenverkehr
zusammenhängenden Berührungspunkte aufzeigen. Die letzte Entscheidung
spricht immer die Zahlungsbilanz, aber der wesentlichste Faktor der
Zahlungsbilanz ist wiederum die Handelsbilanz, und sie eben ist
bedingt durch die Preishöhe.
Wir fassen noch einmal zusammen: Die Aufgabe der Valuta besteht darin,
dort, wo der überstaatliche Tausch nicht mehr sich zwischen gleichen
verkörperten Arbeitswerten abspielt, den als tertium comparationis der
Werteinheit geschalteten intervalutaren Kurs so umzuändern, dass der
Tausch zwischen objektiv gleichen Grössen wieder verwirklicht ist.
Weiter sollte unsere Betrachtung vorläufig nicht führen. Es sollte nur
kurz dargetan sein, dass auch der internationale Verkehr über die
Grenzen der verschiedensten Währungsländer hinaus keine Brechung der
von uns erklärten Sätze bedeutet und der Begriff der Werteinheit keine
Biegung dadurch erfährt. Was im einzelnen über die Valuten noch zu
sagen sein wird, das sei jetzt bei der Betrachtung der Währungsformen
ergänzt.
=====Die Währungsformen.=====
======Goldwährung:======
Es könnte scheinen, als ob wir in der Kritik des Metallismus damit
auch gleichzeitig die Goldwährung schlechthin negieren wollten. Das
aber ist nicht der Fall; – wir anerkennen vielmehr die ungeheuer
praktische Bedeutung, die der Goldwährung innewohnte und erkennen ihre
Segnung im vollen Maasse an.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s95.png [S. 95]))!! Nur, und das trennt uns
trotz scheinbaren Gleichlauts vom Metallismus, suchen wir aus ihr
nicht die Stützen metallistischer Lehre zu gewinnen. Was jenen das A
und O bedeutet, ist in unserer Anschauungsweise erst sekundärer Natur;
uns interessiert in diesem Zusammenhange weder die Notendeckung noch
innerer Goldumlauf, wir fragen nichts nach der Basierung der
Werteinheit Mark auf das Gold, soweit sie zur Erklärung des
Eigenwertes dienlich sein soll. Wir betrachten einmal die Goldwährung
als die von den wirtschaftlich führenden Ländern angewandte Währung,
werden dabei vielen gemeinsam bindenden Gesichtspunkten auf die Spur
kommen und auf diesem Wege von aussen nach innen endlich auch die
wirtschaftliche Bedeutung der Goldwährung im Innenverkehr würdigen.
Das den Weltmarkt beherrschende und mit Industrieprodukten versorgende
Land war England. Hier müssen wir unsere Betrachtung aufnehmen. In
England herrschte die Goldwährung vor, d.h. es wurde proklamiert, dass
ein Pfund Sterling einer Gewichtsmenge Feingoldes gleich zu werten und
jederzeit in Gold umzutauschen sei. Die Geldpreise waren in diesem
System ohne weiteres Goldpreise, denn einmal hatte das Pfund Sterling
eine natürliche Beziehung zum Golde, wie sie die zu allen anderen
Gütern auch hatte, und dann aus geldpolitischen Gründen noch eine
besondere auf die Dauer mit jener notwendig übereinstimmende Bindung
zu diesem Edelmetall, nämlich den Münzfuss. England war wirtschaftlich
so gut fundiert, dass es trotz dreimaliger Suspendierung der
Peelsacte, der Einstellung der Goldeinlösungspflicht, doch keine
nennenswerten
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s96.png [S. 96]))!! Preisrevolutionen zu
erleiden hatte, und es konnte immer wieder, denn es war nach wie vor
das stärkste Land, und es war die Zeit des ausschliesslich geltenden
Metallismus, die Bindungen des Pfund Sterling zum Golde neu begründen.
Wenn wir, wenn andere ihre Stimme auf dem Weltmarkte laut werden
lassen wollten, so war es tunlich, dem allein herrschenden Pfund
Sterling ein gleichwertiges und jederzeit vergleichbares entgegen zu
setzen. Was ein Pfund Sterling bedeutete, das wusste man ohne
weiteres; alles konzentrierte sich ja darauf hin. Diese
Selbstherrlichkeit zeigt sich heute noch in der englischen
Kursnotierung, die als einzige das Pfund Sterling in den Mittelpunkt
stellt. Wenn wir unsere Produkte zum Weltmarkte bringen, so müssen wir
unsere Währung zum Pfund Sterling in einen Vergleich setzen, und, um
den Verkehr zu erleichtern, ein möglichst stabiles Verhältnis zu
erreichen suchen. Hat nun beispielsweise Deutschland Silber-, England
die Goldwährung, so ist diese Verhältniszahl zischen beiden Währungen
den verschiedensten Schwankungen ausgesetzt. Einmal ist es die
Preishöhe schlechthin, die wirksam wird, dann aber vor allem die
Wechselwirkungen von dem Münzfuss des Silbers in Deutschland und dem
freien Metallpreis des Silbers auf dem englischen Markte in englischer
Währung ausgedrückt. Aus Produktionsbewegungen der Metalle, wobei das
Gold als das immer Starre belassen wird, muss sich jede solche
Aenderung als ein Schwanken des Silberwertes bemerkbar machen und die
valutarischen Verhältnisse beeinflussen. So wird der Staat, der die
Kraft fühlt, Englands
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s97.png [S. 97]))!! Konkurrent auf dem
Weltmarkte zu werden, aus praktischen Gründen notwendig zur
Goldwährung getrieben. Dass bei solcher Währungsänderung nichts
Grundlegendes geschieht, sondern lediglich ein Rechenexempel zur
Ausführung gelangt, das kann uns jeder Wirklichkeit entnommene Fall
deutlich machen. In Ansehen der schon geschilderten Punkte galt das
Pfund Sterling in deutschem Silbergeld 6,81 Taler. Ein Taler sei drei
Mark, ergibt durch Multiplikation 3 mal 6,81 ist gleich 20,43 ℳ für
ein Pfund Sterling. Damit ist uns nun noch der Goldgehalt der Mark
genauest vorgeschrieben und wir haben den Anschluss an den Weltmarkt
erreicht. Die Goldwährung ist das gemeinsame Band, das die
Weltmarktkonkurrenten aneinanderschweisst. Nicht, dass ein Pfund
Sterling, eine Mark und ein Schweizer Franken gleiche x,y und z gramm
Gold wären, und jede Wirtschaft an dieser jeweiligen Gewichtsmenge
ihre Werte messe; nein, dass wir jetzt unter den konkurrierenden
Nationen in jedem Augenblick im Münzfuss ein Vergleichsmaass haben,
das den Leistungsfähigsten zum Zuge kommen lässt, und zudem noch die
Preishöhe auf die wirklich notwendigen Herstellungskosten
herabzudrücken geeignet ist, – das ist der erste wesentliche Inhalt,
den wir in die Goldwährung legen wollen. Die Goldwährung gab uns
Auskunft über die Qualität eines Landes, denn Goldwährungsland sein,
heisst, die Kraft aufzubringen, ihr Tempo mitzuleben. Der billigste
Preis trägt auf dem Weltmarkt den Sieg davon. Wer, – sei es aus
natürlichen oder gesellschaftlichen bedingten Gründen, nicht fähig
ist, mit den anderen Schritt zu halten, der kann auf die Dauer nicht
Goldwährung be-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s98.png [S. 98]))!!sitzen. Die Bedingungen
werden nicht in jedem Lande die gleichen sein. Das aber gilt nach
aussen gleich. Zur Nivellierung müssen möglicherweise dann im Innern
Opfer gebracht werden, sei es an verminderter Lebenshaltung, sei es an
erhöhter Arbeitsleistung. Die Goldwährung schraubte also die Preise
auf dem Weltmarkt mit zwingender Notwendigkeit bei Strafe des
Währungsverfalls eng aneinander. Bei Rohproduktion tritt das am
stärksten zu Tage, aber auch die Fertigfabrikate waren in allerdings
immer lockeren Banden eingehängt. Die Frage, wieviel Geld ein Land zur
Sicherung seiner Währung an Edelmetall vorrätig halten müsse, ist in
diesem Zusammenhang weder eine solche, die von der Golddeckung der
Noten abhängig wäre und mit der umlaufenden Notenmenge in Verbindung
gebracht werden müsse, sie ist überhaupt keine Erörterung, welche die
Theorie angeht, sondern ausschliesslich eine Machtfrage. Wir können
sagen, dass, je enger ein Land mit der Goldwährung verflochten ist, je
grössere Rolle es in diesem Verbande spielt, desto weniger Gold hat es
begrifflich nötig, und mag es auch im Innenverkehr den grössten
Notenumlauf haben, mag dem Gesetz nach die volle Deckung
vorgeschrieben sein. Ja, wenn wir rein theoretisch sprechen wollen, so
müssen die Goldwährungsländer ohne jeglichen Goldschatz ihre Währung
behaupten können. Wo die Zahlungsbilanz dauernd eine passive ist, das
ist dort, wo Import nicht durch Export oder sonstige Aktivposten
gedeckt ist, da muss jede Goldwährung in absehbarer Zeit aufhören;
vorübergehende Saldie aber könnten buchhaltungsmässig gestundet
werden, da sie bei Auf-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s99.png [S. 99]))!! rechterhaltung der
Goldwährung notwendigerweise wieder abgetragen werden müssen. Die
Goldwährung ist nur das äusserste Ventil, das der Währungspolitik zum
halten des intervalutaren Paris zur Verfügung steht. Praktisch waren
es die Goldpunkte, -die Versendungskosten von Land zu Land, die das
intervalutare Pari mit dem Münzpari eng verbanden.
Die alten Fäden wieder aufnehmend, können wir sagen, dass als Folge
der absoluten Vergleichbarkeit die Goldwährung unser ganzes
Preisniveau auf dem Umwege über den Weltmarkt von aussen herein
beeinflusst habe, so dass jede Stimme wohl gehört wird, aber doch
immer alle gegen einen stehen und dessen Wirtschaft beeinflussen. Was
aber ist mit diesem Ergebnis weiter gewonnen? Zunächst einmal: eine
allgemeine Preisänderung kann nur statthaben in Gemeinsamkeit mit dem
ganzen Weltmarkt. Wir können unsere Produktionskosten in der
Gesamthöhe, soweit sie den Preis bestimmen, nicht ändern, ohne dass
dies allgemeine Regel wäre, und dazu liegen noch hemmend die Bindungen
an das Gold vor, dessen Gebrauchswert sich bei Innehaltung des alten
Münzfusses gegenüber dem erhöhten Preisniveau auflehnen würde.
Schwanken können also nur die einzelnen Produktionsgrössen, das sind
die Einkommen untereinander. Von ihnen können wir wohl sagen, dass in
längeren Zeitabläufen genommen durch die gegenseitige Konkurrenz und
Abwanderung, Stabilität sowohl im allgemeinen, als auch in ihrem
gegenseitigen Verhältnis obwaltet. Das Real- und das Nominaleinkommen
in der Nation sind nur verschiedene Namen zur Versinnbildlichung eines
Vorrates an Gütern, ersteres
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s100.png [S. 100]))!! ist die periodisch
erzeugte Gütermenge als Masse, letzteres ist eine gesellschaftliche
Kategorie, bedingt durch arbeitsteilige Produktion und
Privatwirtschaft, – der Anspruch der einzelnen insgesamt auf jenen
Vorrat. Mit den Preisen sind die Einkommen gebunden, denn Einkommen
sind nichts anderes wie Preise, Preise für geleistet Arbeit, die
zusammengenommen in den Warenpreisen das notwendige Gegenüber finden
müssen. Das ist der Weg, auf dem die Goldwährung über die Preisbildung
und -bindung ihren Weg bis zu den Einkommen findet. Das aber ist etwas
durchaus verschiedenes der Bedeutung, die Metallisten dem Gelde
imputieren. Wir aber gehen auf unserem Wege noch weiter. Es ist klar,
dass das Nominaleinkommen der Nation nur geändert werden kann und darf
im Einklang mit der Produktionsleistung. Nie kann es geändert werden
pro Anteil am Produkt, sondern immer nur pro Zahl. So können wir die
Frage der Arbeitszeit, der Beamtengehälter, denn das sind aus der
Produktion geleistete Steuern; wir können das Maass, wie weit soziale
Einrichtungen in der Goldwährung möglich sind, begrifflich
beantworten. Wir müssen nur immer von aussen nach innen sehen, wir
müssen kalkulieren, gewissermaassen von oben nach unten, denn das Oben
ist uns durch die Goldwährung gegeben. In jenem fest begrenzten Raume
muss sich unser Wirtschaftsleben bewegen und einrichten, und die
angeschnittenen Fragen sind aus diesen Gesichtspunkten heraus zu
prüfen und zu beantworten. Während wir auf den Preis kaum einen
Einfluss haben, bleibt uns doch als Regulator unserer Einkommen die
Höhe der Produktion vorbehalten. Mit beiden gegebenen
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s101.png [S. 101]))!! Grössen haben wir auch
die Notenproduktion in die Klammer eingezogen. Wir brauchen nur von
der Banknote rückwärts zu schreiten über Wechsel zur Forderung, um die
Verknüpfung der Note mit der Ware und, was die Höhe und Menge ihres
Umlaufs anlangt, mit dem durch den Weltmarkt und Goldwährung uns
vorgeschriebenem Preisniveau gewahr zu werden. Das liegt durchaus im
Rahmen der im Kreislauf der Wirtschaft von uns vorgetragenen
Auffassung. Mit diesem Ergebnis haben wir eine Waffe gegen die
Einlösungpflicht und die Deckungsfrage der Noten in der Hand. Lehrt
uns der Metallismus nicht, dass das Gold als Wertmaass real vorhanden
sein müsse und dass die Banknote nur deshalb wie Gold kursiere, weil
sie in solches umwandelbar ist? Wurde uns nicht besonders im Kriege
die Dritteldeckung als die Bremse gegen die Inflation hingestellt, um
allerdings praktisch in der Art und Weise, wie sie gehandhabt wurde,
in der Einbeziehung der assignatenmässig gedeckten
Darlehenskassenscheine als Deckungsgrundlage, einen sinnfälligen,
wirtschaftlichen Betrug zu begehen. Aus unserer Betrachtung erkennen
wir, dass, so lange wir an die Goldwährung angeschlossen waren, eine
Inflation als ausgeschlossen anzusehen war. Wir können das Maass der
Noten in der Goldwährung in der Zahl gewiss nicht fixieren, aber wir
können ohne weiteres das Maximum angeben, bis zu dessen Höhe, obgleich
sie das die Deckung beträchtlich überschreiten würde, eine
Notenausgabe gefahrlos und von geldtheoretischer Seite nicht zu
beanstanden wäre. Der Fall des Maximums an Noten läge da, wo alle
Leistungen
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s102.png [S. 102]))!! zu Forderungen, diese
alle zu Wechseln und endlich zu Banknoten führen würden. Wir wissen
aber auch, dass Kompensationen, Naturalempfang, Wechselzahlung,
Barzahlung, Gutschrift auf Girokontis, das alles technische
Modifikationen sind, die eine einzige Grösse darunter wie die
Banknoten, ihrerseits in der Höhe beinflussen müssen. Jedenfalls
erkennen wir die Bedeutungslosigkeit jeglicher Deckungsvorschrift in
diesem Zusammenhang.
Es ist charakteristisch, dass wir mit dem Metallismus zu scheinbar
gleichen Ergebnissen gelangen. Wir haben dabei bisher allerdings
bewusst von den Krisen abstrahiert, in der Annahme, dass in einem
Goldwährungsverband als Ganzem, eben weil ihm die stärksten
Wirtschaftsmächte angehören, Krisen sich nicht durchsetzen können. Das
einzelne Land, von ihr befallen, muss automatisch aus dieser Gruppe
ausscheiden, ohne dass an der Bedeutung und dem Inhalt der Goldwährung
in diesem Sinne etwas geändert wurde. So lange nun eine Macht besteht,
die, ein ruhender Pol mit allgemein gültigen Werten operiert, so lange
ist die metallistisch geforderte Funktion des Goldes, Maasstab für
Wertgrösse im Einzelnen zu sein nach unserer Darlegung nicht vonnöten.
Nur wenn wir annehmen, dass ein Land in sich ohne Anlehnung an die
Weltwirtschaft, die als ganzes praktisch immer krisenfrei sein muss,
aus einer alle Werte umlagernden Krise gesunden will, dann wird eine
Materie, sagen wir das Gold als Maass vonnöten, dann allerdings müssen
wir von neuem aufbauen auf Arbeitswerten, wie sie sich in der
Beschaffung ergeben. Ob in einer modernen Wirtschafts-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s103.png [S. 103]))!!verfassung eine solche
Grundlegung der Werte sich reibungslos vollziehen kann ist eine Frage
für sich. Praktischer erscheint uns auch in diesem Falle die Anlehnung
an internationale Währungen als das nächstliegende. Bliebe noch übrig,
dass wirklich eine Weltkrise in den Bereich der Möglichkeit zu ziehen
wäre; dann allerdings könnten wir einer objektiv messbaren Grösse als
Maass für alle anderen Dinge um uns nicht mehr entraten. Wenn wir wo
die Krise fast bis zur wirtschaftlichen Revolution unseres Planeten
ausdehnen, dann triumphiert der Stoff allein, dann ist das Gold als
Metall in Herrschaft so lange bis die Entwicklung wieder historische
gültige Werte schafft.
Späterhin wird dieser Gedanke nochmals gestreift werden und nun zurück
zur Betrachtung der Goldwährung in unserem beschriebenen Gedankengang:
Sie wirkt hier zwar vollkommen als der Stabilisator der Wirtschaft,
aber das nicht aus der Preisfixierung durch Vergleich mit dem Golde,
das sich in allen Geistern gleicher Wertschätzung erfreut, im Inlande
sowohl als auch im Auslande; auch nicht deshalb erhält es die
Wirtschaft im stabilen, gesunden Zustande, weil es in der Deckung
überschüssiger Notenausgabe, Preissteigerung und Inflation
entgegensteuert, sondern deshalb, weil es zum straffen Stabilisator
aller Goldwährungsländer, weil es in der Gemeinsamkeit der Bindung, in
der Konkurrenz der Stärksten jeweils die Spitzenleistungen mit den
relativ geringsten Erzeugungskosten als Maass und Richtpunkt
hinstellt, nach dem alle anderen, wollen sie exportfähig bleiben,
hinstreben müssen. Die ganze
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s104.png [S. 104]))!! Struktur der modernen
Wirtschaft drängt zum Export sowohl als auch zum Import. Ob wir nun
das eine oder andere in den Vordergrund schieben, ist gleichgültig;
immer aber müssen wir den unbedingt notwendigen Import mit Export
decken. Beides sind Grössen aus Menge mal Preis. Preis gibt es auf dem
Weltmarkt nur einen einzigen, den alles untertanen Weltmarktpreis. Was
wir importieren können, ist uns also umgekehrt durch den Export
vorgeschrieben, die beide in dem Produkt aus Menge mal Preis gleiche
Grössen bilden müssen. So lange wir diesen Gleichgewichtszustand in
der natürlichen wirtschaftlichen Kraft finden, spielt die Goldwährung
obwohl sie gerade dann ihre segensreichen Wirkungen am meisten uns
spüren lässt, doch keinerlei Rolle, was das Gold als Metall und
Vergleichsmaass anlangt. Wirksam ist nur der Gedanke und die
Notwendigkeit der Einhaltung der in der Goldwährung gebundenen und
vergleichbaren universellen Weltmarktpreise und die starre Bindung der
Einkommen des einzelnen wie der der ganzen Länder an diese. Wo das
Gold anfängt als Metall eine wichtigere Rolle zu spielen, wo es zur
Begleichung von Saldis auf Grund mangelnden Exports ( das Land hat zu
wenig gearbeitet oder zu teuer) auf die Dauer ins Ausland strömt, da
wo das Geld allzu stark sichtbar wird, da ist es nötig, dass der Staat
einen Warnungsruf an die Wirtschaft ertönen lässt und mit seinen
gegebenen Mitteln solcher Weiterentwicklung hemmend entgegenwirkt.
Häufig auch, wie bei der letzten Krise 1907 lag der Grund zu
Goldexport, zu dem wir gezwungen wurden, nicht in uns, obwohl
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s105.png [S. 105]))!! damals gleichzeitig eine
neue Aufschwungsperiode Deutschlands viel Kapital investierte und zur
fraglichen Zeit noch wenig exportreife Produkte von jenen
Neuunternehmungen auf dem Markte waren, die dann allerdings in
nachfolgender Periode den Verlust zurückerwarben. Hier kam vielmehr
der allgemeine Run von Amerika, und darum konnte keine Diskontpolitik
als das vorzüglichste Mittel zur Eindämmung überspannten
Unternehmungsgeistes den Krisenherd treffen. In Ansehen unserer
Darlegung müssen wir auch die Handhabung der Diskontpolitik, wenn sie
die gefährdete Golddeckung im Auge hat, ablehnend kritisieren und
können die Berechtigung der Anwendung nur dann erkennen, wenn wirklich
der Warenausgleich von Land zu Land des Goldes zur Deckung bedarf. Mit
der Diskonterhöhung war nicht nur ein Anreiz zum Sparen gegeben, in
dem Bankguthaben und Wertpapiere, diese auf dem Umwege über niederere
Notierung, ihre Zinsvergütungen erhöhen, auch Wechseldiskontierungen
werden teurer und damit werden Gold und ausländische Waren schwerer
erreichbar. Der Notenumlauf kann uns in diesem Zusammenhang nicht
interessieren, auch nicht der Goldumlauf im inneren Verkehr, obwohl
dieser geeignet ist, Diskontpolitik voreilig in Anwendung bringen zu
lassen, denn einmal vermindert er als fehlendes Deckungsmetall die
mögliche Notenausgabe, zum anderen bleibt er der Kontrolle des
Gesetzgebers entzogen und kann von ihm unberücksichtigt ins Ausland
abströmen. Also auch hier ist das allzu Sichtbarwerden des Goldes, so
praradox es klingen mag, eine Gefahr für die Goldwährung. Das hat Heyn
erkannt, wenn er die von ihm
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s106.png [S. 106]))!! vorgeschlagene
Goldkernwährung forderte.
Den Güteraustausch im Innern reibungslos zu gestalten – in dem Preise
und Einkommen gebunden sind – den Güteraustausch nach aussen
automatisch und selbstsicher sich vollziehen zu lassen, darin liegt
die Bedeutung der Goldwährung. Was den inneren Verkehr anlangt, so hat
die Goldwährung damit, dass sie uns die oberste mögliche Preisgrenze
setzt, ihre Aufgabe erfüllt. Zur Preisfixierung, sodass wir unsere
Produkte am Gelde schätzten, ist kein Raum mehr. Wir können jetzt ja
die Einkommen, denn das sind die Einzelproduktionsgrössen der uns
vorgeschriebenen Preise und sind mit diesen streng gebunden. Ob wir
ein Gut produzieren können, beruht nicht auf der Ueberlegung, ob das
fertige Produkt auf Grund unserer Wertschätzung am Golde einen Preis
erhält, den uns das Ausland noch zubilligen wird, sondern wir addieren
unsere Produktionskosten, die täglich neu gegeben sind und in
vollendete Produktionen immer wieder zurückreichen, und kommen so zu
einem Preise, der uns Aufschluss über Exportmöglichkeit gibt und der
dann nötigerweise unabhängig von der Goldwertung durch Verbesserungen
und Einsparungen möglicherweise noch reduziert werden muss.
Ausschlaggebend für den Preis eines Produktes sind nur die
Herstellungskosten, die auch das Maass des Wertes bilden. In der
Goldwährung muss auch ohne weiteres das Problem der Uebereinstimmung
von den Gesamtpreisen aller Produkte mit dem Nominaleinkommen der
Nation gelöst sein und das verlangt auch im einzelnen Uebereinstimmung
des Arbeitsw e r t e s der Einkommem mit dem
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s107.png [S. 107]))!! Arbeits w e r t der dafür
erlangten Güter; nicht aber muss im einzelnen die Parallelität sein in
Bezug auf die absolute Arbeits m e n g e. Wiederum müssen wir sagen,
dass das Gold nur eine Beziehung der Werteinheit ist, die im tiefsten
Sinne ein bestimmtes Arbeitsquantum bedeutet und bei der Goldwährung,
wenn sie bei uns nicht ursprünglich ist, haben wir nun eine zweifache
Wahl, den historischen Ursprung der Basierung auf das wertvolle Gut
durch Gewinnung der Relationen zu suchen. Wir können einmal im
rekurrenten Anschluss rückwärts zu Silber und noch weiter gehen und
können die heutigen Preise begrifflich hier im Ursprunge finden
wollen; wir können auch auf das Land überwechseln, an dessen Währung
wir uns anschlossen, weil wir sagen, von ihm ist uns das Preisniveau
vorgeschrieben, und darum müssen wir dort die ersten Wertschätzungen
und Beziehungen zum Stoffe finden. Was wir ursprünglich von einem
Lande zu sagen wussten, dass Arbeitswertmengen die Preise aufbauen und
dass wir das absolute Grössenmaass dieser Arbeitswerteinheit in allen
Dingen der Aussenwelt, dabei auch im Golde finden, das können wir nun
ohne weiteres auf den ganzen Verband der Goldwährungsländer anwenden.
Auf dieser erweiterten Grundlage wird die Arbeitsteilung um ein
übriges gesteigert, insofern nun auch die Nationen untereinander nach
dem ökonomischen Prinzip des grössten Erfolges bei kleinstem Aufwand
den zum Zug kommen lassen, der aus natürlichen, produktionstechnischen
oder standortgegebenen Bedingungen zur billigsten Produktion in der
Lage ist. Dass ein Pfund Sterling, eine Mark, ein Franken
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s107_1.png [S. 107] / [Seitennummer im Original
 zweifach vergeben]))!! gleich X, Y, und Z gramm Gold seinen, darf uns
nicht dazu verleiten zu glauben, dass im Auslande unsere Preise am
Golde abgewogen würden. Die Bedeutung beruht vielmehr auf der
Vergleichbarkeit der Preise auf Grund des Münzfusses ohne Zuhilfenahme
und ohne Kenntnis des Wechselkurses. Als Ergebnis des Vergleichs von
Inlands- und Auslandspreis erscheint uns als Resultat nur die Kenntnis
des billigeren Produzenten; mit dem Golde aber haben wir zum Produkte
selbst keine Beziehung. Der Goldwährung haben wir so eminente
Bedeutung und so grossen praktischen Wert beigemessen, dass diese
Eigenschaft, die wir leugnen, demgegenüber nicht ins Gewicht fällt.
Was sie weiterhin an Vorteil gegenüber den Ländern mit freier Währung
bedeutet, bei denen wir ja auch durch die Valuta stets denselben
Vergleichsweg einschlagen können, das lag in der Stabilität der Valuta
jedes Goldwährungslandes, das nun auf weite Sicht rechnen liess. Das
alles aber sind Vorteile wohl der Goldwährung als der Währung der
stärksten Länder, nicht aber des Goldes als Metall, als Währungsbasis.
Die wirkliche Währungsbasis ist immer die menschliche produktive
Arbeit; nur die Einheit, die wir zu Grunde legen, ist jeweils
verschieden und das ist der Grund, warum als tertium comparationis ein
Etwas in der Umrechnung von Land zu Land dazwischen treten muss. Das
findet in den Preisen seinen sichtbaren Ausdruck. Wenn jedes gleiche
Produkt in England nominell ein Pfund Sterling ausgedrückt den
zwanzigsten Teil kostet wie bei uns, so gehört es zur
Selbstverständlichkeit, dass bei Goldwährung die der Mark zu Grunde
liegende Goldmenge ein 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s108.png [S. 108]))!! Zwanzigstel des Pfund
Sterling sein muss. Dass durch währungspolitische Massnahmen diese
Sätze absolut fest begründet sind, ist nichts, was in der Natur des
Goldes begründet wäre, und ist auch die Dauer auch nur durchführbar,
wenn die Gesamtsumme aller Preise oder sagen wir der Preisindex,
gemessen von Land zu Land, im selben Verhältnis bleibt. Wenn dieses
auf dem allgemeinen Preisniveau fussende, erst die Goldrelationen
begründende Verhältnis ununterbrochen weiter besteht, dann wird Export
und Import und somit der Zahlungsausgleich von Land zu Land nicht aus
dem Gleichgewicht gebracht werden, und das intervalutare Pari wird das
Münzpari kaum verlassen können. Weil periodische Einzelschwankungen,
so nebensächlich und geringfügig sie auch sein mögen, auch bei den
stärksten Ländern nicht zu vermeiden sind, und das bei freien
Währungen Unklarheit und Unsicherheit in die Berechnungen der
Kaufleute bringen müsste, darum ist die Goldwährung mit dem
mechanischen Zahlungsausgleich noch besonders geeignet, den Vorrang
vor anderen Währungen zugesprochen zu erhalten.
Gold als ein in der Natur lagerndes Gut ist nun auch allen
Wechselfällen und Zufällen der Produktion ausgesetzt, ist also in der
Komparativen Statik gesehen nicht unbedingt wertkonstant. Das
veranlasst uns, der Vollständigkeit halber zu prüfen, wie im einzelnen
z.B. bedeutende Goldfunde, neue technische Wege der Gewinnung, wie
etwa gar Herstellung auf synthetischem Wege oder wie umgekehrt
plötzliches Aufhören von Goldfunden auf die
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s109.png [S. 109]))!! Währung wirken müsste. Es
ist nebensächlich, welchen Prozentsatz der Möglichkeiten unsere Fälle
in sich schliessen. Die ersten beiden Erwägungen scheinen sogar von
wirklich praktischer Bedeutung. Nach immer grösseren Opfern für die
Währungsbanken kommt endlich auch einmal der Punkt des Unvermögens,
weiterhin mehr Gold aufzunehmen. Schliessen sich in diesem Augenblicke
nicht weitere Länder der Goldwährung an und treten dabei mit neuem
Bedarfe auf, so sind die Goldwährungsstaaten gezwungen, die freie
Prägbarkeit aufzugeben, nachdem die Besitzer der Goldgruben in der
ganzen vorhergehenden Zeit dynamischer Entwicklung infolge der
Förderung Monopolgewinne über den wirklichen Herstellungswert hinaus
vereinnahmen und inflationistisch das Preisniveau beeinflussen
konnten. Gegenüber einer so vermehrten und verbilligten Goldproduktion
könnte der Staat und vor allem der führende Wirtschaftsstaat in seiner
Geldpolitik nicht untätig verharren, denn in seiner vorgeschriebenen
Prägepflicht wechselt er nicht nur 1 kg ungeprägtes Gold in 1 kg
geprägtes Gold um, er wechselt nicht nur die Form, sondern er stempelt
in einer gegebenen Form das Gold zu seinem nominellen Gelde, das
historisch verankert, vor allem in einem anderen, höheren Goldwert
verankerten Gemeinbesitz aller menschlichen Handlung, ihrer gesamten
Denk – und Rechenoperationen geworden ist. Das in Münze geprägte Gold
ist ein anderes als das Gewichtsgold; die "charta" ist mit
Knapp zu sprechen das entscheidende. Hier hat nicht ein Privatmann dem
Gold eine Form gegeben, wie der Juwelier einen Ring fertigt; hier hat
der
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s110.png [S. 110]))!! Staat dem Golde einen
gesellschaftlich gültigen Wert gegeben, der sich vom wirtschaftlichen
Wert des Goldes auf Grund seiner Produktionskosten trennt. Der Staat
darf hier aber nicht als selbstherrlicher Autokrat betrachtet sein,
sondern er ist hier nur Ausdruck und Funktion einer Vielheit, nämlich
der wirtschaftenden Gesellschaft und dieser wird nicht willens sein
ihr Einkommen schmälern zu lassen zum Vorteil einer verschwindenden
Minderheit oder überhaupt einer anderen Wirtschaftsgemeinschaft; sie
wird sich gegen die Unwahrheit der Tauschakte zur Wehr setzen und das
heisst hier in seiner Wirkung; sie wird die Prägepflicht aufheben.
[handsch. ergänzt: ?wenigstens so lange bis ?das Produkt? wieder
stabil geworden ist.?]
So könnte wohl die Möglichkeit bestehen, dass die erste
Wirtschaftsmacht sich vom Golde löst, dabei diese Vormachtstellung
hält und auch weiterhin ruhender Pol in der Währungen Spiel und
Schwanken bleibt, eben weil diese Landesallmächtige Währung die Preise
praktisch so fest als das objektiv messbare Geld zu binden vermag.
Wäre es denkbar, dass solches Land das gesamte Gold in seinen Grenzen
und nur in eigener Regie fördere, dann wäre es wohl auch in der Lage,
dem Golde einen über seinem wirtschaftlichen Herstellungswert
gelegenen Preis zu geben und in seiner Münze zu statuieren. Andere
Statten würden praktisch, wenn auch mit wirtschaftlichen Opfern die
gleiche Währung annehmen und so bietet sie bisher gesehen auch alle
Segnungen einer Goldwährung mit wirtschaftlich wahrem Inhalt.
Eine Einschränkung allerdings, die geeignet ist, aus dieser
theoretischen Möglichkeit eine fast praktische Unmöglichkeit
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s111.png [S. 111]))!! zu machen ist die, dass
dieses Goldschöpfungsland als das mutmassliche Hauptgläubigerland wohl
kaum willens sein wird das Risiko für alle anderen Auchwährungsländer
zu tragen, d.h. bei Währungsverfall sich deren Gold als intervalutaren
Ausgleich zum eigenen Monopolpreis gefallen zu lassen, obwohl ihm ja
auf der anderen Seite die Gewinne aus Geldverkäufen zugute kamen.
Wir wollen aber die nur gedankliche Ueberlegung fallen lassen.
Praktisch würde eine Verbilligung des Goldes, die im Ausmass eine
Rückkehr zur alten Relation ausschliesst, nach eingetretenem
Ruhezustand eine Währungsumänderung mit verändertem Münzfuss bedingen.
Die Wirtschaft könnte diese ganze Entwicklung unbehelligt von der
Entwertung des Wertmessers überdauern. Die neu fixierte Werteinheit
hätte dann als Inhalt wieder die gleiche Menge Arbeitswerte, wie sie
im Gegenüber der Waren in diesen allen aufzufinden ist.
Auch diese Exkursion zeigt uns, dass in der Werteinheit keinesfalls
die wertvolle Ware sich mit den anderen Gütern austauscht, sondern in
ihrer Bedeutung als Arbeitswertquantum in der Geldform von Preisen zu
Einkommen und von Einkommen zu Preisen wandern, ihre Funktion sich
erfüllt. Eng gebunden, sowohl an das eine wie an das andere ist der
ökonomische Wert der Werteinheit stabilisiert. Der ökonomische Wert
liegt in der Kaufkraft der Einheit tausendfältig gebunden an jeden
Preis und jedes Einkommen, mit dem sie geschaffen wurde. Der Gedanke
der
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s112.png [S. 112]))!! Werteinheit dagegen
überdauert Einzelpreis und Einzeleinkommen und selbst ganze Perioden.
Würde Gold auf synthetischem Wege herstellbar sein, so dürfte genau
das Gesagte gelten mit der Motivierung, dass nun immer mehr der
Charakter der stoffwertlosen Währung in den Vordergrund gerückt würde.
Die zuletzt angeführte Variante, dass Gold im Weltkörper nimmer zu
finden wäre, ist natürlich in ihrer Einwirkung auf die Währung nur
vermutungsgemäss zu beantworten. Das nächstliegendste und theoretisch
ebenfalls unangreifbare ist wohl anzunehmen, dass die alten Relationen
unverändert fortbestünden, obwohl das Gold als so seltenes Gut einen
viel höheren Preis, als sein statuierter Wert ist, erzielen müsste.
Wiederum sei uns das ein Beweis, dass es bei der Werteinheit
grundsätzlich nicht auf den Wert des gewählten Geldstoffes ankommt,
weil dieser nur eben e i n e Ware ist neben so vielen und eher wie
alle anderen durch staatliche Maassnahmen von seinem rein
wirtschaftlichen Wert abgedrängt werden kann. Goldmünzen werden in
diesem Zustande nicht mehr im Verkehr sein, da sie ja infolge ihrer
Kostbarkeit sofort daraus entzogen würden; analog wird auch die
Einlösbarkeit aufgehoben sein. Das Gold aber kann nach dem Heyn'schen
Plane von Land zu Land als Spitzènausgleich dienen, immer wieder aus
der Erwägung heraus, dass hier Forderung plus und minus sich notwendig
aufhebt und ein wirklicher Export, der nicht Tausch wäre, auch nicht
stattfindet. Was die Goldwährungsländer aneinander kettet, ist nicht
die jeweilige Preisgestaltung nach dem Goldwerte, sondern die
Preisvergleichungsmöglichkeit auf Grund
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s113.png [S. 113]))!! des sonst eigentlich
nebensächlichen Münzfusses. Das Land, das jetzt aus der Goldwährung
ausscheidet, wird sein Gold nicht zum niederen Münzpreis versenden,
sondern zu dem viel höheren wirtschaftlichen Arbeitswert. Wenn das
Gold auf den freien Markt kommt, tauscht es sich nach diesem
letztgenannten Wert. Niemand wird nach dem künstlich gehaltenen
Münzfuss fragen, zu dem es auch an den staatlichen Kassen nicht mehr
erhältlich ist. Dass jetzt das Pfund Sterling als X Gramm Gold
begründet ist, hat nur Interesse nach aussen hin, weil die Mark
beispielsweise nach allen anderen Warenpreisen gemessen eben auch nur
als x/20 gr Gold proklamiert sein kann. Wir können nach wie vor
konstatieren, wer teuerer, wer billiger ist, absolute Werte wollen wir
heute an jenem kostbaren Golde nimmer messen. Der Schwächere haftet
sich an den Stärkeren und muss dabei ohne Ueberlegung die von diesen
betretenen Bahnen einhalten.
Wir beispielsweise ohne Besitz von Goldbergwerken, die wir gegenüber
England und Amerika nun als wirtschaftlich schwächere zu bezeichnen
sind, können keine Währungsänderung befehlen, während das ein starker
Verband mit weitreichender Macht vermag. Aus diesem Grunde kann er
auch in obigem Falle die alten, eigentlich hinfällig gewordenen
Relationen dennoch belassen, wenn er eine Umstellung für sein
Wirtschaftsleben als schädlich erachtet. Der ökonomische Gehalt der
Werteinheit wird dann allerdings nichts nach dem Golde als Münzparität
fragen, sondern wird ganz natürlich seine gedanklich allgemein
bekannte in allen Preisen
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s114.png [S. 114]))!! und Einkommen verankerte
Grösse beibehalten. Würden wir die Werteinheit als das Goldgut
ansehen, dann wären die Relationen darauf nunmehr falsch. Ist aber die
Werteinheit nur ein Begriff, der seinen Wert umgekehrt von dem Wert
der Güter ableitet, dann darf sogar der Münzfuss die einzig falsche
Relation sein. In der Beziehung zur Güterwelt tauschen sich mit den
Werteinheiten doch gleiche Arbeitswertmengen.
Das alles aber mildert die auf internationalem Gebiet liegende
Bedeutung der Goldwährung, der gemeinsamen Preise und Einkommen
verbindenden Währung nicht herab.
======Papierwährung. ======
Ein anderer Fall der staatlichen Monopolwährung ist die Papierwährung,
die wir unter diesem Gesichtspunkte zu betrachten haben. An die obige
Betrachtung anknüpfend, springt uns sofort als die wesentliche
Unterscheidung davon die absolute Stoffwertlosigkeit des Geldmaterials
in die Augen. Damit entfällt sowohl die Basierung auf den Grundstoff
als auch die zum eventuellen Zahlungsausgleich notwendige
Verwendungsmöglichkeit des Geldes auf Grund seines Eigenwertes. Bei
der absolut reinen Goldwährung deckt sich bei Uebereignung der
Goldmünzen nominelle Schuld gleichzeitig mit der realen, denn wir
dürfen doch annehmen, dass der Warenwert der Goldmünze dem nominellen
Inhalt der Werteinheit, bezogen auf den Wert der übrigen Güter,
entspricht; es decken sich Inhalt und Form. Bei der Monopolgoldwährung
entsprach die nominelle Schuld nimmermehr dem
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s115.png [S. 115]))!! Wert der Münzen in
gleicher Höhe, die dem Realgehalt nach über – oder unterwertig waren.
Wir müssen beispielsweise, um 1000 ℳ an das Ausland zu zahlen,
Goldmünzen hingeben in nomineller Höhe von 5000 ℳ oder im letzteren
Fall auch nur von 200 ℳ. Hauptsache ist nur, dass das im Werte
veränderte Gold von den Goldwährungsländern zur alten Relation
angenommen wird. Das Verhältnis der Valuten wird dadurch, ob die
gleichen Währungsländer ihre Werteinheit auf über- oder unterwertiges
Metall basieren oder besser gesagt, den Münzfuss unter oder über dem
natürlichen Wert festsetzen oder bei Wertänderung des Metalls und
Belassung des Münzfusses zum gleichen Ergebnis gelangen, – solange die
verschiedenen Länder nur immer im gleichen Verhältnis zu einander
bleiben, und das dürfen wir ohne weiteres als gegeben erachten, da das
führende oder die führenden Länder die Politik der anderen
mitbestimmt, solange bleibt dieser Erscheinung der nach dem
wirtschaftlichen Werte des Währungsmetalles gemessenen falschen
Relationen ohne Bedeutung, das Verhältnis der Valuta bleibt unberührt
und immer noch sind die Preise von Land zu Land und die Einkommen
gebunden. Wie weit dieser Fall praktisch ist oder werden könnte, steht
hier nicht zur Diskussion, er ist wohl möglich, ist hier aber nur als
theoretische Abstraktion gedacht.
Eine Unterscheidung von Papierwährungsländern ist in allen genannten
Fällen doch gegeben in der Notwendigkeit der Goldwährungsländer, immer
wieder in den intervalutaren Pari's
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s116.png [S. 116]))!! zu den Münzparis
hinzustreben und in der Qualität, die mit der Goldwährung ohne
weiteres ausgesprochen ist. Was wir als so wesentlich schildern, die
Vergleichbarkeit der Preise, dazu brauchen wir an sich keinen
Münzfuss, der uns Aufschluss gibt über das Verhältnis. Selbst bei den
Goldwährungen hatte der Münzfuss, eigentlich nur deklaratorische
Bedeutung; das eigentliche wirkliche Verhältnis der Valuten gab uns
das intervalutare Pari, das beim Papierwährungsland uns ebenso gegeben
ist. An Stelle der Zugrundelegung einer Goldmenge proklamieren wir ein
Verhältnis, das wir, gleich als ob wir Goldwährungsland wären, mit
allen Mitteln einzuhalten bestrebt bleiben. So lange uns dies gelingt,
haben wir auch im Effekt tatsächlich den gleichen Zustand, als ob wir
der Goldwährung angeschlossen wären. Import und Export sind dann bei
uns ausgeglichen, Preise und Einkommen sind stabil und in den
Weltmarkt eingegliedert; dann ist auch die Proklamation des
gewünschten Verhältnisses zum Ausland und das damit zusammenfallende
intervalutare Pari gleich zu achten der Goldeingliederung. Unsere
Werteinheit verkörpert den gleichen ökonomischen Wert, wie es bei
Goldbindung der Fall wäre, die Preise würden genau sich decken mit den
Goldpreisen; – kurz überall das gleiche Verhältnis, und das ist
logisch selbstverständlich, denn die Werteinheit bedeutet hier wie
dort ein Arbeitswertquantum, bezogen auf die Güterwelt, und aus ihr
geboren, gleich so wie bei der reinen Goldwährung. Wir betonen
ausdrücklich, dass in unserem Falle dieser Staat mit freier Währung
als wirtschaftlich ebenso stark wie die ihn
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s117.png [S. 117]))!! umgebenden
Goldwährungsländer anzusehen ist und füglich müssen sich die
wirtschaftlichen Vorgänge bei Ausserachtlassung der hier eigentlich
bedeutungslosen Währungsreform in durchaus gleichcher Weise abspielen.
In jedem Falle ist das Wirtschaften ein Haushalten mit dem erzeugten
Gütervorrat. Das Einkommen ist nur ein technisches Mittel zur
Aufteilung derselben. Es finden in den Gütern Tausche zwischen den
Arbeitsleistungen der verschiedenen Berufe statt, dieser Preise sind
Resultat dieser einzelnen Aufwendungen, die alle nach einem Maasse
festgelegt sind, nach einer bestimmten Grösse eines Arbeitswertes. Wir
können innerhalb unserer Wirtschaft jeder nur soviel verzehren, als
wir Arbeitswerte erzeugt haben, aber wir können unsere überschüssigen
realisierten Arbeitswerte austauschen mit gleichgrossen solchen
anderer Erwerbstätigen. Wir können also nur tauschen, wir können uns
nicht bereichern, denn intersubjektiv gemessen am Arbeitsaufwand sind
alle Tauschgrössen gleich gross. Wir können aber den Tausch noch
fortsetzen über die Grenzen der Länder und über die Meere, aber wir
können eben nur tauschen und bezeichnen die Summer all dieser Akte als
Import und Export. Die Technik spielt sich nicht in Zug um Zug
Geschäften ab. Es wird vielmehr gekauft und verkauft und erst in der
gesamten Abrechnung muss das Gleichgewicht wieder gewahrt sein. Der
einzelne Importeur und Exporteur kann naturgemäss nicht den Ueberblick
über diesen Markt gewinnen können; er führt immer nur einen Tauschakt
zur Hälte aus. Die Fälle der Kompensation auf privatem Wege sind
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s118.png [S. 118]))!! verhältnismässig selten.
Was volkswirtschaftlich als Tausch in Erscheinung tritt ist von
einzelwirtschaftlicher Seite jeweils Kauf und Verkauf, wofür fremdes
Geld zu geben oder eigenes zu empfangen ist. Die Goldwährung hat nun
in der gemeinsamen Anerkennung und Wertung des Goldes ( Goldrelation
ist gleich Preisrelation der verschiedenen Länder ) den Vorteil, dass
eine Zahlung in Geld geleistet werden kann, dessen Gültigkeit nicht an
den Grenzen des Staates endet, weil es hier eben nicht als staatliches
Geld auftritt, sondern als Forderung begründende Warenausfuhr auf
Grund eines gegebenen Wertes. So bleibt hier das intervalutare Pari
gewahrt, auch wenn die Tauschgesetze von Land zu Land in privatem
Warenaustausch vorübergehend einmal verletzt wurden. Bei der freien
Papierwährung ist eine Kompensation der Einfuhr nur bis zur Höhe der
Ausfuhr gegeben und darüber hinaus fehlt nicht das Geld, sondern die
im Ausland annehmbereite Ware, um den Zahlungsausgleich sicher zu
stellen und damit die alte und die proklamierte Valuta unberührt zu
lassen. Der Importeur kann nicht in Deutschland international in
gleicher Weise gültiges von Angebot und Nachfrage im Preise
unabhängiges Gold kaufen, er muss vielmehr als Käufer von englischem
staatlichen Gelde auftreten, dessen Preis steigern und in dafür
erlegtem deutschen Gelde nichts anderes als deutsche Waren, in diesem
Falle nicht Gold, sondern vom Ausland auswählbare Waren hingeben. Der
Austausch von Land zu Land hat nun wieder die Tendenz in die Ruhelage
zurückzukehren. Wir haben den Beweis, in der Goldwährung in der
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s119.png [S. 119]))!! Goldversendung, in der
Papierwährung in der Verteurung der fremden Werteinheit, dass wir
nicht mit dem von uns Erzeugten Haus zu halten wussten. Unsere
Einkommensbildung scheint in Unordnung geraten zu sein, denn wir haben
mehr verzehrt, als wir gearbeitet haben. Wir können falsche
Geldschöpfungspolitik getrieben haben ( dies bei beiden Währungsarten
), wir können auch Ansprüche geltend machen haben wollen, die kein
Gegenüber in Genussgütern aufzuweisen hatten. Wir können auch
beispielsweise fiktives Kapital aus Spekulationsgewinnen, Beträge aus
Aktienrealisationen auf dem Gütermarkte kaufend ausgegeben haben.
Unsere Wirtschaftslage kann aber auch so sein, dass der Zustand ein
von uns bewusst herbeigeführter war und die Gegenwirkung in nächster
Periode in der erhöhten Produktion bereits einsetzt.
Die Werteinheit erfüllt in jedem Falle ihre Aufgabe, wenn es ihr
gelingt, Preise, und auf der anderen Seite die Einkommen in
Parallelität zu halten, denn das allein gibt uns die Gewähr, dass der
wirtschaftliche Haushalt bilanziert. Die Einkommen müssen in den
Preisen aufgehen, sie müssen sie - gemeint sind natürlich immer nur
die Genussgüter – aufheben. In diesem Zusammenhange wir das dauernd
kursierende staatliche Papiergeld bedeutungslos gegenüber der
ausgleichenden Wirkung der elastischen Banknoten, die wir darum, wenn
wir vom Gelde sprachen, immer als durchaus gleichwertig in den Begriff
einbezogen. Wir müssen diesen Schritt vornehmen, wenn wir den Inhalt
der Werteinheit auf die Produktionsleistung zurückführen und mit ihr
verknüpfen.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s120.png [S. 120]))!! Einkommen und Preise
müssen etwas gemeinsames haben. Können wir aber Einkommen am Golde
abschätzen und vor allem tun wir es auch in der Goldwährung? Wer wird
das bejahen wollen?
Wir können aber die Preise auf Grund ihres Arbeitswertgehaltes mit
einander in Verbindung bringen und wir können dasselbe auch mit den
Einkommen unternehmen. Was auf der einen Seite Preise schafft, bildet
auf der anderen Einkommen. Der Charakter der Arbeitswertmenge in der
Werteinheit und im Aufbau der Wirtschaft scheint uns wohl kaum mehr
strittig. Zu beachten wäre nur noch ihre absolute Grösse, und hier
werden die Metallisten sagen, dass der Staat mit freier Währung im
intervalutaren Pari dennoch an die mächtigen Goldwährungsländer
gebunden ist und in diesem Kurse gleich so, als wie es beim Münzpari
der Fall wäre, seine Inlandspreise doch zum Golde in Beziehung
stünden. Und selbst die freiesten unter den freien
Papierwährungsländern geniessen die Freiheit nur scheinbar, in
Wirklichkeit gravitieren sie doch um das Gold und alle Dinge der Welt
haben hier ihre letzte Verankerung. In der Tat können wir in jedem
solchen Papierwährungslande die Beziehung seiner Werteinheit auf dem
Umwege über das intervalutare Pari zu seinem Quantum Gold gewinnen,
aber wir gewinnen dadurch nicht eine Erklärung für unsere Preishöhe,
sicherlich keine wesentliche.
Nehmen wir beispielsweise an die Goldwährung A lege ihrer Werteinheit
10 g Gold zu Grunde und die Papierwährung B stünde laut intervalutarem
Kurs dauernd auf 1/2 des Wertes von A,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s121.png [S. 121]))!! so steht es uns natürlich
frei zu folgern, dass unsere anscheinende Währung B dennoch auf dem
Golde fusse und von ihm seinen Wert herleitet. Der Wert sei auf Grund
dieser Rechnung 10/2, ist gleich 5 g Gold; der Wert aller Güter in den
Preisen nur ein Ausdruck des teil- oder vielfachen Wertes von 5 g
Gold. Dieses Scheinergebnis, dass wir in jedem Falle am Golde kleben,
können wir aber, sofern in den Goldwährungsländern das Gold keinen
Monopolpreis aufweist, schneller erlangen, wenn wir im freien
Papierwährungslande B einfach uns den freien Goldpreis ansehen. Der
wird dann auch pro Einheit ausgedrückt genau 5 g Gold ergeben, und wir
ersparen uns den Umweg über die Kursumrechnung. Machen wir uns jenes
eben kritisierte Argument zu eigen, dann verwechseln wir die Bedeutung
des Wechselkurses der Währungen unter einander, der ja nicht
entstanden ist, um für jene alle einen gemeinsamen Stoff abzugeben,
sondern die Währungen, so wie sie sind und sich im eigenen Lande
gebildet haben, untereinander vergleichbar zu gestalten. Entstanden
können sie sein in der Basierung auf die verschiedensten Metalle, und
auch ohne internationalen Verkehr können sie die einzelne Wirtschaft
stabil gehalten haben. Die Unterscheidung von Pfund Sterling und Mark
besteht nicht darin, dass eine Mark eben nur ein Zwanzigstel des
Goldgewichtes von ein Pfund Sterling wäre, – das ist nicht der tiefste
Kern. Was damit gesagt sein soll, ist dies: In England legt die
Wirtschaft an die Güter zur Preis- und Einkommensgewinnung ein Maass,
das um das Zwanzigfache grösser sei als es in Deutschland
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s122.png [S. 122]))!! verwendet wird. Das Gold
ist nur ein äusseres Zeichen und gibt uns in ungefähr erkenntlicher
Grösse wieder, welche absolute Grösse das Maass verkörpert. Jeder
andere Preis, die Nennung eines Einkommensbezuges, könnte uns das
vielleicht noch deutlicher sagen. Die Güterpreise selbst können auch
in der Relation auf ein ganz anderes Metall entstanden sein, das Gold
erst später aus der Güterwelt herausgenommen und auf Grund seines
Preises in ihr die neuen Beziehungen errechnet worden sein. Das Gold
hat dann nur noch laut staatlicher Vereinbarung den Vorzug,
gewissermaassen überstaatliches Geld zu sein.
So wie wir von Silberwährung zu Goldwährung übergehen und den
rekurrenten Anschluss während unser ganzes wirtschaftliches
Zahlengebäude umrechnen, so könnte es auch einmal im Sinne der
internationalen Geldpolitik liegen, sämtliche Währungen auf das
Verhältnis 1 : 1 zu stellen. Eine Werteinheit wäre soviel wert wie die
andere, jeder einzelnen läge die gleiche Menge von Arbeitswerten zu
Grund, alle Güter würden nach den gleichen Maassen gemessen, und alle
gleichen Dinge müssten gleiche Preise erzielen. Ist in diesem Verbande
ein Land Papierwährungsland, so misst es doch, das sagen die gleichen
Preise, seine Güter augenscheinlich mit dem gleichen Maasse, obwohl es
die Verankerung mit dem Golde abgestreift oder sogar noch nie besessen
hat. Wir folgern daraus, dass der Sinn der Werteinheit unberührt davon
bleibt, welche Art der metallischen Bindung wir ihr zu Grunde legen,
denn, ist die Entwicklung einmal über die erste Phase der gemeinsamen
Preis-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s123.png [S. 123]))!!bildung hinausgekommen,
dann bedeutet aus sich heraus, aus den natürlichen ökonomischen
Gründen für die Werteinheit, jedes Gut gleich viel wie das
Währungsgut; und ist das letztere nicht auch gleichzeitig das primär
angewandte, dann bedeutet es in der Proklamierung der neuen
Wertsetzung im Münzfuss überhaupt nur eine Umgestaltung seines
statischen Preises im erst entstandenen Preisgebäude. Die im
Aussenverkehr wurzelnde Bedeutung der Goldwährung wurde ja schon genau
untersucht und es erübrigt sich hier ein weiterer Verfolg. In den
gleichen Wechselkursen verschiedener Währungsländer, wenn wir den
konstruierten Fall beibehalten, erkennen wir die gesunde
Wirtschaftsführung. Gleichklang von Import und Export sind ein Beweis
der gleich gebliebenen durchschnittlichen Preishöhe, gleich wie auch
dessen, dass der Tausch inner- wie ausserwirtschaftlich in Reinheit
und ohne Störung durch wirtschaftliche oder geldpolitische Momente
sich abwickeln konnte; Der Tausch im Innenverkehr insofern, als die
Nominaleinkommen ihr genaues Gegenüber in den Genussgütern finden
konnten und so jeder als Einkommen sichtbare, einmal geleistet und von
der Wirtschaft akzeptierte Arbeitswert seine Auflösung im Konsumakt in
einem Güterpreise gleicher Dimension entgegenhielt. Im Aussenhandel
war eine Störung unmöglich, weil wir beim Wechselkurse 1:1 im
Güteraustausch gleicher nomineller Werte in den gleichen Preisen
jeweils auch nur gleiche Arbeitswertmengen zum Bewegen brachten. Die
Werteinheiten enthalten international gesehen gleiche
Arbeitswertmengen, ja soweit nicht internationale Monopole bestehen,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s124.png [S. 124]))!! können wir hier im
Austausch über die Grenzen sogar nur von Arbeitsmengen sprechen; hier
streben die Tausche nach der Reinheit des Wertes gemäss den Gesetzen
der reinen Oekonomie.
Also auch hier sehen wir wieder, dass gleich wie im einzelnen uns die
Werteinheit fundiert begegnet, ihre Wirkungen und Funktionen doch dann
immer die gleichen sein müssen und sein können, wenn sie nur gleiche
Arbeitswertmengen verkörpern und Rechenmittel einer Wirtschaft sind,
die mit dem ihren Haus zu halten weiss. Wir könnten diese Währung als
einen Schritt zur Weltwährung betrachten, die Werteinheit mit immer
gleichem ökonomischen Gehalt wäre die Weltwerteinheit, das Maass für
den Aufbau sämtlicher Weltmarktpreise und sämtlicher damit
vorkommenden Einkommensarten. Die Bindungen wären damit auf die
denkmöglichst weiteste Basis gestellt und die Bewusstseingrösse der
Werteinheit hätte in allen stofflichen Dingen der Welt das notwendige
reale Fundament. Goldwährung wäre der straffen Bindung halber, die in
den 1:1 Valuten kleine Ausschläge zu nivellieren weiss, wohl
erwünscht. Aber in der theoretischen Betrachtung der Werteinheit
bleibt sie bedeutungslos. Bei Reinheit der Preise ist der Wert des
Goldes im Goldwährungsland und sein Ausdruck in dessen Werteinheit
gleich dem Preis desselben im freiem Papierwährungsland. Solange alle
Staaten von wirtschaftlichen Nöten frei sind und sich nicht auf Kosten
der anderen zu bereichern wünschen, solange haben wir dann nur eine
Währung, können uns als e i n Land fühlen, die Grenzen verwischen mehr
und mehr,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s125.png [S. 125]))!! die Verrechnung wäre so
bedeutungslos, als ob sie überhaupt nicht wäre. In Zeiten der Not
aber, da wird der Trennungsstrich scharf gezogen und die Valuta wird
dann durch Schutzmauer der Länder, zum Umrechnungskoheffizienten
geänderter Preise und wacht darüber, dass die Tauschgesetze gleiche
Arbeitsmengen im internationalen Verkehr nicht ausser Uebung geraten,
roh ausgedrückt – wir sehen dabei wieder bewusst von anderen
Einwirkungen sekundärer Natur ab – finden wir die Gleichung:
Auslandspreis mal Valuta ist gleich Inlandspreis. Die Valuta lässt die
Preise bedeutungslos werden und setzt sie auf einen, gleiche
Arbeitswerte enthaltenden Nenner.
Nun fragen wir weiter, was bedeutet es für den Inhalt der Werteinheit
allgemein, wenn beispielsweise die stärksten Länder England und
Amerika den historischen Boden der Goldwährung verlassen würden und
ihre Werteinheiten als freie Papierwährungen proklamierten mit der
Kundgebung, dass der Wechselkurs Pfund Sterling und Dollar im gleichen
intervalutaren Wert untereinander wie auch zu den übrigen Valuten
belassen werden sollen. Es wird Metallisten geben, die da sagen, die
Lösung der Währungen vom Golde ist nur scheinbar, in Wirklichkeit wäre
das alte Preis- und Kursniveau beibehalten, und das Gold ist doch nach
wie vor, wenn auch unsichtbar, der Wertmesser geblieben. Diese
Erklärung würde aber sofort gezwungen erscheinen, wenn, was diesen
Ländern durchaus frei stünde, auch eine neue Währung dem Namen und
Inhalte nach zugleich mit der Loslösung vom Golde verbunden wäre.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s126.png [S. 126]))!! Den Gesichtspunkt wollen
wir aber fallen lassen und unseren ersten Fall wieder betrachten,
gleich konstatieren, dass das Wertmaass bei blossem Uebergang zur
Papierwährung tatsächlich auch nach unserer Meinung dasselbe geblieben
ist. Der ruhige, ungestörte Fortlauf der Wirtschaft, das
gleichbleibende Preis- und Einkommensniveau, kurz die Stabilität der
Wirtschaft sagt es uns. Die Arbeitswertmenge des Pfund Sterlings oder
Dollars, soweit sie Geld- und Einkommensform darstellen, ihr Gegenüber
in den Verbrauchsgütern haben, ist ihrem ökonomischen Werte nach
unverändert geblieben. Beachtung verdient dieser Vorgang nur insofern
diese beiden Währungen als die stärksten im Kreise der übrigen
Weltvaluten figurierten und diese alle zu jenen mächtigsten
hinstrebten und sich nach ihnen einstellten. Wir können ohne weiteres
annehmen, dass diese Uebung auch im weiteren Verlaufe würde
beibehalten werden, denn nicht der Goldschatz dieser Länder hat ihnen
die wirtschaftliche Führerstellung erobert, sondern ihre
wirtschaftliche Macht, und diese wird nichts nach einer belanglosen
Währungsänderung fragen und fortbestehen und damit auch die alte
Praxis Pfund Sterling oder Dollar als den Mittelpunkt der Valuten und
sie als absolut fest zu betrachten. Ebenso dürfen wir bei jenen
Wirtschaftsmächten die Einsicht voraussetzen, dass sie nicht ihr
Preisniveau, das Preisstandard der ganzen Welt ohne zwingende
Notwendigkeit zur Aenderung bringen werden. Das an Naturgütern so
reiche Amerika, England mit seinen die Welt umspannenden
Kolonialbesitz wären uns die beste
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s127.png [S. 127]))!! Legitimation für eine
ruhig ungestörte Fortentwicklung des internationalen Handels, auch
wenn jetzt in ihm das Gold als Vergleichs- und als Bindemittel in
Wegfall geriete. Die Valuten würden sich nach der festen
Weltmarktswährung einspielen, gleich als ob hinter dieser Währung
wörtlich ein reales Gut wie das Gold stünde, wir sagen wörtlich, denn
begrifflich wissen wir, steht eine Realität, die ganze Güterwelt, zur
Stützung hinter der Währung der Länder. Weltwerteinheit ist die
gleiche geblieben in dem wesentlichen Sinn wie sie es immer war,
nämlich in der engen Verknüpfung mit der realen Güterwelt, ausdrückbar
in einer Menge von Arbeitswert, deren Grösse uns umso sicherer und
bestimmter gegeben ist, je weiter das Netz der Relationen spannt, je
stärker Handel und Verkehr.
Als Ergebnis all dieser Betrachtung pflücken wir als reife Frucht die
Erkenntnis, dass, wenn wir die erste in der Vorzeit liegende
Entwicklung als Datum in unser System einreihen und das Stadium der
ersten Relation- und Preisbildung als überwunden hinnehmen, wir dann
jede Währungsform als gleichberechtigt neben die andere zu stellen
vermögen. Wenn wir uns aus praktischen Gründen für diese oder jene Art
entscheiden konnten, so wäre das eine Ueberlegung, die fern der
Theorie läge und ihr Ergebnis nicht zu beeinflussen vermag. Das
allerdings müssen wir zugestehen, dass wir ein reales Gut als
Grundlage benötigen, aber das nur dann, wenn wir gewissermaassen erst
vom Einzelindividium zur Gemeinschaft kommen wollen.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s128.png [S. 128]))!!
======Der ohne historische Erinnerung sich neu bildende Staat.======
Wenn wir die eben angeführte gedankliche Abstraktion eines solchen
Staatsgebildes untersuchen wollen, dann können wir dem nicht das
Papiergeld als technisches Mittel des Verkehrs in die Hand geben. Der
hätte tatsächlich in ihm kein Maass, nach dem er die Dinge der
Aussenwelt abstecken könnte. Hier müssen wir von einem bekannten,
realen Ding zu allem übrigen gelangen und in Teil oder Vielheit seines
realen Wertes die Ausdrücke für die Güterwelt finden. Das ist zu
bekannt, als dass wir es noch schildern müssten. Der Inhalt der
Werteinheit ist der gleiche, wie wir ihn später in jeder
Währungsreform erkannten, aber nur in dem einen praktisch nimmer
vorkommenden Fall müssen wir die Währung auf ein reales Gut gründen;
späterhin können wir immer von der Menge der Güter zurückgehend auf
den Inhalt und den ökonomischen Gehalt der Werteinheit erkennen, denn
gerade in der Menge der Güter, in der Vielheit der Einkommen gewinnt
der Begriff Werteinheit Form, Inhalt und Leben. Wäre das neue
Staatsgebilde etwa der sozialistische Zukunftsstaat, so könnten wir
Arbeit gleich Arbeit setzen, den Erfolg dargestellt im Gut liessen wir
unberücksichtigt und wir könnten als das Maass und den Ausdruck der
Werte einfach die angewandte Arbeitszeit in Ansatz bringen.
Arbeitsstunde beispielsweise wäre die Werteinheit und damit die
Struktur für Preise und Einkommen. Was wir in der modernen Wirtschaft
als Werteinheit erkannten, ist streng genommen eben dieser gleiche
Inhalt übertragen von der reinen auf die politische Oekonomie.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s129.png [S. 129]))!! 
Begrifflich wäre es denkbar, dass wir sogar in den Berufstätigkeiten
dem Werte nach eine Gliederung vornehmen würden. Wir könnten die
verschiedenen Arbeitsleistungen in Beziehung zu einander setzen,
könnten die Werteinheit auf irgendeine, die uns als am konstantesten
erscheint, beziehen und wir hätten damit auch die Möglichkeit der
Preis- und Einkommensbildung und -bindung. Die Wahrscheinlichkeit
dieser Fälle spielt keine Rolle; es ist uns nur wesentlich, dass auch
in allen nur gedanklich möglichen Fällen immer wieder je nach Stufe
der gesellschaftlichen Entwicklung, Arbeit der Zeit, der Menge und dem
Werte nach das Maass der Güter und als deren Ausdruck der ökonomische
Inhalt der Werteinheit sein muss.
======Der autarke Staat ohne internationale Beziehungen. ======
Es sei dies der letzte zu untersuchende Fall, der uns freilich nach
all dem Gesagten keine wesentlichen, neuen Gesichtspunkte bieten wird.
Er wäre gleich zu achten dem wirtschaftlich so starken Land, das seine
Valuta unverändert belassen kann. Die Bedürfnisse der Innenwirtschaft
können vollauf aus ihrer eigenen Erzeugung befriedigt werden. Eine
Valutafrage besteht für dieses autarke Staatsgebilde in keiner Weise.
In der Wahl seiner Währung, d.h. der Proklamierung seiner Werteinheit
hat es völlig freie Wahl, ja hier wird diese Ueberlegung zur blossen
Aeusserlichkeit und Nebensächlichkeit. Der Name autarke Staat bürgt
uns dafür, dass hier der Güteraustausch reibungslos sich vollzieht und
der wirtschaftliche Haushalt bilanziert. Unsere ganze Ueberlegung
müssen wir
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s130.png [S. 130]))!! bei ihm auf die
Einkommensbildung richten, dass diese im Einklang mit der
Genussgüterproduktion sich vollziehen. Nach welchem Maasse wir
aufbauen, ob es vom Staate gebundenes oder ob es ein historisch
entstandenes, in der Wirtschaft um uns lebendes und in den
überlieferten Preisen fixiertes Maass ist, bleibt ohne Belang; –
entscheidend ist nur der Gleichlauf. Und tritt eine Störung hierin
ein, so muss sie ihre Quelle in einem falschen Verteilungsprinzip
haben, denn Wirkungen von ausserhalb sich nicht gegeben. Wir kennen
keine Valuta und die Preishöhe an sich bleibt eben so wirkungs- und
bedeutungslos. Alle theoretische Ueberlegung gipfelt in der Verhütung
und Ueberwindung einer Inflation. Die Bindung der Werteinheit an ein
Gut ist Möglichkeit, solange wir ihrer nicht bedürfen, solange das
Gleichgewicht gewahrt ist, und die Bindung ist nimmer möglich, wenn
dieses gestört ist, und die Güterpreise aus den alten Relationen
herausfallen. Angebot und Nachfrage müssen sich bilanzieren. Ist
unbefriedigte Nachfrage darüber hinaus vorhanden, so wird
Preissteigerung Platz greifen, gleich ob die Werteinheit bis dahin
gebunden oder ungebunden war. Wir berühren hier die Frage der
Inflation, die aber einer besonderen Untersuchung vorbehalten sein
soll.
Wir wollen nur noch ausführen, dass wir die ganze Welt, als Einheit
betrachtet, als ein solches autarkes Gebilde ansprechen können, in dem
aus der Natur bedingten Gründen diese Autarkie nicht gesprengt werden
kann. Des weiteren ist damit bedingt, dass in ihr die Gesetze des
Tausches von gleichen Arbeitswerten
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s131.png [S. 131]))!! sich mit zwingender
Notwendigkeit durchsetzen müssen, solange den Einzelindividuen nicht
die physische Lebensmöglichkeit geraubt ist. Die Nationen sind hier
nur Zwischenstaaten, unter denen der reale Tausch die einzige
Güterbewegungsform bildet. Die Differenzierung zwischen wirklich
geleisteter Arbeitsmenge und erkanntem Arbeitswert besteht innerhalb
der Staatsgrenzen und ist durch gesellschaftliche Kategorien bedingt.
Im System der ganzen Welt aber herrscht das Gesetz des Tausches in der
Ureigenschaft gleicher, objektiver Werte.
Wir fragen nichts mehr nach Währungsform und Währungsmetall. Wir
erkennen die Bedeutungslosigkeit all dieser Fragen und sehen nur noch
auf das Gedankliche und auf das Güterwirtschaftliche. Alle Geldpolitik
scheint so in eine Frage der Technik einzumünden. Mit der Technik
verbinden wir nur irrtümlich den Geist, der über dem Geld als Stoff
steht und der die Wirtschaft zu laufen und zu kreisen antreibt, das
ist allein die menschliche Arbeitskraft.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s132.png [S. 132]))!! 
====V. Die stabile und unstabile Währung; Das Wesen der Inflation.====
Jede Wirtschaft muss ihrem wahren Wesen nach eigentlich eine stabile
sein, denn Wirtschaften als Zeitwort heisst für das Einzelindividuum
Einkommen und Verbrauch in Gleichklang bringen. Das will bedeuten in
der Periode der Naturalwirtschaft die Erzeugung der für das Leben des
Einzelnen oder der Familie notwendigen Bedarfsgüter, und auf weiterer
Stufe kommt hinzu noch ein gelegentlicher Tausch darüber hinaus. Wo
Erzeugung und Verbrauch von so kleinem Kreise, möglicherweise gar von
der Arbeit und dem Konsum ein und derselben Person getätigt wird, wo
Ort der Erzeugung und der des Verbrauchs Zusammenfallen, da erscheint
uns das Wirtschaften, wenn wir von der Art und Weise der
Bedarfsbefriedigung absehen, nur als der Ablauf eines sich immerfort
wiederholenden Naturgesetzes. Eine unstabile Währung kann nicht
existieren, wo nur ein Verzehren des selbst Erarbeiteten stattfindet
und anderes ist uns dort nicht erreichbar. Mit der modernen
Entwicklung, ganz besonders der der Arbeitsteilung, müssen wir unsere
Produkte nunmehr auf den Markt bringen, der an den Einzelpreisen die
letzten Korrekturen trifft und der uns die Güter anbietet,
gleichdimensionale Dinge, unter denen wir nach freier Wahl unsere
Bedürfnisse decken können. Der Marktmechanismus schuf das Geld im
Charakter des Tauschgutes als auch späterhin in dem des Tauschmittels.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s133.png [S. 133]))!! Die beiden ewig
kreisenden Pole der Wirtschaft, Erzeugung und Verbauch, sind nun weit
auseinander gerissen und doch sollen, wie im allerprimitivsten
Verhältnis beide in Parallelität gebracht werden, sollen durch das
Dazwischentreten des Marktes, des Konkurrenzkampfes, durch die immer
grösseren Ausmaasse der Gemeinschaften, durch die ganze Art der
Einkommenschichtung und -verteilung in Form von in Geld ausgedrückten
Nominaleinkommen, die Harmonie der gerechten Güteraufteilung auf Grund
des geleisteten Beitrages nicht gestört werden.
Im Verhältnis nach aussen tritt jedes wirtschaftliche Gebilde, das in
sich und im Zusammenwirken aller den Weg von Erzeugung zu Verbrauch
durchmisst, anderen gleich inhaltlichen Formen als eine selbständige,
den Werten nach sich selbst genügende und gleichwertige Grösse
entgegen. Damit ist nicht ausgedrückt, dass innerhalb der Gemeinschaft
der gerechte Güteraustausch und Einkommensbezug auf Grund des wirklich
realen Inhalts jeder Leistung garantiert wäre. In einer irgendwie
verbundenen Gruppe kann das Sozialprodukt bei Verausgabung aller
Einkommen wohl restlos aufgezehrt sein und die Wirtschaft als Einheit
genommen erscheint gesund und ausbilanziert; trotzdem kann damit in
der Art der Verteilung jeweils ungleiches zu gleichem werden. Denken
wir beispielsweise an einen selbständigen Haushalt mit Sklavenarbeit.
Deren Wahren Equivalent wäre meist die ganze Erzeugung; statt dessen
erhalten die Sklaven das physische Existenzminimum und der Rest ist
arbeitsloses Herreneinkommen. Wer aber wird
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s134.png [S. 134]))!! sagen, dieser Haushalt
sei nicht im Gleichgewicht? Nehmen wir den Mehrwert der
kapitalistischen Wirtschaft, der einer Klasse an ihrem wahren
Einkommen abgezogen wird und der anderen als "Kapitalprofit"
zuzuwachsen; Wir denken noch an Monopolgewinne, wo sie auftreten und
dennoch – das Gleichgewicht der Wirtschaft als ganzes braucht dadurch
nicht gestört zu werden. Wir können endlich wieder die ganze Welt als
e i n e Wirtschaft ansehen, in der die Nationen die Rolle der
Einzelindividuen spielen. Bilanziert dieses Weltwirtschaftsgebilde
nicht auch in dem Sinne, dass es sich selbst genügt und mit seinen
Mitteln haushält und sind nicht auch hier die einzelnen Mitglieder,
die abhängigen Kolonialländer wie dort durch gesellschaftliche, hier
durch machtpolitische Momente im wahren Einkommen auf Grund ihrer
wirklichen realen Leistung oftmals und möglicher Weise gekürzt, um dem
Mutterlande Kolonialgewinne zu ermöglichen.
Alle die erwähnten Fälle aber sind solche, wo es sich um eine
Verteilungsfrage handelt, immer aber eine Verteilungsfrage innerhalb
der gegebenen wirtschaftlichen Möglichkeiten nur auf Grund des
vorhandenen Vorrats, und da spielt der Grad, in dem gesellschaftliche
oder machtpolitische, vielleicht in langer historischer, immer aber in
organischer Entwicklung entstandende und in dem Wesen des modernen
Einkommensbezugs in Geldform wie in der Struktur der Wirtschaft
liegenden Momente die Reinheit der Oekonomik zu trüben vermögen, keine
Rolle. Ganz besonders ist die Schichtung der Einkommen auf Grund ihrer
Entlohnung in sich genau
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s135.png [S. 135]))!! ausgeschwungen, ist der
Eigenart und Besonderheit des Landes angepasst und somit als nichts
Willkürliches anzusehn. Ein einheitliches Geldwesen ist der sichtbare
Ausdruck des engen Verkettetseins vieler, zu einander sich gegenseitig
ergänzenden und bedingenden Wirtschaft und zeigt uns klar die Grenzen
dieser Wirtschaftseinheit auf. Die Länder, die Währungen unter sich,
kennen keine solidarische Haftung und müssen darum in sich selbst die
Lebensmöglichkeit zu finden wissen. Ist nun das Resultat unserer
Untersuchung nicht dies, dass jedes selbständige Land mit eigener
Währung als der Beweis der wirtschaftliche Einheit im Verhältnis nach
aussen immer stabil sein muss? D.h. hier, es muss sich selbst genügen
können und die Güterwerte für seinen Konsum selbst sich erarbeiten.
Die Valuta ist die Schutzmauer der Einzelländer vor Uebergriffen der
anderen. Eine wirtschaftliche Krise muss innerhalb der Währungsgrenze
zum Austrage kommen und kann nach aussen nur mittelbar über den
Weltmarkt, wie durch Absatzkrisen und dergl. auch für andere Nationen
fühlbar werden. Durch die Valuta werden die Störungen in einem Lande
auf ihren Wert begrenzt, aber gerade aus diesem Grunde muss sie den
anderen gegenüber schwankend sein. Der Stand der Valuta sagt uns darum
auch nichts über die Güte einer solchen, denn der Wechselkurs ist ja
nur der Umrechnungskohefizient zwischen verschiedenen gewählten
Wertmessgrössen;. Das Schwanken der Valuta sagt uns auch nichts
näheres über die Art der Störung, die wir im inneren Wirtschaftsleben
aufdecken müssen und nicht dort, wo sie wohl sinnfällig, aber erst in
sekundärer Folge
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s136.png [S. 136]))!! in die Erscheinung tritt.
Zu jeder Zeit, wir mögen gesunde oder gestörte Wirtschaftsverhältnisse
zu Grunde legen, müssen wir unseren Konsum mit gleichen Werten bezahlt
machen. Der normale Fall ist wohl der, dass wir die Menge selbst
erzeugen und dann aus diesem Vorrat heraus den Austausch der
überschüssigen Produkte gegen solche anderer Länder bewerkstelligen.
Gerät aber der zum Tausch benötigte Ueberschuss unserer Produkte in
Wegfall, und können oder wollen wir trotzdem auf die Einfuhr nicht
verzichten, so bleibt uns dadurch die Zahlung an das Ausland doch
nicht erspart. Wo wir keine Konsumgüter als Exportgrössen zur
Verfügung haben, da müssen wir Geld und als dieses doch wieder
Konsumgüter oder auch, wenn diese nicht zu erlangen oder durch
Ausfuhrverbote gesperrt sind, die Verfügung und Nutzniessung über
Kapitalwerte, d.h. in zurückliegenden Perioden ersparte und
hergestellte "Beschaffungsgüter" aus unserem
Nationalvermögen abtreten. Wir können also auch bis zu einem gewissen
Grade von vorgetaner Arbeit zehren und können unsere Gläubiger an
unseren Einkommen partizipieren lassen. Auf kurze Sicht gesehen, ist
es uns wohl möglich mehr zu verzehren, als wir erzeugen, aber das
Ausland wird uns nicht aus Menschenfreundlichkeit Geschenke
darbringen. Für den Wert unsere Einfuhr, einer Additionsgrösse aus den
statischen Preisen der Konsumgüter, geben wir, soweit unser Export
reicht, Gleichnamiges hin. Den fehlenden Wert darüber hinaus, den wir
mit Kapitalgütern zu decken haben, berechnen wir nicht nach dem
statischen Preis der Produktivmittel, sondern nach dem durch
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s137.png [S. 137]))!! Kapitalisierung zu
erlangenden, privatwirtschaftlichen Preis. Das scheinbare plus aber,
das wir hier erringen, insofern wir geringere Mengen verkörperter
Arbeit hingeben, um zur Bilanz zu kommen, wird wett gemacht eben durch
den damit verbundenen dauernden Einkommensverlust unserer Wirtschaft.
Wir sehen also, dass das, was wir unter unstabiler Währung verstehen,
wohl nach aussen sichtbar wird, aber nicht nach aussen wirken kann.
Wir sehen auch, dass wir die Umlagerung der wirklichen Einkommen auf
Grund des Bestehens von Klassen- oder Personalmonopol nicht als das
Kriterium jener unstabilen Währung deuten können. Was also ist Ursache
und Wirkung der unstabilen Währung, welche Regeln müssen wir befolgen,
um die stabile Währung uns zu erhalten? Wir werden sehen, dass diese
Betrachtung nicht aus dem Rahmen unserer Untersuchung fällt, und
ebenso werden sich neue Gesichtspunkte für die Erklärung der Inflation
ergeben.
Wir müssen zu diesem Behufe zurückgehen zu dem Zeitpunkte, da wir 1914
die Bahnen der Goldwährung verliessen, nicht um damit bewusst aus der
Weltwirtschaft auszuscheiden. Aber an Wirtschaft und Finanzen wurden
Forderungen gestellt dergestalt, dass wir nicht hoffen konnten, Preise
und Goldrelation unberührt zu belassen. Da zeugte es wohl von
richtiger theoretischer Erkenntnis, den Schnitt von den übrigen
Goldwährungsländern aus freiem Willen und Entschluss zu machen, denn
ein unbedingtes Haltenwollen des Münzparis hätte uns nur unseres
Goldes beraubt und wir hätten doch nicht gegen die Naturnotwendigkeit
der Loslösung
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s138.png [S. 138]))!! ankämpfen können. Unter
der Herrschaft der Goldwährung war die ganze Volkswirtschaft zu
intensiver Arbeitsleistung gezwungen aus eigenem Streben heraus und
gezwungen durch die gleich handelnden Nachbarländer. Die Zahl der
Beamten, der Angestellten, der freien Berufe, der Rentner, Berufe, die
scheinbar alle frei erwählbar sind, wurden in Menge im Verhältnis doch
diktiert von der Zahl der gütererstellenden Arbeiter und von der
Intensität ihrer Arbeitsleistung. Wir müssen die Berufsgliederung und
die Einkommensschichtung, die Art der Gütererzeugung ( wie z.B. die
Menge der Konsum- und die der Gütererzeugung ) als etwas in jedem
Lande durchaus spezifisches in langer Entwicklung entstandenes
Verhältnis auffassen, dann können wir Wirkung der Kriegsumlagerung
ermessen. Millionen von Produzenten ersten Grades wurden mit einem
Schlage ausschliessliche Konsumenten und nicht nur solche von
Genussgütern, darüber hinaus auch Konsumenten von Heeresbedarf wie
Munition, Uniform usw. Es konnten darum die in der Produktion
verbliebenen Kräfte nicht durchwegs in den Dienst der
Konsumgütererzeugung gestellt werden; vielmehr mussten Werkanlagen zum
Teil in kostspieliger Umstallung dem Heeresbedarfe nutzbar gemacht
werden. Dazu kam als weiteres, dass wir vom Auslande fast völlig
abgeschnitten waren und also doch die rein physisch notwendigen Güter
in unserem Lande gewinnen mussten. Die Kriegsindustrie musste
finanziert, das Millionenheer musste entlohnt werden, und zwar traten
alle diese neuen Anforderungen an den Staat mit zwingender Gewalt
heran und forderten dringend
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s139.png [S. 139]))!! raschen Entschluss. Wir
wissen es, dass der Staat aus eigener Kraft keine Mittel schaffen
kann, dass er die Posten für seine Ausgaben auf dem Wege über Steuern,
Zölle, Einnahmen aus Verwaltung, Bahn und Post usw. zu gewinnen suchen
muss, die Ausgaben des Staates sind also Unkostenfaktoren in der
Produktion und Opfer für jeden Beruf; in jedem Falle aber Abtretung
eines Anspruches auf den Gütervorrat der Nation. Im Kreislauf der
Wirtschaft wurde dargetan, wie alle Einkommen in Geld oder
geldgleicher Form aus der Genussgüterproduktion hervorgehen, wie sie
Bestandteile des Preises jener Produkte sind und wiederum die
Gesamteinkommen als Masse in der Gütermasse aufgehen, diese im Konsum
aufheben müssen. Das sagt soviel, dass das Nominaleinkommen gleich ist
dem Realeinkommen, ausgedrückt in der Preissumme. Jedes in der
Vorkriegswirtschaft und in jeder stabilen Wirtschaft in Erscheinung
getretene Einkommen und jeder Teil eines solchen hatte seine volle
Deckung und Gegenüber im Gütervorrat des Landes, jeder Markbetrag, der
zur letzten Konsumtion ( Beschaffung zum Zwecke der Weiterveräusserung
blieb wirtschaftlich irrelevant ) auf dem Markte kaufkräftig wurde,
hatte die wirtschaftliche Berechtigung dazu, ja die Güter warteten
geradezu auf sein Kommen und auf ihre Abnahme. Die im Gelde
verkörperte oder die im kaufkräftigen Einkommen, auch wenn es
abstrakter Natur wie das Girokonto ist, ruhende Werteinheit bedeutet
somit auch etwas durchaus reales, nämlich die Arbeitsleistung
angewandt auf ein Naturgut, die es zum Entstehen hat bringen lassen
und dann alle die gleichwertigen Güter 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s140.png [S. 140]))!! %%(math)die dafür
erhältlich sind. Wir sagten ja schon, dass die Einkommen mit einander
wohl in Beziehung stünden; wenn wir unser Einkommen in Gütern anlegen,
so mag uns im Vergleich dieser dafür erlangten Menge mit unserer
Leistung und im weiteren Vergleich mit der Konsummöglichkeit anderer
Berufe die Verhältnismässigkeit der Einkommen unter einander wohl
deutlich werden. Wenn Abweichungen in der Bewertung der Einkommen von
der wirklichen Leistung gegeben sind, dann liegen sie an der Quelle,
wo das Einkommen bezogen wird, und es ist dann gewissenmaassen eine
bewusste Tarifierung, es ist das Ergebnis der von gesellschaftlichen
Momenten beeinflussten Wirtschaftsordnung. Wenn wir aber die bezogenen
Einkommen ihrer Höhe nach aufteilen in Gütermengen mal Preis, so
erhalten wir die Zahl eins; d.h. soviel, als dass jedes Einkommen eine
reale Parallele im Gütervorrat besitzt und jeder, wenn auch nicht das
Equivalent seiner Leistung, sicher aber doch das Equivalent seines
Einkommens auf dem Markte erreichen kann. In der stabilen Währung muss
der ökonomische Inhalt der Werteinheit gleich sein, bezogen auf den
Arbeitswert jedes einzelnen Gutes, gemessen auch am Arbeitsaufwand
jeder einzelnen Tätigkeit, muss ferner gleich sein dem Extrakt aus der
ganzen Wirtschaft in der Form  \( {Realeinkommen \over
Nominaleinkommen} \) und bei reiner Goldwährung endlich gleich dem
Arbeitswerte, der der Einheit zu Grunde liegenden Goldmenge. Wo wir
auch das Maass anlegen, wir müssen immer die gleiche Grösse finden. %%
Wir wurden veranlasst zu dieser abweichenden Betrachtung,
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s141.png [S. 141]))!! als wir die Steuerpolitik
des Staates unter geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen ins Auge
fassten und die Bindungen nun bis zur letzten Konsequenz verfolgten.
Nun haben wir die Kriegsfinanzierung im Auge und sind dabei auf dem
Wege, dem Wesen der unstabilen Währung näher zu kommen. Der Staat
schuf Kaufkräfte, ohne die vorhandenen seiner Bürger vorhergehend zu
schwächen. Das ist der grosse Unterschied der vom Staate ausgegebenen
diskontierten Schatzwechsel von dem Kaufmannswechsel, dass der
Präsentant des letzteren mit dem Schein eine Quittung über eine
Leistung, und zwar eine von der Wirtschaft akzeptierte Leistung in
Händen hält, während der Staat mit seinem Wechsel nicht Banknoten,
sondern aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld, aber das mit gleicher
Wirkung in Verkehr bringt. Damit fand er eine neue Form der
Steuererhebung, denn auch dadurch mussten die Anteile der einzelnen
geschmälert werden. Es ist in der Wirkung gleichgültig, ob ich
freiwillig einem bestimmten Konsum entsage oder ob andere neben mir
nicht durch Vorleistung legitimierte Einkommen genau so wie die
rechtmässigen zu kaufen vermögen; nur die Methode ist brutaler, da sie
die einzelnen ohne Unterschied besteuert und eben darum nicht
jedermann im gleichen Maasse trifft. Vom Standpunkt des Staates
allerdings betrachtet, erweist sich diese Form als die denkbar
einfachste, denn er ist durch das ad hoc geschaffene Geld auch schon
im Besitze der Steuer. Er muss sie nicht eintreiben, sondern wir
müssen sie über uns ergehen lassen. Es sei gesagt, dass wir hier 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s142.png [S. 142]))!! %%(math)kritiklos diese
Entwicklung nur schildern wollen. Während wir in der stabilen
Wirtschaft ein gleichzeitiges und gleichnamiges Verlängern sowohl der
Einkommens als auch der Gütergrösse erkennen, sodass wir, wenn wir den
Preis als eine Indexzahl nehmen, sagen können: Preis ist gleich \(
{Realeinkommen \over Nominaleinkommen} \)  also \( {100 \over 10}{20
\over 2}{30 \over 3}{50 \over 5}\) und so immer die Preishöhe in
gleicher Lage ruhen bleibt erleben wir nun eine sich in
entgegengesetzter Richtung verändernde Reihe. Da Einkommen nur in
Konsumgütern Verwendung finden, dürfen wir die ungeheuren realen
Arbeitswerte der Kriegsindustrie nicht mit in Ansatz bringen und
unsere Gleichung schreitet mit zunehmender Entwicklung etwa so fort:
Preis ist gleich \( {100 \over -10}{ \over -}{20 \over 2}{ \over -}{30
\over 1}{ \over -}{50 \over 1}{100 \over ....}{1000 \over ....}\) Das
ist nicht so aufzufassen, als ob nun keinerlei Konsumgüter mehr
erzeugt worden wären und diese schliesslich bis auf 0 anlangten; es
soll damit vielmehr nur ausgedrückt sein, dass die Nominaleinkommen
stetig anschwollen, während die Gütermenge ständig die Tendenz zur
Verringerung aufwies. Periodisch gesehen, war es vielleicht
folgendermassen: \( {100 \over 10}\) dann \({200 \over 9}\) dann
\({300 \over 9}\) dann \({300 \over 8}\) usf. mit immerwährender
Vergrösserung des Zählers. Wir wollen ja aus diesen schematischen
Darstellungen weiter nichts gewinnen als eine Erklärung für die
Preissteigerung, die nicht, wie von metallistischer Seite wir hören
können, auf dem Misstrauen zum Papiergelde beruht und gar auf dem Wege
über die schlechtere Valutabewertung des Auslandes eben infolge des
Misstrauens zu unserem Gelde zur Wirkung gelangte und was dergleichen
sinnfällige Täuschungen der Kriegserscheinung mehr sind. Die
Preissteigerung hat vielmehr einen %%
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s143.png [S. 143]))!! ganz natürlichen
Hintergrund und es bedarf keines Misstrauens, auch nicht des rein
mechanisch quantitativen Einwirkens der Papiergeldmenge aus sich
selbst heraus auf die Preise, um Erklärungen für die Erscheinung zu
finden. Wir könnten analog unserer bisherigen Ausführungen
folgendermaassen erklären: Die alten Preise waren der Ausdruck einer
in den rechtmässigen Einkommen gegebenen Arbeitsleistung, nunmehr
treten Einkommen ohne solche Arbeitsleistung hinzu, und der
schliessliche Erfolg muss der sein, dass die Preise nominell steigen,
denn die Werteinheiten, die güterheischend am Markte erscheinen,
verkörpern nun in ihrer Mischung von rechtmässigem und unrechtmässigem
Einkommen zusammengenommen auch als einzelne Einheit einen geringeren
Arbeitswert und darum müssen mehr solche Einheiten für ein Gut gegeben
werden, d.h. die Preise müssen steigen. Es werden dadurch wieder alle
befriedigt, denn eine Unterscheidung der kaufkräftigen Werteinheiten
nach der Berechtigung ihrer Entstehung ist nicht möglich als auch
nicht statthaft. Weiterhin wesentlich ist noch der Umstand, dass die
Preissteigerung nicht alle gleichmässig betrifft, sondern abgestuft je
nach der Entfernung des Berufes vom Güterbesitz und der
Güterproduktion, etwa in der Reihenfolge Erzeuger, Händler, Agenten,
Makler, Arbeiter, Angestellte, Beamte und schliesslich Rentner, wobei
im einzelnen vorübergehende Verschiebungen natürlich durchaus möglich
sind. Im allgemeinen können wir sagen, dass eben die beweglichsten
Einkommen sich wiederum am schnellsten den wechselnden Verhältnissen
anpassen konnten. Jede Erhöhung des Unternehmergewinnes hat die
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s144.png [S. 144]))!! Tendenz die Löhne zu
erhöhen und das fort zu Angestellten und wieder weiter bis alle
Berufsgruppen erhöhtes Nominaleinkommen bezogen haben. Es ist wie wenn
durch einen Steinwurf die konzentrischen Ringe auf der Wasserfläche
sich mehr und mehr erweitern. Mit einem Preise hängen alle Preise
zusammen und ziehen sich gegenseitig gleich wie auch die Einkommen
nach. Zwar herrschte auf der Angebotsseite immer wieder das Streben
nach Preiserhöhung und Anpassung an den jeweiligen gerechtfertigten
Stand, auf den der Ausgleich zwischen Einkommen und Gütern gegeben
wäre, aber Inflationwelle auf Welle lässt den Ruhezustand nie
eintreten. Bei einer einmaligen Verrückung und nachheriger
automatischer Anpassung hätte die Werteinheit wohl wieder stabil sein
können; – ein immerwährendes und sich immer wiederholendes Verändern
bedingte den bekannten Zustand der dauernden Unstabilität. Allmählich
lässt sich Ursache und Wirkung nicht mehr als primär und sekundär
scheiden. In der immerwährenden Wechselwirkung zeigt sich die
vergebliche Jagd nach dem eigenen Schaffen. Die beiden Pole der
Wirtschaft, Einkommen und Preise, vordem durch die Goldwährung
gebunden, sind nun völlig frei und streiten sich um die Priorität.
Dass die Politik der Höchstpreise zusammenbrechen musste, ist uns
selbstverständlich und das ganz besonders, wenn diese nur auf
bestimmte Güterarten angewandt werden sollen. Die Erzeuger der
Höchstpreisgüter erhalten ihr Einkommen ja in Preisen ihres Produktes
abzüglich ihrer Unkosten. Da kann es praktisch vorkommen, dass die
Unkosten über den Produktpreis zu stehen kommen; in jedem Falle
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s145.png [S. 145]))!! aber muss sich das
fragliche Einkommen auflehnen gegen die übrigen, die ringsherum sich
frei entfalten. Es wird gleichartige Arbeit nach verschiedenem Maasse
gewertet und gerade das Bestehen und Anwenden des gleichen Maasstabs
derart, dass die Erzeuger gleicher Arbeitswerte gleiches Einkommen
beziehen, das ist das Kriterium der gesunden Wirtschaft.
Wenn wir nun, wie vordem bei der stabilen Wirtschaft die gedankliche
Division des Nominaleinkomens in die Gesamtpreishöhe der Konsumgüter
vornehmen, so ergibt sich nimmer die Zahl eins. Darüber oder darunter
bietet sie den Anreiz zu Preis- oder Einkommenserhöhung. Jede
Einkommenserhöhung ohne erhöhte Leistung ist als Versuch zu bewerten,
Gütermengen, die einem bestimmten Stande zufliessen sollen, sich
selbst anzueignen. Dieses Bestreben wurde zur dauernden Uebung ohne
dass die teils sich dadurch selbst schädigenden Parteien die
tatsächliche Wirkung gewahr wurden. Jede Kalkulation als Preis- und
Einkommensgrundlage erfuhr im Laufe des Herstellungsprozesses so
vielfache Verschiebungen, dass wir darin auch mit den verschiedensten
Wertgrössen rechneten. Der so entstandene Preis war ein Mittelpreis
einer gewissen Zeitspanne, ebenso die dafür erstatteten Einkommen. Gut
und Einkommen gelangen nicht gleichzeitig auf den Markt, zudem stand
es von papiernen Gesetzen abgesehen frei, die Güterpreise von der
vorhergehenden nominellen Kalkulation zu lösen und darum finden auch
die Grössen, die sich negieren sollen, sich als gleichnamig nicht vor.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s146.png [S. 146]))!! Die stabile Währung hat
aufgehört in jedem Augenblick, wo das Gleichgewicht des ersten
Güteraustausches gestört wurde und weiter fortwirkt. Da also, wo
Werteinheiten, die auf der Einkommenseite wirksam wurden, auf der
Güterseite kein Gegenüber hatten und durch damit bedingten,
notwendigen Preissteigerungen anderen berechtigten Gläubigern der
Wirtschaft ihre Ansprüche schmälerten. Hier wurde das in Preisen und
Einkommen angewandte einheitliche Maass, für das die Werteinheit in
Geldform nur das Bewegungsmittel war, weil es eben als
Nominaleinkommen der Produktion auf dem Fusse folgte, ausser Kurs
gesetzt. Die Werteinheit stand nur als Gedanke zwischen den Preisen
und Einkommen und schien wert, weil sie hier und dort auf ein
wirkliches reales Gut projeziert werden kann und sich hier und dort
auf einen gleich dimensionalen Wert, auf eine Arbeitsleistung oder,
was das gleiche ist, auf den verkörperten Arbeitswert stützen kann und
zwar, was wesentlich ist, in jedem Falle und nach jeder Seite auf
einen in der Grösse immer gleichen Wert. Durch neu geschaffenes
Einkommen ist die Werteinheit entthront worden und ihren Wert können
wir jetzt im immerwährend Auf und Ab der Gegenseite, im Wechsel von
Angebot und Nachfrage uns nicht mehr verdeutlichen;- wir können ihn
auf nichts mehr beziehen. Darum können wir auch nicht mehr am Gelde
schätzen, können ihm Warencharakter nicht zuerkennen und ebenso auch
nicht die Funktion des Wertmessers.
Wenn wir unter Währung einen Masswert uns vorstellen, so können wir
bei unstabiler Wirtschaft das Bestehen einer Währung
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s147.png [S. 147]))!! überhaupt verneinen. Die
Güter- und Dienstleistungen in der Wirtschaft wurden infolge des nie
zur Ruhe Kommens dadurch auch immer nur in den verschiedensten
Währungen ausgedrückt; d.h. der immer gleich genannten Werteinheit
wurde stets ein anderer ökonomischer Inhalt imputiert. Die Mark von
gestern war etwas grundsätzlich anderes wie die von heute und jeder
dazwischen liegenden Stunde. Was unserer Währung fehlte, um als solche
angesprochen zu werden, war das Fehlen des rekurrenten Anschlusses an
die Währung von gestern zur Umrechnung auf die neue und auf die
einheitliche Einheit. Bei einer aus freien Stücken gewählten
Währungsänderung muss das Preisnivenau sich ebenfalls umstellen, aber
diese Umrechnung erfolgt in einem Zuge, und es bestehen dann die
gleichen Relationen auf anderer Grundlage doch genau wie vordem. Bei
unserer immerwährenden, nie zur Ruhe gelangenden Umrechnung waren
Deklassierung, Krisen und Klassenkämpfe die notwendigen Folgen. Wenn
die Inflation sich darin erschöpft hätte wirtschaftlich
ungerechtfertigte, nicht durch Vorleistung erworbene Kaufkraft erzeugt
zu haben, so wäre diese Wirkung allein, wenn sie jedermann
gleichmässig und unentrinnbar getroffen hätte, eine notwendige
Erscheinung gewesen. Die schlimmste Wirkung aber brachte sie uns in
der Verschiebung der Einkommen.
Dass auch der Stand der Valuta in diesem Zusammenhange nichts
wesentliches bedeutet, ist uns wohl klar geworden. Wir haben es hier
mit einer durchaus innerwirtschaftlichen Erschei-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s148.png [S. 148]))!!nung zu tun und die Valuta
lässt nur das Chaos der Wirtschaft in besonders grellem Lichte
erscheinen. Ebenso wenig dürfen wir glauben, fehlende Werte vom
Ausland gestellt zu erhalten. Die ganze Wirkung muss sich im Lande
selbst kundtun. In erster Linie umgewälzt wurde alles, was mit einer
Forderung oder Schuld in irgendeiner Form zusammen hing. Was das
Einkommen anlangt, so sagten wir davon bei der stabilen Währung, dass
wir mit ihm gleichzeitig im Besitze des Equivalents hiezu sind und
eine Auswahl gleicher Werte auf dem Markte uns zur Verfügung steht.
Bei der gestörten Wirtschaft ist das Einkommen schon einmal in der
Spanne, in der es dem einzelnen zur Verfügung gelangt, nur mehr oder
weniger dasjenige einer Währung niedrigeren und verschiedensten
Wertes; nämlich eines solchen, der auf dem Gütermarkte bereits in der
Vergangenheit in Anwendung gebracht wurde. Dagegen könnte es
möglicherweise auch ein Einkommen sein mit einer
Wertmaass-Zugrundelegung, die auf dem Gütermarkte erst späterhin Regel
wird; – auf der einen Seite also ein Einkommen, das nicht annähernd
das Equivalent der Arbeitsleistung und – das ist wesentlich – auch
nicht das des Einkommens am Tage der Leistung und auch nicht an dem
des Bezuges darstellt, auf der anderen Seite wieder ein solches, das
sofort ausgegeben, den Käufer in den Besitz grösserer Gütermengen
setzt, als er an Werten der Wirtschaft beigesteuert hat oder bei
Vorauszahlung nach leisten wird. Die meisten wirtschaftlichen Fragen
waren nicht mehr solche der Ueberlegung und die einer Kalkulation,
sondern Machfragen der Berufsorganisationen.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s149.png [S. 149]))!! Betrachten wir auf der
anderen Seite die Händler auf dem Markte. Befolgten sie wirklich die
Gesetze der Behörden betreff Preisfixierung, dann gäben sie gegen die
Werteinheiten in Geldform in ihren Waren kein Equivalent gleichen
Wertes hin, sondern ein Vielfaches davon. Dieser wirkliche Verlust
bedeutet wieder Gewinn für den Konsumenten. Ebenso stand es mit der
Stundung von Schulden im Verkaufe auf Kredit. Je nach der den
Verhältnissen Rechnung tragenden und sie erkennenden Einstellung
konnten auch hier wiederum private Gewinne oder Verluste eine
Folgeerscheinung der Inflation sein. Der Fabrikant konnte auf der
einen Seite im Export Valutagewinne erzielen, die im Innenhandel
möglicherweise vergrössert, möglicherweise aber auch vielleicht gar
aufgezehrt werden konnten. Wir denken daran, dass andere Berufsarten,
besonders die freien Berufe, wie Künstler, Schriftsteller usw. fast
völlig einkommenslos wurden, dass die Höhe der Entlohnung nicht mehr
das Equivalent der Qualität der Arbeit bedeutet, dass ungelernte
Arbeit nahezu gleich gesetzt wurde mit individuellster, künstlerischer
Handarbeit. Mit der Verschiebung der Einkommen ging auch die
Verschiebung der Berufe Hand in Hand. Ganz neue Existenzen machten
sich breit, ein Heer von Zwischenhändlern, Agenten und Kommissionären,
die ihr Einkommen lediglich in der Ausnützung von Preisspannungen
bezogen. Wir erlebten die Vergrösserung der Beamtenapparate die
Schaffung bisher unbekannter Aemter; – es war im ganzen ein Abwandern
von der unmittelbar produktiven Tätigkeit.
Wir wissen von den Börsenspekulationen, der Möglichkeit
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s150.png [S. 150]))!! der Geldbeschaffung auf
den Wechsel hin, von Spekulationen à la hausse auf weite Sicht. Nicht
vergessen wollen wir die mögliche Ausnutzung der verschiedenen
Kurssetzungen auf den Weltmarktplätzen. Ueberlegen wir auch, dass das,
was wir mehr verzehrten, als wir erzeugten, Gewinn bedeutet für die
Konsumenten und Verlust sein muss für die Besitzer der Kapitalgüter,
mit denen der Ausgleich hat bewerkstelligt werden müssen.
Ueberall sehen wir, wie die Inflation alle Fesseln sprengte, wie sie
die Einkommen revolutionieren liess, vor allem deshalb, weil sie in
der Neuschaffung von solchen kein einheitliches Arbeitswertmaass mehr
anwenden liess, weil sie die Bindung zwischen Einkommen und Preisen
zerstörte. Was in langer Entwicklung gewachsen war, was das Fundament
eines Staates, was die Struktur der Gesellschaft bedeutet, das wurde
durcheinander geschüttelt und kann nur schwer zur Ruhelage kommen.
Dass die ganze Entwicklung nur möglich war in einer so viel und weit
verzweigten modernen arbeitsteiligen Wirtschaft wissen wir. Im Lande
mit realem Austausch liegen Produktion und Verbrauch zu nahe beisammen
und sind zu eng gebunden, als dass wir den Versuch machen könnten,
Opfer von uns auf andere abzuwälzen und umgekehrt von anderer Leute
Arbeit zu schmarotzen. Wir dürfen aber deswegen wohl kaum dem Gelde
als einer Erscheinungsform der modernen Wirtschaft die Schuld an ihrem
Chaos zuschreiben und auch nicht dem Papiergelde als der notwendigen
und der einzig möglichen Form der wirtschaftlich ungesunden
Entwicklung.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s151.png [S. 151]))!! Dass wir in der modernen
Wirtschaft die Opfer, die wir notwendig bringen mussten, nicht gleich
als solche für den einzelnen verspürten und nicht verspüren wollten,
dass uns die Scheinmöglichkeit belassen wurde, sie auf andere
abzuwälzen, ohne dass die Volkswirtschaft als ganzes Schaden nehme,
dass liess den Kampf und die Verschiebung der Einkommen Folge werden.
Wir erkennen also, nicht die Preissteigerung, auch nicht der Stand der
Valuta ist das Entscheidende und Schädigende der Inflation und beides
ist kein Gradmesser, sowohl nicht unseres Wohlergehens, als unseres
Elends. Beides könnte die Wirtschaft wohl ertragen ohne nennenswerte
Störung. Das tief greifende und schwer zu heilende Uebel der
Inflation, das ist die Verschiebung der Einkommen, entstanden durch
die verschiedenartige Bewertung der Leistung als der realen Güter und
notwendig bedingt durch ständig neu geschaffene Einkommenswellen, die
jegliches Ausgleichsbestreben von neuem überfluteten und jegliches
Vergleichsmaass uns raubten. Das Vergleichsmaass Arbeit war im
Nominaleinkommen nicht mehr heraus zu lesen, weil es die Beziehung zu
den Preisen und den durch Arbeitsaufwand erzeugten Gütern verloren
hatte.
Das Charakteristikum der stabilen Währung ist Parallelität in der
Entstehung und die Kongruenz der beiden Wirtschaftspole, Einkommen und
Preise, aufgebaut auf Arbeitswertgrössen, in nur jeweils anderer
Zusammenfügung; das restlose Aufgehen der Werte beim Gütertausch. Das
Merkmal der unstabilen Währung bedeutet das Brechen dieser Grundsätze
und damit das Zerstören des doppelt gebundenen Maasses der Arbeit. Der
Boden, auf dem die unstabile
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s152.png [S. 152]))!! Währung Raum hat, ist die
wirtschaftliche Not; die Inflation war gewissermassen nur ein mit
Notwendigkeit ausbrechendes Mittel, sie uns fühlbar werden zu lassen,
und sie hatte im Gefolge die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Schädigung, wie wir sie bei unserer Betrachtung kennen lernten.
Haben wir mit diesem letzten Abschnitt anscheinend den Boden der
Theorie verlassen und unser Augenmerk auf eine tatsächliche und
praktische Erscheinung gerichtet, so geschah es, um die Wahrheit der
vorher entwickelten Sätze hier zu erhärten. Wir stellten diese
Betrachtung an den Schluss, weil wir sie für den Aufbau unserer
Gedanken nicht benötigten, weil wir nicht rückwärts von den Tatsachen
ableiten, sondern diese auf eine theoretische Meinung projezieren.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s153.png [S. 153]))!!
====VI. Schlussbetrachtung.==
Rückblicken wir noch einmal den ganzen Weg unserer Untersuchung und
vergegenwärtigen wir uns die gewonnenen Resultate all der
detaillierten Betrachtungen, so gelangen wir aus all dem zu der
Erkenntnis, dass, solange wir Geldpolitik im Auge haben und nur die
oder jene Währungsreform, wir kaum über eine historische Beschreibung
hinaus kommen werden. Wenn wir streiten über Metallismus oder
Nominalismus, so wollen wir doch nicht vergessen, dass diese Namen
eben nur Währungs f o r m e n sein sollen, und wir wissen nicht
einmal, in welch' hohem Maasse sie durch die äusseren Bedingtheiten
der Wirtschaftsordnung der Gesellschaft der Technik und der
Entwicklung jeweils bedingt sind. Ist es nicht nur möglich, sondern
sogar wahrscheinlich, dass irgendeine kommende Zeit unser heutiges
Geld mit den gleichen Augen betrachtet, wie wir heute dasjenige alter,
primitiver Völker, die Muscheln, Salz, Felle oder dergl. als solches
verwandten? Müssen wir nicht, wenn wir den Naturaltausch, wenn wir das
allein herrschende, vollwertige Metallgeld, wenn wir das reine
Papiergeld untersuchen, müssen wir da nicht uns in die Zeit heinein
stellen, aus der wir die zu betrachtende Geldform entnehmen und
sollten wir da nicht erkennen, dass hier eine dauernde Fortentwicklung
notwendig dauernd neue Formen des Geldes schaffen muss? Können wir
unsere heutige Wirtschaft und ihren Kreislauf
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s154.png [S. 154]))!! begreifen wollen, ohne
eine lange vorhergehende [ergänzt: unleserlich ....] Entwicklung? Und
wenn wir diese zu ihrem Begriffe für [ergänzt: unleserlich ....]
ansehen, müssen wir dann sie nicht auch dem Gelde zugestehen? Das ist
ja wohl ohne weiteres deutlich, dass das Geld die Wirtschaft in jeder
Entwicklung, sie sei wie immer sie will, begleitet als ihr treuester
Diener, aber nicht als ihr Herr. Das ist wohl das Wesentliche, was
heute die Lehrmeinungen scheidet, dass die einen glauben, was ehedem
einmal wirksam war, das müssen wir auch heute anerkennen und muss uns
unverändert Regel sein; – das sind die strengen Metallisten, die einen
Stoffwert des Geldes verlangen. Ihnen gegenüber die anderen, die da
sagen: Was in der Historie zurücklag, ist in unsere Wirtschaft
übergegangen, die ja alle diese Phasen durchmaass, und wie ihre
Entwicklung, so auch mit ihr die des Geldes. Wenn, um vom
Einzelindividuum zur Gemeinschaft, um vom Einzeltausch, vom Zufälligen
zur Wirtschaft und zum Marktmässigen zu gelangen, ehedem ein reales
Gut nötig war, so ist, das zu beschreiben, Angelegenheit der
Entwicklungsgeschichte und es ist dadurch noch keineswegs bewiesen,
dass wir auch heute noch im Gelde eines solchen realen Gutes bedürfen.
Alle weiteren Ausführungen sind uns ja bekannt.
Wenn wir die heutige Wirtschaft zu Grunde legen und wenn unsere
Betrachtung dabei überhaupt Sinn haben soll, dann müssen wir sie über
das chartale Geld hinaus ausdehnen, denn dieses ist nur Bestandteil
eines übergeordneten Sammelbegriffs, das kaufkräftigen und –
berechtigten Einkommens oder wir müssen unter Geld
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s155.png [S. 155]))!! schlechthin als Technik
verstehen, die dessen Bestandteile mobil macht. Das ganze Problem ist
doch in jeder Wirtschaft, – das ist unverrückbar – roh ausgedrückt
dieses: die von einer Gruppe erzeugten Güter nach irgendeinem
Schlüssel wieder unter sie zu verteilen; in unserem Falle, die in
arbeitsteiliger Produktion erstellten Waren gemäss den Prinzipien der
kapitalistischen Wirtschaft als ganzes unter die Einzelglieder
aufzuteilen. Das Geld ist das Instrument der Distribution. Wo eine
Verteilung notwendig wird, gleich in welcher Wirtschaftsordnung das
wäre, da muss Geld in diesem Sinne, und wäre es nur ein blosses
Abrechnungsverfahren in Funktion treten. Erscheint es nicht sinnlos,
über den Stoff des Geldes zu streiten da, wo es in dem, dem
Sprachgebrauch nach angewandten Sinne des chartalen Geldes nur eine
Untergruppe des wirklich wirksamen, weit reichenden gedanklichen
"Geldes" bedeutet? Und doch, auch wenn wir dieses grosse
"Geld" in eine einzige Bewegungsform zusammenfassen könnten,
auch dann wäre wohl der Stoff nicht von so weittragender Bedeutung. Im
Gelde aber lebt die Idee der Werteinheit, es lautet auf solche und da
ist nun wieder die Frage: Wenn schon der Stoff des Geldes nicht
entscheidend und unterscheidend sein soll, wie aber soll denn die
Werteinheit definiert werden; welches ist ihr Wert und mit ihr der des
auf ihre Einheiten gestellten Geldes? Wenn die verschiedensten
Währungen nebeneinander bestehen können, – hier haben wir reinen
Metallismus und ausschliessliches Stoffgeld, dort huldigen wir dem
Nominalismus und kennen nur Papier – wenn diese
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s156.png [S. 156]))!! beide in sich durchaus
stabil sind und stets das gleiche Verhältnis ( gleiche Wechselkurse )
zu einander aufweisen; ja wir könnten sogar ihre Wirtschaft als
kongruent hinstellen, soll da wirklich in jedem einzelnen Falle die
Werteinheit etwas grundsätzlich verschiedenes darstellen und, wenn das
der Fall wäre, könnte dann die Werteinheit überhaupt noch etwas
wesentliches bedeuten?
Es lautet nicht nur das Geld auf Werteinheiten, sondern das ist
Merkmal aller Dinge um uns, und nichts ist, was nicht in solchen
ausdrückbar und durch sie vergleichbar wäre. Fügen wir dazu noch, was
wir als Aufgabe des Geldes erkannt haben, die Güterdistribution
durchzuführen, so kann uns nichts mehr den wahren Inhalt der
Werteinheit verschleiern. Die Grundlage jeder Wirtschaft und jeder
Konsummöglichkeit ist die vorher getätigte Arbeit; sie allein kann uns
den toten Stoff der Natur in bedürfnisbefriedigende Güter umwandeln.
All diess insgesamt, die Art der Produktion ist nebensächlich, sofern
nur ein Zusammenarbeiten stattfand, unter die Erzeuger aufzuteilen,
das ist Sache des Geldes. Die Güter unter sich, das geht daraus
hervor, sind nur Verkörperung eines gewissen Arbeitsaufwandes und nur
diese Menge allein bildet gegenseitiges Unterscheidungsmerkmal. Sollen
wir uns täuschen lassen dadurch, dass die Güter Preise haben, die uns
nicht ohne weiteres den Zusammenhang mit menschlicher Arbeit auch
gleich äusserlich erkennen lassen? Ist nicht das, was wir eben sagten,
so primär, so unumstösslich fest, dass wir die Preise, die nur durch
Zahl unterschiedenen Einheiten, dann eben auch nur als Ausdrücke einer
gewissen Arbeits-
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s157.png [S. 157]))!!menge begreifen müssen?
Kann uns in diesem Falle eine historische Tatsache, wie es der Preise
und die in ihm wirksame Werteinheit ist, dazu verführen, das
Ursprünglichste nimmer zu erkennen. Wir bekümmern uns jetzt nicht
darum, wie diese Einheit entstanden ist, welche Grösse sie verkörpert;
wir begreifen nur, dass, wenn Güter auf solche Einheiten lauten und
wenn die Zahl dieser Einheiten das Unterscheidungsmerkmal jener
untereinander bedeuten, dann muss jede solche Einheit wenigstens
gedanklich eine bestimmte Menge Arbeit vorstellen. Um weiter, wenn wir
den Stoff unserer angewandten Arbeit nimmer in Händen, vielmehr ihn
hingegeben haben für eine gesellschaftlich garantierte Bescheinigung,
für die wir dann wieder das gleiche Gut oder andere solche gleicher
vergegenständlichter Arbeit erlangen können; ist es nicht
selbstverständlich, dass die Bescheinigung gleichnamig sein muss mit
den Gütern, muss sie nicht auf solche Einheiten lauten, in ihnen eben
jene gleiche Menge Arbeit versinnbildlichen? Das letztere ist eine
abgeleitete Erscheinung und logische Folge der unumstösslichen ewig
bestehenden Tatsache, dass die Arbeit allein das Maass des Wertes
bedeutet. Eine Geldpolitik, dem gegenüber eine moderne Erscheinung,
sie mag im Laufe der Zeiten und der Entwicklung sich wandeln noch
weiter, als unsere Phantasie sich träumen lässt; nimmermehr wird sie,
solange es ihrer Aufgabe obliegt, Güter zur Verteilung bringen, diese
nach einem anderen Modus in Bewegung setzen und sie anders
differenzieren können als nach dem Maasse der in ihnen
vergegenständlichten Arbeit.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s158.png [S. 158]))!! Wenn wir nicht die
Arbeits m e n g e als Einheit der Güter, der Einkommen und damit auch
des Geldes in Anwendung brachten, sondern diese Menge noch verknüpften
mit dem W e r t e der Arbeit, so bedeutet das nur einen
Korrekturposten, den einzusetzen uns die kapitalistische Wirtschaft
zwingt, beruhend auf der Verschiebung der Einkommensarten
untereinander. Die Güter selbst werden sich in ihrem wirklichen
Arbeitswerte nicht zu sehr und nur selten entfernen können, die
Nominaleinkommen dagegen, die in der reinen Oekonomie auch im
einzelnen die genauen Gegengrössen zum einzelnen Arbeitsaufwand
darstellen, sind in der kapitalistischen Wirtschaft auf Grund eines
gesellschaftlichen Monopols zu Gunsten der Kapitalbesitzer verkürzt.
Darum erkannten wir auch in der Definition auf Arbeits w e r t menge
und verstehen dabei unter Wert eigentlich nur die falsche Wertung
einer gewissen Wirtschaftsordnung. Es bedeutet einen Schönheitsfehler
dieser Aera, der mit Ueberwindung derselben wenigstens in diese Form
in Wegfall geraten würde. Alles Streben drängt zur reinen Oekonomie.
Betrachten wir nun noch zuletzt die intervalutaren Verhältnisse und
was sie uns zu sagen wissen. Namen sind Schall und Rauch; auch andere
Namen von Werteinheiten geben uns doch keine neuen Inhalte. Auch hier
wie überall walten diese besagten gleichen Gesetze und auch von Land
zu Land ist keine andere Bewegung der Güter möglich, kein anderes
Vergleichsmaass gegeben, als die menschliche Arbeit. Was innerhalb der
Staatsgrenzen die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung erreicht, die
Störung des reinen 
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s159.png [S. 159]))!! Tausches, dass muss im
Verhältnis der Länder zu einander ihre Macht besorgen.
Handelsverträge, einseitige? Meistbegünstigungs-? klauseln,
Ausfuhrabgaben usw., das alles sind als ?dahin zielende? Versuche zu
bewerten. Der Idealzustand freilich ist auch hier der der politischen
und wirtschaftlichen Freiheit der Länder wie im nationalen Verband der
der wirklichen Freiheit und Unabhängigkeit des Einzelindividuums. Wenn
das Tatsache ist, wenn die Tausche inner- und ausserwirtschaftlich in
Reinheit sich vollziehen können, dann können wir die alles
umspannende, die Einzelund die Weltwirtschaft verbindende Einheit
einfach als eine Arbeitsmenge schlechthin definieren; als e i n e,
sagen wir, denn wir rechnen tatsächlich innerhalb der ganzen Welt mit
einer durch die Valuten verbundenen und auf den gleichen Nenner, auf
die gleiche Grösse gesetzten Einheit, mit dem Maass der von jeder
Nationalität unabhängigen menschlichen Arbeit.
!!((https://eony.org/WesenUndInhaltDerWerteinheit/SCAN/file?get=wesenu
ndinhaltderwerteinheit_s160_quellenangabe.png [Quellen]))!! __Q u e l
l e n a n g a b e :__
__Friedrich B e n d i x e n :__ 
"Währungspolitik und Geldtheorie im Lichte des Weltkriegs"
[ergänzt [[^ online verfügbar unter
((https://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV014229201))]]] 
"Geld und Kapital" [ergänzt [[^ online verfügbar unter
https://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV006452623]]]
"Das Wesen des Geldes" [ergänzt [[^ online verfügbar unter
https://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV008466335]]]
__Dr. A. H a h n :__ 
"Volkswirtschaftliche Theorie des Bankkredits" [ergänzt [[^
online bestellbar unter: https://d-nb.info/362494967]]]
__Dr. Otto H e y n :__ 
"Zur Valutafrage" [ergänzt [[^ online bestellbar unter
https://d-nb.info/57325883X]]]
__Dr. Friedrich K n a p p  :__ 
"Staatliche Theorie des Geldes" [ergänzt [[^ online
verfügbar unter
((https://archive.org/details/staatlichetheori00knap_0/page/n1/mode/2u
p)) ]]]
__Franz Oppenheimer :__
"System der Soziologie" [ergänzt [[^ online verfügbar unter
((https://archive.org/details/in.ernet.dli.2015.90195/mode/2up))]]]
"Wert und Kapitalprofit" [ergänzt [[^ online verfügbar unter
((https://archive.org/details/wertundkapitalpr00oppe))]]]
__David R i c a r d o :__
"Grundsätze der Volkswirtschaft und Besteuerung" [ergänzt
[[^ online bestellbar unter https://d-nb.info/1208715291/34]]]
__Friedrich S c h m i d t  :__
"Der nationale Zahlungsverkehr" [ergänzt [[^ online
verfügbar unter
((https://archive.org/details/derzahlungsverk00schmgoog))]]]
"Der interationale Zahlungsverkehr" [ergänzt [[^ online
verfügbar unter
((https://archive.org/details/derzahlungsverke02schm/mode/2up))]]]
__Joseph S c h u m p e t e r :__
"Sozialprodukt und die Rechenpfenninge" [ergänzt [[^ online
verfügbar unter
((https://archive.org/details/archiv-fur-sozialwissenschaft-und-sozial
politik-44/page/626/mode/2up))]]]
__Adam S m i t h :__
"Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des
Volkswohlstandes" [ergänzt [[^ online verfügbar unter
((https://archive.org/details/untersuchungbe1v2smit))]]]