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Radio München · Das Corona-Unrecht und seine Täter: Die Aufarbeitung beginnt.
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Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE
# Libera Nos A Malo (Deliver us from evil)

Corona Transition

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Feed Titel: Transition News


Börsengang von Musks SpaceX: Warum die Billionen-Bewertung gefährlich wackelt

Während Elon Musk mit dem Börsengang von SpaceX zum ersten Billionär der Welt aufgestiegen ist, mehren sich die Stimmen, die vor einer gefährlichen Überbewertung warnen. Dem Raumfahrtunternehmen wird ein Wert von rund 1,77 Billionen Dollar beigemessen – mehr als das Bruttoinlandsprodukt Spaniens.

Doch SpaceX schreibt weiterhin hohe Verluste: 2025 lag der Nettoverlust bei 4,94 Milliarden Dollar, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,3 Milliarden hinzu. Dennoch war der Börsengang massiv überzeichnet. Große Investoren wie BlackRock, Vanguard, norwegische Staatsfonds und der saudische PIF drängten sich um die Anteile.

Der Markt preist nicht nur das bestehende Geschäft mit Starlink, dem von SpaceX betriebenen Satellitennetzwerk, mit rund zehn Millionen Abonnenten und einem operativen Gewinn ein, sondern vor allem zukünftige Visionen: Starship für Mars-Missionen, Starshield für militärische Anwendungen und den Plan, bis zu einer Million Satelliten als orbitale KI-Rechenzentren zu betreiben.

Die Analyseagentur Morningstar kommt hingegen auf einen fairen Wert von lediglich 780 Milliarden Dollar – also auf weniger als die Hälfte der aktuellen Marktbewertung. In dieser Schätzung seien bereits alle großen Zukunftsversprechen enthalten. Dazu heißt es in einer Focus-Analyse:

«Was der Markt heute zahlt, hat nichts mehr mit SpaceX zu tun. Auch nichts mit Starship oder mit Mars. Diese Träume sind alle schon in den 780 Milliarden enthalten. Was der Markt obendrauf legt, sind knapp eine Billion Dollar reine Phantasie.»

Besonders pikant ist das sogenannte Karussell, das sich in der Tech- und KI-Branche dreht. Die vier großen Hyperscaler – Amazon, Microsoft, Google und Meta – haben für 2026 Investitionen von insgesamt 725 Milliarden Dollar angekündigt, vor allem in Rechenzentren und KI-Infrastruktur.

Dieses Geld fließt teilweise in KI-Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic, die es wiederum nutzen, um Cloud-Dienste und Rechenkapazität genau bei diesen Hyperscalern einzukaufen. Das Ergebnis: Die Hyperscaler verbuchen höhere Umsätze, ihre Aktienkurse steigen, sie können sich günstig refinanzieren und noch mehr Kapital in die nächste Runde pumpen.

Ein sich selbst verstärkender Kreislauf aus Kapital, Bewertungen und Erwartungen – oft als Round-Tripping kritisiert, das in anderen Branchen regulatorisch problematisch wäre. SpaceX und xAI sind Teil dieses größeren Ökosystems, in dem Narrative und zukünftige Versprechen mehr zählen als aktuelle Gewinne.

Bleibt die Frage, wann das Ende kommt. Dazu Focus:

«Solche Konstruktionen kollabieren nicht, weil das Geschäft plötzlich schlechter wird. Sie kollabieren, wenn das frische Kapital ausgeht.»

Und genau hier werde die Sache interessant. In den nächsten 12 bis 24 Monaten sollen weitere hunderte Milliarden über IPOs (unter anderem Anthropic und OpenAI) und Folgefinanzierungen eingesammelt werden – aus demselben Pool von Pensionsfonds, Staatsfonds und Vermögensverwaltern.

Das System funktioniert wie ein Karussell, bei dem ständig neues Geld benötigt wird. Solange neue Investoren zu den hohen Preisen einsteigen, steigen die Bewertungen und frisches Kapital fließt leicht. Sobald dieser «letzte Käufer» ausbleibt, können die Bewertungen nicht mehr steigen und die Refinanzierung wird teurer.

Dann gerät das Karussell ins Stocken: Die Geldzufuhr versiegt und die hochfliegenden Pläne lassen sich nicht mehr finanzieren – auch wenn das operative Geschäft noch läuft.

Der IPO hat SpaceX erstmal Luft verschafft und den kritischen Punkt um einige Zeit nach hinten verschoben. Das Karussell dreht sich also weiter – aber es hängt jetzt stark davon ab, ob der Aktienkurs stabil bleibt und ob die Märkte auch in Zukunft bereit sind, zu diesen extrem hohen Bewertungen weiteres Geld nachzuschießen. Focus gibt auch zu bedenken:

«Schauen Sie sich an, was noch in der Pipeline steht. SpaceX hat 75 Milliarden Dollar aus dem Markt gezogen. Anthropic plant den Börsengang für 2027, das werden vermutlich zwischen 50 und 100 Milliarden Emissionsvolumen.

OpenAI ebenfalls 2027, geschätzt 100 bis 150 Milliarden. xAI braucht weitere Finanzierungsrunden, 20 bis 30 Milliarden. Hinzu kommt Stargate, das von OpenAI, SoftBank und Oracle getragene Infrastrukturprojekt mit einer Ambition von 500 Milliarden Dollar. Plus die Hyperscaler, die in den nächsten drei Jahren weitere 1,5 Billionen an Anleihen am Markt platzieren wollen.»

Das macht zusammen, je nach Rechnung, irgendwo zwischen 800 Milliarden und einer ganzen Billion (= 1.000 Milliarden) Dollar, die in den nächsten zwölf bis 24 Monaten zusätzlich abgesaugt werden sollen. Doch aus welchem Markt? Die Antwort von Focus:

«Aus genau dem Markt, der bisher schon investiert hat. Es gibt keinen zweiten Topf irgendwo, der noch unangezapft wäre. Die Staatsfonds sind dieselben. Die Pensionskassen sind dieselben. Die Vermögensverwalter sind dieselben. Was abgegriffen ist, ist abgegriffen.»

In der Focus-Analyse wird auch der Vergleich zum Dotcom-Boom gezogen. Im März 2000 war Cisco Systems das wertvollste Unternehmen der Welt. Die Vision vom Internet hatte sich letztlich vollständig bewahrheitet – doch die Aktie brauchte 24 Jahre, um ihren damaligen Höchststand wieder zu erreichen, nachdem sie zwischenzeitlich über 80 Prozent verloren hatte.

Viele andere Tech-Firmen der damaligen «New-Economy»-Zeit verschwanden ganz oder verloren fast ihr gesamtes Kapital. Kritiker sehen in der aktuellen KI- und Space-Hype-Phase ähnliche Muster: Massive Kapitalströme von Hyperscalern wie Amazon, Microsoft und Google fließen in Rechenzentren und KI-Projekte, oft in sich selbst verstärkenden Kreisläufen.

SpaceX ist dabei nur ein besonders sichtbarer Teil eines größeren Phänomens. Der SpaceX-Börsengang markiert nach Ansicht mancher Beobachter einen tieferen Wandel. SpaceX-Chef Musk wird nicht mehr nur als Unternehmer wahrgenommen, sondern als Bezugspunkt einer eigenen wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Ordnung (TN berichtete).

Anhänger beschreiben eine fast religiöse Loyalität. Ein Musk-naher Podcaster wird mit dem Satz zitiert:

«Es gibt Menschen, die Elon – egal, was er tut – bis ans Ende der Welt folgen würden. Sie würden für ihn sterben. Sie glauben, er sei unfehlbar.»

Ob visionärer Innovator oder riskanter Hype – die Debatte zeigt, wie sehr sich Teile des Kapitalmarkts heute um einzelne Personen und ihre Narrative organisieren.

Der Vergleich mit der Cisco-Ära mahnt derweil zur Vorsicht: Auch damals war die zugrunde liegende Technologie revolutionär. Der Preis, den Anleger dafür zahlten, erwies sich dennoch als zu hoch. Bei SpaceX und dem weiteren Musk-Imperium stellt sich die gleiche Frage – nur in noch größerer Dimension.

Drei Jahre nach Suizid: Britisches Entschädigungsprogramm räumt Schaden durch COVID-«Impfung» ein

Kurz nach der COVID-«Impfung» wurde John Cross, Apotheker des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes NHS, ins Krankenhaus eingeliefert, wo er Schwierigkeiten beim Atmen, Sprechen und Gehen hatte. Seinen Ärzten zufolge erlitt er durch die Injektion Komplikationen, die zu Lähmungen führten. Wie Sky News berichtet, wurde sein Antrag auf Entschädigung im Rahmen des staatlichen Impfschaden-Entschädigungsprogramms allerdings abgelehnt. Überfordert nahm er sich das Leben.

Fast drei Jahre später hat seine Familie endlich eine Berufung gegen die Entscheidung gewonnen. Das staatliche Programm hat eingeräumt, dass der «Impfstoff» seine Symptome verursacht hat und er so stark beeinträchtigt war, dass ihm eine Entschädigung in Höhe von 120.000 Pfund zusteht. Cross' Tochter Liz Whitehead erklärte gegenüber dem Sender:

«Es ist einfach so bittersüß, nicht wahr? Ich wollte Papa nur sagen, dass wir es geschafft haben und er zurückkommen kann. Dass alles vorbei ist und dass er sich jetzt keine Sorgen mehr machen muss (...) Aber man kann es ihm nicht sagen, oder? Und es geht nicht um das Geld. Für Papa ging es nie um das Geld. Es ging um Verantwortlichkeit. Es ging darum, anzuerkennen, was geschehen war, und dass er sich gesehen und gehört fühlte.»

Sky News zufolge glaubte Cross fest an Impfungen sowie an ein Sicherheitsnetz, das diejenigen unterstützt, die unter seltenen Komplikationen leiden. Laut Peter Todd, dem Anwalt der Familie, werden Impfschadenersatzansprüche zu Unrecht abgelehnt. Er glaubt nicht, dass es sich bei Cross um einen Einzelfall handelt, und erläutert:

«Bislang sind im Rahmen des Programms 22.000 Anträge im Zusammenhang mit COVID-Impfstoffen eingegangen. Nur in 200 Fällen wurde eine Zahlung geleistet. Es liegt ganz klar im Interesse der Regierung, so viele Fälle wie möglich abzulehnen oder zu verzögern.»

Gemäß Sky News gibt es keine Prozesskostenhilfe für eine Berufung gegen die Entscheidung des Impfschaden-Programms. Die Familien müssten sich ganz allein gegen den Staat behaupten. Cross' Witwe Christine sagt, das System sei einfach nicht fair:

«Das System will im Moment, dass man aufgibt, aber man gibt nicht auf. Man muss weitermachen, denn sie müssen erkennen, dass es da draußen ein paar Tausend Menschen gibt, die durch einen Impfstoff geschädigt wurden, und die Regierung hat eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen.»

Die COVID-Untersuchungskommission habe die langen Verzögerungen und die restriktiven Kriterien für die Geltendmachung von Ansprüchen im Rahmen des Programms kritisiert, so Sky News. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums habe erklärt, die Minister hätten sich mit einer Reihe von Familien getroffen, und die Regierung prüfe sorgfältig deren Bedenken sowie die Empfehlungen der Untersuchungskommission zur Reform des Entschädigungsprogramms für Impfschäden. Doch Cross' Familie fordere dringlichere Maßnahmen. Liz Whitehead stellt klar:

«Er hat sich das Leben genommen, und zwar auf die schrecklichste Art und Weise – voller Angst, verängstigt, allein, mit dem Gefühl, eine Last für uns zu sein, und mit dem Gefühl, dass das System ihn im Stich gelassen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, was er durchgemacht hat. Es ist so ungerecht. Und wenn das die Regierung nicht aufrüttelt und sie dazu bringt zu denken: ‹Wow, das System muss reformiert werden›, was dann?»

«Erst jetzt, da der lange Rechtsstreit vorbei ist, kann Johns Familie endlich beginnen zu trauern», bemerkt Sky News abschließend.

Kriegsvorbereitung: NATO baut Lager für russische Kriegsgefangene auf

Bei der Übung «Fighter Lion» bereitet sich die niederländische Armee derzeit auf einen möglichen Krieg gegen Russland vor. Den ganzen Monat Juni lang wird laut einem Bericht der Zeitung Het Financieele Dagblad geübt, Truppen nach Osten zu verlegen, die zu versorgen – und auch, russische Kriegsgefangene in Lagern unterzubringen.

Der Zeitung zufolge sind an dem Manöver rund 7.000 Soldaten beteiligt, die auch an Standorten in Deutschland trainieren. Es handelt sich demnach um die größte Übung der niederländischen Landstreitkräfte seit mindestens 20 Jahren. Dabei wird laut dem Blatt zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder die Aufnahme von Kriegsgefangenen in einem Lager geübt.

Die beteiligten Truppen bereiten sich auf einen «Konflikt mit Russland» vor, heißt es. Die Übung wird von der Zeitung mit der «rapide» zunehmenden russischen Bedrohung begründet. Diese würde laut Geheimdiensten «in den kommenden Jahren zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Russland und der NATO führen».

Und so trainieren die niederländischen Soldaten auch, russische Kriegsgefangene in Lagern unterzubringen – weit entfernt von der potenziellen Front im Baltikum und gemeinsam mit niederländischen Unternehmen. Die müssen der Armee unter die Arme greifen, weil nach dem Ende des Kalten Krieges vieles eingespart worden sei. Und so helfen Firmen, die sonst bei Festivals Zelte und Toiletten aufbauen, ein Lager für Kriegsgefangene nach den Vorgaben der Genfer Konvention über deren menschenwürdige Behandlung vorzubereiten.

Für diese Aufgabe haben sich die Unternehmen sogar in einem Verbund aus dreißig niederländischen Unternehmen zusammengeschlossen, der Infra Capacity Alliance (ICA), berichtet die Zeitung. Und sie suchen nach «kreativen Lösungen für das Lager für zweitausend Kriegsgefangene im niederländischen Marnehuizen», wird ein erfreuter Militär zitiert.

Der Bericht zeigt, wie weit die Vorbereitungen auf einen Krieg gegen Russland gehen, der von den westlichen Regierungen herbeigeredet und provoziert wird. Die mit ihnen verbundenen Medien scheinen ihn kaum erwarten zu können und helfen, die Gesellschaft «kriegstüchtig» zu machen.

Auch in Deutschland werden bereits Lager für russische Kriegsgefangene geplant und vorbereitet. Das wurde zwar in einer öffentlichen Veranstaltung im Mai bekannt, aber noch nicht medial begleitet. Laut einer Meldung des Onlinemagazins Multipolar rechnet die Bundeswehr im Kriegsfall mit mehreren tausend russischen Kriegsgefangenen und plant deren Haft in Deutschland.

Das Magazin beruft sich auf Aussagen des Kommandeurs des Landeskommandos Hamburg, Kurt Leonards, am 13. Mai auf dem «Interdisziplinären Symposium zu Krieg und Frieden auf See» der Reederei Hapag-Lloyd. In einem von einem der Teilnehmer aufgenommenen kurzen Audio- und Videomitschnitt des Vortrags beschreibe der Marineoffizier, wie «Tausende von Kriegsgefangenen» zunächst in Deutschland und dann in Europa verteilt werden müssten.

Auch in dem Fall sind zivile Unternehmen beteiligt: Die Veranstaltung fand in der Kühne Logistics University des Logistik-Unternehmens Kühne + Nagel in Hamburg statt. Auch bei einer Veranstaltung des norddeutschen Unternehmensverbands AGA Anfang Juni sprach Leonards über mögliche Kriegsgefangene. Auch in Deutschland werde die Verlegung von Truppen an die potenzielle Front im Baltikum vorbereitet, so Multipolar.

In der Meldung macht das Magazin darauf aufmerksam, dass es keinerlei Belege für eine wachsende russische Bedrohung gebe. Doch mit dieser wird von den niederländischen und deutschen sowie anderen NATO-Militärs die eigene Kriegsvorbereitung begründet, einschließlich des Aufbaus von Kriegsgefangenenlagern. In drei Jahren soll der Krieg gegen Russland beginnen, erklärte der bundesdeutsche «Verteidigungsminister» Boris Pistorius (SPD) wieder im Mai, und seine westlichen Kollegen stimmten ihm Medienberichten zufolge zu.

«KI wird Menschen bei der Arbeit unterstützen, anstatt Arbeitsplätze zu ersetzen»

Jahrelang klang die Botschaft aus dem Silicon Valley wie eine Mischung aus Zukunftsvision und Drohung: Künstliche Intelligenz (KI) werde die meisten menschlichen Jobs überflüssig machen. Millionen Menschen würden ihre Arbeit verlieren, während KI-Konzerne die Produktivität der Weltwirtschaft übernehmen würden. Als Trostpflaster kursierte die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Heute hört man von denselben Akteuren plötzlich etwas ganz anderes. OpenAI, Anthropic und andere KI-Schwergewichte sprechen nun bevorzugt von «Assistenzsystemen», «Produktivitätssteigerungen» und der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Die KI soll nicht mehr ersetzen, sondern unterstützen. Nicht vernichten, sondern befähigen.

Der abrupte Kurswechsel wirft Fragen auf

Der US-Journalist Zach Laidlaw formuliert die sich aufdrängenden Fragen in einem Kommentar für The Blaze besonders scharf (siehe hier):

«Warum sollten die KI-Chefs, die einst die Vorherrschaft am Arbeitsplatz planten, plötzlich von ihren gierigen Ambitionen abrücken? Haben sie sich plötzlich daran erinnert, dass die Menschheit irgendwie weiterleben muss, nachdem alle Jobs verschwunden sind? Dass ihre Unternehmen Geld verlieren werden, wenn es keine Konsumenten mehr gibt, die Produkte und Dienstleistungen kaufen? Dass es schlicht böse ist, Menschen durch eine feindliche Übernahme der gesamten Wirtschaft in die Arbeitslosigkeit zu treiben?»

Laidlaw glaubt nicht an eine plötzliche moralische Erweckung. Stattdessen verweist er auf eine Entwicklung, die den eigentlichen Hintergrund der Kehrtwende erklären könnte:

«Die öffentliche Stimmung gegenüber KI ist auf einem historischen Tiefpunkt und sinkt weiter. Vielleicht ist das der Grund. Oder vielleicht gibt es Kräfte, die ihnen schlicht keine andere Wahl lassen.»

Genau diese Frage ist interessant: Was zwingt die KI-Elite plötzlich zum Umdenken?

Die Realität ist weniger beeindruckend als die Werbeprospekte

Ein erster Grund liegt in der Praxis. Während die Branche jahrelang eine Revolution des Arbeitsmarktes versprach, liefern viele reale Anwendungen bislang erstaunlich bescheidene Ergebnisse.

Laut einer von The Blaze zitierten Gartner-Studie erzielten rund 80 Prozent der Unternehmen, die Mitarbeiter durch KI ersetzt haben, keine besseren Resultate. Die größten Produktivitätsgewinne verzeichneten stattdessen Firmen, die KI als Werkzeug für bestehende Mitarbeiter einführten. Die Botschaft ist unerquicklich für die Branche: Der Mensch erweist sich als deutlich schwerer ersetzbar als erwartet.

Auch prominente Fehlschläge häufen sich. Starbucks stellte im Frühjahr sein KI-gestütztes Inventarsystem wieder ein. Mitarbeiter begrüßten dessen Abschaffung ausdrücklich. Die Idee sei interessant gewesen, die Umsetzung habe jedoch nicht funktioniert.

Meta wiederum musste erfahren, dass KI menschliches Urteilsvermögen nicht automatisch ersetzt. Nachdem Hacker den KI-Kundendienst des Konzerns manipulierten und Zugriff auf prominente Instagram-Konten erhielten, wurde aus dem Automatisierungstraum ein PR-Desaster. Die Realität sieht also deutlich weniger revolutionär aus als die Präsentationen der KI-Unternehmen.

Die Börse braucht Hoffnung statt Weltuntergang

Noch wichtiger dürfte jedoch das Geld sein. «Follow the money», könnte man auch hier sagen. OpenAI und Anthropic stehen vor entscheidenden Finanzierungsphasen. Beide Unternehmen verschlingen weiterhin Milliardenbeträge und schreiben bislang keine nachhaltigen Gewinne.

Erschwerend kommt hinzu, dass Florida OpenAI und dessen CEO Sam Altman verklagt hat. Der Vorwurf: ChatGPT fördere Gewalt, Suizidgedanken und Sucht bei Jugendlichen (wir berichteten).

Für Investoren ergibt sich daraus ein Problem: Wer soll die Produkte und Dienstleistungen der Zukunft kaufen, wenn die eigene Technologie tatsächlich Millionen Menschen arbeitslos macht? Genau deshalb wirkt die neue Rhetorik wie eine strategische Notwendigkeit. Eine Firma, die verspricht, die Wirtschaft produktiver zu machen, verkauft sich besser als eine Firma, die offen vom Ende menschlicher Arbeit spricht.

Die dystopische Job-Apokalypse war möglicherweise gutes Marketing für die erste Wachstumsphase. Für Börsengänge und Massenakzeptanz könnte sie sich nun als Belastung erweisen.

Die Bevölkerung macht nicht mehr mit

Damit sind wir bei jenem Faktor, den Laidlaw vermutlich meint, wenn er von Kräften spricht, die den KI-Konzernen «keine andere Wahl lassen». Die öffentliche Stimmung hat sich gedreht. Noch vor wenigen Jahren wurde KI überwiegend als faszinierende Zukunftstechnologie wahrgenommen. Inzwischen dominiert Skepsis. In den USA wurden zuletzt Universitätsredner ausgebuht, sobald sie KI als Heilsversprechen anpriesen. Gerade junge Menschen sehen die Technologie zunehmend als Bedrohung ihrer beruflichen Zukunft.

Das überrascht kaum. Einstiegspositionen gehören zu den Tätigkeiten, die sich besonders leicht automatisieren lassen. Ausgerechnet jene Generation, die später die Produkte und Dienste der KI-Konzerne kaufen soll, fürchtet inzwischen um ihre wirtschaftliche Perspektive. Die öffentliche Akzeptanz schwindet also genau in dem Moment, in dem die Branche auf breite gesellschaftliche Unterstützung angewiesen ist.

Mit anderen Worten: Nicht Moral zwingt die KI-Unternehmen zur Mäßigung, sondern die Aussicht auf politischen Widerstand, regulatorische Eingriffe und sinkende gesellschaftliche Akzeptanz.

Selbst Jeff Bezos widerspricht inzwischen den Untergangspropheten

Wie weit die neue Erzählung inzwischen reicht, zeigt eine aktuelle Aussage von Amazon-Gründer Jeff Bezos, dessen KI-Start-up Prometheus eine Finanzierungsrunde über zwölf Milliarden USD zu einer Bewertung von 41 Milliarden USD bekannt gab. In einem Interview widerspricht er ausdrücklich den Prognosen, wonach KI zwangsläufig zu Massenarbeitslosigkeit führen werde. Stattdessen werde die Technologie die Produktivität und den Lebensstandard erhöhen. Bezos sagt:

«Künstliche Intelligenz wird die Menschen bei der Arbeit unterstützen, anstatt Arbeitsplätze zu ersetzen.»

Damit reiht sich Bezos in eine wachsende Zahl von Tech-Größen ein, die heute auffällig anders klingen als noch vor wenigen Jahren. Die Botschaft lautet nicht mehr: «Die Maschinen übernehmen eure Jobs.» Die Botschaft lautet nun: «Die Maschinen werden euch helfen.»

Ob sich tatsächlich die Technologie verändert hat oder lediglich die Kommunikationsstrategie, bleibt eine offene Frage.

Die unbequeme Wahrheit hinter der KI-Revolution

Hinzu kommt ein Aspekt, der in der öffentlichen Debatte oft übersehen wird und auf den wir hier eingehen. So entsteht offenbar derzeit eine Realität, die kaum zum Bild der autonomen Superintelligenz passt: Während die Öffentlichkeit über allwissende Maschinen diskutiert, arbeiten im Hintergrund hunderttausende Menschen für Niedriglöhne daran, diese Systeme überhaupt funktionsfähig zu halten. Sie markieren Daten, korrigieren Fehler, prüfen Inhalte und trainieren die Modelle. Die angeblich selbstständige KI basiert somit auf einer weitgehend unsichtbaren menschlichen Arbeitsarmee.

Die Vision der vollautomatisierten Zukunft bekommt dadurch einen unangenehmen Beigeschmack. Die Maschinen ersetzen den Menschen nicht vollständig – sie verlagern menschliche Arbeit häufig lediglich an Orte, an denen sie kaum jemand wahrnimmt.

Die eigentliche Kehrtwende

Vielleicht erleben wir deshalb derzeit weniger eine technologische als eine kommunikative Revolution. Die KI-Konzerne haben erkannt, dass die Geschichte vom Ende der Arbeit zwar Aufmerksamkeit erzeugt, aber zugleich Investoren verunsichert, Politiker alarmiert und potenzielle Kunden gegen sie aufbringt.

Also wird die Geschichte neu geschrieben. Gestern hieß es: «Die KI wird euch ersetzen.» Heute heißt es: «Die KI wird euch produktiver machen.» Die Technologie hat sich in den vergangenen Monaten nicht grundlegend verändert. Verändert hat sich vielmehr die Erkenntnis, dass eine Bevölkerung, die um ihre wirtschaftliche Zukunft fürchtet, kaum bereit sein wird, die nächste Stufe der KI-Revolution begeistert zu finanzieren.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht mehr, ob KI alle Jobs vernichtet. Die spannendere Frage ist, ob die Tech-Elite ihre eigenen Prognosen nicht deshalb zurücknimmt, weil sie erkennt, dass eine Wirtschaft ohne Arbeitnehmer vielleicht ebenso wenig funktioniert wie eine Demokratie ohne Bürger.

Die Tabakstrategie im Kühlregal: Wie Suchtmarketing Kindersnacks erfolgreich machte

Viele Menschen greifen regelmäßig zu sogenanntem ultra-processed food (UPF), also zu ultra-verarbeiteten «Lebens»-Mitteln wie Chips, Fertiggerichten oder bunten Snack-Boxen – und fragen sich später, warum sie damit nicht aufhören können. Die Antwort liegt zum Teil in systematisch angewandten Methoden der Tabakindustrie. Als Philip Morris in den 1980er Jahren General Foods und später Kraft übernahm, übertrug das Unternehmen seine jahrzehntelange Expertise aus der Suchtforschung direkt auf die Lebensmittelentwicklung.

In einer Fallstudie von Laura A. Schmidt von der University of California, San Francisco, kürzlich veröffentlicht im American Journal of Public Health, wird anhand interner Dokumente aufgezeigt, wie das konkret umgesetzt wurde – am Beispiel von Lunchables.

Dabei handelt es sich um abgepackte Snack-Boxen, die in den USA vor allem als Pausenbrot-Ersatz für Kinder sehr beliebt sind. Sie bestehen aus kleinen Fächern, in denen ultra-verarbeitete «Lebens»-Mittel wie Cracker oder Minipizzateige, Wurst, Käse und oft auch eine kleine Süßigkeit oder ein Getränk getrennt voneinander verpackt sind. So können die Snacks von den Kindern selbst zusammengebaut werden.

Das Problem: Sie sind nicht nur «ultra-processed», sondern auch hyper-palatabel (extrem lecker durch optimierte Fett-Zucker-Salz-Kombination), wodurch Kinder mehr als nötig essen und lernen, stark verarbeitete Produkte zu bevorzugen.

Lunchables kamen 1988 in den USA auf den Markt. Zuvor gab es Testmärkte (unter anderem in Seattle). Der landesweite Rollout erfolgte durch Oscar Mayer (damals bereits Teil von Philip Morris/Kraft). Das Produkt war eine direkte Antwort auf die gesellschaftlichen Veränderungen der 1980er: mehr berufstätige Mütter, Zeitmangel und der Wunsch nach praktischem, kindgerechtem Essen.

Philip Morris nutzte hier nicht einfach nur Rezepte, sondern ein ganzes «Consumer-Driven Product Development»-System, das ursprünglich für Zigaretten optimiert worden war, wie etwa die Washington Post berichtete (siehe auch hier). Kern war die systematische Erforschung tiefsitzender Verbraucherbedürfnisse durch Fokusgruppen, sensorische Tests und psychologische Analysen.

Ein interner Experte namens Bible brachte die Übertragbarkeit auf den Punkt:

«Zigaretten haben vielleicht nicht viel mit Käse, Bier oder Mayonnaise zu tun. Aber Testmethoden, die eine Bedürfnispyramide aufdecken, könnten durchaus auch auf die andere anwendbar sein. Wir erzeugen keine Nachfrage. Wir decken sie auf. Wir suchen danach. Wir graben, bis wir sie finden.»

Konkret bedeutete das:

  • Emotionale und spielerische Gestaltung: Mit den Lunchables wurde bewusst die Grenze zwischen Essen und Spielzeug verwischt. Kinder sollten Cracker, Wurst und Käse stapeln, damit spielen und erst dann essen. So wurde das Produkt nicht nur nahrhaft, sondern unterhaltsam und belohnend – eine schnelle sensorische und emotionale Befriedigung.
  • Elternansprache und Entlastung: Fokusgruppen zeigten, dass Mütter die Box als «einfach zu packendes, einfach zuzubereitendes und schnell zubereitetes Mittagessen» wahrnahmen – und sogar als «besser als Junkfood». Die Verpackung war dabei entscheidend: Sichtfenster aus Kunststoff ließen die bekannten Marken Oscar Mayer und Kraft erkennen und vermittelten Sicherheit. Die leuchtend gelbe Schachtel war bewusst als Geschenk gestaltet. Wie der leitende Designer erklärte:

    «Die Schachtel war als Geschenk gedacht, als etwas Kostbares, um die Besonderheit des Produkts hervorzuheben.»

  • Hedonic Engineering: Die gleichen Prinzipien des «Geschmacks-Engineerings» und der Optimierung von Belohnungsreizen (früher für Nikotin dosiert) kamen bei Fett-, Zucker- und Salzkombinationen zum Einsatz. Ziel war maximale sensorische Attraktivität, kombiniert mit Bequemlichkeit und dem Gefühl von Autonomie für das Kind.

Das Ergebnis: Ein Produkt, das nicht nur praktisch war, sondern emotional und verhaltensmäßig stark ansprach – und sich schwer absetzen ließ. Lunchables wurden zum Millionen-Bestseller.

Diese systematisch optimierten ultraverarbeiteten Produkte haben messbare gesundheitliche Auswirkungen. Eine große US-Studie mit 6.693 Erstgebärenden zeigt: Frauen, die rund um die Empfängnis und während der Schwangerschaft einen hohen Anteil an hochverarbeiteten «Lebens»-Mitteln (durchschnittlich 51,3 Prozent der Energieaufnahme) konsumierten, hatten ein deutlich erhöhtes Risiko. Pro zusätzliche zehn Prozent UPF-Energie stieg die Wahrscheinlichkeit für Frühgeburten um elf Prozent und für Schwangerschafts-Hochdruck um fünf Prozent.

Zudem traten mehr fetale und neonatale Todesfälle sowie zu leichte Babys («small for gestational age») auf – besonders bei schwarzen Frauen und sozial benachteiligten Gruppen (wir berichteten).

Die direkte Tabak-Übertragung wie bei Lunchables war vor allem ein US-Phänomen. Dennoch nutzen globale Konzerne wie Kraft Heinz und Mondelēz weltweit dieselben Methoden: Hedonic Engineering, optimierte Fett-Zucker-Salz-Mischungen und psychologisch gestaltete Verpackungen, die bewusst die Grenze zwischen Essen und Spielzeug verwischen.

In Deutschland gibt es direkte Äquivalente wie die Gutfried Junior Snack-Box, die ähnlich bunt, spielerisch und praktisch vermarktet werden. Die Techniken der emotionalen Ansprache von Kindern und Eltern sind hier genauso verbreitet.

Auch in der Schweiz sind solche «Designed for Kids»-Produkte alltäglich und folgen denselben industriellen Optimierungsprinzipien wie in Deutschland oder den USA. Ein Beispiel: Bell Paw Patrol Salami Sticks. Dieses Produkt kombiniert die Nachteile von ultraverarbeitetem Fleisch mit Nitritpökelsalz, Gewürzen, Maltodextrin, Glucose und weiteren Zusatzstoffen mit aggressivem Kindermarketing.

Es ist ein klassisches Beispiel für die in der Lunchables-Diskussion kritisierten Strategien. Solche Produkte findet man bei Coop und Migros im Kühlregal. Gelegentlich ist es kein Drama, aber als regelmäßiger Pausensnack eher ungünstig.

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