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Corona Transition

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Belarus: Ein unbekanntes Land des Friedens

Wer anderen in Deutschland sagt, dass er nach Belarus fahren will, erntet mindestens Verwunderung. Dafür sorgt nicht nur die weitverbreitete Unkenntnis über das Land. Dazu trägt ebenfalls die massenmediale Einseitigkeit in den Berichten über das Land zwischen Polen und Russland bei.

Die laufen alle unter dem Stichwort «Diktatur». Wer sich in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender über Belarus informieren will, findet dort derzeit nichts anderes. Das führt dann dazu, dass diejenigen, die dennoch hinfahren, besorgt gefragt werden, ob das nicht gefährlich sei.

Das wird auch ganz regierungsoffiziell befeuert. So heißt es beim bundesdeutschen Auswärtigen Amt in der «Reisewarnung» zu Belarus: «Verhaftungen und Verurteilungen können jederzeit, auch aufgrund konstruierter Vorwände, erfolgen. Sie können als politisches Druckmittel dienen; lange Haftstrafen unter harten Bedingungen sind möglich, bei schwerwiegenderen Vorwürfen (darunter ‹Sabotage gegen den Staat› oder ‹Terrorismus›) auch die Verhängung der Todesstrafe.»

So gefährlich soll es in der angeblichen Diktatur von Langzeit-Präsident Alexander Lukaschenko sein. Und viele in Deutschland glauben das, wenn es doch Regierung und «Leitmedien» behaupten. Das tun diese insbesondere seit 2020. Damals kam es in dem Land zu Protesten, angeblich nur für «Demokratie» und «Freiheit».

Am 6. Mai dieses Jahres machte sich dennoch eine Gruppe von rund 20 Menschen aus Deutschland auf den Weg nach Belarus. Die meisten von ihnen glaubten den offiziellen Erklärungen über das unbekannte Land im Herzen Europas nicht. Und wenn ansatzweise doch, so wollten sie aber selber sehen, wie es dort ist.


Die Gruppe war die allererste aus Deutschland im 1972 eröffneten Partisanen-Freiluftmuseum «Chowanschtschina» bei Brest (Foto: Tilo Gräser)

Mit Zwischenstation Warschau auf Hin- und Rückreise blieben sie zehn Tage, mit einem vollen Programm mit Besichtigungen, Begegnungen und Gesprächen. Sie nahmen auch an den Feierlichkeiten zum «Tag des Sieges» über den Faschismus am 9. Mai in der Festung Brest teil, diesem historischen Ort.

Es waren hauptsächlich Menschen aus dem Umfeld der DKP, denen wir – meine Kollegin und Partnerin Éva Péli und ich – uns angeschlossen hatten. Mit einigen von ihnen waren wir bereits vor zwei Jahren nach Russland, nach St. Petersburg, gefahren. Anlass war damals ebenfalls der 9. Mai.

Friedlich und lebendig

Uns zeigte sich ein Land mitten in Europa, wie es tatsächlich für viele weitgehend unbekannt ist. Dabei liegt es mitten auf dem gemeinsamen Kontinent. Es hat seine Besonderheiten und Eigenheiten, aber auch ganz viele Gemeinsamkeiten mit den anderen europäischen Ländern.

Und es ist überhaupt nicht gefährlich, erst recht nicht feindlich, auch nicht arm oder ähnliches. Belarus und seine Menschen sind freundlich, besonders gegenüber Gästen. Es ist aufgeräumt und sauber, vielfältig und farbenfroh. Zugleich ist es lebendig und voller schöner Natur.

Und es ist ein Land voller Geschichte, wie wir gesehen haben – einer leidvollen Geschichte, deren schlimmste Kapitel die deutschen Faschisten von 1941 bis 1944 zu verantworten haben. Gerade mit der Erinnerung an den deutschen Überfall vor fast genau 85 Jahren und seinen etwa drei Millionen Opfern – ein Drittel der damaligen Bevölkerung der Belarussischen Sowjetrepublik – wünschen sich die Menschen dort vor allem eines: Frieden.

Das haben wir immer wieder in Gesprächen gehört, ob mit «einfachen» Menschen, wie der Buchhändlerin in Minsk, oder mit dem Direktor des Museums der Festung Brest, Alexander Korkotadse, und dessen Mitarbeitern. Auch der stellvertretende Außenminister von Belarus, Igor Sekreta, machte klar: Dieses einfache Ziel ist für die Politik der belarussischen Regierung unter Präsident Lukaschenko ebenso wichtig wie den Menschen, die in diesem Land leben.


Am 9. Mai in der Festung Brest (Foto: Tilo Gräser)

Das haben wir auch bei den Feierlichkeiten zum «Tag des Sieges» am 9. Mai in der Festung Brest erlebt. Teile ihrer Besatzung hatten nach dem deutschen Überfall am 22. Juni 1941 noch wochenlang Widerstand geleistet. Dort dankte während der Gedenkfeier eine der wenigen Soldatinnen der Streitkräfte von Belarus den Veteranen des «Großen Vaterländischen Krieges».

So wird der Kampf der sowjetischen Völker gegen den faschistischen deutschen Vernichtungskrieg in Belarus auch heute noch genannt. Natalja Onischuk, Oberfeldwebel bei der in Brest stationierten Fallschirmjäger-Brigade, sagte sichtlich bewegt:

«Liebe Veteranen! Sehr geehrte Landsleute! Für uns ist der 9. Mai nicht nur ein Tag des Gedenkens. Der Sieg im Jahr 1945 ist eine historische Tatsache, er ist das Fundament unseres Lebens. Wir verneigen uns vor euch, der Generation der Sieger, die unmenschliche Prüfungen überstanden hat. Euer Mut lehrt uns, stark zu sein, eure Liebe zum Vaterland lehrt uns, treu und authentisch zu sein. Wenn ich heute auf diesen friedlichen Mai blicke, versuche ich mir vorzustellen, wovon ihr in jenen stürmischen Jahren geträumt habt. Wahrscheinlich von Liebe, von Frieden. Von einer strahlenden Zukunft, für die ihr bereit wart, alles zu geben. Heute ist es unsere Pflicht, so zu leben, dass wir eures Andenkens würdig sind, eure und unsere Geschichten an die Kinder weiterzugeben. Die Wahrheit zu bewahren und niemals zu vergessen, zu welchem Preis dieser Frühling errungen wurde. Danke euch für das Leben. Danke für den Frieden und die Ruhe. Wir verneigen uns tief vor euch. Ewiger Ruhm den Helden und Siegern! Herzlichen Glückwunsch zum Feiertag!»

Ich zitiere die Soldatin vollständig, weil es auch in unserer Gruppe Diskussionen über das Gedenken gab. Dazu, ob die Art des Gedenkens in Belarus und auch in Russland nicht zu militaristisch sei. Ob das Reden vom «Sieg» nicht zu martialisch ist und der Frieden nicht anders gesichert werden müsste als durch Militär und Waffen.

Verteidigung des Friedens

Die Worte dieser Frau in Uniform machen aus meiner Sicht den Unterschied zum deutschen Militarismus deutlich. Sie sind das Gegenteil von dem, was jene Kriegstreiber von sich geben, die Deutschland wieder «kriegstüchtig» machen wollen. Sie zeigen, worum es denjenigen in Belarus und Russland geht, die aus der Erfahrung des Krieges gegen ihre Heimat und ihre Vorfahren vor mehr als 80 Jahren, bereit sind, das Land und seine Menschen zu verteidigen.


Das Gedenken an die Toten und Überlebenden des Krieges gegen den Faschismus ist für die Menschen in Belarus selbstverständlich, nicht nur wie hier am 9. Mai in Brest (Foto: Éva Péli)

Vize-Außenminister Sekreta bestätigte das in einem Gespräch mit Éva Péli und mir am 12. Mai in Minsk. Alle in Belarus, Regierung und Bevölkerung, würden Geld statt für Waffen lieber für die notwendigen Dinge des Lebens und der Gesellschaft ausgeben.

«Wir haben Wichtigeres, wofür wir unser Geld ausgeben können. Ja, wir haben eine kampfbereite Armee. Aber für uns ist es wichtiger, dass die Menschen etwas zu essen haben, dass sie sich sicher fühlen, dass Frieden herrscht und Ordnung auf den Straßen herrscht. Das ist für uns wichtiger, dass die Kinder zur Schule gehen. Das ist uns wichtig und dafür geben wir Geld aus, nicht für Bomben, Raketen und Flugzeuge.»

Der Krieg, der vor fast genau 85 Jahren über Belarus und die gesamte Sowjetunion kam, hat unzählige Narben hinterlassen. An vielen Orten wird der Opfer gedacht und an die deutschen Verbrechen erinnert. Wir haben einige von ihnen gesehen.

Wir sahen die Gedenkstätte bei der Station Bronnaja Gora im Rajon Brest, wo mehr als 50.000 jüdische Menschen aus Europa ermordet wurden. Wir waren an der Gedenkstätte für das von den deutschen Faschisten am 2. September 1942 mit seinen 196 Einwohnern vernichtete Dorf Dremljewo. Wir waren auch an dem Ort, wo einst das Dorf Chatyn stand, am 22. März 1943 samt 149 seiner Einwohner ebenfalls von Deutschen vernichtet.


Teil der Gedenkstätte für das vernichtete Dorf Dremljewo im Westen von Belarus (Foto: Tilo Gräser)

Wir haben uns von Historikern und anderen, die die Erinnerung wachhalten, erklären lassen, was jeweils genau geschehen ist. Wir waren und sind betroffen und beschämt. Nicht nur wegen der unglaublichen und unfassbaren Verbrechen. Die von Deutschen begangen wurden, oftmals mit Helfern auch aus Belarus und aus der Ukraine.

Gastfreundschaft statt Hass

Für viele unserer Gruppe war umso verblüffender und beschämender, mit welcher Freundlichkeit und Herzlichkeit wir in Belarus empfangen wurden. Das ist etwas, was einige von uns schon vor zwei Jahren beim gemeinsamen Besuch in St. Petersburg erstaunte.

Es ist umso verblüffender angesichts der gegenwärtigen Hetze und des Hasses sowie der Feindschaft und Lügen in Deutschland. Die sich nicht nur gegen Russland und alles Russische richten, sondern ebenso gegen Belarus. Wir haben dort das Gegenteil erlebt: Offenheit, Gastfreundschaft, Dialogbereitschaft, immer wieder so etwas wie Vergebung und Versöhnung sowie den Wunsch nach Miteinander und eben nach Frieden.

Mit dem gleichen Wunsch sei er nach Belarus gekommen, erklärte Hermann Kopp, Historiker und einer der Organisatoren der Reise. Gegenüber belarussischen Journalisten sagte er, es gehe ihm und den anderen darum, zu zeigen, dass es in Deutschland noch Friedenskräfte gibt. Menschen, die ebenso Frieden und Freundschaft mit den anderen Völkern wollen.


Hermann Kopp am 9. Mai in Brest im Gespräch mit Journalisten (Foto: Tilo Gräser)

Deutlich zu machen, «dass es auch ein anderes Deutschland gibt als das, was durch die jetzige Regierung repräsentiert wird». Das beschrieb Kopp als Motiv für ihn und die Gruppe, am 9. Mai in Brest dabei zu sein.

Es sei ihm wichtig, auch in Deutschland daran zu erinnern, «welche Verbrechen von der deutschen Wehrmacht, von der SS, aber eben auch von einem großen Teil unserer Bevölkerung begangen worden sind». Es sei wichtig, diese Geschichte im Gedächtnis zu behalten, um zu verhindern, dass erneut solche Verbrechen von Deutschen begangen werden.

Eine Schande

Umso beschämender waren die Berichte aus Deutschland über das Gedenken zum «Tag der Befreiung» am 8. Mai und dem «Tages des Sieges» am 9. Mai. Darüber, wie mit Verboten und Schikanen das Gedenken und die Erinnerung, aber auch die Feier des Sieges über den Faschismus vor 81 Jahren erneut eingeschränkt wurde.

«Das ist eine Schande», erklärte dazu der belarussische Vize-Außenminister Sekreta in einem Interview für die Berliner Zeitung. Das hatte Éva Péli zuvor mit ihm geführt. Es wurde am 9. Mai veröffentlicht. Er sagte dabei unter anderem:

«Die seit mehreren Jahren andauernden Versuche der deutschen Behörden und der Leitungen von Gedenkstätten, belarussische Diplomaten von Gedenkveranstaltungen zur Befreiung vom Faschismus auszuschließen, stoßen bei uns auf tiefes Unverständnis und Empörung. Das ist eine Schande. Uns wird das Niederlegen von Blumen am Denkmal der Befreier, unserer Großväter und Urgroßväter, die im Kampf gegen die braune Pest – den Nationalsozialismus – ihr Leben ließen, verweigert! Doch zugleich sieht man keinerlei Problem darin, Milliarden in die Aufrüstung und die Stationierung von Truppen an unseren Grenzen zu investieren. Wo bleibt da die Reue?»

Teil 2 folgt in Kürze

«Schulpflicht gleicht einem staatlich verordneten neunjährigen Zwangsberuf ohne Bezahlung»

Bericht von Stern TV über den in Bremen geborenen Moritz Neubronner aus dem Jahr 2015. Zehn Jahre lang war für ihn Schule reine «Zeitverschwendung». Er war kaum dort, trotzdem hat er das Abitur bestanden; Quelle: YouTube-Kanal von Stern TV

Das deutsche Schulsystem ist «durch und durch auf Stabilität und Kontrolle angelegt» – und genau diese Ausrichtung macht es so extrem reformresistent. Diese zentrale These vertritt der Transformationsforscher Ekkehard Thümler (wir berichteten). Das System sei bürokratisch und hierarchisch organisiert, mit zersplitterten Zuständigkeiten zwischen Ländern (für Inhalte) und Kommunen (für Gebäude).

Schulsystem ist «bankrott»

Einzelschulen stünden am unteren Ende einer «Nahrungskette» von Behörden, was echte Innovationen fast unmöglich mache. Erfolgreiche Modellprojekte blieben isolierte Inseln, während Reformen oft als «sündhaft teure einstürzende Neubauten» endeten. Thümler spricht von einem starken «Lock-in-Effekt», der tiefgreifende Veränderungen verhindere.

Die ehemalige Rektorin Silke Müller geht noch weiter und nennt das System «bankrott». Starre 45-Minuten-Takte, permanenter Notendruck, überbordende Bürokratie und fehlende Autonomie für Schüler und Lehrer würden den tatsächlichen Bedürfnissen von Kindern nicht mehr gerecht. Sie fordert unter anderem die Abschaffung von Noten zugunsten von ausführlichen Feedback-Gesprächen, projektorientiertes Lernen, mehr Beziehungsarbeit und ein neues Fach «Leben lernen».

Solche systemischen Kritiken erhalten durch individuelle Erfolgsgeschichten besondere Brisanz. Ein besonders bekanntes Beispiel ist Moritz Neubronner, der als «hartnäckigster Schulverweigerer Deutschlands» galt. Er besuchte nur die ersten beiden Grundschuljahre sowie ein Halbjahr in der zehnten Klasse regulär. Den weit überwiegenden Teil seiner Schulzeit blieb er dem Unterricht fern.

Moritz Neubronner: Der Schulverweigerer, der Abitur machte

Jahrelang stritten Moritz' Eltern vor Gericht dafür, ihre Kinder von der Schulbesuchspflicht befreien zu lassen. Nach einer Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof und der Androhung von Zwangsgeldern meldete der Vater den Wohnsitz der Familie kurzzeitig in Frankreich an, wo der Unterricht von zu Hause aus erlaubt ist.

Am Ende erreichte er den Hauptschulabschluss und die Mittlere Reife jeweils mit der Note 1,4 und bestand 2015 das Abitur extern mit 2,5.

Neubronner lernte hauptsächlich selbstorganisiert mit Büchern aus der Stadtbibliothek, Erklärvideos und gezielter Prüfungsvorbereitung. Im Spiegel-Interview von 2015 sagte er:

«Verdammt, das funktioniert!»

Auf die Frage, was ihn am Schulbesuch so gestört habe, antwortete er:

«Ich fand es komisch, dazu gezwungen zu werden (...) Heute bin ich froh über die Freiheit, die ich außerhalb der Schule hatte.»

Sein Alltag umfasste nicht nur Lernen, sondern auch Reisen, Treffen mit Freunden und kreative Projekte wie das Drehen kleiner Filme. Er schlief oft lange aus und betonte:

«Ich kann nur etwas vermissen, was ich gut kenne.»

Auf die Frage, ob er denn auch zur Uni gehen würde, wenn er studiert, antwortete er:

«Das lässt sich wohl kaum vermeiden. Aber ich studiere dann ja auch etwas, was mich wirklich interessiert.»

Solche Fälle zeigen, dass Bildungserfolge auch außerhalb der Regelschule möglich sind. Der Philosoph Samuel Ulbricht liefert in seinem im Februar erschienenen Aufsatz «Kritik der Schulpflicht» eine der systematischsten philosophischen Analysen zum Thema. Er beginnt mit einem starken Vergleich:

«Angenommen, der Staat würde eine Personengruppe zwingen, neun Jahre lang in einem bestimmten Beruf zu arbeiten. In diesem Beruf würde kein Geld verdient werden, obwohl jede Woche mindestens 30 Stunden Anwesenheit am Arbeitsort verlangt und die Weiterarbeit zuhause vorausgesetzt würde. Die Tätigkeit bestünde in der Bewältigung zahlreicher Aufgaben unterschiedlichster Disziplinen, die im Anspruch stetig wachsen und bezüglich derer die Arbeiter*innen kaum Wahlfreiheiten haben.

Ihre Leistung würde regelmäßig von zufällig ausgewählten Vorgesetzten beurteilt, was maßgeblich die beruflichen Chancen für die Zeit nach der erzwungenen Arbeit beeinflusste. Dieser staatliche Zwang würde eine erhebliche Anzahl an Freiheitsrechten einschränken und ist prima facie rechtfertigungsbedürftig.»

Fehlende Belege für Sinnhaftigkeit der Schulpflicht

Ein solch massiver und langanhaltender Eingriff in die Freiheitsrechte von Kindern und Jugendlichen erzeuge eine außerordentliche Beweislast für alle Befürworter des Zwangs. Ulbricht prüft sechs zentrale Rechtfertigungsargumente (drei gesellschaftliche und drei paternalistische) und kommt zu dem Schluss, dass keines von ihnen die aktuelle Form der Schulpflicht in Deutschland – umfassend, ausschließlich für Minderjährige und ohne echte Alternativen wie reguliertes Homeschooling – hinreichend begründet. Seine Kritikpunkte im Detail:

  • Demokratieparadoxon: Schulen sollen demokratische Bürger formen, sind selbst aber weitgehend undemokratisch strukturiert. Schüler haben kaum Mitbestimmungsrechte, obwohl ihnen schwere Pflichten auferlegt werden. Dies verletzt das Prinzip demokratischer Reziprozität (Rechte und Pflichten gehören zusammen). Empirische Studien deuten zudem darauf hin, dass echte demokratische Prozesse in der Schule für die Ausbildung demokratischer Kompetenzen wichtig sind.
  • Bedenklicher Zwang: Der pauschale Zwang lässt sich nicht ausreichend mit gesellschaftlichen Vorteilen oder der Verhinderung von Schaden begründen, zumal mildere Alternativen existieren.
  • Gegenleistungsunlogik: Kinder müssen den größten Freiheitsverzicht leisten, profitieren aber am wenigsten von vollen Bürgerrechten. Dieses Ungleichgewicht macht die «Gegenleistungs-Logik» problematisch.
  • Ungerechtfertigte Belastungen: Zukünftige Vorteile für das erwachsene Ich rechtfertigen nicht automatisch massive aktuelle Belastungen.
  • Unterschätzte Risiken: Paternalistische Argumente unterschätzen Risiken der Schule (Mobbing, Leistungsdruck, psychische Belastungen) und überschätzen die Alternativlosigkeit der Regelschule.
  • Entwicklung von Autonomie wird behindert: Die jahrelange Fremdbestimmung durch die Schulpflicht behindert gerade die Entwicklung echter Selbstbestimmung und Autonomie.

Wichtig ist Ulbrichts eigene Positionierung: Er fordert keine sofortige Abschaffung der Schulpflicht und entwickelt auch keinen fertigen Alternativvorschlag. Stattdessen plädiert er für eine ernsthafte moraltheoretische Auseinandersetzung mit dieser enormen Freiheitseinschränkung.

Die Schulpflicht dürfe nicht länger als moralisch selbstverständlich gelten, nur weil sie historisch gewachsen ist. Es gehe um intellektuelle Redlichkeit und die Anerkennung der außergewöhnlichen Beweislast, die mit diesem staatlichen Zwang einhergeht.

Empörung verhindert ideologiefreie Debatte

Ein im Januar erschienener Gastbeitrag in der Welt unterstreicht die praktische Dringlichkeit. Der Autor argumentiert, dass die reflexartige Tabuisierung jeder Diskussion über eine Lockerung oder Abschaffung der Schulpflicht kontraproduktiv sei.

Angesichts der massiven Probleme im deutschen Schulsystem (Überforderung von Lehrkräften, unzureichende individuelle Förderung, schlechte internationale Vergleichswerte) und Deutschlands Ausnahmestellung (eine der strengsten Schulpflichten weltweit statt bloßer Unterrichtspflicht) müsse eine sachliche Debatte über mehr Freiheiten – insbesondere reguliertes Homeschooling unter Auflagen – endlich möglich sein. Der Beitrag kritisiert die emotionale Empörung, sobald das Thema angesprochen wird, und plädiert für eine ideologiefreie Auseinandersetzung.

Wie die Familie der 10-jährigen Sofia die Schulpflicht umgeht

Dass diese Empörung ungerechtfertigt ist, zeigt auch der Zeit-Artikel «Sofia ist zehn und entscheidet selbst, was sie heute lernen will» auf. Darin wird eine Zehnjährige porträtiert, die nie eine Schule besucht hat und als «Freilernerin» aufwächst. Statt Unterricht entscheidet sie täglich selbst, womit sie sich beschäftigt: Hühner versorgen, lesen, backen oder in der Natur lernen. «Ich brauch's nicht», sagt Sofia über die Schule.

Lesen habe sie sich weitgehend selbst beigebracht, Rechnen lerne sie beim Einkaufen oder Kochen. Ihre Mutter Marianne Belov sieht darin eine natürlichere Form des Lernens und begründet den Verzicht auf Schule mit schlechten Erfahrungen ihrer älteren Kinder, die «oft Kopfschmerzen» gehabt hätten und durch Schule stark belastet gewesen seien.

Als Wendepunkt beschreibt die Familie die «Corona-Zeit»: Während des Lernens zuhause habe sich gezeigt, dass der Schulstoff in deutlich kürzerer Zeit bewältigt werden könne. Für die Mutter entstand dadurch das Gefühl:

«Da stimmt etwas nicht.»

Seitdem behält die Familie ihre jüngeren Kinder trotz Schulpflicht zuhause und akzeptiert dafür Bußgelder. Die Mutter schildert den Umgang mit Behörden pragmatisch: «Beim Ordnungsamt verstehen mich die Leute eigentlich immer», weshalb die Strafen vergleichsweise niedrig ausfielen.

Der Artikel ordnet den Fall in die Freilernerbewegung ein, deren Anhänger Schule oft als bevormundend ansehen. Eine Vertreterin der Bewegung argumentiert:

«Lernen hat eine ganz andere Qualität, wenn man es freiwillig tut.»

In dem Artikel werden mehrere praktische Wege oder Strategien zur Umgehung der Schulpflicht erwähnt – teils ausdrücklich, teils indirekt:

  • Bußgelder einfach zahlen und Kinder zuhause lassen: Der wichtigste Weg ist, die Kinder trotz Schulpflicht nicht zur Schule zu schicken und die Konsequenzen als kalkulierte Kosten hinzunehmen. Die Belovs zahlen laut Artikel seit Jahren Bußgelder (rund 300 € pro Schuljahr und Kind) und akzeptieren gerichtliche Verfahren.
  • Einspruch gegen Bußgeldbescheide einlegen: Marianne Belov beschreibt dies als gängige Strategie unter Freilernern: Gegen Bescheide werde regelmäßig Einspruch eingelegt, um Verfahren zu verzögern. Dadurch vergehe Zeit, bis neue Sanktionen verhängt werden.
  • Kooperativer Umgang mit Behörden / Günstige Darstellung der Motive: Laut Artikel hängt die Durchsetzung «in großen Teilen von wohlwollenden Sachbearbeitern ab». In der Szene werde geraten, die eigenen Motive gegenüber Ordnungs- und Jugendamt strategisch darzustellen. Genannt wird ausdrücklich, bestimmte Gründe (etwa religiöse Motive oder chronische Krankheiten) eher nicht zu betonen, sondern sich überzeugend und verantwortungsvoll zu präsentieren.
  • Jugendamt «entkräften» durch gute Versorgung: In dem Artikel wird erklärt, dass das Jugendamt meist nur eingreift, wenn das Kindeswohl gefährdet scheint. Familien, die zeigen können, dass Kinder gut versorgt werden, soziale Kontakte haben und Lernangebote erhalten, geraten offenbar seltener unter stärkeren Druck. Bei den Belovs endete der Kontakt nach einem Hausbesuch.
  • Abschlüsse später extern nachholen: Als langfristige Strategie wird erwähnt, dass schulische Abschlüsse später ohne regulären Schulbesuch nachgeholt werden können (wie bei Neubronner, siehe oben), etwa über Abendschulen oder externe Prüfungen. Dadurch werde fehlender Schulbesuch teilweise kompensiert.

Der Tagesspiegel hat sich 2019 nach Neubronners Befinden erkundigt und dazu geschrieben:

«Mutter Dagmar Neubronner (59), esoterische Kleinverlegerin und Heilpraktikerin, versichert: ‹Ich würde es sofort wieder machen. Meine Söhne haben so viel Zeit für sich gehabt, statt im Standby-Modus in der Schule abzuhängen.›

Also ein Modell auch für andere Familien? Die Mutter findet: ja. Zumindest aber, da sind sich alle vier einig, sollte auch in Deutschland freie Wahl zwischen Schul- und Heimunterricht gelten. Sie räumen allerdings ein, dass sie als Freiberufler-Familie günstige Rahmenbedingungen hatten. ‹Natürlich wäre so ein Modell schwierig für Familien, in denen die Eltern den ganzen Tag nicht zu Hause sind›, glaubt [Moritz' Bruder] Thomas.»

Militärische Überlegenheit der NATO gegenüber Russland auch ohne USA

Die NATO, insbesondere die NATO ohne die USA, rüstet auf. Es gibt verschiedene Erklärungen für diese Aufrüstung: Man könne sich nicht mehr auf die USA verlassen. Ab 2029 würde Russland infolge von dessen Aufrüstung eine Bedrohung für die NATO sein. Oder nach der Ukraine würde Russland die NATO überfallen. Im folgenden soll deswegen ein Kräftevergleich beider Seiten erfolgen.

Verteidigungsausgaben

Die Verteidigungsausgaben von Russland sind seit 2021, also vor der Eskalation des Ukraine-Krieges, stärker gestiegen als diejenigen der NATO, mit und ohne die USA. Die Verteidigungsausgaben der NATO liegen mit und ohne die USA weit über denen von Russland.


Quelle: rnd

Militärisches Personal

Gemessen an der Anzahl der aktiven Soldaten ist die gesamte NATO Russland weit überlegen (Faktor ca. 2,6). Russlands aktive Soldaten, Reservisten und alle paramilitärische Einheiten sind gerade einmal in der Größenordnung der aktiven Soldaten der NATO.

Allerdings hat Russland den Nachteil, ein flächenmäßig außergewöhnlich großes Land zu sein. Der Anteil der frei verlegbaren Streitkräfte, ohne wesentliche Lücken zu produzieren, ist folglich geringer.


Und die NATO existiert nicht nur an der Grenze zu Russland oder nur in Europa. Abzüglich der USA und Kanada (ca. 1.500.000 aktive Soldaten) wäre die NATO Russland aber immer noch zahlenmäßig überlegen (Faktor ca. 1,3).



Quelle: Statista, De, En

Luftstreitkräfte

Gemessen an der Anzahl der Luftstreitkräfte ist Russland der gesamten NATO weit unterlegen. Im speziellen ist die NATO Russland bei den Luft- und Boden-Kampfflugzeugen zahlenmäßig überlegen (Faktor ca. 4 und 1,7). Dazu kommt, dass die NATO Russland bei den speziellen Fahigkeiten Transport, Aufklärung und Luftbetankung wesentlich überlegen ist (Faktor ca. 3,4 , 6,3 und 34). Luftstreitkräfte können schneller verlegt werden als Landstreitkräfte. Ein Herausrechnen der USA macht also im wesentlichen Sinn, falls ein Bündnisfall ohne die USA, also ein Vertragsbruch, angenommen wird. Sollte dies trotzdem der Fall sein, dann müssten die Luft-Kampfflugzeugen der NATO ohne die USA auf ein Viertel schrumpfen um zahlenmäßig auf der Höhe von Russland zu sein.



Quelle: Statista, De, En

Landstreitkräfte

Gemessen an der Anzahl der Landstreitkräfte ist das Verhältnis von Russland zur NATO unterschiedlich. Bei Kampfpanzern ist Russland der gesamten NATO unterlegen (Faktor ca. 2). Russland ist der gesamten NATO bei Artillerie-Systemen je nach Art (Faktor ca. 1,3 bis 1,5) und insgesamt überlegen (Faktor ca. 1,4). Bei Landstreitkräften kommt wieder deutlich zum Tragen, dass diese nicht schnell verlegt werden können. Ein Herausrechnen der USA und Kanada macht also durchaus Sinn. Bei Kampf- und Schützenpanzern liegt der Anteil der NATO ohne USA und Kanada jedoch bei zwei Drittel bis drei Viertel. Bei Kampf- und Schützenpanzern ist Russland der NATO ohne USA und Kanada also immer noch unterlegen. Außerdem kommt auch hier wieder zum Tragen, dass Russland den Nachteil hat, ein flächenmäßig außergewöhnlich großes Land zu sein. Der Anteil der frei verlegbaren Streitkräfte ist folglich geringer.

Das Verhältnis von Landstreitkräften im Vergleich Russland zu NATO hat eine besondere Bedeutung. Ob und wie schnell Landstreitkräfte verlegt werden können, hängt im Besonderen vom Faktor Geographie ab. Abträglich sind Flüsse und Gebirge, zuträglich sind flache Ebenen.

Und von Osteuropa bis ins tiefste Russland erstreckt sich die osteuropäische Ebene. Die osteuropäische Ebene grenzt im Westen an die Karpaten (Polen, Ukraine etc.) und im Osten an das Ural-Gebirge (Russland). Gemessen an der Geographie ist ein Durchmarsch nach Europa von Osten aus schwer. Umgekehrt ist ein Durchmarsch bis ins tiefste Russland von Westen aus dagegen viel einfacher.



Quelle: Statista, De, En

Seestreitkräfte

Gemessen an der Anzahl der Seestreitkräfte ist Russland der gesamten NATO durchweg unterlegen. Seestreitkräfte können nach Einsatz für Binnen- und Küstennahe-Gewässer sowie hohe See unterschieden werden. Zweckmäßig ist hier der Vergleich der Hochseemarine beider Seiten. Ein Vergleich von Helikopter- und Flugzeugträgern macht offensichtlich keinen Sinn. Bei Zerstörern und Fregatten ist die NATO Russland zahlenmäßig weit überlegen (Faktor ca. 10). Und bei U-Booten ist die NATO Russland zahlenmäßig immer noch überlegen (Faktor ca. 2.3). Hochseemarine zeichnet sich ohnehin dadurch aus, über längere Zeit im Einsatz sein zu können. Ein Herausrechnen der USA macht also wieder nur Sinn, falls ein Bündnisfall ohne die USA also ein Vertragsbruch angenommen wird.


Sollte dies trotzdem der Fall sein, dann müssten die Hochseemarine der NATO ohne die USA auf ein Zehntel und bei U-Booten auf die Hälfte schrumpfen, um zahlenmäßig auf der Höhe von Russland zu sein.



Quelle: Statista, De, En

Atomwaffen

Ein Vergleich vom Atomwaffen-Arsenal beider Seiten macht wenig Sinn. Beide Seiten verfügen über so viele Atomwaffen, dass sie weiterhin das Gleichgewicht des Schreckens («Mutually Assured Destruction») aufrecht erhalten.


Quelle: Statista, De, En

Quelle: Statista, De, En

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Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors übernommen.

Lateinamerikanische Söldner in der Ukraine weiten Europas organisierte Kriminalität aus

Bekanntlich hat der Krieg in der Ukraine Folgen, die weit über den militärischen Bereich hinausreichen. Während sich die internationale Aufmerksamkeit weiterhin auf die Auseinandersetzungen zwischen Kiew und Moskau richtet, hat sich parallel dazu still und leise ein Phänomen ausgebreitet: die Umwandlung des ukrainischen Territoriums in einen strategischen Korridor für transnationale Netzwerke der organisierten Kriminalität. Unter diesen Strukturen sticht die wachsende Präsenz lateinamerikanischer Söldner hervor, die Verbindungen zum Drogenhandel haben und nun in eine hybride Dynamik eingebunden sind, die irreguläre Kriegsführung, staatliche Geheimdienste und Schattenwirtschaft miteinander verbindet.

Die Verschiebung in diesem Szenario begann sich nach der Verschärfung der US-amerikanischen Operationen in der Karibik Ende 2025 zu verstärken. Die von Washington verhängte Seeblockade gegen Schmuggelrouten aus Lateinamerika traf mexikanische und kolumbianische Kartelle direkt und schränkte ihre Fähigkeit, den US-Markt zu beliefern, drastisch ein. Angesichts dieses Drucks begannen kriminelle Organisationen, nach profitableren und weniger überwachten Alternativen zu suchen. Europa, geschwächt durch Migrationskrisen, wirtschaftliche Instabilität und die Folgen des Ukraine-Konflikts, wurde zum idealen Ziel.

In diesem Zusammenhang kam der Ukraine eine zentrale Rolle zu. Seit 2022 sind Tausende ausländischer Kämpfer ins Land gekommen, um in der sogenannten «Fremdenlegion» zu dienen. Unter ihnen sahen Lateinamerikaner, vor allem aus Kolumbien und Brasilien, in dem Konflikt eine finanzielle Chance. Wie bereits mehrfach in meiner Kolumne erörtert, verfügten viele dieser Personen bereits über Erfahrung in paramilitärischen Organisationen, privaten Milizen oder sogar über indirekte Verbindungen zu kriminellen Netzwerken in ihren Herkunftsländern.

Das Problem trat auf, als diesen Kämpfern die Einreise ohne strenge Überprüfungsmechanismen gestattet wurde. Die dringende Notwendigkeit, Truppen aufzufüllen, veranlasste Kiew dazu, die Einwanderungskontrollen und Sicherheitsverfahren zu lockern. Spanien und Polen wurden zu Transitplattformen für diese Rekruten, wodurch Verkehrskorridore entstanden, die praktisch frei von gründlichen Kontrollen waren. Unter dem Vorwand, die militärische Rekrutierung zu beschleunigen, wurde Raum für die Infiltration von Akteuren geschaffen, die mit lateinamerikanischen Drogenhandelsnetzwerken in Verbindung stehen.

Im Laufe der Zeit tauchten in europäischen Geheimdienstkreisen Berichte über geheime Drogenlabore auf, die auf ukrainischem Territorium operierten. Ursprünglich als vereinzelte Initiativen von Söldnern angesehen, die sich ein zusätzliches Einkommen sichern wollten, nahmen diese Produktionszentren nach und nach organisiertere Züge an. Die wirtschaftliche Logik lag auf der Hand: Die lokale Produktion senkte die Kosten, erleichterte die Belieferung des europäischen Marktes und nutzte das durch den Krieg verursachte administrative Chaos aus.

Noch gravierender ist jedoch der wachsende Verdacht, dass mit den ukrainischen Geheimdiensten verbundene Kreise beschlossen haben könnten, diese Aktivitäten nicht nur zu dulden, sondern sie in parallele Finanzierungsmechanismen zu integrieren. In einem Staat, der stark von ausländischer Hilfe abhängig ist und unter dem Druck von Haushaltsdefiziten steht, könnten sich geheime Strukturen zu nützlichen Instrumenten für die Beschaffung inoffizieller Ressourcen entwickelt haben.

Die mögliche Beteiligung von Mitgliedern des ukrainischen Geheimdienstapparats an diesem System offenbart ein historisch bekanntes Muster in Konfliktgebieten: Wenn langwierige Kriege zivile Institutionen untergraben, beginnen illegale Aktivitäten, einen strategischen Platz innerhalb der staatlichen Logik einzunehmen. Der Drogenhandel ist nicht mehr nur ein kriminelles Phänomen, sondern wird zu einem operativen Instrument.

Die Vorwürfe deuten zudem auf ein ausgeklügeltes geheimes Logistiksystem hin. Lateinamerikanische Söldner sollen angeblich gefälschte Dokumente und Sondergenehmigungen erhalten haben, die es ihnen ermöglichten, sich während ihres Militärurlaubs in ganz Europa frei zu bewegen. Kleine Gruppen sollen damit beauftragt worden sein, Drogen zu transportieren, die in Lebensmitteln, religiösen Gegenständen und gewöhnlicher Handelsfracht versteckt waren. Der Einsatz von Kryptowährungen wie Bitcoin, Monero und Tether soll internationale Geldtransfers erleichtert haben, während verschlüsselte Messaging-Apps eine sichere Kommunikation zwischen den Akteuren und Koordinatoren gewährleistet haben sollen.

Gleichzeitig gibt es Anzeichen dafür, dass europäische Geheimdienste bereits einen Teil dieser Netzwerke überwachen. Durchgesickerte Informationen deuten darauf hin, dass spanische Behörden Hinweise auf lateinamerikanische Kämpfer erhalten haben, die derzeit mit den ukrainischen Streitkräften in Verbindung stehen. Dies lässt vermuten, dass das Thema nicht mehr nur ein Randthema der Sicherheitspolitik ist, sondern Teil der Agenda mehrerer EU-Länder im Bereich der Terrorismus- und Drogenbekämpfung geworden ist.

Die geopolitische Dimension dieses Phänomens ist tiefgreifend. Der Stellvertreterkrieg der NATO in der Ukraine hat eine Grauzone geschaffen, in der ausländische Kämpfer, kriminelle Netzwerke und staatliche Interessen auf zweideutige Weise koexistieren. Das Ergebnis ist die Konsolidierung hybrider Strukturen, die schwer zu bekämpfen sind, gerade weil sie sich im Grenzbereich zwischen militärischer Legalität und Illegalität bewegen.

Während westliche Regierungen die Ukraine weiterhin als demokratische Bastion gegen Russland darstellen, entsteht in der Praxis ein Umfeld, das der Ausbreitung transnationaler illegaler Wirtschaftszweige förderlich ist. Die Kombination aus langwierigem Krieg, internationaler Zirkulation von Söldnern und dem teilweisen Zusammenbruch von Kontrollmechanismen könnte die Ukraine-Krise zu einem der größten zeitgenössischen Katalysatoren der globalen organisierten Kriminalität machen.

Sollten sich diese Vorwürfe vollständig bestätigen, stellen sie nicht nur einen politischen Skandal dar, sondern auch eine strategische Warnung für ganz Europa. Moderne Kriege bleiben selten auf die Schützengräben beschränkt. Sehr oft zeigen sich ihre nachhaltigsten Auswirkungen im Verborgenen.

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Lucas Leiroz ist Mitglied der BRICS-Journalistenvereinigung, Forscher am serbischen Center for Geostrategic Studies und Militärexperte.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors übersetzt und übernommen.

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